Autoren-Archive: Hagen Nickele

Das niederländische Sieger-Duo Yoeri Havik (l.) und Wim Stroetinga (Archiv)

Das niederländische Duo Yoeri Havik/Wim Stroetinga hat seinen Sieg aus dem Vorjahr wiederholt und landete so auch bei der 107. Ausgabe des Berliner Sechstagerennens am Ende wieder ganz vorne. Dieser Coup war zuletzt im Jahr 2002 Silvio Martinello (ITA) und Rolf Aldag (GER) gelungen. Wie im Vorjahr konnten Havik/Stroetinga dabei das favorisierte belgische Duo Kenny de Ketele/Moreno de Pauw auf Platz 2 verweisen. Rang 3 eroberte das Berliner Paar Roger Kluge/Theo Reinhardt mit einem starken Schlusstag.

Sprint: Vogel und Levy die Schnellsten

Maximilian Levy

Im Sprint waren deutsche Fahrerinnen und Fahrer ganz vorne. Kristina Vogel siegte vor Miriam Welte bei den Damen, in der Herrenkonkurrenz konnte Vorjahressieger und Lokalmatador Maximilian Levy seinen Triumph wiederholen - Stefan Bötticher belegte den 2. Platz.

 

 

Beitrag+Archivfotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

BSV AL-DERSIMSPOR

Wichtige Stützen im Abstiegskampf: Firat Karaduman (l.), Metin Sinan Aktürk (Nr. 62) und Ali Kaloglu (r.)

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 16. Platz, 21:43 Tore, 14 Punkte (17 Spiele: 3 S, 5 U, 9 N)
Meiste Einsätze: Aktürk (17), Sahin, Baba (je 15)
Meiste Tore: Baba (6), Karaduman (5)
Längste Serie ohne Niederlage: 8. - 10. Spieltag (7 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 10. - 17. Spieltag (4 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Aus in der 2. Runde (1:4 gegen Stern 1900)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Vorrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause) UPDATE 31.01.

Zugänge: Zaid (Angriff, 1. FC Wilmersdorf II), Ince (Abwehr, Hilalspor), O. S. Aktürk (Mittelfeld, SD Croatia), Masie Nsang (BFC Dynamo II), Mustafa Öner (Trainer, zuletzt 1. FC Wilmersdorf)
Abgänge: Gülli, Üremis, Trabolsi, Arslan, Özer (alle Al-Dersimspor II, während der Hinrunde), Peka (Tor, Eintr. Miersdorf/Zeithen), Iraki (Angriff, 1. FC Novi Pazar), Mario Ernesto Salvador (Trainer, noch unbekannt)

Vor der Saison

Volltreffer: Merdan Baba

Auch vor dem dritten Jahr in der Berlin-Liga wurde der BSV Al-Dersimspor wieder als Abstiegskandidat gehandelt. Geschafft haben es die Kreuzberger in den vergangenen beiden Jahren trotzdem: als Tabellen-15. (30 Punkte) 2015/16, und vergangene Spielzeit schloss man sogar mit 39 Zählern auf dem 13. Rang ab. Dass die Kurve allerdings nicht zwangsläufig weiter nach oben gehen muss, war den Verantwortlichen am Anhalter Bahnhof natürlich klar. Schließlich standen mit Ilkan und IIter Senkaya sowie Onur Serhat Aktürk drei Leistungsträger der vergangenen Jahre nicht mehr zur Verfügung. Auf der Trainerposition gab es zudem ebenfalls einen Wechsel: der erfolgreiche Erdal Güncü räumte aus beruflichen Gründen den Posten, in Mario Ernesto Salvador fand man einen Nachfolger mit gutem Ruf, der als Chefcoach allerdings noch nicht in der Berlin-Liga tätig war. Der Südamerikaner hielt einen Platz im gesicherten Mittelfeld für möglich - mit Merdan Baba (TSV Rudow) konnte man schließlich einen jungen Spieler mit Torjägerqualitäten von einem Wechsel zu Al-Dersimpor überzeugen. Auch von den aus der Landesliga geholten Metin Sinan Aktürk, Lorenzo Mbile Sanchez und Caglar Polat versprach man sich mehr als bloß Reservistenstatus - und tat mit deren Verpflichtungen einen ebenso guten Griff wie mit Sturmtalent  Ismail Tasan, der vom Kreisligisten FC Amed kam.


"Mustafa Öner hat am Anfang abgesagt - aber ich hab's dann doch irgendwie hingekriegt, ihn zu überreden" (K. Emre)

Gespräch vom 6. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Dem noch schwer einzuordnenden 0:0 zum Auftakt gegen den Nordberliner SC folgten vier Niederlagen mit mindestens vier Gegentoren. Darunter eine 0:7-Pleite beim Topfavoriten Blau-Weiß 90, aber auch ein 4:5 zuhause gegen den BSC - bei dem am Ende die Zuschauer zwar auf ihre Kosten gekommen waren, Al-Dersimspor aber trotzdem mit leeren Händen da stand. Dem ersten Saisonsieg gegen den recht gut gestarteten TuS Makkabi (2:0) folgte eine späte 1:2-Niederlage in Rudow - doch ein Aufwärtstrend bei der Mannschaft von Trainer Salvador war unverkennbar. Dieser sollte sich im Anschluss mit zwei Siegen und einem Remis bestätigen - mit Croatia, Preussen und Stern waren die Gegner dazu nicht gerade "Laufkundschaft". Das Pokal-Aus in der 2. Runde (wiederum gegen Stern) schien da verschmerzbar.

Die nicht unüblichen Startprobleme in der Liga schien das Team dennoch überwunden zu haben, doch beim 0:1 bei Tasmania war wieder mehr drin und gegen den Tabellenletzten aus Schöneberg sollte es gerade so zu einem 3:3 reichen. Es wurde aber sogar der Beginn eines Abwärtstrends, der Al-Dersimspor vom 10. Platz wieder auf die Abstiegsränge zurückführen sollte. Am Ende gab es zwar noch zwei Unentschieden, aber das 2:2 gegen die Füchse (nach eigener Führung) wie beim DJK Schwarz-Weiß (nach zweimaliger Führung und Überzahl in der Schlussphase) gehörten eher in die Kategorie "verlorene Punkte". Der Ausgleich in der Nachspielzeit bei den Neuköllnern bedeutete sogar, dass man die Winterpause auf dem 16. Platz - also dem ersten Abstiegsrang - verbringen muss.

Neu im Winter: Trainer Mustafa Öner

Die sportliche Talfahrt gab dann auch den Anlass, zum Winter den Trainer auszutauschen. Der gerade erst zu Saisonbeginn gekommene Mario Ernesto Salvador musste gehen. Mustafa Öner, der beim Landesligisten 1. FC Wilmersdorf während der Vorrunde auch aus zeitlichen Gründen zurückgetreten war, konnte durch Al-Dersimspors sportliche Leitung von der Übernahme des Amtes überzeugt werden. Keine leichte Aufgabe für den neuen Trainer - aber auch bei weitem nicht so aussichtslos wie bei den Wilmersdorfern, wo Öner im Winter 2016/17 angeheuert hatte, um mit dem abgeschlagenen Schlusslicht der Berlin-Liga vielleicht doch noch das Unmögliche zu schaffen. Sollte der BSV Al-Dersimspor wieder an die schon gezeigten Leistungen von Mitte der Hinserie anknüpfen können, dürfte im Gegenteil der Klassenerhalt auch im dritten Jahr der Zugehörigkeit zur Berlin-Liga wieder möglich sein.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

FC VIKTORIA 89

Die Mannschaft des FC Viktoria 89 mit Kapitän Ümit Ergirdi (vorne) beim Regio-Cup 2018

Regionalliga Nordost

Halbjahresbilanz: 6. Platz, 33:27 Tore, 27 Punkte (18 Spiele - 8 S, 3 U, 7 N)
Hinrundenbilanz: 7. Platz, 31:27 Tore, 24 Punkte (17 Spiele - 7 S, 3 U, 7 N)
Meiste Einsätze: Reher, Ergirdi, Benyamina, Kargbo (je 17)
Meiste Tore: Kargbo (11), Benyamina (9), Ergirdi (8)
Längste Serie ohne Niederlage: Spiel 1 - 3 (5 Punkte) und 12. - 14. Spieltag (7 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 7. - 9. Spieltag (0 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: 3. Runde ausgeschieden (6:7 n. E. bei Lichtenberg 47)
Regio-Cup 2018: in der Vorrunde ausgeschieden

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Hippe (Angriff, vereinslos), Sakar (Mittelfeld, OFC Neugersdorf), El-Ahmar (Abwehr, Middelfart BK/DK)

Abgänge: Kargbo (Berliner AK), Benyamina (Angriff, Tennis Borussia), Franke (Abwehr, Tennis Borussia), Skoda (Mittelfeld, VSG Altglienicke), Hofmann (Mittelfeld, Berliner AK 07), Bildirici (Mittelfeld, unbekannt), Mese (Torwarttrainer, Berliner AK 07)

Vor der Saison

Rückkehrer: Trainer Thomas Herbst

Nach einem hervorragenden 4. Platz in der Vorsaison wuchsen die Erwartungen beim FC Viktoria 89. Allerdings musste man die neue Spielzeit ohne Erfolgstrainer Ersan Parlatan antreten, der sich weiter fortbilden wollte - mit Hollwitz, Pekdemir oder Trianni verlor man dazu bewährte Kräfte. Dafür wurde aber auch der eine oder andere "Name" verpflichtet: ob  Daniel Schulz (Stuttgarter Kickers), Florian Riedel (Eintracht Trier), Abu-Bakarr Kargbo (SV Rödinghausen) und Daniel Kaiser (Meuselwitz) von außerhalb, oder Tobias Hasse (BAK) und Sascha Schünemann (BFC) von Berliner Regionalligisten. Das Ergebnis von 2016/17 sollte zumindest bestätigt werden, auch das Thema mittelfristiger Aufstieg in die 3. Liga war vor der Spielzeit kein Tabuthema bei den Himmelblauen. Mit Thomas Herbst fand dazu ein alter Bekannter zurück auf den Trainerstuhl - der Ex-Profi hatte Viktoria bis 2015 bereits erfolgreich geleitet, mit Abu Njie (zuvor BAK) wurde ihm auch ein neuer Assistent zur Seite gestellt.


"Der Start war sehr holprig, aber mit dem 6. Platz können wir jetzt erst mal zufrieden sein" (A. Njie)

Gespräch vom 07. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Winterabgang: Karim Benyamina

Zwar blieb Viktoria in den ersten drei Partien ungeschlagen, mehr als die erreichten fünf Punkte hatte man sich allerdings wohl schon versprochen. Im wichtigen Heimspiel gegen den BFC Dynamo - eine Neuauflage des verlorenen Pokalendspiels - zog Viktoria dann erneut den Kürzeren (1:3). Platz 10 und bereits sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenersten Energie Cottbus war die zu diesem Zeitpunkt ernüchternde Bilanz. Mit zwei Siegen gegen Hertha II und bei Lok Leipzig schien die Mannschaft von Thomas Herbst wieder in die Spur gefunden zu haben. Doch der Tiefpunkt der Hinserie sollte erst noch folgen: nach Niederlagen gegen Babelsberg und in Fürstenwalde verlor man auch das Heimspiel gegen das Schlusslicht aus Luckenwalde. Nun war man nur noch Tabellen-13. mit bereits 16 Zählern Rückstand auf die Cottbusser und acht auf den 2. Platz.  Dazu schied man in der 3. Runde bei Oberligist Lichtenberg 47 aus dem Pokalwettbewerb aus.

In den folgenden fünf Partien war die Ausbeute dann wieder zumindest befriedigend (10 Punkte), das Topspiel in der Lausitz verlor man aber ebenso 0:1 wie den Hinrundenabschluss in Auerbach. Das letzte Spiel im Jahr 2017 in Meuselwitz konnte man aber immerhin mit einem 2:0-Sieg positiv abschließen. Angesichts des problematischen Verlaufs des ersten Halbjahrs darf man mit 27 Punkten und Rang 6 sogar eigentlich zufrieden sein. Dennoch kamen im Verlauf der Hinrunde Gerüchte auf, dass Sponsoren aufgrund der sportlichen Entwicklung nicht länger bereit seien, den Verein im gewohnten Umfang zu unterstützen. Die Verantwortlichen hielten sich zu diesem Thema einerseits bedeckt - das Proklamieren einer Neuausrichtung im Club mit der Konzentration auf Talente aus dem Berliner Fußball gab den Vermutungen aber weiter Nahrung. Der kleine Spieler-Exodus im Winter spricht ebenso dafür: mit den Abgängen von Kargbo und Benyamina verlassen allein beinahe zwei Drittel der bisher erzielten Tore den Verein. Mit Franke, Hofmann, Schünemann und Skoda geht dazu weiter kräftig an "Manpower" verloren.

Für die Offensive konnte man mit Justin Hippe (zuletzt Nordberliner SC) immerhin ein echtes Talent gewinnen, dazu kehren mit Can Sakar und Mohamed-Ali El Ahmar zwei junge Spieler nach Lichterfelde zurück. Auch das Eigengewächs Batikan Yilmaz soll in der Rückserie zu den Herren dazustoßen und den Angriff verstärken. Ob Viktoria allerdings mit dem abgespeckten Kader zumindest das Ergebnis des ersten Halbjahrs wiederholen kann, bleibt zu bezweifeln - eventuell sind dies bereits die ersten Vorzeichen, dass man sich ab der kommenden Spielzeit bei den Himmelblauen mit geringeren Zielen als zuletzt begnügen muss.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Aus für Damen und Herren im Viertelfinale in eigener Halle

Raus mit Applaus: Die BHC-Herren bedanken sich nach Spielende für die lautstarke Unterstützung bei den Fans

Gleich doppelt die Enttäuschung für den Berliner Hockey Club am Sonnabend: vor ausverkauftem Haus im Cole Sports Center verpassten sowohl die Damen als auch die Herren die Qualifikation zur Endrunde in Stuttgart am kommenden Wochenende. Letzter Hauptstadtvertreter in der Deutschen Meisterschaft bleibt so der TC Blau-Weiss, den am Sonntag beim Titelverteidiger Rot-Weiss Köln allerdings eine schwere Aufgabe erwartet.

BHC-Damen unterliegen Uhlenhorst Mülheim 3:5 (2:2)

In der Ost-Staffel der Hallenhockey-Saison blieb das von den Keller-Geschwistern (Natascha und Florian, beide mit Olympia-Gold dekoriert) trainierte Frauen-Team ungeschlagen und wurde so relativ ungefährdet Sieger der Abteilung. Somit konnte man sich auf das Heimrecht und den Zweiten der stark eingeschätzten West-Staffel, die Damen des Traditionsclubs Uhlenhorst Mülheim, freuen. Vor 500 Zuschauern in der Sporthalle am Hüttenweg, die einen eher seltenen Parkettboden als Spielfläche bieten kann, legten die Gastgeberinnen dann auch schwungvoll los: durch Treffer von Kröger und Kramer ging der BHC nach neun Minuten bereits mit 2:0 in Führung, büßte diese bis zur Pause allerdings wieder ein.

Ein Doppelschlag brachte den Gästen kurz nach dem Wechsel dann sogar ihrerseits einen Zwei-Tore-Vorsprung, den erneut Kramer aber noch einmal verkürzen konnte. Am Ende aber stellten die Mülheimerinnen mit dem 3:5 den alten Abstand wieder her - und als Kröger in der Schlussphase einen Siebenmeter vergab, war die Entscheidung gefallen.

BHC-Herren unterliegen Crefelder HTC 4:5 (3:1)

Einen Coup konnte die Mannschaft des jungen, niederländischen Trainers Rein van Eijk am letzten Spieltag der Ost-Staffel landen: mit einem 8:4-Auswärtssieg beim TC Blau-Weiss schnappte man dem Lokalrivalen noch die Tabellenführung weg, holte sich das Heimrecht für das Viertelfinale - und sparte sich damit das Gastspiel beim Titelverteidiger und erneuten West-Staffelersten Rot-Weiss Köln inklusive rund 1.000 Reisekilometern.

 


"Wir hatten schon erwartet, dass wir das Spiel in den Griff kriegen können - das haben wir auch gezeigt, aber leider nicht durchgedrückt" (R. van Eijk)


Auch die Herren legten mit der Unterstützung der Fans im Rücken - unter den 500 Besuchern am Hüttenweg einige Krefelder Anhänger - ordentlich los. Der überragende Nationalspieler Martin Häner brachte den BHC nach einer Kurzen Ecke und mit zwei Siebenmetern bis zur 27. Minute sogar 3:0 in Führung, das Anschlusstor der Krefelder in der letzten Minute des ersten Durchgangs schien da zunächst nicht weh zu tun. Nach dem Wechsel kam der Gast aber schnell auf 3:2 heran und das Spiel schien auf des Messers Schneide - bis zum 4:2 durch Ebeling in der 38. Minute.

Mit fortschreitender Zeit schienen die BHC-Herren nun ihrem Ziel, der Endrunde um die Deutsche Hallenhockeymeisterschaft am kommenden Wochenende, immer näher zu kommen. Doch nach dem erneuten Anschlusstor fünf Minuten vor Spielende schwang sich der Crefelder HTC noch einmal auf und glich nur 60 Sekunden später zum 4:4 aus. Ein echter Wirkungstreffer, denn der BHC hatte nun Mühe gegen die schnellen Angriffe der Gäste - von denen einer zwei Minuten vor Schluss zum 4:5 führte. Anschließend brachte das Team aus dem Westen den knappen Vorsprung geschickt über die Zeit.

Für die Damen und Herren des Berliner HC ist die Hallenhockeysaison 2017/18 damit beendet. Die Rückrunde der Feldhockeyspielzeit beginnt erst im Frühjahr - davor wartet mit der Hallenhockey-WM in Berlin (07.-11.02.2018) aber noch ein absolutes Highlight auf die (Berliner) Hockeyfans und solche, die es werden wollen.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

 

 

SV LICHTENBERG 47

Mal wieder Grund zum Feiern: Lichtenberg 47 stellte einen neuen, vereinsbezogenen Hinrundenrekord in der Oberliga auf

NOFV-OBERLIGA NORD

Hinrundenbilanz: 2. Platz, 32:16 Tore, 35 Punkte (16 Spiele: 11 S, 2 U, 3 N)
Halbjahresbilanz: 2. Platz, 32:16 Tore, 36 Punkte (17 Spiele: 11 S, 3 U, 3 N)
Meiste Einsätze: Gawe (17), Reiniger, Fiegen, Sinan, Banze, Jahn (je 16)
Meiste Tore: Brechler (11), Gawe (8)
Längste Serie ohne Niederlage: 1.- 8. Spieltag (20 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 8. - 10. Spieltag (1 Punkt)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Achtelfinale (14.02.) beim TSV Rudow
Regio-Cup 2018: 2. Platz

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: keine

Abgänge: keine

Vor der Saison

Volltreffer: David Hollwitz

Seit der Spielzeit 2012/13, in der man in die Oberliga Nord aufgestiegen ist, konnte der SV Lichtenberg 47 seine Jahresbilanz kontinuierlich steigern - von 45 bis auf 60 Punkte 2016/17. Vor Saisonbeginn wurden mit Niels Fiegen (23, Babelsberg 03) und David Hollwitz (28, FC Viktoria 89) zwei Spieler aus der Regionalliga verpflichtet, dazu kam mit Philipp Kulecki (27, Germania Schöneiche) ein Verteidiger mit reichlich Erfahrung aus der Oberliga. Somit wurde der Kader der 47er noch einmal verstärkt, wodurch der Vorjahresdritte natürlich zum erweiterten Favoritenkreis in der Liga gezählt wurde.


"Es ist schön zu sagen: Wir haben keinen Bedarf an Neuzugängen" (B. Plötz)

 

Gespräch vom 07. Januar*


Bisheriger Saisonverlauf

Top-Torschütze: Christian Gawe

Lichtenberg 47 kam hervorragend aus den Startlöchern, blieb die ersten acht Partien in der Liga ungeschlagen und holte dabei 20 Punkte. Allein: das reichte nur für Platz 2, da sich bereits zu diesem Zeitpunkt der Mitfavorit Optik Rathenow mit 22 Zählern auf die Topposition gespielt hatte. Dann folgte die erste Niederlage beim Auswärtsspiel in Wismar (1:3) und im darauf folgenden Spitzenspiel gegen Rathenow sollte sich zeigen, weshalb die Lichtenberger Verantwortlichen immer den Ball flach gehalten hatten, wenn es um (zu große) Euphorie ging. Die Optiker entführten bei ihrem 2:0-Sieg jedenfalls die Punkte in überzeugender Manier aus dem Hans-Zoschke-Stadion. So war der Rückstand zum 1. Rang nach dem 10. Spieltag auf acht Punkte angewachsen.

Gelegenheit , sich wieder auf sich selbst zu besinnen - was mit fünf Siegen in Serie gut gelang. In dieser Phase warf man auch Regionalligist Viktoria 89 nach Elfmeterschießen aus dem Pokal und darf weiter vom Finale, wo man zuletzt 2016 scheiterte, träumen. Nach dem 16. Spieltag der Oberliga war man schließlich einziger, ernsthafter Verfolger der Rathenower. Und da der Spitzenreiter auch nicht gänzlich unfallfrei durch die Vorrunde spazierte, waren die 47er inzwischen auf vier Punkte herangekommen. Dann allerdings leistete sich die Mannschaft von Trainer Uwe Lehmann einen 2:3-Ausrutscher in Seelow, beendete die Hinrunde aber trotzdem mit der vereinsinternen Rekordpunktzahl von 35. Doch auch zum Auftakt der Rückrunde gab es vor Weihnachten noch einen Dämpfer: beim Schlusslicht in Brieselang kam man über ein torloses Unentschieden nicht hinaus.

So blieb zum Halbjahr Platz 2, punktgleich mit Tennis Borussia und sechs Zähler hinter Rathenow, die allerdings ein Spiel weniger ausgetragen haben. Sollten die Lichtenberger aber wie die Jahre zuvor in der Rückserie nochmal eine Schippe drauflegen, werden sie dem Tabellenführer sicher das Leben noch einmal schwer machen können.

*Das im Interview erwähnte Buch ist u. a. hier zu bestellen

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

SV SPARTA

Hopp oder top: Der SV Sparta spielte bislang noch nicht einmal unentschieden - fuhr damit aber nicht schlecht

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 9. Platz, 36:36 Tore, 24 Punkte (17 Spiele: 8 S, 0 U, 9 N)
Meiste Einsätze: Malinowski, S. Demiryürek (je 17), Liczbanski, Sejdic (je 16)
Meiste Tore: S. Demiryürek, Griesert, Sejdic (je 7)
Längste Serie ohne Niederlage: 1 - 2. Spieltag (6 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 15. - 17. Spieltag (0 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Aus in der 1. Runde (1:10 gegen TeBe)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Zwischenrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Groschk (Mittelfeld, 1. FC Schöneberg), Karasu (Angriff, SV Tasmania)

Abgänge: I. Demiryürek (Sparta II, während der Hinrunde)

Vor der Saison

Dauerbrenner: Philipp Malinowski

Der SV Sparta hat die bittere Erfahrung des verpassten Aufstiegs in der Relegation 2016 verdaut und im zweiten Anlauf die Rückkehr in die Berlin-Liga nach einer allerdings weiteren, nervenaufreibenden Spielzeit bewerkstelligen können. Für die Spielzeit 2017/18 in der höchsten Hauptstadtspielklasse hatte man sich dazu an der Fischerstraße etwas vorgenommen - nicht einfach nur der Klassenerhalt wurde zum Ziel gesetzt, sondern eine Platzierung im sicheren Mittelfeld sollte es sein. Angesichts des spielstarken Kaders sicher keine hochtrabende Vorstellung - trotz des Abgangs von Durim Elezi im Sommer. Dazu musste vor allem auf der Torwartposition umgebaut werden: Stammkeeper Filatow und Ersatzmann Kossahn gingen, gleich drei neue Schlussmänner kamen. Erst hatte Thorsten Wiese (32) die Nase vorn, nach seinem frühzeitigen Ausscheiden am 9. Spieltag wurde dann Leonid Varfi zur Nr. 1. Bei den Neuzugängen unter den Feldspielern schlug besonders Philipp Malinowski (26) ein, der von Club Italia kam.


"Ich glaube, dass wir uns in der Rückrunde noch steigern können" (D. Kostic)

Gespräch vom 6. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Die große Bühne des Saisoneröffnungsspiels nutzte der Aufsteiger gleich mal dafür, eine Duftmarke zu setzen. Am Freitagabend im August siegte der SV Sparta beim TSV Rudow mit 1:0 - Standardspezialist Saned Sejdic (29) sorgte mal wieder per Freistoß für den Unterschied. Im ersten Heimspiel fertigte die Mannschaft von Trainer Dragan Kostic (37) dann Al-Dersimspor mit 4:0 ab - fertig war der "Traumstart". Das Ende der Englischen Woche zum Auftakt der Hinrunde brachte dann aber die erste Niederlage für die Rot-Weißen: 1:3 unterlag man beim SFC Stern. Es sollte eine ebenso bemerkenswerte wie kuriose Serie folgen: bis einschließlich des 15. Spieltags wechselten sich Sieg und Niederlage in schöner Regelmäßigkeit bei den Lichtenbergern ab. Einer starken Vorstellung wie gegen Eintracht Mahlsdorf (3:1) folgte da auch schon mal ein frappierendes 2:7 bei Mitaufsteiger Spandauer Kickers. Kein Wunder also, dass Sparta am 14. Spieltag mit dem 9:1-Auswärtssieg beim 1. FC Schöneberg auch das bisher höchste Resultat dieser Spielzeit feiern konnte. Danach allerdings schien der Akku leer beim Aufsteiger: dreimal setzte es eine Niederlage, bei den Gegnern handelte es sich u. a. mit Blau-Weiß und Croatia aber auch um Topteams.

Torjäger: Saned Sejdic

Dass der SV Sparta nicht ein einziges Mal unentschieden gespielt hat, bestätigt dabei eigentlich nur die Mentalität des Trainers und seines Teams. Hopp oder top - Durchschnittskicks mit Beteiligung der Lichtenberger gibt es eher selten zu erleben. Dabei holt man sich allerdings auch mal einen kräftigen Nasenstüber ab. So wie auch im Pokal, wo man schon in der ersten Runde mit Tennis Borussia ein attraktives Los gezogen hatte - nach starker Anfangsphase dann aber zwei Platzverweise kassierte und in der 2. Halbzeit mit 1:10 unter ging. Für die Rückserie ist trotzdem offenbar keine Änderung der Strategie vorgesehen - die Mannschaft soll sich weiter austoben und dabei lernen. Bei den Zu- und Abgängen ging es dabei während Hinrunde und Winterpause gewohnt moderat zu - Dragan Kostic vertraut weiter vielen "alteingesessenen" Spielern und solchen, die wieder den Weg an die Fischerstraße zurückgefunden haben.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

1. FC SCHÖNEBERG

Zusammenraufen für die Rückrunde: nur so kann der 1. FC den Klassenerhalt noch packen

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 18. Platz, 21:69 Tore, 5 Punkte (17 Spiele: 1 S, 2 U, 14 N)
Meiste Einsätze: G. Yilmaz, Sari (je 16), Kohl (14)
Meiste Tore: Kohl (4), Konal (3)
Längste Serie ohne Niederlage: 15. Spieltag (3 Punkte), 4. + 12. Spieltag (je 1 Punkt)
Längste Serie ohne Sieg: 1. - 14. Spieltag (2 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Dauerbrenner: Görkem Yilmaz

Berlin-Pokal: Aus in der 3. Runde (0:3 in Mahlsdorf)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Vorrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Garbe (Mittelfeld, zuvor SV Sparta, während der Hinrunde), Ucan (Mittelfeld, SV Tasmania Nachwuchs), Erk. Yilmaz (Mittelfeld, BSC Rehberge)

Abgänge: Tös (Mittelfeld, Nordberliner SC, während der Hinrunde)), Groschk (Mittelfeld, SV Sparta), M. Cl. Maas (Angriff, Friedenauer TSC)

Vor der Saison

Diese Serie ist schon unglaublich: 2010/11 spielte der 1. FC Schöneberg noch in der Kreisliga B, sechs Jahre und vier Aufstiege später ist der Club vom Vorarlberger Damm in Berlins höchster Spielklasse angekommen. Den Verantwortlichen um Trainer Ayhan Bilek, der schon zu Beginn der Erfolgsserie auf der Bank saß, war vor dieser Saison aber selbstredend klar, dass es nur um den Klassenerhalt gehen kann. Vom Erreichen dieses Ziels zeigte sich Bilek allerdings überzeugt. Dabei verließen rund ein halbes Dutzend Spieler den Verein und elf Neuzugänge fanden den Weg nach Schöneberg. Darunter mit Kevin Gempf (vom SCC), Manuel Groschk (Sparta) und Emre Tös (NoSC) aber auch nur drei Spieler mit nennenswerter Erfahrung in der Berlin-Liga. Die letzteren Beiden sind inzwischen sogar schon wieder zu ihren alten Klubs zurückgekehrt.


"Wir sehen das nicht negativ: wir wollen eine gute Rückrunde spielen und dann mal gucken" (R. Gruner)

 Gespräch vom 06. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Kam vor der Saison: Kevin Gempf

Dass der 1. FC Schöneberg in der Hinrunde einen Punkt weniger eingefahren hat als der 1. FC Köln in der Bundesliga, sagt schon recht viel. Mit dem Unterschied natürlich, dass die Schöneberger als absoluter Underdog in die Saison gingen. Schon das erste Spiel gegen Tasmania gab einen kleinen Einblick, was das Team von Trainer Bilek erwarten sollte. Der Gast ging früh in Führung, doch der 1. FC gab nicht auf und wurde Mitte der zweiten Halbzeit mit dem Ausgleich belohnt. Tasmania - inzwischen wegen eines Platzverweises in Unterzahl - konterte den ungestüm anrennenden Neuling anschließend aber aus und nahm die drei Punkte mit. Beim ersten, kleinen Erfolgserlebnis - dem 1:1 gegen Rudow am 4. Spieltag - brachte man die Führung nicht über die Zeit. Auch bei Al-Dersimspor reichte eine 3:1-Führung nur zu einem Punktgewinn. Das war dann schon am 12. Spieltag - davor, danach und auch dazwischen setzte es reihenweise Niederlagen, und zwar mit mindestens vier Gegentoren. Absoluter Tiefpunkt die 1:9-Klatsche am 14. Spieltag gegen Mitaufsteiger SV Sparta auf eigenem Platz.

Immerhin: eine Woche darauf der Lichtblick in Form des ersten Saisonsiegs Anfang Dezember beim Nordberliner SC (4:1), einem "6-Punkte-Spiel". Doch schon im nächsten wichtigen Spiel zuhause gegen Schwarz-Weiß Neukölln verlor der 1. FC mit 0:3 und auch das folgende Heimspiel gegen Makkabi wurde nach 2:1-Führung Mitte des zweiten Durchgangs noch 2:4 verloren. Auch im Winter scheint man keine gewichtigen Neuzugänge holen zu können, insofern stellt sich die Situation für den Aufsteiger natürlich finster dar. Viel Zeit zum Lernen können sich die Spieler nicht mehr nehmen, wenn der Zug nicht gleich wieder zurück in die Landesliga gehen soll. Fakt ist zwar: 2014/15 hatte der Köpenicker SC sogar nur vier Zähler nach 17 Spielen vorzuweisen, ein Jahr davor lagen Makkabi und Johannisthal zur Halbzeit mit jeweils ebenfalls nur fünf Zählern am Tabellenende. Geschafft hat den Klassenerhalt am Ende keiner der Drei. Selbst Club Italia (6 Punkte, 2012/13) und Hürtürkel (7, 2016/17) hatten in der Vergangenheit zu diesem Zeitpunkt mehr Punkte gesammelt als die Schöneberger - holten dann aber in der Rückrunde nicht einen einzigen mehr.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

BERLINER SC

Der Nächste, bitte: in der Hinrunde konnte die Mannschaft des BSC mit breiter Brust antreten

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 2. Platz, 49:25 Tore, 38 Punkte (17 Spiele: 12 S, 2 U, 3 N)
Meiste Einsätze: Djan-Okai, Ulucay, Saberdest (je 17), S. Rogoli (16)
Meiste Tore: Camara (13), Djan-Okai (12)
Längste Serie ohne Niederlage: 2. - 10. Spieltag (25 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 11. - 12. Spieltag (1 Punkt)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Teilnehmer am Achtelfinale (10./11.02.) bei 1. FC Novi Pazar (Landesliga)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: 2. Platz

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Höfler (Abwehr, Blau-Weiß 90), Khalife (Torwarttrainer, Berliner AK Nachwuchs)

Abgänge: Kagitci (Tor, BSV Hürtürkel)

Vor der Saison

Schon 13x getroffen: Damantang Camara

In den letzten vier Spielzeiten holte der BSC 40 bis 46 Punkte, landete damit jeweils zwischen Rang 9 und 13. Nach vorne ging nicht allzu viel in der Tabelle und die eine oder andere kritische Phase im Tabellenkeller war zu bestehen. Dieses Jahr sollte das nun anders werden und so ging man ungewohnt forsch bei den Neuverpflichtungen zu Werke. Vor allem in der Offensive legte man ordentlich zu: ob Damantang Camara (von Croatia), Ricky Djan-Okai (Altlüdersdorf/Oberliga), Omid Saberdest (Türkiyemspor) oder Stephan Boachie (Rathenow/Oberliga) im Sturm, ob Emre Demir (Preussen) oder „Veteran“ Salvatore Rogoli (Tasmania) im Mittelfeld - alles hochklassige Spieler für die Berlin-Liga. Im Tor holte man zum erfahrenen Maus noch Mateusz Mika (Preussen) hinzu - fertig war der neue BSC. Das von Trainer Wolfgang Sandhowe im Vorfeld formulierte Ziel, besser als 2016/17 (9. Platz) abschließen zu wollen, schien in diesem Zusammenhang beinahe etwas vorsichtig - aber es waren ja auch einige Neue erst mal zu integrieren. Sandhowe widmete sich dieser Aufgabe als Trainer in Alleinregie, Kollege Martin Maslowski ist seit Saisonbeginn offiziell auf den Posten des Teammanagers gewechselt.


"Also kampflos aufgeben tun wir noch lange nicht (...) - aber wichtig ist, dass sich die Mannschaft spielerisch weiter entwickelt" (M. Maslowski)

Gespräch vom 06. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Der Spielplan wollte es, dass der BSC gleich zum Auftakt beim Topfavoriten Blau-Weiß 90 antreten musste, der seinerseits ein Dutzend neue Hochkaräter in der Vorbereitung unter einen Hut zu kriegen hatte. Am Ende unterlagen die Grunewalder 0:1 - es sollte aber bis zum 16. Spieltag dauern, ehe sie ein zweites Mal in der Hinrunde ohne Torerfolg blieben. Ansonsten wirbelte der BSC die Berlin-Liga und deren Hierarchie zunächst einmal kräftig durcheinander: bis einschließlich des 10. Spieltags wurden alle Punktspiele bis auf ein Remis (zuhause gegen Stern 1900) gewonnen. Lohn: die Tabellenführung für zwei Runden. Nicht jeder Sieg fiel dabei restlos überzeugend aus, bei Al-Dersimspor (5:4) und den Füchsen sowie in den Heimsiegen gegen Türkspor (5:2) und Spandauer Kickers (4:3) klingelte es munter hüben wie drüben. Im letztgenannten Spiel trieb man das ganze sogar noch auf die Spitze, lag bis zur 78. Minute 0:3 gegen den Aufsteiger zurück, ehe in der 90. bzw. der Nachspielzeit noch drei Treffer gelangen. Auch das Pokalspiel beim Ligakonkurrenten BFC Preussen gehört in die Reihe torreicher Spiele, hier gewann man in der 2. Runde 6:4 - nach regulärer Spielzeit, wohl gemerkt. Nach dem folgenden 4:0-Sieg gegen Bezirksligist GW Neukölln hat man auch in diesem Wettbewerb noch ein Eisen im Feuer.

Schon 12x getroffen: Ricky Djan-Okai

Beinahe bezeichnend, dass bei der nächsten Niederlage des BSC in der Liga der Spieß quasi umgedreht wurde. Gegen Rudow führte man 3:0 bis Mitte der zweiten Halbzeit, mit zwei Toren in der „Overtime“ drehte der TSV das Ergebnis dann noch komplett zu seinen Gunsten. Die Gelb-Schwarzen steckten das 3:4 aber ohne große Wirkung weg - in den sechs Spielen bis zur Winterpause fuhr man noch 13 Punkte ein, leistete sich nur noch bei Tasmania (16. Spieltag, 0:3) den vielleicht einzigen, kompletten Blackout der Halbserie. Prunkstück ist ganz klar die Offensive, allein Camara (13) und Djan-Okai (12) bringen es gemeinsam auf 25 Tore. Insgesamt beförderten die Grunewalder die Kugel genau so oft ins gegnerische Netz (49-mal), wie Herbstmeister Blau-Weiß 90 - mussten aber mit 25 Toren 19 mehr schlucken als die Mariendorfer. Darum reicht es für den BSC „nur“ zum hervorragenden 2. Platz.

Wenn man in der Rückserie die Defensive besser in den Griff bekommt - und manchmal auch die Nerven (je 3x Rot bzw. Gelb-Rot in der Hinrunde) - wird das Team von Wolfgang Sandhowe am Ende unter den Top 4 zu finden sein. Der Trainer des BSC hat ja bereits in der ihm eigenen Art angekündigt, in jedem Fall mit diesem Team spätestens kommende Saison aufzusteigen.

Beitrag+ Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

BERLINER AK 07

Die Mannschaft des Berliner AK 07 beim Regio-Cup 2018

Regionalliga Nordost

Halbjahresbilanz: 7. Platz, 29:30 Tore, 26 Punkte (18 Spiele - 7 S, 5 U, 6 N)
Hinrundenbilanz: 7. Platz, 26:30 Tore, 23 Punkte (17 Spiele - 6 S, 5 U, 6 N)
Meiste Einsätze: Jakubov, Küc (je 19), Coskun, Brügmann (je 16)
Meiste Tore: Küc (8), Brügmann (7)
Längste Serie ohne Niederlage: 12.- 14. Spieltag (7 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 3. - 5. Spieltag, 15. - 17. Spieltag (jew. 1 Punkt)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: 2. Runde ausgeschieden (1:3 beim 1. FC Wilmersdorf)
Regio-Cup 2018: im Halbfinale ausgeschieden

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Hofmann (Mittelfeld, FC Viktoria 89), Akyürek (Türkei), Mese (Torwarttrainer, FC Viktoria 89)

Abgänge: Khalife (Torwarttrainer Nachwuchs, Berliner SC)

Vor der Saison

Bleibt der Dauerbrenner: Torwart Jakub Jakubov

Die Spielzeit 2015/16 hatte ihre Nachwirkungen: damals verpasste der BAK aufgrund eines einzigen Tores Platz 1 und damit auch die Aufstiegsrunde zur 3. Liga, die der FSV Zwickau dann erfolgreich meisterte. Vergangene Saison sollte ein neuer Anlauf genommen werden, um den Traum von der „dritten Kraft“ in der Hauptstadt zu realisieren - doch Erfolgstrainer Steffen Baumgart musste früh gehen, nachdem der Start nicht zur Zufriedenheit verlief. Der erfahrene Jörg Goslar brachte den Klub zwar anschließend als Verfolger des FC Carl Zeiss Jena in Position, musste aber nach der Heimniederlage im direkten Aufeinandertreffen ebenfalls seinen Hut nehmen.

Damit war der Aufstiegstraum rund um das Poststadion spätestens erledigt. Gerüchte machten die Runde: Präsident und Geldgeber Mehmet Ali Han will sich komplett zurückziehen, es wird eine Fusion mit Bezirksligist Club Italia geben. Am Ende blieb Han dem Klub treu, wenn auch dem Vernehmen nach mit einem bei weitem nicht mehr so großen finanziellen Aufwand. So wurde der Kader vor der Saison mächtig umgekrempelt - auch beim BAK nichts Neues. Mit Flauder, Kahlert, Slavov, Stephan oder Zimmer - um nur fünf zu nennen - verlor der BAK bewährtes Stammpersonal. Insgesamt verließen im Sommer fast 20 Spieler den Verein - dazu zog sich Präsident Han aus seinem Amt zurück, ein neuer Sportlicher Leiter wurde mit dem erfahrenen Mehmet Öztürk gefunden. Man trennte sich von Interimstrainer Abu Njie und wollte auch diese Stelle neu besetzen: die Wahl fiel auf Markus Zschiesche, der in den letzten Jahren im Jugendbereich von Energie Cottbus und Tennis Borussia tätig war. Der inzwischen 33-Jährige hatte aber auch im Herrenbereich schon die Füchse in der Berlin-Liga trainiert.

Die Verantwortlichen erwartete also die Herkulesaufgabe, einen komplett neuen Kader auf die Beine zu stellen, der weniger Geld kostet, aber trotzdem ligatauglich ist. Mit Pierre Becken (Wuppertaler SV), Felix Brügmann (Lok Leipzig), Enes Küc (HSV II), Lovro Sindik (Babelsberg 03) oder dem ehemaligen Drittligaspieler Ozan Pekdemir (Viktoria) konnten viel versprechende Leute geholt werden. Die ganz großen Ziele sind beim BAK jedoch vorerst auf Eis gelegt - ein (möglichst frühzeitig) gesicherter Mittelfeldplatz war der Wunsch vor Saisonbeginn.

 


"Die Vorgabe war: mit dem Abstieg nichts zu tun haben, mit einer jungen Mannschaft attraktiven Fußball spielen und sie zu entwickeln - das haben wir geschafft" (M. Zschiesche)

Gespräch vom 7. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Vier Punkte zum Auftakt aus den Spielen in Fürstenwalde und gegen Luckenwalde bewiesen, dass der BAK unmittelbar wettbewerbsfähig war - der anschließende, eine Zähler aus den drei folgenden Partien (Nordhausen, Viktoria, Altglienicke), dass man bei den Athleten mit Geduld zu Werke gehen muss. So wechselten sich Höhen und Tiefen im Verlauf des Halbjahrs ab, ohne dass es längere Erfolgs- und vor allem Negativserien zu verzeichnen gab. Schon mal ein gutes Zeichen angesichts des großen, personellen Umbruchs. Wenn zweimal in Folge gewonnen wurde (2 x der Fall), setzte es im Anschluss eine Niederlage. Zweimal hintereinander verlor der BAK nur einmal: beim deutlichen 0:4 gegen Hertha BSC II, zu dem allerdings drei Treffer von Spielern aus dem Profikader beigesteuert wurden. Danach gab’s bei Lok Leipzig ein 1:3 und ein Unentschieden daheim gegen Babelsberg 03 zum Abschluss der Hinrunde - gut also, dass die Rückserie noch vor der Winterpause begonnen wurde, und das Team von Markus Zschiesche sich noch mit einem Erfolgserlebnis (3:0 gegen Fürstenwalde) in die Ferien verabschieden konnte.

Bleibt der Geldgeber: Mehmet Ali Han

Im Pokal war es dem Klub allerdings nicht vergönnt, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Schon in der zweiten Runde strich der BAK die Segel beim Landesligisten 1. FC Wilmersdorf (1:3). Damit erreichten die Weiß-Roten nur einmal seit dem letzten Sieg in diesem Wettbewerb 2012 noch einmal das Halbfinale (2013/14, Aus beim SV Tasmania), ansonsten war spätestens im Achtelfinale Schluss. Eine besonders enttäuschende Bilanz, gerade wenn man bedenkt, für wieviel Furore die Athleten damals bundesweit mit ihrem 4:0-Sieg in der ersten Runde des DFB.Pokals gegen den Bundesligisten aus Hoffenheim sorgten. Auch 2017/18 kann man sich also voll auf die Liga konzentrieren - eine gute Platzierung, unter Abzug der schwierigen Umstände vor der Saison, ist dem Berliner AK dabei aber allemal zuzutrauen.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

CFC HERTHA 06

Charlottenburger Jugendstil: Die Mannschaft von Hertha 06 beim Regio-Cup im Januar 2018

NOFV-OBERLIGA NORD

Hinrundenbilanz: 15. Platz, 22:36 Tore, 14 Punkte (16 Spiele: 4 S, 2 U, 10 N)
Halbjahresbilanz: 15. Platz, 23:38 Tore, 14 Punkte (17 Spiele: 4 S, 2 U, 11 N)
Meiste Einsätze: Alkan (17), Hahn, Donner (je 16)
Meiste Tore: Silva Magalhaes (8), Ayvaz, Cakir (je 4)
Längste Serie ohne Niederlage: 12.- 15. Spieltag (10 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 3. - 11. Spieltag (0 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Teilnehmer am Achtelfinale (10./11.02., Auslosung 20.01.)
Regio-Cup 2018: In der Vorrunde ausgeschieden

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: N. Samardzic (Abwehr, SV Tasmania, während der Hinrunde), Nies (Tor, SpVgg Feldmoching), Stang (Mittelfeld, Babelsberg 03), Sezenlik (Abwehr, Union Südost), Alatas (Sportlicher Leiter)

Abgänge: R. Raychouni (Angriff, noch unbekannt, während der Hinrunde), T. Salantur (Mittelfeld, Türkspor FK, während der Hinrunde), N. Samardzic (Abwehr, noch unbekannt), Tanriver (Abwehr, FC Internationale), Touré (Angriff, noch unbekannt)

Vor der Saison:

8 Einsätze, 8 Tore: Neuzugang Silva

Der CFC Hertha 06 verlebte eine turbulente Spielzeit 2016/17 von der Tabellenführung am 7. Spieltag (18 Punkte) bis zu Platz 12 am Ende (33 Punkte), dem frühen Aus im Pokal (2. Runde) gegen Landesligist TSV Mariendorf auf eigenem Platz und drei verschiedenen Trainern auf der Bank. Zeit, vor der neuen Saison die „Reset-Taste“ zu drücken: eine komplette Mannschaft verließ die Brahestraße, und eine neue wurde angeheuert. Durchaus nicht ungewöhnlich im Berliner Fußball - und auch nicht bei Hertha 06. Aber: diesmal setzten die Verantwortlichen vornehmlich auf junge, talentierte Spieler. So ergab es sich, dass Neuzugang José Magalhaes Silva (31) und „Veteran“ Demircan Dikmen (29) mit Abstand die ältesten Akteure im 06-Kader, alle anderen Jahrgang 1993 und jünger waren. Für diese bei allem Talent durchaus gewagte Strategie sah man sich nach einem besonderen Trainer um und wurde in Person von Kemal Halat (46) fündig. Schon als Ex-Profi genießt der ehemalige Zweitligaspieler einen besonderen Ruf, als Übungsleiter schaffte er es dazu bis zur A-Lizenz der UEFA und war in einigen Ländern als Trainer tätig. Die richtige Mischung aus Autorität und Erfahrung also, wie es schien, um dem Projekt die nötige Stabilität zu verleihen.

Bisheriger Saisonverlauf:

Mit vier Punkten aus den beiden Auftaktspielen in Wismar (1:1) und gegen Aufsteiger Staaken (3:1) begann die Spielzeit verheißungsvoll - an der Ostsee kassierte man den Ausgleich sogar erst in der Nachspielzeit. Die anschließende 0:2-Niederlage in Altlüdersdorf fiel da in die Kategorie „kann passieren“ - wovon man bei der 0:7-Klatsche auf eigenem Platz gegen den BSC Süd dann aber nicht mehr sprechen konnte. Beobachter rieben sich die Augen und ungute Erinnerungen an vergangene Saison wurden wach, als Hertha 06 mit 76 Gegentoren zur zweitgrößten Schießbude der Oberliga wurde.


"Wir haben einfach eine sehr junge Truppe, das spiegelt sich auch in der Konstanz der Leistungen wider" (M. Raychouni)

 

Gespräch vom 7. Januar über die Hinserie und Perspektiven, aber auch über den persönlichen Werdegang des Trainers


Klar war nach dem 4. Spieltag nun zumindest: beim „Jugendprojekt“ Hertha 06 werden die Bäume nicht gleich in den Himmel wachsen. Allerdings entwickelte sich das Sportliche zunehmend in die entgegen gesetzte Richtung: die Negativserie in der Liga wuchs auf acht Niederlagen in Folge. Mangelnde Cleverness war sicher eine Ursache, wurden in Lichtenberg und gegen Frankfurt/Oder (jeweils 1:2) doch die entscheidenden Treffer kurz vor Ende kassiert, gegen Strausberg verspielte man dazu eine frühe 1:0-Führung. Wenigstens im Pokal ließ Hertha 06 aber erst einmal nichts anbrennen und setzte sich erst bei B-Ligist RW Hellersdorf (4:1), dann bei Bezirksligist SW Spandau (8:0) standesgemäß durch.

(Zu) seltenes Glücksgefühl: Trainer Halat ging nach dem 10. Spieltag

Nach dem 1:2 in der Oberliga gegen Strausberg am 10. Spieltag, der siebten Niederlage nacheinander, entschieden die Verantwortlichen im Einvernehmen mit Trainer Halat dann aber, die Zusammenarbeit zu beenden. Die Aufgabe sollte zunächst Munier Raychouni, der bisherige Assistent, übernehmen: mit 30 Jahren ebenfalls sehr jung und letzte Saison selbst noch als Spieler von Hertha 06 aktiv. Die Skeptiker wurden zunächst nicht beruhigt, nachdem das erste Spiel unter neuer Leitung beim Mitkonkurrenten in Schwerin 0:2 verloren ging. Dann allerdings horchte man auf, als der 6:5-Heimsieg gegen den Malchower SV vermeldet wurde. Zwar war die Mannschaft am Ende drauf und dran, in den letzten fünf Minuten noch einen 4-Tore-Vorsprung zu verspielen, am Ende sollte der erste „Punktsieg“ seit dem 20. August aber vielleicht etwas Auftrieb geben. Und so kam es: in Seelow (3:1) und Brieselang (5:2) wurden wichtige Siege gefeiert, zuhause gegen Rostock II (0:0) blieben Raychounis Schützlinge ebenfalls ungeschlagen. Auch die Hürde beim "Pokalschreck" 1. FC Wilmersdorf (Landesliga) wurde mit einem 3:1-Erfolg überzeugend genommen.

Doch das Programm in der Oberliga hatte auch wieder schwerere Gegner zum Ende des Halbjahres vorgesehen. Gegen TeBe, Hertha 03 und Wismar zog man dabei dreimal jeweils knapp den Kürzeren. Die Bäume wachsen also auch unter dem neuen Trainer nicht in den Himmel - doch immerhin hat sich Munier Raychouni in kurzer Zeit so viel Vertrauen erarbeiten können, dass man inzwischen die Zusammenarbeit von Vereinsseite zunächst bis zum Saisonende verlängert hat.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé