Autoren-Archive: Hagen Nickele

BFC PREUSSEN

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 8. Platz, 30:32 Tore, 25 Punkte (17 Spiele: 8 S, 1 U, 8 N)
Meiste Einsätze: M. Hartmann, Neugebauer, Y. Hartmann, Abou-Chaker, Horchert (je 17), Y. Demir, Sato (je 16)
Meiste Tore: Ismaili (10), Abou-Chaker, Sato (je 4)
Längste Serie ohne Niederlage: 6.-8. Spieltag (7 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 12.-14. Spieltag (0 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Aus in der 2. Runde (4:6 gegen BSC)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Zwischenrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Kranig (nach Pause)
Abgänge: Sato (Mittelfeld, GW Brieselang), von Gliszczynski, Ates, Timur (alle Mittelfeld, noch unbekannt)

Vor der Saison

Dauerbrenner: Niklas Neugebauer

Die letzten Jahre liefen in Lankwitz besonders gut: 2015 erreichte der BFC Preussen mit dem damaligen Trainer "Zecke" Neuendorf das angepeilte Ziel, den Aufstieg in die Berlin-Liga. Doch das sollte nur der erste Schritt sein im Rahmen eines sportlichen Aufschwungs. In der Spielzeit 2015/16 spielte der Aufsteiger zwar eine ordentliche Rolle, mit der Spitzengruppe hatte man aber nichts zu tun. Dafür gelang im Berlin-Pokal der Coup: Sieg im Endspiel gegen Oberligist Lichtenberg 47, verbunden mit einer satten Antrittsprämie für das Erreichen des DFB-Pokals. Mit dem 1. FC Köln zog man ein attraktives Los, wenn man am Ende auch mit 0:7 das Nachsehen hatte. Aber: der Name BFC Preussen tauchte auch mal wieder überregional auf und die "Gage" sollte die ehrgeizigen Pläne an der Malteserstraße noch besser realisieren lassen. So war jedenfalls die Ansicht der meisten Außenstehenden. Doch die Saison 2016/17 sollte sich ganz anders entwickeln - wieder hatte man mit dem Kampf um den Aufstieg nichts zu tun, landete auf dem 8. Platz. Von internen Querelen war die Rede, Trainer Andreas Mittelstädt  musste in der Schlussphase der Saison gehen und gab dazu auch noch den Vereinsvorsitz ab, den er ebenfalls inne hatte.

So stand vor der Spielzeit 2017/18 ein Umbruch quasi auf allen Ebenen an. Spieler verließen die Preussen im Dutzend, der junge Interimstrainer Nikolai Klarkowski bekam das Vertrauen, eine komplett neue Mannschaft zusammen zu stellen. Ziel trotz allem: ein gesicherter Mittelfeldplatz. Auf Könner wie Robben, Shuleta, Fikic, Emre Demir oder Torwart Mika konnte man dabei nicht mehr setzen. Vom Landesligisten TSV Mariendorf kam ein Quartett mit Yannik und Malte Hartmann sowie Emre Demir und Tarik Timur, die ebenso eine Preussen-Vergangenheit haben wie Yasin Demir, der von Blau-Weiß 90 nach Lankwitz wechselte.


"Platz 8 ist eine super Bestätigung, dass die Spieler gut arbeiten, leistungsorientiert trainieren - und dass wir als Mannschaft sehr gut funktionieren" (N. Klarkowski)

Gespräch vom 6. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Die Spielzeit startete kurios: ihre ersten drei Heimspiele verloren die Preussen allesamt - bei einem Torverhältnis von 1:11. Auswärts wurden dagegen alle Partien gewonnen (10:2 Tore). Gegen Schöneberg gelang mit 5:0 dann der erste Heimsieg und dem Topfavoriten Blau-Weiß 90 luchste man auf dessen Platz einen Punkt ab - das folgende 1:2 bei Al-Dersimspor verdeutlichte jedoch, dass die Beständigkeit noch nicht Einzug erhalten hatte.

Dauerbrenner: Malte Hartmann

Ein Wechselbad von Sieg und Niederlage folgte bis zum Ende der Halbserie - unter dem Strich bleibt mal wieder Platz 8, der allerdings unter den erwähnten Umständen ein sehr gutes Resultat darstellt. In der Rückrunde beginnen die Preussen gegen vier Vereine, die in der Tabelle hinter ihnen stehen - starten die "Adler" gleich mit der erforderlichen Konstanz, ist am Ende vielleicht sogar eine Platzierung bis Rang 6 möglich.

 

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

 

NORDBERLINER SC

Wo geht's lang? Die Spieler des NoSC müssen zulegen, wenn auch nächste Saison Berlin-Liga gespielt werden soll

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 17. Platz, 10:37 Tore, 10 Punkte (17 Spiele: 2 S, 4 U, 11 N)
Meiste Einsätze: von der Aue, Stahlberg (je 17), Gross, Paul (je 16)
Meiste Tore: Stahlberg (3), Tös (2)
Längste Serie ohne Niederlage: 1.-2. bzw. 11.-12. Spieltag (je 4 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 3. - 10. Spieltag (2 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Aus in der 2. Runde (0:3 bei Eintracht Mahlsdorf)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Vorrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Lesela (Südafrika), Boldt, S. Schneider (Abwehr bzw. Mittelfeld, beide nach Pause), Bianchini (Angriff, FSV Bernau), Abo Ayash, Abay (bd. Angriff, TuS Makkabi)
Abgänge: Fischer (Tor, Club Italia), G. Rogoli (Mittelfeld, BSC II), Elbe, Hoffmann, R. Schneider (2x Mittelfeld, Angriff, alle 1. FC Lübars)

Vor der Saison

Bester Schütze: Sascha Stahlberg

In der vergangenen Saison landeten die Nordberliner auf Platz 12, mit 42 Punkten lagen sie dabei auf dem Level ihres ersten Jahrs in der Berlin-Liga (2013/14). Dazwischen hatte man mit 50 bzw 52 Zählern zweimal sogar einen einstelligen Tabellenplatz erreicht. Vor der fünften Saison in der höchsten Spielklasse der Hauptstadt hatte man also reichlich positive Erfahrung gesammelt - die Personalsituation warf dennoch die eine oder andere Frage auf. Unter den Abgängen schmerzten zwar zunächst eigentlich nur die von Herzog und Tös (der inzwischen aber wieder zurück am Elchdamm ist) - aber auch das Theater um den verspäteten Wechsel von Hippe, der den Verein ebenfalls verließ, und das geplatzte Comeback von Tom-Niclas Zeih nach Verletzung und Spielpause sorgten für Qualitätsverlust. Der Erste hatte in den vergangenen beiden Jahren 34 Tore erzielt, Zeih im Zeitraum 2013-16 beinahe 50. Auch, wenn sich Neuzugang Sascha Stahlberg als guter Griff erweisen sollte, war somit klar, dass in der Offensive der Schuh drücken würde. Die schwer wiegenden Verletzungen von Fritz Nickel und Adrian Wittur vor und Emre Atdere während der Hinrunde ließen die Sorgen bei den Verantwortlichen dazu nicht gerade kleiner werden. Somit ergab sich vor Beginn die Zielsetzung "Klassenerhalt" quasi von selbst - verbunden mit der zarten Hoffnung, frühzeitig die nötigen Punkte dafür sammeln zu können.


"Es sind nur vier Punkte, wir haben noch 17 Spiele. (...) Wenn die Mannschaft mitzieht, dann steigen wir nicht ab - da bin ich fest von überzeugt." (Ch. Köhn)

Gespräch vom 6. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Vier Punkte aus den Auftaktpartien bei Al-Dersimspor und zuhause gegen Empor waren unter diesen Umständen ein gutes Resultat, das 1:2 bei Croatia zum Abschluss der Englischen Woche kein "Beinbruch". Dass diese Niederlage der Beginn einer Serie von acht Spielen ohne Dreier werden würde, hatte man sich in Heiligensee aber wohl auch nicht vorstellen können. Der "Last-Minute-Sieg" bei Preussen Anfang November durch das späte Tor von Rückkehrer Tös sollte auch die Ausnahme bis zum Ende der Hinserie bleiben. Die letzten fünf Partien gingen sogar allesamt recht deutlich verloren. Trotzdem haben die Nordberliner mit 37 Gegentoren nur so viele wie manches Team aus dem Tabellenmittelfeld kassiert - lediglich zehn erzielte Treffer sprechen allerdings für sich.

Dauerbrenner: NoSC-Kapitän von der Aue

So war im Winter klar, dass etwas passieren muss - und man besann sich auf u. a. auf bewährte Kräfte. Die Ehemaligen Melvin Boldt und Sascha Schneider wurden "reaktiviert", Lukas Bianchini kehrte aus Bernau zum Elchdamm zurück. Dazu kam mit Onur-Kaan Abay und Adnan Abo Ayash ein Duo, das in der Hinrunde bei Makkabi immerhin für sechs Tore verantwortlich zeichnete. Also: mehr Power für die Offensive, klar - und die Hoffnung auf den einen oder anderen Rückkehrer aus dem Lazarett. Das ist die Mischung, die in der Rückrunde noch die Wende bringen soll. Notwendig dafür aber auch, die alte Heimstärke wieder zu entwickeln: in der Hinrunde holte der NoSC nur fünf Zähler zuhause, also genau so viele wie in der Fremde. Mit SD Croatia am Elchdamm - aber auch Stern 1900 auswärts - warten zu Beginn der Rückrunde gleich zwei Hochkaräter, gegen die man sich beweisen kann.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

DJK SCHWARZ-WEISS

Spät, aber immerhin: erst in den letzten Partien der Hinrunde gab es für Schwarz-Weiß etwas zu jubeln

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 15. Platz, 20:37 Tore, 14 Punkte (17 Spiele: 3 S, 5 U, 9 N)
Meiste Einsätze: Gabriel (17), Urgelles Montoya, Cebeci (je 15)
Meiste Tore: Urgelles Montoya (5), Dräsel (3)
Längste Serie ohne Niederlage: 15. - 17. Spieltag (7 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 1. - 12. Spieltag (4 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Aus in der 3. Runde (0:4 gegen BFC Dynamo)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Vorrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Erdogan (Angriff, Berliner SC), Gedike (Mittelfeld, Stern Britz)
Abgänge: Kolhoff (Abwehr, Türkiyemspor), Gündogdu (Mittelfeld, Türkspor FK), Jacobsen, Meissner (Mittelfeld bzw. Abwehr, beide TSV Rudow Ü32)

Vor der Saison

Bester Schütze: Alianni Urgelles Montoya

In der ersten Spielzeit nach dem Aufstieg hatte es Schwarz-Weiß Neukölln wie erwartet schwer - zum Abschluss der Hinrunde 2016/17 lagen die Neuköllner mit nur elf Zählern auf Platz 16. Dann aber zog sich die Mannschaft von Benjamin Kandler, der erst am 16. Spieltag vom Co- zum hauptamtlichen Trainer geworden war, buchstäblich am eigenen Haar aus dem Sumpf. Am Ende stand man auf Platz 15 zwar nur einen Rang "über'm Strich", das Ziel Klassenerhalt wurde mit 35 Punkten aber verhältnismäßig sicher erreicht. Mit den Abgängen von Büchner (Novi Pazar) und Kirstein (unbekannt) gingen Schwarz-Weiß zwei Spieler mit gewisser Erfahrung verloren, noch härter trafen den Verein aber die verletzungsbedingten Ausfälle von Maurice Jacobsen (34) und Timo Osinski (30). Ersterer brachte es so nur zu einem Einsatz und verließ den Verein im Winter, der Zweite kam immerhin in der zweiten Hälfte der Hinrunde zum Einsatz. Wie gut in dieser Situation, dass der Ex-Neuköllner Alianni Urgelles Montoya nach einem Zerwürfnis mit seinem Verein Croatia den Weg wieder nach Britz-Süd zurückfand. Der frühere kubanische Nationalspieler avancierte mit fünf Toren sogleich (wieder) zum besten Schützen der Neuköllner. Mehr als den erneuten Klassenerhalt wollte man sich bei Schwarz-Weiß vor der zweiten Spielzeit in der Berlin-Liga dennoch nicht vornehmen.


Die Zielvorgabe war, 18 Punkte zu holen - aber mit dem katastrophalen Start muss man jetzt sagen: wir sind weiter im Rennen. Ich glaube, das war das Wichtigste. (B. Kandler)

Gespräch vom 6. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Die bescheidene Herangehensweise sollte sich als angemessen erweisen. Denn über weite Strecken erlebten die Schwarz-Weißen eine deprimierende Hinrunde mit ebenso bitteren, knappen Niederlagen wie der ein oder anderen höheren Pleite. Bis zum 13. Spieltag musste die Mannschaft von Trainer Kandler auf den ersten Saisonsieg warten, hatte bis dahin lediglich vier Zähler gehamstert und lag auf dem vorletzten Platz. Nach den Erfahrungen der vergangenen Saison und den zum Teil gar nicht üblen Auftritten in der Hinserie 17/18 war es für viele Außenstehende zwar nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten platzen würde - der Negativtrend hatte allerdings bedrohliche Formen angenommen. Dazu zählt auch, dass Schwarz-Weiß sich in der gesamten ersten Saisonhälfte acht Rote bzw. Gelb-Rote Karten einhandelte, die Nerven lagen bisweilen blank und das Verhältnis zu den Schiedsrichtern schien auch wegen einiger, strittiger Entscheidungen angespannt.

Dauerbrenner: Florian Gabriel

Der 2:0-Sieg bei Makkabi am 13. Spieltag war deshalb extrem wichtig. Zwar folgte ein unglückliches 0:3 beim BSC, doch dann zeigte sich Schwarz-Weiß wie zu den besseren Zeiten der Rückserie 2016/17. Der klar favorisierte Lokalrivale SV Tasmania holte sich eine 2:3-Niederlage in Britz-Süd ab und das ganz wichtige Spiel beim Schlusslicht in Schöneberg (3:0) wurde ebenfalls gewonnen. Zum Abschluss zeigte die Kandler-Elf gegen Al-Dersimspor zwar wieder Licht und Schatten, erkämpfte jedoch - in Unterzahl - in letzter Sekunde ein Remis, das die Neuköllner auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern ließ. Am Ende holte man nur drei Punkte mehr als im selben Zeitraum 2016/17 - was bedeutet: auch dieses Jahr ist wieder eine starke Rückserie gefragt, eine Wiederholung aber natürlich keine Selbstverständlichkeit. Wenn die Schwarz-Weißen jedoch wieder dauerhaft zu ihren Tugenden finden, ist ein drittes Jahr Berlin-Liga am Britzer Damm keine Illusion.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

FSV SPANDAUER KICKERS

Zuhause mit Zuversicht: Im Sportpark Staaken-West blieb "SpaKi" zuletzt zweimal siegreich - und ohne Gegentor

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 13. Platz, 30:37 Tore, 16 Punkte (17 Spiele: 4 S, 4 U, 9 N)
Meiste Einsätze: J. Krumnow, Yüksel (je 17), Köhler (16)
Meiste Tore: J. Krumnow (10), Riedel (5), Tastan (3)
Längste Serie ohne Niederlage: 5. - 7. Spieltag (5 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 10. - 14. Spieltag (1 Punkt)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Aus in der 3. Runde (2:6 bei VSG Altglienicke)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Zwischenrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Ehm (Mittelfeld, SD Croatia), Bilal (Mittelfeld, SV Falkensee)
Abgänge: Karadeniz (Abwehr, pausiert), G. Krumnow (Angriff, 1. FC Wilmersdorf), Erman (Abwehr, Studium, während der Hinrunde)

Vor der Saison

Dauerbrenner und bester Schütze: Jack Krumnow

Vor fünf Jahren spielten die Spandauer Kickers noch in der Bezirksliga, vergangene Saison gelang nun sogar der Sprung in die Berlin-Liga. Für den 1975 gegründeten Klub der größte Erfolg seiner Geschichte. Und obwohl vor der Saison keine großen Veränderungen beim Spielerpersonal vorgenommen wurden, sprach Trainer Hassan Chaabo im Sommer von einem einstelligen Tabellenplatz als Saisonziel. Sehr selbstbewusst also, aber auch ein Vertrauensbeweis für seine Schützlinge.


"Wenn man gut steht, geht vorne immer was, den Dreh haben wir jetzt hoffentlich raus. Für die Rückrunde wird es nichts anderes geben, als diese Art zu spielen - bis wir raus sind aus der Gefahr, abzusteigen" (H. Chaabo)

Gespräch vom 6. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Der Aufsteiger brauchte seine Anlaufzeit, um mit der Berlin-Liga warm zu werden. Die Hälfte der ersten acht Punktspiele gingen verloren, die in der Landesliga noch starke Defensive hatte ihre Mühe: bei den Niederlagen kassierte man jeweils mindestens drei Treffer. Auch bei den drei Unentschieden gegen Türkspor, Nordberliner und Schwarz-Weiß hatte man sich bei "SpaKi" wohl mehr Ausbeute versprochen. So musste man sich nach knapp der Hälfte der Hinrunde mit dem bemerkenswerten 7:2-Erfolg gegen Sparta begnügen - aber auch messen lassen. Eine ganz besonders bittere Lektion musste die Mannschaft von Trainer Chaabo dabei am 8. Spieltag hinnehmen, als man beim Berliner SC zwölf Minuten vor Schluss auf 3:0 erhöht hatte, am Ende aber noch 3:4 verlor. Das folgende Schlüsselspiel in Schöneberg wurde dann allerdings wieder mit 4:1 für sich entschieden.

Winterzugang: Tobias Ehm

Dennoch blieb die Situation am Brünsbütteler Damm angesichts von nur einem Zähler aus den folgenden fünf Partien unangenehm. Mit den glatten Heimsiegen gegen Al-Dersim und Preussen konnten die Spandauer zum Ende der Hinrunde aber nochmal wichtige Punkte sammeln, das 0:1 "dazwischen" in Rudow reihte sich dagegen ein in die Serie knapp verlorener Spiele gegen stärker eingeschätzte Vereine wie BSC (s. o.), Mahlsdorf oder Blau-Weiß. So beträgt der Rückstand nach Abschluss des Halbjahrs auf den zunächst anvisierten, einstelligen Tabellenplatz acht - auf den ersten Abstiegsrang aber nur zwei Punkte.

Längst hat man sich bei den Kickers aber auf die Vorgabe "frühzeitiger Klassenerhalt" verständigt.  Mit Tobias Ehm konnte man im Winter dazu noch einen gestandenen Mittelfeldspieler für sich gewinnen, der dem zum Teil in der Berlin-Liga noch unerfahrenenen Team in der Rückserie noch mehr Stabilität verleihen soll. Gelingt dies, steht dem Klassenerhalt nichts im Weg - nur, wenn es richtig gut läuft, wird es aber auch für den 9. Platz reichen.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

SV EMPOR

Entschlossen ans Werk: im heimischen Jahnsportpark holte der SV Empor bisher doppelt so viele Punkte wie auf des Gegners Platz

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 11. Platz, 29:39 Tore, 21 Punkte (17 Spiele: 6 S, 3 U, 8 N)
Meiste Einsätze: Reimer, Paeschke, Falk (je 17), Varrelmann (16)
Meiste Tore: Egas-Sanchez, Rajemann (je 4), Falk, Dietrich, Garnczarek (je 3)
Längste Serie ohne Niederlage: 14. - 16. Spieltag (5 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 12. - 15. Spieltag (2 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Aus in der 3. Runde (0:1 bei TeBe)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: 4. Platz

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Mossier (Abwehr, SV Blau-Gelb), Höltge (Angriff, Fortuna Biesdorf), Freund (Tor, VDC Athletic), Öztek (Abwehr, SV Tasmania), Schwanke (Trainer, Hertha BSC Nachwuchs, während der Hinrunde)
Abgänge: Haschke (Mittelfeld, ATSV Erlangen), Will (Mittelfeld, BW Leipzig), Kammer (Trainerteam, SV Buchholz), Zampich (Trainer, noch unbekannt, während der Hinrunde)

Vor der Saison

Dauerbrenner: Christopher Reimer

Nach zwei starken Spielzeiten mit den Plätzen 8 bzw. 7 und dem Rekord von 60 Punkten 2015/16 ging es in der vergangenen Saison wieder etwas durchschnittlicher beim SV Empor zu: am Ende reichte es zu 45 Punkten und dem 10. Platz. So kam es im Winter 16/17 zu einem kleinen Stühlerücken im Verein: Trainer Nils Kohlschmidt räumte den Trainerstuhl und ging zur U19 in die Nachwuchsarbeit, René Zampich übernahm die 1. Herren. Was sich zunächst gut anließ, endete mit einer ernüchternden Bilanz von nur einem Sieg in den letzten zehn Ligapartien. Dazu kehrten einige Spieler im Sommer der Cantianstraße den Rücken: darunter  mit Nico Dietrich (Tor), Barlage, Friedrich, Gaschekowski, Jakob, Nan-Danke, Pfaus oder Scharlau ein großer Teil, die das Gesicht des SV Empor in den letzten Jahren geprägt hatten.

Trainer Zampich wollte sich ob dieser Situation zunächst einmal nur auf den Klassenerhalt konzentrieren. Dazu bekam er mit Nico Varrelmann immer hin einen Torsteher mit Oberligaerfahrung. Aus dem Nachwuchs schaffte diesmal nur Tim Falk den Sprung in die Berlin-Liga, der Youngster meisterte diesen aber bravourös und wurde gleich einer der "Dauerbrenner". Auch der vom BFC Dynamo gekommene Sam Misgayski (19) konnte die Erwartungen bisher durchaus erfüllen. Der personelle Aderlass sollte Empor allerdings spürbar durch die Hinrunde 2017/18 begleiten.


"Es sollte ganz klar das Ziel sein, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen" (J. Schwanke)

Gespräch vom 6. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Die Auftaktwoche in der Berlin-Liga lieferte der sportlichen Leitung noch keine richtigen Anhaltspunkte: aus den ersten beiden Partien gegen Schwarz-Weiß und Nordberliner holte man nur einen Zähler, konnte dann aber gegen den am stärksten eingeschätzten SV Tasmania noch einen 0:2-Rückstand in einen Sieg verwandeln. Nur eine Woche später kassierte das Team von Trainer Zampich - wieder auf eigenem Platz - dann aber wieder eine derbe 1:6-Klatsche gegen Makkabi. Doch die Mannschaft fing sich erneut und schien nach zwei Siegen bei Al-Dersim (5:1) und gegen Rudow (3:0) endlich auf dem richtigen Weg. Die beiden Niederlagen gegen die Topteams Stern und Croatia schienen das nicht zwangsläufig zu widerlegen - sieht man mal von der Tatsache ab, dass die Empor-Defensive zweimal vier Treffer zuließ. Die Verantwortlichen allerdings entschlossen sich, in der Trainerfrage Konsequenzen zu ziehen: Ende September trennte man sich von René Zampich.

Bester Schütze: Francisco Egas-Sanchez

Neuer Mann auf der Bank wurde ein bekannter Name: Jörg Schwanke, Ex-Bundesligaprofi (VfL Bochum), der auch beim 1. FC Union spielte und zuletzt im Nachwuchs bei Hertha BSC trainiert hatte. Das erste Punktspiel unter Schwanke wurde Mitte Oktober 2:1 gegen Türkspor gewonnen. In den folgenden sechs Partien sollte aber nur ein weiterer Dreier hinzukommen - beim 5:2 in Schöneberg. Im Pokal allerdings lieferte Empor dem Oberligisten Tennis Borussia in der 3. Runde (Mitte November) einen bemerkenswerten Fight und musste sich erst in der Verlängerung knapp geschlagen geben. Wie gut das Schwanke-Team auftrumpfen kann, zeigte es auch am 16. Spieltag gegen einen allerdings leicht indisponiert wirkenden SV Sparta (2:0). Die abschließende 0:3-Niederlage beim Tabellenzweiten BSC fiel dann eher wieder in die Kategorie "erwartbar".

Im Winter hat der SV Empor noch einmal nachgerüstet, vor allem in der Defensive: darunter sind mit Constantin Mossier und Birkan Öztek zwei "alte Bekannte", dazu kommt mit Niklas Freund ein zweiter Torwart. Aus Biesdorf stieß darüber hinaus mit Tobias Höltge eine Alternative für den Angriff dazu. Es werden mit Dustin Bernicke, Jon Stublla und vor allem Robin Moerer aber früher oder später auch Spieler in den Kader zurückkehren, die in der Hinrunde einige Zeit pausieren mussten. Unter diesen Umständen ist im zehnten Jahr in der Berlin-Liga eine Platzierung zwischen 8 und 12 am Ende für Empor sicher realistisch.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Außenseiter: Diese Startelf von Anadoluspor verkaufte sich im Achtelfinale des Berlin-Pokals so teuer wie möglich

Als letzter Bezirksligist war Anadoluspor 1970 am Achtelfinale des Berlin-Pokals beteiligt. Am heutigen Sonntag schied der Kreuzberger Verein jedoch gegen den zwei Klassen höher spielenden SV Tasmania mit 0:3 (0:1) aus.

Yusuf Gedik

Berlinsport Aktuell nutzte die Gelegenheit, um mit dem ersten Vorsitzenden Yusuf Gedik - und zwischendurch auch mit dem ersten Präsidenten des Vereins überhaupt - den Club im Gespräch näher kennen zu lernen.
 
Zum Abhören bitte unten anklicken

 

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

SC STAAKEN

Zog aus, um das Verlieren wieder zu lernen und sich trotzdem schnell zu etablieren: das Team des SC Staaken (hier beim Regio-Cup)

NOFV-OBERLIGA NORD

Hinrundenbilanz: 7. Platz, 33:21 Tore, 35 Punkte (16 Spiele: 8 S, 3 U, 5 N)
Halbjahresbilanz: 7. Platz, 34:23 Tore, 27 Punkte (17 Spiele: 8 S, 3 U, 6 N)
Meiste Einsätze: Hesse, Mielke (je 17), Lampert, M. Guske (je 16)
Meiste Tore: Gigold (5), Kubens, Ph. Schulz, Koschnik (je 4)
Längste Serie ohne Niederlage: 8.- 17. Spieltag (23 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 1. - 3. Spieltag (0 Punkte), 5. - 7. Spieltag (1 Punkt)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Aus in der 3. Runde (5:6 n. V. beim TSV Rudow)
Regio-Cup 2018: Aus nach der Vorrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: M. Schultz (Angriff, nach Pause)

Abgänge: Marx (Tor, SSC Teutonia)

Vor der Saison

Dauerbrenner: Lukas Hesse

Der SC Staaken erlebte eine traumhafte Spielzeit 2016/17: am Ende stand die Berliner Meisterschaft inklusive Aufstieg in die Oberliga - und das Ganze, ohne ein Punktspiel verloren zu haben. Klar war nun, dass es in der neuen sportlichen Heimat so nicht weitergehen würde - und die Frage stellte sich, wie die Mannschaft damit umgehen würde. Denn wie zu erwarten, blieb das Team um Trainer Jeffrey Seitz in weiten Teilen unverändert. Unter den Abgängen war eigentlich nur einer, der weh tat - der aber richtig: Erhan Bahceci wollte nicht mehr auf überregionaler Ebene antreten und wechselte zu SD Croatia. Mit dem Torjäger verließ eine der Identifikationsfiguren der letzten Jahre den Sport-Club: in den vier Jahren zuvor hatte es Bahceci auf fast 120 Spiele und annähernd 100 Tore gebracht.
Gegen die anderen festen Größen in Staaken aber hatten es die Neuzugänge nicht leicht: Oberliga-erfahrene Spieler wie Samuel Agiey-Yeboah (10 Einsätze, 1 Tor) oder Jesucristo Koté Lopez (9/2), die das vermeintliche Vakuum im Angriff füllen sollten, konnten sich noch nicht so durchsetzen wie erhofft. Beinahe bezeichnend, dass der aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogene Marvin Kubens (15/4) die Lücke bislang am besten zu schließen wusste. Die Youngster Marcel Bremer (BAK-Nachwuchs) und Fabian Dimke (Braunschweig, Nachwuchs) sind über den Ergänzungsstatus noch nicht hinaus.


"Ich glaube, wenn man uns Fußball spielen sieht, dann stehen wir zu Recht auf Platz sieben" (D. Kujath)

Gespräch vom 7. Januar


Bisherige Saisonbilanz

Auf die erste Punktspielniederlage nach einem Jahr musste der Aufsteiger nicht lange warten - gleich zum Auftakt gab es ein 1:2 vor knapp 350 neugierigen Besuchern im heimischen Sportpark gegen den FC Hertha 03. Lehrgeld gab es auch in den folgenden beiden Auswärtspartien zu zahlen: beim CFC Hertha 06 (1:3) musste man sich gleich dem nächsten Berliner Rivalen geschlagen geben, bei Anker Wismar (2:3) verlor der SC, obwohl man bis zehn Minuten vor Ende 1:0 geführt und David Koschnik nochmal in der 89. Minute zum 2:2 getroffen hatte. Schon war sie wieder da, diese Frage: können die Staakener noch mit Niederlagen umgehen oder sind sie gar nicht Oberliga-tauglich? Allerdings stellte man sich diese Frage nur außerhalb des Spandauer Westens. Das Vertrauen in das eigenen Können war immer noch vorhanden, das bewies das 5:1 gegen Altlüdersdorf am 4. Spieltag.

Bester Schütze: Sebastian Gigold

Das Programm meinte es aber nicht wirklich gut mit dem Neuling: die Topteams BSC Süd, Lichtenberg 47 und Optik Rathenow gaben sich die Klinke in die Hand - mehr als ein Zähler beim 1:1 gegen 47 war da für den SC Staaken nicht drin. Sieben Spiele, vier Punkte - einen vor dem Tabellenletzten aus Brieselang. Das war zwar nicht unbedingt nach dem Geschmack der Verantwortlichen, Ruhe zu bewahren ist am westlichen Stadtrand Berlins allerdings seit Jahren eine Stärke. Am Tag der Deutschen Einheit feierte der SC seinen zweiten Sieg - enorm wichtig war er gegen den TFC Greif (2:1) dazu. Nun begann sich der Knoten bei den Blau-Weißen zu lösen, insgesamt neun Spiele in Folge blieb man - ungeschlagen. Wieder eine starke Serie, mit hohen Siegen in Strausberg (6:1) und gegen Schwerin (5:1). Hier und da konnte man aber auch ein knappes Spiel für sich entscheiden. Auch die hohe Hürde bei Tennis Borussia zum letzten Hinrundenspieltag wurde mit einem 0:0 zufriedenstellend genommen. Das Ende der Serie folgte allerdings noch vor Weihnachten, als man erneut gegen Hertha 03 1:2 unterlag.

Nicht schlimm aufgrund der starken zweiten Hinserienhälfte, einen kleinen Wermutstropfen gab es dennoch zu verzeichnen. Im Pokal schieden die Staakener in der dritten Runde beim Berlinligisten TSV Rudow aus - 5:6 nach Verlängerung. Ab der zweiten Halbzeit war man dabei in Überzahl, konnte einen 3-Tore-Rückstand wettmachen und ging in der Verlängerung sogar in Führung. Für die Moral des SCS spricht es aber, dass das Aus Mitte November keinerlei Auswirkungen auf die Liga hatte. Dort startet man nun mit zwei Heimspielen (gegen Hertha 06 und Wismar) ins zweite Halbjahr - die Tauglichkeit dafür hat man längst nachgewiesen, doch in Staaken wird man weiter seriös von Spiel zu Spiel die Aufgaben angehen, um ein möglichst gutes Abschlussresultat zu erzielen.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

TSV RUDOW

Besten Dank: Ovationen erhielt der TSV Rudow für die Leistungen im zweiten Teil der Hinrunde reichlich

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 7. Platz, 33:26 Tore, 32 Punkte (17 Spiele: 10 S, 2 U, 5 N)
Meiste Einsätze: Hirik (17), Sander, Al-Khalaf, Czuba (je 16)
Meiste Tore: Anton (6), Czuba, Hirik (5)
Längste Serie ohne Niederlage: 10. - 17. Spieltag (22 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 4. - 6. Spieltag (1 Punkt)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Teilnehmer am Achtelfinale (14.02. gegen Lichtenberg 47)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Zwischenrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: noch nicht bekannt
Abgänge: noch nicht bekannt

Vor der Saison

Dauerbrenner: Zihni Taner Hirik

Die erste Saison unter der Leitung des neuen, jungen Trainers Aaron Müller schloss der TSV Rudow 2016/17 auf einem ausgezeichneten 6. Platz ab. Die Verantwortlichen peilten für die neue Spielzeit dennoch "nur" einen Rang im gesicherten Mittelfeld an. Schließlich verließen zehn Spieler den Verein.Darunter einige mit Qualitäten: Aslan, Baba, Korkmazyürek oder Matusczyk blieben in der Berlin-Liga, Rosner und Sarbanovic wechselten gar in die Oberliga. Von den Zugängen taten sich besonders der junge Zihni Taner Hirik, der als einziger in allen Spielen der Hinrunde zum Einsatz kam und 5-mal traf, sowie der erfahrene Norman Anton (27) hervor. Der Angreifer kam von Johannisthal aus der Landesliga und avancierte mit sechs Treffern zum bislang besten Schützen der Rudower. Auch Verteidiger Edison Cocaj und Mittelfeldspieler Marcel Schulz konnten auf Anhieb eine gute Rolle spielen, während Stephan Kaul (SVG Göttingen, Oberliga) noch nicht so zum Zug kam. Besondere Freude an der Stubenrauchstraße vor dem Liga-Start: der TSV wurde als Ausrichter des Saisoneröffnungsspiels auserkoren.


Es haben vielleicht fünf Prozent gefehlt, die kamen dann über's Training dazu (...). In der Berlin-Liga ist alles eng zusammen, da sind fünf Prozent dann der Unterschied (Gunnar Kaiser)

Gespräch vom 6. Januar


Bisherige Saisonbilanz

Als Gegner für dieses Eröffnungsspiel wurde der SV Sparta bestimmt - eine durchaus undankbare Aufgabe. Als Aufsteiger gerieten die Lichtenberger fast automatisch in die "angenehme" Außenseiterrolle und der TSV Rudow stand auf eigenem Platz in der Pflicht. Am Ende unterlagen die Hausherren durch ein Freistoßtor mit 0:1, die Enttäuschung darüber konnten die Rudower mit zwei Siegen im weiteren Verlauf der Englischen Woche aber schnell kompensieren. Dann aber reichte es beim 1. FC Schöneberg wieder "nur" zu einem 1:1 - der einzige Punktgewinn des Neulings bis zum 12. Spieltag. Als Problem stellten sich allerdings zunehmend die Heimspiele dar: besonders schlecht, weil der TSV sechs der ersten neun Partien an der Stubenrauchstraße auszutragen hatte - gleich vier davon gingen verloren.

Volltreffer: Norman Anton

Resultat: Platz 12 mit zehn Punkten nach dem 9. Spieltag - das war eine Platzierung im Mittelfeld, die man sich so dann doch nicht vorgestellt hatte. Doch der Wendepunkt sollte kommen: ausgerechnet bei SD Croatia, dem Tabellenzweiten, drehte man einen Pausenrückstand noch in einen 2:1-Erfolg. Und weil es so schön war, stürzte der TSV am nächsten Spieltag gleich noch den Spitzenreiter Berliner SC. Auf dem Hubertussportplatz war beim 3:0 zur Halbzeit eigentlich alles gegessen, doch dann kamen die Grün-Weiß-Roten nochmal in Fahrt und siegten in der Nachspielzeit mit 4:3. Jetzt lief es wie am Schnürchen, das folgende Derby gegen Tasmania wurde an der Stubenrauchstraße 3:0 gewonnen - und auch die anschließenden, unangenehmeren Partien, in denen man als Favorit auflief, wurden ausnahmslos mt Dreiern beendet. Zwischendurch wurde auch der drittplatzierten Eintracht in Mahlsdorf noch ein 2:2 abgetrotzt.

Das "Sahnestück" in der gesamten Entwicklung sicher dann das Drittrundenspiel im Pokal Mitte November gegen Oberligist SC Staaken: 3:0-Führung nach einer guten halben Stunde, aber dann ein Platzverweis mit dem Pausenpfiff. Nach Ende der regulären Spielzeit 4:4 (nach zwei späten Gegentoren) - in der Verlängerung sogar der Rückstand, doch der TSV kam in Unterzahl zurück und siegte am Ende 6:5. Da stellt sich vor Beginn der Rückserie natürlich die Frage: kann die Euphorie und das Selbstbewusstsein über die Winterpause erhalten bleiben? Die Antwort darauf kann wohl schnell gegeben werden angesichts des Auftaktprogramms der Rudower: schon am Sonntag bestreitet das Team von Trainer Müller das vorgezogene Spiel beim Spitzenreiter Blau-Weiß 90 und Mittwoch darauf steht der nächste Pokalkracher gegen Lichtenberg 47 an der Stubenrauchstraße an. Es folgen Auswärtsspiele bei den Lokalrivalen Schwarz-Weiß und Tasmania sowie das Heimspiel gegen den "Vize-Herbstmeister" BSC, der auf Revanche für das Hinspiel brennen dürfte. Keine Frage also: für dieses Startprogramm wird der TSV die breite Brust vom zweiten Teil der Hinrunde benötigen.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

BFC Dynamo

Mit Spannung erwartet: Ex-Hertha-Profi Okoronkwo schloss sich dem BFC zur Saison 2017/18 an

Regionalliga Nordost

Halbjahresbilanz: 2. Platz, 47:20 Tore, 36 Punkte (18 Spiele - 11 S, 3 U, 4 N)
Hinrundenbilanz: 2. Platz, 42:20 Tore, 33 Punkte (17 Spiele - 10 S, 3 U, 4 N)
Meiste Einsätze: Cubukcu, Hendl, Steinborn, Rausch, Dadashov, Breitfeld (je 18), Kamm Al-Azzawe, Cepni (je 17)
Meiste Tore: Dadashov (19), Steinborn (11)
Längste Serie ohne Niederlage: 14. - 18. Spieltag (11 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 13. - 14. Spieltag (1 Punkt)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Teilnehmer am Achtelfinale (14.02. bei Türkiyemspor)
Regio-Cup 2018: nicht teilgenommen

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge:

Abgänge: Breitfeld (Mittelfeld, FC Ingolstadt 04 II)

Vor der Saison

Neu an Bord, gleich Kapitän: Bilal Cubukcu

Eine sehr zwiespältige Spielzeit hatte der BFC Dynamo hinter sich: in der Liga im Aufstiegskampf frühzeitig abgeschlagen, konzentrierten sich die Weinroten mehr oder weniger nur noch auf den Berliner Pokalwettbewerb. In dieser Hinsicht ging der "Plan" auf: der BFC gewann den Pott gegen Viktoria und sicherte sich die lukrative wie öffentlichkeitswirksame DFB-Pokalteilnahme. In der Meisterschaft ging der Faden zwischendurch aber doch ziemlich verloren - im Schlussspurt reichte es zwar nur für Platz 15, dort hatte man allerdings 20 Punkte mehr auf dem Konto als die dahinter platzierten Luckenwalder und sechs weitere auf den ersten Abstiegsplatz. Ein beträchtlicher Umbruch wurde dann im Sommer vollzogen: Spieler kamen und gingen in zweistelliger Zahl. Allein angesichts der Abgänge von Srbeny (18 Saisontore), Pröger und Rockenbach (je 9) konnte der eine oder andere schon ins Grübeln geraten, Trainer René Rydlewicz sah angesichts von 54 Gegentoren 2016/17 vor allem Verbesserungsbedarf in der Defensive.

Von Babelsberg 03  kam gleich eine komplette Achse mit Ugurtan Cepni (Abwehr), Bilal Cubukcu (Mittelfeld) und Matthias Steinborn (Angriff), Rufat Dadashov vom ZFC Meuselwitz sollte ebenfalls vorne für Furore sorgen. Und dann war da natürlich noch die Personalie Solomon Okoronkwo: der "King", früher bei Hertha BSC in der Bundesliga und dann weit herumgekommen in der Fußballwelt, wurde zu Dynamo nach Berlin zurückgeholt. Diesmal wollte man vorne mitspielen - und zwar von Anfang bis Ende. Natürlich im Wissen um die sehr starke Konkurrenz, zu der vor Saisonbeginn vor allem Energie Cottbus und Wacker Nordhausen gezählt wurde.

Bisheriger Saisonverlauf

Noch ein Dauerbrenner: Matthias Steinborn

Gelungener Auftakt für den BFC Dynamo in Luckenwalde: trotz Pausenrückstand siegte man am Ende deutlich mit 4:1. Dadashov traf doppelt, Okoronkwo einmal und der ebenfalls aus Meuselwitz gekommene David Kamm Al-Azzawe auch. Im folgenden Topspiel gegen Nordhausen mit Ex-BFC-Coach Uluc trennte man sich torlos - verschmerzbarer als die folgende 1:2-Niederlage gegen Aufsteiger VSG Altglienicke. Doch immerhin konnte der schlechte Start in die Englische Woche durch zwei Auswärtssiege bei Viktoria und Neugersdorf einigermaßen korrigiert werden. So lag man nach dem 5. Spieltag auf Platz 2 - allerdings fünf Punkte hinter den bis dahin fehlerlosen Cottbusern. Zwei Runden später zog der BFC dann beim direkten Duell in der Lausitz mit 1:3 den Kürzeren und der Abstand in der Tabelle vergrößerte sich weiter.

Bloß keine weiteren Punkte einbüßen, hieß die Devise in der Folge, doch zwischen den vier Siegen leistete sich Dynamo einen Ausrutscher beim 1:2 zuhause gegen Meuselwitz. Dieser "Trend" sollte anhalten, denn nach zwei Dreiern setzte es eine erneute 1:2-Niederlage (gegen BAK), die dritte schon im Jahnsportpark in der Hinrunde. So wuchs der Rückstand auf Energie bis zum Ende des Halbjahrs auf 14 Punkte an. Durch den Sieg in einem vorgezogenen Spiel Ende Januar sind es inzwischen sogar 17, doch der BFC kann mit einem Sieg im Derby gegen Viktoria den alten Abstand wieder herstellen.

Diesmal nicht locker lassen: Trainer Rydlewicz

Trotzdem ist diese Hypothek natürlich zu hoch, um in der Rückserie ernsthaft ganz vorne angreifen zu können. Als Tabellenzweiter so wenig Perspektiven zu haben, ist erneut eine schwierige Aufgabe für Trainer Rydlewicz und sein neu formiertes Team. Sich wieder nur auf den Pokal zu konzentrieren, kommt diese Spielzeit aber nicht in Frage. Zwar ist man auch dieses Jahr noch aussichtsreich in diesem Wettbewerb vertreten, konnte im DFB-Pokal dem FC Schalke 04 (0:2) das Leben schwer machen und möchte dieses Highlight wiederholen - doch die Liga darf nicht darunter leiden wie vergangene Spielzeit. Und wenn es nur aus dem Grund ist, dass man das Team bereits für nächste Saison auf hohem Niveau für den Gipfelsturm einspielen möchte.

Die erwähnten Neuzugänge schlugen dabei allesamt ein, absolvierten wie der noch nicht erwähnte Marcel Rausch (von Schönberg 95) und Torwart Bernhard Hendl, der als einer der wenigen nicht neu hinzukam, sämtliche Liga-Spiele. Dadashov (19 Tore) traf dazu jetzt schon 8-mal mehr als in der gesamten letzten Saison in Meuselwitz. Mit Breitfeld folgte im Winter zwar ein Eigengewächs dem Ruf des ehemaligen Sportlichen Leiters Angelo Vier nach Ingolstadt, ansonsten blieb es bei Dynamo aber ruhig auf dem Transfermarkt. Wenn er zur Rückrunde richtig verletzungsfrei bleibt, könnte man aber auch Okoronkwo - der bisher nur ein Spiel über 90 Minuten bestritt -  nochmal als echten Neuzugang betrachten.

 

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

 

FÜCHSE BERLIN

Füchse in Not: Im ersten Halbjahr hatte die Defensive bisweilen Mühe, den Überblick zu behalten

BERLIN-LIGA

Halbjahresbilanz: 14. Platz, 26:45 Tore, 15 Punkte (16 Spiele: 4 S, 3 U, 9 N)
Meiste Einsätze: Tokgöz (16), Kempf (15)
Meiste Tore: Haubitz (11), Trampisch, Urbanski (je 3)
Längste Serie ohne Niederlage: 3. - 4. (6 Punkte), 7. - 8. (4 Punkte), 15. - 16. Spieltag (2 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 8. - 12. Spieltag (4 Spiele, 1 Punkt), 14. - 16. Spieltag (3 Spiele + Nachholspiel, 2 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Teilnehmer am Achtelfinale (14.02. gegen Hertha 06)
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Vorrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Lehmann (Mittelfeld, SC Borsigwalde, während der Hinrunde), Davitaia, El- Ali (bd. Angriff, bd. BSC Rehberge), Rüdiger (Mittelfeld, Arminia Hannover), Trotzer (Mittelfeld, BSC Rehberge)
Abgänge: Fiedler (Abwehr, Normannia 08)

Vor der Saison

Dauerbrenner: Onay Tokgöz

Großer Umbruch vor der Spielzeit am Freiheitsweg: Spieler gingen im Dutzend, 18 Neue wurden verpflichtet. Unter den Abgängen schmerzte vor allem der von Przesang, Torwart Thielmann, Januschowski und Karadeniz brachten es aber auch immerhin auf 20 und mehr Einsätze 2016/17. Unter den Zugängen viele junge Spieler, die ihre Zeit brauchen - aber auch eine beträchtliche Anzahl an gestandenen Spielern. Onay Tokgöz von Makkabi etwa, Onur Ceylan (Concordia Wittenau) oder Lucas Groth (Preussen). Gemeinsam mit dem neuen Torwart Angelo Kempf (21, ebenfalls Preussen), der schon bei TeBe Oberligaluft schnuppern konnte, allerdings die einzigen Zugänge im Kader, die es auf mehr als 10 Einsätze bringen sollten. Trainer Kai Brandt, der während der Vorsaison das Amt in Reinickendorf übernommen hatte, sah sein Aufgebot in Breite und Qualität vor Saisonbeginn besser aufgestellt. Das ausgegebene Ziel lautete, eine ruhigere Spielzeit als 2016/17 zu erleben, als man mit 37 Punkten auf dem 14. Platz abschloss und eine ganze Weile um den Klassenerhalt zittern musste.


"Wir müssen versuchen, am Anfang gleich die Spiele zu gewinnen, die wir gewinnen müssen - (...) dass wir dann ein bisschen ruhiger fahren können" (Th. Pyrrhus)

Gespräch vom 6. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Stotterstart für die Reinickendorfer: zwei Niederlagen bei Croatia und gegen Rudow ließen die Füchse zwei Siege folgen. Das 4:0 bei Preussen am Ende der Englischen Auftaktwoche und das 3:1 gegen SpaKi sieben Tage später ließen die Gemüter am Freiheitsweg zunächst entspannter werden. Platz 8 - höher sollte es in der Hinrunde aber nicht mehr gehen in der Tabelle. Denn es setzte zunächst wieder zwei Pleiten: mit 3:6 bei Makkabi und 1:4 bei Sparta fielen diese dazu doch unerwartet deftig aus. Der anschließende Derbysieg gegen Nordberliner (2:1) und das 2:2 bei Schwarz-Weiß sorgten auch hier wieder für Entlastung in der Tabelle. Enttäuschend dann die Vorstellung beim 1:6 bei Tasmania. Trainer Kai Brandt zeigte sich nach diesem Spiel nachdenklich - und der Abwärtstrend hielt an. Das 2:3 gegen den BSC fiel dabei noch knapp aus, anschließend verloren die Füchse jedoch 0:4 in Mahlsdorf. Nun stand man nur noch auf dem 15. Platz - Grund genug für die Verantwortlichen, die Zusammenarbeit mit Brandt zu beenden.

Torschütze vom Dienst: Steven Haubitz

Dessen Vorgänger Guido Perschk, der bei den Füchsen schon öfter "ausgeholfen" hat, sollte nun im Team mit Thomas Pyrrhus und dem Sportlichen Leiter, Frank Schaaf, die Kehrtwende vollziehen. Der „Pflichtsieg“ gegen das Schlusslicht aus Schöneberg gelang (4:0), Steven Haubitz steuerte drei Treffer dazu bei - womit er zwar einmal mehr seinen großen Wert für die Füchse unter Beweis stellte, aber eben auch die mangelnde Abschlussstärke der anderen Offensivkräfte. Elf Tore in 11 Einsätzen brachte Haubitz zu Stande, die nächstbesten Schützen im Kader nach der Vorrunde nur drei. Die positive Serie im Pokal konnte man zuvor mit dem 4:2 bei Landesligist SSC Teutonia fortsetzen, als Lohn wartet am 14. Februar nun das Achtelfinale auf eigenem Platz gegen den Oberligisten Hertha 06. Ein Highlight in (noch) eher trüben Zeiten: bei Blau-Weiß 90 und im Nachholspiel zuhause gegen Türkspor blieb man ohne Punkt und Tor, kassierte insgesamt gleich neun Gegentore. Zum Abschluss des Halbjahrs reichte es dann zumindest noch für zwei Punkteteilungen, wobei die Füchse zuhause gegen Empor erst kurz vor Abpfiff den möglichen Sieg aus der Hand gaben.

Für die Rückserie kann man am Freiheitsweg nun nur hoffen, dass die zweite Vorbereitung sich im weiteren Zusammenwachsen des Teams niederschlägt. Zum vorgezogenen Auftakt mit dem Nachholspiel gegen den Regio-Cupsieger SFC Stern 1900 schon am 3. Februar ist die Zeit jedoch knapper als für andere Berlin-Ligisten. Ein Punkt wäre schon mal ein Schritt in die richtige Richtung - dann folgen mit dem Pokalspiel und dem nächsten Heimspiel gegen Preussen zwei wichtige Partien binnen weniger Tage.

 

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé