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Goldhelm beherrscht Gold-Serie

Michael Nimczyk gewinnt auch den zweiten Lauf – diesmal mit Kerstin Walters Hengst Orkan von Haithabu. Bei den Newcomern begeistern Victor Gentz und Mockridge alle TraberParti-Anteilseigner

Konkurrenz abgehängt: Orkan von Haithabu und Fahrer Michael Nimczyk gewinnen den Lauf der Gold-Serie (Foto:©Marius Schwarz)

Ende März hatte sich Michael Nimczyk mit Emilion bereits den Auftakt der hochdotierten Gold-Serie gesichert. Am größtenteils von wunderschönem Frühlingswetter begleiteten Sonntagnachmittag stand nun der zweite Lauf um 10.000 Euro Preisgeld auf der Derby-Piste auf dem Programm. Und erneut war der Deutsche Meister zur Stelle – und  zwar mit Orkan von Haithabu für die Farben von Kerstin Walter.

Favorit wird Rolle gerecht

Bei dem Hengst, dessen letzter und einziger Sieg volle zweieinhalb Jahr zurücklag – er hatte damals mit Heinz Wewering den Preis des Winterfavoriten gewonnen – geht es in dieser Saison steil bergauf und so war es kaum verwunderlich, dass der Fünfjährige auf dem Wettmarkt zur Quote von 2,3:1 die Favoritenbürde übernehmen musste. Eine goldrichtige Einschätzung – Orkan von Haithabu ergatterte bereits Ende der Startgeraden die Führung und gab das Heft in 14,2/2.000m nicht mehr aus der Hand. Während sein Erfolg also keine große Überraschung war, verblüffte der zweite Rang der Riesenaußenseiterin Super Queen C (Ronald de Beer) umso mehr. Die Stute, die auf Platz 10,4:1 ausbezahlte, war Orkan von Haithabu wie ein Schatten gefolgt und hielt bis zum Pfosten blendend mit.

Nimczyk dominiert den Renntag

Die Gold-Serie war aber beileibe nicht das einzige Rennen. in dem Michael Nimczyk eine prominente Rolle spielte. Der Champion lief zu großer Form auf und führte insgesamt fünf Pferde auf die Ehrenrunde. Sein Schützling Pastors Girl gegen den von Heinz Wewering gesteuerten Don Trixton: So sah zum Beispiel im Vorfeld die Konstellation in der Gewinnsummenklasse bis 3.000 Euro (sowie für Dreijährige bis 4.000 Euro) aus. Das erwartete Duell wurde dann auch tatsächlich zur Realität. Und zwar auf eine höchst spannende Art und Weise, denn Pastors Girl, die sich kurz vor dem Einbiegen in den ersten Bogen die Führung gesichert hatte, wurde auf der gesamten Schlussrunde von dem außen energisch dagegenhaltenden Rivalen begleitet. Doch so sehr sich Don Trixton auch mühte: Pastors Girl gab zu keinem Zeitpunkt nach und hielt den Attacken in 14,5/1.900m sehr sicher stand.

Der Goldhelm hatte zuvor schon in einem Trotteur Français mit Elka Ludoetka gepunktet, die ihre Bestmarke auf 15,6/1.900m steigerte und sich absolut souverän Start bis Ziel durchsetzte. Michael Nimczyk verteilte ein kräftiges Lob an Monika Melingers Stute: „Die Braune ist ein wirklich feines Pferd!“

Treffer Nummer drei war dann mit einer begeisternden Cora Sun fällig. Die vom Körperbau her eher kleine Stute fand es gegen die 20 Meter besser gestellte und mächtig viel Tempo bolzende Pilotin Glorious Boko (Michael Hönemann) gewiss nicht leicht vor, drehte den Spieß in 15,1/2.020m aber mit famosem Kämpferherz unmittelbar vor der Linie noch um.

Mit Konan Greenwood setzte Nimczyk zum Abschluss noch ein dickes Ausrufezeichen hinter seine Tagesausbeute. Der Hengst schoss sofort nach vorne und legte ein enormes Tempo vor. Bei seinem Start-Ziel-Sieg blieben die Uhren bei 13,3/1.900m stehen – die Tagesbestzeit!

Mockridge-Sieg sorgt für viel Freude

Nicht zu stoppen: Mockridge gewann mit Victor Gentz im Sulky das Rennen der Newcomer-Serie (Foto:©Marius Schwarz)

Die Veranstaltung strotzte ohnehin nur so vor famosen Leistungen und das nach wie vor von persönlichen Besuchen ausgeschlossene Publikum hätte seine helle Freude daran gehabt.. Zwar nicht vor Ort, dafür aber an den Bildschirmen und Smartphones jubelten 600 Besitzer und Anteilseigner der TraberParti über den Sieg von Mockridge und Victor Gentz in der Newcomer-Serie um 6.000 Euro Preisgeld. Die Entwicklung, die der Fuchshengst unter der Regie seines Trainers genommen hat, ist einfach phänomenal. Obwohl Mockridge kein Schnellstarter ist und sich das Rennen auf der Schlusshalben erneut in dritter Spur machen musste, wuchs der Vierjährige über sich hinaus und steigerte nicht nur seinen Rekord um fast eine volle Sekunde auf 14,6/1.900m, sondern hielt auch den ebenfalls bärenstarken Eaton (Gerhard Biendl), der auf der Zielgeraden einen geradezu mörderischen Speed entwickelte, mit großem Kampfgeist knapp in Schach. „So wie es derzeit mit Mockridge läuft, macht es dem gesamten Team wahnsinnig viel Spaß!“, strahlte Victor Gentz bis über beide Ohren nach diesem wirklich begeisternden Triumph seines Schützlings.

Frühjahrs-Pokal an Virginias Prime

Der zwar nicht quantitativ, aber qualitativ überaus stark besetzte Frühjahrs-Pokal des VDT ging an Dennis Spangenberg und Virginias Prime. Jürgen und Christina Hempels Wallach konnte sich also umgehend für den kürzlichen Ausfall aufgrund einer Galoppade rehabilitieren. Unmittelbar nach dem Start war Virginias Prime zunächst Dritter. Aber Dennis Spangenberg entschied sich sofort für die Offensive und steuerte seinen Schützling schon im ersten Bogen an die Spitze. Damit war die Messe bereits gelesen, denn der Sechsjährige kam in 14,4/1.900m gegen den außen angreifenden Timberlake Diamant (Gerhard Biendl), der für seinen bravourösen Einsatz mit dem zweiten Geld belohnt wurde, nicht einen Moment lang in ernsthafte Bedrängnis.

Days of Thunder gewaltig in Form

Gleich bei seinem ersten Lebensstart entfachte Days of Thunder einen regelrechten Donnerschlag. Denn das Debüt des von Robert Gramüller und Josef Sparber trainierten Dreijährigen, in dessen Sulky Thorsten Tietz saß, verlief spektakulär. Als ihm der mehrfache Berliner Meister nach ruhigem Beginn eine dreiviertel Runde vor dem Ziel das entscheidende Zeichen gab, entwickelte der Hengst in Bruchteilen von Sekunden eine unglaubliche Schnelligkeit. Keine Frage: Dieses Pferd besitzt ein riesiges Potential! Days of Thunder ließ alle Gegner einfach links liegen und stiefelte in 16,2/1900m einem Weile-Sieg entgegen. Thorsten Tietz: „Für den Hengst ist die große Route vorgesehen. Er ist von mächtiger Statur und schwer. Wir hoffen, dass er nicht noch extrem weiter wächst, sondern stattdessen Muskelkraft gewinnt und bärenstark wird.“

"Bestnote" für Mister Joni H

Bewegende Momente gab es nach dem Erfolg von Mister Joni H, denn seinem Trainer und Fahrer Michael Hönemann war die Rührung beim Siegerinterview deutlich anzumerken. „So ein Pferd im Stall zu haben, ist für jeden Aktiven ein Traum und ich danke dem gesamten Besitzerteam für das Vertrauen. Ich durfte früher einen Orwell Star begleiten – und ich glaube, dieser Hengst hier ist nicht viel schlechter!“  Sicherlich: Der spontane Vergleich mit dem legendären Orwell Star, der 90 Siege auf A-Bahnen erzielte und in seiner Karriere fast 300.000 Euro Preisgeld verdiente, entsprang natürlich in erster Linie Hönemanns riesiger Euphorie. Und der Weg, auf Augenhöhe mit einem der besten Berliner Traber aller Zeiten zu kommen, ist für Mister Joni H bestimmt noch weit. Aber genauso klar ist auch: Der Vierjährige, der im ersten Bogen nach vorne gegangen war und an der Spitze ein einsames Rennen lief, verdiente sich einmal mehr die absolute Bestnote und seine Zukunft schaut rosig aus. Der Hengst hat das Zeug dazu, ein echter Publikumsliebling zu werden.         

Gesamtumsatz: 108.162,60 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 25. April statt. Im sportlichen Mittelpunkt stehen die mit insgesamt 12.000 Euro Preisgeld dotierten Läufe der Silber- und Newcomer-Serie. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Traberenn-Verein (BTV)

Profi gewinnt Amateur-Klassiker

Das Fritz-Brandt-Rennen 2021 geht an Thomas Reber und One Penny Black. Dennis Spangenberg und Desavi D trumpfen in der Silber-Serie auf.

One Penny Black und Fahrer Thomas Reber (Foto:©Lingk)

Es wird in der langen Geschichte dieses Klassikers wohl eine einmalige Ausnahme bleiben: Am Fritz-Brandt-Rennen nahmen am Karfreitag keine Amateure, sondern Berufsfahrer teil. Der Grund für diese Kuriosität lag in der Corona-Verordnung des Berliner Senats, die momentan keinen Amateursport erlaubt. Die neun Profis, die also statt der Hobbyfahrer antraten, werden darüber nicht allzu traurig gewesen sein, denn es wurden stattliche 10.000 Euro Preisgeld verteilt.

One Penny Black knapp vorne

Nach einem spannenden Verlauf standen am Ende Thomas Reber und die von Jörg Schefe trainierte One Penny Black im Winner-Circle. Das Gespann hatte sofort die Führung übernommen, dann aber Over the Cloud (Dennis Spangenberg) passieren lassen. Als dieser sich ausgangs des Schlussbogens mit einigen Längen absetzte, schienen die Würfel schon gefallen zu sein. Doch unter sehr heftiger Unterstützung zog One Penny Black noch einmal an und kämpfte sich tatsächlich Schritt um Schritt näher an Over the Cloud heran. Die sechsjährige Stute des Besitzers Peter Eggert triumphierte in 15,9/2.000m letztlich mit einem knappen Halsvorteil. Zwei Längen hinter den beiden Streithähnen belegte Magic Love (Kornelius Kluth) einen achtbaren dritten Rang.

Desavi D siegt in der Silber Serie

„Hätte ich den Hauptgegner Favori de la Basle vorbeigelassen, wären wir sicherlich nur Zweiter geworden“, lautete das Fazit von Dennis Spangenberg nach seinem Volltreffer mit Emma Stolles Desavi D in dem mit 6.000 Euro Preisgeld dotierten Lauf der Silber-Serie. Und damit hatte der in Topform agierende Trainer seine Taktik genau auf den Punkt gebracht: Gleich nach vorne zu fahren, um auch auf der Ziellinie vorne zu sein! Das war die richtige Strategie. So sehr sich der von Michael Nimczyk pilotierte Favori de la Basle auf der gesamten Schlussrunde auch in der Außenspur mühte – er kam einfach nicht an dem die Tagesbestzeit von 14,1/1.900m trabenden Desavi D vorbei. Eine sehr gute Note verdiente sich Favori de la Basle trotzdem, ebenso wie die nur knapp voneinander getrennten dritt- und viertplatzierten Horatio Fortuna (Roman Matzky) und Quick Lady (Rolf Hafvenström).

Naidoo's Siegesserie hält

Kornelius Kluth fährt derzeit kaum noch ohne einen obligatorischen Sieg nach Hause und ist für das wettende Publikum ein verlässlicher Faktor. Diesmal trumpfte der Norddeutsche mit Naidoo für die Farben von Dirk Hafer auf und lobte dessen Arbeit in höchsten Tönen: „Es ist unglaublich, was sich Dirk mit diesem Pferd für Mühe gibt. Naidoo hatte viele Handicaps zu überwinden, aber Dirk hat sich nie entmutigen lassen und den Braunen zu einem prächtigen Traber geformt!“ Für den 14,9/1.900m erzielenden Wallach war der von der Spitze aus offensiv herausgefahrene Sieg bereits der vierte Volltreffer hintereinander und Dirk Hafer hat zweifellos allen Grund, auf seinen selbstgezüchteten Crack stolz zu sein.

Gentz zweimal im Winners Circle

„Er ist ein eisenharter Bursche hat einen ganz tollen Charakter“, schwärmte Victor Gentz nach seinem Sieg mit Major Ass. In der Tat: Der von der aktuell in Berlin auf einer Erfolgswelle schwimmenden Catrin Herriger gezüchtete Wallach feierte in14,4/1.900m ein beeindruckendes Saisondebüt. Obwohl der Dunkelbraune nahezu das gesamte Rennen in der Außenspur bestritt, steckte der Sechsjährige Mitte der Zielgeraden seine Nüstern souverän in Front. Als Nächstes ist nun die Gold-Serie für ihn vorgesehen.
Nur fünfundzwanzig Minuten später langte Victor Gentz erneut zu. Und zwar mit Mockridge, der sich auf dem ersten Kilometer alle Zeit der Welt ließ und dann das komplette Feld in 15,5/1.900m von hinten aufrollte. „Uns kam das flotteTempo an der Spitze sehr entgegen, denn Mockridge besitzt viel Stehvermögen und ist daher auf den letzten Metern stark.“

Klarer Favoritenerfolg

Dem Goldhelm Michael Nimczyk gelang ein famoser Sieg mit dem 1,0-Topfavoriten Nada más in 14,9/1.900m. Karin Walter-Mommerts Fuchshengst hatte nach einem eher gemächlichen Start vor den Tribünen Dampf aufgemacht und zu Beginn des trotto.de-Bogens das Kommando übernommen. Bereits ausgangs der Schlusskurve war der Fünfjährige allein auf weiter Flur, zumal die vermutlich ernsthafteste Gegnerin Chanel (Thorsten Tietz) nach flottem Beginn keinen guten Verlauf vorfand. Die Stute war hinter nachlassenden Konkurrenten viel zu lange eingesperrt und konnte gerade noch den zweiten Rang ergattern.

Vigo Bes profitiert von Disqualifikationen

Eine regelrechte Disqualifikationsorgie gab es in dem als Handicap ausgeschriebenen Linda-Zdziarstek-Rennen, denn sowohl die vermeintliche Siegerin Woodbrown Beauty (Thomas Reber) als auch die zweitplatzierte Stand up (Michael Nimczyk) wurden von den Stewards im Anschluss aus der Wertung genommen, da sie anderen Teilnehmern entscheidend in die Quere gekommen waren. Davon profitierte der krasse 56,6:1-Außenseiter Vigo Bes, der von Rolf Hafvenström an der Innenkante vorgetragen wurde und dank des geschonten Verlaufs feine Reserven freimachen konnte. Sein Ergebnis trug maßgeblich dazu bei, dass der erste Rang der V7+ nicht getroffen wurde und ein Jackpot in Höhe von 7614,30 Euro entstand.

Hauber wird gutem Ruf gerecht

Den Schlusspunkt unter den Berliner Nachmittag setzte der jüngste Teilnehmer der Veranstaltung. Nämlich Marciano Hauber, dessen erst kurze Karriere in Riesenschritten vorangeht und der sich schon einen echten Ruf erarbeitet hat. Mit seiner Tagesausbeute war der Niederländer zwar nicht hundertprozentig zufrieden. Aber vor allem über Kosy Occagnes hatte Hauber nicht den geringsten Grund zum Klagen, zumal die bei 8,9:1 gehandelte Stute den Mariendorfer Rechtskurs regelrecht zu lieben scheint. Die Stute stürmte rasch nach vorne und war in 15,3/1.900m eine Länge vor der speedigen Henriette Sisu (Michael Nimczyk) eine Macht.

Gesamtumsatz: 93.480,47 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag,dem 11. April statt. Im sportlichen Mittelpunkt stehen die mit insgesamt 16.000 EuroPreisgeld dotierten Läufe der Gold- und Newcomer-Serie sowie der Frühjahrs-Pokaldes VDT. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Emilion mit Kämpferherz

Beim Auftakt der Gold-Serie führt Michael Nimczyk Ulrich Mommerts Wallach zum Sieg. Bei den Newcomern geht die erste Etappe an den von Kornelius Kluth gesteuerten Mister Joni H.

Emilion und Fahrer Michael Nimczyk (Foto:©Marius Schwarz)

Er gehört zu jenen Pferden, die Emotionen wecken: Der Wallach Emilion genießt stets die volle Aufmerksamkeit des Publikums und seine Auftritte rufen zumeist Begeisterung und manchmal auch deutliche Kritik hervor. Denn dass der Sechsjährige ein gewaltiges Potential besitzt, steht außer Zweifel – aber es gelingt ihm nicht immer, sein Laufvermögen voll und ganz umzusetzen. Am Sonntag präsentierte sich der wie stets von Michael Nimczyk pilotierte Crack aus dem Stall von Ulrich Mommert aber von seiner Schokoladenseite. Denn er ließ sich nicht nur relativ problemlos über den Kurs steuern, sondern stellte in der Tagesbestzeit von 13,6/1900m auch sein Kämpferherz unter Beweis. Er war also ein würdiger Sieger in dem mit 10.000 Euro Preisgeld dotierten ersten Lauf der diesjährigen Mariendorfer Gold-Serie und auch die hinter ihm platzierten Pferde verkauften sich zum Teil wirklich herausragend..

Knappes Finish in der Gold-Serie

In der Startphase klebte Emilion zwar nicht an den Flügeln des Autos dran, verlor aber nicht so viel Boden, wie es zu Beginn seiner Rennkarriere oftmals der Fall gewesen war. Sondern Michael Nimczyk konnte seinen Schützling schon auf der Tribünengeraden in der Spitzengruppe etablieren. In dieser Phase wurde Emilion zwar noch von der nach außen dirigierten Flaming Ace Sisu (Benny Christensen) in Empfang genommen. Mitte der Gegenseite wurde es Michael Nimczyk aber bei einem mittlerweile in den 17-er Bereich abgeflauten Tempo endgültig zu bunt und er nahm den 1,7-Favoriten in die dritte Spur. Ein spannendes Finish begann.

Denn der Pacemaker Orkan von Haithabu (Robbin Bot) – als zweitlängster Außenseiter angetreten – hielt bis weit in die Zielgerade hinein bravourös mit und von hinten flog Exclusive Fire (Victor Gentz), der sich nach halbjähriger Pause auf Anhieb die Bestnote verdiente und den man gar nicht genug loben kann, in grandioser Manier schnell wie ein Pfeil heran. Doch Emilion, der im Einlauf nach außen wich, wofür Michael Nimczyk 75 Euro Strafe kassierte, gab den kurz vor der Linie erkämpften Vorteil nicht mehr preis und siegte mit einer halben Länge Vorsprung vor dem zeitgleichen Exclusive Fire und dem lediglich eine Zehntelsekunde langsameren Orkan von Haithabu. „Ich war mir jederzeit sicher, dass er gewinnt!“, lautete das Statement des Champions, der zuvor bereits mit Venture Capital gepunktet hatte – für den Hengst der achte Sieg hintereinander. Ein trockener 14,6-Zwischenspurt reichte Venture Capital, um ausgangs der Tribünengeraden das Kommando zu übernehmen und das war es dann auch schon. Der 1,0-Ultrafavorit triumphierte in 15,1/1.900m.

Mister Joni H souverän

Mister Joni H und Fahrer Kornelius Kluth (Foto:©Marius Schwarz)

Auch der mit 6.000 Euro dotierte erste Lauf der Newcomer-Serie wurde von einem überaus souverän agierenden Pferd gewonnen. Nämlich von Mister Joni H, dessen Trainer Michael Hönemann die Fahrleine erneut Kornelius Kluth anvertraut hatte. Der Hengst hatte zwar keinen guten Startplatz erwischt, machte dieses Manko aber mit schnellem Antritt sehr rasch wett und übernahm nach mehreren Positionswechseln die Führung. Obwohl sich mit Erreichen des Einlaufs in seinem Rücken eine gefährlich erscheinende Gegnerschaft zusammenballte, ließ Mister Joni H den Konkurrenten nicht den Hauch einer Chance und stiefelte in 15,7/1.900m unbeeindruckt dem Ziel entgegen. Keine Frage: Der Hengst wird seinen Weg gehen.

Rolfi und Jeanine Go stark

Ein anderer Traber wird ebenfalls mit jedem Tag besser: Hans-Heinrich Dreve hat allen Grund, auf seinen Wallach Rolfi stolz zu sein. Vier seiner letzten fünf Starts hat der Dunkelbraune nun gewonnen und vor allem die Art und Weise, wie er mit Thomas Panschow am Sonntag über die Piste fegte, macht Geschmack auf mehr. Der Profi ließ sich bereits auf der Startgeraden nicht die Butter vom Brot nehmen und im Einlauf verabschiedete sich Rolfi endgültig von den Verfolgern. Thomas Panschow: „Er hat sich wirklich vorzüglich entwickelt!“

Das darf man wohl auch von Jeanine Go behaupten, die trotz einer längeren Ruhepause mit Marciano Hauber im Sulky in 15,5/2020m sofort wieder die Alte war. Die Fünfjährige eroberte trotz Zulage rasch die dritte Position und wies ihre Konkurrenten ausgangs der letzten Kurve vollends in die Schranken. Sie wird in dieser Saison noch viele Siegerschleifen ergattern.  

Zwei Siege für Victor Gentz

Neben Michael Nimczyk gelang auch dem an diesem Tag blendend aufgelegten Victor Gentz ein Doppeltreffer. Nach vielen überzeugenden Platzierungen konnte Undigious Diamant nun wieder auf eine Ehrenrunde gehen. Victor Gentz wählte eine offensive Taktik und dies scheint dem Wallach voll und ganz zu liegen. Von der Spitze aus war Undigious Diamant zur 4,7-fachen Quote und in der Kilometerzeit von 14,3/1.900m eine Macht. Auch Willow Bay Evert (Jorma Oikarinen), der mit feinem Speed den Ehrenrang ergatterte, verdiente sich ein deutliches Lob.

Noch überlegener trumpfte Victor Gentz dann wenig später mit Honfleur auf. Allerdings mit einer ganz anderen Strategie, denn die Stute lag zunächst am Feldende und der „Mann in Grün-Weiß“ führte die Braune erst 700 Meter vor dem Ziel ins Gefecht. Die Vierjährige siegte mit Weile-Vorsprung.

Enge Einläufe

Mächtig spannend entwickelte sich die sogenannte Anfängerklasse, denn von dem späteren Sieger Major Sheba H war lange nichts zu sehen. Der Vierjährige kam erst auf der Schlusshalben voll in Schwung und fing  Just for Josh (Rolf Hafvenström) mit dem letzten Schritt ab. Sein Trainer und Fahrer Tim Schwarma über den in eigenen Farben laufenden Hengst: „Ich wollte ihn bewusst erst auf den letzten tausend Metern einsetzen und er gab sich recht phlegmatisch, sodass es eng wurde. Aber der Major wird dazulernen und ich bin überzeugt, dass er sich einem tollen Pferd entwickelt!“

Im Trotteur Français war ebenfalls Pfeffer in der Partie, denn Fend d’Ukraine (Thomas Heinzig) bolzte bis kurz vor der Linie emsig Tempo und sah lange wie der Sieger aus. Aber 50 Meter vor dem Ziel wurde der Außenseiter doch noch von dem von Thomas Reber punktgenau gebrachten Elan du Gollier abgefangen und auch Dorthez Prestance (Michael Nimczyk) kämpfte sich noch an Fend d’Ukraine vorbei.

Gesamtumsatz: 81.215,36 Euro. 

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Karfreitag, dem 3. April statt. Im sportlichen Mittelpunkt steht das diesmal aufgrund der Corona-Bestimmungen ausschließlich Profis vorbehaltene Fritz-Brandt-Rennen. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Paris Turf weiterhin in Bestform

Thorsten Tietz lässt mit dem Seriensieger den von Michael Nimczyk gesteuerten Cash Hanover kräftig abblitzen. Der Goldhelm wird aber mit vier Erfolgen zum Mann des Tages.

Super Wette, mieses Wetter: Am Sonntag werden sich viele Trabrennfans in der warmen Wohnung sicherlich wohler gefühlt haben als die zwei- und vierbeinigen Akteure vor Ort, die mit widrigen äußerlichen Verhältnissen fertigwerden mussten. Der hin und wieder von Schneeflocken abgelöste tagelange Regen hatte – gepaart mit eisiger Kälte – natürlich seine Spuren auf der Derby-Bahn hinterlassen und daher mussten die neun Prüfungen durch Anfahren gestartet werden. Übrigens eine sehr weise Entscheidung – denn im fernen Vincennes, wo die Verhältnisse an diesem Nachmittag kaum besser waren, hätte es durch das wegschliddernde Startauto beinahe einen bösen Unfall gegeben. Während dort als Topereignis der von Bahia Quesnot gewonnene Prix de Cornulier – das wichtigste Trabreiten der Welt – im Brennpunkt stand, ruhte in Mariendorf das ganze Augenmerk auf der V7+, denn sie war mit einer Garantie in Höhe von 66.666 Euro inklusive 40.354 Euro Jackpot ausgestattet.

Nimczyk gleich zweimal, Reber einmal vorne

Einsame Spitze: Michael Nimczyk lenkte JFK zum Sieg (Foto:©Marius Schwarz)

Für alle Freunde einer gepflegten Wette also ein Top-Ereignis und der Auftakt der Kombiwette verlief formgemäß, denn die von Michael Nimczyk gesteuerte Cora Sun war nach zwei Ehrenplätzen für einen Sieg geradezu überfällig. Der Deutsche Meister nahm Ulrich Mommerts Stute eine Runde vor dem Ziel in die Angriffsspur und die Stute löste sich im Einlauf sehr sicher.

Auch mit dem Sieg von One Penny Black und Thomas Reber war eine knappe halbe Stunde später durchaus zu rechnen, denn Peter Eggerts Stute hatte sich in den zurückliegenden Wochen stets mit exquisiten Gegnern gemessen. Wie leicht One Penny Black der Erfolg fiel, war dennoch verblüffend. Die Sechsjährige ging sofort nach vorne, regierte mit eisernem Zepter und löste sich am Ende mit fünf Längen Vorsprung hochüberlegen.

Danach schlug wieder die Stunde des Goldhelms Michael Nimczyk, und er wählte mit JFK genau dieselbe Taktik. Der Braune übernahm sofort die Spitze und ließ dem sich tapfer durch die Außenspur kämpfenden Donna Leone H (Tim Schwarma) nicht den Hauch einer Chance. Karin Walter-Mommert, die Besitzerin von JFK, freute sich über diese tolle Leistung ihres
Pferdes natürlich sehr und meinte: „In seiner Box hängt ein Bild von Sea Cove und den hat sich JFK heute offensichtlich zum Vorbild genommen.“

Gläser und Spangenberg dominieren ihre Rennen

Was die anderen können, das kann ich auch. Das muss sich Andreas Gläser angesichts der offensiv herausgefahrenen Erfolge seiner Berufskollegen gedacht haben, denn der bei über 850 Karrieretreffern stehende Profi machte seinen Schützling Fight of the Night ebenfalls sofort auf den ersten Metern flott. Der Hengst agierte derart souverän, dass sein Sieg schon weit vor dem Ziel feststand und falls Andreas Gläser es unbedingt gewollt hätte, wären auf der Linie sicherlich sogar nochmehr als die vier Längen Vorsprung, die Fight of the Night von seinen Verfolgern trennten, drin gewesen.

Ganz leicht und locker trabte auch Over the Cloud zum Sieg. Sein Fahrer und Trainer Dennis Spangenberg, der passend dazu für die am Montag (25. Januar) um 18.00 Uhr ausgestrahlte TV-Sendung „rbb UM 6 – das Ländermagazin“ ins Visier genommen wurde, hatte dem Wallach einen Traumverlauf an zweiter Stelle innen serviert. Rechtzeitig genug, nämlich ausgangs des Schlussbogens, fand der bei einer Quote von 6,6:1 etwas unterschätzte Over the Cloud nach außen und war sofort auf dem Erfolgsweg.

Favoritensieg im Winter-Pokal

Favorit Paris Turf fuhr mit Thorsten Tietz im Sulky zum Sieg im Winter-Pokal (Foto:©Marius Schwarz)

Nur sechs Pferde tummelten sich in der mit Spannung erwarteten internationalen Klasse, die als Winter-Pokal des VDT ausgetragen wurde. Und die Frage lautete: Welcher der beiden heißen Favoriten setzt sich durch – Paris Turf (2,0:1) oder Cash Hanover (2,4:1)? Die Frage wurde eindeutig beantwortet. Denn während der von Thorsten Tietz präsentierte Paris Turf für die Farben seines Besitzers Gert Barsig weiterhin in der Form seines Lebens läuft und die 16.2-Tagesbestzeit erzielte, kassierte sein um rund 190.000 Euro gewinnreicherer Kontrahent eine deftige Niederlage und wurde nur Vierter. Cash Hanover hatte zwar zügig die Führung übernommen, war aber im Einlauf rasch in Nöten. Ganz anders Paris Turf: Mitte der Gegenseite flottgemacht, stiefelte der Dunkelbraune einem souveränen Drei-Längen-Erfolg entgegen.

Nimczyk zum Dritten und zum Vierten

Damit hatte sich innerhalb der V7+ erneut das am meisten gewettete Pferd durchgesetzt. Und auch im abschließenden Rennen gab es keine allzu große Überraschung, denn Michael Nimczyks unterwegs stets an zweiter Stelle postierte Stute Hannah Hazelaar war im Einlauf eindeutig das stärkste Pferd. Obwohl sich unter den Siegern der V7+ also kein einziger krummer Außenseiter befand, gab es für die richtige Vorhersage eine Ausschüttung von 6.878:1.

Zwei der neun Rennen gehörten nicht zur V7+. Der zur Quote von 1,0:1 als Tipp des Tages angetretene King of the Hill gab sich mit Michael Nimczyk, der mit insgesamt vier Siegen einmal mehr der Mann des Tages war, nicht die geringste Blöße und enttäuschte seine Anhänger nicht. Der bisher noch ungeschlagene Bruder der Derby-Sieger Unforgettable und Expo Express ist zwar offenbar ein wenig lethargisch und braucht hin und wieder eine kleine Aufmunterung. Aber genau das könnte jenes Phlegma charakterisieren, das erstklassige Rennpferde kennzeichnet. Als ihm Michael Nimczyk eine gute halbe Runde vor dem Ziel das entscheidende Zeichen gab, packte King of the Hill willig an und ging auf und davon.

Quartmajor: Zweiter Start - erster Sieg

Ein weiterer Newcomer, nämlich Quartmajor, ließ nach seinem mit einem Ehrenrang belohnten tollen Karrieredebüt nun beim zweiten Lebensstart prompt den ersten Sieg folgen.
Völlig problemlos verlief der Auftritt für den von Thorsten Tietz gesteuerten Wallach allerdings nicht. Denn nachdem Quartmajor sofort die Spitze erobert hatte, folgte eine viel Boden kostende Galoppade. Auf der Zielgeraden riss der Dunkelbraune das längst verloren geglaubte Eisen aber mit viel Speed noch aus dem Feuer und kämpfte sich mit wenigen Zentimetern Vorsprung an dem Riesenaußenseiter On the Pasture (Rolf Hafvenström) vorbei.

Gesamtumsatz: 172.007,86 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag,dem 7. Februar statt. Im Mittelpunkt stehen mehrere PMU-Prüfungen. Beginn ist um16.00 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Schalke siegt rechtzeitig

Wie sich herumgesprochen haben dürfte, ist dem FC Schalke 04 bei "letzter Gelegenheit" in der Bundesliga ein Sieg gelungen – damit konnten die Königsblauen die Einstellung des "Ewigkeitsrekords" vom SC Tasmania 1900 aus der Saison 1965/66 vermeiden. In Neukölln freute man sich dagegen vergangenen Samstag nach dem Abpfiff durchaus darüber, das Alleinstellungsmerkmal von 31 Bundesligapartien ohne Sieg behalten zu haben. Wie sehen es aber die Aktiven von damals? Berlinsport Aktuell fragte nach bei Kapitän Hans-Günter "Atze" Becker (Foto unten, l.) und Klaus "Conny" Konieczka, wo bzw. wie sie das Spiel erlebt haben, was sie Schalke noch zutrauen – und, in einem spontanen Exkurs, wie sie die Situation bei Hertha BSC beurteilen.

Zum Abhören bitte unten anklicken*

Teil 1: Tasmania bleibt Rekordhalter – Schalke und Hertha BSC

*für die Störgeräusche in diesem Teil des Gesprächs bitten wir um Nachsicht






Vor 55 Jahren: Nur 827 Zuschauer – aber ein Punkt

Am 15. Januar 1965 traf der SC Tasmania 1900 im Rahmen des 19.Spieltags auf das Team von Borussia Mönchengladbach. Bei irregulären Platzbedingungen im Olympiastadion war das torlose Unentschieden praktisch unvermeidbar. Die Neuköllner holten ihren ersten Punkt (von nun insgesamt vier) seit drei Monaten, der Rückstand zum rettenden Ufer vergrößerte sich an diesem Tag aber dennoch auf neun Punkte. Dazu sorgte die Minuskulisse im weiten Rund für weitere Ernüchterung: wo sich fünf Monate zuvor noch 81.524 Besucher zum Saisonauftakt ins Olympiastadion gedrängt hatten, verliefen sich nun 827 Zuschauer – eine weitere (Negativ-)Rekordmarke, die Tasmania bis heute hält. Berlinsport Aktuell sprach im zweiten Teil des Gesprächs mit "Atze" Becker und "Conny" Konieczka ausführlich über das Spiel, das in die Bundesligageschichte einging.

Zum Abhören bitte unten anklicken

Teil 2: 15.01.1966 – 0:0 gegen Gladbach

Beitrag + Fotos: BspA/Hagen Nickelé

Robbin Bot wie entfesselt

Der 29-jährige Niederländer erzielt die sensationelle Ausbeute von sieben Tagessiegen – Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Lokalmatadoren geehrt.

Hatte allen Grund zur Freude: der Niederländer Robbin Bot, der gleich sieben der 10 Läufe für sich entscheiden konnte (Foto: ©Marius Schwarz)

Jede Menge Jackpots und Garantien und sogar der eine oder andere Sonnenstrahl am Himmel: Der Mariendorfer Jahresauftakt wurde von interessanten Wett-Highlights und von idealen äußeren Bedingungen begleitet. Und doch lag ein kleiner Hauch von Melancholie in der Luft: Denn eine Veranstaltung, bei der die neuen Lokalmatadoren geehrt werden, hätte ganz sicherlich ein vielköpfiges Publikum verdient gehabt und dass die treuesten Fans aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen nicht vor Ort sein konnten, war natürlich überaus bedauerlich.

Vier Champions müssen passen

Die neuen Champions mussten also notgedrungen auf den herzlichen Applaus verzichten und es bleibt nur zu hoffen, dass nach einem Abklingen der Infektionszahlen bald alles wieder in geregelten Bahnen verläuft. Zudem wurde auch der wohl prominenteste der Champions – nämlich der Meister der Berufsfahrer – schmerzlich vermisst: Michael Nimczyk konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Auch sein nach einer Hüftoperation gerade erst wiedergenesener Vater Wolfgang Nimczyk, die Monté-Championesse Ronja Walter und der bereits in Winterruhe befindliche „Mariendorfer Traber des Jahres“ Purple Rain waren im Gegensatz zu den Lokalmatadoren Ulrich Mommert, André Dujardin, André Pögel und Franz-Josef Stamer leider nicht vor Ort.

Bot startet mit 4 Siegen ins neue Jahr

Unseren Rückblick auf die Veranstaltung wollen wir standesgemäß natürlich mit den ersten Siegern der Mariendorfer Trabrennsaison 2021 beginnen – nämlich mit Robbin Bot und Favori de la Basle. Auf der langen 2.500-Meter-Distanz war das Gespann zunächst an dritter und auf der Schlussrunde dann an zweiter Stelle postiert. Als Robbin Bot mit dem 1,0-Topfavoriten ausgangs des letzten Bogens ernst machte, war es um den tapfer agierenden Piloten Dalton du Demon (Anne Lehmann) rasch geschehen und Favori de la Basle ging – sicherlich sehr zur Freude seines Besitzers Bernhard Schuch – einem überlegenen Sieg entgegen. Für Robbin Bot, der Michael Nimczyks Fahrten übernommen hatte, war nach diesem Triumph aber noch nicht der Feierabend eingeläutet. Ganz im Gegenteil: Durch weitere Siege mit Key West Newport, der den führenden Quartmajor (Thorsten Tietz) in einem dramatischen Finishduell abfing, und mit Venture Capital, der ausgangs des ersten Bogens nach vorne ging und im Einlauf spielerisch zulegte, legte der schon seit langem in Deutschland lebende Niederländer einen lupenreinen Hattrick hin. Leider gibt es kein Synonym für einen vierfachen Sieg, also keinen „Quattrick“. Ein derartiger Begriff müsste aber dringend erfunden werden, um Robbin Bots Start in die Mariendorfer Saison passend zu umschreiben. Denn der Profi legte unmittelbar nach seinem lupenreinen Hattrick gleich noch einen obendrauf und führte Kaiserhof Newport auf die Ehrenrunde. Der rollte auf der Schlusshalben das gesamte Feld von hinten auf.

Panschow durchbricht Bots Siegsträhne – Der legt aber 3-mal nach

Mit Jacques Villeneuve wäre dem Bronzehelm fast sogar noch der „Quinttrick“ gelungen – das wusste aber Thomas Panschow mit Rolfi zu verhindern. Der „Mann in Blau“ harmoniert mit Hans-Heinrich Dreves Wallach einfach blendend und dies wurde nun belohnt. Nach einem rasanten Start schwang Thomas Panschow ein eisernes Zepter und führte Rolfi von der Spitze aus gekonnt zu dessen ersten Volltreffer seit dem Dezember 2019.

Doch die Chronologie der Erfolge war für Robbin Bot trotz des „Gegentores“ nicht beendet, ganz im Gegenteil. Der Profi punktete mit der durch die Außenspur trabenden Jacy di Quattro, mit Maesta Hill, die nach geschontem Verlauf an der Innenkante eine knappe halbe Runde vor dem Ziel zum Angriff beordert wurde, und mit Garuda Fligny, der Start-Ziel keinerlei Opposition duldete. Insgesamt sieben Tagessiege – eine derartige Ausbeute ist bisher nur ganz wenigen Trabrennfahrern jemals auf der Derby-Bahn gelungen und Robin Bot wird sich noch lange an das denkwürdige Ereignis erinnern.

VIvaldi Diamant hält sein Versprechen

Der spektakuläre Auftritt des Bronzehelms prägte natürlich das gesamte Geschehen. Aber es gab noch weitere exzellente Leistungen der zwei- und vierbeinigen Akteure zu bewundern. Zum Beispiel in der Gewinnsummenkasse bis 3.500 Euro: Die großen Versprechungen, die Vivaldi Diamant nach Einschätzung seines Trainers und Fahrers Victor Gentz schon vor längerer Zeit gemacht hatte, hält er zu hundert Prozent. Der Wallach entwickelt sich einfach prächtig. Nachdem der Braune auf Zielhöhe das Kommando übernommen hatte, war er eine Macht und gewann mit drückender Überlegenheit.

Tietz siegt zweifach

Auch die von Thorsten Tietz präsentierte Gwendoline Go hatte gleich zu Beginn ihrer Rennlaufbahn viel Können bewiesen – dann geriet der Kurs aber etwas ins Schlingern. In den vergangenen Wochen geht es nun aber wieder steil bergauf und trotz zweiter Startreihe erfolgte der zweite Sieg hintereinander. Die Fünfjährige ging eine Runde vor dem Ziel nach vorne und löste sich auf den letzten Metern souverän von den Verfolgern.

Thorsten Tietz punktete ebenfalls mit Paris Turf, der von der Spitze aus gegen starke Konkurrenten im Einlauf zwar für einen kurzen Moment unter Druck geriet, aber sofort wieder famos anpackte und den Sieg festhielt.

Gesamtumsatz: 181.812,88 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 24. Januar statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Im sportlichen Mittelpunkt steht der Winter-Pokal des VDT.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)


In unserer heutigen Ausgabe mussten wir auf den "Medienmarathon"-Mann "Atze" Becker verzichten – Klaus "Conny" Konieczka sprach mit Berlinsport Aktuell so quasi im Alleingang über:

Teil 1: Hertha - Schalke (3:0) und der drohende Verlust des Negativrekords

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Teil 2: KSC - Tasmania (08.01.1966), falsche Schuhe und Torwartrotation

Zum Auftakt der Hinrunde hatte Tasmania den KSC bekanntlich vor 80.000 Zuschauern mit 2:0 bezwungen, bis zum Wiedersehen ergatterten die Neuköllner aber lediglich noch einen weiteren Punkt. Die guten Erinnerungen an die Karlsruher nützten zum Jahres - bzw. Rückrundenauftakt 1966 dann auch nichts – die Treffer zur 0:3-Niederlage im Wildparkstadion waren allesamt bereits nach nicht einmal einer halben Stunde gefallen.

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Beitrag+Fotos: BspA/Hagen Nickelé


Aufgrund der Negativserie des FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga hat sich in den letzten Wochen das öffentliche Interesse am bisherigen Rekordhalter aus Berlin gewaltig vergrößert: der SV Tasmania, bzw. sein „Vorgängerverein“ SC Tasmania 1900, hatte bekanntlich in der Saison 1965/66 unter denkwürdigen Umständen einige Negativrekorde – vermeintlich – für die Ewigkeit aufgestellt. Der eine oder andere davon ist bereits gefallen, aktuell geht es um die längste Serie von Bundesligapartien ohne einen Sieg. Tasmania hatte dabei zwischen dem 1. (2:0 gegen den Karlsruher SC) und dem vorletzten Spieltag (2:1 gegen Borussia Neunkirchen) 31 Spiele auf ein Erfolgserlebnis mit zwei Punkten (Drei-Punkte-Regel gilt erst seit 1995) warten müssen.

"Alte Dame" könnte Schicksal spielen


Schalke 04 bringt es in dieser Hinsicht nun inzwischen auf 29 Spiele – allerdings haben die Königsblauen diese Serie im Gegensatz zu Tasmania saisonübergreifend aufgestellt. Und: dieser Negativrekord ist im Prinzip nur ein „Kollateralschaden“, der aus Tasmanias eigentlicher, historischer Marke resultiert – mit acht Zählern (nach heutiger Rechnung 10) die geringste Punktzahl, die jemals ein Bundesligist in einer Spielzeit erreichte. Am Sonnabend könnte nun ausgerechnet Hertha BSC Schicksal spielen – bei einer Niederlage der "Alten Dame" gegen Schalke wäre der bisherige Rekordhalter aus Neukölln noch rechtzeitig "erlöst" und würde die Marke behalten.



Wie sehen es aber die Aktiven von damals? Berlinsport Aktuell fragte nach bei Kapitän Hans-Günter "Atze" Becker (Foto, l.) und Klaus "Conny" Konieczka, wie sie die aktuelle, königsblaue Bedrohung ihrer historischen Marke erleben, was ihnen vom sportlichen Aufeinandertreffen mit Eintracht Braunschweig vor genau 55 Jahren (31.12.1965) im Gedächtnis geblieben ist – und noch einiges mehr.

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Teil 1: Tasmania, Schalke und Hertha BSC


Teil 2: Tasmania und das Spiel am Silvestertag vor 55 Jahren

 

Beitrag + Fotos: BspA/Hagen Nickelé

Viel wird aktuell gesprochen über die 31 Spiele des SC Tasmania 1900 in der Bundesligasaison 1965/66 ohne Sieg. Der FC Schalke 04 ist drauf und dran, die fast 55 Jahre alte Rekordmarke der Neuköllner einzustellen bzw. zu überbieten (wenn auch saisonübergreifend). Da stellt sich zwangsläufig die Frage, wie es Tasmania-Spieler von damals sehen: soll die "negative Bestleistung" lieber abgegeben oder behalten werden?


Möchten Sie noch erleben, dass der Negativrekord des SC Tasmania 1900 gebrochen wird..?


Berlinsport Aktuell hat sein Archiv durchstöbert und aus Videoaufnahmen vom Ehemaligentreffen 2016 (Foto) einen kurzen Film zu dem Thema zusammengestellt. Seinerzeit ging es dabei um den "Ur-Rekord" von nur acht (nach heutiger Rechnung zehn) Punkten in einer Saison – dessen Einstellung noch unvorstellbarer schien, als die der oben erwähnten Bestmarke.

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Beitrag+Film+Foto: BSpA/Hagen Nickelé


Aufgrund der Negativserie des FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga hat sich in den letzten Wochen das öffentliche Interesse am bisherigen Rekordhalter aus Berlin gewaltig vergrößert: der SV Tasmania, bzw. sein „Vorgängerverein“ SC Tasmania 1900, hatte bekanntlich in der Saison 1965/66 unter denkwürdigen Umständen einige Negativrekorde – vermeintlich – für die Ewigkeit aufgestellt. Der eine oder andere davon ist bereits gefallen, aktuell geht es um die längste Serie von Bundesligapartien ohne einen Sieg. Tasmania hatte dabei zwischen dem 1. (2:0 gegen den Karlsruher SC) und dem vorletzten Spieltag (2:1 gegen Borussia Neunkirchen) 31 Spiele auf ein Erfolgserlebnis mit zwei Punkten (Drei-Punkte-Regel gilt erst seit 1995) warten müssen.

Schalke 04 bringt es in dieser Hinsicht nun inzwischen auf 29 Spiele – allerdings haben die Königsblauen diese Serie im Gegensatz zu Tasmania saisonübergreifend aufgestellt. Und: dieser Negativrekord ist im Prinzip nur ein „Kollateralschaden“, der aus Tasmanias eigentlicher, historischer Marke resultiert – mit acht Zählern (nach heutiger Rechnung 10) die geringste Punktzahl, die jemals ein Bundesligist in einer Spielzeit erreichte.

Dass die aktuellen Verantwortlichen des SV Tasmania dabei „ihren“ Rekord behalten wollen, hat sich mittlerweile dank großer Aufmerksamkeit in Presse, Funk und Fernsehen herumgesprochen. Wie sehen es aber die Aktiven von damals? Berlinsport Aktuell fragte nach bei Kapitän Hans-Günter "Atze" Becker (Foto, l.) und Klaus "Conny" Konieczka, wie sie die aktuelle, königsblaue Bedrohung ihrer historischen Marke erleben – und was ihnen vom sportlichen Aufeinandertreffen mit Schalke 04 vor fast genau 55 Jahren (18.12.1965) im Gedächtnis geblieben ist. Das Gespräch fand dabei im Gegensatz zu den zahlreichen Interviewterminen der letzten Wochen per Telefonkonferenz statt – dadurch gibt es allerdings auch ein paar Störungen, die aber zum Teil durchaus unterhaltsam sind.

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Teil 1: Tasmania, Schalke 04 und das Thema "Negativrekord"

Teil 2: Tasmania und das Spiel gegen Schalke vor 55 Jahren

*Das Gespräch fand vor dem letzten Bundesligaspieltag 2020 – also auch vor der erwähnten Partie Schalke - Bielefeld (0:1)

 

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