Das war's schon: nur noch zweimal werden die Preussen-Spieler ihrem Trainer aufmerksam zuhören - dann zieht es Soccio (hinten, M.) mit noch unbekanntem Ziel weg
Lenny Soccio wird Eishockey-Oberligist ECC Preussen nun doch nicht in der nächsten Saison trainieren. Wie die Vereinshomepage der Charlottenburger mitteilt, habe Soccio aus persönlichen Gründen um Auflösung des Kontrakts gebeten und der ECC seinem Wunsch entsprochen. Unmittelbar vor Weihnachten hatten Club und Coach noch die vorzeitige Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr bekannt gegeben.
Auf Euphorie folgt zunächst Ernüchterung
Hier schien"die Kuh vom Eis": Lenny Soccio (r.) geht nach Verkündung der Vertragsverlängerung in der Drittelpause zu seinem Team in die Kabine.
Der Deutsch-Kanadier war zu Saisonbeginn nach über 20 Jahren als Spieler und Trainer in Hannover an den Glockenturm gekommen. Die Preussen wollten mit dem neuen Coach den Weg der Konsolidierung in der dritthöchsten Spielklasse beschreiten.
Nach überraschend starkem Saisonstart mit drei Siegen entfachten Soccio und seine Spieler schnell große Euphorie im Umfeld - anschließend verlor man bis Anfang Dezember allerdings dreizehn von 15 Partien und fand sich auf dem 12. Platz wieder.
Mit ungewöhnlichen Maßnahmen Klassenziel erreicht
Die sportliche Krise förderte auch gewisse Probleme im Binnenleben zu Tage. So räumte Soccio Ende Oktober in einer Teamsitzung mit der Mannschaft Fehler in seiner Methodik ein und ließ das auch über die Homepage verbreiten - nicht unbedingt nach dem Geschmack des Vorstands. Die vorzeitige Verlängerung der Zusammenarbeit und deren Bekanntgabe beim Heimspiel gegen die Tilburg Trappers am 23. Dezember erschienen wiederum als starkes Signal für die Kontinuität im Verein.
Noch vor Jahresende suspendierte Soccio in der Folge - mit Rückendeckung des Vereins - Veit Holzmann und Michael Raynee, immerhin zwei der besten Scorer bei den Preussen. In der Qualifikationsrunde der Teams von Platz 9 -16 konnte das Team den Klassenerhalt frühzeitig sichern - ohne jedoch nochmal entscheidend an die zwei ersten Plätze der Gruppe heranzukommen, die noch eine Teilnahme an den Pre-Playoffs ermöglicht hätte.
Vor dem abschließenden Wochenende der Saison bei den Preussen gab der Verein nun bekannt, dass die Zusammenarbeit von Club und Trainer doch nicht über die Saison 2016/17 fortgesetzt wird. Gute Nachricht am Rande: Mit dem starken Torwart Olafr Schmidt konnte der Verein eine wichtige Stütze für ein weiteres Jahr binden.
Nach seinem schweren Rennunfall gelingt dem Amateur ein großartiges Comeback und er feiert mit Bonjour Ganyboy AM den 50. Sieg seiner Fahrerkarriere. Michael Nimczyk geht mit seinen Schützlingen sogar dreimal auf die Ehrenrunde. Heinz Wewering führt Bianca Boshoeve zu einem spektakulären Erfolg.
Comeback nach Maß
Er ist einfach unverwüstlich: So mancher Amateurfahrer hätte den Trabersport nach einem solch schweren Rennunfall, wie ihn Andreas Marx vor einigen Monaten erlitten hat, sofort an den Nagel gehängt. Eine defekte Ausrüstung, die zum Kontrollverlust im Sulky und zum bösen Sturz führt – das ist wohl der absolute Albtraum eines jeden Aktiven und für Andreas Marx wurde dieses Horrorszenario inklusive diverser Knochenbrüche auf der Karlshorster Bahn im Oktober 2016 tatsächlich zur Realität. Doch aufzugeben – das ist ganz und gar nicht die Art des in Zeuthen lebenden Unternehmers. Seine Devise heißt stattdessen: Zähne zusammenbeißen!
Für diese taffe innere Einstellung wurde der 55-Jährige am Sonntag belohnt. Gleich sein erster Start nach dem Unfall führte Andreas Marx zurück in den Winner-Circle: Mit dem von ihm selber gezüchteten Wallach Bonjour Ganyboy AM, der sofort an die Spitze geschossen war und hochüberlegen auftrumpfte, gelang dem sympathischen Amateur der 50. Erfolg seiner Laufbahn.
Ixpress: Sieg beim Debüt
Roman Matzky, der Trainer von Bonjour Ganyboy AM, durfte sich nicht nur über das überschwängliche Lob freuen, das Andreas Marx bei der Siegerehrung dem gesamten Schöneicher Stallteam aussprach, sondern auch über seinen Neuzugang Ixpress, der ein überzeugendes Deutschland-Debüt ablieferte. In der Saison 2016 hatte der Wallach nur einen einzigen Start in Schweden absolviert, war dort aber mit dem Pensum überfordert und ging sang- und klanglos unter.
„Er hatte sehr gut gearbeitet – aber wir wussten vor dem Rennen natürlich trotzdem nicht genau, wo Ixpress steht. Ich bin zuversichtlich, dass sich der Braune zu einem tollen Pferd entwickelt!“
Roman Matzky, Trainer
Nun konnte er es in der Hand seines neuen Vorbereiters deutlich besser. Ixpress übernahm sofort die Spitze und gewann sehr leicht mit zwei Längen Vorsprung.
Der Tipp des Tages Amundsen Mo enttäuschte seine zahlreichen Anhänger nicht und gewann mit Michael Nimczyk überaus souverän. Der Wallach aus dem Championatsstall von Ulrich Mommert ist zwar alles andere als ein rasanter Beginner und musste auch diesmal einen deutlichen Rückstand auf die Spitze wettmachen. Auf der Schlussrunde sicherte der Goldhelm seinem Schützling aber die Idealposition als viertes Pferd außen und das war die halbe Miete.
Amundsen Mo ließ sich den Triumph mit anderthalb Längen Vorsprung nicht mehr nehmen. Damit beließ es der Goldhelm aber nicht, denn Michael Nimczyk gelangen noch zwei weitere Erfolge. Aint she sweet hatte in der Tagesbestzeit von 15,2/1.900m mit dem Rennverlauf in der Außenspur nicht die geringsten Probleme und die für das Schwarzer-Steward-Rennen vorgesehene Cascada wies von der Spitze aus die bravourös kämpfende Verfolgerin Merete(Heiner Christiansen) ab.
Tietz gibt Wewering das Nachsehen - der nimmt Revanche
Thorsten Tietz, der in dieser Saison sicherlich noch einigen Nachholbedarf an Siegen hat, kam mit dem Hengst Dunaden zum Zuge. Der Sechsjährige bestritt die ersten tausend Meter in vierter Position und verbesserte sich Mitte der Gegenseite im Rush an die Flanke von Jorma Bo(Heinz Wewering), der in dieser Phase des Rennens gerade die Führung übernommen hatte. Beide Pferde lieferten sich weit vor dem restlichen Teilnehmerfeld ein spannendes Gefecht, das Dunaden kurz vor dem Zielpfosten für sich entschied.
Genau anders herum lief es nur gute zwanzig Minuten später, denn diesmal war Heinz Wewering derjenige, der sich auf die Ehrenrunde begeben konnte. Mit Bianca Boshoeve fing Europas erfolgreichster Sulkysportler den von Thorsten Tietz gesteuerten Kontrahenten MaxundAlex tatsächlich noch ab, obwohl der Gegner im Schlussbogen mit unzähligen Längen enteilt war. Doch Bianca Boshoeve, die trotz ihres Alters von neun Jahren an diesem Tag zweifellos eine der besten Leistungen ihrer gesamten Rennlaufbahn ablieferte, fing den Kontrahenten in spektakulärer Manier in 15,4/2.020m hauchdünn ab.
Lodrino beschert lukrativen Favoriten-Sieg
Die lukrativste Siegquote der Veranstaltung – nämlich 65:10 – gab es in der Abschlussprüfung. Und das, obwohl der erstmalig von Günter Schiefelbein präsentierte Lodrino sowohl im Rennprogramm TrabAktuell als auch im Mariendorfer Tipp auf Platz eins gesetzt war.
Das Teilnehmerfeld war allerdings auch nicht so leicht auszurechnen und Mitte der Zielgeraden, als eine breite Phalanx von Pferden zum Kampf um den Sieg ausscherte, schien alles offen zu sein. Doch am Ende behauptete sich Lodrino, der eine Runde vor dem Ziel die Führung übernommen hatte und für die Farben von Kay Härtel läuft, doch recht sicher.
Gesamtumsatz: 94.043,90 Euro – Bahnumsatz: 31.426,90 Euro - Außenumsatz: 62.617,00 Euro.
Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 12. März statt. Beginn ist um 13.30 Uhr.
Großes Bild: Gemischte Gefühlslage - während die Spieler des NoSC (gelbe Trikots) den Punkt wie einen Sieg feierten, war das 1:1 aus Sicht Tasmanias eher eine Niederlage
Tabellenführer siegt, Tasmania lässt Punkte liegen
FUSSBALL - Der Berlin-Liga droht frühzeitige Langeweile - zumindest an der Tabellenspitze. Denn während der SC Staaken zum Auftakt der Rückrunde beim TuS Makkabi 3:2 siegreich blieb, verlor Verfolger SV Tasmania durch das 1:1 beim Nordberliner SC weiter an Boden. Der Rückstand der Neuköllner beträgt nun schon sieben Punkte.
Staaken lässt sich vom Rückstand nicht beirren
Leitete die Wende ein: Erhan Bahceci (SC Staaken)
Auf der Julius-Hirsch-Sportanlage in Charlottenburg tat sich der Spitzenreiter aus dem Spandauer Westen dabei zunächst schwer und musste sogar durch das Tor von Hamo (20.) den Rückstand hinnehmen. Kurz vor der Pause war dann aber wieder mal auf Staakens Torjäger Erhan Bahceci Verlass, dem der Ausgleichstreffer gelang (41.).
Nach dem Wechsel lief es dann beim SC Staaken und die starke Offensive erhöhte auf 3:1 für den Favoriten: Philipp Schulz (50.) und Sebastian Gigold (57.) waren die Torschützen. TuS Makkabi gab sich jedoch noch nicht geschlagen. Kurz vor Schluss gelang dem Aufsteiger sogar noch der Anschlusstreffer durch Kote Lopez (86.), zu mehr sollte es aber nicht reichen. Die Staakener bleiben somit als einziger Verein der höchsten Berliner Spielklasse weiterhin unbesiegt.
Die Stimmen vom Spiel Nordberliner SC - SV Tasmania:
Mario Reichel (Trainer Tasmania) und Martin Stelzer (Sportlicher Leiter Nordberliner SC, r.)
Play
Stop
X
Tasmania kann Überzahl nicht ausnutzen
Bedient: Tas-Trainer Mario Reichel
Der frühe Rückstand des Tabellenführers hatte sich bis nach Heiligensee herumgesprochen - die Partie dort hatte eine halbe Stunde später begonnen. Der Hoffnungsschimmer der Tasmanen wich allerdings schnell der Ernüchterung, da man selbst nach einer Viertelstunde beim Nordberliner SC durch ein Tor von Justin Hippe in Rückstand geriet - und das zu recht, da man die Anfangsphase der Partie verschlafen hatte. Erinnerungen wurden wach an die Vorsaison, als man im ersten Spiel nach der Winterpause ebenfalls nach frühem Rückstand am Ende mit 0:2 Baden gegangen war.
Mit fortschreitender Spieldauer konnten sich die Tasmanen allerdings dem giftigen Spiel des Gastgebers zunehmend entziehen. Ein zählbarer Erfolg ließ jedoch bis in die 2. Halbzeit auf sich warten, dann aber war Florian Medrane zur Stelle und erzielte den Ausgleich (50.). Wenig später mussten sich die Nordberliner wegen einer Gelb-Roten Karte mit nur noch 10 Mann des Gegners erwehren, der sich bei seinem Vorhaben allerdings als ungeschickter erwies. Trotz der Überzahl blieb es am Ende schließlich beim leistungsgerechten Unentschieden.
Mahlsdorf weiter stark, 1. FCW kommt unter die Räder
Hinter Tasmania konnte sich Eintracht Mahlsdorf in Stellung bringen. Das Team von Trainer Torsten Boer gewann beim abstiegsbedrohten BSV Hürtürkel mit 2:0 (Tore: Korn, Zorn) und setzte damit seine imponierende Serie fort: seit dem 6. Spieltag sind die Mahlsdorfer ungeschlagen. SD Croatia musste durch das 0:0 bei den Füchsen Berlin den 3. Platz an die Eintracht abtreten.
Eine Überraschung gab es auch am Tabellenende: der 1. FC Wilmersdorf ist (und bleibt) zwar Schlusslicht, hat aber im Winter personell ordentlich aufgerüstet. Dennoch gab es am Nachmittag eine deutliche 2:5-Niederlage bei Blau-Weiß 90.
FUSSBALL - Die Staffel 1 der Landesliga startet an diesem Wochenende gleich mit dem absoluten Topspiel in die Rückrunde. Bei der Partie SpVgg Hellas-Nordwest - Eintracht Mahlsdorf II treffen der Herbstmeister und der Tabellenzweite aufeinander. Während sich der Klub vom Heckerdamm in der Winterpause noch einmal prominent verstärkt hat, um den Weg in die Berlin-Liga zu schaffen, herrscht bei der Mahlsdorfer Reserve Gelassenheit. Als Neuling in der Landesliga hat man nicht gleich den Durchmarsch eingeplant, zumal die 1. Eintracht-Herren eine Spielklasse drüber dieses Unterfangen unmöglich macht - wenn sie nicht selbst noch den Aufstieg in die Oberliga schafft.
Mahlsdorfs Trainer Nico Hennig erklärt im Gespräch mit Berlinsport Aktuell, wie man es zur drittbesten zweiten Mannschaft Berlins (hinter Hertha BSC II und BFC Dynamo II) geschafft und was man sich für die Rückserie noch vorgenommen hat. Das Interview fand vergangenen Samstag am Rande des Testspiels beim SV Tasmania (2:3) statt.
Feiern mit den Fans - wie hier Anhänger und Spieler der Preussen gemeinsam den Klassenerhalt bejubeln, so soll auch in der kommenden Saison (noch öfter) gefeiert werden.
Thomas Leonhardt, Vizepräsident des ECC Preussen
Mit neuem Trainer (Lenny Soccio) und dem Ziel Klassenerhalt ging Oberligist ECC Preussen in die Spielzeit 2016/17. Nach drei Erfolgen zu Beginn wuchs die Hoffnung im Umfeld auf mehr, aber schnell stellte sich das als Luftschloss heraus. Am Ende der Hauptrunde belegte man mit 28 Punkten aus 30 Spielen den 12. Platz.
Bei zehn Punkten Rückstand liebäugelten die Charlottenburger zum Anfang der folgenden Qualifikationsrunde (bestehend aus den Oberligisten von Platz 9-16) noch mit einem der beiden Pre-Playoffplätze. Doch diese Differenz vergrößerte sich im weiteren Verlauf.
Zwischenzeitlich wurde der Abstand zu den Relegationsplätzen 15 und 16 sogar noch einmal knapp - am Ende aber machten die Preussen auch dank der beiden Januar-Neuzugänge Marvin Tepper und Jakub Rumpel den Klassenerhalt rechtzeitig klar. Nach dem 9:4 im Derby bei F.A.S.S. am Sonntag ist man drei Spiele vor Saisonende endgültig gesichert.
Vizepräsident Thomas Leonhardt zieht im Interview mit Berlinsport Aktuell am Rande des Derbies im Wellblechpalast eine vorläufige Bilanz der Saison und erläutert, wie die weiteren Pläne am Glockenturm aussehen.
Großes Bild: Lichte Reihen - Personalprobleme zwangen die Akademiker zuletzt wie hier im Berlin-Derby gegen Preussen, mit nur fünfzehn Spielern anzutreten
Für die Eishockeyspieler des Freien Akademischen Sportvereins Siegmundshof (F.A.S.S.) war die Saison 2016/17 in der Oberliga Nord eine gebrauchte. Nach Abschluss der Hauptrunde lag man mit 14 Punkten aus 30 Spielen bereits deutlich am Tabellenende.
Der Sportliche Leiter und damalige Trainer Oliver Miethke holte vor Beginn der anstehenden Qualifikationsrunde (bestehend aus den Teams von Platz 9 - 16) mit Doug Kacharvich einen Coach, der nochmal neue Reizpunkte setzen sollte. Ziel: wenigstens Platz 14 zu erreichen, der den direkten Klassenerhalt sichern sollte.
Oliver Miethke, Sportlicher Leiter der F.A.S.S.-Herren
Schnell war jedoch klar, dass die Vorgabe verfehlt würde: der Rückstand zum "rettenden Ufer" wuchs weiter an, Kacharvich musste seine Tätigkeit vorzeitig beenden. Drei Spieltage vor Abschluss steht F.A.S.S. längst als Tabellenletzter der Runde fest und muss sich nun auf die Relegation einstellen, in der es endgültig um den Klassenerhalt geht.
Oliver Miethke - inzwischen auch wieder Trainer der Akademiker - redete im Interview mit Berlinsport Aktuell nach der Derby-Niederlage am Sonntag gegen die Preussen (4:9) über die bisherige Saison, die Relegation und die Aussichten bei einem Abstieg in die Regionalliga.
Volleyball: Hammer in Köpenick - 3:0 gegen Dresden
Großes Bild: Glückliche Gesichter - gegen Dresden gab es die bei den KSC-Damen am Sonntag überall zu sehen (Archivfoto)
In der Volleyball-Bundesliga der Damen sorgten die Damen des Köpenicker SC für eine kleine Sensation: erstmals seit ihrem Aufstieg 2005/06 konnten sie den Dresdner SC bezwingen - und das gleich mit 3:0.
"Ein richtiger Mannschaftssieg, jeder brachte seine 110 % für das Team ein, so macht Volleyball Spaß."
Manuel Rieke, KSC-Trainer
Spielerin des Spiels: Nicole Walch
Die Dresdnerinnen - Meister 2014 und 2015 und vergangene Saison sogar "Double"-Gewinnerinnen - kamen auch diese Spielzeit als klare Favoritinnen in die Sporthalle Hämmerlingstraße. Tags zuvor hatten sie allerdings überraschend beim Tabellenletzten VCO Berlin im Sportforum den ersten Satz abgegeben, bevor der erwartete Erfolg eingefahren wurde. Vor rund 300 Besuchern am Sonntag in der "Hämmerlinghölle" begann der Deutsche Meister daher zunächst sehr konzentriert und führte schnell mit fünf Punkten. Doch die KSC-Damen bissen sich ins Spiel und holten sich mit 25:22 den ersten Satz.
Und es sollte kein Strohfeuer des Teams von Manuel Rieke bleiben - auch den zweiten Satz konnte man mit dem selben Resultat für sich entscheiden. Die Sensation lag jetzt in der Luft und verlieh den KSC-Damen - zusätzlich zum frenetischen Publikum - die nötigen Flügel für die Herkulesaufgabe. Auch im dritten Satz blieben die "Schmetterlinge" so ebenbürtig und behielten in der entscheidenden Phase die Nerven - nach 83 Minuten verwandelten sie den Matchball zum 26:24.
Nächste Spiele der KSC-Damen in Berlin: bei VCO (01.03., 19 Uhr, Sportforum) und gegen Vilsbiburg (04.03., 19 Uhr, Hämmerlingstraße)
Anschließend Jubelszenen und stehende Ovationen in der Halle. "Beste Spielerin" beim KSC wurde die US-Amerikanerin Nicole Walch, die alleine 24 Punkte zu dem Erfolg beisteuern konnte. Nach den letzten drei Partien der Hauptrunde - in Wiesbaden (25.02.), bei VCO Berlin (01.03., Sportforum) und zuhause gegen Vilsbiburg (04.03.) - geht es für die KSC-Damen, die aktuell Tabellen-9. sind, wie schon letzte Saison weiter mit den Pre-Playoffs.
Oberliga Nord: F.A.S.S. erst furios, dann chancenlos beim 4:9 im letzten Hauptstadtduell 16/17
Foto: Ein Abschied für länger? Spieler von Preussen (weiße Trikots) und F.A.S.S. beim 'Shakehands' nach Spielende
Umbau bei Eisbären mit Auswirkungen auch auf F.A.S.S.?
Im Berliner Eishockey stehen momentan offenbar Veränderungen an. Gerade erst präsentierte DEL-Club EHC Eisbären einen neuen Aufsichtsrat, bestehend aus Vertretern des amerikanischen Kooperationspartners Los Angeles Kings. An der Spitze mit NHL-Legende Luk Robitaille prominent besetzt, soll bei den Eisbären wieder erfolgsorientierter gearbeitet werden.
Was das mit der dritten Spielklasse und F.A.S.S. Berlin zu tun hat? Nun, die Akademiker sind aktuell Kooperationspartner der Eisbären und so könnten in dieser Zusammenarbeit ebenso Veränderungen anstehen. Noch ist es für Spekulationen allerdings zu früh - selbst, was die Relegation und den Kampf um den Klassenerhalt angeht, herrscht drei Spieltage vor dem regulären Saisonende noch Unklarheit. Sollte etwa die Fusion der beiden Scorpions-Teams (Hannover bzw. Wedemark) vonstatten gehen oder der EHC Timmendorfer Strand aus finanziellen Gründen zurückziehen müssen, würden in der kommenden Oberligasaison Plätze frei und eine Relegation evtl. sogar obsolet.
Hören Sie an dieser Stelle in den kommenden Tagen auch die Stimmen von Thomas Leonhardt (ECC Preussen) und Oliver Miethke (F.A.S.S.) zum Derby bzw. zur Saison 2016/17
So war vor dem Oberliga-Derby am Sonntag nur zweierlei klar: Gastgeber F.A.S.S. ist tabellarisches Schlusslicht und wird dies aufgrund des gewaltigen Rückstands auch bleiben. Der ECC Preussen brauchte dagegen noch drei Punkte, um das Thema "Abstiegsrunde" endgültig zu den Akten legen zu können - nach vorne, sprich: die ersten beiden Playoff-Plätze, ging für die Charlottenburger nichts mehr.
Letztes Aufgebot legt ordentlich los
F.A.S.S. trat wie schon bei den Hannover Indians am Freitag (1:8) mit einem Rumpfkader von 15 Aktiven an - zwei Torhüter eingeschlossen! Das Ziel "Ehrenrettung" machte den Akademikern im Wellblechpalast in Hohenschönhausen zunächst aber erstaunlich Beine: trotz des Blitz-Rückstands durch den Treffer von Jakub Rumpel nach nur 19 Sekunden schlug der Gastgeber giftig zurück. Can Matthäs sorgte schnell für den Gleichstand (2.) und Dominik Müller brachte die Roten mit einem Doppelschlag in der letzten Minute des ersten Durchgangs sogar mit 3:1 in Front.
Im zweiten Drittel zunächst dasselbe Bild: aufopferungsvoll spielende Akademiker ließen die immer noch schläfrig wirkenden Preussen ziemlich alt aussehen. Als Marvin Miethke (24.) sogar das 4:1 gelang, wuchs die Hoffnung auf einen Derbysieg bei den Roten - der für die Moral angesichts der anstehenden Relegation gut getan hätte. Doch spätestens jetzt fühlten sich die Gäste an der Ehre gepackt und drehten zunehmend auf, während bei F.A.S.S. die Kräfte erwartungsgemäß nachließen.
Das Derby kippt noch im Mitteldrittel
Max Janke (27.), Jan Schmidt (30.) und Julian van Lijden (34.) sorgten so binnen zehn Minuten für den Ausgleich, der auch zum Ende des Mitteldrittels Bestand hatte. Das Derby konnte also "nochmal von vorne" beginnen: nun aber unter der Hypothek schwindender Kräfte und geschwächter Moral bei den Hausherren.
So kam, was kommen musste: keine Minute war im letzten Drittel gespielt, als Justin Ludwig den Puck im Gehäuse von F.A.S.S.-Keeper Philipp Lücke zum 4:5 unterbringen konnte. In der Folge entwickelte sich eine einseitige Partie mit der einen oder anderen typischen Derby-Härte und -Hektik - immer aber im zumindest beim Eishockey üblichen Rahmen.
Rumpel (46.) und Schmidt (49.) mit ihren jeweils zweiten Treffern des Tages sorgten bald für klare Verhältnisse. In der Schlussphase erhöhten Daniel Volynec (54.) und Philip Menge (58.) auf 4:9, sodass es in den letzten Sekunden für die Akademiker nur noch darum ging, eine zweistellige Derby-Pleite zu vermeiden.
Zumindest dieses Unterfangen sollte an diesem Sonntagnachmittag noch gelingen, die Überzahl der knapp 300 Zuschauer feierte jedoch die Preussen sowohl für den erreichten Klassenerhalt als auch den Erfolg im Prestigeduell. In allen vier Begegnungen dieser Spielzeit blieb das Team von Trainer Lenny Soccio somit siegreich. Ob es auch nächste Saison zu einem sportlichen Wiedersehen beider Teams in der Oberliga Nord kommt, bleibt - siehe oben - abzuwarten.
Nach der überraschenden Heimniederlage gegen den Tabellenletzten der Bundesliga, den Bergischen HC, wollten sich die Füchse vor eigenem Publikum im EHF-Pokal schnell revanchieren. Allerdings konnte Trainer Velimir Petkovic gegen den französischen Vertreter St. Raphael Var HB nur mit einem absoluten Rumpfaufgebot aufwarten - in dem nicht nur verletzte Spieler fehlten, sondern auch angeschlagene aufliefen. Doch vor 4.900 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle war den Berlinern der Wille zur Wiedergutmachung deutlich anzumerken.
Der Sieg heute war eine Frage des Charakters. Ich bin stolz auf mein Team, alle haben gekämpft wie die Löwen gegen die Top-Mannschaft Saint-Raphael. Wir können alle stolz sein.
Velimir Petkovic, Füchse-Trainer, nach dem 33:31 gegen St. Raphael Var HB
Zur Pause lag der Gastgeber nach einer Energieleistung mit 19:14 Toren in Führung, nach dem Wechsel machte sich der Kräfteverschleiß jedoch erwartungsgemäß bemerkbar. Es reichte jedoch für die Füchse, um ein 33:31 und damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel der Gruppe A einzufahren. Bester Werfer bei den Berlinern war der Däne Hans Lindberg (9 Treffer), gefolgt vom Spanier Ignacio Plaza (6).
ALBA: Dritter im Final Four
Die Berliner Basketballer steckten vor der Endrunde im Basketball-Pokal in "heimischer" Halle in einer schwierigen Situation. Fünf Pflichtspielniederlagen in Folge hatten sich die Albatrosse zuletzt eingehandelt - darunter am vergangenen Mittwoch eine überraschende Pleite gegen Science City Jena auf eigenem Parkett. So konnte das Team von Trainer Ahmet Caki nur wenig Erbauliches mit in die Pokalendrunde nehmen - zumal dort mit Bayern München nicht nur der Erzrivale, sondern auch ein äußerst starker Gegner wartete. Vor nicht mal einer Woche erst hatten die Bayern in der BBL an selber Stelle klar gegen ALBA (80:56) gesiegt.
"Wir haben schon gestern gut gespielt und neue Teamchemie aufgebaut. Wären wir da heute rausgegangen und hätten nicht alles gegeben, hätte das diese Chemie wieder beschädigen können. Das haben wir den Spielern auch gesagt. Der Sieg war auch für unsere Fans, die uns schon die ganze Saison toll unterstützen."
Ahmet Caki, ALBA-Trainer, nach dem Sieg im Spiel um Platz 3
Die Favoritenrolle vor dem Halbfinale in der Arena am Ostbahnhof am Samstag war somit vergeben - und die Münchner wurden ihr schließlich durch einen 78:70-Erfolg gerecht. Vor rund 10.000 Besuchern fiel das Resultat dabei aber nicht so deutlich wie befürchtet aus, und auch die Leistung der Albatrosse war diesmal aller Ehren wert. Als bester Werfer bei ALBA zeichnete sich Milosavljevic mit 17 Punkten aus.
Tags darauf gewannen die Berliner dann das Spiel um den 3. Platz gegen die MHP Riesen Ludwigsburg deutlich mit 84:70 und sorgten somit für einen versöhnlichen Abschluss der Veranstaltung. Den Pokalsieg holten sich anschließend die Brose Baskets Bamberg mit einem 74:71 über ALBA-Bezwinger Bayern München.
Eisbären behaupten Platz 10
Auch beim Berliner Eishockey-Bundelsigisten läuft es diese Spielzeit bekanntermaßen alles andere als rund. Mit fünf Niederlagen aus den vergangenen sechs DEL-Partien verschärfte sich dieser Trend zuletzt sogar noch. Der aktuelle 10. Platz berechtigt zumindest gerade noch zur Teilnahme an den Pre-Play-Offs, um vielleicht bei einem Erfolg dann doch noch ins Viertelfinale vordringen zu können.
"Die drei Punkte waren eine gute Mannschaftsleistung. Das war ein wichtiger Schritt Richtung 1. Playoff-Runde und jetzt haben wir noch drei wichtige Spiele vor uns und soweit können wir noch viele Punkte mitnehmen."
Marcel Noebels, Eisbären-Torschütze
Um so wichtiger also der Heimsieg gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven - bereits am Freitagabend setzten sich die Eisbären gegen den Tabellen-8. der DEL mit 4:1 (1:0, 2:0, 1:1) durch und konnten somit drei wertvolle Punkte einsammeln. Die Treffer vor rund 13.000 Zuschauern erzielten Aubry, Linglet, Noebels und Müller.
Nach dem für die Eisbären spielfreien Sonntag folgen nun die letzten drei Partien der Vorrunde: zunächst am Dienstag bei den Krefelder Pinguinen, dann können die Berliner kommendes Wochenende mit zwei Heimspielen gegen Ingolstadt und Iserlohn ihr Mindestziel in Angriff nehmen.
Es schienen lediglich Pflichtübungen zu sein - doch sowohl die Basketballer von ALBA Berlin als auch die Handballer der Füchse verloren gestern Abend ihre Heimspiele in der Bundesliga und verzeichneten in einer wichtigen Phase der Saison herbe Rückschläge.
ALBA verspielt komfortablen Vorsprung
Nach vier Pflichtspielniederlagen in Folge - die letzte davon ein bitteres 56:80 auf eigenem Parkett gegen Bayern München - schien die Aufgabe gegen Science City Jena gerade recht zu kommen. Sicherlich galt es, den Tabellen-10. aus Thüringen nicht zu unterschätzen - die Chance, ein Erfolgserlebnis mit in das anstehende Pokalwochenende mit dem Top4 in der Max-Schmeling-Halle zu nehmen, war dabei nicht gering und vor allem wünschenswert.
Nach den vergangenen Niederlagen waren meine Jungs sicher etwas unter Druck, aber wir müssen die Schlussphase solch eines Spiels viel besser über die Bühne bringen.
Ahmet Caki, ALBA-Trainer
Und alles lief vor rund 7.000 Besuchern zunächst für Berlins Basketballer - zur Pause lag ALBA deutlich mit 44:26 in Führung. Doch danach ging der Mannschaft von Trainer Ahmet Caki zusehends die Luft aus. Am Ende siegten die Gäste knapp mit 74:73, Albas letzter Korbversuch scheiterte knapp - irgendwie bezeichnend für den Abend. Doch Pech wäre sicherlich die schlechteste Erklärung für die erneut enttäuschende Vorstellung.
Schon am Samstag geht es nun im Final Four des Pokalwettbewerbs weiter - mit ALBA quasi als Gastgeber in der Max-Schmeling-Halle. Das erhöht den Druck auf die Albatrosse natürlich, ebenso wie die Tatsache, dass der Gegner im Halbfinale erneut Bayern München sein wird. Denn mit den Bayern verbindet ALBA auch eine innige Rivalität - Spielausgang und Leistung des Caki-Teams in dieser Partie können somit auch auf die weitere Saison Signalwirkung haben.
Füchse laufen dem Schlusslicht hinterher
Mit zwei Auswärtssiegen in EHF-Pokal und Liga waren die Handballer der Füchse erfolgreich in die Serie nach der WM-Pause gestartet. Das dritte Spiel in sieben Tagen sollte ebenfalls - trotz der Belastung - einen Dreier bringen, zumal der Kontrahent Bergischer HC als Tabellenletzter der Bundesliga anreiste. Die Füchse taten sich jedoch schwer mit der Pflichtaufgabe und lagen zur Pause mit einem Tor im Rückstand.
"Der BHC ist heute gekommen, um das Spiel zu gewinnen und hat völlig verdient gewonnen. Zehn Minuten Aggressivität in der Abwehr gegen 60 Minuten Aggressivität vom BHC reichen nicht aus."
Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning.
Was zunächst noch nicht nach einem "Beinbruch" aussah, nahm dann aber schnell bedrohliche Formen an. Nach acht Minuten im zweiten Durchgang hatte sich das Team aus Wuppertal/Solingen auf 21:17 absetzen können. Ein Rückstand, den die Füchse nicht mehr gutmachen sollten. Die Schützlinge von Velimir Petkovic kamen im weiteren Verlauf zwar wieder heran, der BHC konnte zumindest seinen minimalen Vorsprung wahren und letztlich ins Ziel bringen.
Auch im Fall der Füchse wäre es nun zu kurz gegriffen, eine Entschuldigung wie die sicherlich nicht einfache "Englische Woche" herbeizuziehen. Fakt ist, dass sich die Berliner einen bösen Ausrutscher geleistet haben, der noch Nachwehen produzieren könnte. In der Liga ist der Abstand (nach Minuspunkten) auf den begehrten Platz drei auf vier Zähler angewachsen, kommenden Sonntag steht bereits das erste Heimspiel der Gruppe A im internationalen Wettbewerb an. Gegner ist dann das französische Team von St Raphaël Var HB. Bis dahin gilt es also, schnell den Kopf wieder frei zu bekommen.