Allgemein

VSG - Boehm

Foto: Hagen Nickelé

Der Aufsteiger aus dem Berliner Südosten gilt als einer der heißen Kandidaten für Platz 1 in der NOFV-Oberliga Nord 2016/17 - nicht zuletzt dank der beiden prominenten Neuzugänge Björn Brunnemann und Thorsten Mattuschka. Am Samstag (14 Uhr, Sportplatz Dörpfeldstraße) bekommt es der Neuling zum Ligaauftakt mit dem Regionalligaabsteiger FSV Optik Rathenow zu tun.

Der Sportliche Leiter der VSG, Daniel Böhm, stand im Interview mit Hagen Nickelé ausführlich Rede und Antwort - im ersten Teil geht es vor allem um das Testspiel gegen Bundesligist Werder Bremen im Juli, im zweiten Teil u. a. um die Ziele der Altglienicker in punkto Aufstieg bzw. Infrastruktur.

Interview Teil 1:

Interview Teil 2:

Schatte 360

Foto: Hagen Nickelé

Am Freitag startet die NOFV-Oberliga Nord in die neue Saison - Grund genug, sich darauf einzustimmen. Berlinsport Aktuell sprach mit Verantwortlichen der fünf Berliner Oberligisten - hören Sie die Interviews ab heute täglich auf unserer Internetseite. Den Anfang macht der Trainer des FC Hertha 03, Markus Schatte. Die Zehlendorfer starten bereits am Freitag (19.45 Uhr) gegen den FC Strausberg in die neue Spielzeit.

Das Gespräch führte Hagen Nickelé am Rande des Peter-Hanisch-Gedenkturniers 2016.

Traber-Derbywoche 2016 spezial

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Erfolgreich in den Vorläufen: Trabrennfahrer Thorsten Tietz

Thorsten Tietz bringt gleich vier Pferde aus der Hauptstadt ins Finale
Jeder, der es in der Hauptstadt mit dem Trabrennsport hält, hat die Zahl im Kopf: seit 1988 konnte kein in Berlin gezogenes Pferd mehr den Titel im Derby holen - weder bei den Stuten noch bei den Hengsten. Auch 2016 wird wieder ein Anlauf unternommen - nach den Vorläufen fällt die Bilanz schon mal nicht schlecht aus. Der in der Hauptstadt lebende Thorsten Tietz brachte in den Qualifikationsrennen allein vier Berliner Pferde in den Endlauf: Mr. Shorty, Zauni, Geronimo T und den Mitfavoriten Fiobano. Letzteren wird der gebürtige Rheinländer dann wohl auch im Finale gegen starke Konkurrenz lenken.

Überraschend schied dagegen der in Holland trainierte Blackhawk mit Hugo Langeweg im Sulky bereits in seinem - allerdings auch am ausgeglichensten besetzten - Vorlauf aus. Der 3-Jährige wurde im Vorfeld gemeinsam mit dem ebenfalls von Arnold Mollema gecoachten Dreambreaker als Top-Favorit auf den Derby-Sieg genannt. Letzterer wurde seiner Rolle wenigstens gerecht und gewann seinen Vorlauf - ebenso wie Fiobano, Geronimo T und auch Orlando Jet mit Rudolf Haller.

Mit einer Ausnahme also werden am Sonntag alle Top- bzw. Geheimfavoriten beim Finale auf der Trabrennbahn in Mariendorf mit dabei sein. Bei den Stuten qualifizierte sich u. a. die unumstrittene Favoritin Gilda Newport (Fahrer: Dion Tesselaar) erwartungsgemäß für den Endlauf am Sonnabend.

Text + Foto: Hagen Nickelé

TUSM - Diekmann Q

 

Der Trainer des Aufsteigers berichtet über die abgelaufene Saison, als man in der Meisterschaft dem DJK Schwarz-Weiß Neukölln knapp den Vortritt lassen musste - dann aber in der Relegation gegen Sparta Lichtenberg doch noch jubeln durfte. Nun ist in der Berlin-Liga der Klassenerhalt das oberste Ziel bei den Charlottenburgern.

 

Nach Gold in Peking 2008 träumt Lena Schöneborn im Modernen Fünfkampf noch einmal vom Treppchen bei ihren letzten Olympischen Spielen in Rio

Wäre es nach Jacques Rogge gegangen, hätte Lena Schöneborn ihren größten Triumph überhaupt nicht feiern können. Der ehemalige Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nämlich brachte im Jahr 2002 den Vorschlag ein, die Disziplin Moderner Fünfkampf ab den Spielen in Peking 2008 aus dem Programm zu streichen. Eine grandiose sportliche Karriere wäre so ungekrönt geblieben. Die Session des IOC lehnte den Vorschlag Rogges allerdings ab – gewissermaßen zum Glück von Schöneborn.

Zu diesem Zeitpunkt war die gebürtige Troisdorferin allerdings noch ein Teenager – aber bereits deutsche Jugendmeisterin im Vierkampf, der bis auf Reiten die klassischen Sportarten dieser Disziplin (Fechten, Laufen, Schießen und Schwimmen) enthält. Der Beginn einer Bilderbuchkarriere: 2004 mit 18 erstmals Deutsche Meisterin im Modernen Fünfkampf, ein Jahr darauf in Moskau Siegerin bei der Weltmeisterschaft der Junioren sowie bei den Erwachsenen im Staffelwettbewerb gemeinsam mit Kim Raisner, die heute zu ihrem Trainerstab gehört.

Auch die Weltmeisterschaft 2007 in ihrer sportlichen Heimat Berlin, wo sie am Olympiastützpunkt trainiert, verlief für Schöneborn äußerst erfolgreich: 2-mal Silber (Einzel, Team) plus Bronze in der Staffel. Und dann der olympische Wettbewerb im Jahr 2008 – der nicht sonderlich gut für die damals 22-Jährige begann. Nach der Eröffnungsdisziplin, dem Luftpistolenschießen, lag sie nur auf Rang 21. Doch dann folgte das Degenfechten und ein sensationeller Auftritt: 28 von 35 Gefechten entschied Schöneborn für sich und stürmte an die Spitze des Klassements. Im Schwimmen legte sie dazu über 200m Freistil eine neue persönliche Bestzeit (2:16,91 Minuten) hin, auch das Springreiten absolvierte sie mit lediglich einem Abwurf – sodass sie im abschließenden 3000m-Geländelauf die Konkurrenz in Schach halten konnte. Belohnung für den langen, harten Arbeitstag in Peking: 5792 Punkte - die Goldmedaille, mit gerade mal 22 Jahren. Der erste Podiumsplatz für Deutschland in dieser olympischen Disziplin seit 72 Jahren, als Gottfried Handrick den Wettbewerb der Männer in Berlin gewann.

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Rheinische Frohnatur: Lena Schöneborn beim Schwimmtraining im Olympiapark Berlin

Über Nacht wurde Schöneborn zum Sportstar, dem Gesicht des Modernen Fünfkampfs zumindest in Deutschland. Inzwischen ist sie mit über 30 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften aber auch zur erfolgreichsten Athletin ihrer Disziplin überhaupt avanciert. Die Erfolge und sicher auch die unkomplizierte und fröhliche Art ihrer rheinischen Heimat (als Hobby nennt sie u. a. den Kölner Karneval) verschafften ihr bis heute eine beachtliche Medienpräsenz. Dennoch rückt ihre Sportart eigentlich nur alle vier Jahre zu den Olympischen Spielen ins öffentliche Interesse. Bis zum Triumph in Peking hatte sie keinen Sponsor. Als „Gold-Lena“ sprang der „Motor“ diesbezüglich zwar an - aber die Werbespots mit Fußballtrainer Felix Magath, die noch 2010 für die Stiftung „Sportler für Sportler“ der Deutschen Fußball-Liga (DFL) produziert wurden, verdeutlichten auch, wie groß sich der Unterschied beim finanziellen Aspekt aktiver Sportler nach wie vor gestaltet.

Inzwischen, sagt Schöneborn, kann sie sogar von ihrem Sport leben. Der Spaß an ihrer Disziplin steht aber wie früher absolut im Vordergrund. Anders ist wohl auch kaum zu erklären, wie die mittlerweile 30-Jährige ihr Pensum absolviert. Der Leistungssport im Modernen Fünfkampf erfordert nun mal Übungen gleich in fünf Einzeldisziplinen – da kann ein Trainingstag auch schon mal von 7.30 Uhr bis 20 Uhr dauern. Parallel dazu studierte Schöneborn fünf Jahre „Business Administration“ an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin und machte 2013 dort den Master-Abschluss im Fach „International Marketing Management“. Inzwischen arbeitet sie als Selbständige bei einer Marketingagentur in der Hauptstadt, schafft es aufgrund ihrer Verpflichtungen im Bereich Sport allerdings nur selten auf 20 Arbeitsstunden in der Woche. Energie und Ausdauer – damit hat Lena Schöneborn also auch abseits der Trainingseinheiten keine Probleme.

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Schöneborn (2. v. l.) beim Training mit dem Olympia-Team: Annika Schleu, Christian Zillekens und Patrick Dogue (v.l.n.r.)

Auch die verschiedenen Änderungen bei der Durchführung der Wettbewerbe, mit denen der Moderne Fünfkampf mittlerweile zeitgemäßer gestaltet wurde, konnten sie nicht davon abhalten, weiterhin in der Weltspitze mitzumischen. Denn nicht nur in der Ägide von IOC-Präsident Rogge, sondern auch davor und danach stand die Disziplin immer wieder auf dem Prüfstand. Ein Deutscher war maßgeblich daran beteiligt, dass diese Form des Mehrkampfs bei Olympia weiterhin über die Bühne gehen darf. Klaus Schormann, seit 1993 Präsident des Weltverbands UIPM, vernahm die wiederkehrenden, kritischen Signale und gestaltete an der Spitze die notwendigen Umbaumaßnahmen mit. So fand die Durchführung des olympischen Wettbewerbs bereits seit Atlanta 1996 nur noch an einem Tag statt. Im Jahr 2008 beschloss die UIPM eine Zusammenlegung des Lauf- und Schießprogramms zum Combined – vergleichbar dem Biathlon also. Zwei Jahre später stieg man beim Schießen von scharfer Munition auf Lasertechnik um. Einerseits konnten dadurch z. B. die Kosten für Sicherheitsvorkehrungen drastisch gesenkt werden, andererseits sammelte man durch die nun auch verbesserte Umweltverträglichkeit – ein Thema, das bei der Organisation von Sportevents immer mehr in den Fokus rückt – zusätzlich Pluspunkte.

Lena Schöneborn soll anfangs übrigens keine Freundin des neuen Combined gewesen sein. Dass die Veränderungen vielleicht ein Grund für ihren verpatzten Auftritt bei den Spielen in London 2012 gewesen seien, weist sie aber zurück. Oft, sagt Schöneborn, sei sie auch nach Wettkämpfen ohne Topplatzierung durchaus zufrieden mit ihren Leistungen – ausgerechnet in Englands Hauptstadt aber war Schöneborn es nicht. Sie spricht dabei von der Wichtigkeit der Tagesform, die gerade bei einem Mehrkampf aus fünf sehr unterschiedlichen Einzeldisziplinen von besonderer Bedeutung ist. In London passte es einfach nicht zusammen, waren ihre Leistungen ihrer eigenen Einschätzung nach schlecht – auch wenn der abschließende Platz 15 als solcher nicht als Absturz zu bewerten ist. Enttäuschung: ja, Verzweiflung: nein – die Athletin, die zu diesem Zeitpunkt bereits beinahe alles gewonnen hatte, wollte weitermachen. Weil sie immer noch Spaß an der Ausübung ihrer Sportart hatte, trotz Mühsal und Plackerei im (Trainings)-Alltag.

Die Entscheidung, auch den nächsten Zyklus von vier Jahren in Angriff zu nehmen, war schnell gefallen - bis zu den Spielen in Rio de Janeiro also. Trotz späteren Einstiegs ins Training holte sie bei der EM 2013 zweimal Bronze im Staffel- und Teamwettbewerb (diese werden bei Olympia nicht ausgetragen), ein Jahr später gar den Europameistertitel in Einzel und Team sowie Silber in der Staffel. Von „Amtsmüdigkeit“ also keine Spur – doch es sollte noch besser kommen. Ausgerechnet bei der „Heim-WM“ in Berlin konnte sie die letzte Lücke in ihrer Titelsammlung schließen: Weltmeisterin im Einzel!

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Combined: Das Schießen wird seit 2008 in Verbindung mit der Laufdisziplin durchgeführt

Dieses Jahr nun stehen die Wettkämpfe natürlich ganz im Zeichen von Olympia. Beim Härtetest, den Weltmeisterschaften im Mai in Moskau, holte sie sich durch einen starken Combined zum Abschluss noch Platz 3. Die Europameisterschaft im Juli in Sofia ließ Schöneborn dagegen zugunsten individueller Vorbereitung aus. Bei allen Weltcup-Starts 2016 erreichte sie einen Platz auf dem Podium – auch bei dem als „Olympiatest“ bezeichneten Programm im März in Rio de Janeiro. Dort konnten die Athleten nicht nur die Sportstätten unter Wettkampfbedingungen kennenlernen, sondern z. B. auch mit den Pferden das Springreiten üben, die im August beim Saisonhöhepunkt zur Verfügung gestellt werden.

Der olympische Wettbewerb in Brasiliens Metropole wird dabei noch eine Veränderung erleben. Um das Programm zu entzerren und dem Publikum alle Einzeldisziplinen innerhalb einiger Stunden und an einer Sportstätte anbieten zu können, wurde beim Fechtprogramm ein Dreh im Modus gefunden. Der eigentliche Wettkampf in dieser Disziplin mit seinen zahllosen Gefechten nach dem üblichen Prinzip „Jede gegen Jede“ findet bereits am Vortag statt. Am eigentlichen Tag der Entscheidung im Modernen Fünfkampf bei den Frauen, dem 19. August (ab 17 Uhr MESZ), wird dann mit dem Degen nur noch eine Bonusrunde ausgefochten, in der vor allem die schlechter platzierten Athletinnen Gutschriften erhalten können. Lena Schöneborn wird man in dieser Runde voraussichtlich nur wenig erleben – ist das Fechten doch ihre Paradedisziplin. Dort und beim abschließenden Combined-Wettbewerb hat die Olympiasiegerin von 2008 ihre besonderen Stärken. Wenn alles normal läuft und ihre Tagesform stimmt, erwartet Schöneborn von sich – ohne jegliche Form von Arroganz – schon einen Podestplatz. Vielleicht kommt es sogar zum Zweikampf um Gold mit ihrer wohl größten Konkurrentin Laura Asaidauskaite aus Litauen. Die Siegerin von London 2012 und Schöneborn bestimmten jedenfalls zuletzt die Wettbewerbe im Weltcup.

Und was passiert nach den Olympischen Spielen? In dieser Hinsicht liegt der Fall klar für Lena Schöneborn – Tokio 2020 will sie nicht mehr absolvieren, mit all den Strapazen über weitere vier Jahre. Dass nach Rio Schluss ist, heißt das aber nicht zwangsläufig. Möglich, dass sie noch das eine oder andere Jahr dranhängt – einfach aus Spaß an „ihrer“ Sportart.

Beitrag + Fotos: Hagen Nickelé

Traber-Derbywoche 2016 spezial

Beinahe schon pünktlich zur Vorstellung der EM-Teilnehmer öffnete der Himmel über der Mariendorfer Bahn die Schleusen - zum Leidwesen vor allem der Besucher und der Pressevertreter, die sich unmittelbar an der Bahn postiert hatten. Die Präsentation der Fahrer unter Regenschirmen ging so etwas unter. Zum traditionellen Zerschneiden des Blauen Bands als Eröffnung der Mariendorfer Woche hatte sich das schlechte Wetter dann immerhin verzogen, beeinflusste das Geschehen jedoch noch vor allem in den ersten Läufen zur Europameisterschaft.

mdorf16-hoeitomtSo sah der Norweger Eirik Höitomt (l.), der das erste EM-Rennen mit Hironimus LB für sich entscheiden konnte, bei der anschließenden Siegerehrung neben "Miss Germany" Lena Bröder aus wie eine Neuauflage von "Die Schöne und das Biest". Gezeichnet von der aufgeweichten Bahn nahm Höitomt den Siegerpokal entgegen.

Im zweiten Lauf meldete dann Mika Forss eindrucksvoll seinen Anspruch auf den Titel an. Der Finne hatte zuvor noch einen Nichtstarter verkraften müssen - also den Ausfall (s)eines Pferds, für das er nur eine pauschale Punktzahl gut geschrieben bekam. Mit Key Largo war er dann aber nicht zu bremsen und holte sich die 2. Fahrt des Tages. Forss erreichte in der Folge noch zwei zweite Plätze, sodass er in den letzten Läufen nicht mehr das große Risiko ging und mit zwei siebten Rängen die Europameisterschaft für sich entscheiden konnte.

mdorf16-ebbingeDas dritte Rennen entschied der junge Holländer Rick Ebbinge für sich. Der 31-Jährige lenkte Ufo de Valle sicher als ersten Traber über den Zielstrich und holte sich die volle Punktzahl. Seine extra mitgereiste Freundin nahm Ebbinge im Winner's Circle in Empfang und ließ sich für das Siegerfoto (r.) gerne mit ihm ablichten.

Grund zur Freude hatte im vierten Lauf der zweifache EM-Champion Enrico Bellei. Der Italiener siegte mit Außenseiter Edgar Kievitshof (251:10) - vielleicht eine Art Trotzreaktion, nachdem seine Pferde in den vorhergehenden Rennen ausnahmslos galoppierten und Bellei somit schon früh keine Titelchance mehr besaß. Sein Außenseitertraber schien den Rummel im Anschluss tatsächlich nicht gewöhnt zu sein - oder die Euphorie riss Edgar Kievitshof mit. Jedenfalls war das Pferd nach dem Rennen einfach nicht in den Siegerring zu geleiten und Enrico Bellei nahm den Pokal ohne Begleitung entgegen.

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Schlussspurt: Michael Nimczyk mit Diablo Limburgia (ganz links) auf dem Weg zum Sieg im 5. Lauf

Einen deutschen Erfolg bescherte dann der vorletze Lauf den Besuchern in Mariendorf. Michael Nimczyk hielt mit Diablo Limburgia die Lauerstellung im Feld bis auf die Zielgerade, wo er dann unerwartet den Turbo zündete und dem Restfeld das Nachsehen gab. Der deutsche "Goldhelm" hatte so vor dem letzten Rennen noch Aussicht auf das Treppchen bei der Siegerehrung, landete aber am Ende auf dem 6. Platz. Der war aber bei der starken Konkurrenz auch nicht zu verachten, zumal Nimczyk sich damit für die WM 2017 in Kanada qualifizieren konnte.

Im sechsten Rennen gab es dann nochmal einen Favoritensieg: der Belgier Rik Depuydt steuerte Evans Stardust (16:10) sicher zum Erfolg und konnte damit den 1.500 Sieg seiner Fahrerkarriere feiern. Der Gesamtsieg war Mika Forss jedoch nicht mehr zu nehmen - Platz 2 belegte Björn Goop aus Schweden, der zwar kein Rennen gewinnen, aber einen guten Schnitt abliefern konnte. Rick Ebbinge belegte im Abschlussklassement den Bronze-Platz.

Die Fahrer-EM konnte so unterm Strich als erfolgreiche Veranstaltung bezeichnet werden. Die Tatsache, das jedes Einzelrennen einen anderen Sieger hervorbrachte, unterstreicht die Ausgeglichenheit des Fahrerfelds - wenn auch bei einer solchen Veranstaltung immer das Losglück ebenfalls eine Rolle spielt.

Großes Foto: Mika Forss bei der Siegerehrung nach dem zweiten Rennen des Tages

Text: Hagen Nickelé
Fotos: Hagen Nickelé

Traber-Derbywoche 2016 spezial

Die Traber-Woche in Mariendorf wird an diesem Freitag um 15.30 Uhr mit dem traditionellen Zerschneiden des Blauen Bands eröffnet. Im Anschluss geht es gleich in die Vollen bei der Europameisterschaft der Fahrer.

Die EM wird nach folgendem Modus ausgetragen: es finden sechs Läufe statt, bei denen die Männer jeweils im Sulky eines anderen Pferdes sitzen. Um den Glücksfaktor zu minimieren, wurden die Traber dafür in drei Kategorien eingeteilt - jeder Fahrer wird jeweils zwei Pferde aus den unterschiedlichen Qualitätsstufen lenken. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, wird Champion. Dabei gilt es, vor allem mit den niedriger bewerteten Tieren quasi Extrapunkte zu sammeln.

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Deutschlands EM-Fahrer: Michael Nimczyk

Von Skandinavien über die Niederlande und Belgien bis Italien sind die besten Fahrer dabei - aber auch aus Ungarn und Malta wurden Teilnehmer gemeldet. Für Deutschland startet der amtierende "Goldhelm" Michael Nimczyk aus Wittlich. Neben Enrico Bellei (Italien, 2x) und Birger Jörgensen (Dänemark), die den Titel schon einmal erlangt haben, sind weitere Stars der Szene am Start: Björn Goop aus Schweden etwa oder Mathieu Abrivard (Frankreich).

Der Finne Mika Forss ist übrigens der Favorit auf den Titel - zumindest nach Auffassung des Präsidenten des Traber-Verbandes (HTV), Heinz Tell. Die Auslosung habe Forss in den jeweiligen Kategorien mit den besseren Pferden bedacht, so Tells Prognose. Aufgrund des vollen Terminkalenders der Aktiven wird die EM an einem Tag ausgefahren.

Das Teilnehmerfeld:

Belgien: Rik Depuydt
Dänemark: Birger Jörgensen
Deutschland: Michael Nimczyk
Finnland: Mika Forss
Frankreich: Matthieu Abrivard
Italien: Enrico Bellei
Malta: Noel Baldacchino
Niederlande: Rik Ebbinge
Norwegen: Eirik Höitomt
Österreich: Gerhard Mayr
Schweden: Björn Goop
Ungarn: Csaba Lakatos

Text + Fotos: Hagen Nickelé

Derby-Woche spezial
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Der Berliner Lokalmatador erklärt nach Auslosung der Vorläufe, warum diese durchaus von Bedeutung für das Renngeschehen sein kann - und spricht über den Höhepunkt der Trabsaison auf der Rennbahn in Mariendorf.

 

Derby-Woche spezial

Wer qualifiziert sich für den Endlauf der Hengste?

Bei der Auslosung der vier Vorläufe standen die Veranstalter vor einem Problem. Drei Pferde konnten einstimmig auf die Qualifikationsrennen gesetzt werden: Dreambreaker, Blackhawk und Fiobano. Für den vierten Lauf allerdings sah man Geronimo T und Orlando Jet gleichauf. So entschied die Rennleitung, vor Beginn der eigentlichen Auslosung zwischen den beiden Trabern ebenfalls den vierten gesetzten Startplatz zu ziehen. Eine Entscheidung mit Folgen - wenn auch zunächst nicht weltbewegenden. Losfee Kristina Gust, Nachwuchsfahrerin auf der Trabrennbahn Mariendorf, holte in ihrer ersten Amtshandlung bezüglich des Traber-Derbies Orlando Jet mit Fahrer Thorsten Tietz als viertes zu setzendes Paar aus dem Topf.

Anschließend begann die Auslosung der eigentlichen vier Qualifikationsrennen. Wie sich jedoch - zum Glück relativ schnell - herausstellte, war das los von Geronimo T nach dem "Stechen" mit Orlando Jet "vergessen", also nicht entfernt worden. Das Prozedere musste also nach Behebung des Fehlers noch einmal von vorne beginnen. Kein großes Problem, da das Malheur gleich zu Beginn der Ziehung bemerkt wurde.

Vorlauf 1: Favorit Fiobano gegen Hengst und Stute aus dem Hause Schockemöhle

Im ersten Vorlauf mit dem Favoriten Fiobano und Thorsten Tietz im Sulky wurden dann mit zwei Pferden aus der Zucht von Springreitlegende Alwin Schockemöhle die aussichtsreichsten Siegkandidaten zugelost - oder, genau gesagt, Siegkandidat*innen. Denn neben Muscle Boy AS mit dem Österreicher Gerhard Mayr als Fahrer wurde mit Lady Muscles auch die einzige Stute im Wettbewerb der Hengste gemeldet. Zwei Schweden - Trainer Stig Johansson und Torbjörn Jansson im Sulky - bürgen in diesem Zusammenhang allerdings fraglos für die nötige Qualität der Traberin.

Vorlauf 2: Dreambreaker trotz Startplatz 8 ganz vorne erwartet

Absoluter Topfavorit im zweiten Vorlauf ist Dreambreaker - trotz des ungünstigen Starplatzes Nr. 8. Das von Arnold Mollema in Holland trainierte Pferd ist dem Vernehmen nach der heißeste Kandidat auf die Derby-Krone 2016. Er wird gelenkt von Deutschlands aktuellem Goldhelm Michael Nimczyk. Eine gute Rolle in diesem Vorlauf ist sicher auch dem "Berliner" Mr. Shorty (Thorsten Tietz) zuzutrauen, dazu auch Skip Beau mit Hauptstadt-Fahrer Maik Esper und Mephisto PS mit Heinz Wewering an den Seilen.

Vorlauf 3: Blackhawk mit zahlreicher Konkurrenz

Traber-Derby 2016: Auslosung der Vorläufe "Losfee" Kristina Gust und Rennsekretär Ralf Koscharé (l.) bei der Arbeit

Traber-Derby 2016: Auslosung der Vorläufe
"Losfee" Kristina Gust und Rennsekretär Ralf Koscharé (l.) bei der Arbeit

Besondere Spannung verspricht die Auslosung des dritten Qualifikationsrennens. Gesetzt hier der als Dreambreaker-Herausforderer gehandelte Blackhawk (Fahrer: Hugo Langeweg), der ebenfalls von Arnold Mollema trainiert wird. Dazu gesellte das Los mit dem erst in der Vorauswahl aussortierten Orlando Jet (Rudolf Haller) einen weiteren Toptraber. Lemaitre (Maik Esper), Comanche Moon (Torbjörn Jansson) und auch Zauni (Thorsten Tietz), die Kristina Gust ebenso in diesen Lauf zog, galten im Vorfeld allesamt auch als Endlaufkandidaten. Somit ist dieses Qualifikationsrennen sicher als das ausgeglichenste der vier zu bezeichnen.

Vorlauf 4: Thorsten Tietz und zwei holländische Fahrer mit Aussicht auf Finaleinzug

Im letzten Vorlauf gilt Geronimo T (Thorsten Tietz) auf Startposition 3 als aussichtsreichster Siegkandidat. Muscle Sott mit Robin Bakker und Guillaume Boko mit Trainer Robbin Bot im Sulky werden ebenfalls sehr gute Karten bezüglich der Teinahme am Endlauf des Deutschen Traber-Derbies 2016 am Sonntag nachgesagt.

Text+Foto: Hagen Nickelé

sfc-stern-cornelius-qDer Trainer des Berliner Vizemeisters will mit seiner Mannschaft auch dieses Jahr wieder eine gute Rolle in der höchsten Hauptstadtliga spielen. Auf die Ungewissheit über einen zusätzlichen Aufstiegsplatz, die gegen Ende der vergangenen Spielzeit für Verwirrung sorgte, kann er dagegen gut verzichten - und nimmt in dieser Hinsicht auch kein Blatt vor den Mund.

Manuel Cornelius sprach anlässlich des Peter-Hanisch-Gedenkturniers in Zehlendorf Anfang Juli mit Hagen Nickelé.

 

Text+Foto: Hagen Nickelé