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Leon Jauß: Auf den Spuren des Großvaters

Der achtzehnjährige Jungprofi gewinnt sein erstes Rennen. Thorsten Tietz glänzt mit drei Treffern und bereitet dem Besitzer Nico Böker ein feines Geburtstagspräsent.  

Jung und schon erfolgreich: Fahrer Leon Jauß mit Finnegan Bros (Foto: ©Marius Schwarz)

Kalter Wind und heißes Kesselgulasch: Bei sonnigem, aber winterlich kühlem Wetter hatte der Rennverein die ersten 150 Besucher pünktlich zum Veranstaltungsbeginn zu einem kostenlosen und schmackhaften Schmaus eingeladen, der zugleich auch mächtig Appetit auf trabrennsportliche Höchstleistungen machte. Und in der Tat lieferten viele Pferde im Anschluss tolle Vorstellungen ab und machten ihre Gegner – wenn auch nicht zu Gulasch – zu Statisten. In fast allen der zehn Rennen fielen die Entscheidungen recht deutlich aus. Zweimal musste der Zielrichter allerdings ganz genau hinschauen, um den Sieger zu bestimmen.

Jauß jr.: Ganz der Großvater

Für einen bewegenden Moment sorgte der erst 18-jährige Leon Jauß, dem beim achten Start seiner Berufsfahrerlaufbahn mit Finnegan Bros der erste Volltreffer gelang. Und zwar genau an jener Stätte, an der sein 1999 verstorbener, aber unvergessener Großvater Gottlieb Jauß (4.401 Fahrersiege) ruhmreiche Zeiten erlebt und dem Rennsport auf faszinierende Art und Weise seinen Stempel aufgedrückt hatte.

Leon, der dem legendären Trainer und Derby-Sieger zwar nicht von der Statur, wohl aber von den Gesichtszügen her ähnelt, scheint eine gehörige Portion jenes Fingerspitzengefühls geerbt zu haben, das die Familie Jauß über Generationen hinweg berühmt gemacht hat. Er sicherte seinem Hengst zunächst einen idealen Verlauf als zweites Pferd an der Innenkante und schlug, als die Tempomacherin Aniceride (Thorsten Tietz) das Geläuf verlor, eiskalt mit dem 116:10-Außenseiter zu. Finnegan Bros stellte seine Bestmarke in 15,7/1.900m auf die Zehntelsekunde genau ein.

Premiere auch für Siebert, Soccer souverän

Der aus dem niederrheinischen Kalkar angereiste Amateurfahrer und Besitzer Simon Siebert freute sich ebenfalls über einen kleinen Meilenstein. Denn er feierte im Sulky von Lordano Ass seinen ersten Sieg auf der Derby-Bahn – und zwar mit einer taktischen Glanzleistung! Der 27-Jährige steuerte seinen familieneigenen Wallach eingangs der Tribünengeraden nach vorne, drosselte dann enorm das Tempo und gab auf der Schlusshalben wieder richtig Gas. Er verpasste seinen Konkurrenten damit einen klassischen Knockout.

Für Victor Gentz, den Trainer von Lordano Ass, wurde der gelungene Nachmittag wenig später durch den Sieg von Soccer, dessen Leinen er selber in die Hand genommen hatte, perfekt abgerundet. Der Achtjährige war einmal mehr eine Klasse für sich. Soccer zog eine Runde vor dem Ziel an die Spitze und gab das Heft in 14,8/1.900m nicht mehr aus der Hand. Die Manier war überragend und es herrscht kein Zweifel: Die Pferde des Stallteams von Victor Gentz sind für den Berliner Sport eine großartige Bereicherung!

Triple für Tietz

Abräumer: Thorsten Tietz war gleich in drei Rennen ganz vorne (Foto: Berlinsport Aktuell/H. Nickelé)

Der von Thorsten Tietz gesteuerte Classico Chess bereitete seinem Besitzer Nico Böker, der am Sonntag 26 Jahre alt wurde, das passende Geburtstagsgeschenk. Der Sohn des Elitloppet-Siegers Gidde Palema übernahm sofort die Führung und gewann gegen den außen herum tapferen Richard Parker (Dennis Spangenberg) leicht.

Sein zweiter Tagestreffer gelang dem Silberhelm mit dem für 52:10 gehandelten Mighty Hanover, der in der internationalen Klasse mit seinen Gegnern in 16,5/2.000m erstaunlich wenig Mühe hatte. Der Wallach, der sofort die Führung übernommen hatte, wies die mit Zulage bedachte Stacelita (Josef Franzl) souverän ab.

Hauchdünn ging es jedoch beim dritten Treffer des Berliner Champions zu. Mit der dänischen Stute Unforgettable, die ebenfalls für die Pace gesorgt hatte, blieb er nur um wenige Zentimeter vor dem speedigen War Horse (Michael Nimczyk).

Tragopan Jet - wer sonst?

Für das wettende Publikum ist er eine feste Bank: Tragopan Jet (Dennis Spangenberg) trat zum wiederholten Mal als Tipp des Tages an und wurde den hohen Erwartungen zur Quote von 11:10 erneut vollauf gerecht. Der Hengst stürmte aus dem ersten Bogen heraus an die Spitze und geriet in 14,7/1.900m zu keinem Zeitpunkt unter Druck. Berlusconi (Kay Werner) besaß 400 Meter vor dem Ziel zwar einen ganz starken Moment, musste sich anderthalb Längen hinter dem Sieger aber mit Rang zwei zufrieden geben.

Nimczyk nimmt Revanche, Wewering und Kube unangefochten

Der Goldhelm Michael Nimczyk punktete mit Minka Express. Die Stute lag unterwegs an dritter Stelle und wurde aus dem Schlussbogen heraus mächtig schnell. Der in 14,7/1.900m erzielte Sieg gelang Minka Express allerdings erst mit dem allerletzten Schritt, denn die Widersacherin Miss Apple JM (Thorsten Tietz) wehrte sich heftig.

Deutlich klarer gestaltete sich das Geschehen für Heinz Wewering und Jorma Bo. Der Wallach, der sich in den zurückliegenden Wochen enorm verbessert hat, übernahm eingangs der ersten Geraden das Kommando und gewann in 16,0/1.900m souverän.

Die von Sarah Kube gerittene Inari setzte den Schlusspunkt unter die Veranstaltung. Die Stute hatte trotz vierzig Meter Zulage schon nach einer guten halben Runde die Führung übernommen und strampelte das Pensum eisern herunter.

Gesamtumsatz: 128.880,32 Euro – Bahnumsatz: 41.607,40 Euro - Außenumsatz: 87.272,92 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Montag, dem 20. März statt. An diesem Tag werden fünf hochdotierte PMU-Prüfungen ausgetragen. Der Start des ersten Rennens erfolgt um 11.10 Uhr. Das Stall-Casino und das Teehaus sind für Sie geöffnet!

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Stellten sich den Fragen (v.l.n.r.): Andreas Voigt (Geschäftsführer), Jörg Zimmermann (Vorstand Sport), Jens Redlich (Vorsitzender), Michael Scholich (Vorstand Finanzen)

Oberligist drückt 6-stelliges Defizit +++ Hauptsponsor muss drohende Insolvenz abwenden

Als Sonntag vor einer Woche publik wurde, dass NOFV-Oberligist Tennis Borussia seinen Vorstand umbesetzt, konnten aufmerksame Beobachter schon hellhörig werden. Zumal der neue Vereinsvorsitzende beim Hauptsponsor auch die Position des Geschäftsführenden Gesellschafters bekleidet. Im Club-Umfeld wurde daraufhin spekuliert, Erinnerungen wurden wach an die beiden Insolvenzen, nachdem Investoren bei den Lila-Weißen ein- und wieder ausgestiegen waren.

Daraufhin sah sich die Vereinsführung veranlasst, eine offene Fragerunde anzuberaumen, um Mitgliedern, Fans und Interessierten genauere Informationsmöglichkeiten zu verschaffen. Was Jens Redlich, der neue „TeBe-Chef“, dann am Montagabend nach einer kurzen Vorstellung seiner Person den etwa vierzig Gästen mitzuteilen hatte, dürfte die Mehrheit überrascht haben. Jedenfalls war im Casino des Mommsenstadions förmlich zu spüren, wie im Auditorium der Atem angehalten wurde, als Redlich die aktuelle Situation des Vereins ungeschminkt darstellte.

Demnach drückt den Charlottenburger Club ein Defizit im sechsstelligen Bereich, das bereits Ende des kommenden Monats zwangsläufig zur Anmeldung der Insolvenz geführt hätte. Redlich, Leiter einer Fitnessstudio-Kette, versicherte den Anwesenden jedoch nachdrücklich, das nötige Geld zur Abwendung des Verfahrens zur Verfügung zu stellen. Um Tennis Borussia für neue Sponsoren interessant zu machen, hält der Geschäftsmann es allerdings für unabdingbar, eben auch in leitender Position im Verein einzusteigen.

Regionalliga bleibt mittelfristig das Ziel

Ziel bleibt, in spätestens drei Jahren den Aufstieg in die Regionalliga zu erreichen. So lange wollen Redlich und sein Unternehmen TeBe auf jeden Fall erhalten bleiben. Der Gedanke ist jedoch, dass die Lila-Weißen – auch mit Hilfe der Kontakte des neuen Vorsitzenden - einen Sponsorenpool aufbauen, der sie nicht abhängig von einem einzelnen Geldgeber macht. Dazu sollen Einsparungen u. a. im Lizenzspielerbereich, mit denen zum Teil schon in der Winterpause begonnen wurde, ebenfalls zum Abbau des Defizits beitragen.

Der aktuelle Fehlbetrag sei dabei aus einem Minus der vergangenen Spielzeit sowie u. a. nicht vollumfänglich Folge geleisteten oder ausgefallenen Sponsorenzahlungen entstanden. Letztere seien allerdings, so Redlich, vom alten Vorstand auch nur teilweise vertraglich festgelegt worden. Die Kritik an dieser Praxis ließ der neue Vorsitzende dabei mehr als nur zwischen den Zeilen durchscheinen. Dazu sei die gefährliche Entwicklung bei den Finanzen viel zu spät erkannt worden.

Auf sportlicher Ebene soll der Schwerpunkt zukünftig wieder mehr auf der Jugendarbeit mit der Heranführung von Talenten an den Herrenbereich liegen. Dazu schwebt Redlich z. B. ein durchgehend einheitliches Spielsytem in den Nachwuchsteams vor. Bei den Herren sei die Saison nach der Niederlage bei Optik Rathenow im Grunde abgeschlossen, über die Ziele für die kommende Spielzeit wollte sich der Vorstand noch nicht äußern. Dazu, so der neue Vorsitzende, sei im Moment angesichts der drängenden Erledigung existenziell wichtiger Fragen für den Verein noch nicht der Zeitpunkt.

Beitrag+Foto: Berlinsport-Aktuell/H. Nickelé

Eine Lady und sieben Kerle

Auf der Derby-Bahn kennt Stacelita kaum Niederlagen. Doch am Sonntag trifft die Stute mit ihrem Trainer Josef Franzl auf eine ernstzunehmende Gegnerschaft. Die Mariendorfer Rennveranstaltung ist mit Jackpots, Garantien und Prämien in Höhe von über 30.000 Euro gewürzt.
(Start des ersten Rennens um 14.00 Uhr / Qualifikation und Vorab-Interviews bereits ab 13.20 Uhr).

Favoritin im 7. Rennen: Stacelita (Foto: ©Lingk)

Die Derby-Bahn Mariendorf ist die Stätte ihrer größten Erfolge. Hier verdiente Stall Germanias Vierbeinerstolz Stacelita nahezu drei Viertel ihrer aktuell 133.381 Euro betragenden Gewinnsumme. Hier belegte die Stute in vier Breeders-Crown-Hauptläufen, im Adbell-Toddingten-Rennen und im Buddenbrock-Klassiker jeweils den ersten oder zweiten Platz. Und hier soll sie mit ihrem Trainer Josef Franzl, der extra nur für diese eine Fahrt anreist, nun erneut auftrumpfen. Keine Frage: Die bildhübsche Vierbeiner-Lady gilt am Sonntag in dem als siebente Tagesprüfung ausgetragenen Hauptrennen als Topfavorit. Doch ein lockerer Spaziergang wird es für die Sechsjährige dennoch nicht werden. Denn die Gegnerschaft ist nicht von Pappe und die Braune muss von der 2.020-Meter-Marke aus eine Zulage wettmachen.

Vier Pferde gehen zwanzig Meter vor ihr ins Rennen und dass ein Traber wie Pikus G (Dennis Spangenberg), der mit seinen elf Lenzen in dieser Saison zu großartiger Form aufgelaufen ist und beim jüngsten Start sogar eine neue persönliche Rekordmarke erzielt hat, trotz dieser guten Ausgangslage nur als nahezu chancenloser Riesenaußenseiter gilt, beweist die Qualität des achtköpfigen Teilnehmerfeldes. Neben ihm an der Grundmarke sind der Mariendorfer Traber des Jahres 2015 Mighty Hanover (Thorsten Tietz) sowie Dulco di Quattro (Marlene Matzky) und Harry’s Bar (Thomas Panschow) aufgestellt. Mit anderen Worten: alles Schwerkaliber! Mighty Hanover ist die Zuverlässigkeit in Person. Dulco di Quattro läuft in der Form seines Lebens, er lässt nach vier Siegen hintereinander keine Grenzen erkennen. Und der „Traber der Herzen“ Harry’s Bar hat nach Aussage seiner Besitzerin Liza Marlow bei den letzten Trainingsarbeiten absolut überzeugt.

Im zweiten Band stehen der aus einer fast halbjährigen Pause zurückkehrende SJs Sunday (Kornelius Kluth) und der in dieser Saison erst einmal geprüfte Rayman (Matthieu Hegewald) vor hohen Hürden. Von den Zulagen-Pferden ist also Pascal SAS (Victor Gentz), der durchweg nur gute Leistungen kennt, der vermeintlich härteste Widersacher für Stacelita. Die „Lady“ bringt allerdings hervorragende Referenzen mit. Ihr Gelsenkirchener Erfolg fiel mit anderthalb Längen Vorsprung total souverän aus und ihr Trainer Josef Franzl verfügt über den aktuell stärksten Schnitt der Republik: Der Bayerische Champion verwandelte 18 seiner 38 Jahresstarts in einen Volltreffer. Das entspricht einer Siegquote von 47,3 Prozent!

Rennen 1 - 3

Der Silberhelm Thorsten Tietz, der in den ersten Wochen der Saison viel im Ausland unterwegs war, nun aber wieder verstärkt ins Geschehen einsteigt, hat dagegen noch Nachholbedarf und ging 2017 erst zweimal mit einem Pferd auf die Ehrenrunde. Nun wird er den Faden wieder aufnehmen, denn der 39-Jährige verfügt über eine ganze Reihe guter Chancen. Im 1. Rennen hat Tietz mit Classico Chess einen Siegkandidaten zur Hand, während im 2. Rennen der Trainingsgefährte Tragopan Jet (Dennis Spangenberg) doch deutlich über Tears to Heaven, die eigene Wahl des Berliner Meisters, zu stellen ist und für die hier beginnende V4-Wette als feste Bank gilt.

Im 3. Rennen wird das meiste Vertrauen auf Lordano Ass ruhen, der von seinem Besitzer Simon Siebert gesteuert wird. Dem in Kalkar am Niederrhein lebenden Amateur gelangen bei insgesamt 93 Starts sieben volle Erfolge. Auf den Bahnen in Mönchengladbach und Gelsenkirchen fuhr der 27-Jährige einen Sieg und einen Ehrenplatz mit Lordano Ass heraus, er kennt sein Pferd also bestens.

Rennen 4 - 6

Das mit 5.000 Euro Vierer-Garantie ausgestattete 4. Rennen ist sehr offen. Das Publikum wird sich vor allem auf Aniceride (Thorsten Tietz), Antipode (Thomas Panschow), Saint’s Angel (Daniel Wagner) und Twelve in a Row (Jörg Schefe) konzentrieren – aber es gibt neben Finnegan Bros (Leon Jauß) noch mehrere andere Teilnehmer, die allen einen Strich durch die Rechnung machen können. Es riecht also geradezu nach einer dicken Quote!

Im 5. Rennen ist der Kreis der Siegkandidaten dagegen wesentlich kleiner, die Entscheidung kann nur zwischen Minka Express (Michael Nimczyk), Eric W Boko (Dennis Spangenberg) und Miss Apple JM (Thorsten Tietz) liegen.

Im 6. Rennen startet die mit 5.000 Euro Garantie verknüpfte V5 und es sieht zwar auf den ersten Blick nach einem Duell zwischen Soccer (Victor Gentz) und Montgomery Mo (Michael Nimczyk) aus. Ob es aber wirklich so eine klare Angelegenheit wird, muss man abwarten. Denn Secret Honey (Kay Werner) besitzt reichlich Potential und Red Phoenix (Thomas Panschow), Bellevue (Thorsten Tietz) sowie Blueberry Santana (Michael Hönemann) gebärden sich oft launisch, sind zugleich aber pfeilschnell. Falls sich Soccer und Montgomery Mo zu sehr bekriegen, könnte es einen lachenden Dritten geben.

Rennen 8 - 10

Nach dem Auftritt von Stacelita und Co. heißt es im 8. Rennen dann Hopp oder Top für den zuletzt durch eine Startgaloppade gehandicapten Jorma Bo (Heinz Wewering), der seine Laufstärke gegen Senorita Diamant (Michael Nimczyk) und Muscle Design (Thorsten Tietz) ausspielen kann – falls er sein Temperament im Griff hält.

Im 9. Rennen spricht einiges für die in Dänemark aufgewachsene Anne Vibe (Dennis Spangenberg), die sich auf den Berliner Bahnen sichtlich wohlfühlt. Mit Startplatz vier ist sie optimal bedient, während ihr ärgster Rivale Krabat (Matthieu Hegewald) mit der zweiten Reihe Vorlieb nehmen muss. Der Wallach wird also einen aufwändigen Verlauf in Kauf nehmen, hat sich aber in ähnlichen Situationen mehrfach bravourös geschlagen.

Ein Buch mit sieben Siegeln ist das abschließende 10. Rennen, ein Trabreiten. Rein von der Form her sticht keiner der neun Teilnehmer heraus, die obendrein aus drei Bändern auf die Reise gehen. Der Blick gilt also nicht nur den Pferden, sondern auch ihren Reitern. Christina Lindhardt, die im Sattel von Flash of Genius sitzt, hat schon oft ihr ausgezeichnetes Können bewiesen. Neben Inari (Sarah Kube) und Teeny Weeny (Saskia Krause) gehört auch Classic Garden in alle Überlegungen. Denn seine Reiterin Lea Ahokas braucht sich von ihrem Gespür für die Tiere und die richtige Taktik vor nichts und niemanden zu verstecken.

Die Wett-Highlights am 12. März:
Prämienausspielung um Wettgutscheine und Sachpreise im Wert von 1.400 Euro über die Siegwette der Rennen 1-10!
1. Rennen - Lunch Double-Rennen.
2. Rennen - Start der V4-Wette mit 4.000 .- Euro Garantie!
3. Rennen - 4.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 1.000.- Euro Jackpot.
4. Rennen - 5.000.- Euro Garantie in der 4er Wette! Keine 3er Wette!
5. Rennen - Daily Double-Jackpot 1.000.- Euro.
6. Rennen - Start der V5-Wette mit 5.000 .- Euro Garantie!
7. Rennen - 4.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 1.000.- Euro Jackpot.
8. Rennen - 5.000.- Euro Garantie in der 3er Wette!
9. Rennen - Mit 3er und 4er Wette.
10. Rennen - Sieg-Jackpot 1.000.- Euro.
Unsere Tipps:
⦁ Classico Chess – Richard Parker – Mon Filou
⦁ Tragopan Jet – Berlusconi – Insoglio
⦁ Lordano Ass – MaxundAlex – Enrico Hanseatic
⦁ Aniceride – Antipode – Saint’s Angel – Twelve in a Row
⦁ Minka Express – Eric W Boko – Miss Apple JM
⦁ Soccer – Montgomery Mo – Secret Honey
⦁ Stacelita – Mighty Hanover – Dulco di Quattro
⦁ Jorma Bo – Senorita Diamant – Muscle Design
⦁ Anne Vibe – Krabat – War Horse – Unforgettable
⦁ Flash of Genius – Inari – Teeny Weeny

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Jo Lißner guckt in Stuttgart über den Berliner Tellerrand

Jo Lißner auf der Reportertribüne in der SCHARRena in Stuttgart (Foto: Irina Lißner)

Der reisende Reporter beim CEV-Pokal der Frauen

„Dit is‘ knorke“ ist weiter auf Tour. Wir berichten hier aus der SCHARRena in Stuttgart. Sie ist in die Mercedes-Benz-Arena im NeckarPark, der Heimat des Bald-wieder-Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart, eingebettet. Am Dienstag, dem 7. März, steht das Hinspiel in der KO-Phase des Volleyball-CEV-Pokals der Frauen auf dem Plan: zwischen Allianz MTV Stuttgart und dem amtierenden Champions-League-Sieger aus Italien, VBC Pomì Casalmaggiore. Nach Gewinn der "Königsklasse" hatten die Italienerinnen in der heimischen Liga allerdings ein Tief und qualifizierten sich so gerade mal für diesen, den zweithöchsten, Europapokal-Wettbewerb.
Alles andere als ein klarer Sieg der Italienerinnen wäre eine riesengroße Überraschung, aber auch am Sonntag hatte beim 5:1 im Tiebreak für Berlin ja niemand mehr gedacht, dass Friedrichshafen den Satz und das Match noch gewinnen würde. Bis auf die Häfler.

1.300 Zuschauer in der SCHARRena machen jedenfalls einen Heidenlärm, damit der Coup gelingt. Zwanzig italienische Supporter in rosa T-Shirts mit Mittelalter-Helmen, einem rosa Gummihammer, zwei rosagekleideten weiblichen Schaufensterpuppen und vielen Trommeln (wie konservativ im Vergleich zum restlichen Outfit!) halten nach Kräften dagegen.
Casalmaggiore ist übrigens eine 15.000-Einwohner-Gemeinde aus der Gegend von Cremona (Lombardei).

Der Favorit geht 2:0 in Führung

Satz 1 beginnen die Stuttgarterinnen jedenfalls ambitioniert. Beim Stande von 7:5 für die Gastgeberinnen haben die Italienerinnen allerdings genug und legen zu. Sie gehen schnell in Führung und lassen sich nicht vom Publikum aus der Ruhe bringen, das durch den quasi „mitspielenden“ Hallensprecher frenetisch angefeuert wird. Am Ende steht ein nie gefährdetes 25:19 für Casalmaggiore, das eher an ein schnelles 3:0 für die Italienerinnen glauben lässt.
Dennoch gehen die MTV-Frauen gut gelaunt und scherzend zum 2. Satz aufs Feld. Hier beginnt Stuttgart wieder stark, doch nach dem 3:1 reißt wieder der Faden. „Stuggi rockt“ nur auf dem Plakat im Publikum, auf dem Feld hapert es in der Annahme und im Zuspiel. Damit kann man im Angriff dann auch keinen Staat machen. Bei 4:12 schauen dann auch die kaum aus der Ruhe zu bringenden Nia Grant, Aiyana Whitney und Wanna Buakaew eher frustriert drein. Auch Wechsel von Karmen Kočar für Valerie Nichol und Deborah van Daelen für Whitney und retour bringen nichts. Gegen Satzende lässt es Casalmaggiore etwas schleifen, so dass auch dieser Satz „nur“ mit 25:19 ins Lombardische geht.

Stuttgart gibt nicht auf und gleicht aus

Dieser Schlendrian ist den Gastgeberinnen aber nicht verborgen geblieben. Sie haben zwar keine Chance, wollen diese aber nutzen. Mit vollem Einsatz und Konzentration gelingen nun viele Dinge, die zuvor schiefgingen: Sichere Annahmen werden in gute Zuspiele mit sicheren Abschlüssen verwandelt. Stuttgart ist mit einem Male komplett ebenbürtig. Und diese fanatische Menge von Menschen in blauer Fankleidung soll nur aus 1.300 Menschen bestehen? Laut sind sie wie 5.000!

Über 12:9 und 18:13 bringt Stuttgart den Satz mit 25:22 nach Hause. Der Coach von Casalmaggiore, Giovanni Caprara, nimmt das zum Anlass, einigen seiner Spielerinnen einen persönlichen, halb hysterischen Einlauf zu verpassen. Und aus Stuttgarter Sicht? Ehrensatz geholt und das war es? Es fühlt sich aktuell so an, als ob da noch mehr geht. Casalmaggiore spielt jedenfalls nun mit Wut im Bauch – und Angst vor dem Coach? Wie auch immer, die Italienerinnen gehen mit 10:5 gegen Stuttgart in Führung.

Doch Stuttgart lässt sich einfach nicht abschütteln, legt gar noch einen drauf. Bei 15:14 steht nach hart umkämpften Ballwechseln die erste Führung für den MTV und diese hält bis Satzende: 25:21. Satzausgleich, 2:2.

Im Tiebreak doch das Nachsehen

Der Berichterstatter hat somit ein Dejà-vu. Am Sonntagnachmittag in Friedrichshafen waren die Häfler und die BR Volleys doch auch über 5 Sätze gegangen. Und was passiert am Dienstagabend in Stuttgart?

Geschichte wiederholt sich – immer wieder.

Wie die BR Volleys beim VfB Friedrichshafen mit 5:1, so führen auch die Stuttgarterinnen im Tiebreak auf 15 Punkte schon überlegen mit 7:2. Und laufen dann in eine Serie des Gegners, von der sie sich nicht mehr erholen. In diesem Fall 1:8 Punkte. So verlieren die Gastgeberinnen den Entscheidungssatz noch mit 12:15 und das Match mit 2:3.
Aber: ganz großes Lob an die Gastgeber, denn nach dem 0:2-Rückstand hätte wohl niemand damit gerechnet, dass es überhaupt noch einen vierten oder gar fünften Satz geben würde.
Die Zuschauer beider Lager feiern nach 121 aufregenden Minuten ihre jeweiligen Lieblinge zurecht für ein dramatisches, in den letzten drei Sätzen sogar hochklassiges Spiel.
Beste Spielerinnen für Stuttgart waren Michaela Mlejnková mit 24 Punkten und Aiyana Whitney (19). Bei Casalmaggiore überragte Carmen Marinela Turlea mit 26 Punkten. Stuttgarts Headcoach Guillermo Naranjo Hernández war „sehr stolz“ auf seine Mädels. Sie hätten auf einem erstaunlichen Level gespielt und es Casalmaggiore extrem schwer gemacht. Giovanni Caprara war zufrieden, dass sein Team es trotz der starken Gegenwehr der Stuttgarterinnen das Ruder dann doch noch herumgerissen hatte. Seine Bankspielerinnen hätten den Unterschied ausgemacht.

Für das Rückspiel am Mittwoch, dem 15. März, muss man allerdings davon ausgehen, dass Stuttgart vor dem italienischen Publikum keine Chance hat und in Ehren gegen einen sehr starken Gegner im Viertelfinale ausscheidet. Die Fans bekommen in der SCHARRena Stuttgart beim MTV Allianz auf jeden Fall großen Sport geboten. Und auch der Berichterstatter bedauert den Besuch keinesfalls.

Jo Lißner vom Volleyballklassiker Fr'hafen - Berlin

Jo Lißner unverkennbar neutral in der Friedrichshafener ZF-Arena (Foto: Irina Lißner)

„Dit is knorke“ ist wieder auf Tour, diesmal am Bodensee. Am Sonntag, dem 5. März, klärt sich in Friedrichshafen die Frage: Wer hat die beste Ausgangsposition für die unmittelbar danach beginnenden Playoffs der Volleyball-Bundesliga? Es ist der letzte Tag der Bundesliga-Hauptrunde. Zu Gast in der ZF Arena sind die Berlin Recycling Volleys, der punktgleiche Tabellenzweite hinter den „Häflern“.

Die Anfahrt mit dem Zug nach Friedrichshafen von Ulm aus ist wie im alten Lied von der „Schwäbschen Eisenbahne“ mit „gar viele Haltstatione“: Biberach, Meckenbeuren und Durlesbach lernt man alle kennen. Auch manches Museumsfahrzeug am Streckenrand. Nur macht die Bahn nicht mehr „Rullala“, sondern eher „Zisch“, denn sie ist zwar nicht elektrifiziert, aber für hohe Geschwindigkeiten ausgebaut.

Bei der Ankunft in Friedrichshafen wird man von frühsommerlicher Wärme empfangen und spektakulären Blicken über den Bodensee auf das Alpenpanorama mit dem Säntis in der Schweiz nahe St. Gallen. Hier wurden schon seit 1912 Zeppeline gebaut und auch heute prangt ZF (für Zahnradfabrik) an vielen Gebäuden, es gibt ein sehenswertes Zeppelin-Museum.

Man könnte glatt vergessen, dass es auch andere Gründe gibt, nach Friedrichshafen an den Bodensee zu fahren. Auch hier spielen die Buchstaben ZF eine Rolle, denn außer viel Touristischem, aber auch Arbeit für die Region, hat die Stadt Friedrichshafen auch ganz großen Sport zu bieten.

Rivalen mit Vorgeschichte

Der VfB Friedrichshafen war lange Jahre so etwas wie der FC Bayern des Männer-Volleyballs. Dieser Status war verknüpft mit dem Namen Stelian Moculescu, dem langjährigen Trainer und ganz einfach Macher beim VfB. Seit seinem Rückzug vom VfB hat hier Vital Heynen, vormals Bundestrainer und jetzt auch belgischer Nationaltrainer, sportlich den Hut auf. Mit dem sportlichen Erfolg hat er natürlich, offenes Geheimnis, sehr viel Einfluss, was Entwicklungen beim VfB angeht. Und ggf. auch Druckpotenzial. An diesem Sonntag geht es aber ganz simpel um Spitzensport.

Die Berliner konnten die Dominanz der Bodensee-Volleyballer durchbrechen und selbst eine kleine Dynastie aufbauen, die u.a. drei Meisterschaften in Folge gewann von 2012-2014. Danach siegte wieder Friedrichshafen, was die Berliner gleich zum Triple im Folgejahr animierte: Meisterschaft, Pokalsieg und Gewinn des CEV-Pokals.

Im Europapokal haben sich die Häfler gerade vor Beginn der KO-Phase aus der Champions League verabschieden müssen, während die Berliner als bester Tabellenzweiter ins TOP-12 eingezogen sind und mit Istanbul BBSK einen durchaus schlagbaren Gegner zugelost bekamen. Das Hinspiel findet am 15.3. in der Türkei statt, das Rückspiel in der Max-Schmeling-Halle ist auf Dienstag, den 21. März, 19:30 Uhr, terminiert.

VfB wird 2016/17 zum Angstgegner  der Volleys

In der Bundesliga haben die Berliner allerdings in dieser Spielzeit einen absoluten Angstgegner: den VfB Friedrichshafen. Dreimal trafen die Clubs in dieser Saison bereits aufeinander. Beim Supercup in Berlin, beim BL-Hinspiel in Berlin und beim Pokalfinale in Mannheim hatten die Berliner jeweils das Nachsehen. Oftmals knapp im Satz, aber im Resultat dann doch deutlich.

Im Volleyball ist ein Satz ein Satz, egal, ob er 45:43 oder 25:8 gewonnen wird. Auch Vital Heynen sagte stets, dass seine Mannschaft keinesfalls die bessere gewesen sei, aber sie habe eben die Sätze und damit das Match gewonnen. Der neutrale Beobachter fragt sich allerdings schon, ob das Gewinnen von Sätzen nicht doch ein Qualitätsmerkmal ist. Ob der überschwängliche Heynen da nicht sein Licht und das seiner Spieler immer unter den Scheffel stellt? Denn er meint es wohl tatsächlich so, wie er es sagt.

Ausgangslage: Der Sieger wird Erster

Nächster Lackmustest also im BL-Rückspiel in der ZF-Arena. Berlin will das Häfler-Trauma überwinden, die Tabellenspitze übernehmen und damit im wahrscheinlichen Finale gegen die Friedrichshafener über das eine Heimspiel mehr verfügen. Wenn 8.500 Zuschauer versuchen, die Volleys zum Sieg zu schreien. Nachdem die Friedrichshafener Arena oftmals nicht voll wurde, sind heute deutlich weniger Lücken zu erkennen - doch von ausverkauft (3.800 Plätze) kann dennoch keine Rede sein. 2.718 Fans, darunter auch wieder knapp 30 orangegewandete Vertreter des Berliner Fanclubs 7. Mann, freuen sich auf Spitzenvolleyball und Hochspannung.

Die Formel ist einfach: Wer gewinnt, ist Erster. Egal, wie hoch der Sieg ausfällt.BRV-Coach Roberto Serniotti vertraut Tsimafei Zhokouski (alternativlos, da Kühner immer noch verletzt ist), Wouter ter Maat (statt Paul Carroll), Graham Vigrass, Robert Kromm, Ruben Schott (seit einiger Zeit parallel zu Kromm statt als Ersatz für ihn), Felix Fischer und Luke Perry als Libero.

Der Gastgeber geht in Führung

Schnell zeigt sich im 1. Satz, dass sich die VfB-Spieler in den blauen Trikots wieder viel vorgenommen haben, denn sie holen mit letztem Einsatz noch viele Bälle, die sie dann in erfolgreiche Angriffe umsetzen. Die BR Volleys, heute in Schwarz, verlieren zu viele Punkte durch Fehlangaben und andere Eigenfehler. Trotz allem ist und bleibt es eine Partie auf Augenhöhe. David Sossenheimer vollstreckt den Satzball zum 26:24 und der 1:0-Führung für die Häfler.

Auch in Satz 2 bleibt die Fehlerquote der Berliner unvermindert hoch. Zur 2. technischen Auszeit ist die Häfler Führung mit 16:13 sogar einen Punkt höher als im 1. Satz. Vital Heynen wird später sagen, jeder in der Arena habe da an ein schnelles, klares 3:0 für sein Team geglaubt. Bei 19:17 für F‘hafen erwachen die Berliner allerdings aus ihrer Frühjahrsmüdigkeit oder was sie bislang befallen haben mag.

Volleys drehen das Spiel, VfB gleicht wieder aus

Auch Coach Serniotti wird nach wiederholt zweifelhaften Schiedsrichterentscheidungen zum HB-Männchen. Vielleicht sollte er öfter mal ausrasten. Robert Kromm behauptet zwar, die Spieler hätten das gar nicht wahrgenommen. Andererseits war das Spiel schon kurz verzögert. Auf jeden Fall spielen die Volleys konsequent, durchschlagskräftig und voller Selbstvertrauen: eben so, wie man sie kennt. Satz 2 geht mit 25:22 an Berlin.

Und Satz 3 geht nahtlos so weiter. Berlin dominiert mit starkem Aufschlag, reduziert radikal die Fehlerquote, gleichzeitig bekommen die Häfler ein massives Annahmeproblem, das dann schlechte Angriffe produziert. Satz 3 geht noch höher als der davor an die BR Volleys: 25:18.

Der Autor notiert „Nur nicht zu früh jubeln!“. Bis zum 10:7 für sie in Satz 4 bleiben die Berliner auf Kurs. Jetzt steigert sich Friedrichshafen wieder, gleicht aus, führt, holt den Satz mit 25:22. 2:2 - Der Tiebreak bis 15 Punkte muss die Entscheidung bringen.

Vorsprung im Tiebreak verspielt - Volleys verlieren erneut

Berlin ist gewillt, endlich den Sack zuzumachen. Schnell steht es 5:1 für Orange. Nur noch 10 Punkte, das muss doch gelingen. Außer, die Konzentration geht schlagartig in den Keller und man verlegt sich aufs Meckern, vermurkst Annahmen, stellt schlecht, schlägt sehenden Auges in den Block. Auch die Einwechslung des völlig kalten Paul Carroll, der zuvor im 3. Satz für einen Punkt in der Defensive spielen durfte, für den jetzt unglücklich agierenden Wouter ter Maat, hilft nicht mehr.

Allen Respekt für eine 14:5-Serie an den VfB Friedrichshafen, als das Spiel verloren schien. Entsprechend tosend der Jubel der Zuschauer, aufgekratzt Vital Heynen, der sein Team immer noch nicht für besser als das der Berliner hält, aber konstatiert, dass diese inzwischen „wohl ein Problem mit uns“ hätten. Vier Spiele ohne Niederlage belegen das glaubhaft. Coach Serniotti ist sehr aufgewühlt, sagt nur, sie müssten „jetzt weiter sehr viel trainieren“. Robert Kromm nimmt sich auch die Zeit fürs Gespräch und ist noch ganz geknickt von dem „Riesenhänger“ im 5. Satz.

So läuft es in den Playoffs

Die Friedrichshafener gehen nun mit Heimvorteil in alle Playoff-Serien. Ihr Viertelfinale geht gegen den Sieger aus Netzhoppers KW – TV Rottenburg. Die Berliner haben Heimvorteil im Viertel- und Halbfinale. Sie treffen im Viertelfinale ab dem 18.3. auf entweder Bühl oder Solingen. Geht alles nach Plan, ermitteln Friedrichshafen und Berlin ab dem 20.4. den Deutschen Meister. Die Favoritenrolle dafür scheint geklärt.

Großes Bild: Freitag, Flutlicht, Fußball - Feiern? Die Mannschaft von TeBe könnte heute abend einen wichtigen Dreier landen

TeBe's Chance: Gegen Tabellen-1. Altglienicke vom virtuellen zum echten Aufstiegsanwärter?

Tennis Borussia: Neuer Trainer, neues Glück? Ein zweiter Sieg heute bringt die Veilchen wieder vorne ins Gespräch.
VSG: Tabellenführer patzt in Rathenow und muss im nächsten Tospiel bestehen - Statistik spricht für Altglienicke.

Froh war man bei Tennis Borussia zuletzt schon, dass überhaupt mal wieder gespielt wurde. Allein die Partie beim SV Altlüdersdorf wurde mehrfach abgesagt. Die inzwischen veränderte Konstellation an der Tabellenspitze bringt die Lila-Weißen durch den eigenen Heimsieg gegen Germania Schöneiche vergangenen Freitag aber zumindest vorübergehend wieder im Aufstiegsrennen ins Gespräch. Gegenüber dem Tabellenzweiten Optik Rathenow hat man zwar aktuell acht Punkte Rückstand, aber auch zwei Spiele weniger.

Zu Platz 1 sind es neun Zähler - den bekleidet die VSG Altglienicke, die zwar nur ein Spiel mehr als TeBe absolviert hat, heute abend aber in Charlottenburg antreten muss. Ein Sieg von TeBe im Mommsenstadion und in den Nachholspielen, und schon könnte aus der noch virtuellen Chance eine recht handfeste werden. Der erste Eindruck unter dem neuen Trainer Cemal Yildiz (folgte in der Winterpause auf Daniel Volbert), im Spiel gegen Schöneiche war ein guter - gegen einen allerdings auch schwachen Kontrahenten.

In die Karten spielen dürfte dem Gastgeber vor dem Spiel, dass den Altglienickern der Auftakt in die Rückserie misslungen ist. Ausgerechnet beim Verfolger in Rathenow ließen sie vor allem psychologisch wichtige Punkte. Ein beruhigendes Punktpolster im Klassement konnte man sich so nicht verschaffen. Sicherlich kann man bei Optik verlieren, aber das 0:3 fiel dann doch deutlicher als vermutet aus. Bleibt abzuwarten, wie die VSG diesen Rückschlag verkraftet - diese Saison hatte man zuvor nur eine Niederlage (zuhause gegen Hansa II) hinnehmen müssen.

Für das Team des Trainergespanns Simon Rösner / Dennis Kutrieb spricht auf jeden Fall die Statistik, vor allem im Mommsenstadion. Zweimal wurde man in der Berlin-Liga dort vorstellig, zweimal entführte man die Punkte jeweils mit einem 1:0-Sieg. Auch das Hinspiel in der Oberliga gewann die VSG. Nach der TeBe-Führung durch Huke (35.) gelang Meng (40.) der schnelle Ausgleich. Als alles auf eine Punkteteilung hinauslief, schlugen Brunnemann, Mattuschka & Co. spät - wie schon einige Male in dieser Runde - durch Ujazdowski (89.) doch noch zu.

Ein Sieg mit Wirkung - in der Tabelle sollten sich die Wege beider Teams erst einmal trennen. Insofern wird ein Dreier heute abend - ob für Tennis oder die VSG - wohl wegweisend für die Restsaison ausfallen.

Bericht: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Überraschendes Aus trotz verlängerten Vertrags

Das war's schon: nur noch zweimal werden die Preussen-Spieler ihrem Trainer aufmerksam zuhören - dann zieht es Soccio (hinten, M.) mit noch unbekanntem Ziel weg

Lenny Soccio wird Eishockey-Oberligist ECC Preussen nun doch nicht in der nächsten Saison trainieren. Wie die Vereinshomepage der Charlottenburger mitteilt, habe Soccio aus persönlichen Gründen um Auflösung des Kontrakts gebeten und der ECC seinem Wunsch entsprochen. Unmittelbar vor Weihnachten hatten Club und Coach noch die vorzeitige Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr bekannt gegeben.

Auf Euphorie folgt zunächst Ernüchterung

Hier schien"die Kuh vom Eis": Lenny Soccio (r.) geht nach Verkündung der Vertragsverlängerung in der Drittelpause zu seinem Team in die Kabine.


Der Deutsch-Kanadier war zu Saisonbeginn nach über 20 Jahren als Spieler und Trainer in Hannover an den Glockenturm gekommen. Die Preussen wollten mit dem neuen Coach den Weg der Konsolidierung in der dritthöchsten Spielklasse beschreiten.

Nach überraschend starkem Saisonstart mit drei Siegen entfachten Soccio und seine Spieler schnell große Euphorie im Umfeld - anschließend verlor man bis Anfang Dezember allerdings dreizehn von 15 Partien und fand sich auf dem 12. Platz wieder.

Mit ungewöhnlichen Maßnahmen Klassenziel erreicht

Die sportliche Krise förderte auch gewisse Probleme im Binnenleben zu Tage. So räumte Soccio Ende Oktober in einer Teamsitzung mit der Mannschaft Fehler in seiner Methodik ein und ließ das auch über die Homepage verbreiten - nicht unbedingt nach dem Geschmack des Vorstands. Die vorzeitige Verlängerung der Zusammenarbeit und deren Bekanntgabe beim Heimspiel gegen die Tilburg Trappers am 23. Dezember erschienen wiederum als starkes Signal für die Kontinuität im Verein.

Noch vor Jahresende suspendierte Soccio in der Folge - mit Rückendeckung des Vereins - Veit Holzmann und Michael Raynee, immerhin zwei der besten Scorer bei den Preussen. In der Qualifikationsrunde der Teams von Platz 9 -16 konnte das Team den Klassenerhalt frühzeitig sichern - ohne jedoch nochmal entscheidend an die zwei ersten Plätze der Gruppe heranzukommen, die noch eine Teilnahme an den Pre-Playoffs ermöglicht hätte.

Vor dem abschließenden Wochenende der Saison bei den Preussen gab der Verein nun bekannt, dass die Zusammenarbeit von Club und Trainer doch nicht über die Saison 2016/17 fortgesetzt wird. Gute Nachricht am Rande: Mit dem starken Torwart Olafr Schmidt konnte der Verein eine wichtige Stütze für ein weiteres Jahr binden.

Bericht + Foto: Berlinsport Aktuell/H. Nickelé

Bravo, Andreas Marx!

Sieg-Fahrer Andreas Marx mit seiner Ehefrau und Geschäftsführer Andreas Haase (l.)   Foto: ©Marius Schwarz

Nach seinem schweren Rennunfall gelingt dem Amateur ein großartiges Comeback und er feiert mit Bonjour Ganyboy AM den 50. Sieg seiner Fahrerkarriere. Michael Nimczyk geht mit seinen Schützlingen sogar dreimal auf die Ehrenrunde. Heinz Wewering führt Bianca Boshoeve zu einem spektakulären Erfolg.

Comeback nach Maß

Er ist einfach unverwüstlich: So mancher Amateurfahrer hätte den Trabersport nach einem solch schweren Rennunfall, wie ihn Andreas Marx vor einigen Monaten erlitten hat, sofort an den Nagel gehängt. Eine defekte Ausrüstung, die zum Kontrollverlust im Sulky und zum bösen Sturz führt – das ist wohl der absolute Albtraum eines jeden Aktiven und für Andreas Marx wurde dieses Horrorszenario inklusive diverser Knochenbrüche auf der Karlshorster Bahn im Oktober 2016 tatsächlich zur Realität. Doch aufzugeben – das ist ganz und gar nicht die Art des in Zeuthen lebenden Unternehmers. Seine Devise heißt stattdessen: Zähne zusammenbeißen!

Für diese taffe innere Einstellung wurde der 55-Jährige am Sonntag belohnt. Gleich sein erster Start nach dem Unfall führte Andreas Marx zurück in den Winner-Circle: Mit dem von ihm selber gezüchteten Wallach Bonjour Ganyboy AM, der sofort an die Spitze geschossen war und hochüberlegen auftrumpfte, gelang dem sympathischen Amateur der 50. Erfolg seiner Laufbahn.

Ixpress: Sieg beim Debüt

Roman Matzky, der Trainer von Bonjour Ganyboy AM, durfte sich nicht nur über das überschwängliche Lob freuen, das Andreas Marx bei der Siegerehrung dem gesamten Schöneicher Stallteam aussprach, sondern auch über seinen Neuzugang Ixpress, der ein überzeugendes Deutschland-Debüt ablieferte. In der Saison 2016 hatte der Wallach nur einen einzigen Start in Schweden absolviert, war dort aber mit dem Pensum überfordert und ging sang- und klanglos unter.

„Er hatte sehr gut gearbeitet – aber wir wussten vor dem Rennen natürlich trotzdem nicht genau, wo Ixpress steht. Ich bin zuversichtlich, dass sich der Braune zu einem tollen Pferd entwickelt!“

Roman Matzky, Trainer

Nun konnte er es in der Hand seines neuen Vorbereiters deutlich besser. Ixpress übernahm sofort die Spitze und gewann sehr leicht mit zwei Längen Vorsprung.

Goldhelm Nimczyk lässt es krachen

Hatte mal wieder gut lachen: Fahrer Michael Nimczyk Archivfoto: ©Berlinsport-Aktuell

Der Tipp des Tages Amundsen Mo enttäuschte seine zahlreichen Anhänger nicht und gewann mit Michael Nimczyk überaus souverän. Der Wallach aus dem Championatsstall von Ulrich Mommert ist zwar alles andere als ein rasanter Beginner und musste auch diesmal einen deutlichen Rückstand auf die Spitze wettmachen. Auf der Schlussrunde sicherte der Goldhelm seinem Schützling aber die Idealposition als viertes Pferd außen und das war die halbe Miete.

Amundsen Mo ließ sich den Triumph mit anderthalb Längen Vorsprung nicht mehr nehmen. Damit beließ es der Goldhelm aber nicht, denn Michael Nimczyk gelangen noch zwei weitere Erfolge. Aint she sweet hatte in der Tagesbestzeit von 15,2/1.900m mit dem Rennverlauf in der Außenspur nicht die geringsten Probleme und die für das Schwarzer-Steward-Rennen vorgesehene Cascada wies von der Spitze aus die bravourös kämpfende Verfolgerin Merete (Heiner Christiansen) ab.

Tietz gibt Wewering das Nachsehen - der nimmt Revanche

Thorsten Tietz, der in dieser Saison sicherlich noch einigen Nachholbedarf an Siegen hat, kam mit dem Hengst Dunaden zum Zuge. Der Sechsjährige bestritt die ersten tausend Meter in vierter Position und verbesserte sich Mitte der Gegenseite im Rush an die Flanke von Jorma Bo (Heinz Wewering), der in dieser Phase des Rennens gerade die Führung übernommen hatte. Beide Pferde lieferten sich weit vor dem restlichen Teilnehmerfeld ein spannendes Gefecht, das Dunaden kurz vor dem Zielpfosten für sich entschied.

Genau anders herum lief es nur gute zwanzig Minuten später, denn diesmal war Heinz Wewering derjenige, der sich auf die Ehrenrunde begeben konnte. Mit Bianca Boshoeve fing Europas erfolgreichster Sulkysportler den von Thorsten Tietz gesteuerten Kontrahenten MaxundAlex tatsächlich noch ab, obwohl der Gegner im Schlussbogen mit unzähligen Längen enteilt war. Doch Bianca Boshoeve, die trotz ihres Alters von neun Jahren an diesem Tag zweifellos eine der besten Leistungen ihrer gesamten Rennlaufbahn ablieferte, fing den Kontrahenten in spektakulärer Manier in 15,4/2.020m hauchdünn ab.

Lodrino beschert lukrativen Favoriten-Sieg

Die lukrativste Siegquote der Veranstaltung – nämlich 65:10 – gab es in der Abschlussprüfung. Und das, obwohl der erstmalig von Günter Schiefelbein präsentierte Lodrino sowohl im Rennprogramm TrabAktuell als auch im Mariendorfer Tipp auf Platz eins gesetzt war.

Das Teilnehmerfeld war allerdings auch nicht so leicht auszurechnen und Mitte der Zielgeraden, als eine breite Phalanx von Pferden zum Kampf um den Sieg ausscherte, schien alles offen zu sein. Doch am Ende behauptete sich Lodrino, der eine Runde vor dem Ziel die Führung übernommen hatte und für die Farben von Kay Härtel läuft, doch recht sicher.

Gesamtumsatz: 94.043,90 Euro – Bahnumsatz: 31.426,90 Euro - Außenumsatz: 62.617,00 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 12. März statt. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Nico Hennig, Trainer Eintracht Mahlsdorf II

FUSSBALL - Die Staffel 1 der Landesliga startet an diesem Wochenende gleich mit dem absoluten Topspiel in die Rückrunde. Bei der Partie SpVgg Hellas-Nordwest - Eintracht Mahlsdorf II treffen der Herbstmeister und der Tabellenzweite aufeinander. Während sich der Klub vom Heckerdamm in der Winterpause noch einmal prominent verstärkt hat, um den Weg in die Berlin-Liga zu schaffen, herrscht bei der Mahlsdorfer Reserve Gelassenheit. Als Neuling in der Landesliga hat man nicht gleich den Durchmarsch eingeplant, zumal die 1. Eintracht-Herren eine Spielklasse drüber dieses Unterfangen unmöglich macht - wenn sie nicht selbst noch den Aufstieg in die Oberliga schafft.

Mahlsdorfs Trainer Nico Hennig erklärt im Gespräch mit Berlinsport Aktuell, wie man es zur drittbesten zweiten Mannschaft Berlins (hinter Hertha BSC II und BFC Dynamo II) geschafft und was man sich für die Rückserie noch vorgenommen hat. Das Interview fand vergangenen Samstag am Rande des Testspiels beim SV Tasmania (2:3) statt.

 

Beitrag+Foto: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Feiern mit den Fans - wie hier Anhänger und Spieler der Preussen gemeinsam den Klassenerhalt bejubeln, so soll auch in der kommenden Saison (noch öfter) gefeiert werden.

Thomas Leonhardt, Vizepräsident des ECC Preussen

Mit neuem Trainer (Lenny Soccio) und dem Ziel Klassenerhalt ging Oberligist ECC Preussen in die Spielzeit 2016/17. Nach drei Erfolgen zu Beginn wuchs die Hoffnung im Umfeld auf mehr, aber schnell stellte sich das als Luftschloss heraus. Am Ende der Hauptrunde belegte man mit 28 Punkten aus 30 Spielen den 12. Platz.

Bei zehn Punkten Rückstand liebäugelten die Charlottenburger zum Anfang der folgenden Qualifikationsrunde (bestehend aus den Oberligisten von Platz 9-16) noch mit einem der beiden Pre-Playoffplätze. Doch diese Differenz vergrößerte sich im weiteren Verlauf.

Zwischenzeitlich wurde der Abstand zu den Relegationsplätzen 15 und 16 sogar noch einmal knapp - am Ende aber machten die Preussen auch dank der beiden Januar-Neuzugänge Marvin Tepper und Jakub Rumpel den Klassenerhalt rechtzeitig klar. Nach dem 9:4 im Derby bei F.A.S.S. am Sonntag ist man drei Spiele vor Saisonende endgültig gesichert.

Vizepräsident Thomas Leonhardt zieht im Interview mit Berlinsport Aktuell am Rande des Derbies im Wellblechpalast eine vorläufige Bilanz der Saison und erläutert, wie die weiteren Pläne am Glockenturm aussehen.

 

 

Beitrag+Foto: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé