Eishockey-Oberliga Nord: ECC Preussen und FASS Berlin verlieren ihre Schlüsselspiele
Foto: Ernüchterung - Preussen (links) und FASS können ihre Ziele abschreiben
Nach Abschluss der Hauptrunde in der Oberliga Nord läuft die Qualifikationsrunde auf vollen Touren. An ihr nehmen auch der ECC Preussen und FASS Berlin teil, die es "nur" in die Runde der letzten Acht der Hauptrundentabelle geschafft haben. Für diese hatten sich beide Teams allerdings noch zwei - allerdings ganz verschiedene - Ziele gesetzt.
Die Preussen liebäugelten mit dem Erreichen der ersten beiden Plätze, die zur Teilnahme an den sog. Pre-Playoffs berechtigen, in denen man mit den beiden Letzten der Meisterrunde nochmal um eine bessere Abschlussplatzierung kämpft. FASS als Schlusslicht hingegen peilte wenigstens noch Platz 6 in der Qualifikationsrunde an, um den Klassenerhalt direkt zu sichern.
Spätestens seit diesem Freitag aber dürften diese Träume endgültig geplatzt sein, denn beide Klubs verloren ihre Heimspiele am Abend gegen die Teams, die auf dem entsprechenden Platz liegen. Der ohnehin schon beträchtliche Rückstand vergrößerte sich so noch derart, dass die Chancen nur noch rein theoretischer Natur sind und schon nach den Spielen am Sonntag endgültig ad acta gelegt werden könnten.
Preussen verspielen alles im 2. Drittel
Der ECC Preussen bekam es dabei mit den Black Dragons Erfurt zu tun, die sich 15 Punkte voraus im Klassement auf dem 2. Platz befanden. Nach dem ersten Drittel führte der Gastgeber vor knapp 400 Besuchern in der Eishalle am Glockenturm noch mit 2:1 dank eines Blitzstarts mit Toren von Jentzsch (nach nur 16 Sekunden) und Rumpel (4.).
Im Mittelabschnitt dann aber passierte das schwer Erklärbare: erst musste der ECC gleich zu Beginn innerhalb von anderthalb Minuten drei Gegentreffer schlucken, dann folgten noch zwei weitere. Immerhin verkürzte Volynec noch auf den Zwischenstand von 3:6 (36.). Im letzten Drittel war diese Hypothek aber nicht mehr auszugleichen, es reichte lediglich zu einem Treffer durch Tepper (54.), womit die Partie schließlich 4:6 (2:1, 1:5, 1:0) verloren ging.
Vor dem "Rückspiel" in Erfurt ist der Rückstand auf den begehrten Platz 2 für die Preussen also auf 18 Punkte angestiegen - angesichts von noch sechs ausstehenden Spielen wahrlich eine unlösbare Aufgabe. Dennoch gilt es, die kommenden Aufgaben konzentriert anzugehen, denn der Vorsprung der Preussen auf den ersten "Abstiegsrundenplatz" ist mit sechs Zählern bedeutend knapper.
FASS trotz früher Führung chancenlos
Für FASS Berlin war die Ausgangsposition vergleichbar: vor den beiden Partien gegen den EHC Timmendorfer Strand (Sonntag an der Ostsee), der auf dem 6. Platz gerade noch über dem Strich lag, waren zwei Siege Pflicht - bei 15 Punkten Rückstand.
Die knapp 120 Zuschauer im Erika-Hess-Eisstadion sahen einen viel versprechenden Start des Heimteams: Gläser brachte FASS schon in der 4. Minute in Führung. Doch zum Ende des ersten Abschnitts bereits hatten die Timmendorfer den Spielstand zu ihren Gunsten gedreht.
Die "Beach Boys" ließen sich jetzt die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, bauten ihre Führung im Mitteldrittel mit drei Treffern aus. Den Weddingern gelang lediglich das zwischenzeitliche 2:4 durch Merk (26.).
Zarte Hoffnung keimte noch einmal auf, als Patrzek für die Akademiker im Schlussabschnitt das 3:5 gelang (50.) - für mehr reichte es aber nicht. Kurz vor Spielende fingen sich die Weddinger dann noch ein "Empty Net"-Goal, als man den Torwart herausgenommen hatte, zum Endstand von 3:6 (1:2, 1:3, 1:1) ein.
Der Rückstand auf den 6. Platz - ihn belegen jetzt die Hannover Scorpions, die Timmendorf passieren lassen mussten - und damit den vorzeitig gesicherten Klassenerhalt beträgt für FASS sechs Spiele vor Rundenende nun 17 Zähler. Die Akademiker können also schon mal mit der ungeliebten Relegation planen, in der die zwei Letzten der Ober- und die zwei Besten der Regionalliga um Klassenverbleib bzw. Aufstieg spielen.
Schon letzte Saison landete FASS in der Abstiegsrunde und verfehlte den Klassenerhalt sportlich, konnte aber dank des Rückzugs des EHC Neuwied schließlich doch in der Oberliga 2016/17 an den Start gehen.
Eigentlich sollte es nur nicht gegen den Abstieg gehen - doch mit dem Gewinn der Herbstmeisterschaft steht den Spreefüxxen Berlin ein unbeliebtes Thema ins Haus: Der Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Beitrag von Eike Ahlhausen*
Erstmal den Klassenerhalt sichern - dieses Saisonziel können die Spreefüxxe sich wohl frühzeitig abschminken. Denn die Berlinerinnen stehen schon wieder an Nummer eins, wie bereits im Aufstiegsjahr 2014 - damals gelang sogar der Durchmarsch in die 1. Liga. Doch die höchste deutsche Spielklasse im Frauenhandball brachte den Füxxen kein Glück und so meldeten sie nach zwei Jahren Erstliga-Abenteuer freiwillig für die 3. Liga Ost.
Bislang alle Spiele gewonnen
Hier läuft es prima: Jenseits des finanziellen und sportlichen Drucks einer nationalen Spitzenliga können die Berlinerinnen frei aufspielen. Ohne Punktverlust stehen sie ganz oben in der Tabelle und feierten die Herbstmeisterschaft. Dramaturgisch geschickt schlugen die Spreefüxxe am letzten Spieltag vor der Winterpause ihren hartnäckigsten Verfolger die SG 09 Kirchhof mit 31:28 im sogenannten Fuxxbau - das ist die Sporthalle Charlottenburg in der Sömmeringstraße.
Wie sehr die Spreefüxxe die 3.Liga Ost beherrschen zeigt ein Blick auf das Ergebnisbord. Ein knapper Sieg, wie gegen die Frauen von der SG 09 Kirchhof, bleibt in dieser Saison die Ausnahme. Nicht selten offenbaren sich Klassenunterschiede wie beim 31:21 gegen den Berliner TSC. Ganz bitter wurde es für die Spielerinnen vom Frankfurter HC (31:13) oder der HG Zirndorf bei ihrer 34:13-Niederlage im ersten Heimspiel der Füxxe.
Zwischen Vergangenheit und Machbarkeit
Auf der Vereins-Homepage lesen sich Spielberichte wie Elegien vergangener Festtage in der Beletage des Frauenhandballs. Als würde es noch immer um die deutsche Meisterschaft oder einen verheerenden Abstieg gehen, wird die eigene Mannschaft an vergangenen Maßstäben gemessen. „Noch deutlicher“ hätte der 27:17-Auswärtssieg gegen die SV Fritzlar 1976 nicht etwa ausfallen können, sondern gar „müssen“ - steht im Spielbericht vom 27 November 2016. Da schlägt unverkennbar das Herz eines erstklassigen Teams bei den Füchsen Berlin Reinickendorf, wie der Vereinsname ganz offiziell lautet.
Bleibt also das Dilemma zwischen sportlicher Leistungsfähigkeit und finanzieller Machbarkeit. Denn auch in der 1. Liga konnten die Spreefüxxe sportlich mithalten, wenn auch nicht ganz oben. Doch was ist der Unterschied zwischen Bietigheim oder Metzingen, den Spitzenreiterinnen in der 1. Liga, und Berlin? Die Antwort ist so einfach wie schnöde: Ein bisschen Kleingeld mehr oder weniger. Und in Berlin gibt es davon nunmal etwas weniger - zumindest für Frauensport im Allgemeinen und Handballsport im Besonderen.
Auf den ersten Blick erscheint das unlogisch: Berlin als Bundeshauptstadt, reich an gut laufenden Unternehmen und mit hohem Publikumspotential. Doch Britta Lorenz, die Managerin der Füxxe, formulierte es einmal so:
"Wir lieben diese Stadt, aber manchmal wünsche ich mir doch, wir wären ein Dorfverein in einem Ort, wo der Frauenhandball mehr geschätzt wird und alle dahinter stehen."
Britta Lorenz, Managerin der Spreefüxxe
Denn im Vergleich zu Bietigheim oder Metzingen, wo Etats in Millionenhöhe zur Verfügung stehen, ist die sportliche Konkurrenz in Berlin einfach zu groß. Über 100 Erstliga-Teams wetteifern um potenzielle Sponsoren und selbst vermeintlich große Tiere, wie die Männermannschaft der Füchse Berlin, immerhin Weltpokalsieger, haben große Probleme, adäquate Sponsoren zu finden.
Aufstieg war nicht das Saisonziel
Und so hofften die Verantwortlichen der Berliner Handballerinnen, dass es in diesem Jahr nicht schon wieder um den Aufstieg geht, denn Aufstieg bedeutet Existenzkampf - und davon hatten die Spreefüxxe in den letzten Jahren erst einmal genug. Eigentlich sollte in den nächsten Jahren eine ruhige Kugel im Handball-Unterhaus geworfen werden: Nachwuchs heranführen, günstiger wirtschaften, konsolidieren auf allen Ebenen - personell, finanziell und emotional. Denn die letzten Jahre in der 1. Liga waren kräftezehrend. Vor allem für Britta Lorenz, die sich zwischen Sponsorensuche und Finanzierungsmodellen aufrieb.
Doch mit der ruhigen Kugel wird es wohl nichts, die Mannschaft spielt einfach zu gut - es besteht akute Aufstiegsgefahr. Daran können auch die vielen neuen Nachwuchsspielerinnen nichts ändern. Denn das Gesicht der Mannschaft hat sich deutlich verändert, nur: anscheint nicht deutlich genug. Denn für die 3. Liga ist ihr Niveau immer noch zu hoch.
Ein Kader voller Klasse
Dazu gab es am Ende der Hinserie noch ein überraschendes Comeback: Bianca Trumpf, die zur Konkurrenz vom MTV Altlandsberg wechselte, ist zurück bei den Sprefüxxen und macht sie damit nicht schwächer. Trumpf ist jetzt neben Anna Blödorn und Alexandra Sviridenko eine von drei verbliebenen Ex-Erstligaspielerinnen. Sophie Mrozinski und Anna Eber komplettieren den Stamm von Spielerinnen, die bereits 2012 zusammen aus der dritten in die 2. Liga aufstiegen.
Das Team beherzigt, was André Konopinski, Vorsitzender vom Fan-Club "Füchse-Power", nach dem Aus in der 1. Liga formulierte:
"Luft holen, konsolidieren und ehrlichen Handball spielen."
André Konopinski, Fanclub "Füchse-Power"
Das gelingt bislang, Hardcore-Fans wie Konopinski finden ihren Spaß auch in der 3. Liga, besonders wegen der zahlreichen Derbys. Doch haltbar ist der Zustand nicht, denn die Sprefüxxe weisen immer noch mindestens Zweitliganiveau auf und der Spielberechtigung für die 2. Bundesliga dürfte nach aktuellem Ermessen am Ende der Saison ins Haus flattern.
Perspektiven für die Zukunft
Wie werden die Spreefüxxe damit umgehen? Den Aufstieg aus finanziellen Gründen ablehnen und die Konkurrenz in der 3. Liga Ost weiterhin mürbe schießen? Britta Lorenz gibt sich bei dieser Frage gelassen, will erst mal abwarten. Konkrete Planungen für den Fall der Fälle möchte sie noch nicht verraten. Einen Fingerzeig könnte der neu gewonnene Co-Sponsor von der BKK Verkehrsbau Union (BKK-VBU) geben.
Sein Engagement gilt ausdrücklich dem Nachwuchsbereich der Spreefüxxe. Eigens ausgebildete, bezahlbare Spielerinnen - so kann die Zukunft des Berliner Frauenhandballs aussehen, zunächst einmal in der 2. Liga. Dort könnten auch die Siege dann weiterhin noch deutlicher ausfallen.
* Dieser Beitrag wurde bereits Mitte Januar veröffentlicht und erscheint nun bei Berlinsport Aktuell
Das 4. ISTAF Indoor in Berlin wird mit internationalen Stars erstklassig besetzt sein. Zwei mit Spannung erwartete Duelle müssen aber leider ausfallen.
Bericht: Eike Ahlhausen
Stabhochsprung: "Olympia-Revanche" fällt aus
Beim 4. ISTAF Indoor am 10. Februar in der Berliner Mercedes-Benz Arena sollte eigentlich Stabhochsprung-Superstar Renaud Lavillenie aus Frankreich auf den Olympiasieger Thiago Braz da Silva aus Brasilien treffen. "Das ist die Riesen-Revanche für Rio", schwärmte Meeting-Direktor Martin Seeber noch vor Kurzem - Lavillenie sagte seine Teilnahme dann aber erst diese Woche wegen Problemen an der Achillessehne ab. Damit fällt ein mit Spannung erwartetes Duell beim ISTAF Indoor aus.
Für alle, die in Sachen Leichtathletik nicht zum Fachpublikum gehören, sei noch einmal an die Olympischen Spiele im letzten Jahr in Rio de Janeiro erinnert. Renaud Lavillenie ging als großer Favorit in den Wettkampf, das brasilianische Publikum im Olympiastadion buhte ihn gnadenlos aus – während seiner Sprungversuche. Unter Tränen brachte er den Wettkampf zwar zu Ende, aber nicht als Olympiasieger. Die Goldmedaille schnappte ihm der Brasilianer Thiago Braz da Silva unter frenetischem Jubel der einheimischen Zuschauer weg. Ein in der olympischen Geschichte ausnahmsloser Skandal. Olympisches Publikum hatte sich bisher immer positiv für einen Athleten engagiert, aber niemals gegen einen Sportler. Der amtierende Vize-Weltmeister Raphael Holzdeppe von der LAZ Zweibrücken dürfte aber für genügend Spannung im Wettbewerb der Stabhochspringer sorgen.
Dass auch die vierte Auflage des winterlichen ISTAF-Ablegers in der Arena am Ostbahnhof – im Sommer ist das Olympiastadion in Berlin der Austragungsort – zu einem ausgesprochenen Erfolg wird, da ist sich Martin Seeber sicher. Das größte Leichtathletik-Meeting unterm Hallendach habe sich in den vergangenen drei Jahren dank seiner einzigartigen Kombination aus Spitzensport und Show bei Zuschauern und Aktiven einen Namen gemacht. Nirgendwo sonst sei man näher am Geschehen, nirgendwo sonst seien die Emotionen greifbarer. Neben einem kurzen Live-Konzert sind folgende Disziplinen laut Seeber geplant: 60 Meter Sprint für Frauen und Männer, 60 Meter Hürdensprint (ebenfalls Frauen und Männer), Stabhochsprung und Diskuswurf der Männer, sowie Weitsprung der Frauen.
Weitsprung: Wester will's wieder wissen
Apropos Weitsprung: "Am 10. Februar wird wieder Berlin gerockt!" Vorjahressiegerin Alexandra Wester freut sich bereits jetzt auf diesen Wettkampf. Wester kann es kaum erwarten, bis es endlich losgeht: sie verspricht den Fans auch dieses Jahr wieder eine große Show. Die 22-Jährige sagte ihren Start beim weltweit größten Hallen-Meeting ebenso zu, wie die serbische Europameisterin Ivana Spanovic, die in Rio Olympia-Bronze gewann. Auch Sosthene Moguenara vom SV Saar 05 Saarbrücken, die im vergangenen Jahr mit 7,16 Metern in die Weltspitze sprang, wird dabei sein. Als Lokalmatadorin geht die Berlinerin Melanie Bauschke an den Start.
"Das wird krass, ein Hammer-Wettbewerb", sagt Alexandra Wester weiter. "Ivana mag ich sehr, finde sie richtig cool. Toll, dass auch Sosthene am Start ist. Wir sind gute Freundinnen, absolvieren auch gemeinsam Trainingslager. Das wird spannend!" Noch einmal zur Erinnerung: Vor einem Jahr katapultierte sich Alexandra Wester beim 3. ISTAF Indoor ins Rampenlicht und in die Herzen des Berliner Publikums. Die junge Kölnerin steigerte ihre Bestleistung gleich um 23 Zentimeter: 6,95 Meter – Meeting-Rekord und Weltjahresbestleistung! "Es war mein bester Wettkampf des Jahres, das war mein Durchbruch", erinnert sich Wester. "6,95 Meter – das hatte ich mir selbst nicht erträumt."
"Ich fühle mich richtig gut und freue mich wahnsinnig auf Berlin. Die Stimmung ist beim ISTAF Indoor einfach gigantisch."
Weitspringerin Alexandra Wester
Die Weitspringerin hat gerade ein Trainingslager auf Fuerteventura beendet. "Ich fühle mich richtig gut und freue mich wahnsinnig auf Berlin. Die Stimmung ist beim ISTAF Indoor einfach gigantisch. Der hohe Steg, der Laser, der die Weite der Führenden anzeigt, die Nähe zu dem tollen Publikum – das ISTAF Indoor ist etwas ganz Besonderes. Die Stimmung pusht mich, und auch der Laser hilft mir sehr. Es ist gut zu sehen, wie man springen muss, um in Führung zu gehen. Den Laser hätte ich am liebsten bei jedem Wettkampf. Den sollte man überall einführen." Meeting-Direktor Martin Seeber stimmt Alexandra Wester unbedingt zu: "Der Weitsprung ist stets ein emotionales Highlight, wir freuen uns auf einen starken Wettbewerb mit tollen Sportlerinnen."
Diskus: Auch ohne Brüderduell ein illustres Starterfeld
Ein starker Wettbewerb mit starken Sportlern sollte auch das Diskuswerfen werden. Wird es auch, allerdings mit einer kleinen Einschränkung: Einer der beiden eingeschriebenen Hartings muss passen. Dreimal dürfen sie raten, wer von beiden es ist – richtig: Robert, der ältere ist wieder unpässlich. Der London-Olympiasieger von 2012 ist nach einem operativen Eingriff am rechten Knie noch nicht wieder hundertprozentig fit. "Ich kann leider immer noch nicht voll werfen. Die Heilung verläuft langwieriger als gedacht", sagte der 32-Jährige im Trainingslager Kienbaum. "Das ist schon ziemlich enttäuschend."
"Die Heilung verläuft langwieriger als gedacht. Das ist schon ziemlich enttäuschend."
Robert Harting, der wegen Verletzung absagen musste
Robert wird seinem jüngeren Bruder Christoph, dem Olympiasieger aus Rio, das Feld überlassen. Das bereits in Rio geplatzte Brüderduell wird auch in Berlin auf sich warten lassen. Wie bei den vergangenen großen Wettkämpfen heißt es leider auch diesmal: Christoph Harting – allein zu Haus. So alleine ein Athlet unter 12.500 Zuschauern halt sein kann. Noch im letzten Jahr war Robert der große Held der Veranstaltung. Nach 531 Tagen Verletzungspause feierte er sein großes Comeback. Nach den ersten fünf schwachen Versuchen im Wettbewerb sah es zunächst nicht nach einem erfolgreichen Abend für den Berliner aus.
Erst der letzte Versuch brachte Klarheit: Robert Harting ist zurück, und er ist immer noch stärker als Christoph. Er schleuderte den Diskus auf 64,81 Meter und sicherte sich damit den Sieg vor seinem sechs Jahre jüngeren Bruder, der auf 64,34 Meter kam. Robert verzichtete zwar darauf, wie sonst nach großen Siegen, sein Trikot zu zerfetzen. Nach seinem Siegeswurf fiel er aber auf die Knie und streckte beide Fäuste in Richtung Hallendecke, auch die Ehrenrunde schien er ganz besonders zu genießen.
Auch dieses Jahr würde ihm eine ähnliche Comeback-Party gut gefallen, keine Frage. Nach seinem Ausfall bei den Olympischen Spielen in Rio war Hartings Psyche angeknackst, das ewige Verletzungspech und die folgenden Rekonvaleszenzen kosteten Kraft. Trotz Robert Hartings Absage ist in der Mercedes-Benz-Arena aber ein hochkarätiges Starterfeld dabei. Im Diskusring treffen sich gleich die ersten Vier vom Olympia-Finale in Rio wieder: Goldmedaillengewinner Christoph Harting wird vom Olympia-Zweiten Piotr Malachowski aus Polen, dem Wattenscheider Daniel Jasinski und dem Esten Martin Kupper herausgefordert. Meckern kann da keiner.
Hürdensprint: Rohleder schwärmt - und siegt
Ebenfalls ohne Meckern wird Cindy Rohleder an den Start gehen – beim 60-Meter-Hürdensprint der Frauen. Für die 27-jährige Chemnitzerin ist es bereits der vierte Start bei dem recht jungen Hallensportformat in Berlin. Die Europameisterin peilt dabei ihren dritten Triumph an: "Beim ISTAF Indoor stehen wir Sportler ganz im Fokus, die Zuschauer sind ganz nah dran. Das hat mich schon zweimal zum Sieg gepusht. Jetzt will ich das Triple perfekt machen!" Die verkürzte Distanz – normalerweise sprinten die Frauen über 100 Meter Hürden – sei kein Problem. "Die Halle ist halt nicht größer", sagt sie lapidar.
"Beim ISTAF Indoor stehen wir Sportler ganz im Fokus, die Zuschauer sind ganz nah dran. Das hat mich schon zweimal zum Sieg gepusht."
Cindy Rohleder, Hürdensprinterin
Den Crash am Ende der Laufbahn in eine große weiche Mattenwand, um den Sprint abzubremsen und nicht in die Zuschauer zu laufen, habe sie fast schon lieb gewonnen. Als Gradmesser für die neue Saison könne das Rennen dann aber doch nicht herhalten. Zum einen unterscheide sich die verkürzte Distanz zu stark von der Normalstrecke, und außerdem sei der Zeitpunkt des ISTAF Indoor schlichtweg zu früh im Jahr. Trotz des frühen Zeitpunkts kommen viele Athleten auch dieses Jahr Anfang Februar wieder gerne nach Berlin – oder wie Martin Seeber es erzählt: "Einer der Athleten meinte im Vorjahr zu mir, er komme gern wieder in die größte Diskothek der Welt." Allein bleiben muss also keiner.
Zeit für die erste Session des auf neun zu gewinnende Frames angesetzten Finals um das F66.com Snooker German Masters 2017. Fast 2.500 Zuschauer freuen sich auf die Begegnung zwischen Allister Carter und Anthony Hamilton. Beide Kontrahenten haben sich auch durch das Turnier kämpfen müssen, hatten aber immer die besseren Nerven als ihre jeweiligen Gegner. Carters Weg ins Endspiel führte über Stephen Maguire (5:1), Zhao Xintong (5:4), Tom Ford (5:2) und den Sieger des Vorjahres, Martin Gould (6:2). Hamilton schlug Ex-Weltmeister Mark Williams (5:3), den amtierenden Weltmeister Mark Selby (5:2), Barry Hawkins (5:4) und den Weltmeister von 2015: Stuart Bingham (6:4). Wie er selbst sagt, hatte er eine richtig schwierige Auslosung, und doch hat er sich ins Finale durchgebissen. Warum sollte er es nicht auch gewinnen?
Ali Carter, der "Captain“, hat auf jeden Fall etwas dagegen, Anthony Hamilton, den „Sheriff von Nottingham“, dessen ersten Weltranglistentitel der Laufbahn gewinnen zu lassen. Und so geht es auch gleich mit drei hochüberlegen vorgetragenen Frames von Carter los. Dieser kommt sofort in die Bälle und lässt sich nicht auf nachteilige Safetyabtäusche ein. Sicher spielt auch die viel höhere Finalerfahrung eine Rolle. In Frame 4 zeigt Hamilton, dass auch er durchaus flüssig Bälle versenken kann, macht im Folgeframe genau so weiter und verkürzt auf nur noch 2:3. Den Ausgleich gar will Carter aber nicht zulassen, erhöht mit einem glatten 100er-Break wieder auf 4:2 und gleich darauf nach einer flüssigen 54 auf 5:2.
Aus Berlin berichtet Jo Lißner Foto: Oliver Behrendt
Zu diesem Zeitpunkt gibt keiner der Anwesenden - außer vielleicht Anthony Hamiltons Eltern und ihm selbst - noch viel auf einen Sieg über Carter. Zu überlegen ist der "Captain": überlegt, präzise, fehlerfrei. Frame 8, der letzte der Nachmittagssession, geht - ein Hoffnungsfunken - nicht an Carter, sondern nach hartem Kampf und einer verschossenen Kombination von Carter doch an Hamilton, der so nur mit zwei Frames Rückstand in die entscheidende Abendveranstaltung geht.
Hamilton erhält in der Pause einen Tip und dreht auf
In den zweieinhalb Stunden bis dahin erhält Hamilton einen Tipp von einem Freund, nämlich „weniger Grimassen zu schneiden und sich lieber zu konzentrieren“. Anscheinend kommt das richtig beim "Sheriff" an, denn Hamilton ist nicht wiederzuerkennen ab 20 Uhr: Er schießt Serien wie Ronnie O'Sullivan und gewinnt die nächsten vier Frames bis zum Midsession Interval durch Breaks von 49, 118, 73 und 74. Spiel gedreht, Publikum begeistert, nur noch zwei Frames fehlen auf einmal zum Titel. Wow!
Eifrige Zuseher und -hörer von Rolf Kalb mögen sich erinnern, dass er öfter einmal über "Kicks" und die Spezialvariante des "bösen Kicks" erzählt. Gibt es eigentlich "gute Kicks"? Wie dem auch immer sei, gemeint ist, dass Kreidereste auf dem Spiel- bzw. Objektball zu einem unvorhergesehenen Richtungsversatz, bzw. einem Verhungern eines Balles führen können.
Der "Captain" - mit Pech im 13. Spiel - gibt nicht auf
Ali Carter zeigt sich nach der Pause in Frame 13, welch Omen, gut erholt vom Schock über Hamiltons Comeback, spielt eine nie gefährdete 53er-Serie. Schwarz ist nun die Farbe der Wahl, von ihrem eigenen Punkt, eine Standardlösung. Doch die "klappert" im Tascheneinlauf und fällt nicht. Ganz offensichtlich ein übler Kick. Ali Carter verpasst dem Queue in seiner Hand einen wütenden Tritt: extrem ungewöhnlich, speziell für diesen superbeherrschten Sportler.
Hamilton kommt ob des freundlichen Stellungsbildes sofort in die Bälle und schießt mit einer lockeren 70 den Frame aus. Nicht zu fassen: so hart kann Snooker sein. Carter sitzt völlig frustriert in seinem Sessel. Aufgeben ist aber keine Option. Davon hat schließlich noch nie jemand gewonnen, wie Schachspieler wissen. Carter spielt zwei blitzsaubere 40er Breaks in Frame 14, ein gutes Statement! Nur noch 8:6 für Hamilton. Frame 15 bringt dann aber das Ende. Hamilton legt einen trickigen Snooker, dem Carter nicht sicher entkommt. Hamilton räumt ab, spielt sogar eine sehr hübsch anzuschauende Kombination, nach der Carter Snooker benötigt.
Bald danach gibt sich der "Captain" dem "Sheriff" geschlagen. Tosender Beifall des Tempodroms! Mit 45 Jahren ist Anthony Hamilton der älteste Gewinner eines Weltranglistenturnieres seit 1989, als Doug Mountjoy als 46-Jähriger das Classic gewann. So richtig erklären kann sich Hamilton seinen Sieg nicht. Er habe, sagt er bescheiden, die ganze Woche nichts getroffen und dann aus dem Nichts sei die Form da gewesen. Geholfen habe auch, dass er vor einer Weile aufgehört habe, noch jemals auf einen Turniersieg zu hoffen und sich mit dem eigentlich hässlichen negativen Gefühl zu arrangieren, dass jedes Turnier früher oder später mit einer Niederlage ende. Das habe ihm die Anspannung genommen. Wichtig sei gewesen, nicht 2:6 nach der Nachmittagssession zurückzuliegen, sondern nur 3:5.
Ali Carter beglückwünschte Hamilton zum Sieg. Er, Carter, sei ja sonst nicht der beste Verlierer, aber dieses Match habe nicht er weggeworfen, sondern Hamilton habe es selbst gewonnen. Hamilton strahlt noch lange bis über beide Ohren, herzt seine Eltern Stella und Cliff, die zum ersten Mal ihrem Sohn in Berlin zugesehen haben. Er wollte, dass sie diesen Turnierort noch einmal sehen, bevor er als Profi aufhöre, denn das Tempodrom sei einer der besten Austragungsorte auf der ganzen Welt. Recht hat der Mann. Und vielleicht sehen wir ihn 2018 ja doch wieder in Berlin - er hat dann einen Titel zu verteidigen!
In der Abendsession trifft der Weltmeister von 2015 und momentane Weltranglistenzweite, Stuart Bingham, im zweiten Halbfinale auf den „Grauen Kobold“ Anthony Hamilton, auch „Sheriff“ oder „Robin Hood des Snooker“ genannt. Eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit mit Robin Hood ist in der Tat nicht zu leugnen. Hamilton hat aufgrund von chronischen Genickschmerzen ziemlich genau vor einem Jahr die Tourkarte verloren, sich allerdings in kurzer Zeit schon wieder auf Ranglistenposition 66 vorgespielt. Bei den Northern Ireland Open im November verpasste er gegen Barry Hawkins den Einzug in sein nur drittes Endspiel in immerhin 15 Jahren Profi-Snooker (und das erste seit 2002) dadurch, dass er beim Anschwingen den Queueball berührte und ein Foul beging, worauf Hawkins dann das Match ausschoss. Und nun hat Hamilton innerhalb relativ kurzer Zeit erneut eine Finalchance.
An Mixed Martial Arts Interessierte kennen den Ausdruck „Embrace the grind“, was soviel bedeutet wie: richte Dich auf ein langes, zähes Ringen ein und hab‘ Spaß daran. Laut Hamilton sind sowohl Bingham und Carter bessere Spieler als er selbst, so dass es auch darauf ankommt, diese nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Überlegtes, nicht notwendigerweise destruktives, aber lieber mal vorsichtiges Spiel und ein wohlgesetzter Snooker zur rechten Zeit, so kann das Erfolgsrezept lauten. Und Stuart Bingham hat heute auch nicht seinen besten Tag erwischt. Er verschießt viele Bälle, gibt zwei Frames in 41 bzw. 47 Minuten Spieldauer ab, in denen ein Snooker den nächsten jagt und Hamilton mehr Glück und Geschick hat.
3:1 heißt es zum Interval für den „Sheriff“, gar 5:1 bald darauf. Doch urplötzlich erwacht etwas in Stuart Bingham und er hört nicht mehr zu lochen auf, als Hamiltons Break in Frame 7 versiegt. Nur noch 2:5 aus Binghams Sicht. Ein 80er- und ein 55er-Break später steht es 4:5. Es ist schon deutlich nach Mitternacht und nur noch etwas mehr als die Hälfte der Zuschauer ist anwesend, als Stuart Bingham ein seltenes Kunststück zu Beginn von Frame 10 gelingt. Er spielt einen derart schlechten Anstoß, dass der Spielball direkt zur blauen Kugel zurückprallt und diese diagonal über den ganzen Tisch versenkt. Mit Absicht geht das kaum. Fünf Punkte gleich zu Beginn für Hamilton und viele Rote zur Verfügung. 77 Punkte später verlässt Anthony Hamilton den Tisch und hat das Match mit 6:4 gewonnen. Als er von Eurosport UK freigegeben wird und im Presseraum des Tempodroms auftaucht, ist es beinahe 1:30 Uhr nachts.
Aus Berlin berichtet Jo Lißner Foto: Oliver Behrendt
Er müsse sich steigern am Sonntag, um gegen Ali Carter eine Chance zu haben, er verliere gegen ihn deutlich häufiger, als er gewinne. Angesprochen auf „embrace the grind“, das er ja im Semifinale erfolgreich praktiziert habe: eher sozusagen Würgegriffe als Knockouts, meint Hamilton zu berlinsport-aktuell.de, das sei halt mitunter notwendig, und er wünsche den Zuschauern ja auch schöne hohe Breaks. Er wolle auf jeden Fall positiv ans Endspiel rangehen. Wir dürfen aber sicher sein, dass Anthony Hamilton für den Sieg gegen den starken Allister Carter, den Sieger von Berlin 2013, alles an legalen Mitteln auspacken wird, was es braucht für den ersten Siegerpokal bei einem Weltranglistenturnier.
Carter hat am Samstag aber auch bewiesen, dass er ein kompletter Spieler ist. Century Breaks oder Safetyduelle auf höchstem Niveau: Er kann einfach alles. Sein Fanclub wird ihn weiter lautstark unterstützen, aber auch Hamilton hat sich beim Publikum eine Menge Freunde in dieser Turnierwoche gemacht. Und seine Eltern, die die ganze Woche bereits im Publikum sitzen, drücken eh‘ fest die Daumen. Wird der „Captain“ Ali Carter seiner Favoritenrolle gerecht und siegt zum zweiten Mal beim German Masters? Oder gewinnt der „Sheriff“ Anthony Hamilton am Sonntag seinen ersten Titel in 15 Jahren Profi-Snooker? Nach zwei Sessions Best-of-17 im Tempodrom wissen wir mehr!
Halbfinaltag am Anhalter Bahnhof: In der Nachmittagssession streiten sich Martin Gould und Ali Carter um den Einzug ins Finale des F66.com German Masters 2017. Gespielt wird auf sechs gewonnene Frames. Gestern war die Arena schon fast voll, heute wird sie zum ersten Mal in der Turnierwoche ausverkauft sein. Da bekommt dann auch die Klimaanlage viel zu tun. Gestern erlitt leider eine Zuschauerin bei knapper Luft einen Schwächeanfall, die Matches mussten unterbrochen und die Dame notärztlich behandelt werden, zuerst in der Arena, dann hinter dem Vorhang zum Backstagebereich. Der Autor hatte hier noch nie ein Luftproblem, ist aber auch nicht der Jahrgang der Zuschauerin.
Zum Sportlichen also: Martin Gould ist immer noch „in it to win it“ und auch Allister Carter weiß sehr wohl, wie man Titel sammelt. Nicht zuletzt den in Berlin, als er 2013 Marco Fu im Finale 9:6 bezwang. Und Ali Carter, der „Captain“, eigentlich ein schwer gehandicapter Mensch, der seit vielen Jahren an der unheilbaren Darmkrankheit Morbus Crohn leidet, die den Patienten doch schon im Alltag sehr einschränkt, dieser Ali Carter ist heute in ganz starker Form. Speziell bei den langen Pots hat er im Vergleich zu Martin Gould die Nase vorn. Mitunter stellt er sich kurz, bevor er den Frame klar machen kann, allerdings noch selbst ein Bein und verschießt den nächsten notwendigen Ball.
Warum? Nun, Profis machen Fehler, müssen sie geradezu machen, die Otto-Normal-Snookerspieler nicht begeht. Sie versuchen nämlich zu stellen. Nicht reinschießen und dann mal sehen, was liegen geblieben ist, sondern Profis spielen sozusagen mit Absicht. Das ist jetzt nicht überraschend. Das bedeutet aber auch, dass sie mitunter den Queueball zu genau mittels Effet platzieren wollen für den nächsten Stoß und dabei das Lochen vergessen. Beiden Akteuren passiert dies ein ums andere Mal, Gould allerdings eine Spur zu häufig. Einmal muss er um Hilfe aus dem Publikum rufen, als ihm Carter wieder einen extrem unangenehmen Snooker legt. Gould kommt immer sehr sympathisch an bei den Zuschauern, denn seine Gestik ist wie ein offenes Buch und entspricht der des Publikums; weit entfernt von den „Iceman“-Zeiten des Steve Davis, der sich im Alter zum Glück eines Besseren besonnen hat und heute extrem beliebt ist – als Mensch, nicht nur als gottbegabter Spieler.
Martin Gould nun kann seinen Titel nicht verteidigen, denn er gewinnt heute nur zwei Frames. Carter, der seinen Auftritt heute als erkämpften, etwas zähen Arbeitssieg bezeichnet, locht beim 6:2 einfach alle wichtigen Bälle und hat auch im Sicherheitsspiel klare Vorteile. Sein Sieg ist vollauf verdient. Den Finaleinzug einmal gönnen würde er zwar Anthony Hamilton, aber auch Stuart Bingham wäre ihm als Gegner am Sonntag recht.
Freitag, 03. Februar: Achtelfinale (2. Teil) und Viertelfinale
Weltmeister Mark Selby (l.) und Anthony Hamilton gut gelaunt vor ihrer Partie - am Ende hatte nur noch der Außenseiter Grund zur Freude (Foto: Jo Lißner)
Freitagnachmittag, die erste von zwei Sessions dieses Tages bringt die letzten vier Achtelfinals. Am TV-Tisch trifft der Weltmeister von 2015, Stuart Bingham auf David Gilbert. Der amtierende Weltmeister Mark Selby wird herausgefordert von Anthony Hamilton. Außerdem hat es Michael Holt mit dem jüngsten Amateur-Weltmeister aller Zeiten, dem erst 16-jährigen Yan Bingtao zu tun. Yan holte den Amateurtitel 2014 – dabei ist er erst am 16. Februar 2000 geboren. Mit so einem Titel ist dann auch die Profi-Tourkarte für zwei Jahre verbunden. Doch Großbritannien gab ihm wegen seiner Jugend kein Visum, so dass er nun eine Tourkarte bis einschließlich 2018 besitzt. Die letzte Achtelfinalpartie lautet Ben Woollaston gegen Barry Hawkins.
Noch am Donnerstag hatte Ben Woollaston mit Neil Robertson einen großen Titelkandidaten aus dem Rennen geworfen. Aber jeder Tag ist anders und Barry Hawkins lässt Woollaston zu selten zum Zug kommen. Hawkins sichert sich mit 5:2 souverän einen Viertelfinalplatz. An Tisch 4 tut sich Ungewöhnliches. Wir erinnern uns, beim Snooker ist die allgemeine Lautstärke die eines Klosters mit Schweigegelübde, kein Zuschauer bewegt sich mehr als unbedingt lebensnotwendig. Die Klimanlage wird als störend empfunden. Eine todernste Angelegenheit, dieser Sport - oder auch nicht. Michael Holt und Yan Bingtao haben Spaß ohne Ende, reißen zusammen Witze und stecken damit auch das Publikum an. Selbst der todernsteste der todernsten Schiedsrichter hier kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Michael Holt scheint darüber aber das Gewinnrezept für Snookermatches vergessen zu haben, denn bis auf eine sogenannte Black-Ball-Decision, also einen Frame, der wegen Gleichstandes nach allen gelochten Kugeln mittels neu aufgesetzter Schwarzer entschieden werden muss, holt er sonst keinen Frame und scheidet gegen den absoluten Junior des German Masters 2017 mit 1:5 aus. Gute Unterhaltung war es aber dennoch!
Aus Berlin berichtet Jo Lißner Foto: Oliver Behrendt
Am TV-Tisch hat der nächste Favorit seine liebe Mühe mit einem Underdog. Stuart Bingham beginnt stark und führt schnell 2:0, läuft dann aber in vier hohe Breaks von David Gilbert: 68, 79, 74 und 92 Punkte stark. Bingham beißt jetzt auf die Zähne, schafft den Ausgleich und sogar den Sieg nach einem Fehler Gilberts im Entscheidungsframe. Da muss Bingham erst mal ganz schön durchschnaufen, als er die Arena verlässt.
Längstes Match der Session ist das zwischen Mark Selby und Anthony Hamilton. Hamilton, der immer ein wenig wie ein ergrauter Kobold aussieht, aber selten eine Miene verzieht, verbeißt sich in dieses schwere Match. Zum Interval steht es 2:2. Hamilton ist dem amtierenden Weltmeister heute absolut ebenbürtig, sowohl beim Potten als auch in den Safety-Wechseln. Und nervenstark ist Hamilton ebenfalls. So holt er, fast aussichtslos zurück, Frame 3 in einem schwierigen Break noch mit der letzten Schwarzen um einen Punkt. Nach der Pause lässt Hamilton nicht mehr locker. Symptomatisch der Ball des Tages, als Selby Hamilton eigentlich unlösbar hinter Blau auf die beiden letzten Roten snookert und Hamilton die deutlich schwerer zu treffende Rote einfach mit einem mit Mach 3 gespielten Effet-Ball über die lange Bande direkt locht. Tosender Beifall und ein letzter Nackenschlag für Selby, der bald darauf seine 2:5-Niederlage eingesteht. Noch ein Favorit aus dem Turnier. Wer bleibt denn jetzt noch übrig?
Hier die Viertelfinal-Paarungen des Abends: Stuart Bingham - Yan Bingtao, zwei ehemalige Weltmeister, am TV-Tisch - außerdem Barry Hawkins - Anthony Hamilton Martin Gould - Ryan Day und Tom Ford - Allister Carter Nach all dem Favoritensterben hier kann in diesen Begegnungen absolut alles passieren, Prognosen wären unredlich. „Dit is‘ Knorke“ hält Sie auf dem Laufenden!
In der Abendsession geht es an vier verbliebenen Tischen um den Halbfinaleinzug. Titelverteidiger Martin Gould profitiert gegen Ryan Day von dessen ungewöhnlicher hoher Fehlerquote, spielt selbst mutig, wenn es angebracht, vorsichtig, wenn Risiko dumm wäre und zieht mit einem 5:2 ins Halbfinale ein. Dort trifft er am Samstagnachmittag auf Allister Carter. Der „Captain“ hat gegen den „Maximum Man“ keine wesentliche Mühe, da er diesen einfach nicht in lange Serien kommen lässt. 5:2 hört sich klar an und ist es auch. So stark Ali Carter auch aufgetreten ist, würde ich nicht gegen Martin Gould wetten. Das zweite Halbfinale bestreiten Stuart Bingham und Anthony Hamilton. Wieder ein hartes Stück Arbeit für Bingham gegen den aufmüpfigen Jungprofi aus China, der ihm erst einmal im ersten Frame die sicher geglaubte 1:0-Führung noch nervenstark wegschnappt. Bingham lässt sich nicht beirren, gewinnt zwei Frames in Folge, Yan gleicht zum 2:2 zur Pause aus. Die 15-minütige Unterbrechung tut dem Chinesen allerdings nicht gut. Der erfahrene Bingham spielt seine Klasse aus und bringt mit drei durchaus erkämpften, aber eben gewonnenen Frames zum 5:2 die Halbfinalteilnahme in trockene Tücher. Barry Hawkins und Anthony Hamilton möchten etwas von ihrem Match gegeneinander haben, sie kosten es bis zum letzten aus, genießen aber auch die kniffligen Aufgaben, die sie einander stellen, beweisen Humor. In Frame 8 streiten sich die beiden eine Ewigkeit, wer die Tiebreaker-Schwarze im Black Ball Game versenkt. Und wieder einmal ist es der quasi unkaputtbare Hamilton, der seinen Gegner weichklopft. Und auch noch den neunten und letzten Frame gleich dazu. 5:4 für den „Grauen Kobold“. Da sieht man mal, dass hohe Breaks mit 50+ Punkten nicht alles sind: Hawkins spielt derer sechs, Hamilton nur zwei. Und der bekommt mit Stuart Bingham am Samstag gleich die nächste harte Nuss vorgesetzt. Aber ob er sie auch knacken kann? Bingham ist ein echter Gewinnertyp, nicht umsonst war er schon Weltmeister vor zwei Jahren. Ihr Autor glaubt an Bingham. Ob das alles so eintrifft, sehen wir dann morgen. Wir berichten weiter aus dem Tempodrom.
Donnerstag, 02. Februar: Die Abendsession (Achtelfinale, Teil 1)
Carter beißt sich durch
In der Abendsession bietet Zhao Xintong gegen Ali Carter eine starke Vorstellung. Er liegt gegen Carter erst 2:3 hinten, dreht das Match dann zum 4:3, ist somit einen Frame vom Viertelfinale entfernt. Doch Carter zieht ihm in Frame 8 und 9 den Zahn - 5:4 für den wie immer großen Kämpfer Carter.
Ford bezwingt den "Ronnie-Killer"
Stein, Schere, Papier - was wiegt schwerer: Maximum Break gegen Ronnie-Killer? Tom Ford gegen Mark King. Mark King beginnt erst einmal mit einem 96er-Break, in Frame 2 kontert Ford mit einer 73. Härtest umkämpft Frame 3, den sich King 63:62 sichert. Nun ist wieder Ford mit einer 62 an der Reihe. Es geht unentschieden ins Interval. Nach der Pause lässt Tom Ford nichts mehr anbrennen. Ob knappe Frames (5 und 7), ob hohe Breaks, Ford hat gegenüber King am Ende mit 5:2 die Nase vorn.
Gould setzt sich durch, Day gewinnt "Longplayer"
An Tisch 3 muss Titelverteidiger und Publikumsliebling Martin Gould gegen Ricky Walden harten Widerstand in einem Match ohne viele hohe Serien brechen. Goulds 5:3 sollte ihm weiter Selbstvertrauen geben fürs Viertelfinale.
Längste Partie des Abends wird das Achtelfinale zwischen Ryan Day und dem, wie man dem Namen unschwer entnehmen kann, Finnen Robin Hull. Und was für eine verrückte Partie sehen die Fans, die noch so lange im Tempodrom ausharren: Hull geht mit 3:0 in Front, Day schlägt, beginnend mit einer 132 in Frame 4 zurück und gleicht aus. In Frame 7 wieder eine höhere Serie von Hull. Und was macht Ryan Day? Schießt in Frame 8 eine 58 und in Frame 9 eine 104. Welch bittere Pille für Robin Hull!
Zwei Viertelfinals sind komplett: Martin Gould trifft am Freitagabend auf Ryan Day, Tom Ford nimmt es mit dem „Captain“ Ali Carter auf. Die beiden anderen Viertelfinals werden am Freitagnachmittag ermittelt. Wir berichten natürlich für Sie.
Donnerstag, 02. Februar: Die Früh- und Nachmittagssession (1/16-Finale)
Bingham und Hawkins ohne große Probleme
Die einzige frühe Turniersession, die am Donnerstag um 10 Uhr, sieht wieder nur Aktion auf dem TV-Tisch und zweien der vier Außentische. Stuart Bingham führt bereits 4:0 gegen Zhang Yong, nach dem Interval lässt er ihn aber zurück ins Match, verliert drei Frames in Folge, bevor er dann mit einem 129er-Break das Match beendet. 5:3 für Bingham. Barry Hawkins macht es deutlich gegen Michael White, einen gefährlichen Gegner, der gerne einmal heißläuft. Heute ist Hawkins zu stark und siegt 5:1.
Dale muss sich einem Teenager beugen
Dominic Dale, der sogar einmal eine Weile in Berlin wohnte und damit eine Art Lokalmatador, hat es mit dem gerade erst einmal 16-jährigen Yan Bingtao zu tun. Und dieser erweist sich als zu stark für Dale. 5:2 gewinnt Yan die längste Partie der Session. Wie immer wenn Dominic Dale dabei ist, entwickelt sich ein Match fast ohne hohe Breaks, vielen Sicherheitsbällen. Doch Yan hat auch hier heute die Nase vorn.
Aus Berlin berichtet Jo Lißner Foto: Oliver Behrendt
Bei der hohen Teilnehmerzahl von asiatischen Spielern, hauptsächlich aus China, aber auch aus Thailand, nimmt es nicht Wunder, dass das German Masters auch live in Asien übertragen wird, während Rolf Kalb auf Deutsch zum Teil nur für die Arena kommentiert.
Die Nachmittagssession bringt großen Sport auf allen fünf Tischen. Der amtierende Weltmeister Mark Selby trifft am TV-Tisch auf den Amateurweltmeister von 2008 und 6-Red-Weltmeister von 2015, Thepchaiya Un-Nooh. Neil Robertson tritt gegen Ben Woollaston an, Michael Holt hat es mit Stuart Carrington zu tun, der German-Masters-Finalist von 2013, Marco Fu, spielt gegen David Gilbert und der Weltmeister von 2003 und German-Masters-Sieger von 2011, Mark Williams, setzt sich mit Anthony Hamilton auseinander.
Selby sicher, Robertson raus
Schnell stellt sich heraus, dass es eine kurze Angelegenheit für die Fernsehzuschauer wird. Thepchaiya Un-Nooh unterlaufen viel zu viele Fehler, so dass Mark Selby nie gefordert wird und durch das 5:0 seinen frühen Feierabend einleitet. Neil Robertson, der Weltmeister von 2010, hat es sehr schwer gegen Ben Woollaston, der aus einem 1:2-Rückstand durch geduldiges Spiel sowie teils hohe Serien ein 4:2 macht und das Match letztendlich mit 5:4 nach Hause bringt. Der nächste Top-Favorit muss die Segel streichen.
Nicht unerwartet, dass die Partie von Marcu Fu, dem extrem methodisch agierenden Mann aus Hongkong, auch viel Zeit benötigt. Fu liegt auch 3:2 in Führung, als er den Faden verliert. David Gilbert holt die nächsten drei Frames in Folge, gewinnt somit 5:3. Michael Holt hat wieder einen guten Auftritt im Tempodrom und gibt auch nur einen Frame ab, einer hohen Serie von Stuart Carrington geschuldet.
Mark Williams, der Bauchspieler und ein wahres Pot-Wunder, muss sich heute zügeln, denn Anthony Hamilton ist ein ähnlicher Typ wie Marco Fu: sicher, geduldig, aber jederzeit in der Lage, Leichtsinn seines Gegners zu bestrafen. Da muss dann auch mal eine Safety herhalten. Heute gelingt ihm das allerdings zu selten, Hamilton setzt sich überraschend 5:3 durch. Ein Turnier der Überraschungen.
Am Abend kommt es damit zu folgenden Zweitrunden-Begegnungen: Im Fernsehen läuft die Begegnung zwischen „Captain“ Ali Carter und Zhao Xintong. An vier Außentischen werden folgende Begegnungen ausgetragen: Ryan Day – Robin Hull, Tom Ford – Mark King, also die beiden Sensationsspieler vom Mittwoch und last, but not least das Match von Titelverteidiger Martin Gould gegen Ricky Walden.
Die Zweitrundenbegegnungen der Freitag-Nachmittagssession stehen auch schon fest: Stuart Bingham – David Gilbert Michael Holt – Yan Bingtao Ben Woollaston – Barry Hawkins Anthony Hamilton – Mark Selby
Als Top-Favoriten auf den Turniersieg müssen nach dem Ausscheiden von O‘Sullivan und Robertson jetzt Weltmeister Mark Selby, Stuart Bingham (Weltmeister 2015), Vorjahressieger Martin Gould und „Ronnie-Killer“ Mark King gelten.
Die zweite Session vom Mittwoch, 01. Februar (1/16-Finale)
Die Abendsession ist schon besser besucht. Das 2.500 Zuschauer fassende Tempodrom ist jetzt nicht mit etwas weniger als der Hälfte, sondern etwas mehr als der Hälfte besetzt. Was soll bei Erstrundenmatches schon schiefgehen für die Favoriten? Man muss allerdings sagen, dass Ronnie O‘Sullivan mit Mark King schon einen sehr starken Gegner zugelost bekommen hat, gegen den er auch schon öfter das Nachsehen hatte.
Ford mit dem ersten Highlight
Bis zur Pause nach vier Frames, dem sogenannten Mid-Session Interval, liegt Ronnie allerdings problemlos mit 3:1 vorne, erhöht danach sogar auf 4:1. An Tisch 5 nebenan tut sich allerdings schon früh Sensationelles: Tom Ford spielt im zweiten Frame gegen Peter Ebdon ein Maximum Break, also die legendäre 147. Mehr Punkte kann man ohne Fouls des Gegners nicht in einem Aufwasch hintereinander erzielen. Speziell vor Fernsehkameras kommt das sehr selten vor. Und einen netten Bonus von 10.000 Pfund für das Maximum sowie 4.000 Euro für das höchste Break des Turnieres gibt es noch dazu. Wenn nicht ein weiteres Maximum Break gespielt wird im Turnierverlauf.
Ford ist überglücklich, weil so etwas schon im Training selten passiert. In einem Turnier vor laufenden Kameras hingegen… An allen Tischen werden die Matches unterbrochen, Eurosport schwenkt die Kameras hinüber, bis zur Erlösung aller die Schwarze in der Tasche verschwindet. Ohrentäubender Jubel!
Witzig: Ryan Day und Ricky Walden spielen an benachbarten Tischen. Beide haben eher die Statur von Power Forwards im Basketball - und sehr große Hände. Ein ungewöhnliches Bild.
O'Sullivan scheitert trotz 4:1-Führung
Nach Knaller Nummer 1 folgt dann um 22:55 Uhr Knaller Nummer 2: Ronnie O‘Sullivan hat, als er nur noch einen Frame fürs Weiterkommen benötigt, plötzlich Konzentrationsprobleme und verschießt einige Bälle. Mark King wiederum erinnert sich an einige gute Comebacks gegen Ronnie und beißt sich voll rein, nutzt fast jeden Fehler O‘Sullivans und gewinnt das Match sogar noch mit 5:4. DER Turnierfavorit ist ausgeschieden. Ronnie ist dementsprechend schnell auch Backstage auf dem direkten Weg Richtung Hotel. Kein Presse-Statement, aber das kann man verstehen, zumal bei World Snooker normalerweise auch nur die Sieger vor der Presse erscheinen.
Tom Ford gewinnt gegen Peter Ebdon schließlich 5:2. John Astley und Ricky Walden beharken sich in spannenden, aber lang andauernden Safetyduellen, bis schließlich Walden mit 5:4 die Oberhand behält. Zhao Xintong aus China schlägt Akani Songsermsawad aus Thailand souverän mit 5:0. Ryan Day behält gegen Mark Allen mit 5:1 die Oberhand. Allens Fehlerquote ist gegen den überaus sicher agierenden Day einfach zu hoch.
Schon um 10 Uhr geht es am Donnerstag weiter. Dann mit Stuart Bingham-Zhang Yong, Barry Hawkins-Michael White, Dominic Dale-Yan Bingtao. Wir berichten wieder.
Aus Berlin berichtet Jo Lißner Foto: Oliver Behrendt
Die erste Session vom Mittwoch, 01. Februar (1/16-Finale)
Frisch aus Mannheim zurück, besucht der Reporter - „Dit is‘ Knorke!“ - gleich das nächste Top-Event: das F66.com Snooker German Masters im Berliner Tempodrom. Als letztes Weltranglistenturnier vor dem Grand Prix - aufgrund seiner langjährigen Tradition und ob der innovativen Aufstellung von gleich fünf Snookertischen im gleichen, im Tempodrom kreisrunden Spielsaal ohne störende Trennwände, so dass jeder Zuschauer praktisch jedes Match zu jeder Zeit verfolgen kann - erfreut sich das German Masters nicht nur bei den Fans größter Beliebtheit, sondern auch die Snookerprofis kommen in der weiten Mehrzahl sehr gerne nach Berlin.
Superstar O'Sullivan mit dabei
Die Fans, die ja keinen lokalen Helden feiern können, weil die deutschen Snookerspieler einfach im Weltmaßstab nicht gut genug sind, stellen für World Snooker eine absolute Bank dar. Und sie werden in diesem Jahr belohnt, denn Ronnie O‘Sullivan ist in diesem Jahr mit von der Partie. Ihn werden wir in der Abendsession auf dem TV-Tisch gegen Mark King bewundern dürfen.
In der allerersten Turniersession heute am Mittwoch werden erst einmal nur der TV-Tisch und zwei Außentische bespielt. Auf dem TV-Tisch dann standesgemäß mit dem Titelverteidiger Martin Gould gegen Jamie Jones, an den Außentischen treten Allister Carter gegen Stephen Maguire an sowie der Publikumsliebling weltweit und fünffache Vizeweltmeister, der „Wirbelwind“ Jimmy White gegen Robin Hull.
Titelverteidiger Gould siegt souverän
Martin Gould macht nicht viel Federlesens mit Jones:das 5:0 entspricht auch komplett dem Spielverlauf. Nach dem Match sagt Gould, dass er sich sehr freue, hier in Berlin wieder anzutreten, um seinen Titel zu verteidigen. Er selbst habe zwar das Prinzip der Tischaufstellung im Tempodrom immer noch nicht verstanden, es störe ihn aber auch nicht. Er sei auf jeden Fall hier, um erneut den Titel mitzunehmen. Sein Jahr nach dem German-Masters-Gewinn 2016 sei durchwachsen verlaufen, immer sei er beim Players-Tour-Championship in Polen noch ins Finale gekommen, habe dort aber gegen Mark Selby (der hier übrigens am Donnerstag in der 2. Session ins Turnier einsteigt) verloren. Gegen die Nummer 1 der Welt kann so was schon mal passieren. So ein Turniersieg gebe aber schon eine Menge zusätzlicher Nervenstärke. Es zahle sich inzwischen in vielen Matches aus, einfach zu wissen, wie sich Gewinnen anfühlt.
Carter siegt mühelos, "Liebling" White scheidet aus
Allister Carter spielt wie gewohnt überlegt und präzise, hat mit dem ungewohnt fehleranfälligen Stephen Maguire keine nennenswerten Probleme. Das 5:1 ist vollauf verdient. Nur an Tisch 3 gibt es wirkliches Drama: Jimmy White ist nun auch schon 54 Jahre alt, wirbelt - auch etwas beleibter als früher - nicht mehr ganz so traumwandlerisch sicher um den Tisch. Immerhin ist er noch auf der Tour, anders als Steve Davis, der 2016 zurückgetreten war. White kann immer noch jeden Ball lochen, absolut jeden, er verschießt aber auch ziemlich häufig eher einfache Bälle und bringt so seinen Gegner wieder ins Spiel. So auch diesmal: Robin Hull ist durchaus talentiert, spielt gediegen und sicher, aber er ist kein Jimmy White. Und doch vergibt „The Whirlwind of London Town“ noch eine 4:3-Führung durch leicht(sinnig)e Fehler, die Hull dann nervenstark mit einem 125er- und einem 51er-Break bestraft. Das muss man dann allerdings auch erst einmal so vortragen.
Nach der Session ist aber vor der Session - am Abend wird geboten: Ronnie O'Sullivan-Mark King natürlich am TV-Tisch, außerdem Ryan Day-Mark Allen, John Astley-Ricky Walden, Akani Songsermsawad-Zhao Xintong und Tom Ford-Peter Ebdon. Die Vorfreude steigt!
Nomen est omen: First Boy siegt mit Manfred Zwiener trotz Außenseiterrolle im letzten Rennen des Abends (Foto: Marius Schwarz/traberpixx)
Lange stand der Renntag wegen der widersprüchlichen Wettervorhersagen der meteorologischen Art auf der Kippe. Doch letztlich blieb das prognostizierte Tauwetter aus, so dass bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und damit fest gefrorener, gleichwohl gut präparierter Piste Zwei- wie Vierbeinern eine Schlammschlacht wie am 22. Januar erspart blieb, und auch der angekündigte Eisregen bekam kurz vor Berlin die Kurve und beseitigte letzte Zweifel an der Durchführbarkeit der Veranstaltung. Mensch und Tier dankten dies mit einem wahren Run der Favoriten, die sich die kühle Klinke für den Winner Circle förmlich wie einen Staffelstab zureichten.
Außenseitersieg nur im letzten Rennen
Wer auf echte Außenseiter gesetzt hatte, wurde bis zum letzten Meter des letzten Rennens auf die Folter gespannt, bei dem es 1895 Meter lang nach dem fünften Treffer des Tietz-Quartiers aussah. Dennis Spangenberg sorgte mit Good Vibrations erst für bummelige Stimmung, weil er in dem Mini-Feld lange eine äußerst moderate Pace vorgeben durfte, und dann für lange Gesichter, als er doch noch von der Ehrenrunde geboxt wurde.
„Bleibt er gesundheitlich stabil, können wir von ihm noch einiges erwarten.“ Manfred Zwiener über First Boy
First Boy, der „endlich mal über längere Zeit ohne schmerzende Hufe unterwegs ist und mir schon im Training ausnehmend gut gefallen hat“, wie Manfred Zwiener rekapitulierte, war um ein paar Härchen tatsächlich der Erste am Pfosten und erfüllte die immer wieder angesungenen Erwartungen. „Bleibt er gesundheitlich stabil, können wir von ihm noch einiges erwarten“, war der Tenor des 60jährigen nach seinem 191:10-Coup, der der Binsenweisheit der „kleinen Felder und großen (Wett-)Gelder“ neue Nahrung verschaffte.
Sarah Kube zweimal vorn
Grämen musste sich die Tietz-Combo darob nicht, denn mit vier Volltreffern waren sie die großen Abräumer des PMU-Renntages, wobei sich der Chef sehr zurückhielt ganz nach seinem Motto: „Ich bin lieber Vorbereiter - vollstrecken können gern die Anderen.“ Die Anderen - das war zunächst seine Lebensgefährtin Sarah Kube, die mit dem etwas verändert zusammengestellten Tornado Jet im ersten Amateurfahren wie ein Tornado vorneweg die Konkurrenz gründlich zauste und damit die letzten beiden roten Karten korrigierte.
Aus der Deckung hinter Favorit Quinze Juin, der durch einen frühen Fehler rund 50 Meter verloren hatte und dennoch munter durch die Todesspur stiefelte, schlug die Lady in Red mit MaxundAlex zum zweiten Mal zu und strafte sich damit selbst Lügen, denn im Vorfeld schien ihr „Quincy“ nicht zu packen.
Spangenberg macht's zweimal spannend
Zweiter Doppelsieger war Dennis Spangenberg, der sich mit beiden Top-Favoriten lange Zeit ließ und seine Fans schmerzvoll auf die Folter spannte. Als er Rossini Diamant 600 Meter vorm Ziel aus dem zweiten Paar außen von der Leine ließ, war der nunmehr vierfache Seriensieger sofort überlegene Ware und hatte ab der letzten Ecke zum Geldwechsel-Kurs von 10:10 alle überaus souverän in der Tasche.
„Sicher, dass ich auch dieses Ding nach Hause schaukeln würde, war ich mir erst Mitte der Zielgeraden.“ Dennis Spangenberg über den Erfolg mit Tragopan Jet
Mehr mussten die Sieg-Wetter für 20 Prozent Rendite bei Tragopan Jet schwitzen, der sogar schon zum fünften Mal en suite die Nase vorn hatte. War der Italiener lange am Ende zu sehen, so marschierte er die letzten 700 Meter durch die dritte Spur. „Sicher, dass ich auch dieses Ding nach Hause schaukeln würde, war ich mir erst Mitte der Zielgeraden.“ Da war er mit dem mutig voraus stiefelnden Insoglio auf Augenhöhe und gab ihm doch noch sehr sicher um eine halbe Länge das Nachsehen.
Auch Franzl zweimal im Winner's Circle
Gelohnt hat sich die weite Anreise für Josef Franzl, der in sehr ähnlicher Manier von letzter Position 700 Meter vorm Ziel mit Eras Beuckenswijk Vollgas gab und den unterwegs zweimal auf Herz und Nieren geprüften Bonjour Ganyboy AM, der trotz dieser Doppelmassage prächtig durchhielt, gar überlegen in die Schranken wies.
Und weil sich auf einem Bein bekanntlich schlecht stehen lässt, holte auch Franzl noch eine zweite Siegerschleife - und das für Berliner Farben. Im knappsten Finish des Abends zwang er die sich alle Fisimatenten verkneifende Königin Luise, die hier vor zwei Jahren ihre ersten Lektionen gelernt und sich im Vorjahr nach Bavaria orientiert hat, ganz knapp vor dem schon mit dem Sieg liebäugelnden Lucky Silver und dem endlich wieder einen Ansatz bietenden Paparazzi Diamant auf den Thron.
Wewering beschenkt sich zum Auftakt selbst
So, wie der Renntag - unter den der BTV was den deutschen wie französischen Umsatz betraf einen dicken Strich machen konnte - endete, hatte er begonnen: mit dem Volltreffer eines Solisten. Fast ein Jahr hat es gebraucht, bis Heinz WeweringBianca Boshoeve in alte Höhen zurückgeführt hat, bei denen sie aus den Wetten nicht wegzudenken war. Start-Ziel war die schwarzbraune Wuchtbrumme unantastbar und verabschiedete sich auf den finalen 200 Metern beim 101. Auftritt ihrer Karriere zum zehnten Erfolg.
Ein paar mehr stehen für den viermaligen Europa- und zweifachen Weltmeister der Professionals zu Buche: Haben die Statistiker richtig gezählt, war es Nummer 16.822 für den großen Münsterländer, der fünf Tage zuvor seinen 67. Geburtstag gefeiert hatte. Herzlichen Glückwunsch.
Umsatz bei 8 Rennen: 98.558,81 Euro (incl. 75.496,41 Euro Außenumsatz) PMU-Umsatz (Rennen 1 bis 8): 1.866.534 Euro Rennpreise PMU-Rennen: 37.500 Euro
Nächster Renntag des BTV: Sonntag, 12. Februar 2017
Jo Lißner und sein Tagebuch: „Dit is‘ Knorke on tour" (Teil 2):
Sonntag, 29. Januar
Nach der Generalprobe am Freitag beim Eishockey wird es jetzt ernst. Der Ort ist wieder derselbe: die SAP-Arena Mannheim, der Sport ist ein ganz anderer. Zweimal wird heute die zweite Trophäe der Saison im deutschen Volleyball vergeben (nach dem neugeschaffenen Supercup am 16. Oktober). Im Opening Act, dem Finale der Frauen, stehen sich der SSC Palmberg Schwerin und der Allianz MTV Stuttgart gegenüber. Tabellenführer Schwerin gegen den Dritten aus der Schwabenmetropole. Wer genau hinsieht, kann erkennen, wo noch am Freitag die Eisfläche endete, die heute entsprechend abgedeckt ist und Platz für einige zusätzliche Bestuhlung bietet, auf der besonders zahlreich Fans der Schwerinerinnen, die "Gelbe Wand", Platz finden. Die meisten von ihnen sind mit einem eigens gecharterten Sonderzug aus der Hauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns angereist.
Fans aus dem relativ nahe gelegenen Stuttgart nehmen praktisch eine komplette Hallen-Stirnseite ein – inclusive Kapelle und Trommlern. Sehr viel Anhang ist vom Bodensee in der Halle: ein Viertel wird von den „Bluebears“ aus Friedrichshafen belegt. Ihnen diagonal gegenüber in der Ecke neben den MTV-Fans die 350 orangegekleideten Unterstützer der Berlin Recycling Volleys mit den „Let‘s Do It Again“-Shirts: der „7. Mann on Tour“. Schließlich sind die Berliner die Titelverteidiger bei den Männern. Ganz voll ist die SAP-Arena, sonst Heimstatt der schon erwähnten DEL-Eishockeyspieler der Adler Mannheim und der Rhein-Neckar Löwen vom Handball, leider nicht geworden. 10.143 Volleyballverrückte inclusive des Reporters sind versammelt. Dieser in der letzten Reihe direkt unter dem Dach. Die Kollegen vom ARD-Hörfunk hat man allerdings genauso weit vom Geschehen verbannt. Runter ans Feld gehen und Interviews in der Mixed Zone führen, das geht aber allemal.
Aus Mannheim berichtet Jo Lißner
Was erwarten wir? Keinen pünktlichen Beginn des Männer-Endspiels, denn die Matches zwischen Schwerin und Stuttgart gehen für gewöhnlich über die vollen fünf Sätze - Ergebnis offen. Schon die Teamvorstellungen nehmen sich offenkundig die Maßstäbe setzenden Einlaufprozeduren aus dem Berliner „Volleyballtempel“, der Max-Schmeling-Halle, zum Vorbild. Viel Licht, Funkenregen, Flammenstöße bei jeder einzelnen Spielerin, die aufs Feld gerufen wird. Das ist weit weg vom Alltag in den meisten Bundesligahallen - und macht ordentlich was her.
Das Frauen-Finale: Stuttgart vs Schwerin
Zu Beginn haben die Schwerinerinnen leichte Vorteile, bis es ihnen beim Stand von 6:4 den Stecker zieht. Im wörtlichen Sinne: Mitten im Ballwechsel geht in der Halle das Licht aus. Nach der kurzen Zwangspause wogt der Satz hin und her, Stuttgart gleicht aus, geht in Führung, verspielt sie wieder, bis Schwerin mit 25:22 das bessere Ende für sich hat. Satz 2 scheint der These, dass die Männer heute werden warten müssen, komplett entegegenzulaufen. Stuttgart führt genau ein Mal: beim 0:1. Danach spielt Schwerin unwiderstehlich auf, führt 17:10 und hat bei 24:14 zehn Satzbälle zum 2:0. Doch jetzt kippt das Momentum. Schon im Halbfinale gegen Vilsbiburg hatten die Stuttgarterinnen 0:2 hinten gelegen und gewannen danach wie verwandelt drei Sätze in Folge zum Finaleinzug. Auch im Finale spielen die Blauen aus Stuttgart unter Druck ihren besten Volleyball. Mit dem Rücken zur Wand machen sie sieben Punkte in Folge, bis die Spielerinnen von Trainer Felix Koslowski den achten Satzball endlich unterbringen können zum 25:21.
Die Schwerinerinnen führen jetzt zwar 2:0, aber der Run von Stuttgart hat ihr Selbstvertrauen angeknackst. In der Folge ist Stuttgart das bestimmende Team, wenngleich Schwerin schwer abzuschütteln ist. Wichtiger Faktor ist dabei, dass MTV-Coach Guillermo Hernández statt der 23-jährigen Valerie Nichol (USA) die immerhin 34-jährige Slowenin Karmen Kočar als Zuspielerin einwechselt. Kočar hat bisher oft frustriert auf der Bank gesessen, kaum in der Saison einmal gespielt. Doch sie dreht eindeutig das Match für den MTV. Satz 3 geht an Stuttgart mit 25:23. In Satz 4 ist besonders auch die Annahme der Stuttgarterinnen grandios und ermöglicht so wohlstrukturierte Angriffe. Schwerin sammelt wohl Kräfte für den Tiebreak im 5. Satz. Satz 4 gewinnt Stuttgart gleich mit 25:15. In Satz 5 lässt der MTV nichts mehr anbrennen, führt schnell 6:1, gewinnt 15:12, während die Berliner Spieler schon ungeduldig warten. Felix Fischer hat sich schon lange am Rande wie ein Tiger im Käfig warmgelaufen.
Für Stuttgart punkten am besten Michaela Mlejnkova (20 Punkte) und Renata Sandor (19), offensiv beste Schwerinerin ist Louisa Lippmann (23 Punkte), MVP des Frauen-Finales wird aber völlig verdient Karmen Kočar. Dazu MTV-Geschäftsführer Aurel Irion „Sie ist sehr beliebt, auch weil sie sich nie hat hängen lassen, alle haben sich für sie gefreut.“ Der Allianz MTV Stuttgart ist somit zum dritten Mal DVV-Pokalsieger!
Das Männer-Finale: Friedrichshafen vs Berlin
Mit einer halben Stunde Verzögerung komt es dann zum Männer-Finale. Häfler wie Volleys scharren schon lange mit den Hufen, endlich geht es los. BRV-Chef Kaweh Niroomand nimmt seine typische Position, stehend am Geländer hinter dem Anschreibertisch, ein. Die Anspannung ist ihm deutlich anzumerken. Ein enges Match, aber nach zwei Saison-Niederlagen ohne Satzgewinn diesmal mit dem besseren Ende für die BR Volleys beim Pokalfinale gegen den Erzrivalen vom Bodensee, den VfB Friedrichshafen - so der Berliner Traum. Ob nach der Dramatik des Frauenmatches noch eine Steigerungsmöglichkeit besteht? Hat der Ex-Berliner und Ex-Häfler Björn Andrae (jetzt Netzhoppers KW) den richtigen Riecher, dass, wie er meint, Friedrichshafen nervenstark 3:2 gewinnen wird?
BRV-Coach Roberto Serniotti startet doch nicht mit genau der gleichen Truppe aus der "Generalprobe" gegen die Netzhoppers, denn statt Wouter ter Maat spielt doch Paul Carroll Diagonalangreifer, ansonsten wie angekündigt Tsimafei Zhukouski als Zuspieler statt Sebastian Kühner, dann noch Robert Kromm, Steven Marshall jeweils auf Außen/Annahme, Graham Vigrass und Felix Fischer im Mittelblock und Libero Luke Perry. VfB-Coach Vital Heynen vertraut zu Beginn Georg Klein und Andreas Takvam im Mittelblock, Diagonalangreifer Michal Finger, Athanasios Protopsaltis und Armin Mustedanovic auf Außen/Annahme, Simon Tischer beim Zuspiel und Libero Markus Steuerwald.
Satz 1 wird den Erwartungen vollauf gerecht. Es ist die ganze Zeit eng, die Berliner erspielen sich ihre Satzbälle, vergeben sie. Die Häfler ebenfalls. Bei 32:31 erlöst Kocian den VfB per Ass und bringt Friedrichshafen 1:0 in Front. Auf den Gesichtern der Berliner steht zu lesen: "Schon wieder das Gleiche in grün!", wieder knapp, wieder den Satz abgegeben. Und genauso geht es im nächsten Durchgang weiter: Fast nur Finger und Mustadenovic punkten für den 13-fachen Pokalsieger vom Bodensee, das aber enorm häufig und zuverlässig. Berlin streut die Gefahr breiter: Carroll, Marshall, Kromm, Fischer - alle punkten ähnlich oft. Am Satzende hat wieder das Team von Vital Heynen die besseren Nerven: 25:21.
Tsimafei Zhukouski platzt der Kragen und er redet in einem Kreis auf seine Mitspieler ein. Offenkundig mit Erfolg, denn in Satz 3 bäumen sich die Berliner endlich auf und zeigen ihr wahres Können. Ein Start-Ziel-Satzerfolg wird es aber wieder nicht. VfB-Trainer Heynen greift zu Ungewöhnlichem: Bei 13:18 gegen sein Team nimmt er eine Auszeit und sagt... einfach gar nichts. Seine Spieler verstehen ihn wohl auch so. Nach zuvor hoher Führung müssen die Berliner noch in die Verlängerung, immerhin geht diese 27:25 an die Volleys. Ob sich Geschichte innerhalb so weniger Minuten wiederholt? Stuttgart hat es ja vorgemacht. Doch Satz 4 ist der letzte. Berlin führt wieder früh, nur um dann wieder zu viele Fehler zu produzieren. Die Häfler hingegen stehen gut in der Annahme, ihre Angriffe schlagen zumeist durch. Die BR Volleys wehren diverse Matchbälle ab, doch das 30:28 beendet alle Träume. Der VfB Friedrichshafen gewinnt zum 14. Mal den DVV-Pokal!
Im Interview sind alle Berliner geknickt, aber nicht gebrochen. Paul Carroll findet seine eigene Leistung unzureichend, er nehme die Schuld auf sich, was Kapitän Robert Kromm kurz als "Quatsch" bezeichnet. Man spiele schließlich als Team. Und: „Friedrichshafen ist immer ruhig geblieben. Wir müssen sehen, dass wir unseren Killerinstinkt in der entscheidenden Phase wiederfinden.“ Trainer Roberto Serniotti wirkt angeschlagen. Seine Wechsel hätten nicht funktioniert. Er hatte mehrfach im Block Kühner und ter Maat für Zhukouski und Carroll gebracht - ohne Erfolg. So schnell wie sie gekommen waren, gingen die beiden dann auch wieder vom Feld. Gelegentlich Ruben Schott für Robert Kromm half auch nicht - er habe da eindeutig Fehler gemacht, so Serniotti.
BRV-Chef Kaweh Niroomand ist angefressen, er stellt Serniottis Entscheidungen während eines Matches zum wiederholten Male während der Saison gegenüber den Reportern in Frage. Nachdem Niroomand schon bei der Teamvorstellung zu Saisonanfang ganz offen ausgeplaudert hatte, er habe (obwohl Serniotti weiterhin unter Vertrag stand; der Autor) bei Vital Heynen angefragt, ob dieser nicht Trainer der BR Volleys wollen würde - Heynen aber nur sagte, den Anruf habe er befürchtet, aber schon in Friedrichshafen unterschrieben, ist Serniottis Zukunft in Berlin trotz seiner Verdienste (Triple im Vorjahr) wohl zunehmend unsicher geworden. Selbst wenn er noch Meister werden sollte.
Gegenüber dem Alphatier Niroomand, dem langjährigen, überaus erfolgreichen Macher, dem Schöpfer der Marke Berlin Recycling Volleys, ist der ausgezeichnete Fachmann und überaus feine, doch stets sehr selbstkritische, analytische, nur gelegentlich auch emotionale Mensch aus Turin oft fast eine Randerscheinung. Auch Vital Heynen schätzt seinen Kollegen aus Berlin sehr, dennoch freuen ihn die Siege gegen Berlin immer immens. Volleyballverrückt sind Serniotti und Heynen beide. Sie sehen pausenlos Volleyballspiele aus aller Welt, doch in der Vorbereitung auf einen speziellen Gegner und in der Einflussnahme aufs Matchgeschehen vom Spielfeldrand aus hat Heynen offenkundig Vorteile. Dass er dabei auch aneckt, bei Gegnern, aber auch zu Hause am Bodensee, das stört ihn nicht. Es gehört eben zum Gesamtpaket Heynen. Die Psychotricks, die Gamesmanship.
All das liegt Serniotti fern. Es könnte ihm am Ende zum Nachteil gereichen. Doch bis zum Saisonende ist es noch ca. vier Monate hin. Und den Kopf in den Sand steckt bei den Berlinern niemand. Alle wissen, dass sie vor kurzem noch die Bundesliga dominierten, quasi haushoch über allen thronten. Auch Friedrichshafen ist schlagbar, besonders in einer Playoff-Serie. Damit diese Serie (möglichst mit Berliner Heimrecht) im Finale stattfindet und nicht schon vorher, müssen Serniottis Jungs schon am Sonntag in Frankfurt bei den United Volleys Rhein-Main unbedingt gewinnen. Auch in der Champions League geht es um einiges: Schon am Donnerstag um 19:30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle gegen Dukla Liberec und am 14. Februar an gleicher Stelle gegen Resovia Rzeszów können wichtige Siege eingefahren werden auf dem Weg zur KO-Runde.
Die "Goldene Generation" unter Coach Mark Lebedew ist vorbei, das Triple der Vorsaison mit Coach Serniotti auch. Überragende Spieler wie Kromm, Carroll und Fischer werden nicht jünger. Doch die Mannschaft der BR Volleys ist breit und gleichzeitig tief aufgestellt wie nie zuvor. Daher: Zwei Titel sind weg (Supercup und DVV-Pokal), aber die Deutsche Meisterschaft und ein weites Vordringen in den Champions-League-Playoffs, das ist alles noch drin. Für den Autor wäre das immer noch eine Klassesaison.
Jo Lißner und sein Tagebuch: „Dit is‘ Knorke on tour" (Teil 1):
Freitag, 27. Januar
Zum Warmschauen am Freitag in der SAP-Arena und um zu staunen, wie sich so eine Mehrzweckarena wohl in zwei Tagen in einen Volleyballtempel verwandeln wird, erst einmal also Spitzensport ohne Berliner Beteiligung, nämlich Eishockey in der DEL zwischen den Adlern Mannheim und den Krefeld Pinguinen. Auf dem Papier eine Begegnung mit eindeutigem Favoriten. Die Adler Mannheim als aktueller Tabellenvierter gegen den momentanen Elften. Was soll da schiefgehen?
Vor dem Spiel schon einmal Gänsehautfeeling mit einem Einspiel auf dem Videowürfel über die Eishockey-Tradition von Mannheim, speziell des Mannheimer ERC „seit 1938“. Für den Autor ein Wiedersehen mit der immer zugigen Halle am Friedrichspark, in der er einstmals mit dem BSC Preussen mitgereist war - lang ist es her. Heute ist es warm, die Stimmung quillt nicht über, ist, dem Spiel angemessen, eher routiniert-interessiert. Mannheim hat schon nach 1:16 min die erste hochkarätige Chance. Und auch im Verlauf haben die Adler die spielerischen Vorteile auf ihrer Seite. Nur vor dem Tor will es erst nicht recht gelingen. Nach gut 15 Minuten werden die Krefelder endlich offensiver und bringen es zu zwei Torchancen in kurzer Zeit und einem, zurecht als Schlittschuhtor nicht gegebenen, Treffer - regulär im Kasten klingeln will es aber auf beiden Seiten nicht. Spielstand nach dem ersten Drittel: 0:0.
Aus Mannheim berichtet Jo Lißner
Das zweite Drittel beginnt mit stark erhöhtem Druck der Hausherren, quasi ein 5:5-Powerplay. Bei 3:44 Strafzeit gegen Kyle Klubertanz (KEV, Behinderung), Mannheim belohnt sich nach 41 Sekunden Powerplay durch das schön herausgespielte 1:0 durch Matthias Plachta (Assists für Brent Raedeke und Danny Richmond). Schade um die bisher gute Krefelder Defensive, aber verdient ist Mannheims Führung allemal. Bei 6:21 im 2. Drittel legen die Mannheimer durch einen gekonnten Fake nach: 2:0 durch Sinan Akdag (Assists von Ronny Arendt und Andrew Joudrey). Das verleitet den Mannheimer Fanblock zu Hohn und Spott gegenüber den Krefeldern, die - Stand jetzt - die Playoff-Teilnahme praktisch vergessen können: keine nette Geste.
49,1 Sekunden vor Drittelende wg. übertriebener Härte dann Zeitstrafe für Krefelds Timothy Hambly, der seinen Torwart vor Mannheimer Stürmern schützen will. Nicht clever, aber zumindest in diesem Drittel wissen die Adler nichts damit anzufangen, sie wirken allerdings auch leicht lustlos. Auch die Reporter-Kollegen, die mit den Krefeldern mitgereist sind, konstatieren einen Qualitätsunterschied zwischen den Adlern und den Pinguinen.
3. Drittel, 58 Sekunden gespielt, jetzt nutzen die Adler das noch fortdauernde Powerplay: Richmond wieder auf Plachta zum 3:0, wieder eine Überzahl genutzt. Dieses Spiel werden sich die Hausherren nicht mehr nehmen lassen. Und die Krefelder wissen inzwischen, dass Straubing, direkter Konkurrent um den letzten Pre-Playoff-Platz und vor dem Spieltag bereits 9 Punkte vor dem KEV, haushoch 6:3 gegen den Spitzenreiter Nürnberg Ice Tigers führt (Endstand 8:4).
Bei gespielten 4:42 min dann doch noch ein Tor für Krefeld Herberts: Vasiljevs auf Vorlage von Kevin Orendorz und Christian Kretschmann. Nur noch 3:1. Dennoch häufen sich weiterhin die Chancen für die Adler. 12:04 min gespielt: 4:1 Garrett Festerling auf Zuspiel von David Wolf, dessen Porträt heute das Programmheft ziert. Game over. Oder? 33 Sekunden später das 4:2. Mikko Vainonen von Mike Collins und Daniel Pietta. Bei 13:21 min fängt sich der KEV erneut eine Strafe ein (Maximilian Faber, Haken) - gibt das wieder ein Tor? Na klar! 14:52 Carlo Colaiacovo auf Zuspiel von Daniel Sparre und Chad Kolarik zum 5:2. Das 6:2 dann nach 16:48 min Andrew Joudrey nach Zuspielen von Daniel Richmond und Ronny Arendt.
Auf Mannheimer Seite ist eine Spur Überheblichkeit im Spiel, bei Krefeld eine Menge Frust. Die Konsequenzen kurz vor Schluss noch eine ordentliche Faustkampfeinlage, die das Spiel für Kyle Sonneburg (KEV) und Marcus Kink beendet und gleich darauf ein sehr harter Stockschlag von Chad Kolarik, der danach auch ganz Feierabend hat. Alles komplett unnötig, aber so ticken Eishockeyspieler wohl. Was haben wir gesehen? Ein eher durchschnittliches DEL-Spiel mit einer deutlich besseren Mannheimer Mannschaft, die vor allem in Überzahl extrem effektiv war.
Sehr nützliche Qualitäten in den anstehenden Playoffs. Stimmung generierte hauptsächlich der Fanblock, das Problem in all diesen Großarenen. Die überwiegende Mehrheit der 11.200 Zuschauer sieht das Ganze eher schweigend an. Mannheim bleibt Vierter, Krefeld rutscht auf den vorletzten Platz ab.
„Dit is‘ Knorke“ on Tour freut sich jetzt aber auf Volleyball am Sonntag – und eine Halle voll mit 12.500 Enthusiasten nicht nur der vier teilnehmenden Teams!
Nicht nur wegen des wie stets am letzten Sonntag des Januar in Paris-Vincennes zum 96. Mal ausgetragenen Prix d’Amérique, des renommiertesten, geschichtsträchtigsten und mit einer runden Million Euro höchstdotierten Trabrennens der Welt, ist Frankreich derzeit in aller deutschen Traber-Munde.
Bereits zum achten Mal in der noch jungen Saison kooperiert eine deutsche Trabrennbahn mit dem staatlichen französischen Wettanbieter PMU, zum zweiten Mal werden die Prüfungen der Derby-Bahn live nach Frankreich übertragen. Diese Partnerschaft und die daraus resultierenden Wett-Provisionen - die Umsätze jenseits des Rheins dürften zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro liegen - ermöglichen es dem Berliner Trabrenn-Verein, am eher ungewöhnlichen Donnerstagabend in den acht Prüfungen Rennpreise in Höhe von 37.500 Euro auszuschütten.
Heinz Wewering könnte mit Bianca Boshoeve "vorlegen"
Dabei geht es im 1. Rennen, zu dem der Startschuss um 17.40 Uhr fällt, um stolze 6.000 Euro, und wer die angebotene Viererwette treffen will, sieht sich vor eine höchst knifflige Aufgabe gestellt. Direkt ins Auge springt nämlich keiner der zehn Kandidaten; am vertrauenerweckendsten sieht noch der Formenspiegel von Bianca Boshoeve aus, die sich peu à peu aus dem sportlichen Tal herausgearbeitet hat, in das sie nach der Dopingsperre unter anderer Regie vor rund einem Jahr gefallen ist. Und was passte besser zu einem „Franzosen-Renntag“, würde er eingeläutet mit einem Sieg des Heinz Wewering - es wäre sein 16.822., wenn die Statistiker in all den Jahren seit dem 16. September 1965 und mehr als 50.000 Fahrten richtig addiert haben -, der noch immer eine Ikone des hiesigen Trabrennsports und auch im Schlaraffenland der Traber bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund ist.
Dennis Spangenberg zweimal kaum zu schlagen
Dort, wo der 29fache Fahrerchampion angekommen ist, will Thorsten Tietz als Fahrer nicht unbedingt hin. Für ihn stand schon immer die Vorbereitung der ihm anvertrauten Pferde im Vordergrund. „Wer sie letztlich zum Erfolg steuert, ist zweitrangig. Die Ergebnisse müssen stimmen und die Besitzer zufrieden sein.“ So verwundert es nicht, dass sein erster Mann Dennis Spangenberg, derzeit mit neun Volltreffern Zweiter der aktuellen deutschen Fahrerwertung, mal wieder die vermeintlich chancenreicheren Pferde in Händen hat.
„Wer sie letztlich zum Erfolg steuert, ist zweitrangig. Die Ergebnisse müssen stimmen und die Besitzer zufrieden sein.“ Thorsten Tietz, Fahrer und "Ausbilder"
Der 34jährige aus dem Zossener Ortsteil Schöneiche im Süden Berlins tritt mit dem seit drei Starts nicht nur unbezwungenen, sondern jeweils höchst autoritär siegenden Rossini Diamant im 4. Rennen genauso als Top-Favorit an wie drei Rennen später mit Tragopan Jet. Der muskelbepackte Italiener hat nach einigen Anlaufschwierigkeiten die Rivalen sogar viermal in Folge nach Strich und Faden vernascht, ist vom Rennverlauf ziemlich unabhängig und macht die vom 3. bis 7. Rennen ausgefahrene V5-Wette quasi zu einer V3-Aufgabe. Fällt einer oder gar beide Kandidaten jedoch aus, dann rappelt’s richtig in der Quoten-Kiste der Königswette.
Major Tom in Top-Form weiter völlig losgelöst?
Tietz selbst, der heuer noch kaum aktiv im Sulky war, zunächst einen Florida-Trip genutzt hat, um sich bei Schwedens in die USA ausgewandertem Trainer-Guru Åke Svanstedt über neue Trainingsmethoden zu informieren und diese „Weiterbildung“ anschließend bei den Vollblütern im südfranzösischen Cagnes-sur-Mer fortsetzte, dürfte seine beste Chance im 8. Rennen haben. Mit Major Tom feierte er seinen bislang einzigen Saisonsieg am 22. Januar auf der durch Tauwetter enorm tiefen Bahn. Dabei segelte der kleine Bruder von Mariendorfs Publikumsliebling Harry’s Bar auf einer eigenen Umlaufbahn und degradierte die Mitstreiter zu Statisten. Gegen Trainingskamerad Good Vibrations und das Föllmer-Doppel Dagobert und Oracle könnte er zum Abschluss eines Renntages, bei dem an 2. und 6. Stelle auch die Amateurfahrer zu ihrem Recht kommen, durchaus noch einmal zu solch einem Höhenflug ansetzen.
Diese Pferde sehen wir vorn:
1. Eric W Boko – Bianca Boshoeve – Bellevue – Bonaparte 2. Tornado Jet – Saint’s Angel – Flash of Genius 3. Dynamite Hornline – Colbert – Eras Beuckenswijk 4. Rossini Diamant – Jilliane – Went Rower – Intelligente 5. Königin Luise – U R Amazing – Rower Lady 6. Quinze Juin – MaxundAlex – Kubi Kievitshof 7. Tragopan Jet – Say Goodbye – Insoglio – Classic Garden 8. Major Tom – Vaillance – Dagobert
Die Wetthighlights am 2. Februar
Prämienausspielung in der SIEG-Wette in den Rennen 1 bis 8 (Mindesteinsatz 10 Euro)
1. Rennen - Mit 3er und 4er Wette. 2. Rennen - 4.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 1.000.- Euro Jackpot. 3. Rennen - Start der V5-Wette mit 5.000 .- Euro Garantie ! 4. Rennen - Mit 3er und 4er Wette. 5. Rennen - 4.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 1.000.- Euro Jackpot. 6. Rennen - Daily Double-Jackpot 1.000.- 7. Rennen - Mit 3er und 4er Wette. 8. Rennen - Sieg-Jackpot 1.000.- Euro.
Stühlerücken beim Oberligisten aus Charlottenburg. Nach dem 7. Spieltag noch Tabellenführer, folgte eine Serie von neun Pflichtspielen ohne Sieg. Daraus resultierte der Absturz auf den 9. Platz der Oberliga und das frühzeitige Aus im Pokal gegen Landesligist Mariendorf 1897 auf eigenem Platz.
Wir wollen schnell (...) eine kompakte Mannschaft auf die Beine stellen und im oberen Mittelfeld mitspielen.
Inzwischen hat man sich an der Brahestraße sowohl von Trainer Hasan Keskin als auch dem Sportlichen Leiter Erkan Erdem getrennt. Die neuen Männer für die Positionen wurden mit Frank Harzheim und Metin Acar gefunden, auch in der Mannschaft steht ein Umbruch an. Im Interview mit Berlinsport Aktuell versucht der neue Sportdirektor, die Hinrunde aufzuarbeiten und einen Blick nach vorne zu wagen.
Das Gespräch wurde am Rande des REGIO-Cups Mitte Januar aufgezeichnet.
Der SFC Stern 1900 war in der Hinrunde der Berlin-Liga 16/17 zunächst das Maß der Dinge, dann folgte eine Negativserie. Zur Winterpause liegen die Steglitzer "nur noch" auf dem 7. Platz.
Ich denke, es waren gute sechs Jahre, die ich bei Stern hatte (...). Vielleicht ist es für mich als Trainer auch mal ganz gut mich zu verändern - aber das werde ich in Ruhe mit dem Vorstand besprechen.
Stern-Trainer Manuel Cornelius erklärt im Interview mit Berlinsport Aktuell, wie es dazu kam und was sich der Club für die Rückrunde noch vornehmen kann. Auch über seine persönliche Zukunft äußert sich Cornelius, der einen Abschied nach sechs Jahren in Steglitz nicht ausschließen will.
Das Gespräch fand am Rande des REGIO-Cups Mitte Januar statt.
Die VSG Altglienicke liegt in der NOFV-Oberliga Nord nach der Hälfte der Saison auf dem 1. Platz - wenn man die ehrgeizigen Ziele des Aufsteigers kennt, keine große Überraschung.
Alle wissen jetzt: wir stehen da oben - die wollen uns natürlich ärgern.
Dennis Kutrieb, der die Mannschaft gemeinsam mit Simon Rösner trainiert, erklärt im Gespräch mit Berlinsport Aktuell unter anderem, warum der Start in die Rückserie für die VSG von besonderer Bedeutung ist.
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Das Interview wurde am Rande des REGIO-Cups Mitte Januar aufgezeichnet.