Allgemein

Aggetto fegt die Gegner weg

Der Wallach rast in 1:13,2 min. um die Bahn. Sein Trainer und Fahrer Thorsten Tietz gewinnt noch drei weitere Rennen. Auch Victor Gentz dreht mächtig auf – vor allem sein Schützling Lordano Ass imponiert.

Aggetto und Thorsten Tietz triumphierten im Hauptrennen Foto: ©Marius Schwarz

„Ich habe wirklich nicht geglaubt, dass er beim Saisondebüt schon so weit ist“, äußerte sich Berlins Sulky-Champion Thorsten Tietz verblüfft und strahlte gemeinsam mit dem eigens aus Bayern angereisten Pferdebesitzer Hans Hutter im Winner-Circle um die Wette. Die Begeisterung der beiden galt natürlich Aggetto (15:10), der Minuten zuvor eine sensationelle Vorstellung abgeliefert hatte. Obwohl das Starterfeld des Mariendorfer Hauptrennens am Sonntag nur so vor prominenten Namen strotzte, degradierte Aggetto seine hochklassigen Konkurrenten zu Statisten.

Nach vorsichtigem Start gab Thorsten Tietz vor den Zuschauertribünen mit seinem Schützling richtig Gas. Der sechsjährige Wallach gehorchte willig und übernahm eine Runde vor dem Ziel in der fulminanten Zwischenzeit von 11,7 das Kommando. Eingangs der Gegenseite drosselte Tietz das Tempo für einen kurzen Moment, doch als er Aggetto den Kopf erneut freigab, raste der Braune in 13,2/1.900m auf und davon. Das zweite Geld ging vier Längen dahinter an Montgomery Mo (Michael Larsen).

Thorsten Tietz triumphiert

Tietz gelangen noch drei weitere Treffer. Dass Muscle Design die Maidenschaft ablegte, war aus Sicht des wettenden Publikums offenbar überfällig, denn der Vierjährige des Rennstalls Oberkracher war als heißer Favorit bei 14:10 notiert. Der Muscles-Yankee-Sohn rechtfertigte das Vertrauen mit einem hochüberlegenen Start-Ziel-Erfolg und gewann mit fünf Längen Vorsprung.

Gleich danach führte der Berliner Champion die ebenfalls am Toto stark angefasste Mon Etoile (16:10) auf die Ehrenrunde. Die Stute entschied das auf den ersten dreihundert Metern im flotten 09-er Tempo ausgetragene Duell um die Spitze gegen Finnegan Bros (Leon Jauß) für sich und diese Reihenfolge blieb in 15,0/1.900m bis zum Zielpfosten erhalten.


„Ich liebe die Atmosphäre in Mariendorf und freue mich schon auf die großen Renntage!“

Johann Holzapfel, Besitzer der Traberin Anne Vibe


Auch Anne Vibe, die nur wenige Minuten vor dem Start mit dem von der Haupttribüne aus mitfiebernden Johann Holzapfel („Ich liebe die Atmosphäre in Mariendorf und freue mich schon auf die großen Renntage!“) einen neuen Mitbesitzer bekam, musste beim Kampf um die Führung mächtig treten, hielt dann aber ihren einzigen ernsthaften Widersacher Kristian Nosto (Heiner Christiansen) sicher in Schach.

Victor Gentz dreimal Sieger

Das zweite dicke Ausrufezeichen der Veranstaltung setzte Victor Gentz, der sich mit seiner seit einigen Wochen im Berliner Speckgürtel angesiedelten Rennstallabteilung innerhalb der kürzesten Zeit fest in der Spitzengruppe des lokalen Rennsports etabliert hat und eine großartige Bereicherung darstellt. Der Spross der berühmten nordrhein-westfälischen Züchterfamilie gewann als erstes mit Mon Filou, der eine steil aufsteigende Tendenz erkennen lässt und nun die Hoffnungen erfüllt, die sein Besitzer André Dujardin stets in ihn gesetzt hat. Es sah allerdings zunächst gar nicht nach dem ersten Volltreffer für den Wallach aus, denn der Gegner Ixpress (Roman Matzky) war bereits weit enteilt. Doch auf den letzten Metern gab der 17:10-Favorit stark nach und wurde nicht nur von Mon Filou, sondern auch von Ring the Bell (Thomas Panschow) eingefangen.

Eine ganz klare Angelegenheit war nur gute zwanzig Minuten später der Sieg von Victor Gentz mit Lordano Ass in fulminanten 14,4/1.900m. Der Fünfjährige zog eine Runde vor dem Ziel an die Spitze und gab keinem seiner Verfolger auch nur den Hauch einer Chance. Es war bereits sein vierter Erfolg hintereinander. Doch damit ließ es der Profi („Wir müssen schließlich mal ein bisschen gegen das Team Tietz gegenhalten.“) noch nicht bewenden. Er gewann auch mit Julius Southwind, der sich auf dem Schlusskilometer durch äußere Spuren kontinuierlich verbesserte und musste lediglich vor dem ebenfalls überzeugenden und vehement nachsetzenden Pokerface Diamant (Ann-Kathrin Lipka) auf der Hut sein.

Kube unvergesslich - von Holdt holt sich die Blumen

Für Sarah Kube läuft es in dieser Saison bisher wie geschmiert. Es ist durchaus zu erwarten, dass die mehrmalige Berliner Amateur-Championesse in diesem Jahr auch wieder bei der bundesweiten Titelvergabe ein Wörtchen mitreden wird. Mit der dänischen Stute Unforgettable gelang der Tempelhoferin ein souveräner Start-Ziel-Sieg.

Das zweite Amateurfahren des Nachmittags – ein aus drei Bändern gestartetes 2.500-Meter-Rennen – ging an einen norddeutschen Gast. Nämlich an Hans-Jürgen von Holdt, der Run for the Roses einen Idealverlauf als zweites Pferd innen servierte. Der perfekt vorgetragene Wallach kannte auf den letzten 500 Metern kein Erbarmen mit den Konkurrenten und löste sich hochüberlegen mit vier Längen.

Wagner dirigiert Baschkir an die Spitze

In der Hand seines neuen Trainers Daniel Wagner ist Baschkir nicht mehr wiederzuerkennen. Der Wallach der Besitzergemeinschaft von Manuela Rüger und Michael Diermeier, dessen einziger Laufbahnerfolg – damals mit Michael Nimczyk im Sulky auf der Piste in Karlshorst – bis vor kurzem noch auf den 22. Juni 2014 zurückdatierte, hat sich unter der neuen Regie zu einer phänomenalen Leistungsbereitschaft aufgerafft und besitzt mit Daniel Wagner bei zwei gemeinsamen Starts und zwei Volltreffern nun eine Topbilanz. Selbst mit dem Rennverlauf in der Außenspur hatte Baschkir keinerlei Probleme und zwang die bis in den Einlauf hinein führende Sophie Menoud (Lea Ahokas) in 15,7/1.900m mit drei Längen Vorsprung in die Knie.

Floh G ganz groß - Jarich läuft allen davon

Endlich wieder sein wahres Gesicht zeigte der von Dennis Spangenberg gesteuerte Floh G, der sich diesmal alle Fehler verkniff und souverän gewann. Der Fuchswallach nutzte das anfänglich recht flaue Tempo aus und flog vom Ende des Feldes aus mit mächtigen Schritten heran. Nachdem er eine Runde vor dem Ziel endgültig das Kommando übernommen hatte, war der Rest für ihn ein Kinderspiel.

Ähnlich dominant agierte Jarich, der von seinem Trainer Kay Werner nach vorsichtigem Start in die vierte Position außen dirigiert wurde und auf der Zielgeraden grußlos an den Gegnern vorbeilief. Dass der Wallach aus dem Lot des Berliner Besitzers Georg Radde aber immer noch ein wenig unerfahren ist, erwies sich unmittelbar nach seinem Sieg – denn Jarich büxte vor den am gesamten Renntag fleißig eingesetzten Bahnpflege-Fahrzeugen aus, die ihm sichtlich Angst machten. Kay Werner entschied sich daher vernünftiger Weise gegen den Besuch im Winner-Circle und für den direkten Rückweg zum Stall.

Gesamtumsatz: 131.517,50 Euro – Bahnumsatz: 42.002,50 Euro - Außenumsatz: 89.515,00 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 9. April statt. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Großes Foto: Gut aufgepasst - die Spieler von Blau-Weiß (weiße Trikots) und Staaken ließen sich nur selten aus den Augen


Am 22. Spieltag der Berlin-Liga reichte dem Tabellenersten SC Staaken ein torloses Unentschieden bei Aufsteiger SP.VG. Blau-Weiß 90, um die Führung auf sechs Punkte auszubauen - denn Verfolger Eintracht Mahlsdorf hatte am Mittag bereits überraschend bei Schwarz-Weiß Neukölln verloren. Nach dem Feldverweis gegen Binting überstanden die Staakener auch die Schlussviertelstunde in Unterzahl und verteidigten damit ihre Serie, in der Spielzeit 2016/17 weiterhin ungeschlagen zu sein. Im Anschluss sprach Berlinsport Aktuell mit den beiden Trainern.

Marco Gebhardt (BW 90)

Jeffrey Seitz (SC Staaken)

Ex-Profi Marco Gebhardt (u. a. Eintracht Frankfurt, 1. FC Union) gibt dabei Antworten zum bisherigen Saisonverlauf und wie man die durchaus ehrgeizigen Vereinsziele weiter verfolgen will.

Staakens Coach Jeffrey Seitz gibt Einblick, wie er es mit seiner Mannschaft geschafft hat, noch ungeschlagen in der Liga zu sein und wie man mit der Rolle des "gejagten" Tabellenführers umgeht.

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell

Adeus Marcelinho!

Interview mit dem Ex-Hertha-Spieler zu seinem Abschiedsspiel
Er hat zu Beginn des neuen Jahrtausends wohl wie kein Zweiter das Spiel von Hertha BSC geprägt: Marcelo dos Santos, genannt Marcelinho (41), bestritt von 2001 bis 2006 für die Berliner 165 Spiele und erzielte 65 Tore. Der brasilianische Ballkünstler wurde zum Publikumsliebling und sorgte auch abseits des Platzes immer wieder für Gesprächsstoff.

Am 25. März bekommt er nun doch noch sein Abschiedsspiel im Olympiastadion - zu diesem Anlass werden zahlreiche alte Weggefährten in den Teams „Hertha Allstars“ bzw. „Brazil&Friends“ auflaufen.

Wir treffen Sie mitten im Winter bei unangenehmem Wetter in Berlin. Was ist der Anlass Ihres Besuchs?
Ach, ich finde es gar nicht so schlimm. Es ist nicht kalt für die Jahreszeit und es weht kaum ein Wind. Nein, ich bin immer gerne in Berlin - aber diesmal ist es natürlich wegen meines Abschiedsspiels. Da gibt es viele Termine, um dafür Werbung zu machen.

Also es gibt viel zu organisieren vor dem Spiel, sie pendeln deshalb öfter zwischen Brasilien und Berlin im Moment. Gibt es eigentlich auch ein Abschiedsspiel in Ihrer Heimat?

Ja, da wird es sicher auch noch ein Spiel geben - aber die Hauptveranstaltung findet hier in Berlin statt.


Abschiedsspiel für Marcelinho: Samstag, 15.30 Uhr, Olympiastadion


Ist es denn Ihre Idee gewesen, den Abschied von der Fußballbühne in Berlin zu begehen?

Die Idee ist schon entstanden, weil ich hier die meiste Zeit verbracht und auch die erfolgreichste Station meiner Laufbahn erlebt habe. Dann habe ich mit meinem Berater überlegt, wie wir das Ganze umsetzen können.

Wir wollen eine gute Show für die Zuschauer liefern. Alle sollen ihren Spaß haben.

Wir haben auch bei Hertha BSC angefragt und dann hat schnell alles gepasst. Der Verein tritt ja als Veranstalter auf und Michael Preetz (ehemaliger Mitspieler und heutiger Hertha-Manager) hat sich dann um viel gekümmert. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Jetzt hoffen wir natürlich, dass alle Ihre Zusage einhalten und kommen - wir wollen schließlich eine gute Show für die Zuschauer liefern. Alle sollen ihren Spaß haben.

Sie sind mit Hertha BSC damals nicht ganz im Guten auseinander gegangen, ein Abschiedsspiel kam nicht zu Stande. Ist diese Partie nun auch als eine Art Schlussstrich unter das Thema zu verstehen?

Ja, das war damals leider kein guter Abschluss. Ich habe ein paar Fehler gemacht und der Vertrag lief aus, das hatte ich mir schon anders gewünscht. Aber meine Karriere musste nun mal weitergehen. Jetzt bin ich aber froh, dass mich Hertha bei der Organisation unterstützt hat und so alles wieder gut ist zwischen uns.

Sie sind jetzt 41 Jahre alt, haben bis zuletzt im Profifußball gespielt – wie fühlt sich Ihr Körper jetzt an nach dieser Belastung?

Das Alter ist nur eine Zahl. Ich fühle mich noch sehr gut, spiele immer noch Fußball und halte mich auch sonst fit.

Wie ist denn damals der Wechsel gerade nach Berlin zu Stande gekommen? Sie waren zu dem Zeitpunkt ja sicher auch für andere Vereine interessant.

Ich hatte in Europa zuvor schon ein halbes Jahr bei Olympique Marseille gespielt. Da lief es sportlich nicht so gut, aber zumindest konnte ich schon mal die Bedingungen in Europa kennenlernen. Danach bin ich wieder nach Brasilien zurückgekehrt, wo ich bei Gremio Porto Alegre an zwei Titeln beteiligt war. Dort gab es einen Berater, der Kontakt zu Dieter Hoeneß (damaliger Hertha-Manager) hatte – und so kam die Sache ins Rollen...

Wie schwer ist Ihnen die Umstellung in Berlin damals gefallen?

Sportlich war das kein Problem, Mannschaft und Fans haben mich sehr gut aufgenommen. Das hat mir sehr geholfen und wir haben schnell erfolgreich gespielt. Abseits vom Fußballplatz war es allerdings nicht ganz so einfach. Ich hatte anfangs vor allem Schwierigkeiten mit der Sprache, ein bisschen auch mit dem Wetter und der anderen Kultur. Aber das wurde Schritt für Schritt besser.

Viele verbinden in Deutschland gefärbte Haare und bunte Fußballschuhe mit Ihnen – wie schwer war es damals für Sie, als Individualist im eher konservativen Umfeld des deutschen Fußballs zu bestehen?

Als ich nach Deutschland kam, hatte ich die Haare blond gefärbt und mein Ausrüster brachte gerade diese speziellen Schuhe auf den Markt. Das sorgte für Aufmerksamkeit, was der Firma natürlich recht war – insofern hat das gepasst.

Sehen Sie sich heute mal um: da laufen die meisten Fußballer mit auffälligen Frisuren und bunten Schuhen rum...

Ansonsten habe ich mir da keine großen Gedanken drüber gemacht – mir hat das einfach gefallen. Und sehen Sie sich heute mal um: da laufen die meisten Fußballer mit auffälligen Frisuren und bunten Schuhen rum... (lacht)

Sind Sie mit Ihrer Art nicht öfter auch mal angeeckt?

Ich glaube, die Leute haben das geduldet, weil ich hier doch viel Erfolg hatte und gut gespielt habe. Ab und zu mal feiern gehen, das gehörte für mich auch dazu. Letzten Endes aber zählt doch immer die Leistung auf dem Platz – und die hat gestimmt. Da wurde dann über das andere hinweg gesehen (lacht)... aber ich empfehle jungen Spielern natürlich, dass nicht genau so zu machen (lacht noch mehr).

Gibt es ein Erlebnis aus Ihrer Zeit bei Hertha BSC, dass Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Einmal habe ich drei Tore in einem Spiel gegen Wolfsburg erzielt (beim 3:2-Auswärtssieg im November 2004) – und dann natürlich das „Tor des Jahres“, als ich mit einem Schuss aus dem Mittelkreis traf (der Treffer im April 2005 gegen den SC Freiburg aus 48 Metern wurde später in der Abstimmung bei ARD ausgezeichnet).

Würden Sie sagen, dass es im aktuellen Fußball - der ja sehr auf das System setzt - überhaupt noch Platz gibt für Typen wie Sie einer waren?
Heute ist der Fußball schon anders – die Trainer und Spieler sind taktisch noch besser geschult. Da ist es schwerer, sich mit individuellen Fähigkeiten durchzusetzen. Das ist das, was mir heutzutage aber auch ein bisschen fehlt - Spieler, die für überraschende Momente sorgen.

Ist das vielleicht auch ein Problem der brasilianischen Nationalmannschaft, dass sie den Übergang noch nicht vollzogen hat – zu diesem Systemfußball, in dem jeder Spieler eine ganz spezielle Aufgabe erfüllen muss?

Nein, Brasilien hat gerade eine gute Mannschaft. Tite, der neue Trainer der Seleçao, legt viel Wert auf Taktik, aber auch auf spielerische und individuelle Fähigkeiten. Dazu kommen auch einige junge Spieler, die viel versprechend sind – also: bei der nächsten Weltmeisterschaft wird man wieder eine stärkere Seleçao erleben.

Ist das „Trauma“ der WM 2014 mit dem denkwürdigen Aus gegen Deutschland im Halbfinale also überwunden?

Wir sind auf dem richtigen Weg. Mir gefällt die Arbeit von Tite, seine Mentalität und Spielauffassung. Er setzt zum Beispiel einen Schwerpunkt auf die Bewegung ohne Ball. Klar, alle Brasilianer spielen immer gerne mit dem Ball (lacht) – aber wir müssen auch diese andere Seite des modernen Fußballspiels lernen und uns darin verbessern. Dann bin ich sicher, dass der Erfolg auch wieder kommen wird.

Wie viel bekommen Sie denn noch von Hertha BSC in Brasilien mit?

Ich weiß auch in Brasilien immer Bescheid, wie Hertha gespielt hat.

Ich verfolge die Ergebnisse und die Bundesligatabelle, daher weiß ich immer Bescheid. In Brasilien läuft auch immer ein Topspiel aus der Bundesliga im Fernsehen - und wenn Hertha dabei ist, sehe ich natürlich zu.

Wie beurteilen Sie denn den Weg, den der Verein inzwischen eingeschlagen hat? Also: mit einem kontinuierlichen Aufbau und der Einbindung ehemaliger Spieler...

Ich finde das gut. Es ist wieder Ruhe eingekehrt im Verein und der Erfolg ist zurück. Den Weg sollte Hertha weitergehen: ob Preetz als Manager, Dardai als Cheftrainer oder auch „Zecke“ Neuendorf im Nachwuchsbereich – das sind ja alles auch ehemalige Mitspieler von mir, die den Verein kennen und gute Arbeit leisten.

Haben Sie sich aufgrund der gemeinsamen Erfahrungen damals vorstellen können, dass Pal Dardai mal Trainer werden könnte?

Pal war immer ein akribischer Arbeiter, hat viel richtig gemacht und war immer sehr konzentriert bei dem, was er tat. Insofern war das für mich keine Überraschung, dass er auch schafft, ein guter Trainer zu werden. Ich hoffe natürlich, dass es gerade bei Hertha für ihn so gut weitergeht.

Wie sehen denn Ihre Pläne nach Abschluss ihrer aktiven Karriere aus – bleiben Sie dem Fußball erhalten?

Ja, auf jeden Fall. Vielleicht mache ich auch den Trainerschein. Ansonsten bin ich aber auch schon als Berater für einige junge Spieler tätig und werde mich eventuell in diesem Bereich noch stärker betätigen.

Sie sollen auch einen sehr talentierten Sohn (Marcelo Junior) haben....

Ja, er macht das sehr gut. Ich hoffe, dass er wie ich den Sprung zu den Profis schafft.

Würden Sie sagen, dass er mit seinen 14 Jahren weiter ist als Sie es in dem Alter waren?

Ganz bestimmt. Sehen Sie, als ich jung war, gab es noch keine solche Talentförderung wie heutzutage. Ich habe lange Zeit einfach auf der Straße gekickt. Klar, das war gut für die Technik – aber sonst? Mein Sohn spielt jetzt schon neun Jahre im Verein, hat eine ganz andere Ausbildung als ich damals und somit eine viel bessere Basis. Aber im Fußball weiß man nie, was morgen passiert. Also freue ich mich jetzt vor allem darauf, dass er bei meinem Abschied in Berlin mitspielen wird.

Marcelinho, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Beitrag+Fotos: Hagen Nickelé

Der FC Viktoria 89 spielt eine gute Saison in der Regionalliga Nordost, belegt dort aktuell den 5. Platz. Dazu steht der Verein im Halbfinale des Berlin-Pokals, wo ihn allerdings mit der VSG Altglienicke eine schwere Aufgabe erwartet.


Halbfinale im Berlin-Pokal:
VSG Altglienicke - FC Viktoria 89
Samstag, 13.35 Uhr, Stadion Altglienicke


Im Gespräch mit Berlinsport Aktuell erklärt Sportdirektor Rocco Teichmann, was man sich in der Liga noch vorgenommen hat, wie man die wegen einiger Nachholspiele anstehenden Englischen Wochen angeht - und unterstreicht die Wichtigkeit des Pokalspiels am Samstag in Altglienicke.

Zum Abhören des Interviews bitte unten anklicken

 

Beitrag+Foto: Berlinsport Aktuell

Abu Njie, neuer Trainer bei Regionalligist Berliner AK 07

Zwei Jahre war Abu Njie nach seiner Entlassung bei Berlinligist SV Tasmania ohne Anstellung im Bereich Fußball. In dieser Winterpause folgte er dann der Anfrage des Regionalligisten Berliner AK, wo er zunächst den Posten des Co-Trainers (für Cemal Yildiz, der zu TeBe ging) übernahm. Nach vier Spielen in der Rückserie trennten sich dann die Wege des Vereins und Chefcoach Jörg Goslar.

Njie gilt zunächst als Interimslösung bis zum Sommer, hat - nachdem das Saisonziel frühzeitig abgehakt werden musste - keine einfache Aufgabe. Das bewies auch die 1:4-Niederlage zu seinem Einstand bei Union Fürstenwalde. Am Mittwoch gegen den FC Schönberg 95 reichte es am Ende zwar auch "nur" zu einem 2:2, ein Aufwärtstrend war aber unverkennbar.

Im Interview mit Berlinsport Aktuell spricht Abu Njie über verbleibende Ziele für diese Saison, die lange "Wartezeit" - und was die Zukunft bringen könnte.

Zum Anhören der Aufnahme bitte unten anklicken

 

Beitrag+Foto: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Chancen und Geschenke

Beitrag von Eike Ahlhausen

Die Füchse Berlin erleben eine wechselhafte Rückrunde. Schwach gegen den Tabellenletzten, stark gegen den amtierenden Meister. Ein Thema begleitet die Berliner dabei seit Wochen: die Schiedsrichterleistungen.

Zuletzt in Top-Form: Füchse-Torwart Silvio Heinevetter (Foto: ©Eike Ahlhausen)

Der Schiedsrichter im Handball ist ein hoch beanspruchtes Wesen. Laut Studien muss er pro Spiel bis zu zehnmal mehr Entscheidungen treffen als ein Schiedsrichter in anderen Sportarten, zum Beispiel dem Fußball. Nun weiß aber auch jeder, der schon einmal gearbeitet hat: Wer mehr arbeitet, kann auch häufiger Fehler machen – alles eine Frage der Statistik.

Die Füchse und die Unparteiischen - ein schwieriges Thema

Besonders benachteiligt von diesem Prinzip fühlten sich in den letzten Wochen die Füchse aus Berlin, insbesondere, wenn es gegen Spitzenmannschaften ging. „Uns hat es heute schon wieder getroffen“, haderte Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse, Anfang März mit der Schiedsrichterleistung. Nach einem dramatischen Spiel trennten sich seine Füchse mit 30:30 unentschieden vom amtierenden deutschen Meister, den Rhein-Neckar-Löwen aus Mannheim. „Heute haben die Schiedsrichter nur über einen Punkt entschieden, in Flensburg waren es noch zwei.“ Zwei für die Füchse verlorene Punkte wohlgemerkt, denn Hanning sprach von der 26:27-Niederlage Ende des Jahres 2016 bei der SG Flensburg-Handewitt.

„Heute haben die Schiedsrichter nur über einen Punkt entschieden, in Flensburg waren es noch zwei.“

Bob Hanning, Füchse-Geschäftsführer, nach dem 30:30 gegen die RN Löwen

Gegen die Löwen fühlte sich die Punkteteilung erst einmal an wie eine Niederlage. Füchse-Torjäger Petar Nenadić wollte das Ergebnis unmittelbar nach dem Schlusspfiff auch gar nicht wahrhaben und stürmte wutentbrannt auf die Schiedsrichter los. Sein Torwart Silvio Heinevetter konnte sich gerade noch dazwischenwerfen, um Schlimmeres zu verhindern. Auch Füchse-Trainer Velimir Petković schrie seine Wut frei heraus und missbilligte damit die Schiedsrichterentscheidungen aus der Schlussphase der Partie.

Ärger auch Ausdruck der verpassten Chance

Dreißig Sekunden vor Schluss etwa hatten die beiden Unparteiischen Nenadić einen Freiwurf verweigert, als dieser auf dem Weg zum 31:30 für die Füchse unsanft von einem Mannheimer Verteidiger in seiner Wurfbewegung behindert wurde – alle in der Halle hatten es gesehen, einfach alle. Anstatt den Siegtreffer zu setzen, mussten die Füchse nun dem letzten aussichtsreichen Angriff der Löwen entgegensehen.


Nächstes Heimspiel der Füchse: Mittwoch, 21. März, gegen die HSG Wetzlar - Anwurf: 19 Uhr in der Max-Schmeling-Halle


Über Linksaußen flog der Isländer Gudjon Valur Sigurdsson ungehindert zum finalen Sprungwurf in den Berliner Sechs-Meter-Kreis und zog ab: Der Halle stockte der Atem, Silvio Heinevetter riss das rechte Bein hoch – und hielt. Danach war Schluss, und das Unentschieden stand. Ein 30:30 gegen den Favoriten aus Mannheim – ein kleiner Erfolg für die Berliner. Doch zu groß war direkt nach dem Schlusspfiff das Entsetzen über die Schiedsrichterleistung. Zu groß aber vielleicht auch die Enttäuschung, eine Partie, die zwischenzeitlich mit 8:3, 13:7 oder auch 27:23 angeführt wurde, nicht siegreich beendet zu haben.

Füchse-Trainer Petković hadert

Dementsprechend ging der Schlagabtausch auch nach dem offiziellen Schlusspfiff noch weiter. Die launige Pressekonferenz 15 Minuten nach dem Spiel glich dem harten Ringen der Spieler um die sportliche Hoheit in der Halle. Die Deutungshoheit im Presseraum war so umkämpft wie der Sieg auf dem Spielfeld kurz zuvor. Auch hier drehte sich alles um die Leistung der Unparteiischen.


Weitere Sporttermine für die Hauptstadt in unserem Sportkalender


Nikolaj Jacobsen, Trainer der Rhein-Neckar-Löwen, legte selbstbewusst vor. Er habe am Ende noch ein paar tolle Chancen für seine Mannschaft gesehen, das Spiel für sich zu entscheiden. „Geschenke – das waren Geschenke“, blaffte Velimir Petković noch immer in Rage zurück und pochte auf eine korrekte Sprachreglung – aus seiner Sicht. Sein Chef Hanning bekam kurzzeitig Angst, Petković könnte komplett aus dem Rahmen fallen, und hielt ihm während des Statements kurz die Hand auf den Arm. „Ruhig Großer, ruhig“, wollte er signalisieren. „Das haben wir nicht verdient, das geht nicht so – ein klares Foul“, zeterte Petković trotzdem weiter und hielt die Schiedsrichter unter Beschuss.

Hanning mahnt, streicht aber auch das Positive heraus

Sein Chef hingegen versuchte abzuwiegeln, gab sich abgeklärter. Doch auch Hanning konnte das Thema Schiedsrichter nicht ruhen lassen. „So ein Ding ist nicht einfach zu pfeifen“, versuchte Hanning moderat zu bleiben. Ein dickes „Aber“ sollte folgen: „Die Schiedsrichter haben in das Spiel eingegriffen. Das darf nicht passieren! Wir hätten verlieren können.“ Bei einer Niederlage hätte Hanning nach eigenen Angaben seine Spieler und den Trainer vielleicht nicht mehr einfangen können. Mit einem gequälten Lächeln schiebt er hinterher: „Und mich hätte ich dann wohl auch nicht mehr unter Kontrolle gehabt.“

„Die Schiedsrichter haben in das Spiel eingegriffen. Das darf nicht passieren! Wir hätten verlieren können.“

Bob Hanning

Doch Hanning ist zu klug, sich einzig auf die Fehlurteile der Unparteiischen zu kaprizieren und versuchte, den Fokus der Debatte noch einmal zu verschieben. Zunächst lobte er die überragenden Akteure seiner Mannschaft, allen voran Silvio Heinevetter, der Torwart, der den Punkt festhielt. Auch Kent Robin Tönnesen bekam ein Extra-Lob: Der 25-jährige Norweger ist seit Wochen in blendender Verfassung und füllt die Lücke, die die Verletzung von Fabian Wiede reißt, immer besser aus – acht Treffer steuerte Tönnesen als erfolgreichster Werfer der Berliner gegen die Rhein-Neckar-Löwen bei.

Nicht weit weg von der Spitze

Doch die Einzelkritik gipfelte in der für Hanning eigentlichen Nachricht des Tages: Das Spiel habe gezeigt, dass seine Füchse nicht weit weg seien von der nationalen Spitze. Statt Frust schwang jetzt Stolz in seiner Stimme, und er legte nach: „Und das mit der Hälfte des Etats der anderen Spitzenmannschaften.“

Bevor die anwesenden Journalisten noch mal nachrechnen konnten, nahm ein Kollege vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk das Geschenk Hannings an: „Prima, da habe ich ja schon meinen Schlusssatz.“ Er bedankte sich lauthals in die Runde und sorgte für leichte Verwirrung unter den Pressevertretern. Hanning sah das als Chance: „Gut, dann sind wir ja hier fertig“, ergriff er die Gelegenheit, eine aufregende Pressekonferenz nach einem aufregenden Spieltag mit einem lapidaren Satz zu beenden.

Geburtstags-Kutschfahrt für Michael Schmid

 Der frischgebackene Fünfzigjährige steuert Magdalena Kieniksmans Hengst Brandy Hornline zum Weile-Sieg. Michael Nimczyk punktet für die Farben von Ulrich Mommert sogar doppelt. Roman Matzky überrascht mit It’s Amazing. Der von Dennis Spangenberg präsentierte Rossini Diamant ist eine Klasse für sich.

„Er ist kein Pferd, das auf einen Ruck schnell wird. Sondern eher ein Dauerläufer, der über weite Strecken ein hohes Tempo gehen kann!“

Michael Schmid mit Brandy Hornline (Foto: @Marius Schwarz)

Das war der goldrichtige Tipp, den Magdalena und Robert Kieniksman dem Geburtstagskind Michael Schmid – der Profi wurde am Montag 50 Jahre alt – für die Fahrt im Sulky ihres Hengstes Brandy Hornline mit auf dem Weg gegeben haben. Die Analyse des polnischen Besitzer-Ehepaares erwies sich als goldrichtig und der frischgebackene Jubilar setzte den Ratschlag hundertprozentig um. Nachdem „Schmiddi“ mit dem 31:10-Mitfavoriten noch auf der Startgeraden die Führung übernommen hatte und sein einziger ernsthafter Gegner Michael Nimczyk die Stute Chance Classique nicht zur korrekten Gangart bewegen konnte, waren die Zeichen sofort auf Sieg gestellt. Das Rennen entwickelte sich zu einer One-Horse-Show: Michael Schmid konnte sich schon weit vor dem Ziel für das Siegerfoto zurechtsetzen, denn Brandy Hornline stolzierte mit unzähligen Längen Vorsprung elegant wie ein edles Kutschpferd über die Ziellinie.

Nimczyk gewinnt zweimal

Hatte gut lachen: Michael Nimczyk, hier mit Hitchcock HK

In der Klasse bis 10.000 Euro sah es lange nach einem Treffer für Andreas Marx und seinen Crack Bonjour Ganyboy AM aus. Doch die von Michael Nimczyk gesteuerte Sayuri Mo (62:10) war dem Piloten wie ein Schatten gefolgt und zu Beginn der Zielgeraden deutete sich die große Überraschung an. Die von Michael Larsen trainierte Mommert-Stute stürmte grußlos an ihrem Widersacher vorbei, der obendrein noch Schwierigkeiten mit seinem Geläuf offenbarte und nach einer Überprüfung von den Stewards wenige Minuten nach dem Rennen nachträglich aus der Wertung genommen wurde. Für Michael Nimczyk blieb es nicht bei diesem einzigen Erfolgserlebnis, denn er führte wenig später auch Ulrich Mommerts Wallach Hitchcock HK auf die Ehrenrunde. Nach einem Verlauf als zweites Pferd innen kam der Ganymede-Sohn auf der Zielgeraden rechtzeitig genug frei, um die führende Aura Olympic (Thomas Panschow) mit einer halben Länge Vorsprung zu bezwingen.

Dauersieger Rossini Diamant unangefochten vorne

Auch für Favoriten war's Drecksarbeit: Dennis Spangenberg (M.) mit Rossini Diamant

Ein Sieg nach dem anderen und kein Ende der Serie in Sicht: Der diesmal wieder von Dennis Spangenberg gesteuerte Rossini Diamant feierte den siebenten Erfolg hintereinander. Der in dieser Saison noch ungeschlagene Wallach, der für die Farben von Klaus Bockhoff und Wolfgang May läuft, war einmal mehr eine Klasse für sich. Nachdem Rossini Diamant Mitte der Tribünengeraden die Spitze übernommen hatte, dehnte der 11:10-Topfavorit seinen Vorsprung immer weiter aus und lag mit Erreichen des Schlussbogens bereits mit sieben Längen in Front. Am Ende konnte der Zielrichter das Zählen sogar komplett einstellen. Denn es war eine ganze Weile, die den Dunkelbraunen am Pfosten von seinen Gegnern trennte.

Matzky steuert Außenseiter zum Sieg

Außenseiter, Spitzenreiter: Roman Matzky (M.) überraschte mit It's Amazing

Für die größte Überraschung der Matinée-Veranstaltung sorgte Roman Matzky mit seinem familieneigenen Fuchs It’s Amazing. Der bei 157:10 notierte Außenseiter kam mit der vom tagelangen Dauerregen aufgeweichten Mariendorfer Bahn bestens zurecht – ganz im Gegensatz zu einigen seiner prominenten Gegner. Als Thomas Panschow mit Holly go lightly, die in der Endabrechnung hinter Bianca Boshoeve (Heinz Wewering) Rang drei belegte, Mitte der Gegenseite einen fulminanten Vorstoß einleitete, hängte sich Roman Matzky mit seinem Schützling clever an die Angreiferin ran.

„Der Fuchs musste aufgrund einer Verletzung zwar eine mehrmonatige Pause einlegen, ist nun aber wieder mächtig in Schwung.“

Roman Matzky, Fahrer von It's Amazing

It’s Amazing wurde mit jedem Meter immer stärker und war schon zu Beginn der Zielgeraden auf der sicheren Seite. „Der Fuchs musste aufgrund einer Verletzung zwar eine mehrmonatige Pause einlegen, ist nun aber wieder mächtig in Schwung“, freute sich Roman Matzky bei der anschließenden Ehrung über die tolle Leistung seines Schützlings.

Gesamtumsatz: 32.146,80 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 26. März statt. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Fotos (3): Berlinsport Aktuell/H. Nickelé

René Zampich, Trainer beim SV Empor

Ungewöhnliches trug sich heute Nachmittag im Jahn-Sportpark zu: die Partie der Berlin-Liga zwischen dem SV Empor und Blau-Weiß 90 wurde bereits nach einer knappen Viertelstunde vorzeitig beendet. Die Windverhältnisse und die Prognose diesbezüglich führten zum Abbruch der Partie, die mit einer gewissen Spannung erwartet worden war - schließlich läuft es bei beiden Teams momentan richtig gut. Der Aufsteiger aus Mariendorf (7. Platz) hat neun seiner letzten zwölf Ligaspiele gewonnen, Empor (9. Platz) mit seinem neuen Trainer René Zampich zuletzt sieben Punkte aus drei Partien gesammelt.

Zampich hat beim Berlinligisten aus dem Prenzlauer Berg in der Winterpause die Nachfolge von Nils Kohlschmidt angetreten. Berlinsport Aktuell nutzte die Gelegenheit nach dem Spielabbruch zu einem ausführlichen Interview mit dem Empor-Coach, für den die Übernahme des Amts gewissermaßen auch eine Rückkehr darstellt - und der sich von Berufs wegen recht gut mit witterungsbedingten Absagen auskennt.

Zum Anhören des Interviews (Dauer: etwa 12 Minuten) bitte anklicken

 

Beitrag+Foto: Berlinsport Aktuell/H. Nickelé

Jörg Goslar (l.), hier noch mit dem damaligen Co-Trainer Cemal Yildiz

Am Ende brachte die Heimniederlage im Spitzenspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena am vergangenen Samstag das Fass wohl zum Überlaufen. Nun gab Regionalligist Berliner AK 07 die Trennung von Trainer Jörg Goslar bekannt. Von einer „strategischen Neuausrichtung“ nach dem 1:3 gegen den Tabellenführer war die Rede, die nicht der Vorstellung Goslars entsprochen habe. In jedem Fall wurde das Saisonziel, bis zum Schluss um den Aufstieg mitzumischen, vom BAK frühzeitig verpasst. Schon 14 Punkte trennen die Weddinger nach 21 absolvierten Partien von der Tabellenspitze.

Noch mit Baumgart in die Saison 2016/17

Steffen Baumgart musste den Platz auf der BAK-Bank schon nach dem 5. Spieltag räumen

Es ist dabei bereits die zweite Trainerentlassung in dieser Saison bei den „Athleten“. In die Spielzeit gestartet war man noch mit Ex-Profi Steffen Baumgart, der im Sommer 2016 wegen der starken Saison 15/16 und dem nur haarscharf verpassten Sprung des BAK in die Relegation noch zum „Trainer des Jahres“ gewählt worden war. Doch Baumgarts Lorbeeren vertrockneten schnell – nach sechs Punkten aus fünf Spielen zum Auftakt dieser Spielzeit war Schluss für den ehemaligen Spieler des 1. FC Union.

Jörg Goslar wurde der neue Mann auf der Kommandobrücke, startete mit einem 4:1-Sieg gegen Bautzen verheißungsvoll. Das folgende, deutliche 0:3 in Jena war aber bereits ein herber Rückschlag für die Berliner, denn der Rückstand auf die Überflieger aus Thüringen betrug seinerzeit schon 12 Punkte. Goslar gab die Aufholjagd dennoch nicht verloren und machte den BAK mit sieben Siegen in Serie wieder zumindest zum Verfolger Nr. 1 des FC Carl Zeiss – bei jetzt nur noch fünf Zählern Rückstand.

Goslars starke Aufholjagd fährt sich zunehmend fest

Bild mit Vergangenheitswert: Nach 19 Ligaspielen ist Schluss für Trainer Goslar beim BAK

In dieser Situation kam die 0:1-Heimniederlage gegen den FC Oberlausitz am 15. Spieltag ebenso überraschend wie ungelegen. Das Pokal-Aus beim Oberligisten VSG Altglienicke und ein 3:5 wieder zuhause (gegen RB Leipzig II) ließen zum Abschluss der Hinserie bereits die Ziele außer Reichweite verschwinden. Trotz zweier Siege zum Rückrundenauftakt ließ dann aber besonders das Unentschieden im Poststadion gegen Auerbach aufhorchen.

Im direkten Aufeinandertreffen mit Carl Zeiss Jena letzten Sonntag gab es dann wenig zu holen. Schnell führte der Tabellenführer mit 2:0, BAK-Keeper Flauder konnte durch das Parieren eines Elfmeters sogar noch eine Vorentscheidung zur Pause abwenden. Am Ende setzte sich Jena mit 3:1 durch und ließ den Athleten keine Illusionen mehr für diese Spielzeit. Grund genug für die Verantwortlichen des immer noch besten Berliner Regionalligisten, bei der angestrebten „strategischen Neuausrichtung“ Nägel mit Köpfen zu machen und den Weg ohne Jörg Goslar fortzusetzen.

"Interimstrainer" Njie hat Chance zur Eigenwerbung

Übergangslösung oder mehr? Abu Njie (noch zu Zeiten bei Tasmania)

Der neue Mann auf der Bank – zumindest übergangsweise – ist dabei kein Unbekannter im Berliner Fußballgeschehen. Abu Njie spielte für einige Hauptstadtklubs und feierte als Neueinsteiger auf dem Trainerstuhl des SV Tasmania bemerkenswerte Erfolge, bevor sich Verein und Trainer überwarfen und die Zusammenarbeit im März 2015 beendeten. Seither war Njie ohne Job quasi im Wartestand, hospitierte bei höherklassigen Vereinen und absolvierte Trainerprüfungen . Das Geduldsspiel hatte in dieser Winterpause dann ein Ende: BAK-Assistenztrainer Cemal Yildiz trat im Januar die Nachfolge von Daniel Volbert bei Tennis Borussia an, für den vakanten Platz neben Jörg Goslar bekam der gebürtige Gambier den Zuschlag.

Nach nur vier Pflichtspielen als „Co“ nun also schon die Beförderung zum Chef beim Regionalligisten BAK – frei nach dem Motto: erst hat’s gedauert – und dann ging’s ganz schnell. Wer den ehrgeizigen und erfolgsorientierten Njie aber kennt, weiß, dass er alles geben wird, um mehr als nur die verlautbarte „Interimslösung“ im Poststadion zu werden.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/H. Nickelé

Wolfgang Sandhowe, Trainer des BSC

Besonders im Berliner Fußball hat der Name des Westfalen, der gemeinsam mit Andi Weiß die 1. Herren des BSC trainiert, einen guten Klang. Nachdem er seine Laufbahn 1986 im Trainerstab von Hermann Gerland (damals VfL Bochum) begann, folgten auch einige Stationen in der Hauptstadt. Sein letzter Posten im überregionalen Fußball war der beim damaligen Regionalligisten 1. FC Magdeburg, wo er 2011 ausschied. Seither ist es um den mittlerweile 64-Jährigen, der besonders als Talentförderer geschätzt wird, etwas ruhiger geworden.

Im Interview mit Berlinsport Aktuell  gibt Sandhowe nach der Partie BSC - Tasmania (3:2) Auskunft über den Stand der Dinge im Grunewald, hat aber auch - ganz Experte - bis zur letzten Minute der Nachspielzeit alle Tore genau mitgezählt.

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Beitrag+Foto: Berlinsport Aktuell/H. Nickelé