Enttäuschung gestern an der Katzbachstraße: Türkiyemspor verpasste im letzten Saisonspiel gegen den Staffelmeister der Landesliga, Eintracht Mahlsdorf II, die Rückkehr in die Berlin-Liga seit dem Abstieg im Jahr 2013. Schon vergangenes Wochenende ließen die Kreuzberger bei Schlusslicht Köpenicker SC (2:4) überraschend Federn, danach trat Trainer Sedat Akova zurück.
Für das letzte Spiel übernahm der Sportliche Leiter, Ecevit Özman, die Verantwortung - am Ende ohne den heiß ersehnten Erfolg. Nach dem Spiel stand Özman Berlinsport Aktuell für ein Interview zur Verfügung.
Wir bitten um Nachsicht, dass die Aufnahme aus technischen Gründen nicht die gewohnte akustische Qualität besitzt.
Wieder nichts: auch dieser Schuss von Türkiyemspor-Kapitän Aykut fand seinen Weg nicht ins Mahlsdorfer Tor - am Ende verloren die Kreuzberger 1:3 und verpassten den Aufstieg
1. FC Schöneberg und SV Sparta begleiten Hellas Nordwest und Spandauer Kickers in die Berlin-Liga
Spannung bis zur letzten Minute in beiden Staffeln der Berliner Landesligen. Schließlich wurde in beiden Abteilungen noch jeweils ein zweiter Aufsteiger in die Berlin-Liga zusätzlich zu Hellas Nordwest (Staffel 1) und den Spandauer Kickers (Staffel 2) gesucht.
Staffel 1: Fünf konnten vor dem letzten Spieltag noch aufsteigen
Besonders kurios die Situation in der Staffel 1 vor dem letzten Spieltag. Der bereits feststehende Meister, Eintracht Mahlsdorf II, darf nicht aufsteigen, da schon die 1. Mannschaft in der Berlin-Liga spielt. Hellas Nordwest auf Platz 2 stand dazu bereits als Aufsteiger fest, um den 3. Rang konkurrierten vor der Abschlussrunde noch insgesamt fünf Teams.
Fortuna Biesdorf legt am Samstag bereits vor
Der Sieg von Fortuna Biesdorf – der Aufstiegsaspirant spielte als einziger bereits am Samstag – gegen SSC Teutonia änderte diese Konstellation schon einmal gewaltig. Denn der FC Internationale und Blau Weiß Hohen Neuendorf waren vor ihren Sonntagsspielen bereits aus dem Rennen. Die Biesdorfer, die gegen Teutonia in den Schlussminuten noch den 1:2-Rückstand in einen 3:2-Erfolg umdrehen konnten, hatten somit die Pole Position im Aufstiegsrennen übernommen und konnten bzw. mussten der Dinge harren.
Türkiyemspor und Schöneberg im Fernduell - oder doch Biesdorf?
Klar war: gewinnt entweder Türkiyemspor oder der 1. FC Schöneberg, hat das jeweilige Team die Nase vorn. Sollten beide gewinnen, sprach das bessere Torverhältnis für die Kreuzberger. Türkiyemspor empfing dabei niemand geringeren als den Meister aus Mahlsdorf, Schöneberg die bereits aufgestiegene SpVgg Hellas Nordwest – ausgerechnet beide Topteams der Landesliga Staffel 1 sollten also das Zünglein an der Waage hinsichtlich des zweiten Aufsteigers spielen.
Zur Pause hatte sich zumindest zahlenmäßig im Willi-Kressmann-Stadion dabei nichts getan. Das 0:0 schmeichelte eher der Mahlsdorfer Reserve, denn Türkiyemspor ließ nach zaghaftem Beginn zahlreiche Torchancen aus und hätte kurz vor der Pause beinahe das 0:1 kassiert. Dagegen lagen die Schöneberger auf eigenem Platz gegen Hellas NW bereits mit 0:2 zurück – Fortuna Biesdorf war zu diesem Zeitpunkt also lachender Dritter.
Die Aussichten am Grabensprung sollten sich kurzfristig sogar noch verbessern, denn Eintracht Mahlsdorf II ging nach der Pause bei Türkiyemspor in Führung. Der Gastgeber erhöhte im Anschluss aber den Druck und kam knapp 20 Minuten vor dem Ende zum Ausgleich. In diesem Moment aber hatte Fortuna Biesdorf den Aufstiegsplatz 3 schon abgegeben - und zwar an den 1. FC Schöneberg! Der hatte die Partie innerhalb von zehn Minuten zu seinen Gunsten gedreht und legte sogar noch das 4:2 nach.
Schönebergs Aufholjagd wird belohnt - Türkiyemspor ausgekontert Damit war für die Biesdorfer nun der Traum quasi bereits ausgeträumt, Türkiyemspor fehlte „nur noch“ der Siegtreffer zum Aufstieg. Allerdings mussten die Kreuzberger in der Schlussphase bei allem Sturm und Drang immer wieder auf die Konter des Gegners achten. Einige gute Gelegenheiten ließ das Team von der Katzbachstraße dabei nochmals aus, dann folgte die bittere Strafe.
Knapp zehn Minuten vor dem Ende gelang der Mahlsdorf-Reserve das 1:2 und Türkiyemspor benötigte jetzt zwei Treffer. Man sollte es in punkto Aufholjagd aber nicht mehr den Biesdorfern gleich tun – im Gegenteil: in der Nachspielzeit musste man noch das 1:3 hinnehmen. Das Tor zum 5:2-Endstand für die Schöneberger fiel dabei nicht mehr ins Gewicht, denn die Lila-Weißen vom Vorarlberger Damm hätten am Ende so oder so den Aufstieg für sich entschieden.
Staffel 2: SV Sparta oder Hilalspor - wer begleitet "SpaKi"?
In der Staffel 2 stellte sich das Aufstiegsrennen übersichtlicher dar: Neben den Spandauer Kickers wurde hier der zweite Aufsteiger zwischen dem SV Sparta aus Lichtenberg und Hilalspor aus Kreuzberg ermittelt. Sparta reichte angesichts von zwei Punkten Vorsprung und dem um 6 Treffer besseren Torverhältnis eigentlich sogar schon ein Unentschieden gegen den TSV Mariendorf 1897 (Tabellen-8.), während Hilalspor beim Berliner SC II (benötigte im Abstiegskampf noch Punkte) auf jeden Fall gewinnen musste - und das im besten Fall noch sehr hoch.
SV Sparta: Diesmal klappt's mit dem Aufstieg
An der heimischen Fischerstraße ließ der SV Sparta – letztes Jahr noch in der Aufstiegsrelegation am TuS Makkabi gescheitert – jedoch nichts mehr anbrennen. Nach dem frühen 1:0 durch Griesert dauert es zwar ein wenig, dann schraubte der bisherige Tabellenzweite bis zur Pause das Ergebnis aber noch auf 3:0. Nach dem Wechsel war der Widerstand der Mariendorfer gebrochen und Sparta konnte unbeschwert aufspielen. Das Ganze endete schließlich mit einem Schützenfest in Höhe von 8:0, wodurch die Rot-Weißen sogar noch Platz 1 eroberten, während die Spandauer Kickers (0:1 gegen Berolina Stralau) auf den 2. Platz abrutschten.
Das Ergebnis von Verfolger Hilalspor (am Ende 0:1 verloren) beim Berliner SC II war somit unerheblich. Die gerade erst aufgestiegenen Kreuzberger konnten nicht mehr entscheidend eingreifen und mussten sich – ebenso wie Türkiyemspor in der Staffel 1 – mit einer "eigentlich guten" Saison zufrieden geben.
Abstieg: Friedenau, SW Spandau und Conc. Britz erwischt es noch
In der Abstiegszone der Landesliga Staffel 1 hielten sich der BSC Rehberge (4:0 gegen den KSC) und Türkspor (4:0 gegen Hohen Neuendorf) den Friedenauer TSC vom Leibe, der zuhause gegen den VfB Hermsdorf mit 2:1 gewann. Der FTSC begleitet hier den SSC Südwest und den Köpenicker SC in die Bezirksliga.
In der Staffel 2 gelangen Schwarz-Weiß Spandau (3:3 gegen Johannisthal) und Concordia Britz (0:5 gegen den SCC) nicht die erforderlichen Resultate, um die Klasse zu halten. Dazu verabschiedet sich die Reserve des FC Viktoria 89, die bereits zurückgezogen wurde, aus der Spielklasse.
Weiße Weste(n): Titel und Aufstieg waren dem SC Staaken schon nicht mehr zu nehmen, nun brachten die Spandauer auch noch ihre Serie ins Ziel
Tabellenführer gewinnt im letzten Saisonspiel 3:2 bei Stern 1900
Der neue Berliner Meister konnte auch sein letztes Saisonspiel in der höchsten Spielklasse der Hauptstadt ohne Niederlage absolvieren – beim SFC Stern 1900 gelang am Samstagnachmittag sogar mit einem 3:2 der 26. Sieg in dieser Spielzeit.
Dass der SC Staaken den Titel sicher hat und in die NOFV-Oberliga Nord aufsteigen wird, stand schon nach dem 32. Spieltag fest. Doch eine Serie nach dem Motto „Der Fluch der guten Tat“ hielt den Verein aus dem Westen Spandaus weiter auf Trab: nach 32 Partien ohne Liganiederlage sollte der Nimbus der Unschlagbarkeit noch auf die komplette Spielzeit ausgebaut werden. Nach dem Heimsieg gegen Wilmersdorf am vergangenen Wochenende blieb so noch eine Hürde: der SFC Stern 1900.
Muntere Anfangsphase auf der Sochos-Sportanlage
Die Steglitzer hatten bis dahin nur eine von 16 Rückrundenpartien verloren, gingen allerdings ersatzgeschwächt in die Partie. Der neue Titelträger startete wie die Feuerwehr und ging durch das 34. Saisontor von Erhan Bahceci in Führung. Die Gastgeber, die heute auf die Sochos-Sportanlage in der Lessingstraße ausweichen mussten (an der Schildhornstraße wird gerade ein neuer Kunstrasen verlegt), bewiesen im Anschluss, dass sie nicht nur als Staffage für die Staakener Saisonabschlussfeier dienen wollten.
Der Ausgleich durch Hakan Önal per Foulelfmeter war die logische Folge (12.). Der SCS hatte allerdings umgehend die richtige Antwort parat: Sebastian Gigold gelang mit einem Schuss ins lange Eck die erneute Führung nach einer Viertelstunde. Bis zur Pause entwickelte sich dann eine offene Partie ohne große Aufreger.
Meister Staaken lässt sich nicht aus dem Konzept bringen
Erst nach dem Wechsel wurde es zwischenzeitlich wieder turbulent. Önal stellte nach einer knappen Stunde wieder auf Gleichstand, doch das 2:2 hatte nur zwei Minuten Bestand. Der SC Staaken bekam nun seinerseits einen Foulelfmeter zugesprochen, den David Koschnik zum 3:2 für die Gäste nutzte.
In der Schlussphase ließen Kraft und Konzentration angesichts der phasenweise heißen Witterung fühlbar nach. Der neue Berliner Meister hatte noch Pech bei einem Pfostenschuss, während sich der SFC Stern nicht aufgab – aber nicht mehr nennenswert zum Abschluss kam.
Am Ende konnte der SC Staaken also den Schlusstrich unter eine perfekte Saison 2016/17 machen: 106 Tore, 86 Punkte und – ungeschlagen...
Am Sonntag wird er noch einmal an der Linie stehen, dann ist vorerst Schluss mit dem Trainer Torsten Boer. Nach dem 4:0 vergangenen Sonntag gegen Tasmania - dem letzten Heimspiel von Eintracht Mahlsdorf in dieser Saison - erklärte Boer im Gespräch mit Berlinsport Aktuell, wann und wie es zu der Entscheidung und man auf Nachfolger Christian Gehrke (bisher Germania Schöneiche) gekommen ist.
Der dreijährige Hengst New Dawn präsentiert sich mit Thorsten Tietz wie ein Überflieger. Der gleichaltrige Baxter Hill imponiert mit Josef Franzl ebenfalls mächtig. Von den älteren Pferden agiert vor allem der von Michael Nimczyk gesteuerte Banks überragend: Der Spitzentraber erzielt einen neuen Berliner Saisonrekord!
Baxter Hill bringt sich ins Gespräch für das Derby
Die kommenden Wochen werden richtig spannend: Bei der Mariendorfer Mittwochveranstaltung stellten sich erneut bärenstarke dreijährige Pferde vor und die Diskussion, welcher Traber den Kampf um das Blaue Band gewinnen wird, tritt langsam aber sicher in eine heiße Phase. Genauere Aufschlüsse wird natürlich erst das Buddenbrock-Rennen am 9. Juli liefern. Aber einer, der am Tag X zweifellos ein Wörtchen mitreden kann, ist der Hengst Baxter Hill. Sein Start-Ziel-Sieg in 15,1/1.900m war beeindruckend.
Der vom Bayerischen Champion Josef Franzl trainierte und gesteuerte Hengst schwang ein eisernes Zepter und ließ seinen Verfolgern Lady Nadine(Maik Esper) und Power of Rhythm(Rudolf Haller), die sich als Zweit- und Drittplatzierte ebenfalls prächtig verkauften, nicht den Hauch einer Chance. Auf der Zielgeraden löste sich der kleine Bruder der dreifachen Breeders-Crown-Siegerin Stacelita hochüberlegen mit fünf Längen Vorsprung. Eines scheint jetzt schon klar zu sein: Das Ehepaar Walek, das den von Jean-Pierre Dubois gezüchteten Traber im Herbst letzten Jahres gekauft hatte, darf sich über eine goldrichtige Investition freuen. Baxter Hill steht vor einer tollen Zukunft.
New Dawn beweist Ausnahmestellung
Genau im richtigen Moment zugegriffen: Diese Devise gilt ebenfalls für Renate Gramüller und Johann Holzapfel, die den von Arne Frahm gezüchteten Hengst New Dawn ihr Eigen nennen dürfen. Mit seinem Trainer Thorsten Tietz ist der muskulöse Dreijährige, der seine Bilanz mit einem Sieg in der grandiosen Kilometerzeit von 13,3/1.900m auf insgesamt fünf Volltreffer steigerte, noch ungeschlagen. Selbst der Startplatz 10 konnte den Braunen nicht stoppen. Nachdem New Dawn zunächst die vierte Position außen erobert hatte, gab Berlins Champion kurz vor dem Schlussbogen Gas und wollte mit diesem Manöver eigentlich den innen daneben liegenden Gegner Kentucky Bo(Rudolf Haller) festnageln.
Doch New Dawn ging einfach auf und davon. Thorsten Tietz: „Er brauchte zwar einen kurzen Moment für die Tempoverschärfung, packte dann aber so famos an, dass ich dachte: Lass ihn einfach gleiten!“ An seiner Wertschätzung für den Hengst ließ der Silberhelm keinen Zweifel: „Der Braune ist ein Ausnahmepferd!“ Eine sehr gute Note verdiente sich – allerdings schon sieben Längen zurück – auch Tijuana Diamant(Michael Nimczyk), die Kentucky Bo mit viel Speed noch das zweite Geld wegschnappte.
Nimczyk: Mit Banks in Rekordzeit, auch mit Prince of Persia vorne
Natürlich konnten sich nicht nur die dreijährigen Stars, sondern auch die erfahrenen älteren Vierbeiner-Cracks mächtig in Szene setzen. Das von allen Rennsportfans heiß erwartete Saisondebüt von Banks verlief absolut überzeugend. Mit dem Goldhelm Michael Nimczyk im Sulky war der Achtjährige in der neuen Berliner Saisonrekordzeit von 12,7/1.900m eine Klasse für sich – obwohl sich der Verlauf für den Wallach gar nicht mal optimal gestaltete. Denn in einem munteren Hauen und Stechen hatte sich zunächst Dimitri W Eden(Thorsten Tietz) für die Führung durchgesetzt. Als der diesmal aber offenbar nicht im Vollbesitz seiner Kräfte befindliche Pilot im Schlussbogen stehenblieb wie eine Karre Sand, schien der dahinter festsitzende Banks ziemlich in die Klemme geraten zu sein. Doch dann ergab sich genügend Freiraum und der 09,9-Traber fing den schon enteilten Indover, dessen Fahrer Kornelius Kluth die Turbulenzen clever ausgenutzt hatte, noch überaus leicht wieder ein. Am Ende standen zweieinhalb Längen Vorsprung für Banks zu Buche, für den in näherer Zukunft Starts in Frankreich vorgesehen sind.
Mit Ulrich Mommerts Prince of Persia gelang dem Deutschen Meister unmittelbar danach ebenfalls ein Sieg. Der Fuchs setzte sich von der Spitze aus in 13,7/1.900m durch und wehrte in einer überaus rasanten Schlussphase den gefährlichen Angriff von Lemaitre(Maik Esper) ab.
Tyrolean Dream ohne Eisen völlig losgelöst
„Er ist ein verrückter Bursche und hat viele Eigenarten – aber er ist zugleich auch ein wahnsinnig gutes Pferd!“, strahlte Rudolf Haller über die Leistung von Tyrolean Dream, der sofort die Spitze übernommen hatte und seine durchaus prominente Gegnerschaft in der neuen persönlichen Bestzeit von 13,1/1.900m in Grund und Boden rannte. Obwohl der in der Endabrechnung viertplatzierte Rainbow Diamant(Heinz Wewering) unterwegs ungeheuren Druck aufgemacht hatte, beschleunigte der Pilot in jeder Phase des Rennens nahezu mühelos und löste sich auf den letzten 300 Metern mit neun Längen von den vergeblich nachsetzenden und nur hauchdünn voneinander getrennten Montgomery Mo(Michael Nimczyk) und Flirty or Dirty(Thomas Panschow). Rudolf Haller: „Wir haben Tyrolean Dream heute das erste Mal komplett ohne Eisen angespannt und das Experiment hat perfekt funktioniert!“
Auch Wewering trägt sich in die Siegerliste ein
„Die Bahn war bestens präpariert, das Pferd ist toll in Schwung und ich bin auch in guter Form“, schmunzelte Heinz Wewering bei dem von Nicolai Laaser geführten Siegerinterview im Winner-Circle, unmittelbar nachdem er mit Jorma Bo zugeschlagen hatte. Der 29-malige Deutsche Meister hatte in der Tat allen Grund zur Zufriedenheit, denn Jorma Bo lieferte eine blitzsaubere Leistung ab und gewann Start bis Ziel in 13,8/1.900m völlig ungefährdet. Im Einlauf wurde der außen angreifende Kelso(Thomas Panschow) zwar noch mächtig schnell, aber der Wallach des Gestüts Lasbek konnte sich nur noch auf zwei Längen an den für die Farben von Katharina Pavel laufenden Sieger herankämpfen.
Gesamtumsatz: 60.653,09 Euro.
Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 25. Juni statt. Im Mittelpunkt stehen die beiden mit jeweils 8.000 Euro Preisgeld dotierten Buddenbrock-Trials. Beginn ist um 13.30 Uhr.
Großes Foto: Die Wasserfreunde Spandau (hier: schwarze Kappen) setzten den Gegner aus Hannover immer wieder erfolgreich unter Druck (Szene aus dem Heimspiel der Vorrunde)
Die Wasserfreunde Spandau 04 sind Deutscher Wasserball-Meister 2017. Im vierten Spiel der Finalserie nach dem Modus "Best-of-5" konnten sie gestern abend bei Waspo 98 Hannover den entscheidenden 3. Sieg landen. Bester Werfer für die Berliner war Mehdi Marzouki mit vier Treffern.
Im Halbfinale war - nicht unerwartet - wie im letzten Jahr gegen den TV Pforzheim Schluss für den Rugby Klub 03. Nach dem Spiel sprach Berlinsport Aktuell mit Ingo Goessgen über die Partie und die Kluft zwischen Amateuren und Profitum im deutschen Rugbysport.
Der Präsident des RK 03 fand dazu durchaus kritische Töne, sieht sich mit seinem Verein aber auf dem richtigen Weg - und blickte obendrein voraus auf das Endspiel zwischen dem Heidelberger RK und dem TV Pforzheim, das der Klub aus Weißensee am 24. Juni im heimischen Stadion Buschallee ausrichten wird.
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Korrektur: Rechnet man die ungenutzten Tritte des RK 03 dazu, wäre der Halbzeitstand 10:19 (statt 5:19) und nach dem Wechsel der Zwischenstand 17:19 (statt 10:19) gewesen - das ist uns etwas durcheinander geraten
Wie schon im letzten Jahr war für den RK 03 Berlin Endstation im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen den TV Pforzheim. Vor 910 Besuchern im heimischen Stadion an der Buschallee, wo diese Saison auch das Endspiel stattfinden wird, unterlagen die Weißenseer dem Favoriten am Ende deutlich mit 15:52 (5:19).
Gegen die unter Profibedingungen arbeitenden Süddeutschen verkaufte sich der RK 03 zunächst teuer. Im ersten Durchgang machten so die "Feinheiten" den Unterschied - die Berliner ließen etwa einen Straftritt (drei Punkte) beim Stande von 0:7 ebenso ungenutzt wie die Erhöhung zum möglichen Ausgleich (2 Punkte). Kurz vor der Pause konnte der Gast dazu bei 5:12 noch wertvolle sieben Punkte holen.
Erst im 2. Durchgang entscheidend verloren - kein "Finale daheim"
Auch davon ließen sich die Berliner jedoch zunächst nicht entmutigen und verkürzten nach dem Wechsel nochmal auf 10:19, konnten allerdings abermals die mögliche Erhöhung nicht für sich nutzen. Nach dem 10:24 für die Gäste in der 50. Minute bekamen die 03er Probleme und wurden nun von den Pforzheimern wiederholt düpiert. Beim zwischenzeitlichen Stand von 10:52 waren die Messen gelesen, doch die Berliner legten noch einen Versuch - eine Frage der Ehre.
Enttäuscht, aber stolz: Angeführt von Kapitän Falk Duwe (r.) nehmen die Spieler des RK 03 nach der Partie die Respektbekundung des Gegners entgegen
Der Traum vom Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im eigenen Stadion aber ist für den RK 03 somit geplatzt. Der TV Pforzheim wird in 14 Tagen erneut an der Buschallee zu Gast sein - dann geht es gegen den zweiten Südvertreter Heidelberger RK, der mit Germania List (69:12) kurzen Prozess machte.
Heinz Wewering führt den Lasbek-Hengst zur Tagesbestzeit und punktet zudem mit der Boxennachbarin Motion Pure. Trainer Christian Lindhardt optimiert die Ausbeute des norddeutschen Gestüts durch einen Sieg mit Hobard. Thorsten Tietz und Michael Nimczyk sind mit ihren Favoriten Ganyboy und Chance Classique nicht zu knacken.
Auf einen wie ihn ist stets Verlass: Bei der Mariendorfer Matinée-Veranstaltung bewies Heinz Wewering einmal mehr, warum er der erfolgreichste Sulkysportler des Kontinents ist. Der 29-malige Deutsche Meister erfüllte die hohen Erwartungen perfekt und steuerte zwei ausnahmsweise nicht von ihm selber, sondern vom Dänen Christian Lindhardt trainierte Pferde zum Sieg: die beiden Lasbeker Traber Maxi Cup und Motion Pure. Beide Treffer liefen nach genau dem gleichen Schema ab, denn obwohl es in der Startphase durchaus einige Gegenwehr der Konkurrenten gab, eroberten sowohl der dreijährige Hengst als auch die gleichaltrige Stute rasch die Führung. Was dann folgte, ist schnell erzählt. Maxi Cup und Motion Pure ließen keinerlei Attacken ihrer Verfolger zu und gewannen drückend überlegen mit zweieinhalb bzw. sechs Längen Vorsprung.
Wewering und Maxi Cup - ein Duo für's Derby?
Besonders imponierend fiel der Triumph von Maxi Cup aus, denn der kleine Bruder der Stutenderby-Vorlaufsiegerin Lesperanza erzielte auf der 1.900-Meter-Distanz eine Kilometerzeit von 1:13,8 min. und damit den mit Abstand schnellsten Schnitt des Renntages. Dass Heinz Wewering offenbar getreu dem Motto „never change a winning team“ auch zukünftig als Fahrer von Maxi Cup vorgesehen ist und das erklärte Ziel Derby-Teilnahme in Angriff nehmen soll, verblüfft angesichts der Cleverness und Routine des zweimaligen Weltmeisters kaum. Der momentan bei 16.836 Karrieresiegen stehende Wewering fühlt sich jedenfalls geehrt:
„Christian Lindhardt liefert als Trainer des Gestüts Lasbek einen klasse Job ab und bereitet die Pferde auf den Punkt genau vor. Falls er mir für die kommenden Aufgaben von Maxi Cup tatsächlich das Vertrauen schenken will, freue ich mich sehr und werde mein Bestes geben!“ Heinz Wewering
Lindhardt macht's wie der Altmeister
Die Sympathie zwischen den beiden Profis scheint ausgeprägt zu sein – denn unmittelbar nach Wewerings Doppelschlag lieferte Christian Lindhardt mit Hobard eine hundertprozentige Kopie der taktischen Vorgehensweise seines berühmten Kollegen ab. Gestüt Lasbeks dritter Tagessieger stürmte ebenfalls offensiv an die Spitze – obwohl er vom Typ her eigentlich eher ein Speedpferd ist.
Christian Lindhardt: „Hobard schlägt am liebsten aus der Deckung heraus zu und kann dann eine mörderische Endgeschwindigkeit entwickeln. Aber da der Wallach heute 20 Meter besser gestellt war als sein im zweiten Band befindlicher Hauptgegner, hatte ich gar keine andere Wahl und musste die Führung nehmen.“ Der Plan ging auf und Hobard machte sich in 15,5/2.000m mit zweieinhalb Längen Vorsprung souverän von seinem Verfolger Dimitri W Eden frei.
Favoriten geben sich keine Blöße
Heinz Wewering und Christian Lindhardt waren aber nicht die einzigen Aktiven, die alle Favoritenwetter an diesem Tag glücklich machten. Denn in sämtlichen fünf Rennen setzten sich die gemeinten Pferde durch. Eine glasklare Entscheidung waren die Siege von Michael Nimczyk mit Chance Classique sowie von Thorsten Tietz mit Ganyboy allerdings nicht. Denn Michael Nimczyk tat im Sulky der Ende gegenüber gebrachten Stute nur das Nötigste und wollte ganz bewusst jedes Risiko vermeiden: „Die Braune ist immer noch ein heißer Feuerstuhl und ein knapper Sieg war mir lieber, als mit zu viel Ehrgeiz womöglich leer auszugehen.“
Und die Anhänger von Ganyboy, der auf der Schlussrunde das Kommando übernommen hatte und nur mit einer Halslänge vor der Trainingsgefährtin Mon Etoile(Dennis Spangenberg) blieb, mussten im Anschluss noch eine Rennüberprüfung erdulden, bevor sie zur Kasse gehen konnten. Die Stewards konnten aber keine regelwidrige Gangart beim Derby-Aspiranten erkennen. Gesamtumsatz: 32.640,62 Euro.
Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 14. Juni statt. Es handelt sich dabei um eine PMU-Matinée. Das erste der insgesamt fünf stattfindenden Rennen wird um 11.15 Uhr ausgetragen.
Aufsteiger TuS Makkabi hat den Klassenerhalt in der Berlin-Liga relativ problemlos erreicht. Trainer Frank Diekmann gibt im ausführlichen Interview mit Berlinsport Aktuell Auskunft über die Spielzeit 2016/17 - warum es schlussendlich gut ausging, und wie die Perspektiven bei den Charlottenburgern sind.
Das Gespräch wurde am Pfingstmontag nach der 1:2-Niederlage von Makkabi beim SV Tasmania aufgezeichnet.