Autoren-Archive: Hagen Nickele

BFC nach 1:0 beim SCC im Achtelfinale

Mehr erwartungs- als standesgemäß hat sich der BFC Dynamo gestern abend für die Runde der letzten Sechzehn im Berlin-Pokal qualifiziert. Der Regionalligist setzte sich beim drei Klassen tiefer spielenden SC Charlottenburg mit 1:0 (Tor: Rockenbach da Silva) durch.

Bemerkenswert war das Aufeinandertreffen beider Teams, weil sie sich in der jüngeren Vergangenheit des Wettbewerbs mehrfach gegenüber standen. Im Achtelfinale 2013/14 wurden dabei sowohl die 1. als auch die 2. Herren einander zugelost. Die Partien wurden dann in einer Doppelveranstaltung im Februar 2014 im Mommsenstadion nacheinander durchgeführt. Dynamo siegte seinerzeit in beiden Vergleichen: die 1. Herren 4:0 (2x Brunnemann, Preiss, Rehbein), die 2. mit 2:0 (Wienbreyer, Sangaré). Auch im März 2015 konnte der BFC im Halbfinale durch einen 4:0-Sieg (Tore: 2x Shala, N'Diaye, Hasani) die Pokalserie des Außenseiters stoppen und gewann schließlich auch im Endspiel gegen den SV Tasmania den Titel.

Die beiden anderen Regionalligisten im Berlin-Pokal - der Berliner AK (gegen den FC Internationale) und der FC Viktoria 89 (bei Blau-Weiß 90) - beschließen mit ihren Nachholspielen am Mittwoch nächster Woche die Runde. Die Auslosung zum Achtelfinale (Termin: 07.12.) findet dann am 21. November statt.

Foto: Die Elf der VSG Altglienicke in der Rückansicht - so, wie sie die Konkurrenz in der Oberliga derzeit wahrnehmen muss

VSG siegt als einziges Spitzenteam - Niederlagen für andere Berliner Teams

Die Verantwortlichen der VSG Altglienicke haben vor der Saison keinen Hehl aus ihren Zielen gemacht: diese, spätestens aber nächste Saison soll der Aufstieg in die Regionalliga gelingen. Ein Spieltag wie der gerade absolvierte 10. in der NOFV-Oberliga Nord dürfte da so ganz nach dem Geschmack des ambitionierten Aufsteigers gewesen sein. Mit 2:1 setzte sich die VSG im Berliner Derby beim FC Hertha 03 nicht nur in letzter Minute erfolgreich durch - die Konkurrenz bis runter auf Platz 5 ließ obendrein auch noch kräftig Federn. Nur für Optik Rathenow sollte es in dieser Runde vorne noch wenigstens zu einem Punkt beim unangenehm zu spielenden Aufsteiger Grün-Weiß Brieselang (1:1) reichen.

vsg-stuewe-q

Siegtorschütze: Louis-Nathan Stüwe (VSG Altglienicke)

Der Spitzenreiter geriet dabei am Sonntag früh in Rückstand: Mark Zellner brachte die Zehlendorfer bereits in der 5. Minute in Führng. Die Hoffnung bei Hertha 03, nach dem enttäuschenden Pokal-Aus am Mittwoch gegen den SV Tasmania zumindest die Siegesserie (bis dahin drei in Folge) in der Liga ausbauen zu können, erhielt aber schnell einen Dämpfer. Björn Brunnemann traf nach einer Viertelstunde vom Elfmeterpunkt zum Ausgleich für die VSG. Als es schließlich schon nach einer Punkteteilung aussah, konnten die Altglienicker doch noch für einen Paukenschlag sorgen: Louis-Nathan Stüwe gelang der 2:1-Siegtreffer in der Schlussminute der Partie.

Fürwahr ein "Big Point" in letzter Minute - schließlich hatte die Berliner Konkurrenz in der Spitzengruppe durchweg bittere Pleiten hinnehmen müssen. Der SV Lichtenberg 47 musste nach torlosem erstem Durchgang bei der eher unterdurchschnittlich gestarteten Reserve des FC Hansa Rostock noch ein 0:3 hinnehmen. Somit setzte es für die Mannschaft von Trainer Uwe Lehmann, die zuhause eine makellose Bilanz aufzuweisen hat, in der Fremde (zuvor in Rathenow und Seelow) die dritte Saisonniederlage - jeweils mit drei Toren Unterschied.

Dem CFC Hertha 06 erging es bei Anker Wismar sogar noch übler. Zur Pause 0:1 hinten, gingen die Charlottenburger am Ende in der Hafenstadt 1:6 unter. Es sollte lediglich zum Anschlusstreffer reichen, den Demircan Dikmen per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:2 gelang. Offenbar hat man sich beim CFC vom Verlust der Tabellenführung vor 14 Tagen noch nicht recht erholt - damals wurde man nach sechs Siegen in Serie in Zehlendorf mit 1:5 unsanft von der Spitze geschossen. Es folgte ein 1:1 zuhause gegen den SV Altlüdersdorf und das bittere Pokal-Aus auf eigenem Platz gegen den zwei Klassen tiefer spielenden TSV Mariendorf 1897. Heißt für die Liga, dass die junge Mannschaft von Trainer Hasan Keskin in den letzten drei Partien nur einen Zähler einfahren konnte - bei 3:12 Toren.

Und wer bei Tennis Borussia angesichts des ganz starken Pokalauftritts bei Landesligist SK Türkyurt (9:0) von einem Selbstgänger in der Liga beim FC Mecklenburg Schwerin träumte - der hatte wohl nicht auf die mahnenden Worte von Trainer Daniel Volbert über die anstehende Aufgabe gehört. In der Landeshauptstadt von "M-V" setzte es für die Lila-Weißen so eine 1:2-Niederlage. Der Gastgeber - bis dahin noch ohne Heimsieg in der Saison, aber mit der Empfehlung eines 5:2-Siegs zuvor in Malchow - startete wie die Feuerwehr und ging in der 8. Minute in Führung. Diesen Rückstand konnte TeBe noch schnell verkraften: Lukas Rehbein gelang nur 60 Sekunden später der Ausgleich. Doch schon nach einer guten Viertelstunde geriet die Volbert-Elf wieder in Rückstand - am Ende sollte es der (vor)entscheidende Treffer gewesen sein.

Somit liegt die VSG Altglienicke nun nach dem 10. Spieltag der Oberliga mit 23 Punkten drei Zähler vor Rathenow. Es folgen Lichtenberg 47, Wismar und Hertha 06 (jeweils vier Punkte Rückstand) und Tennis Borussia als Tabellen-6. mit fünf Zählern weniger als der Tabellenführer.

Foto: Berlinsport-Aktuell

Berliner Traber-Legende wurde 61 Jahre alt - Ein Nachruf des BTV

Die Trabrennbahn Mariendorf war seine Heimat: Wohl kaum ein Sportler war bei seinen Kollegen und dem Publikum so beliebt wie Peter Scheack (†61). Über Jahrzehnte hinweg kletterte der Tempelhofer, der sein gesamtes Leben in unmittelbarer Nähe der Derby-Bahn verbracht hat, voller Leidenschaft in den Pferdesulky und schnappte seinen Konkurrenten 407 Mal die Siegprämie weg. Doch für die anderen Fahrer war „Schecke“, dessen Traber insgesamt 1,7 Millionen Euro Preisgeld verdienten, weit mehr als nur ein Gegner – er war in erster Linie ein Freund.

schecke1

"Schecke" in seinem Element - über 400 Siege fuhr der Berliner ein

 

Denn keiner war so hilfsbereit wie der Mariendorfer. Wenn einer seiner Kollegen mit einem Pferd nicht mehr richtig weiter wusste, stand „Schecke“, dessen Vater Amateurfahrer gewesen war, sofort mit Rat und Tat zur Seite. Der mehrfache Berliner Sulky-Champion Manfred Zwiener sagt über ihn: „Schecke war einer der feinsten Menschen, die ich je gekannt habe. Er hatte einen unglaublichen Humor und immer einen Witz auf den Lippen. Er hat uns alle ständig zum Lachen gebracht.“

Und das, obwohl es sein eigenes Schicksal in den vergangenen Jahren weniger gut mit ihm meinte. Denn der Pferdenarr war todkrank – sein Herz machte einfach nicht mehr richtig mit. Vor drei Wochen musste sich „Schecke“ erneut einer Operation unterziehen, von der er sich nicht mehr erholte. Keiner konnte über einen Sieg so jubeln wie der Sulkyfahrer – doch sein wichtigstes Rennen hat er am Sonntag endgültig verloren.

Der Berliner Trabrenn-Verein und der Mariendorfer Bahneigentümer Ulrich Mommert drücken allen Freunden und der Familie von Peter Scheack – insbesondere seinen beiden Töchtern Nicole und Viktoria und seiner Lebensgefährtin Ulrike Adam – gemeinsam mit der gesamten Trabergemeinde ihr tief empfundenes Beileid aus.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Vorjahreshalbfinalist Staaken scheitert nach Elfmeterschießen gegen FC Spandau 06 +++ Aus auch für letzten A-Ligisten 1. FC Afrisko

Nur ein höherklassiger spielender Verein verpasste in den neun Begegnungen des Wochenendes im Berlin-Pokal die Qualifikation für das Achtelfinale. Es erwischte dabei den SC Staaken, der vergangene Saison auf höchst unglückliche Weise - ein Eigentor in letzter Minute der regulären (Nach-)Spielzeit sorgte für das anschließende Aus in der Verlängerung beim späteren Sieger BFC Preussen - das Endspiel verpasste.

Besonders delikat, dass das Ausscheiden nicht nur gegen einen Landesligisten, sondern obendrein gegen einen Bezirksrivalen zustande kam. Der FC Spandau 06 hielt dabei nicht nur ein torloses Remis in den 90 Minuten, sondern ging durch einen Doppelschlag bis zur Halbzeit der Verlängerung mit 2:0 (Torschützen: Alan und Muhedeen) in Führung. Der Gastgeber schlug jedoch in der zweiten Hälfte zurück: ein Handelfmeter von Engel und ein Tor von L. Guske sorgten binnen 120 Sekunden wieder für ausgeglichene Verhältnisse.

So musste das Lokalderby vom Elfmeterpunkt entschieden werden - für die 06er ebenfalls mit einer tragischen Vorgeschichte verbunden. Vor drei Jahren wurde man Opfer eines Präzedenzfalls, als die Spandauer nämlich am heimischen Ziegelhof im (eigentlich gewonnenen) 11m-Schießen gegen den SV Empor aufgrund eines Schiedsrichterfehlers am grünen Tisch noch aus dem Wettbewerb ausgeschieden waren.

scs-hesse-q

Keinen gehalten, einen verschossen: Staakens Torwart Hesse war im 11m-Schießen nicht mit Fortuna im Bunde

Als wollten sie dieses Mal keine Zweifel aufkommen lassen, trafen alle Schützen des Siebtligisten (Jaballah, Borkowski, de Aquino, Okal) ohne Ausnahme vom Punkt. Der machtlose Staakener Keeper Hesse verschoss dazu seinen Versuch und Engel - in der Verlängerung noch per Strafstoß erfolgreich - scheiterte an 06-TW Bernardini. Nur Koschnik und Pingani trafen für den favorisierten Berlinligisten - am Ende siegte der Außenseiter also mit 4:6 nach Elfmeterschießen.

Titelverteidiger BFC Preussen quälte sich - ebenfalls in Spandau - in die nächste Runde. Beim Landesligisten SSC Teutonia machten es die Lankwitzer quasi wie im letzten Pokalfinale - Robben erzielte den Treffer zum Sieg bzw. in diesem Fall zum Weiterkommen. Ein weiterer Spandauer Vertreter bereitete dagegen dem größten Außenseiter im Wettbewerb, dem A-Ligisten 1. FC Afrisko, ein bitteres Ende: Landesligist Spandauer Kickers setzte sich mit einem 1:0 auf des Gegners Platz durch.

Auch die Sportfreunde Johannisthal (Landesliga) mussten 100 Minuten mit dem Hämmerchen beim Bezirksligisten Weißenseer FC klopfen, bis der Bann gebrochen war - am Ende wurde noch ein 3:0 nach Verlängerung daraus. Vom Ergebnis her vielleicht deutlicher als erwartet setzte sich dagegen der Landesligist 1. FC Schöneberg gegen den "designierten Aufsteiger" in die gleiche Spielklasse, Club Italia, durch. Mit 4:1 warfen die Schöneberger die Mannschaft von "Weltmeister" Thomas Häßler aus dem Wettbewerb. Trotz des zwischenzeitlichen Anschlusstreffers durch "Hertha-Testkandidat" Ronaldo sorgten die Gastgeber mit zwei weiteren Treffern zum 4:1 schnell für klare Verhältnisse.

Die 3. Pokalrunde wird mit den noch ausstehenden Partien der Regionalligisten beendet. Am Dienstag tritt der BFC Dynamo im Mommsenstadion beim SC Charlottenburg an. Am Mittwoch, 09. November, müssen noch der FC Viktoria 89 (bei Blau-Weiß 90) und der BAK 07 (gegen den FC Internationale) das Ticket für das Achtelfinale lösen.

Die Ergebnisse der 3. Runde im Berlin-Pokal vom Wochenende:

BW Mahlsdorf/W'ruh (8.) - BSV Al-Dersimspor (6.) 0:2

SV Empor (6.) - BFC Meteor 06 (8.) 3:2

Köpenicker SC (7.) - SD Croatia (6.) 0:3

1.FC Schöneberg (7.) - Club Italia (8.) 4:1

SC Staaken (6.) - FC Spandau 06 (7.) 4:6 n. E.

Weißenseer FC (8.) - SF Johannisthal (7.) 0:3 n. V.

SV Schmöckwitz-Eichwalde (9.) - Berliner SC (6.) 0:3

SSC Teutonia (7.) - BFC Preussen (6.) 0:1

1.FC Afrisko (9.) - FSV Spandauer Kickers (7.) 0:1

(in Klammern die Spielklasse. 6.= Berlin-Liga; 7.= Landesliga; 8.= Bezirksliga; 9.= Kreisliga A)

ecc-soccio-q
Der Trainer des Eishockey-Oberligisten nach der 0:4-Niederlage gegen die Hannover Indians über das Spiel, die Ursachen des Abwärtstrends - und wie man ihn wieder in den Griff bekommen will.

 

Das Pokalwochenende gehört den unterklassigen Vereinen - da Regional- und Oberliga ihren Spielbetrieb normal durchführen, wurden die Partien dieser Teilnehmer vorgezogen bzw. auf einen späteren Termin verlegt. Mit der Folge, dass Samstag und Sonntag ab der Berlin-Liga abwärts die Vereine unter sich sind. Das spricht allerdings nicht gegen spannende Begegnungen im Rahmen dieses Wettbewerbs.

So gastiert am Sonnabend der ambitionierte Bezirksligist Meteor 06 beim zwei Klassen höher spielenden SV Empor. Bei den Weddingern ist seit Saisonbeginn mit Timo Szumnarski immerhin der "Berliner Trainer des Jahres 2014" als Sportlicher Leiter tätig. Am Sonntag bekommt man am Vorarlberger Damm den Weltmeister von 1990, Thomas Häßler, mit seinem Club Italia beim 1. FC Schöneberg zu sehen - und zwar auf dem Papier als Außenseiter. Auch gibt es ein sehr reizvolles Derby in Spandau zwischen dem starken Berlinligisten SC Staaken und dem FC 06 zu erleben. Dazu will der "Underdog" 1. FC Afrisko - der letzte verbliebene A-Ligist - an der Behmstraße gegen die Spandauer Kickers wieder für eine Überraschung sorgen.

Die Partien im Überblick (in Klammern die Spielklasse)

Samstag, 29.10.2016

BW Mahlsdorf/W'ruh (8.) - BSV Al-Dersimspor (6.) - 14 Uhr, Waldesruher Straße

SV Empor (6.) - BFC Meteor 06 (8.) - 14.30 Uhr, Jahnsportpark

Sonntag, 30.10.2016

Köpenicker SC (7.) - SD Croatia (6.) - 12 Uhr, Wendenschloßstraße

1.FC Schöneberg (7.) - Club Italia (8.) - 12.30 Uhr, Vorarlberger Damm

SC Staaken (6.) - FC Spandau 06 (7.) - 14 Uhr, Sportpark Staaken

Weißenseer FC (8.) - SF Johannisthal (7.) - 14 Uhr, Stadion Buschallee

SV Schmöckwitz-Eichwalde (9.) - Berliner SC (6.) - 14 Uhr, Finkengasse

SSC Teutonia (7.) - BFC Preussen (6.) - 14 Uhr, Stadion Hakenfelde

1.FC Afrisko (9.) - FSV Spandauer Kickers (7.) - 14 Uhr, Behmstraße

0:4-Niederlage gegen Hannover Indians

Eishockey-Oberligist ECC Preussen hat am Abend sein Heimspiel in der Nord-Staffel gegen den EC Hannover Indians mit 0:4 (0:2;0:1;0:1) verloren. Die Charlottenburger konnten somit dem Abwärtstrend erneut nicht erfolgreich begegnen. Nach dem dritten Spieltag noch an der Tabellenspitze, haben die Preussen mittlerweile in den folgenden acht Spielen sieben Niederlagen kassiert.

Immerhin musste sich die Mannschaft von Trainer Lenny Soccio nicht wie zuletzt bei der 1:2- Heimniederlage gegen den EHC Timmendorfer Strand Schmähungen der Fans anhören. Im Gegenteil: nach der Schlusssirene wurde die Mannschaft lange von den Fans gefordert. Die jedoch blieb hinter der verschlossenen Tür, weil Soccio eine längere Ansprache hielt.

ecc-varianov

Neuzugang Nikolai Varianov (Hamburg Crocodlies) konnte erwartungsgemäß noch nicht sofort helfen

Im Spiel fehlte den Berlinern zu Beginn das Spielglück, als der Gast früh und umstritten in Führung ging. Der zweite Treffer noch im ersten Drittel ließ die Hoffnung merklich schwinden. Vor dem gegnerischen Tor tauchte der ECC jedenfalls nur sporadisch auf. Als die Hannoveraner gleich zu Beginn des zweiten Drittels auf 0:3 erhöhen konnten, war das schon so etwas wie die Vorentscheidung. Trotzdem folgte die vielleicht beste Phase der Preussen, die allerdings durch eigene Zeitstrafen belastet wurde.

So blieb der Gastgeber auch im zweiten Drittel ohne Torerfolg. Im Schlussabschnitt wurde dazu die Aufholjagd durch eine 5-Minuten-Strafe erschwert. Immerhin blieben die Preussen in dieser Zeit ohne Gegentor - wie überhaupt wenigstens in Unterzahl kaum etwas anbrannte. Die folgende Überzahl blieb allerdings ohne Wirkung, da postwendend wieder ein Spieler des ECC auf die Strafbank musste.

So bereiteten die Hannoveraner der "Hängepartie" mit ihrem vierten Torerfolg an diesem Abend in der 51. Minute ein Ende. Einziger Aufreger in der Schlussphase war dann eine ordentliche Keilerei, bei der der Hannoveraner Gibbons kräftig austeilte. Er erhielt dafür eine Spieldauerstrafe - trotzdem wurde der US-Amerikaner anschließend zum "Man of the Match" gekürt. Bezeichnend, dass die Preussen sich in der Situation ebenfalls zwei Zeitstrafen einhandelten und so zahlenmäßig nicht davon profitieren konnten. Ein gebrauchter Abend eben: am Ende blieb es beim 0:4.

Die Preussen müssen nun auf der Suche nach der verlorenen Form am Sonntag zum niederländischen Vertreter Tilburg Trappers reisen. Eine unangenehme Aufgabe: nicht nur wegen der weiten Anreise, sondern weil die Trappers letzte Saison auch Ligameister wurden. Die Niederländer gewannen am Abend bei FASS Berlin in letzter Sekunde mit 6:5 (2:2;0:1;4:2) und liegen auf Platz 4 - das zweite Oberligateam der Hauptstadt ziert dagegen weiter das Tabellenende.

Foto: Unter Druck - Preussen-Kapitän Janke (l.) und Torwart Schmidt beim Unterzahlspiel

Mariendorf und Tasmania im Achtelfinale

Platzverweise, Elfmeter (gegeben und nicht gegeben), Außenseitertriumphe - die beiden Pokalpartien vom gestrigen Abend boten das, was zumindest dem neutralen Fußballfan immer wieder Freude am K.O.-Modus dieses Wettbewerbs bereitet. Wenig zu lachen gab es insgesamt für die Heimmannschaften in den vier vorgezogenen Begegnungen der 3. Runde im Berlin-Pokal. Während am Dienstag die Außenseiter zuhause (Frohnau - Altglienicke und Türkyurt - TeBe) das Nachsehen hatten, konnten die Favoriten am Mittwochabend aus ihrem Heimrecht kein Kapital schlagen.

Eine faustdicke Überraschung gelang dabei dem TSV Mariendorf 1897, der sich beim zwei Klassen höher spielenden CFC Hertha 06 durchsetzte. Der Landesligist war dabei ersatzgeschwächt an die Brahestraße gekommen - mit 14 Spielern und ohne u. a. die beiden Stürmer Dort und Sarnewski. Die Schlüsselszene der Partie ereignete sich schon nach etwa 20 Minuten, als CFC-Spieler Mastalerz wegen Handspiels die Rote Karte sah und die Mariendorfer den aus dem Vergehen resultierenden Strafstoß durch Däms zur Führung nutzten. Die Hausherren drängten im Anschluss vor allem in der zweiten Halbzeit auf den Ausgleich, aber auch der Außenseiter hatte gute Möglichkeiten auf ein zweites Tor. Am Ende lagen sich die Gästespieler schließlich jubelnd in den Armen.

Noch schneller ging der SV Tasmania beim FC Hertha 03 in Führung: nach dem 3. Eckball in Folge köpfte Ermel den Ball in der 5. Minute unhaltbar zum 0:1 ein. Die Zehlendorfer taten sich in der Folge schwer mit dem eine Klasse tiefer spielenden Berlinligisten. Erst nach einer halben Stunde fanden sie ins Spiel und hatten Pech mit einem Pfostentreffer. Nach dem Wechsel handelte sich H03-Verteidiger Özdal dann nach Foulspiel seine zweite Gelbe Karte ein und wurde des Feldes verwiesen (60.). Die Gäste konnten aus der numerischen Überlegenheit wenig machen - im Gegenteil: der favorisierte Oberligist erhöhte den Druck in der Schlussphase und brachte die Tasmania-Defensive ein um's andere Mal in Schwierigkeiten. Aufregung dann kurz vor Schluss, als Ermel den Ball im Strafraum an den Arm geschossen bekam - und der Schiedsrichter sich gegen einen Elfmeter entschied. In der Nachspielzeit vergab Tasmania noch die riesige Chance zur Entscheidung, am Ende durfte sich aber auch hier der Gast über das Weiterkommen ins Achtelfinale freuen.

Foto: Müde, aber glücklich - Spieler des SV Tasmania feiern mit ihren Fans

Die Trainerstimmen zum Spiel Hertha 03 (Trainer Schatte) - Tasmania (Trainer Reichel):

Außenseiter bei 0:9-Niederlage chancenlos

Ernüchterung bei Außenseiter und Gastgeber SK Türkyurt: der sportliche Vergleich in der 3. Runde des Berlin-Pokals fiel nicht nur eindeutig zugunsten von Tennis Borussia aus - mit 248 zahlenden Zuschauern kamen auch deutlich weniger Besucher als erhofft. Am Ende setzte es eine trotz des Klassenunterschieds in der Höhe so nicht erwartete 0:9-Pleite.

Zugegeben: es begann nicht gut für Türkyurt - Lukas Rehbein brachte TeBe schon in der 2. Spielminute in Führung. Der Favorit kontrollierte in der Folge das Geschehen, ohne seine Möglichkeiten zunächst zu nutzen. Die Hausherren fanden trotz der prominenten Doppelspitze Fuß/Salantur in der Offensive dagegen nicht statt. Der knappe Rückstand blieb bis ca. eine halbe Stunde Spielzeit so das Positivste für den zwei Klassen tiefer spielenden Herausforderer.

Dann aber nahm das Unheil für Türkyurt seinen Lauf: innerhalb von fünf Minuten erhöhten Ristovski (28.), Huke (31.) und erneut Rehbein (33.) auf 0:4. Der Landesligist verlor nun völlig den Faden und konnte von Glück reden, nur noch ein weiteres Gegentor bis zur Pause zu fangen - Huke traf in der 45. Minute zum Halbzeitstand von 0:5.

TeBe-Trainer Daniel Volbert nahm - mit der sicheren Führung im Rücken - zum zweiten Durchgang gleich zwei Wechsel vor. Gelici und Rehbein durften im Hinblick auf das Ligaspiel in Schwerin am Sonnabend verschnaufen, Gutsche und Top dagegen Spielpraxis sammeln.

Gutsche führte sich dann auch gleich bemerkenswert ein: mit seinem Tor in der 50. Minute machte er das halbe Dutzend voll. In der Folge traf er noch 2-mal Aluminium und erzielte den Treffer zum 0:7 (71.). Längst hatte der avisierte "Pokal-Krimi" Testspielcharakter. Michael Fuß, ehemaliger TeBe-Spieler und von den lila-weißen Fans abgefeiert, bekam noch die eine oder andere Torgelegenheit, ohne sie nutzen zu können.

Sein Nachfolger auf der Nr. 9 bei Tennis Borussia, Sebastian Huke, ließ es in der Schlussphase dagegen noch zweimal krachen (79., 87.). Am Ende schrammte der Außenseiter so nur knapp an einer zweistelligen Niederlage vorbei.

Der SK Türkyurt kann sich nun ganz auf die Landesliga konzentrieren, in der man einen unglücklichen Start hinlegte und sicher das Zeug hat, sich vom aktuell 14. Platz noch deutlich zu verbessern. TeBe erlebte an diesem Dienstagabend dagegen einen lockeren Aufgalopp für das nicht einfache Ligaauswärtsspiel am Sonnabend in Schwerin.

Stimmen zum Spiel: Daniel Volbert (Trainer Tennis Borussia) und Burak Isikdaglioglu (Sportl. Leiter Türkyurt):

 

burak2

Burak Isikdaglioglu (Sportl. Leiter SK Türkyurt)

Die 3. Runde des Berlin-Pokals startet bereits am Dienstag und Mittwoch mit den ersten Spielen. Im Einsatz sind vier Oberligisten, die am kommenden Pokalwochenende schon wieder in ihrer Spielklasse im Einsatz sein werden. Tennis Borussia gehört zu diesen Klubs - die Lila-Weißen spielen morgen abend beim SK Türkyurt auf dem Lichtplatz am Poststadion (19.30 Uhr). Der Sportliche Leiter des Landesligisten, Burak Isikdaglioglu, spricht im Telefoninterview über die Chancen in diesem Pokalspiel, aber auch über seinen Verein im Allgemeinen und eine bemerkenswerte Initiative im Besonderen.

 

Die Pokalpartien am Dienstag und Mittwoch: (in Klammern die Spielklasse)

Frohnauer SC (8.) - VSG Altglienicke (5.) - Di., 19 Uhr, Schönfließer Str.
SK Türkyurt (7.) - Tennis Borussia (5.) - Di., 19.30 Uhr, Poststadion (Lichtplatz)
FC Hertha 03 (5.) - SV Tasmania (6.) - Mi., 19 Uhr, Ernst-Reuter-Sportfeld
CFC Hertha 06 (5.) - TSV Mariendorf 1897 (7.) - Mi., 19 Uhr, Brahestr.

Foto: Dedeoglu/SK Türkyurt