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Nur Energie – oder wie...?

Vorschau zum Saisonstart mit Schwerpunkt auf den Berliner Teams

Es wird ein besonderes Highlight für den FC Energie Cottbus – das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart am 14. August. Das Aufeinandertreffen weckt schließlich Erinnerungen an die großen Zeiten von Energie. Vor 20 Jahren trafen beide Teams schon einmal im Pokal aufeinander – und zwar im Endspiel.

Die 0:2-Niederlage des krassen Außenseiters aus Cottbus erwies sich nicht als „Beinbruch“ – das erfolgreichste Kapitel der Vereinsgeschichte sollte nämlich gerade erst beginnen. Insgesamt 17 Jahre – davon sechs in der Bundesliga – hielt sich der „Underdog“ in den obersten beiden Ligen. Doch auch dieser Abschnitt ist inzwischen Vergangenheit. Mittlerweile geht der FC Energie in das zweite Jahr der Regionalliga Nordost – vierte Spielklasse, also.

Raus aus der Regionalliga

Ende Juni erst legte der aktuelle Präsident Michael Wahlich offen, dass den Verein Schulden in Höhe von sieben Millionen Euro drücken. Ein immenser Betrag für einen Regionalligisten – da kommen die 10 Prozent Beteiligung aus dem Transfer des ehemaligen Cottbusser U19-Spielers Maximilian Philipp vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund gerade recht. Die Einnahme könnte sich demnach auf bis zu zwei Millionen Euro belaufen.

Trotz roter Zahlen geht der FC Energie in der Nordost-Staffel jedoch als Topfavorit in die Saison 2017/18. Schon nach dem Abstieg im vergangenen Jahr hatte man den direkten Wiederaufstieg im Sinn, holte dafür mit „Pele“ Wollitz einen alten Bekannten für die Trainerbank – dort hatte er schon von 2009 bis 2011 gearbeitet.

Das Comeback blieb aber zunächst ohne Krönung, denn Konkurrent FC Carl Zeiss Jena spielte eine herausragende Saison und gab den Cottbussern das Nachsehen. Da die Thüringer auch in der Aufstiegsrelegation bestanden, scheint Energie nun vor Beginn der Saison an diesem Wochenende die ganz große Konkurrenz um Platz 1 zu fehlen.

Vom BAK zu Energie: Maximilian Zimmer

Durch die Zugänge Maximilian Zimmer (von Ligakonkurrent Berliner AK), Andrej Startsev (TSV Havelse) oder Felix Geisler (FSV Zwickau) hat sich der Verein mit jungen, viel versprechenden Spielern verstärkt. Erfahrung besitzt das Team um Ex-Bundesligaprofi Marc Stein (32, früher u. a. Hertha, Rostock) schließlich genug. Vor allem in der Offensive soll 2017/18 noch mehr die Post abgehen – in der Vorbereitung zeigten sich vor allem Fabio Viteritti und Streli Mamba bereits in Trefferlaune. Dazu besitzt man mit dem früheren Chemnitzer Benjamin Förster (27, 13 Saisontore 2016/17) einen zuverlässigen Knipser.

In einem Testspiel bekam Ligarivale FCO Neugersdorf schon mal die ganze Offensivwucht der Wollitz-Elf zu spüren: 1:5 musste sich das Team von Trainer und Energie-Legende Vragel da Silva Mitte Juli geschlagen geben. Ein vermeintlich leichtes Programm in der Englischen Woche zu Beginn (Neustrelitz und Bautzen auswärts, zuhause gegen Aufsteiger Chemie Leipzig) könnte dabei bereits zur Initialzündung für das Projekt Wiederaufstieg in Cottbus werden.

Viktoria 89: Berlins aussichtsreichster Vertreter

Erfolgsduo: Ümit Ergirdi (l.) und Thomas Herbst holten 2014 den Berliner Pokal

Die Prognose, wer dem FCE und Trainer Wollitz im Aufstiegsrennen die Suppe versalzen könnte, fällt dagegen nicht leicht. RB Leipzig hat sein Reserveteam, das letzte Saison hinter Cottbus auf einem starken 3. Platz eingelaufen ist, bekanntlich aufgelöst. Ob es beim Vorjahresvierten FC Viktoria 89 schon für den großen Wurf reicht, scheint fraglich.

Bei den Berlinern wird schon längere Zeit kontinuierlich gut gearbeitet. Vor sechs Jahren spielte der Verein noch zwei Klassen tiefer, hat sich im vierten Jahr in der Regionalliga Nordost inzwischen sogar zu einem Team aus dem oberen Drittel gemausert. Der erfolgreiche Trainer Ersan Parlatan, seit knapp zwei Jahren bei Viktoria, hat sich nun allerdings zwecks Fortbildung zu einer Auszeit entschlossen.

Für ihn kehrt Thomas Herbst auf die Bank am Ostpreußendamm zurück. Der U19-Weltmeister von 1981 und Ex-Bundesligaprofi (u. a. FC Bayern, Gladbach) war bereits zwischen 2010 und 2014 schon einmal Trainer bei den Himmelblauen, kennt die Verhältnisse dort also gut.

Viktorias nimmermüde Offensivabteilung mit Kapitän Ümit Ergirdi (35) und dem ehemaligen Unioner Karim Benyamina (35) ist allerdings auch in die Jahre gekommen, war aber 2016/17 auch immer noch für 25 Tore gut.

Dazu kommt nun ein weiterer Ex-Köpenicker, Daniel Schulz (31, Stuttgarter Kickers), der mit seiner Zweitligaerfahrung den Laden hinten dichter machen soll. Angesichts von 46 Gegentoren hat man sich das Leben in Berlin-Lichterfelde das eine oder andere Mal doch noch selbst zu schwer gemacht.

BAK und BFC: Die großen Unbekannten

Auch ein Blick auf die anderen Berliner Vertreter ist interessant – schließlich schickt die Hauptstadt nunmehr insgesamt fünf Vertreter ins Rennen der Nordost-Abteilung. Das Thema Aufstieg wurde dabei in den letzten Jahren immer wieder auch mit dem Berliner AK in Verbindung gebracht. Die Spielzeit 2015/16, als die Weddinger mit sagenhaften 77 Punkten den Aufstieg gegenüber dem FSV Zwickau nur um ein Tor verpassten, hat jedoch deutliche Wirkung hinterlassen.

Letzte Saison wurden gleich drei Trainer verschlissen, in die aktuelle Spielzeit geht es nun wiederum mit einem neuen Gespann. Dazu hat Präsident Mehmet Ali Han zuletzt ungewohnt offen Resignation erkennen lassen - und an dem Bauunternehmer und Geldgeber hängt viel, wenn nicht alles beim BAK. Han erklärte sich schließlich bereit, mit reduzierten Aufwendungen für seinen Klub weiter im Amt zu bleiben.

Dies führt nun zu einem kleinen Exodus: schon 17 Spieler haben den BAK verlassen – darunter viele mit Qualität. Durch die Verpflichtung von Ozan Pekdemir (25, Viktoria), der es immerhin schon mal bis zum Chemnitzer FC gebracht hat, konnte man immerhin einen spielstarken Mittelfeldspieler für sich gewinnen. Dennoch haben die „Athleten“ wohl eher den rechtzeitigen Sprung in die 3. Liga verpasst. In Anbetracht der Vorzeichen wäre wohl selbst ein 6. Platz wie im Vorjahr schon ein Erfolg.

Auch beim BFC Dynamo darf man sich auf ein Pokalhighlight freuen: kein Geringerer als der FC Schalke 04 gastiert am 14. August im Jahnsportpark. Der Erfolg im Berliner Pokalwettbewerb 2016/17, der dieses Gastspiel erst ermöglichte, war denn auch der Höhepunkt für die Weinroten in der abgelaufenen Saison.

Dabei träumt man auch beim DDR-Rekordmeister von mehr – als letztes Jahr allerdings früh klar wurde, dass es nicht für den großen Wurf reichen würde, legte man das Augenmerk auf den lukrativen Pokal. Der 15. Platz in der Regionalliga Nordost hinterließ am Ende trotzdem einen enttäuschenden Eindruck. Die Frage vor der kommenden Spielzeit lautet nun: kommt Dynamo wieder so an den Start, dass man eventuell ein Wörtchen an der Tabellenspitze mitreden kann?

Vom BFC zu RWE: Kai Pröger

Schaut man auf die aktuellen Zu- und Abgänge beim Club aus Hohenschönhausen, sind Zweifel angebracht. Mit Dennis Srbeny (28 Tore 2015-17, zum SC Paderborn) und „Pokal-Held“ Kai Pröger (16 Tore 2015-17, zu Rot-Weiß Essen), der zum Endspielsieg gegen Viktoria zwei Treffer beisteuerte, verliert Dynamo viel Treffsicherheit. Auch die Abgänge der Mittelfeldspieler Thiago Rockenbach (zu Tennis Borussia) und Sascha Schünemann (zu Viktoria) sind sicher als Verlust zu bewerten.

Mit Solomon Okoronkwo hat sich der BFC dafür zwar einen ehemaligen Bundesligaspieler (Hertha BSC) geangelt - ob der 30-Jährige eine nachhaltige Verstärkung wird, muss sich aber erst noch erweisen. Gleiches gilt für die Babelsberger Matthias Steinborn und Bilal Cubukcu sowie den neuen Mittelstürmer Rufat Dadashov (von ZFC Meuselwitz), die den Aderlass in der Offensive kompensieren sollen.

Alles in allem ein kleiner Umbruch, den BFC-Trainer René Rydlewicz da zu meistern hat und der wohl eher nicht dazu führen wird, dass Dynamo bis zum Schluss ganz vorne mitmischt. Einen „Hänger“ in der Liga zugunsten des Pokals wie vergangene Saison wird man sich allerdings diesmal nicht mehr erlauben können.

Gute Vorzeichen für den Nordost-Meister

Die zwei weiteren Berliner Vertreter, die Talentschmiede Hertha BSC II und der Aufsteiger VSG Altglienicke, verfolgen dagegen andere Ziele. Mit dem Klassenerhalt dürfte man dort zufrieden sein, ein sicherer Mittelfeldplatz ist beiden Teams aber in jedem Fall zuzutrauen.

Abseits der Hauptstadt könnten auch noch Wacker Nordhausen, der 1. FC Lok Leipzig und SV Babelsberg 03 eine gute Rolle spielen. Als ernsthafte Aufstiegsanwärter erscheinen auch sie aber zunächst nicht.

Ganz egal aber, welcher Verein am Ende den 1. Platz erreicht – die Chancen für einen Aufstieg stehen gut. Schließlich haben sich seit ihrer Einführung im Jahr 2012 viermal die Sieger der Regionalliga Nordost anschließend auch in der Relegation durchgesetzt.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Klare Kiste

Die Berlin Adler gehen am Sonnabend als krasser Außenseiter ins Hauptstadtderby gegen die Rebels

Nach gut der Hälfte der absolvierten Spiele präsentiert sich die Nord-Staffel der German Football League (GFL) als Dreiklassengesellschaft. Rekordmeister New Yorker Lions Braunschweig (16:0 Punkte) und die Kiel Baltic Hurricanes (16:2) nehmen an der Spitze – einmal mehr – Kurs auf die Playoffs. Dahinter machen drei Teams – Dresden Monarchs (12:6), Cologne Crocodiles (10:6) und Berlin Rebels (10:8) – die beiden weiteren Qualifikanten für das Viertelfinale der GFL, wo man sich mit den Vertretern der Süd-Staffel über Kreuz messen wird, unter sich aus.

Rebels unter Zugzwang

Ein harter Verteilungskampf steht also an – vor allem für die „Hauptstadtrebellen“. Denn die Berlin Rebels genießen in ihren fünf ausstehenden Spielen nur noch einmal Heimrecht. Dazu sind beide Vergleiche gegen die Crocodiles schon gespielt - und der zweite unmittelbare Kontrahent, die Dresden Monarchs, haben im Mommsenstadion bereits gewonnen und erwarten die Charlottenburger noch zum Rückspiel. Eine schwierige Ausgangsposition, in der nicht mehr allzu viel anbrennen darf, wenn die Rebels ihren Premierenerfolg vom letzten Jahr wiederholen wollen: 2016 schafften sie erstmals in der Vereinsgeschichte mit Platz 4 den Sprung in die Endrunde.

Und das Erreichen der Playoffs hatte man sich bei den Schwarz-Silbernen – auch angesichts des 30-jährigen Vereinsbestehens - vor Beginn der diesjährigen Season wieder auf die Fahnen geschrieben. In der derzeitigen Situation muss da wohl auch etwas Zählbares zumindest aus einem der beiden noch ausstehenden Vergleiche mit Kiel her. Ganz zu schweigen von den übrigen Aufgaben – ein Sieg beim AFC Berlin Adler an diesem Sonnabend zum Beispiel ist geradezu Pflicht.

Adler wieder gegen den Abstieg

Undankbare Aufgabe: Adler-Quarterback Niko Fortino kam erst während der Saison dazu

Das Derby im Poststadion steht dabei unter eindeutigen Vorzeichen: denn die Adler (2:14 Punkte) wollen nach ihrem Sieg zum Saisonauftakt 2017 bei den Hamburg Huskies einfach nicht auf die Beine kommen. Womit wir bei der dritten Klasse der Nord-Staffel wären: den Abstiegskandidaten. Vor den Adlern auf dem vorletzten Platz liegen noch die Hildesheim Invaders (2:14), das Schlusslicht aus Hamburg (0:18) hat sogar alle Spiele verloren – was den 30:8-Erfolg der Adler dort im April mittlerweile auch in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Berlins ruhm- und traditionsreichstes Football-Team kämpfte schon die letzten beiden Jahre gegen den Abstieg. Dieses Jahr wollte man im Wedding mit dem Thema nichts mehr zu tun haben. Die Euphorie wurde geradezu greifbar, als man im zweiten Spiel – dem Derby bei den Rebels - zur Pause in Führung lag. Doch im zweiten Durchgang verloren die Adler den Faden und handelten sich noch eine 13:47-Niederlage ein.

Es folgte ein Blackout beim 0:63 (Halbzeit 0:42) in Köln, auch bei den Niederlagen in Dresden und Kiel war zur Halbzeit bereits die Vorentscheidung gefallen. Genau so erging es den Adlern im ganz wichtigen Spiel gegen die bis dahin sieglosen Hildesheimer, die mit 24:6 im Poststadion die Oberhand behielten.

Personelle Probleme häufen sich

Zu allem Überfluss hatte sich zwischenzeitlich Quarterback Paul Zimmermann verletzt und mit Niko Fortino musste Ersatz mitten in der Saison geholt werden. Nach dem Hildesheim-Spiel änderte man notgedrungen die Zielsetzung: es soll nur noch um den Klassenerhalt gehen. Damit wollte sich Devon Francois, der beste Adler-Spieler des vergangenen Jahres, wohl nicht abfinden und man ging getrennter Wege. Nach dem Derby wird auch Linebacker Burton de Koning wegen eines Angebots aus Übersee nicht mehr zur Verfügung stehen.

Viel Rummel in einer ohnehin kniffligen Situation: die anschließenden Heimspiele gegen Kiel (13:68) und Dresden (7:68) endeten jeweils im Debakel. Head Coach Eric Schramm steckt in einer enorm schwierigen Situation: seinen Spielern beizubringen, „wie gut sie eigentlich sind“ (Schramm), scheint angesichts der erwähnten Misserfolge aktuell beinahe aussichtslos. Selten dürften die Adler jedenfalls als krasserer Außenseiter in das Derby gegangen sein als am Samstag.

Das hat zwar immer noch seine Bedeutung, aber insgeheim werden die Verantwortlichen bei den Adlern wohl das Match zuhause gegen den Tabellenletzten aus Hamburg am 26. August zum wichtigsten Saisonspiel ausgerufen haben. Es könnte schließlich um das nackte, sportliche Überleben gehen.

Rebels: Verlieren verboten

Guter Griff: Rebels-Quarterback James Harris kam vor der Saison nach Charlottenburg

Beim Lokalrivalen Berlin Rebels läuft es bislang auch nicht gerade rund in dieser Saison – allerdings eben aus Sicht eines Playoffanwärters. Vergangenes Jahr war man nach acht Spielen noch ungeschlagen, dieses Jahr hat man zum selben Zeitpunkt bereits vier Niederlagen auf dem Konto. Obwohl man 2017 mit vier Siegen sogar noch besser gestartet (2016: 3 Siege, 1 Unentschieden) war.

Dann kam aber so etwas wie der Knackpunkt: ein 29:34 beim Aufsteiger Cologne Crocodiles. Im Anschluss ging die „Mission Impossible“ in Braunschweig (10:52) und das richtungweisende Heimspiel gegen Dresden (20:42) auch noch recht eindeutig verloren.

Selbst der extrem wichtige 40:20-Erfolg gegen Hildesheim konnte da nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei den Charlottenburgern gerade etwas Sand im Getriebe ist. So galt es, sich auf das Rückspiel gegen die New Yorker Lions besonders vorzubereiten. Ziel: zumindest ein achtbares Resultat erreichen. Gegen die unter Profibedingungen trainierenden Niedersachsen gingen die Rebels dann sogar in Führung und unterlagen am Ende mit 14:21 denkbar knapp – Mission also trotz Niederlage durchaus erfüllt.

Dennoch ist das Team von Kim Kuci damit erstmals in dieser Saison aus den Playoffrängen gerutscht. Der Rebels-Coach hat dennoch gute Gründe, optimistisch zu sein. Quarterback James Harris etwa, vor dieser Spielzeit gekommen, hat gut eingeschlagen. Er glänzte zuletzt als Vorbereiter beider Touchdowns gegen Braunschweig, die Wide Receiver Alex Tounkara erzielte. Beim ersten gelang Harris dabei ein Zuspiel über 60 Yards (knapp 55 Meter).

Ungleiche Vorzeichen

Unter diesen Voraussetzungen sind die Rollen vor dem Derby also eindeutig verteilt – nur, wenn die Adler das Spiel lange offen halten können, dürfte für etwas Spannung gesorgt sein. Die Fans der Schwarz-Gelben werden trotz der klaren Außenseiterrolle wieder ins Poststadion pilgern – zum Heimspielauftakt gegen Hildesheim waren es schon fast 3.000 Zuschauer.

Und trotz der desolaten Ergebnisse feierte man zuletzt Punkte des eigenen Teams lautstark ab. So auch vor 14 Tagen gegen Dresden, als Running Back Yannic Landfried ein Touchdown nach einem spektakulären 75-Yard-Run gelang - beim Spielstand von 0:68.

Die große Sehnsucht nach dem „Heimsieg“

Großes Bild: Michael Nimczyk und die Stute Tijuana Diamant

Auf der Trabrennbahn Mariendorf wird das ganze Jahr durch gefahren - während der „Hochsaison“ wird dort fast jede Woche ein Renntag abgehalten. Alles steuert auf den Höhepunkt des Rennjahres zu: das Deutsche Traber-Derby der 3-Jährigen am ersten Sonnabend (Stuten) bzw. Sonntag (Hengste und Wallache) im August.

Dann wird es auch auf den sonst eher überschaubar gefüllten Tribünen voll. Bereits vom 28. Juli an werden u. a. in den Qualifikationen die Teilnehmer für die Endläufe ermittelt – es ist das wichtigste Ereignis im deutschen Trabrennsport und wird seit über 100 Jahren in Mariendorf ausgetragen.

Von einer Finanzierung wie beim GCT-Springreitturnier ist man dabei weit entfernt - zwar gibt es Sponsoren, die Umsätze aus dem Wettgeschäft sind aber nach wie vor von großer Bedeutung für die Veranstalter. Spekulationen und Prognosen gehören somit unabdingbar zur „Faszination Trabrennsport“ dazu.

Favoriten bei der "Generalprobe" geschlagen

Siegchance für Berlinerin: Charlotte Newport (hier mit Michael Nimczyk)

So taten sich in dieser Saison besonders die Pferde des Gestüts Lasbek aus der Nähe von Hamburg hervor. Bei den Stuten brillierten dabei auf dem Mariendorfer Kurs vor allem Motion Pure und Miss Godiva, bei den Hengsten Mac Smily und Maxi Cup. Gelenkt wurden sie dabei vom dänischen Trainer Christian Lindhardt höchstselbst – oder vom deutschen Altmeister Heinz Wewering.

Bei den letzten wichtigen Läufen sollte es dann aber anders kommen. Am Buddenbrock-Renntag, in der Szene traditionell als Generalprobe zum Derby bezeichnet, gingen die Lasbeker Anfang Juli leer aus.

In den wegen der großen Konkurrenz gleich zwei anberaumten Stuten-Läufen setzten sich ausgerechnet die einheimischen Besitzerfarben der Familie des Bahnbesitzers Ulrich Mommert durch. Sowohl die bei 26:10 taxierte Tijuana Diamant wie auch Charlotte Newport (60:10), Schwester der letztjährigen Triumphatorin Gilda Newport, sind somit in den Kreis der Favoritinnen gerückt. Beide Male im Sulky: der amtierende deutsche Meister Michael Nimczyk.

"Heimsieg" zumindest bei den Stuten möglich

Motion Pure und "Altmeister" Heinz Wewering

Berliner Siege sind in der Traberhochburg dabei natürlich von besonderer Bedeutung. Bei den Hengsten und Wallachen liegt der letzte Erfolg eines hiesigen Trabers allerdings schon 29 Jahre zurück. Die Namen des Trabers und seines Fahrers – Tornado Hanover und der mittlerweile verstorbene Gottlieb Jauß – genießen vor allem in Berlin bis heute Legendenstatus. Aufgedrängt hat sich in diesem Jahr allerdings noch kein Hengst aus der Hauptstadt.

Beim „Derby-Wahrsager“ im Juli überraschte Tsunami Diamant (Fahrer: Dion Tesselaar/NL) vom Gestüt im bayrischen Pfaffenhofen mit seinem Sieg. Er ließ dabei nicht nur die beiden Lasbeker Favoriten, sondern auch den gehandelten Portland der Berliner Besitzerin Marion Jauß hinter sich – und das bei einer Quote von 215:10.

Unberechenbarkeit bleibt also bei aller Wahrsagerei ein zentrales Charakteristikum des Trabrennsports und sorgt so für Spannung und Gesprächsstoff. Dasselbe dürfte allerdings auch für das Wetter gelten: der bisher eher verregnete Hauptstadtsommer könnte Publikum kosten und  auch unangenehme sportliche Bedingungen verursachen.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Berlin sattelt wieder auf

Mit der Grand Champions Tour kehrt am Wochenende nach über einem Jahrzehnt wieder ein Springreitturnier von Weltformat zurück in die Hauptstadt

Es war ein beeindruckendes Bild: als Werbemaßnahme für die WM im Springreiten posierte die deutsche Equipe im Jahr 2006 vor dem Brandenburger Tor. Austragungsort des Turniers war allerdings Aachen - das Wahrzeichen der Hauptstadt diente lediglich als sehenswerte Kulisse der Veranstaltung in Deutschland. Berlin und das Springreiten – das war zuletzt keine spektakuläre Geschichte mehr.

2003 war das legendäre CHI am Ende

Dabei gastierte bis 2003 alljährlich das CHI an der Spree. Ein Reitturnier mit langer Tradition – im Jahr 1923 fand es erstmals statt. Jahrzehntelang wurde später die Deutschlandhalle zum Standort der Veranstaltung. Nach der Austragung im Jahr 2003 in den Messehallen am Funkturm zwang u. a. der Verlust von Sponsoren die Veranstalter zu einer Pause - sie sollte bis heute andauern.

Damit hatte sich die Perspektive für ein Reitturnier in Berlin - geschweige denn ein wichtiges mit Weltcupstatus – im Grunde erledigt. Doch in diesem Jahr wird die Hauptstadt erstmals Station der „Global Champions Tour“ (28.-30.07.) und damit von jetzt auf gleich Schauplatz eines 5-Sterne-Turniers. Geritten wird dabei um ein stattliches Preisgeld im Gesamtwert von mehr als einer Million Euro.

Grand Champions Tour erstmals in Berlin

Die seit 2006 existierende Serie tourt über die ganze Welt - diesmal von Mexiko City bis Shanghai. Berlin ist ab diesem Jahr auch Tourneestation, der Vertrag mit dem Organisator läuft zunächst über zwei Jahre. Jan Tops zeigte sich schon mal begeistert: "Als eine der wichtigsten Hauptstädte der Welt glauben wir, dass Berlin ein fantastischer neuer Austragungsort für unsere internationalen Serien sein wird", verkündete der Niederländer, der gleichzeitig Gründer und Präsident der GCT ist.

Die Veranstaltungsserie läuft erfolgreich – vor Beginn der aktuellen Tour wurden die Prämien laut Badischer Zeitung um fast 20 Prozent auf 23 Millionen Euro erhöht. Das liegt auch daran, dass der Wettbewerb um die „Global Champions League“ (GCL) erweitert wurde. Neben den Einzelwettbewerben fungiert diese quasi als Teamwettbewerb, die Mannschaften sind wie etwa in der Formel 1 (nur mit mehr Mitgliedern) international zusammengesetzt.

Bis zum Start der Global Champions League im vergangenen Jahr hatte sich der Internationale Reiter-Dachverband (FEI) gegen deren Einführung gewehrt. Mittlerweile aber ist der Streit beigelegt worden und auch die GCL genießt jetzt offiziellen Status, Weltcuppunkte inklusive.

Austragungsort in historischem Umfeld

Angesichts des dadurch immer dichteren Terminkalenders muss Berlin allerdings damit leben, dass die Veranstaltung unmittelbar auf das weltbekannte CHIO in Aachen (14.-23.07.) folgt. Einige Reitsportstars könnten sich daher eine Pause nehmen – Deutsche allerdings wohl nicht. Marcus Ehning, der noch für das letzte CHI 2003 in der Hauptstadt gemeldet war, und seine Mitstreiter sind schließlich heiß auf den neuen Anlauf in Berlin.

Zwar wird es nicht vor dem Brandenburger Tors zur Sache gehen – der denkmalgeschützte Veranstaltungsort im Sommergarten unter dem Funkturm bürgt aber ebenfalls für ein attraktives Ambiente. Und nicht nur das: zwischen Messegelände und AVUS gelegen, atmet der Austragungsort in unmittelbarer Nähe der inzwischen abgerissenen Deutschlandhalle schon mal ganz viel Berliner Springreit-Tradition.

Beitrag: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

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Andreas Haase (Geschäftsführer Trabrennbahn Mariendorf)

Vor Beginn der Derby-Woche 2017 an diesem Freitag sprach Berlinsport Aktuell mit dem Geschäftsführer der Trabrennbahn Mariendorf. Im Interview gibt Andreas Haase seine Einschätzung aus sportlicher Sicht, gewährt aber auch einen Einblick hinter die Kulissen.

Das Gespräch wurde nach Abschluss des Buddenbrock-Renntags am 09. Juli geführt, der traditionell als letzter Hinweisgeber für die Derby-Läufe gilt.

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Großes Bild: Zur Pressevorbesichtigung war auch Hertha-Legende Erich Beer (3. v. l.) angereist, rechts von ihm Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Schiphorst und Museumsdirektor Paul Spies

Ein Stück Berliner Geschichte ab morgen zu sehen

Am Dienstagabend wird die neue Sonderausstellung zum Thema "Hauptstadtfußball - 125 Jahre: Hertha BSC & Lokalrivalen" im Museum Ephraim-Palais feierlich eröffnet. Morgen startet für Besucher das Programm mit einem "Tag der offenen Tür" (Eintritt frei). Auf etwa 700qm über drei Etagen werden den Interessierten rund 125 Originalobjekte aus der Geschichte des Fußballsports in Berlin geboten.

Der Schwerpunkt liegt dabei natürlich anlässlich des 125. Vereinsjubiläums auf Hertha BSC. Aber auch die wichtigsten Widersacher aus den verschiedenen Epochen werden vorgestellt. Die Ausstellung läuft noch bis zum 7. Januar in Berlin-Mitte.

Veranstaltungsort: Museum Ephraim-Palais, Poststraße 16, 10178 Berlin
Öffnungszeiten: Di, Do-So 10-18 Uhr; Mi 12-20 Uhr

Eintritt: 6,- / 4,- Euro erm. / bis 18 J. frei
jeden 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei
weitere Infos: www.hauptstadtfussball.berlin

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Ismet Biševac (Präsident 1. FC Novi Pazar 95)

Der 1. FC Neukölln 1895 als solcher ist Vergangenheit - der Landesligist heißt nun 1. FC Novi Pazar 95. Der neue Name steht im Zusammenhang einer vereinbarten Kooperation mit dem serbischen Erstligaabsteiger FK Novi Pazar.

Was man sich am Hertzbergplatz davon verspricht und wie die weiteren Pläne aussehen - darüber gab der neue Vereinspräsident Ismet Biševac in einem Interview mit Berlinsport Aktuell Auskunft.

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Alianni Urgelles Montoya (DJK Schwarz-Weiß Neukölln)

Einer der überraschendsten Wechsel in diesem Sommer war sicherlich die Rückkehr des ehemaligen kubanischen Nationalspielers zum DJK Schwarz-Weiß. Beim SD Croatia spielte Urgelles Montoya eine gute Saison, die Tempelhofer haben sich für 2017/18 nochmal verstärkt und gelten als einer der Favoriten in der Berlin-Liga. Dennoch entschied sich der 32-Jährige, Croatia wieder Richtung Britz-Süd zu verlassen.

Berlinsport Aktuell fragte am Rande des gestrigen Testspiels der Schwarz-Weißen bei Urgelles Montoya nach, der auch von einem wohl unerfüllbaren Traum zu berichten wusste.

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Benjamin Kandler (Trainer DJK Schwarz-Weiß)

In seinem ersten Jahr Berlin-Liga biss sich der DJK Schwarz-Weiß durch und schaffte am Ende den Klassenerhalt. Trainer Benjamin Kandler blickt im Interview mit Berlinsport Aktuell aber vor allem nach vorne: erklärt die Vorteile des neu eingeführten Kamerasystems und die der Rückkehr von Alianni Urgelles Montoya. Trotzdem erwartet der Coach der Neuköllner, dass die Spielzeit 2017/18 noch schwieriger für sich und seine Mannschaft wird.



Hören Sie morgen auch das Extra-Interview mit DJK-Rückkehrer Urgelles Montoya


 

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Gökhan Kinran (Sportlicher Leiter Hellas Nordwest)

Der Aufsteiger in die Berlin-Liga macht mit namhaften Neuverpflichtungen von sich reden. Cicek (SV Altlüdersdorf), Türken (Hertha 06), Korkmazyürek (TSV Rudow), Erdil oder Turan (beide TeBe) besitzen allesamt Oberligaerfahrung.

Der Sportliche Leiter Gökhan Kinran spricht im Interview mit Berlinsport Aktuell über vergangene Saison und die weiteren Pläne. Ein Thema ist auch die Fusion mit dem Kreisligisten Türkspor und wie der Verein in Zukunft heißen wird.

Dass Gespräch wurde am Donnerstag am Rande des Testspiels beim BSC Rehberge auf dem Sportplatz Lüderitzstraße aufgezeichnet.

 

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