Das Bahnrad-As im Sprint hat kurzfristig grünes Licht für das Berliner Sechstagerennen bekommen. Im Interview mit Berlinsport Aktuell erklärt Förstemann (30), wie es dazu und zu seiner zweimonatigen Auszeit im vergangenen Jahr kam - und was es mit seinem rekordverdächtigen Oberschenkelumfang auf sich hat.
Das Gespräch fand im Rahmen des Pressetermins der Berliner Sixdays am vergangenen Mittwoch im Velodrom statt.
Heute abend wird im Rahmen des BFV-Neujahrsempfangs im Olympiastadion das Viertelfinale in den Pokalwettbewerben ausgelost. Bei den 1. Herren noch mit im Topf: der Berliner SC.
Der Berlinligist ist sicher einer der Außenseiter im Feld der letzten Acht, dennoch bzw. gerade deshalb ist man im Grunewald auf das Los gespannt. Immerhin konnte man mit Tennis Borussia zuletzt einem höherklassigen Gegner ein Bein stellen - und auch in der Liga steht man auf Platz 9 nicht schlecht da.
Andi Weiß, BSC-Trainer im Gespann mit Wolfgang Sandhowe, gibt im Interview mit Berlinsport Aktuell Einblick, warum es bisher gut läuft - mit einer Mischung aus Vorsicht, Zufriedenheit und Optimismus. Aber auch einen Traum gibt er preis, der in allen Details garantiert nicht in Erfüllung gehen wird - was jedoch ein echtes Fußballerherz selbstredend überhaupt nicht stört.
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Das Gespräch fand am Rande des REGIO-Cups vergangenen Sonntag statt.
106. Berliner Sechstagerennen will Neuanfang wagen
Großes Bild: Auch neu - der große Videowürfel im Velodrom für mehr Überblick
Gleich zu Beginn seines Auftritts bei der gestrigen Pressekonferenz klärt Valts Miltovics den wohl wichtigsten Sachverhalt: den Sportpalastwalzer wird es auch bei der 106. Ausgabe des Berliner Sechstagerennens geben. Quasi ein Beruhigungsmittel für die Traditionalisten dieser Veranstaltung. Denn vieles soll sich ändern bei den Sixdays in der deutschen Hauptstadt: straffere Präsentation, andere Gestaltung des Innenraumbereichs, Einführung von Jedermannrennen und - einer neuen Biermarke. Und eben auch andere Beschallung: weniger Gassenhauer - mehr Clubatmosphäre. Dafür sorgt der international bekannte DJ Tomekk. Aber: Hip Hop und "Heuboden" - funktioniert das? Das Ziel der Verantwortlichen ist abgesteckt: man will neue Publikumsschichten für das in die Jahre gekommene Ereignis gewinnen, ohne die Stammgäste auf den Plätzen unter dem Hallendach des Velodroms - im Fachvokabular "Heuboden" genannt - zu vergraulen.
Britischer Veranstalter hat einen Plan
Erfolg und Akzeptanz müssen sich, so der Plan, nicht auf Anhieb einstellen. Etwa drei bis fünf Jahre gibt sich sich der Veranstalter, die britische Madison Sports Group (MSG), um das neue Konzept in Berlin einzuführen. Schon im Herbst 2015 übernahm die Agentur für Sportevents den Staffelstab vom bisherigen Gesellschafter, Reiner Schnorfeil. Eine Entscheidung mit Weitblick: der "Markt" für Sechstagerennen ist zuletzt eingebrochen. Allein in Deutschland haben die früheren Standorte Dortmund, Köln, Frankfurt, Stuttgart oder München das Handtuch geworfen. Übrig geblieben sind lediglich Bremen - und Berlin. Der Unterschied zwischen den beiden Rennen: die Veranstaltung in der Hauptstadt wird im Rahmen einer von der MSG organisierten Serie ausgetragen. Nach London und Amsterdam ist Berlin die dritte Station, es folgen Kopenhagen und das mit immerhin 300.000 Euro dotierte Saisonfinale im März auf Mallorca. Alle Rennen finden im ähnlichen Ambiente statt - moderner, gestylter. Stargäste wollte der für Berlin zuständige Organisator Valtovics noch nicht preisgeben. Es ist aber anzunehmen, dass sie nicht von ähnlichem Kaliber sind wie jüngst bei der Veranstaltung alter Schule in Bremen: dort waren u. a. Ex-Fußballer (und heutiger Wrestler) Tim Wiese und Ailton geladen.
Absagen werfen die Organisatoren nicht um
Gefragt: Valts Miltovics (l.), Organisator der Berliner Sixdays, und Mark Bardon (2. v. l.), CEO der Madison Sports Group
Im Vordergrund steht aber nach wie vor der Sport, erklärt Mark Bardon. Er ist "CEO" der Madison Sports Group, also Chef, und eigens aus London eingeflogen, um der Eröffnung der neuen Sixdays beizuwohnen. Bardon und sein Statthalter in Berlin, der Lette Valtovics, sehen dabei ein bisschen wie ihre besten Kunden aus. Keine 40, hipstermäßig gekleidet, locker , umgänglich, international. Doch ohne Qualität im Fahrerfeld kein Sechstagerennen. Bardons Ankündigung vor anderthalb Jahren, 2017 etwa Tour-Sieger Bradley Wiggins und den vor allem von deutschen Straßensprintern gefürchteten Mark Cavendish an den Start zu bringen, ging dabei schon mal nicht auf. Die Beiden fuhren zwar gemeinsam zum Auftakt der Rennserie ihr Heimspiel in London, doch Wiggins beendete im Anschluss seine Profikarriere, während Cavendish der Vorbereitung auf die Freiluftsaison den Vorzug gab.
Absagen und Änderungen, auch kurzfristiger Art, gehören aber zum Geschäft. So musste der für Berlin vorgesehene Christian Grasmann beim gerade zu Ende gegangenen Rennen in Bremen mit Fieber vom Rad steigen, Theo Reinhardt gab wegen Sitzproblemen auf. Ihr Start entscheidet sich wohl erst unmittelbar vor Beginn, die jeweiligen Partner in ihren Teams müssen sich aber keine Sorgen machen - Rennleiter Dieter Stein, Ex-DDR-Bahnradfahrer, erhielt in den letzten Nächten Anrufe von einigen Fahrern, die Bereitschaft erklärten, als Ersatz in Berlin anzutreten.
Bau' auf: Gestern waren die Vorbereitungen kurz vor dem Abschluss
Belgisches Top-Team in Berlin am Start
Topfavoriten für die Berliner Sechstage sind dabei Kenny de Ketele und Moreno de Pauw. Das belgische Duo konnte beide bisherigen Rennen der Serie gewinnen: in London gegen die Lokalmatadoren Wiggins/Cavendish, in Amsterdam gegen das deutsche Paar Leif Lampater und Marcel Kalz. Letztere werden auch in Berlin als Hauptkonkurrenten von de Ketele/de Pauw gehandelt. Kalz fuhr sich in Bremen mit dem Weltklassefahrer Iljo Keisse schon mal warm: er gewann das Rennen in der Hansestadt. Keisse wird in Berlin aber zum Bedauern der Fachleute gar nicht am Start sein, mit Lampater steht Kalz aber ein Fahrer zur Seite, der ihm in zahreichen Rennen erfolgreich zur Seite stand. Wermutstropfen: während er in Bremen zum Sieg fuhr, wurde dem Hauptstädter Kalz - dit is' Berlin - die für das Velodrom vorgesehene Rennmaschine aus seinem Keller gestohlen. Ob das Ersatzrad auf Anhieb "passt", bleibt also abzuwarten.*
Lokalmatador Levy angeschlagen in die Sprintkonkurrenz
Auch bei den Sprintern gab es im Vorfeld eine Hiobsbotschaft hinzunehmen: der Cottbusser Maximilian Levy zog sich bei einem Trainigssturz in seiner Heimatstadt vor nicht einmal 14 Tagen einen Schlüsselbeinbruch zu. Doch wer den Träger zahlreicher nationaler wie internationaler Titel kennt, weiß, dass er nicht so klein bei gibt. Gerade bei seinem "Hausrennen" will er unbedingt am Start sein und hat noch nicht zurückgezogen. Dennoch dürfte Levy für die ganz schnellen Endgeschwindigkeiten im Velodrom durch das "Handicap" nicht in Frage kommen. Das Feld der schnellen Männer ist aber in jedem Fall stark besetzt: ob Joachim Eilers, Doppel-Weltmeister 2016, der Tscheche Tomas Babek (Doppelsieger EM 2016), Teamsprint-Spezialist René Enders (Bronze Olympia 2008 und 2012), der Doppel-Olympiasieger in derselben Disziplin, Phlip Hindes (GB), der US-amerikanische Publukumsliebling Nate Koch oder auch Bahnrekordler Robert Förstemann - jeder Teilnehmer hat seine besonderen Qualitäten.
Starker Frauenwettbewerb, Steher mit EM-Siegern
Auch beim Sechstagerennen der Frauen geht es hochkarätig zu mit den britischen Bahn-Olympiasiegerinnen Laura Kenny und Katie Archibald sowie den Straßen-Weltmeisterinnen Amalie Dideriksen (DK) und Giorgia Bronzini (ITA). Auch die deutschen Fahrerinnen Charlotte Becker (Berlin) und Stephanie Pohl (Cottbus) dürfen sich zumindest Außenseiterchancen ausrechnen. Die klassischen Rennen der Steher - u. a. mit dem aktuellen Europameisterpaar Schmidt / Bäuerlein - dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen im Programm der Berliner Sixdays.
Berliner Sixdays bleiben ein Ereignis
So dürfte, wenn am heutigen Donnerstag um 19.28 Uhr der Startschuss ertönt, vom sportlichen Aspekt her "der Tisch gedeckt sein" für die Radsportfans. Die Änderungen im Umfeld mögen dem einen oder anderen Traditionalisten weniger schmecken. Ähnlich wie im Fußball werden hier neue Käuferschichten gesucht - mit einem feinen Unterschied: in der beliebtesten Sportatrt weltweit geht es um immer weitere Steigerung von Gewinnen, beim Sechstagerennen (noch) um die Sicherung dessen Existenz. Kann man im Fußball das zunehmende "Eventpublikum" mit gewissem Recht beklagen, verhält es sich gerade mit den Berliner Sixdays wiederum anders.
Seit ihrem Bestehen waren diese immer auch ein gesellschaftliches Ereignis, ein Stück Berliner Lebensart, das am Rande der Rennen seine Aufführung fand. Insofern ist die Veränderung vielleicht gar nicht so groß, wie manche befürchten mögen. Im Vergleich zu den Zeiten, als Reinhold Habisch - besser bekannt als "Krücke" - sich, wenn ihm das sportliche Geschehen im Oval zu wenig hergab, zur Stimmungskanone aufschwang und die Zuschauer zur Melodie des Sportpalastwalzers durch seine Pfeifeinlagen zum Selbstabfeiern animierte.
*Korrektur: Kalz' Rad, mit dem er vor zwei jahren in Berlin gewann, wurde bereits vor den Bremer Sixdays gestohlen - er siegte dort also bereits mit Ersatz.
Text + Bilder: Berlinsport-Aktuell / Hagen Nickelé
Bild: Spandaus Tobias Preuß (weiße Kappe) wird von Piräus aggressiv geblockt
Die Wasserfreunde Spandau verlieren in der Champions-League mit 6:11 gegen Olympiakos Piräus.
Bericht u. Fotos von Eike Ahlhausen
Der Anfang war stark. Nach acht Minuten stand es 3:2 für die Berliner - die Wasserfreunde aus Spandau wollten ihre kleine Chance gegen den griechischen Rekord-Champion unbedingt nutzen. „Wenn die zu packen sind, dann hier“ - Peter Röhle, Sportlicher Leiter der Wasserfreunde Spandau 04, ließ den Blick über das Schwimmbecken der Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg schweifen. Nur nicht heute, war der entscheidende Zusatz, denn nach der frühen Führung ging es bergab für die Spandauer. Aus dem 3:2-Vorsprung entwickelte sich schnell ein 3:5-Rückstand nach dem ersten Viertel, zur Halbzeit stand es dann bereits 4:8 - das Spiel war verloren.
Kam nicht wie in der Bundesliga zum Zug: Marin Restović (Nr. 11) Foto: Eike Ahlhausen
Lediglich zwei Tore konnten die Wasserfreunde in Halbzeit zwei noch erzielen zum Endstand von 6:11. Olympiakos hatten den Berlinern erfolgreich den Schneid abgekauft: Gegen die agile und aggressive Verteidigung der Griechen agierten die Wasserfreunde zunehmend hilfloser, in der zweiten Hälfte wurden die meisten Angriffsbemühungen der 04er bereits im Keim erstickt. Piräus blockte Pässe und Torwürfe der Spandauer ein ums andere Mal erfolgreich ab.
"Final 6" Ende Mai fraglich
Peter Röhle zeigte sich dem Spiel entsprechend etwas ratlos. Das Selbstvertrauen, das der Saison voraus ging, konnten die Jungs im Becken nicht umsetzen. Woran es liege, sagte Röhle, wisse er so genau auch nicht. Womöglich seien es Kleinigkeiten: Torwart Laszlo Baksa war leicht verletzt ins Match gegangen und die Schiedsrichter hatten auch nicht ihren besten Tag - gegen den Favoriten aus Piräus schon ausreichend für eine Niederlage.
Für die Wasserfreunde aus Spandau wird es damit immer enger, sich für das Final 6 Ende Mai zu qualifizieren. Möglichen Heimsiegen gegen Nizza und Brescia müßte ein Überraschungserfolg gegen einen der beiden ungarischen Vertreter aus Szolnok oder Budapest folgen. Möglich wird das erst wieder, wenn Selbstvertrauen und Leistung in Einklang gebracht werden können - Heimspiele dafür folgen noch genug.
Sönke Gedaschko führt seine Stute zur Tagesbestzeit. Goldhelm Michael Nimczyk gelingt als einzigem Fahrer ein Doppelerfolg.
Gedaschko mit Stute einsame Klasse
Barbarella (Nr. 7) und Sören Gedaschko vor dem disqualifizierten Abano W mit Michael Nimzcyk (Foto: Marius Schwarz)
In dem berühmten Science-Fiction-Film „Barbarella“ des französischen Regisseurs Roger Vadim aus dem Jahr 1968 reist die von Jane Fonda dargestellte Hauptfigur quer durch die Galaxis. Zwar nicht mit Lichtgeschwindigkeit, aber dennoch in höllisch schnellem Tempo war bei der Mariendorfer PMU-Veranstaltung die vierbeinige Namensvetterin Barbarella mit ihrem Besitzertrainer und Fahrer Sönke Gedaschko unterwegs. Und das in der Tagesbestzeit! Die fünfjährige Stute erzielte auf der 1.900-Meter-Strecke den angesichts der winterlichen Bedingungen höchst achtbaren Kilometerschnitt von 1:15,8 min. und war, nachdem sie unterwegs zunächst an vierter Stelle postiert war, auf der Zielgeraden sogar einsam voraus. Denn Sönke Gedaschko hatte genau im richtigen Moment die Initiative ergriffen und seine Barbarella Ende der Gegenseite in den Windschatten des Angreifers Abano W(Michael Nimczyk) dirigiert. Als der Kontrahent dann im Einlauf ansprang, war die Angelegenheit endgültig zugunsten Barbarellas entschieden.
Amazonen bestimmen das Geschehen
Mit seinem zweiten Schützling King Jag Diamant lag für den sympathischen Quickborner der Sieg ebenfalls zum Greifen nahe. Der sich nach wie vor vorbildlich einsetzende elfjährige Traber-Oldie verkraftete seine Zwanzig-Meter-Zulage problemlos und wurde nach einem Rennen in der Außenspur nur mit einer Kopflänge von Millions Boy bezwungen, in dessen Sulky Marlene Matzky saß. Die Amazone hatte dem von ihrem Vater Roman trainierten Wallach ein Traumrennen als zweites Pferd an der Innenkante serviert und nutzte konsequent die sich im Einlauf öffnende Lücke. Hinter den beiden Streithähnen gab auch der von Franziska Höltje gesteuerte Look Red Romulus eine sehr gute Figur ab. Der Fuchs hatte sich um die Führungsarbeit verdient gemacht und blieb nur eine halbe Länge hinter dem Sieger.
Nimczyks Galavorstellung im Gedenken an Ulla Behrend
Das der am 10. Januar im Alter von 31 Jahren verstorbenen Ulla Behrend gewidmete Gedenkrennen gewann Michael Nimczyk mit einem überragenden Montgomery Mo. Der für die Farben von Ulrich Mommert laufende Wallach löste die hohen Erwartungen in großartiger Weise ein und spielte bei seinem dritten Treffer en suite geradezu mit seinen Gegnern, die er von der Spitze aus mit vier Längen Vorsprung in Grund und Boden rannte. Bei der Ehrung zeigte sich Michael Nimczyk sichtlich bewegt:
„Ich habe Ulla, die ihr ganzes Leben den Pferden gewidmet hat, bei der gemeinsamen Arbeit auf der Trainingsanlage in Eichstädt kennengelernt. Es ist unfassbar traurig, dass sie in einem solch jungen Alter verstorben ist.“
Dem Deutschen Meister blieb es als einzigem Aktiven an diesem Tag vorbehalten, einen Doppelerfolg zu erzielen. Denn Michael Nimczyk punktete auch mit der Stute Chance Classique, die im Trotteur-Francais-Rennen nach einer halben Runde an die Spitze gestürmt war und die Führung bis zum Pfosten nicht mehr aus der Hand gab.
"Traumpaar" trotz der starken Konkurrenz
Sie sind wirklich ein absolutes Dreamteam: Thomas Panschow und Holly go lightly harmonieren einfach prächtig miteinander und schlugen diesmal mit Floh G(Manfred Zwiener) und Mighty Hanover(Dennis Spangenberg) wahrlich prominente Gegner. Sehr zur Freude natürlich von Holly go lightlys Besitzerin Carolin Schulz, die keinen Start ihrer Stute versäumt und stets persönlich vor Ort ist. Nach einem Rennverlauf als drittes Pferd innen trat die Vierbeiner-Lady ausgangs des letzten Bogens aus dem Schatten ihrer Gegner heraus und streckte sich in 16,0/1.900m mit einer Länge Vorsprung willig zu einem souveränen Sieg.
Auch Tragopan Jet erfüllt die Ansprüche
Auf dem von Dennis Spangenberg gesteuerten Tragopan Jet ruhten nahezu alle Hoffnungen des wettenden Publikums und der Hengst wurde dieser hohen Erwartungshaltung vollauf gerecht. Während des Rennens mussten seine Fans aber zunächst einmal tief durchatmen. Denn Tragopan Jet musste in der Außenspur eine ganze Menge tun, um nach einer dreiviertel Runde endlich das Kommando zu ergattern. Doch der Braune stand das anspruchsvolle Pensum blendend durch und löste sich im Einlauf in 16,3/1.900m sogar spielerisch von den Verfolgern.
Alte Liebe rostet nicht
Ciao Amore scheint den Mariendorfer Rechtskurs wirklich zu lieben. Hier zeigte er in den vergangenen Jahren viele tolle Leistungen und hier war er nun erneut top. Josef Franzl parkte seinen Schützling auf dem ersten Kilometer an dritter Stelle innen ein und gab dann ab Ende der Gegenseite richtig Gas. Ciao Amore übernahm Mitte des Einlaufs endgültig die Spitze und zog in 16,8/1.900m blendend durch. Der Wallach der bayerischen Besitzerin Karla Walek, die trotz der weiten Entfernung zu ihrer Heimat persönlich im Winner-Circle anwesend war, gewann in überlegenem Stil mit vier Längen Vorsprung.
Bud Spencer langt diesmal zu
Diesen Sieg hatte er wahrlich verdient: Bud Spencer galt schon immer als läuferisch starkes, aber zugleich auch sehr eigenwilliges Pferd. So manches Mal erwischte den Wallach im entscheidenden Moment das Pech. Doch diesmal kam Bud Spencer nicht nur glatt um den Kurs, sondern behielt auch bis zum Zielpfosten die Oberhand.
„Ein PMU-Rennen zu gewinnen, ist wirklich etwas Schönes!“
Sein Trainer und Fahrer Thomas Buley hatte den Sechsjährigen offensiv eingesetzt und nachdem Bud Spencer eingangs der Tribünengeraden das Kommando übernommen hatte, führte er zeitweilig sogar mit deutlichem Vorsprung. Auf den letzten Metern wurde es gegen die heranfliegenden Chloe(Roman Matzky) und Abbedissan Graff(Kay Werner) allerdings verdammt eng. Aber gerade deswegen freute sich Thomas Buley umso mehr: „Ein PMU-Rennen zu gewinnen, ist wirklich etwas Schönes!“
Gesamtumsatz: 83.168,05 Euro – Bahnumsatz: 21.285,60 Euro - Außenumsatz: 61.882,45 Euro.
Unser Terminhinweis:Die nächste Veranstaltung findet am Sonntag, dem 22. Januar statt. Es werden zehn Rennen ausgetragen. Im Mittelpunkt steht außerdem die Ehrung der Mariendorfer Champions. Beginn ist um 13.30 Uhr.
Die Zeichen in Zehlendorf standen ohnehin auf Veränderung: Markus Schatte hätte dem FC Hertha 03 im Sommer nicht mehr als Trainer zur Verfügung gestanden. In dieser Situation hat sich der Oberligist entschieden, den "Neuanfang" vorzuziehen: der neue Mann an der Seitenlinie ist Alexander Arsović (34), bisher Trainer der U19 bzw. U17 der 03er. Als Assistent kommt Robert Poćrnić vom Brandenburgligisten Eintracht Miersdorf/Zeuthen dazu.
Im Interview erklärt Arsović, wie er die neue Aufgabe angeht, worin dabei die Vorteile durch seine Tätigkeit in der Zehlendorfer Jugend bestehen - und wie er die Zielsetzung der Vereinsführung annimmt.
Das Gespräch fand am Rande des REGIO-Cups vergangenen Sonntag in der Max-Schmeling-Halle statt.
Der Sportdirektor des Regionalligisten im Interview über die Hinrunde, die Entwicklung des Vereins seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr sowie bisher feststehende Zu- und Abgänge in der Winterpause. Dazu spricht Teichmann über die Ziele, die man sich für diese Spielzeit noch setzen kann - und bezieht dabei am Ende einen bekannten "Störenfried" mit ein.
Das Gespräch fand am Rande des REGIO-Cups am vergangenen Sonntag statt.
Bei der Mariendorfer PMU-Veranstaltung ist pünktliches Erscheinen ein absolutes Muss, denn die Auftaktprüfungen sind super spannend besetzt. Der erste Start erfolgt um 16.55 Uhr. Die V5 beginnt mit dem 3. Rennen.
Ein ungewohnter Wochentag: Im Mariendorfer Tribünenhaus treffen sich dienstags normalerweise rüstig gebliebene Senioren zum Tanztee. Aber diesmal sind nicht flotte Walzer, sondern trabrennsportliche Topleistungen angesagt. Und ähnlich wie im Fußball, wo so manches Spiel bereits in der ersten Halbzeit entschieden wird, gilt es für das Publikum, auf gar keinen Fall den pünktlich um 16.55 Uhr stattfindenden „Anstoß“ zu verpassen und frühzeitig den Grundstock für ein erfolgreiches Abschneiden am Toto zu legen.
Denn der Renntag wird nicht von einer beschaulichen Aufwärmphase eingeleitet, in der alle Freunde einer gepflegten Wette zunächst einmal eher zögerlich den einen oder anderen Euro an den Kassen riskieren und erst im Laufe der Veranstaltung so richtig in Fahrt kommen. Sondern es wird gleich in den Auftaktprüfungen mächtig zur Sache gehen, denn die Teilnehmerfelder lassen packende Finishkämpfe erwarten.
Kann Don di Quattro wieder siegen?
Duo mit Gewinnchance: Don di Quattro und Dennis Spangenberg (Foto: Marius Schwarz)
Gleich im 1. Rennen geht ein Pferd an den Start, das stets Emotionen weckt. Nämlich der Wallach Don di Quattro(Dennis Spangenberg), der über ein großartiges Leistungsvermögen verfügt, hin und wieder aber auch Probleme mit der korrekten Gangart offenbart. Der Braune schüttelt seinen Kopf stets wie wild hin und her und wird aufgrund dieser Auffälligkeit sogar dann, wenn er alles richtig macht, vom Publikum und den Stewards misstrauisch beäugt.
Bei seinem aktuellen Sieg ließ Don di Quattro den Konkurrenten von der Spitze aus nicht den Hauch einer Chance. Pikus G(Marisa Bock) gewann dagegen nach einem völlig anderen Verlauf. Der elfjährige Oldie schlug im Speed zu. Zu einem reinen Duell dieser beiden Pferde wird es aber nicht kommen, denn Red Phoenix(Lea Ahokas), Tokay(Robert Pletschacher), Ciao Amore(Josef Franzl) und General Eck(André Schiller) strahlen Gefahr aus.
Das 2. Rennen ist der am 10. Januar nur zwei Tage nach ihrem 31. Geburtstag verstorbenen Ulrike Behrend gewidmet. Die von Freunden und Bekannten stets Ulla genannte Berlinerin hatte jede freie Minute ihrer Zeit den Pferden gewidmet und war besonders im Stallteam des Trainers Thomas Heinzig eine unverzichtbare Stütze. Als Hauptberuf hatte die junge Frau zwar nicht den Trabrennsport, sondern eine Anstellung beim Berliner Senat gewählt. Doch während ihrer Ausbildung war Ulla Behrend im Rahmen eines Praktikums längere Zeit auch für den Mariendorfer Rennverein tätig. Ihre großartige Hilfsbereitschaft und ihre fröhliche Art, mit der sie jedem Menschen ein Lächeln ins Gesicht zauberte, werden unvergessen bleiben.
Als glasklarer Favorit dieser Prüfung tritt Montgomery Mo an, auf den sein Fahrer Michael Nimczyk nach zwei Siegen hintereinander regelrecht schwört: „Montgomery Mo hat sich in den zurückliegenden Monaten absolut prächtig entwickelt und wird noch viel von sich reden machen!“
Spangenberg wieder mit weiteren zwei Favoriten am Start
Im 3. Rennen beginnt die mit 5.000 Euro Garantie versehene V5-Wette. Mighty Hanover(Dennis Spangenberg) nimmt vom Startplatz acht aus den Kampf gegen nicht zu unterschätzende Gegner wie Bellevue(Matthieu Hegewald), Floh G(Manfred Zwiener), Rayman(Marisa Bock) und Holly go lightly(Thomas Panschow) auf. Vor allem die Letztgenannte kann für den Traber des Jahres 2015 zum Prüfstein werden, denn sie bildet mit ihrem Fahrer ein absolutes Dreamteam.
Im 4. Rennen führt kein Weg an Tragopan Jet(Dennis Spangenberg) vorbei, der drückend überlegen gewann. Allerdings sind die Formspitzen nahezu aller seiner zehn Konkurrenten hochinteressant. Es wird also mit Sicherheit keine One-Horse-Show geben, sondern einen Verlauf mit einem dicht zusammengeballten Pulk. Und auch von der Kilometerzeit her wird sich Tragopan Jet weiter steigern müssen, denn seine Rekordmarke ist die zweitlangsamste im Feld. Die bisherigen Auftritte des Hengstes verrieten aber viel Luft nach oben.
Abbedissan Graff als 'große Unbekannte'
Im 5. Rennen könnte sich Abbedissan Graff(Kay Werner) rehabilitieren. Die Stute hatte in Bahrenfeld im ersten Bogen einen Gegner schwer von den Beinen geholt und wurde als Dritte zu Recht aus der Wertung genommen. Zuvor siegte die Braune in Karlshorst mit zwei Längen Vorsprung gegen einen Kontrahenten, der im Anschluss zweimal auf die Ehrenrunde ging. Das ist zwar eine sehr gute Empfehlung – aber zum jetzigen Zeitpunkt ist Georg Raddes Vierbeiner-Lady trotzdem keine feste Bank.
Und das macht die Sache kompliziert, denn für die V5 muss man in dieser Prüfung, in der nahezu alles möglich ist, mindestens vier oder fünf weitere Pferde mitnehmen. Das Motto heißt hier also: fleißig kombinieren! Ein zu geiziges Herangehen könnte die V5-Träume sonst schnell zerplatzen lassen.
Keine klaren Favoriten in den letzten Rennen des Tages
Auch in den weiteren beiden V5-Prüfungen sollte man nicht mit den Kreuzen auf dem Tippschein sparen, denn glasklare Favoriten stechen nicht heraus. Im 6. Rennen besteht die Spitzengruppe aus Pathos(Victor Gentz), Barbarella(Sönke Gedaschko) und der aus Pause zurückkehrenden Minka Express(Christoph Pellander).
Im 7. Rennen spricht vieles für die in zweiter Reihe aufgestellten King Jag Diamant(Sönke Gedaschko) und Bianca Boshoeve(Chantal Solhart) sowie für Harry Bo(Josef Franzl). Dem Hengst mangelt es zwar immer noch an Konstanz, aber hin und wieder blitzt sein Können auf. Eines ist direkt im Anschluss an die Zieldurchfahrt dieses Rennens ganz sicher: Wer es tatsächlich geschafft hat, die richtigen fünf Pferde für die V5 vorherzusagen, kann schon mal eine Mittelmeer-Kreuzfahrt buchen.
Und wer mit seinem Tipp danebenlag, besitzt im abschließenden 8. Rennen gute Aussichten, den Einsatz wieder herauszuholen. Denn die zwar schnelle, aber diffizile Chance Classique(Michael Nimczyk) ist noch längst nicht zuhause und viele Wetter werden auf einen Außenseitersieg spekulieren.
Die Wett-Highlights am 17. Januar: Prämienausspielung um Wettgutscheine und Sachpreise im Wert von 1.050 Euro über die Siegwette der Rennen 1-8! 1. Rennen - Lunch Double-Rennen. 2. Rennen - 4.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 1.000.- Euro Jackpot. 3. Rennen - Start der V5-Wette mit 5.000 .- Euro Garantie ! 4. Rennen - Mit 3er und 4er Wette. 5. Rennen - 4.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 1.000.- Euro Jackpot. 6. Rennen - Daily Double-Jackpot 1.000.- 7. Rennen - Mit 3er und 4er Wette. 8. Rennen - Sieg-Jackpot 1.000.- Euro.
Unsere Tipps: 1. Don di Quattro – Red Phoenix – Tokay 2. Montgomery Mo – Rambo Columbus – Candyman Hornline 3. Mighty Hanover – Holly go lightly – Rayman 4. Tragopan Jet – Cortina Viking – Eminent Frisia – Classic Garden 5. Abbedissan Graff – Fabian Boshoeve – Good Vibrations 6. Pathos – Barbarella – Minka Express 7. King Jag Diamant – Bianca Bosh. – Harry Bo – Indigo Guardian 8. Chance Classique – Tresor Burois – Bonaparte
Großes Bild: Zum Vorrundenabschluss setzte es für die Preussen (vorne) eine 1:6-Niederlage gegen die Wedemark Scorpions
Thomas Leonhardt, Vizepräsident des ECC Preussen Berlin
Durchwachsene Vorrunde für die Preussen: in der Eishockey-Oberliga Nord legten sie unter Leitung des neuen Trainers Lenny Soccio zunächst einen starken Start hin, dann folgte ein kapitaler Abwärtstrend. Doch Team und Trainer kriegten schließlich wieder die Kurve und liefen auf dem 12. Platz ein.
Der Vertrag von Soccio wurde inzwischen um ein Jahr verlängert, der trennte sich von den Spielern Holzmann und Raynee. Die Charlottenburger sorgten also durchaus für Gesprächsstoff. Vizepräsident Thomas Leonhardt (r.) nimmt dazu im Interview mit Berlinsport Aktuell Stellung und erklärt, warum er der Mannschaft trotzdem den Sprung auf Platz 1 oder 2 (berechtigen zur Teilnahme an den Pre-Playoffs) in der anstehenden Qualifikationsrunde mit 8 Clubs zutraut.
Die ersten zwei Partien bestreiten die Preussen zunächst auswärts bei den Hannover Indians bzw. ESC Timmendorf, dann folgt am 22. Januar gleich das "Rückspiel" gegen die Beach Boys in der heimischen Halle am Glockenturm.