Autoren-Archive: Hagen Nickele

Regionalligist Tennis Borussia ist in dieser Saison besonders (direkt und indirekt) vom Coronavirus betroffen – als einziger Verein in der Nordost-Staffel konnte man erst vier der bisherigen neun Partien absolvieren. Gerade haben die Lila-Weißen ihre zweite Quarantäne abgeschlossen, da muss das für heute angesetzte Heimspiel gegen den SV Tasmania wegen eines Coronafalls beim Gegner abgesagt werden.


        Tobias Schulze (Tennis Borussia)

Wenn man der ganzen Sache etwas Positives abgewinnen will, dann, dass bis zum Spiel gegen Altglienicke nächste Woche Dienstag ein bisschen mehr Zeit zur Vorbereitung ist. Ansonsten ist es natürlich sehr bitter, dass jetzt das sechste Spiel für uns ausfällt."


Vorstandsmitglied Tobias Schulze, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei den Charlottenburgern, spricht bei Berlinsport Aktuell über die Schwierigkeiten nicht nur auf sportlicher Ebene, die ausgefallenen Spiele aufzuholen, den Umgang mit Infektionsfällen – und wie man einer möglichen Ligaunterbrechung am effektivsten entgegen wirkt.*

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*Das Gespräch wurde diesen Mittwoch (08.09.) geführt.

Beitrag+Fotos: BspA/Hagen Nickelé

Am Mittwochabend setzte sich Drittligist FC Viktoria 89 im Rahmen der 2. Runde des Berlin-Pokals erwartungsgemäß beim SSC Teutonia 99 durch – die "Himmelblauen" gewannen mit 10:1 (5:0).

Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie mit Viktorias Trainer Benedetto Muzzicato (r.) sowie mit Martin Schmidt (Co-Trainer Teutonia, ab 4:00min) über die Partie, aber auch die Situation in der Liga.

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Beitrag+Fotos: BspA/Hagen Nickelé

 

VORSITZENDER HESSE IM GESPRÄCH


Der SSC Teutonia 1899 trifft am Mittwoch im Rahmen der 2. Runde des Berlin-Pokals auf den hochrangigsten Vertreter, den der Wettbewerb zu bieten hat. Ab 18 Uhr bekommen es die Spandauer im Stadion Hakenfelde mit Drittligist FC Viktoria 89 zu tun.

Berlinsport Aktuell nutzte den Anlass, um mit dem SSC-Vorsitzenden Michael Hesse über Chancen in dem ungleichen Duell zu sprechen – aber auch über den Start in der Landesliga, der nicht den Erwartungen entsprach (3 Spiele, vier Punkte) und das ambitionierte Ziel in dieser Saison.


            Michael Hesse (Vorsitzender)

Neben einem Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC, was es mal in der Saisonvorbereitung gab, ist das sicher das absolute Highlight der letzten Jahre.

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Beitrag: BspA/Hagen Nickelé
Foto: BHI

Nachschau 05.09.2021

Das Deutsche Traber-Derby endet mit einer Sensation

Auf der Überholspur: Lorens Flevo (Nr. 1) und Fahrer Micha Brouwer (Foto:©Lingk)

Top-Favorit Usain Lobell verpatzt den Start – und täglich grüßt… Paul Hagoort! – Lorens Flevo nutzt die Gunst der Stunde – Micha Brouwer jüngster Triumphator aller Zeiten – Neuer Bahnrekord durch den von Rudolf Haller gesteuerten Halva von Haithabu

Wie lautet ein Slogan der Filmtheater-Branche so schön: „Im richtigen Kino bist du nie im falschen Film.“ Im richtigen Kino in Berlin-Mariendorf, dennoch im falschen Film, nämlich in einer Wiederholung des Vorjahrs, wähnten sich die Zuschauer in der 126. Auflage des deutschen Traber-Derbys: Das Rennen war keine 100 Meter alt, da explodierte wie 2020 Keytothehill der brandheiße 14:10-Favorit Usain Lobell, nach Einschätzung aller Experten und solcher, die es sein wollen, der unantastbare Primus dieser Generation, im Galopp. „Er lässt sich dann nicht mehr regulieren, und so konnte ich ihn nicht korrekt aus der Gefahrenzone steuern und habe andere Teilnehmer behindert“, entschuldigte sich Robin Bakker für das Malheur seines Schützlings, für den es somit nichts daraus wurde, sich zehn Jahre nach seiner Mutter Lobell Countess mit dem Blauen Band zu schmücken. Der mit einem Radschaden angehaltene Jimmy Ferro BR war das eine, Global Ufo, der nach einer langen Schrecksekunde weitermachte und als Fünfter durchs Ziel sprang, das andere Opfer. Und weil Days of Thunder ohne Fremdverschulden in gestrecktem Galopp begann, Don Trixton und Grand Ready Cash das Startauto nur aus unendlicher Ferne sahen und der rekonvaleszente Teatox gar nicht erst angetreten war, war der Kreis der Anwärter auf den klassischsten Lorbeer, den der deutsche Trabrennsport zu vergeben hat, in Windeseile auf ein Sextett zusammengeschmolzen.

Derby mit Startproblem

Wobei der Start unabhängig von Usain Lobells Galoppeinlage so nie hätte abgehen dürfen, denn korrekt am Startwagen waren nur drei der acht Teilnehmer, die direkt hinter den Flügeln Platz zu nehmen hatten. Für die Einhaltung der Spielordnung, die Disziplin „aufm Platz“ sind in jeder Sportart die Schiedsrichter verantwortlich, sprich in die diesem Fall die Rennleitung, die nicht zum ersten Mal die Zügel gewaltig schleifen ließ. Zum Unmut so mancher Wetter, von denen das Wohl und Wehe des Pferderennsports abhängt. Wie’s gemacht wird, exerzierten, als das Deutsche Derby noch am ersten Augustsonntag entschieden wurde, die Amerikaner mit ihrem Hambletonian für Dreijährige vor, in dem es bei 1.000.000 US-Dollar auch nicht gerade um Peanuts geht. Gestern gab’s 45 Minuten zuvor Anschauungsunterricht beim mit ebenfalls zwölf Startern bestückten Svenskt Trav-Derby, dessen erster Startversuch zurückgepfiffen worden war, weil ein Teilnehmer aus der zweiten Startreihe seinen Platz nur unter Mühen hätte einnehmen können.

Lorens Flevo nutzt seine Chance

Gut nach all dem anfänglichen Kuddelmuddel, wenn man wie Paul Hagoort einen zweiten Kandidaten unter Order hat, dem von Hause aus trotz seines Vorlaufsieges keine Chance eingeräumt worden war und der genau diese eiskalt nutzte. Gerade rechtzeitig hatte der Erfolgscoach aus dem 200-Einwohner-Ort Oldetrijne, nicht mal 10 Kilometer von der Rennbahn Wolvega entfernt, Lorens Flevo in Derby-Schwung gebracht, und der 21jährige Micha Brouwer verpasste ihm cool bis ins Mark einen Rennverlauf, der einem alten, mit allen Wassern gewaschenen Hasen geziemt hätte. Der alte Hase hieß zunächst Jos Verbeeck. Der 64jährige „Hexer von Vincennes“, kurzfristig für den erkrankten Weltmeister Rick Ebbinge eingesprungen, unterstrich, dass er noch lange nicht zum alten Eisen zählt, und brachte den vielgelobten Rob The Bank mühelos in Front. Dahinter parkten Global Ufo und Timothy B, die äußere Führung blieb Lockheed Draviet vor Lorens Flevo vorbehalten. Besser konnte es für Brouwer gar nicht laufen. Aus der letzten Kurve hatte Rob The Bank gegen den zunehmenden Druck Lockheed Draviets nichts mehr auf dem Konto, und bis Mitte des Einlaufs konnten Thomas Panschow vom zweiten, Trainer Arnold Mollema vom dritten deutschen Derby-Sieg träumen. Dann hatte sich Riet Hazelaar um Rob The Bank geschlängelt und wurde innen immer stärker, und ganz außen mischte sich plötzlich Lorens Flevo ein. Auf den letzten Metern erzwang der mächtige Fuchswallach in einem epischen Finish, das die verkorkste Startphase vergessen machte, die Wende. Sein junger Steuermann, der vor einer Woche seinen 100. Sieg gelandet hatte, konnte sein Glück kaum fassen. Riet Hazelaar, die als einzige Stute den Gang gegen das starke Geschlecht gewagt hatte, wurde dann doch nur Dritte vor Timothy B und dem ermatteten Rob The Bank, der die fünfte Prämie nur deswegen erhielt, weil Global Ufo auf der äußersten Umlaufbahn unmittelbar vorm Zielstrich als Fünfter aus dem Takt geriet. Für Paul Hagoort war‘s als Trainer bereits der achte deutsche Derby-Treffer.

Trostpflaster für Rainmaker

Die nach Rückzug von Gustav Simoni und Liverpool Newport verbliebenen neun Dreijährigen bekamen den Start zum mit 20.000 Euro dotierten B-Finale des Derbys sehr viel ansehnlicher hin als ihre „großen“ Derby-Kollegen. Auch diese Prüfung wurde im Foto-Finish entschieden, an dem die hochgehandelten Roberts Son BB und Lucky Steel sowie der nach einem frühen Fehler auf weiten Wegen kurbelnde Ole Bo keine Aktien hatten. Mit letzter Kraft wehrte der von Rudi Haller perfekt im Fahrwasser des äußeren Anführers Roberts Son BB geparkte Rainmaker die Attacke seines Schattenmannes Oblivion ab, so dass die 10.000 Euro für Platz eins an den Stall Wieserhof der Familie Lindinger ging.

Jugend-Preis: Smart Hill As vorne

Im Vorjahr hatte Cindy Truppo, Deutschlands Traber des Jahres 2020, nach dem Durchmarsch durchs Gerhard-Krüger-Memorial auch den Jugend-Preis, Deutschlands ältestes Zuchtrennen überhaupt, an ihre Fahne geheftet. Heuer tat es ihr Smart Hill As gleich, mit dem Paul Hagoort einen überaus hoffnungsvollen Youngster im Stall hat. Lange ließ Robin Bakker die raketengleich nach vorn gedüste Marvellous Street gewähren, die letztlich ihrem eigenen Tempo zum Opfer fiel. 500 Meter vorm Ziel orientierte sich Bakker mit dem von Alwin Schockemöhle gezüchteten Sohn des amerikanischen Weltklasse-Vererbers Muscle Hill nach außen, um zum rechten Zeitpunkt freie Fahrt zu haben. Der Rest war Formsache für den ungemein praktischen Hengst, dessen Chauffeur sich in aller Seelenruhe die vergeblichen Mühen der Konkurrenz anschauen durfte. 1:14,8 war Smart Hill As‘ harsche Ansage, der vermutlich zur Breeders Crown noch einmal in Berlin aufkreuzen wird.

Nimczyk mit Doppelerfolg

Obwohl nach Ausfällen von Deon W und Hidalgo Heldia nur noch ein Quartett übrig blieb in der mit 25.000 Euro dotierten Derby-Revanche, ging es hoch her auf der Zielgeraden. Der im Vorjahr so krass an einer Galoppade gescheiterte Keytothehill wehrte sich in Front nach Leibeskräften gegen Derby-Sieger Wild West Diamant, in dritter Spur kämpfte sich Dream Fashion heran - und Michael Nimczyk hätte sich die Haare gerauft, hätte er keinen Helm aufgehabt, weil für seinen hinter diesem Trio liegenden Venture Capital einfach kein Schlupfloch kommen wollte. 100 Meter vorm Ziel ging die Tür dann doch auf, und mit irrem Speed flitzte der in diesem Jahr bereits in Kopenhagen und  Stockholm für Furore sorgende Fuchs mit gespitzten Ohren um eine halbe Länge an Wild West Diamant vorbei. „Er hat richtig Spaß am Laufen und eine enorme Grundschnelligkeit wie kaum ein Zweiter, die uns heute enorm geholfen hat“, strahlte der Goldhelm. 1:11,6 - so rasant war der gehfreudige Hengst aus dem Hause Mommert nie zuvor unterwegs.

Wie üblich war Deutschlands Goldhelm nach diesem Big-Point keinesfalls satt. Auch wenn’s mit King of the Hill, der mit Unforgettable, Expo Express, Flashback und Juan Les Pins unvergessliche Geschwister hat, am Ende gegen den einen Hauch zu spät auf Hochtouren kommenden Blizzard PS haarig knapp wurde, ließ er sich den zweiten Sieg nicht mehr entreißen

Rekord für Halva von Haithabu

Ein neunjähriger Haudegen, der für seine 60 Auftritte schon durch halb Europa gereist war, schrieb auf der Rekordmeile Bahngeschichte: Halva von Haithabu, den Rudi Haller trotz zweiter Startreihe über die englische Meile nach 300 Metern vorn hatte, löste - ausgerechnet - seinen Star Orlando Jet als Bahnrekordler ab: 1:10,9 lautet die neue Marke, die der wuchtige Wikinger aufs bestens präparierte Mariendorfer Parkett zimmerte und Natorp Bo keine Chance ließ. 6.600 Euro wanderten dafür aufs Konto des seit zweijährig unter Dampf stehenden Hengstes, das mit 156.980 Euro üppig gefüllt ist.

Kombi-Pokal

Der 1. Lauf des unvermeidlichen Kombi-Pokals, ein Trabreiten, ging auf die Kappe von Oui Cherie und Melanie Fleschhut, die auf der Zielgeraden den führenden Hector Eck in Galopp trieben. In Lauf 2 für die Profis blieb die Serie bestehen, dass kein Pferd beide Läufe gewinnen kann. Oui Cherie war nur am Ende auszumachen, wogegen I’ve got mail mit Thomas Panschow flink an die Spitze flitzte, dort nie ernsthaft behelligt wurde und sich den einmal erarbeiteten Vorteil nicht mehr abjagen ließ.

Weitere Rennen des Tages

Einmal durfte die Amateure an Deutschlands bedeutendstem Trabrenntag ran - und das zu Beginn. Trotz zweimaligen Dauerdrucks durch Außenseiterin Hope Diamond ließ sich Tom Karten mit Versace Diamant nicht von der Siegerstraße schubsen und feierte seinen 25. Treffer in überlegenem Stil.

Endlich schien auch für den x-fachen Österreich-Champion Gerhard Mayr die Sonne. Mit der nobel gezüchteten Zelistrophilla schlug er aus der Deckung mit sehenswertem Endspurt entschlossen zu und ließ bei einem Kurs von 154:10 so manche V7+-Wette platzen.

Auch die Franzosentraber konnten sich noch mal austoben. Über die einstige Derby-Distanz von 3.200 Metern hatten trotz zweier Zulagen die beiden Reichsten die meiste Puste. Und weil sich Jaap Fikse mit seinem Erwood d’Ecajeul auf der ersten Runde in dritter Spur ziemlich verzettelte, während Stefan Hiendlmeier seiner Desirée Star ganz lange ein Führpferd angedeihen ließ, hatte die Fuchsstute fast logischerweise die meisten Reserven, gab ihrem Kontrahenten locker das Nachsehen und wiederholte damit ihren 2020er Erfolg. Nichts mehr zu sehen war von Farlington, der 2.500 Meter lang den mäßigen Takt vorgeben hatte.

Seinen rasanten Antritt nutzte Jack vom innersten Startplatz, wurde bei schneidiger Fahrt nie ernsthaft attackiert und entführte mit Rosalie Janssen die vorletzte Siegerschleife ganz leicht vor Kronos Vivienne nach Holland.

Die letzte blieb fast schon traditionell in Berlin. Noch einmal ging’s über 2.500 Meter, und den längsten Atem hatte der nicht wie sonst im Speed gebrachte, sondern von Jorma Oikarinen nach einer halben Runde in Front installierte Willow Bay Evert, der sich vom österreichischen Flüster-Favoriten Catch me if you can, der für die Schlussrunde an seiner Flanke auftauchte, einfach nicht fangen ließ.

Beim Umsatz pro Rennen gab‘s im Vergleich zum Derby-Tag 2020 fast eine Punktlandung. Statt durchschnittlich 43.545 Euro wurden 43.065 Euro durch die Totokassen gezogen. Ein gerüttelt Maß davon entfiel auf die V7+-Wette, die nicht getroffen wurde. Auf die Freunde der immer besser angenommenen Großwette wartet bei der nächsten Ausspielung ein Jackpot von 33.540,72 Euro.

Umsatz bei 13 Rennen: 559.849,04 Euro (incl. 295.471,14 Euro Außenumsatz) , davon 62.547,20 Euro in der V7+-Wette.

Umsatz PMU-Rennen (Rennen 11 bis 13) in Frankreich: 410.548,86 Euro

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 26. September statt. Veranstaltungsbeginn ist um 13.30 Uhr Im sportlichen Mittelpunkt steht der mit 10.000 Euro Preisgeld dotierte vierte Lauf der Goldserie.


Nachschau 04.09.2021

Stuten-Derby: Parademarsch von Lumumba

Triumph im Stuten-Derby: Lumumba siegt mit Fahrer Michel Rothengatter (Foto:©Marius Schwarz)

Michel Rothengatter feiert seinen wichtigsten Sieg und erwärmt die Herzen des Publikums – Michael Nimczyk mit Sunset boulevard auf dem Ehrenplatz vor Heinz Wewering und Xylene Diamant – Der Goldholm sticht mit Lindstedt Boko, Ito und Lancaster Newport – Gustafson im Monté-Derby überlegen – Virginias Prime im Gottlieb-Jauß-Memorial – Eaton der beste „Newcomer“ 

Es klang im Vorab-Interview, als wolle Michel Rothengatter allen Mäklern den Wind aus den Segeln neben, er bzw. seine Lumumba würde im Fall des Triumphs in der 33. Auflage des nunmehr in der Erinnerung an Marion Jauß gelaufenen Stuten-Derbys ein Sieger von ALL IN LOVEs Verletzungs-Gnaden werden. Für die haushohe Vorausfavoritin hatte Dion Tesselaar bereits am Donnerstag wegen einer Hufprellung absagen müssen. „Natürlich ist es für mich, für alle, ein Vorteil, dass die Readly-Express-Tochter dem Start fernbleiben muss. Andererseits bin ich mit Dion befreundet, und ein solches Szenario wünscht man ohnehin weder Trainer noch Besitzer noch Züchter. Auf dieses Ziel arbeitet schließlich jedes Stallteam monatelang hin. Peter Strooper hat mir geraten, mich nicht um andere zu scheren, wenn ich von meiner Stute überzeugt bin. Ich werde so oder so ‚mein‘ Rennen fahren - und wenn am Ende tatsächlich eine andere Stute besser sein sollte, dann ist es halt so.“

Zweikampf mit ALL IN LOVE fällt aus

Nach einem Sturmlauf sondergleichen, der jenem im Vorlauf ähnelte, ist es ohnehin fraglich, ob selbst eine ALL IN LOVE diese Lumumba hätte bezwingen können, die bereits im Vorlauf die mit Abstand schnellste Zeit aller Anwärterinnen aufs Tapet gepfeffert hatte. 1:13,1 standen für die Stute nach dem mit 43.185 Euro belohnten Hattrick zu Buche, womit sie den Rennrekord Gilda Newports (mit Dion Tesselaar!) aus dem Jahr 2016 lediglich um zwei Zehntelsekunden verpasste. „Was für ein Potential sie hat, habe ich schon früh gemerkt“, berichtete der einstige Lehrling des eingangs zitierten Peter Strooper, der sein Lot wie jener Mann, der dem „großen“ Derby mit Abano As, Lotis Photo und Lobell Countess drei sehr markante Stempel aufgedrückt hat, im 2.500-Seelen-Nest Callantsoog an der nordholländischen Nordseeküste präpariert. „Lumumbas Probleme haben wir zum Glück rechtzeitig in den Griff bekommen. Es gibt bei ihr im Grunde nur eine kitzlige Situation, und das ist der Start. Erwischst du sie auf dem richtigen Fuß, ist alles okay.“

Lumumba vom Start weg auf Siegkurs

Genau dies gelang dem 33jährigen, der in den letzten Jahren mehr und mehr aus dem großen Schatten seines Lehrmeisters getreten ist und auch schon in Schweden und Frankreich, wo Europas Traber-Trauben bekanntlich am höchsten hängen, wohlfeile Visitenkarten abgegeben hat. Wie vor 14 Tagen düste die 14:10-Favoritin los wie von der Tarantel gestochen und führte bald mit 20 Metern Vorsprung vor Luna Scott, die das Rudel der Verfolger gemeinsam mit der über weite Teile außen gehenden Alwine vergeblich näher heranzuführen suchte. Hinter diesem Duo lauerten Sunset boulevard, für die sich Michael Nimczyk nur Außenseiter-Chancen errechnet hatte, und Xylene Diamant, deren Leinen Heinz Wewering für den erkrankten Rick Ebbinge in die Hände genommen hatte. Diese Beiden waren es, die den Rückstand zu der erst auf den finalen 200 Metern etwas druckloser nach außen driftenden Lumumba verkürzen, ihr aber nicht mehr ans Leder konnten, die völlig ungefährdet um 2½ Längen voraus blieb. Der aktuelle wie der „ewige“ Goldhelm holten aus ihren Partnerinnen das Optimum heraus. Die restlichen vier Prämien gingen genau so übersichtlich an Isla, Luna Scott, die erst ihren zweiten Start absolvierende Latina di Baia S sowie Alwine. Für sie und all jene, die bis zum Schluss im Derby eingeschrieben waren, sowie ALL IN LOVE gilt, dass sie sich im nächsten Jahr erneut im (Stuten-)Derby, das ab 2022 für Vierjährige gelaufen wird, versuchen dürfen.

"Schönster Tag in unserem Traber-Leben"

Ob auch Lumumba noch dabei sein wird? Bei der sehr bewegenden und vom Publikum mit großer Rührung aufgenommenen Siegerehrung wollte Rothengatter, ein Hüne mit weichem Herzen, unter Freudentränen nicht darüber nachdenken. Sondern er bedankte sich lieber bei Peter Strooper, „der daheim vorm Fernseher sitzt und mir die Daumen gedrückt hat“, und den Besitzer und Züchtern, die ihm auf dem zuweilen etwas schwierigen Weg die Treue gehalten hatten. Für Familie Schavemaker fasste Riko, der als „Chef vons Janze“ zwei Riesen-Pokale für Besitzer und Züchter zu stemmen hatte, die Gefühlslage so zusammen: „Das ist der schönste Tag in unserem Traber-Leben. Mein Vater hat vor rund 35 Jahren mit den Trabern begonnen. Wir waren bereits zweimal Zweiter im holländischen Derby, aber dieser Sieg toppt alles. Wir züchten nur zwei, drei Pferde pro Jahr und haben uns nicht gescheut, die von Love You abstammende Mutter Demi‘s Mail noch mal mit französischem Blut zu kreuzen mit dem noch jungen Deckhengst Charly du Noyer.“ Der ungewöhnliche Name der Stute entsprang einem Bar-Besuch, „bei dem ich zum ersten Mal einen Lumumba getrunken habe und sehr angetan war.“ Da wird wohl zur Feier des Tages nicht nur einer dieser heißen Kakao-Rum-Cocktails gehoben werden.

Montè-Derby: Gustafson vor Hector Boko

Zum 100. Geburtstag hatte sich Mariendorf 2013 das Monté-Derby spendiert, das mit einer Dotation von 20.000 Euro nicht nur das wertvollste Trabreiten Deutschlands, sondern inzwischen unverzichtbarer Bestandteil des Derby-Meetings ist. Seinem brillanten Ruf, der ihm nach einem 1:11,0-Monté-Erfolg im schwedischen Åby vorausgeeilt war, wurde der 2019er Bild-Pokal-Sieger Gustafson auf jedem der 1.900 Meter vollauf gerecht. Die belgische Monté-Championesse Hanna Huygens flog mit dem Holländer sofort vor dem bei seinen vier Sattel-Versuchen in Schweden bislang unbezwungenen Hector Boko in Front und zog ihm nach zwei eher verhaltenen Abschnitten mit rasanten letzten 500 Metern bombensicher den Kampfzahn.

Gottlieb-Jauß-Memorial: Berliner Sieg

Das quantitativ dünn, qualitativ umso exzellenter besetzte, an den am 12. Juli 1999 tödlich verunglückten 16fachen Berliner Champion erinnernde Gottlieb-Jauß-Memorial wurde zur Freude der Berliner Fans von einer durch und durch Berliner Pflanze gewonnen. Schon die Mutter Virginia Corner lief für Jürgen und Christina Hempel, die Virginias Prime 2015 gezüchtet haben und der in Kornelius Kluth einen Klassemann an den Fahrleinen hatte, der die Vorgaben der Besitzerin punktgenau umsetzte. „Ich sollte nicht auf Gedeih und Verderb um die Spitze mitbieten“, die dann auch an den wie ein Torpedo losschießenden Velten Red Red Red ging, der sie bald an Jacy di Quattro abtrat. „Aber ihn frei laufen lassen und wenn nötig Druck machen sollte ich schon“, gab Kluth anschließend preis, und das tat er dann gründlich. 1.000 Meter vorm Ziel gab Jacy di Quattro dem unerhörten Pressing nach, ließ den Prodigious-Sohn vorbei - und der fand richtig Spaß an dieser Taktik. Frisch von der Leber weg klinkte er sich unter neuer persönlicher Rekordzeit von 1:12,5 neben der Ehre 3.500 Euro Prämie ein - da kam auch Velten Red Red Red nicht gegen an. „Jeder Sieg ist schön, doch dieser sticht heraus. Wir in Neritz haben über die im Vorjahr verstorbene Marion Jauß, der dieses Memorial stets eine Herzensangelegenheit war, ein ganz besonderes Verhältnis zu dieser Prüfung“, war Kluths Schlusswort.

Finale der Newcomer-Serie

„Rache ist ein Gericht, das kalt am besten schmeckt“. Diese Devise galt im mit 20.000 Euro überschriebenen Finale der Newcomer-Serie, das dem freitäglichen Shootingstar-Cup ernsthafte Konkurrenz macht, für Gerd Biendl und Eaton nach dem etwas unglücklich verlorenen Halbfinale vor 14 Tagen. Diesmal klebte der oftmalige bayerische Champion mit dem hitzigen Prodigious-Sohn am Flügel des Startautos, vermochte in der höllisch schnellen Anfangsphase eine Galoppade mit aller Finesse gerade so zu vermeiden, knöpfte Lancaster ausgangs der ersten Biege das Kommando ab und ließ die Truppen mit Halbfinal-Sieger Al Capone an der Spitze aufmarschieren. Sollten sie 300 Meter vorm Ziel Morgenluft gewittert haben, so wurde ihnen die durch Eatons donnernden Schlussakkord gründlich vergällt. Siebenter Sieg aus 15 Versuchen, die Gewinne mit einem Schlag auf 22.310 Euro fast verdoppelt - „Eaton ist ein bisschen schwierig im Rennen zu handhaben, wenn’s nicht nach seinen Vorstellungen läuft, doch ein Pferd mit Zukunft, wenn er richtig ausgewachsen ist“, gab sein Fahrer zum besten. Dann vielleicht nicht mehr mit ihm, denn am Jahresende will er den Trainerberuf an den Nagel hängen.

Ein zweiter Coup wie im Pokal der Publikumslieblinge am 22. August gelang dem eisenharten Massai in der „Neuauflage“ nicht, obwohl Tom Kooymans Wallach diesmal sogar den deutlich besseren Matchplan vorneweg hatte. Spielverderber war der mit einem famosen Frankreich-Sieg angereiste Jason Dragon, mit dem Robin Bakker trotz des enormen Tempos die Todesspur nicht scheute und sich neben den Muscle-Hill-Sohn legte. Auf der Zielgeraden spuckte der Drache trotz des harten Verlaufs eindeutig am heißesten und zog seinen steten Schatten Free Bird zum Ehrenplatz vor Massai, der erneut eine ausgesprochen gute Figur abgab.

Nimczyk mit drei Siegen

Los ging der Nachmittag mit einem überlegenen Erfolg des nach einem der Grandseigneurs des schwedischen Trabrennsports benannten Lindstedt Boko, der seine Generalprobe für den in einer Woche anstehenden Vorlauf zum niederländischen Traber-Derby überlegen gewann. Da musste Michael Nimczyk nur aufpassen, dass er beim 10:10-Erfolg nicht die Leinen verlor.

Weil’s so einfach war, ließ sich der 35jährige nicht lumpen und im Pokal der Flieger auch durch Startreihe zwei nicht aufhalten. Nach 500 Metern übernahm er mit Ito die Führung von Bugatti SS und ließ nichts das kleinste Fitzelchen anbrennen.

Drei waren aller guten Dinge dann nicht für den Goldhelm, denn der gleichfalls als deutlicher 14:10-Favorit angetretene Dunclug versagte ihm bereits im ersten Bogen den Trab-Dienst. Das beste Ende fochten zwei Berliner unter sich aus: Mit den letzten Schritten fing der vor Ort trainierte Bel Massive mit Thomas Heinzig Rolf Hafvenströms Vikens Hedge ab.

Auf den dritten Treffer musste der Goldhelm bis zum 11. Rennen warten, und der kam mit aller Finesse und Schonung des 13:10-Favoriten Lancaster Newport gegen einen Pogba zustande, der seinerseits nur haarscharf am ersten „Tor“ vorbeischrammte.

Kombi-Pokal

Im den Amateuren vorbehaltenen 1. Lauf eines neuerlichen Kombi-Pokals wiederholten Cathrin Nimczyk und Handsome Guy ihren Erfolg vom 22. August, als sie den stets führenden Chimichurri knapp abfingen. In Lauf 2 für die Profis nahm des Guys Trainer Johnny Westenbrink die Leinen in die Hand - und konnte nicht gewinnen. Mit Roman Matzky hielt der sich wiederum von vorn versuchende Chimichurri eisern durch und den aus dem dritten Paar außen angreifenden Handsome Guy um einen „Hals“ knapp in Schach, womit auch der vierte Kombi-Pokal zwei unterschiedliche Sieger fand.

Weitere Rennen des Tages

Die mit bombastischen Formen aus dem ukrainischen Kiew kommende Parasolka fing im Pokal für Stuten, die keine 5.000 Euro gewonnen hatten, trotz enorm weiter Wege - im Schlussbogen verschlug es die Tochter des Italo-Amerikaners Civil Action bis in die fünfte Spur - mit Taras Salivonchyk die 1.300 Meter vor Schluss in Front gezogene Filippa B.J. sogar noch sicher um eine Länge ab.

Auf seinen obligatorischen Sieg musste Jochen Holzschuh, für den dieses Meeting bislang „1a“ läuft, bis zum letzten Rennen warten. Dann endlich schlug die Stunde von Grietje, die im Vergleich der Franzosen-Traber munter vorneweg marschierte und bis ins Ziel unantastbar blieb.

Deutlich überboten wurde das vorjährige Umsatzergebnis vor allem dank des am Freitag entstandenen V7+-Jackpots, der sofort in die heutige Königswette floss. Lag der 2020er Schnitt aus 14 Prüfungen bei 29.042 Euro, so waren es diesmal 32.018 Euro bei 13 Prüfungen.

Umsatz bei 13 Rennen: 416.232,26 Euro (incl. 230.935,45 Euro Außenumsatz), davon 62.087.- Euro in der V7+-Wette

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Enges Pokalspiel am heutigen Nachmittag im Willy-Kressmann-Stadion – der SC Staaken ging zunächst durch einen Foulelfmeter von Gigold (12.) in Führung, Yildirim sorgte auf Seiten von Hilalspor für den Ausgleich jedoch noch vor der Pause (38.). Nach einer intensiven zweiten Halbzeit schien die Verlängerung dann bereits unvermeidlich, als "Joker" Gakpeto in der Nachspielzeit für den Favoriten zuschlug (90.+1).

Berlinsport Aktuell sprach nach Spielende mit den Trainern Ekrem Asma (Hilalspor) und Jeffrey Seitz (Staaken) über die Partie.

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Beitrag+Bild: BspA/Hagen Nickelé

RK 03 schlägt Germania List 37:03

Gelungener Saisonauftakt nach beinahe zwei Jahren Wettkampfpause für die Rugbyspieler des RK 03: am Samstagnachmittag wurde der SC Germania List vor etwa 500 Zuschauerinnen und Zuschauern im Stadion Buschallee mit 37:03 (15:03) bezwungen.

Berlinsport Aktuell
war nach dem Spiel auf Stimmenfang und sprach mit dem Sportlichen Leiter Christian Lill, RK 03-Kapitän Christopher Sacksofsky und Präsident Ingo Goessgen.

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Beitrag+Foto: BspA/Hagen Nickelé

Vorschau 05.09.2021

Usain Lobell wie einst Usain Bolt?

Topfavorit Usain Lobell mit Fahrer Robin Bakker (Foto:©Lingk)

Der Hengst könnte für Robin Bakker den siebenten Derby-Sieg perfekt machen. Ein Regenmacher im B-Finale? Derby-Revanche: Keytothehill auf Wiedergutmachungskurs. Halva von Haithabu auf der Rekordmeile. Jugend-Preis: Smart Hill As zum Zweiten? Die V7+ lockt mit 40.000 Euro Garantie inklusive 12.000 Euro Jackpot. 

(Start des ersten Rennens um 13.30 Uhr. Bereits ab 11.30 Uhr findet eine von Christoph Pellander moderierte Gesprächsrunde statt, die auf www.trotto.de sowie dem Facebook- und YouTube-Account des Rennvereins live zu sehen ist).

Erneuter Streich des Dream-Teams?

Eine derartige Dominanz hat es in der Historie von Deutschlands wertvollstem und national bedeutendstem Rennen selbst in den Hoch-Zeiten von Robert Großmann, Charlie Mills, Johannes Frömming und Heinz Wewering nicht gegeben. Gewinnt das niederländische Dream-Team aus dem kleinen Ort Oldetrijne am Sonntag um 17.45 Uhr (9. Rennen) das inklusive der zehnprozentigen Züchterprämie mit 235.521 Euro überschriebene trotto.de 126. deutsche Traber-Derby, wäre es für den genialen Vorbereiter Paul Hagoort bereits der achte Triumphzug seit 2009 und für den gnadenlosen Vollstrecker Robin Bakker, der 2013 erstmalig zuschlug, der siebte Volltreffer. Kaum jemand zweifelt daran, dass ihr Usain Lobell, der als „Vornamen“ nicht umsonst jenen des jamaikanischen Super-Sprinters trägt, das Zeug dazu hat, als Sieger des letztmalig von dreijährigen Pferden bestrittenen Klassikers von der Bahn zu traben. Zu souverän ist der Sohn der Lobell Countess, jener Stute, die 2011 die Hengste und Wallache im Blauen Band das Fürchten gelehrt hat, durch sämtliche Vorprüfungen - und eben nicht nur den Vorlauf vor 14 Tagen - gebraust.

Topfavorit Usain Lobell

Auch wenn erst 40.644 Euro auf Usain Lobells diesjährigen Saldo stehen, waren die Erfolge doch von erster Güte: Nach zwei grandiosen Auftritten im dänischen Skive und in Kopenhagen, wo er einen Seriensieger aus dem renommierten Haus des Alessandro Gocciadoro entzauberte, gereichte ihm in Vincennes sogar eine Disqualifikation zur Ehre: Mit dem sicheren Ehrenplatz und 17.500 Euro vor Augen versuchte er dort einem weiteren Unbezwungenen die weiße Weste auszuziehen und kam aus dem Tritt. Das schadete zwar der Bilanz, nicht aber der Moral, wie er im Buddenbrock-Rennen und im Derby-Vorlauf bewies. An jenem 22. August schleppte er Flüsterfavorit Rob The Bank durch die Todesspur und schüttelte ihn wie eine lästige Fliege ab - eine überaus harsche Ansage an alle, die zu  „Königsmördern“ werden wollen. Natürlich soll das Fell erst verteilt werden, wenn der Bär erlegt ist, und der tiefe Galopp-Sturz des nicht minder uneingeschränkten Vorjahresfavoriten Keytothehill mag als Menetekel gelten. Doch es fällt schwer, sich einen anderen als den eher unscheinbaren Braunen auf der Ehrenrunde vorzustellen, der dank des Vorlauf-Erfolgs mit der „3“ erstmals in Mariendorf von einer guten Rampe losflitzen darf.

Die Herausforderer

Natürlich sind sein Runner-up Rob The Bank sowie die Vorlaufsieger Lorens Flevo, Global Ufo und Days of Thunder, der im schnellsten Vorlauf die einzige Stute Riet Hazelaar hauchdünn abfing, erste Wahl für mögliche Sieg-Alternativen oder die Dreierwette, in der garantiert mindestens 25.000 Euro ausgeschüttet werden. Für diese Wettart kommt auch Jimmy Ferro BR, der in seinem Vorlauf ein bisschen spät auf Hochtouren gekommene Zweite, in Frage. Ein vor Wochen als stärkste bayerische Waffe gehandelter Teatox gehört nur dann dazu, wenn er seinen krankheitsbedingten Konditionsrückstand aufgeholt hat. Vor 14 Tagen war das nicht der Fall. Sein Trainer Rudolf Haller hat sich gegen ihn und für Timothy B entschieden - ein sehr deutlicher Hinweis. Was kann Heinz Wewering ausrichten? Mit dem Berliner Don Trixton dürfte er im Elitefeld nur krasser Außenseiter sein, doch dass Alter vor Derby-Siegen nicht schützt, hat erst vor einer Woche der ebenfalls 71jährige Steen Juul in Dänemarks wichtigstem Rennen bewiesen. Acht blaue Bänder hat Deutschlands ewiger Goldhelm schon in der guten Stube hängen.

Trostpflaster für Rainmaker?

All jene, die den Sprung in den Endlauf nicht geschafft haben, versuchen ihre Wunden im mit 20.000 Euro versüßten Derby B-Finale (11. Rennen) zu kühlen. Natürlich darf man auch hier den mit Robin Bakker antretenden Hagoort-Schützling Roberts Son BB nicht vergessen, der im wohl ausgeglichensten „Day-of-Thunder-Vorlauf“ ziemlich deutlich abgehängt als Vierter angeschlagen und mit der „2“ eine verheißungsvolle Nummer gelost hat. Losglück war Rainmaker (10) ganz und gar nicht vergönnt, der wie Lucky Steel (9) und Oblivion (11) aus Startreihe zwei los muss. Das kann, muss aber kein vorentscheidendes Handicap sein. Gut aufgestellt und mit neun bzw. elf Auftritten sehr erfahren sind Ole Bo (3) und Un Mec Pasloo (4), der im schwersten „Usain-Lobell-Qualifier“ als Vierter die Erwartungen voll erfüllte.

Derby-Revanche

Zurück an die Stätte seiner bedeutendsten Triumphe in Adbell-Toddington- und Buddenbrock-Rennen, aber auch seiner schwärzesten Stunde kehrt Keytothehill in der Revanche für das Derby 2020 (4. Rennen). In jenem Blauen Band patzte der haushohe 13:10-Favorit völlig überraschend am Start, sodass es sogar dem Rennkommentator für Sekunden die Sprache verschlug. Nach vier weiteren roten Karten fand der Schützling von Arnold Mollema am 21. Juli in Gelsenkirchen überlegen auf die Erfolgsspur zurück - aber ob das reicht? Einen kometengleichen Aufstieg hat in diesem Jahr Venture Capital hingelegt, der bei acht Starts in Folge unbezwingbar war; darunter war ein V75-Final-Sieg am Elitloppet-Wochenende in Solvalla, der fürs Renommee doppelt zählt. Den einzigen schmutzigen Fleck auf seiner Weste gab‘s als 10:10-Favorit am 11. Juli, als er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, die er nach acht Wochen „Kur“ wieder zurückgewonnen haben sollte, als Dritter durchs Ziel sprang. Anreißer des Matchs ist natürlich Derby-Sieger Wild West Diamant, der aufgrund seiner Gewinnsumme von fast 190.000 Euro überwiegend im Ausland tätig ist, wo das Gewinnen deutlich schwerer fällt als in der Heimat. Diesjähriges Prunkstück war der Sieg im Vorlauf zum schwedischen Königspokal über den späteren Gesamt-Zweiten Rome Pays Off. Er sollte mit Venture Capital die 11.000 Euro für Platz eins ausfechten. Für die besseren Prämien kommen auch Winnetou Diamant, Zweiter des Derby-Trostlaufs, Deon W, Hidalgo Heldia und Gold Cap BR in Frage. Für die Dreierwette garantiert der Rennverein eine Gesamtauszahlung von mindestens 9.999 Euro.

A propos Garantien: Wie gewohnt wird ein großes Füllhorn über die Wetter ausgeschüttet: Mindestens 10.000 Euro werden für die Siegwette im 3., 5., 8., 10. und 13. Rennen verteilt, 40 „Mille“ inklusive 12.000 Euro Jackpot sind’s in der Königsdisziplin, der V7+-Wette, die mit dem 7. Rennen beginnt. Schon da fällt die Wahl immens schwer, unter den vielen sehr soliden, aber eben nicht sehr sieggewohnten Kandidaten den richtigen herauszupicken. Kaiserhof Newport, King of the Hill, Don Timoko sind zwar erste Wahl, doch gibt’s genügend Alternativen.

Wackelt der Bahnrekord?

Erster Programm-Höhepunkt ist die Derby-Rekordmeile (3. Rennen) über die in Mariendorf eher selten gelaufene englische Meile von 1.609 Metern. Mit dem Start im Bogen, der nicht jedes Pferdes Sache ist, sollten die erfahrenen Haudegen gut zurechtkommen. Ausgerechnet der heißeste Aspirant auf Sieg und neuen Bahnrekord, den Orlando Jet seit dem 4. August 2019 mit 1:11,1 hält, muss aus der zweiten Startreihe ran und kann so seine enorme Anfangsgeschwindigkeit nicht voll ausspielen: Halva von Haithabu. Da der „Wikinger“, der erst kürzlich blanke 1:12 aufs Mariendorfer Tapet gezimmert hat, kaum sein Lieblingsrennen an der Spitze bekommen wird, könnte der auf Kurzstrecken erprobten Kate Baldwin die Rolle der Tempomacherin zufallen; erst am 30. Mai hat die fliegende Holländerin des Stalles Habo als Vierte mit 1:09,6 eine Schallmauer durchbrochen. Trainingsgefährte Natorp Bo hat vor zwei Wochen im Auktionsrennen für Vierjährige mit einem schneidigen 1:12,6-Run über 1.900 Meter für unerwartete Furore gesorgt, Hindy Heikant ist für Zeiten in diesem Bereich immer zu haben - es bleibt eine offene Kiste.

Smart Hill As gleich noch mal?

Einfacher zu lesen ist der nächste Hingucker. Vor 14 Tagen drückten Philadelphia Bo und Smart Hill As dem Gerhard-Krüger-Memorial, Deutschlands erstem Vergleich für den jüngsten betriebsbereiten Jahrgang, eindeutig ihre Stempel auf. Die Stute flog in Front, der Hengst stiefelte hinterher - und zog ihr am Ende wenig smart das Fell über die Ohren. So könnte der „kleine Einlauf“ im Jugend-Preis (5. Rennen) durchaus erneut lauten, denn beide kamen meilenweit vor dem Rest ein. Ein wenig Vorsicht ist bei Zweijährigen jedoch immer geboten. Ein total unbeschriebenes Blatt steckt in Melrose Draviet, die mit Weltmeister Rick Ebbinge ihr sicherlich gut vorbereitetes Debüt gibt.

Weitere Rennen des Tages

Zweimal sind Pferde mit langem Atem und Fahrer mit taktischem Geschick gefragt: Über die alte Derby-Distanz von 3.200 Metern - für manche sogar noch ein bisschen mehr - versuchen sich neun Franzosen-Traber (10. Rennen), die solch ausgiebige, in Deutschland nur noch selten anstehende Aufgaben aus der Heimat gewohnt sind.

Im 13. Rennen erfolgt der Start stimmungsvoll direkt vor den Tribünen: Von den acht Gespannen, die sich über 2.500 Meter oder zwei Runden messen, haben Gian Luca Pasel, Mariah’s Baby K.V., Catch me if you can, der Berliner Finne Willow Bay Evert und Kiss Me Bo die besten Chancen auf die letzte Siegerrosette des 2021er Meetings.

Die Wett-Highlights am 5. September:

Prämienausspielung um Wettgutscheine und Sachpreise im Wert von 3.600 Euro über die Siegwette der Rennen 1-13. Als Hauptgewinn aller Derby-Prämienausspielungen winkt außerdem ein PKW Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB mit 120 PS  im Wert von 23.500 Euro!

Platz-Gewinnspiel für Bahnbesucher um 1.000 Euro in den Rennen 1-4!

  1. Rennen -  Daily Double - Rennen
  2. Rennen -  Start V5 Wette mit 7.000.- Euro Garantieauszahlung..
  3. Rennen -  10.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 3.000.- Euro Jackpot.
  4. Rennen -  9.999.- Euro 3er Wetten Garantie!!
  5. Rennen -  10.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 3.000.- Euro Jackpot.

    6. Rennen -  Mit 3er und 4er-Wette!
  6. Rennen -  Start V7+ mit 40.000.- Euro Garantie inkl. 12.000,- Euro Jackpot.
  7. Rennen -  10.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 3.000.- Euro Jackpot.
  8. Rennen -  25.000.- Euro 3er Wetten Garantie!! Mit 4 er Wette!
  9. Rennen -  10.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 3.000.- Euro Jackpot.
  10. Rennen - 9.999,- Euro 4er-Wetten Garantie inkl. 1.877 Euro Jackpot!!
  11. Rennen -  9.999.- Euro 3er Wetten Garantie!!
  12. Rennen -  10.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 3.000.- Euro Jackpot.

Unsere Tipps::

  1. Versace Diamant – Magic Love – Chanel
  2. I’ve got mail – Otto Cash – Hector Eck
  3. Natorp Bo – Halva von Haithabu – Hindy Heikant
  4. Venture Capital – Wild West Diamant – Keytothehill
  5. Smart Hill As – Melrose Draviet – Philadelphia Bo
  6. I’ve got mail – Otto Cash – Henriette Sisu – Hector Eck
  7. Kaiserhof Newport – Don Timoko – King of the Hill
  8. Fantastico – Maharana C.G. – Darwin Paolo
  9. Usain Lobell – Rob The Bank – Lorens Flevo – Days of Thunder
  10. Fantastic Foot – Confidential Bond – Desiree Star
  11. Rainmaker – Un Mec Paasloo – Lucky Steel – Oblivion
  12. Pastors Girl – English Town - Mockridge
  13. Willow Bay Evert – Mariah’s Baby K.V. – Catch me if you can

Vorschau 04.09.2021

Alles Liebe für ALL IN LOVE?

Topfavoritin ALL IN LOVE mit Fahrer Dion Tesselaar (Foto:©Lingk)

Die Kontrahentin Lumumba könnte in dem Marion Jauß gewidmeten Deutschen Stuten-Derby für die Favoritin zum ungenießbaren Cocktail werden. Newcomer-Finale: Al Capone trifft erneut auf Eaton, Brady und Jeanine GO. Monté-Derby: Der schwedische Seriensieger Hector Boko jagt die Sattel-Cracks. Gottlieb-Jauß-Memorial: Sorgt Ocean Blue für eine Riesenwelle?
(Start des ersten Rennens um 13.00 Uhr).

Das Derby-Meeting biegt mit einer 13 Rennen umfassenden Karte auf die Zielgerade ein. Weil die Jährlings-Auktion um zwei Wochen vorgezogen wurde und der Renntag nicht so früh wie in der Saison 2020 beginnt, haben die Aktiven diesmal mehr Zeit, sich von der je nach Sichtweise langen oder kurzen Freitagnacht mit anschließender Strohballen-Party zu erholen.

Das erste Mal „Start frei“ ertönt um 13.00 Uhr zu einem Nachmittag, für den nach derzeitigen Prognosen der Wettergott ein Einsehen haben und für angenehme Temperaturen ohne Regenschauer sorgen wird. Wie seit Jahren üblich steht 24 Stunden vor dem deutschen Traber-Derby jenes für die Stuten der 2018er Aufzucht, wie im Vorjahr unter dem Namen von Marion Jauß gelaufen, im Mittelpunkt des Geschehens - und wartet mit einem Novum auf: Es wird der letzte Lorbeerkranz samt üblichem Drumherum sein, den eine dreijährige Lady übergestreift bekommt. Ab 2022 werden Derby und Stuten-Derby für Vierjährige ausgetragen, so dass alle, die fürs diesjährige Derby bis zur Starterangabe eingeschrieben waren, die vermutlich einmalige Chance haben, es ein zweites Mal versuchen zu dürfen.

Stuten-Derby: Ist ALL IN LOVE zu schlagen?

Das wird im Hinterkopf der Fahrer allerdings keine Rolle spielen, wenn der Hauptstarter seine zwölf Schäfchen im 12. Rennen um 18.28 Uhr zum „final countdown“ hinter die Flügel seines Autos ruft. Die 33. Auflage dieses Stuten-Derbys hatte bis zum 21. August eine glasklare Favoritin: ALL IN LOVE. Die Tochter des Prix-d’Amérique-Siegers Readly Express hatte schon im Vorjahr ihr weit überdurchschnittliches Können, aber auch einige Startschwächen gezeigt, die sie über den Winter radikal ausgemerzt zu haben scheint. Zum Auftakt der deutschen Dreijährigen-Saison ein Sieg im Stutenlauf des Adbell-Toddington-Rennens, ein weiterer in jenem der Buddenbrock-Prüfung, dazu ein überlegener Erfolg im Vorlauf vor 14 Tagen, bei dem sie reichlich Kraft sparen konnte, mit Dion Tesselaar ein Chauffeur und Übungsleiter, der dank Gilda Newport seit 2016 weiß, wie man ein solches Ding nach Hause schaukelt - wer sollte diesem Gespann auch nur ansatzweise in die Suppe spucken?

Im Vorlauf sorgte sie zum Geldwechsel-Kurs von 10:10 als sichere Bank dafür, sich über die Siegwette mit Losen für die große, morgen zu Ende gehende Prämienausspielung einzudecken. Nicht wenige befürchteten, im Finale würde es kaum mehr Rendite auf eine Siegwette geben – bis an jenem 21. August 1½ Stunden später Lumumba ihren Hut unübersehbar deutlich in den Derby-Ring warf. Mit einem Sturmlauf sondergleichen deklassierte Michel Rothengatters Stute ihre Gegnerinnen, darunter die gesetzte Isla, mit mehr als zehn Längen und huschte in sagenhaften 1:13,0 übers Mariendorfer Parkett. Nach Lage jener Dinge, die dritte Vorlaufsiegerin Xylene Diamant eingeschlossen, ist sie die Einzige, die sich für ALL IN LOVE, das Pferd mit der ungewöhnlichen Schreibweise, als schwer im Magen liegender Cocktail erwiesen könnte.

Sollte tatsächlich eine andere die Lorbeeren nach dem Motto „Wenn Zwei sich streiten, freut sich die Dritte“ ernten, würde das Feld der Aufrechten, das in der sechsten Runde der V7+-Wette noch dabei ist, extrem zusammengeschmolzen. Sie ist mal wieder das Zugpferd des Wettangebots. Mindestens 25.000 Euro Gesamt-Ausschüttung garantiert der BTV all jenen, denen es gelingt, vom 7. bis 13. Rennen alle sieben Sieger auf einem Wettschein anzukreuzen. Das ist jedoch nicht das einzige Schmankerl, das der Veranstalter bietet. In fünf Prüfungen (3., 5., 9., 11., 13. Rennen) wird die Siegwette mit Jackpots von je 2.000 Euro garniert. Mindestens 8.888 Euro liegen zur Auszahlung für die Dreierwette im 6. und 8. Rennen bereit.

Newcomer-Serie (7. Rennen)

Besagte V7+-Wette beginnt mit dem Endlauf der sich über die gesamte Berliner Saison hinziehenden Newcomer-Serie (7. Rennen). Das Ergebnis der Vorschlussrunde am 21. August kann, muss man aber nicht für bare Münze nehmen. Zum einen waren Karl Bianco, Candy Blue Chip, die nun schon dreimal in Folge unbezwingbare Johanna Baldwin und Lancaster gar nicht dabei. Zum anderen profitierte Rudi Haller mit Al Capone Jet von der Schlafmützigkeit seiner Kollegen, nahm beim Autostart rund 20 Meter Vorsprung vor Eaton und Brady mit auf die Reise und rettete sich gerade so gegen Eaton und die damals durch die zweite Startreihe gehandicapte Jeanine GO ins Ziel. Wieder muss der „Haller Rudi“ von der „8“ los, doch diesmal ist die Konkurrenz gründlich gewarnt und dürfte ihn nicht so leicht seines Wegs ziehen lassen. Besonders Eaton könnte sich als zu harter Brocken für den „Gangsterboss“ entpuppen.

Gottlieb-Jauß-Memorial (6. Rennen)

Da scheint der Bayer, für den Berlin allgemein und das Derby-Meeting im Besonderen stets ein gutes Pflaster war, im an den 16fachen, am 12. Juli 1999 bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Berliner Champion erinnernden Gottlieb-Jauß-Memorial (6. Rennen) mit Ocean Blue besser gewappnet. 34 Mal ist Marie Lindingers schmucker Fuchs bislang angetreten, 23 Mal danach im Winner-Circle aufgekreuzt, davon allein in dieser Saison zehnmal. Eine Bilanz, die einschüchtern könnte - sogar einen Typ wie Zucchero, der selbst 15 Siegerschleifen eingesackt und in Mariendorf schon gewonnen hat. Kampflos werden aber der Berliner Farben vertretende Blitzstarter Virginias Prime, Jacy di Quattro und Velten Red Red Red das Feld, auf dem für die Besitzer 7.500 Euro liegen, ganz gewiss nicht räumen.

Macht Hector die Arrivierten nass?

Erster sportlicher Knüller ist das Monté-Derby (5. Rennen) um 20.000 Euro. Das wertvollste Trabreiten der Republik hat sich die Mariendorfer „Renne“ 2013 zum 100. Geburtstag spendiert, und es lockt seitdem Jahr für Jahr Kapazitäten dieser Sparte an die Spree. Dreimal in Folge haben sich Zauni und Ronja Walter die höchste Börse geschnappt, doch derzeit ist Deutschlands Vorzeige-Satteltraber mit einer Verletzung außer Gefecht. In Khalid setzt die Championesse auf einen Rappwallach, mit dem sie zwei von drei Ausritten auf Platz eins beendet hat. Der dritte Streich dürfte jedoch zumindest heute ein zu hartes Stück Arbeit werden. Gewinnsummenschwergewicht Volcan de Bellande, in französischen Montés „noch und nöcher“ gestählt, war im Vorjahr Zweiter und wäre, weil seine Form weiterhin „1a“ steht, mit Lea Ahokas der logische Favorit. Sein ähnlich reicher Landsmann Beau de Grimoult ist schwächer einzuschätzen.

Der härtere Prüfstein sollte für Volcan de Bellande aber Hector Boko sein. Viermal war der in Schweden bei Sybille Tinter stationierte Wallach von Hans Ulrich Bornmann dort unterm Sattel am Start, viermal ging er ran wie „Hektor an die Buletten“ und ließ den Gegnern nur die Krümel. Für die Nagelprobe bringt er Standardreiter Jonathan Carré mit, einen seit einigen Jahren in Schweden aktiven Franzosen. Nicht unterschätzen sollte man den eisernen Kämpen General Lee, der in Frankreich, dem Mutterland des Monté-Sports, einen zweiten und vierten Platz ergattert hat, und Gustafson, der in Aby mit Hanna Huygens im Sattel in sensationellen 11,0/1.640m auftrumpfte. Der ohnehin in prächtiger Verfassung befindliche Sieger des Gelsenkirchener BILD-Pokals 2019 gehört nach dieser fulminanten Leistung in alle Rechnungen..

Weitere Rennen des Tages

Erneut gibt’s einen Kombi-Pokal, bei dem die Pferde zweimal miteinander die Klingen kreuzen, so dass man bei der Zweitauflage vielleicht etwas klarer sieht. Bei den Amateuren (4. Rennen) lautet die Gretchen-Frage: Benimmt sich Handsome Guy in Cathrin Nimczyks Hand erneut so handzahm wie vor 13 Tagen, als er an gleicher Stelle den Rivalen überlegen den Garaus machte und die mausgrauen Formen in den Schatten stellte. Wenn nicht, stehen Donna Leone H, der schwierige Germinal, King of Greenwood und Java Greenwood Gewehr bei Fuß. Im 9. Rennen sind dann die Profis gefordert, bei denen Trainer Johnny Westenbrink den Handsome Guy an die Kandare nimmt.

Am 22. August hat Massai im ersten Pokal der Publikumslieblinge seine verheerende Form Lügen gestraft. Der beinharte Krieger obsiegte außen herum nach härtestem Kampf über Laurel Park und Tempomacherin Victorymoko und bescherte Besitzer Robin Goudsblom wie Fahrer Tom Kooyman tränenreiche Momente. Klappt’s in der Zweitauflage (8. Rennen) auf der Lieblingsbahn des Massai noch mal? Victorymoko ist wieder dabei, Laurel Park wird durch die Nimczyksche Doppelspitze Free Bird und Arendelle ersetzt, die beide auf diesem Kurs große Momente ihrer Laufbahn erlebt haben. Und dann ist da noch Jason Dragon mit der Empfehlung eines überzeugenden aktuellen Frankreich-Sieges; es war zwar nicht Vincennes, wo der Drache entschlossen zugeschlagen hat, aber auch in Enghien wird einem nichts geschenkt…

Der letzte Aufruf gebührt den Trotteurs Français (13. Rennen), die sich zu acht aus zwei Bändern versuchen. Trotz 20 Meter Zulage dürfte Eden Pierji erste Wahl werden, der schon am 21. August mit Hollands aufstrebendem Stern Marciano Hauber kurz und bündig zugeschlagen hat.

Die Wett-Highlights am 4. September:

Prämienausspielung um Wettgutscheine und Sachpreise im Wert von 4.000 Euro über die Siegwette der Rennen 1-12. Als Hauptgewinn aller Derby-Prämienausspielungen winkt außerdem ein PKW Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB mit 120 PS  im Wert von 23.500 Euro!

Platz-Gewinnspiel für Bahnbesucher um 1.000 Euro in den Rennen 1-4!

  1. Rennen  -  Daily Double - Rennen
  2. Rennen  -  Start der V5 Wette mit 6.000.- Euro Garantieauszahlung
  3. Rennen  -  8.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 2.000.- Euro Jackpot.
  4. Rennen  -  Mit 3er und 4er-Wette!
  5. Rennen  -  8.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 2.000.- Euro Jackpot.
  6. Rennen  - 8.888.- Euro 3er Wetten Garantie!
  7. Rennen  -  Start V7+ mit 25.000.- € Garantie inkl. 5.000.- € Jackpot!!!
  8. Rennen  -  8.888.- Euro 3er Wetten Garantie!
  9. Rennen  -  8.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 2.000.- Euro Jackpot.
  10. Rennen8.888.- Euro 4er Wetten Garantie inkl. 1.871 Euro Jackpot!!
  11. Rennen  -  8.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 2.000.- Euro Jackpot.
  12. Rennen  -  12.000.- Euro 3er Wetten Garantie! Mit 4er Wette..
  13. Rennen  -  8.000.- Euro Sieg-Garantie inkl. 2.000.- Euro Jackpot.

Unsere Tipps::

  1. Lindstedt Boko – Kampala Newport – Fröhlich
  2. Ito – Karel G Greenwood – Bugatti SS
  3. Dunclug – Ostwind Bo – Velten Marianne
  4. Handsome Guy – Germinal – King of Greenwood – Java Greenwood
  5. Volcan de Bellande – Hector Boko – Khalid
  6. Ocean Blue – Velten Red Red Red – Jacy di Quattro
  7. Al Capone – Eaton – Jeanine GO
  8. Massai – Jason Dragon – Victorymoko
  9. King of Greenwood – Germinal – Donna Leone H
  10. Filippa B.J. – Nicky Hanover – Parasolka – Quara Mai
  11. Lancaster Newport – Velten Cavallino – Klaassen Boko
  12. ALL IN LOVE – Lumumba – Xylene Diamant – Sunset Boulevard
  13. Eden Pierji – Grietje – George Banks

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

PRÄSIDENT GOESSGEN IM INTERVIEW


Das Berliner Derby in der Rugby-Bundesliga: RK 03 (in Gelb-Schwarz) gegen BRC

Die Rugby-Spieler mussten wegen der Pandemie mit am längsten auf ein Comeback ihres Ligabetriebs warten – aber nun ist es so weit: fast zwei Jahre nach dem letzten Pflichtspiel starten die Klubs in die Saison 2021/22.

In der Bundesliga Nord/Ost gehört natürlich der RK 03 Berlin – neben dem BRC und den Grizzlies als weiteren Hauptstadtvertretern – zum Teilnehmerfeld. Die Weißenseer treffen dabei zum Auftakt am Sonnabend im heimischen Stadion Buschallee (15 Uhr) auf den SC Germania List.


            Ingo Goessgen (RK 03 Berlin)

Das ist natürlich immer unser Ziel, als 'Berliner Meister' – das ist ja so ein ungeschriebener Wettbewerb – die Saison zu gestalten.


Berlinsport Aktuell sprach mit RK03-Präsident Ingo Goessgen vor dem Ligaauftakt über besondere Emotionen, aber auch Erwartungen und Ziele nach der langen Zwangspause – und die mögliche Ausrichtung der Finalplayoffs um die deutsche Meisterschaft 2021/22.

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

TRAINER LEIFHEIT IM GESPRÄCH

Der SV Blau-Gelb ist nach dem 3. Spieltag der Bezirksliga Staffel 2 noch sieglos. In der Partie bei Anadoluspor hatten die Weißenseer mit einer 1:0-Führung und einem Elfmeter die Möglichkeit, die Weichen für den ersten Dreier zu stellen, vergaben die Chance allerdings und verloren am Ende noch mit 1:3.

So bleibt man vorerst bei einem Punkt aus dem Auftaktspiel gegen Fortuna Biesdorf II, die zweite Partie ging gegen den Spitzenreiter SV Empor II verloren. Im Pokal zwang Blau-Gelb dazu den Landesligisten SSC Teutonia in die Verlängerung, unterlag dann aber knapp mit 2:3.


             Thomas Leifheit (Trainer)

Ab übernächstes Spiel sind wieder auch ganz andere Leute am Start – und da glaube ich, dass wir immer noch einen guten Bestand haben für die Bezirksliga. (...) Deswegen bewerte ich das jetzt noch nicht über.


Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel am Sonntag mit SV-Trainer Thomas Leifheit über Sieglosigkeit, falsche Entscheidungen im Spiel nach vorne – und die (alljährliche) Hoffnung auf den September.

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Beitrag+Fotos: BspA/Hagen Nickelé

TRAINER CELIK IM GESPRÄCH

Am Sonntag hat Anadoluspor 1970 im zweiten Ligaspiel den ersten Dreier erzielt – zuhause gegen den SV Blau-Gelb gelang ein 3:1-Sieg. Nach der 0:8-Pleite bei Empor II und einmal spielfrei ein wichtiger Erfolg für die Kreuzberger, die obendrein einen 0:1-Rückstand hinnehmen mussten und einen Elfmeter gegen sich bekamen. Torwart Sahin konnte den Ball aber entschärfen, und als nach der Pause schnell der Ausgleich gelang, löste sich der Knoten beim Gastgeber endgültig.


                 Serdar Celik (Trainer)

Das Spiel heute, das muss auch so eine Wende sein und wir müssen sehen: okay, wir können's. Wenn wir kämpfen füreinander, wenn wir jeden Weg machen auch für den anderen – dann klappt das.


Berlinsport Aktuell sprach nach dem Pokalspiel mit Anadoluspors Trainer Serdar Celik über Erleichterung, noch zu behebende Defizite – und wie er als Spieler der 2. Herren mit deren Coach auskommt.

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Beitrag+Fotos: BspA/Hagen Nickelé