1:1-Unentschieden trennten sich die U19 des Berliner AK und von Tennis Borussia vergangenes Wochenende am 2. Spieltag der A-Junioren Regionalliga Nordost. Für den Aufsteiger war es der erste Punktgewinn und damit aktuell Platz 12, die Lila-Weißen liegen mit vier Punkten auf dem 7. Rang.
Berliner AK U19
Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit BAK-Trainer Christopher Brauer.
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Tennis Borussia U19
Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit TeBe-Trainer Tilman Käpnick*.
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*Aufgrund technischer Probleme ist das Gespräch an manchen Stellen schlecht zu verstehen – wir bitten um Nachsicht.
Keytothehill: Der Schlüssel zum Derby-Sieg – Winnetou Diamant auf dem Trostlauf-Kriegspfad – Derby-Revanche: La Grace und Rock my Dreams gegen die Boys – Neuerlicher Sturmlauf von Cindy Truppo? – Jugend-Preis: Zwölf Zweijährige gegen ALL IN LOVE
Es ist angerichtet für Deutschlands wertvollstes und national bedeutendstes Rennen! Nach einer mit hochkarätigen Derby-Talkrunde mit Gästen wie Heinz Wewering, Michael Nimczyk und Rudolf Haller, die bereits um 11.15 Uhr beginnt und auf trotto.de sowie den Facebook- und YouTube-Accounts des Rennvereins übertragen wird, geht das Geschehen auf der Sandpiste um 12.30 Uhr mit einer nicht leicht zu durchschauenden Auftaktprüfung für die trabenden Anfänger los. Im 11. Rennen um 17.10 Uhr wird zum 125.Mal der Champion der Dreijährigen gesucht - und nach Lage der Vorprüfungen rund 2½ Minuten später in Keytothehill gefunden sein.
Deutsches Traber-Derby der Hengste und Wallache 2020
So lange dauert es in etwa, bis die zwölf Cracks, die sich vor vierzehn Tagen in vier Vorläufen für das mit 205.050 Euro gespickte Traber-Derby qualifiziert haben, im Ziel sind. Als heißester Anwärter auf das Blaue Band, das schon lange von Lorbeerkranz, Siegerdecke und Pokalen für das Umfeld des vierbeinigen Siegers ersetzt worden ist, gilt Keytothehill, der im Siegfall eine weitere Krönung erfährt: Er wäre der 19. Traber, der mit der seit 1922 möglichen - imaginären - dreifachen Krone geadelt würde, die neben dem Derby-Triumph Siege in den klassischen Vorprüfungen Adbell-Toddington- und Buddenbrock-Rennen beinhaltet.
Genau die hat der unkomplizierte Braune völlig souverän gegen den vermeintlichen Kronprinzen Wild West Diamant auf unnachahmliche Weise an seine Fahne geheftet, war dabei keine Sekunde - wie auch im Vorlauf - zu erschüttern und präsentierte sich durchweg als die klare Nummer eins. Geformt wurde und wird er vom Holländer Arnold Mollema, der das Derby als Fahrer 2005 mit Unforgettable, 2014 mit Expo Express gewonnen hat, sich seit einigen Jahren aufs Vorbereiten konzentriert und das Rennenfahren anderen überlässt. Der letzte Traber, der sich mit der dreifachen Krone geschmückt hat, war jener „Express“ - der 71-Jährige weiß also, wie man Champions aufbaut. Als Vollstrecker hätte er für den nach einem Herzinfarkt noch nicht wieder einsatzfähigen Roland Hülskath keinen besseren Catchdriver als Heinz Wewering wählen können.
Acht Mal ist der 29fache deutsche Meister der Trabrennfahrer nach dem Derby auf die stets vielumjubelte Ehrenrunde gegangen - angefangen 1981 mit Noble Stardom bis zu Unikum, dessen einzigartiger Triumph genau zehn Jahre her ist. Diamond Way, Chergon und Oscar Schindler SL gewannen mit und dank ihm die viel besungene dreifache Krone. Auch der mit Ehrungen überhäufte gebürtige Münsterländer weiß also, wie man den Deckel drauf macht. Dass er bereits 70 Jahre alt ist, sollte kein Hinderungsgrund sein: „Ich muss ja schließlich nicht selbst rennen“, wie er jovial meinte, und gerade in diesem Jahr haben ihm zwei 70jährige vorexerziert, wie man ein Derby gewinnt: Steen Juul in Dänemark und Pekka Korpi in Finnland schossen als alte Kanonen die Konkurrenz aus dem Feld.
Natürlich weiß auch Wewering, dass das Fell des Bären nicht verteilt werden sollte, bevor der nicht erlegt ist. Heißester Anwärter auf einen Umsturz ist besagter Wild West Diamant, der den Nachteil hat, nicht übermäßig zügig hinterm Startauto wegzukommen, was andererseits eine der Stärken Keytothehills ist. Sein Bonus: Er wird vorbereitet von Paul Hagoort und gesteuert von Robin Bakker, die dem deutschen Derby seit 2013 ihren Stempel aufgedrückt haben. Fünfmal waren ihre Schützlinge seitdem vorn -– von Tiger Woods As bis Mister F Daag.
Natürlich wird ob dieser beiden Granden der Rest nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, sondern auf den immer wieder beschworenen Überraschungs-Thrill hoffen. In vorderster Linie gilt dies für den auf höchstem Level noch recht unerfahrenen Straight Flush, der seine Rennlaufbahn erst in diesem Jahr begonnen und fünf seiner sechs Aufgaben als Klassenbester gelöst hat. Ein bisschen mehr Erfahrung hat Gold Cap BR als schnellster der vier Vorlauf-Zweiten, der in seinem Qualifier Keytothehill gar ein paar hundert Meter getrotzt hat. Hervorzuheben ist daneben Toto Barosso, der in Schweden mit 1:11,2 die schnellste Durchschnittskilometer-Zeit aller zwölf Anwärter erzielt und dies als Zweiter zu Straight Flush untermauert hat. Der Rest wird sich mit dem Part des chancenreichen Außenseiters begnügen müssen, mit dem es sich oft bestens leben lässt.
Trostpflaster für Winnetou?
All jene, die den Sprung bzw. die Fahrt ins Finale nicht geschafft haben, dürfen im mit 20.000 Euro versüßten Finale B (13. Rennen) versuchen, sich und ihre Besitzer zu trösten. Das gilt ganz besonders für Winnetou Diamant, der in seinem, dem am heftigsten umkämpften Vorlauf, das Finale als Vierter nur haarscharf verpasste - und das trotz einer anfänglichen Galoppeinlage, die ihn rund 40 Meter zurückwarf. Ohne einen solchen Lapsus sollte der Apachen-Häuptling in der Lage sein, sich die Skalps seiner neun Rivalen zu holen. Doch EagleintheSky, TheNatural, BodynSoul und vor allem Brady wollen sich so leicht nicht unterbuttern lassen.
Derby-Revanche für La Grace?
In der wie bereits 2019 nicht nach Geschlechtern getrennten Revanche aufs Derby 2019 (4. Rennen) wagt sich Stuten-Derby-Siegerin LaGrace mit exzellenten Aussichten gegen das starke Geschlecht. Bis auf das erste hat die Braune die folgenden drei Rennen dieser Saison gewonnen – jeweils ohne an ihre Grenze gehen zu müssen. Die wird sie diesmal wohl ausloten müssen, denn Juan Les Pins, Derby-Sechster des Vorjahrs, ist gleichfalls in bestechender Verfassung, wie der jüngste Sieg im hiesigen Auktionsrennen über unter anderem Ikarus Love und Pechvogel River Flow bewiesen hat, der im entscheidenden Moment hinter einem galoppierenden Mitstreiter nicht wegkam. Aus dem Derby 2019 hat er noch eine gewaltige Rechnung offen, denn als es um Himmel oder Hölle ging, fand er erst ganz spät ein Schlupfloch und wurde nicht mal eine halbe Länge hinter dem Sieger nur Vierter.
Abschied von Hannah Hazelaar
Für jeden etwas dabei ist an der Wetter-Front. Allein sechsmal werden in der Siegwette mindestens 10.000 Euro ausgeschüttet - im 3., 5., 7., 10., 12. und 14. Rennen. Viermal wird die Dreierwette mit einer Garantie-Auszahlung kräftig unterfüttert. Clou des Ganzen ist wie immer die V7+-Wette, in der mindestens 40.000 Euro auf all jene Spürnasen warten, die vom 8. bis 14.Rennen alle Sieger auf einen Wettschein zu bringen vermögen. Schon die erste Aufgabe ist hammerhart bei zwölf Teilnehmern, die sich allesamt bereits im 2. Rennen mit Amateuren in die Haare gekriegt haben, was einen Fingerzeig geben kann, aber nicht muss, wer nun mit Profis unbedingt zu beachten ist. Die ungemein zuverlässige BonanomiCG gehört auf jeden Fall dazu. Desgleichen sind Inforgettable mit Weltmeister Rick Ebbinge, IronFox, JamaicaFerro nicht zu verachten. Auf jeden Fall Abschied nehmen heißt es von HannahHazelaar, dem zweiten Projekt der nach dem schwedischen Vorbild der Travkompaniet vor drei Jahren ins Leben gerufenen TraberParti. Hannah, die sich sehr ordentlich geschlagen, wenngleich nicht alle Hoffnungen erfüllt hat, bestreitet vertragsgemäß für die große Besitzergemeinschaft ihr letztes Rennen. Sollte ihr der Sieg gelingen - es wäre Nummer zehn -, gibt’s ein großes Hallo im Winner Circle. Selbstverständlich unter Beachtung aller Abstands- und Hygieneregeln.
Zweimal die Jungspunde
Nicht viel einfacher dürfte es sein, im mit 13 Zweijährigen proppenvoll besetzten Jugend-Preis (10. Rennen) den Sieger herauszupicken. Vieles spricht für ALL IN LOVE, die vor neun Tagen in Wolvega einen Vorlauf zum Breeders Course in famosen 1:14,3 zu ihren Gunsten entschieden hat. Heute ist der Weg für die Tochter von Prix-d’Amérique-Sieger Readly Express 300 Meter länger, Startnummer „13“ ein echtes Handicap. Mit Stonehenge, Robertson, XY Diamant, Ole Bo, Gladiator As und Jimmy Ferro BR warten einige komplett unbeschriebene Blätter auf sie, die sich allesamt durch starke Qualifikationsleistungen ausgezeichnet haben. Ganz abgesehen von Lord Bianco, der sich beim Debüt vor 14 Tage nur Cindy Truppo beugen musste.
Die wiederum gilt im entsprechenden Stutenlauf (3. Rennen) nach ihrer Gala-Vorstellung vom 6. September als große Favoritin. Die Maharajah-Tochter präsentierte sich in jenem Gerhard-Krüger-Memorial nicht wie eine aufgeregte Debütantin, sondern wie eine erfahrene Alte, fegte sofort in Front, lag unterwegs wie ein Brett und verurteilte den Umsturzversuch ihres einzig verbliebenen Verfolgers glattweg zum Scheitern. Und wenngleich Zeiten nicht alles aussagen, so sind ihre erzielten 1:15,8 eine geharnischte Ansage an ihre sechs Rivalinnen, die allesamt erstmals um Geld am Start sind und von denen Xylene Diamant in der Qualifikation den bemerkenswertesten Eindruck hinterlassen hat; sie ist als Schwester Tsunami Diamants empfohlen, des Derby-Siegers von 2017.
Unsere Tipps:
1. Kristel F Boko – Knight of Steel – Bugatti SS 2. Iron Fox – Bonanomi CG – French Kiss 3. Cindy Truppo – Xylene Diamant – Emmi Lou 4. La Grace – Juan les Pins – River Flow 5. Cherry Lady S – Unique Diamant – Gerson Boko 6. Desiree Star – Fighter Pilot – Visage Pale – Favori de la Basle 7. Calamintha – Hindy Heikant – Offroader 8. Iron Fox – Jamaica Ferro – Bonanomi CG 9. Naama – Julnick Shark – Chimmichurri 10. ALL IN LOVE – Lord Bianco – Jimmy Ferro 11. Keytothehill – Wild West Diamant – Toto Barosso – Straight Flush 12 Purple Rain – Business Class – Rajah 13. Body n Soul. – Winnetou Diamant – Brady 14. Prosperous S – King of Steel – John Butcher
Jeopardy - der Hauptgewinn im Stuten-Derby? – Zwei Trostläufe um je 10.000 Euro – Newcomer-Serie: Velten von Polly, Ol Dono Lengai oder Jilt Flevo? – Monté-Derby mit Titelverteidiger Zauni – Ausgeglichenes Gottlieb-Jauß-Memorial
Frühes Erscheinen sichert die besten Plätze - das gilt mehr denn je für Samstag, an dem das Derby-Meeting mit einem 14 Rennen umfassenden Menü in die Schlusskurve biegt. Wegen der anschließenden Jährlingsauktion ertönt der erste „Start-frei-Ruf“ von Bahnsprecher Michael Kohl bereits um 11.00 Uhr zum Finale des Handicap de Luxe. 24 Stunden vor dem 125. deutschen Traber-Derby kämpfen im Stuten-Derby (13. Rennen, 16.25 Uhr) jene zehn 2017 geborenen Ladys um 88.350 Euro, die sich vor zwei Wochen in fünf Vorläufen qualifiziert haben. 1989 als eigenständige Prüfung für die jungen Traberdamen begründet - die mussten vorher stets mit dem starken Geschlecht die Klingen kreuzen -, wird mit ihm als Marion-Jauß Deutsches Stuten-Derby der im Mai verstorbenen Amateurfahrerin, Besitzerin und Züchterin gedacht, die über Jahrzehnte dem Sport in Berlin auch als Sponsorin eng verbunden war.
Deutsches Stuten-Derby 2020 (13. Rennen)
Die 32. Auflage kommt wie viele ihrer Vorgänger höchst offen daher, was schon daraus resultiert, dass nur die besten Beiden jedes Qualifiers in den Endlauf gekommen sind. So etwas wie der Titelverteidiger ist Deutschlands Goldhelm Michael Nimczyk, der im Vorjahr mit La Grace nach vielen vergeblichen Versuchen endlich sein erstes Derby gewann. Diesmal hat er mit Kyriad Newport eine Waffe zur Hand, die viermal in Folge nicht zu bezwingen war und die Pflicht vor der heutigen Kür quasi im Schongang erledigt hat - in der langsamsten Zeit aller Siegerinnen. Das könnte ihr einige Reserven erhalten haben, die dringend nötig sind.
Zwar sind, wie es so schön heißt, Zeiten Schall und Rauch und die Karten grundsätzlich neu gemischt, doch mindestens die übrigen vier Siegerinnen werden der Stute aus dem Besitz des Berliner Bahneigentümers Ulrich Mommert gehörig auf den Zahn fühlen. Whoopie Diamant hat nach dem verpatzten Stutenlauf zum Buddenbrock-Rennen nachdrücklich gezeigt, was sie kann und war vorneweg von der hoch eingeschätzten Glide be Lucky AS keine Sekunde zu erschüttern. Und dann sind da noch die drei im schwedischen Sport gestählten Namanga Bo, Raya und Jeopardy.
Von denen ist Namanga Bo, für die erneut Pietro Gubellini aus Italien einfliegt, die reichste und Jeopardy die schnellste der Vorlaufsiegerinnen. Mit der imposanten Braunen will Conrad Lugauer endlich einen Makel in seiner sportlichen Vita merzen. Frei nach Klaus Lage „Tausendmal versucht, tausendmal ist nix passiert“ soll es nun endlich „Zoom“ machen: Ein Sieg im deutschen Derby fehlt dem seit mehr als einem Jahrzehnt im Süden Schwedens ansässigen gebürtigen Regensburger trotz zahlreicher vielversprechender Anläufe noch immer. Mit der nach einer amerikanischen Quiz-Show benannten Stute will er den hartnäckigen Bock endlich umstoßen - ausgerechnet im 13. Rennen!
Großer Andrang nach Trost
19 jener Stuten, die sich nicht fürs Finale grande qualifizieren konnten, wollen sich Trost im sogenannten Finale B holen. Ob des gewaltigen Andrangs wird dieser Trostlauf in zwei mit je 10.000 Euro dotierten Abteilungen ausgetragen. Abteilung 1 (5. Rennen) könnte an Night fever Bo oder HeavenlyDreamgirl gehen, die jedoch mit „7“ und „8“ nicht gerade optimale Startplätze gelost haben. In der 2. Division (10. Rennen) ist die Gemengelage nicht viel übersichtlicher. Katalonia aus dem Erfolgsteam Hagoort/Bakker will ihre rote Karte aus dem Vorlauf korrigieren, NaomiBo endlich ihren ersten Sieg landen, ShimmydesBois die nach drei Treffern im Alltagsgeschäft doch recht deftige Vorlauf-Schlappe vergessen machen. Und auch KiwiFortuna geht mit Stuten-Derby-König Heinz Wewering die Aufgabe alles andere als chancenlos an.
Zauni vor erneuter Titelverteidigung
Erster echter sportlicher Knüller verspricht mal wieder das Monté-Derby um 20.000 Euro (6. Rennen) zu werden, das seine achte Auflage erlebt. Die letzten beiden waren eine jeweils klare Sache für Ronja Walter und Zauni, die 2019 mit sagenhaften 1:11,5 die schnellste je in einem Trabreiten auf deutschem Boden erzielte Zeit aufs Tapet brachten. Ein bisschen haben die vielen harten Schlachten besonders auf französischem Terrain an der Frische des seit langem ausschließlich unterm Sattel eingesetzten einstigen St-Leger-Siegers genagt. Da könnte Lea Ahokas mit dem elf Jahre alten Franzosen VolcandeBellande, einem Satteltraber par excellence, der Derby-Rennen der Fliegermehr als eine halbe Million Euro gescheffelt hat, einen gehörigen Streit um die 10.000 Euro für Platz eins vom Zaun brechen. Seinen einzigen Auftritt in Deutschland hat der Franzose hier in Mariendorf überlegen gegen TellMeNoLies gewonnen und bewiesen, wie scharf alte Kanonen auch beim 116. (!) Auftritt ihrer Laufbahn noch zu schießen vermögen. Deutschlands Championesse ist mit ihrem Paradepferd hinreichend gewarnt.
Derby-Rennen der Flieger
Mit dem 8. Rennen, dem Derby-PokalderFlieger, beginnt für all jene Wetter, die ans ganz große Geld wollen, die schwierigste Denksport-Aufgabe. Gelingt es ihnen, bis zum letzten Rennen alle Sieger richtig vorherzusagen, ist in der V7+-Wette vom Berliner Trabrennverein eine Ausschüttung von mindestens 33.333 Euro garantiert. Doch schon der erste Teil hat‘s in sich. Der im Bogen erfolgende Start ist nicht jedes Pferdes Sache. Es gehen lediglich sechs Gespanne aus der ersten Reihe ab, so dass das zweite halbe Dutzend direkt dahinter Platz nehmen muss. Die Startplätze zwei, drei und vier gelten gemeinhin als die besten, und das könnte ZofrandeGleris ausnutzen. Der Italiener hat in seiner Heimat zahlreiche solcher Sprintaufgaben erfolgreich gelöst; mit ihm sollte Berlin-Fan Rudi Haller bestens gerüstet sein. Andererseits wollen IronCreek und Otero die letzten, etwas mageren Resultate gerade rücken. Und dann ist da noch Mon Filou, der vor zwei Wochen für Sieg-Odds von 563:10 genau solch eine Königswette hat platzen lassen…
Finale der Newcomer-Serie
Leichter wird’s auch im folgenden Finale der Newcomer-Serie um 20.000 Euro nicht, obwohl alle Kandidaten in unterschiedlichen Konstellationen miteinander die Klingen gekreuzt haben. Die Favoriten OlDonoLengai und Velten von Polly waren im Halbfinale am 5. September Totalausfälle, was JiltFlevo entschlossen genutzt hat. Seine dabei erzielten 1:13,6 sind durchaus die Kragenweite der beiden Vorgenannten - und Startplatz „8“ ein nicht zu unterschätzendes Handicap. Auf neuerliche Ausrutscher wartet Amon Wise As, der vor vierzehnTagen mit einem Ehrenplatz maßgenommen hat.
Gottlieb-Jauß-Memorial
An Berlins vor 21 Jahren tödlich verunglücktes Idol erinnert das Gottlieb-Jauß-Memorial, das sich - abgesehen vom Monté-Derby - an die gewinnreichste Klasse wendet. Prima aufgestellt ist der Stall Habo mit den seit geraumer Zeit in Schweden stationierten Natorp Bo und Volare Gar, doch ein Selbstläufer wird‘s nicht: Massai ist ein bewährter Krieger, der mit ein wenig Glück eine solche Schlacht gewinnen kann; auch Noubliezjamais darf nie vergessen werden, von Arendelle ganz zu schweigen. Die zähe Stute hat jüngst sogar RainbowDiamant das Nachsehen gegeben, ging damals allerdings mit 20 Meter Vorsprung auf die Reise.
Erst im fünften Abschnitt der V7+-Wette (12. Rennen) könnte man auf der Suche nach einem „Bankpferd“ fündig werden, damit der V7+-Einsatz nicht gar zu hoch wird: Der kleine JFK hatte am 5. September wegen eines Reifenschadens keine Chance auf den Sieg, biss sich jedoch mit enormem Kampfgeist zum Ehrenplatz durch.
Auktion zum Abschluss
Nach dem letzten Rennen wird wie üblich kräftig in die Zukunft investiert: Vor der offenen Endellschen Tribüne aus dem Gründerjahr der Trabrennbahn kommen zur 30. Derby-Auktion 84 Jährlinge in den Ring. Gesteigert werden kann „live“ vor Ort oder erstmals auch online. Dass durchaus für den schmalen Geldbeutel etwas Gutes dabei sein kann, hat die Vergangenheit hinreichend bewiesen: Die Breeders-Crown-Sieger Ginger Heldia und Emma di Quattro waren 2012 für 12.000 bzw. 6.000 Euro zu haben, Laskari 2014 gar für nur 4.500 Euro. Auf der gleichen Auktion war Orlando Jet für 7.500 Euro eine 1a-Investition, wie sich in den folgenden Jahren gezeigt hat: Der Hengst hält nicht nur den Mariendorfer Bahnrekord, sondern ist der aktuell beste deutsche Traber und hat derzeit 409.351 Euro auf der hohen Kante…
Unsere Tipps:
1. Finale “ Handicap-Pokal de luxe “ 2. Piemonte – No Nay Never – Bolero Sun 3. Emilion – Exclusive Fire – Pompano Julian 4. Nada mas – Gabalier – Million PS – Germinal 5. Heavenly Dreamgirl – Fräulein Trixie – Donato Princess 6. Zauni – Volcan de Bellande – Gustavson Be 7. Black Star – Longhire – I can steel 8. Iron Creeck – Fitforfun – Zofran de Gleris 9. Jilt Flevo – Ol Dono Lengai – Velten von Polly 10. Katalonia – Quelle Fleur – Kiwi Fortuna – Shimmy des Bois 11. Natorp Bo – Massai – Rainbow Diamant 12. JFK – Golden Evasion – Flash Gordon 13. Jeopardy – Kyriad Newport – Namanga Bo – Ruby Barosso 14. Eye Catcher C – Loaded Eliyas – Legend Act
Der Abend der Hobbyfahrer – 12 Ladies im Bruno-Cassirer-Rennen – Altstars im Oldies-Pokal – Orlando Jet bittet zum 3.200-Meter-Tanz
„Freitag ab eins macht jeder seins“ - oder er ist Amateurtrabrennfahrer und hat noch lange, nervenaufreibende Stunden vor sich. Nach dem Motto des Berliner Trabrenn-Vereins, ein Derby-Meeting für alle zu präsentieren, sind an diesem langen Abend, an dem bis 22.00 Uhr 13 Prüfungen auf der Speisenkarte stehen, die Hobbyfahrer im Dauereinsatz.
Derby-Pokal der Amateure
Gleich in die Vollen geht’s für sie mit dem 1. Rennen um 17.00 Uhr. In diesem 4. Wertungslauf der Serie „Derby-Pokal der Amateure“ sind Traber startberechtigt, die bis zu 4.000 Euro gewonnen haben. Die ebenso junge wie talentierte und kaltschnäuzige Emma Stolle fährt den nach zehn Monaten Pause sein Comeback gebenden Over the Cloud (11). Nach drei Siegen aus lediglich acht Versuchen ihrer erst vor wenigen Wochen begonnenen Karriere schwebt die BTV-Moderatorin derzeit auf Wolke sieben und hofft, dass sie dort auch gegen Open Season (1), Bruno Font CG (5) und Powerful PS (8) bleibt.
Im 5. Wertungslauf (8. Rennen) dürfen die Amateure mit vierbeinigen Geldschränken ran. Thomas Maaßen, 2018 Champion und derzeit gemeinsam mit dem Berliner André Pögel mit je zehn Siegen Tabellenführer, ist mit Mister Ed Heldia (8) bestens gerüstet, der Louie Brodde (10) jüngst in Gelsenkirchen um 2½ Längen locker hinter sich gelassen hat. Zur harten Nuss könnte der fürwahr eisenharte Iron Steel (1) avancieren.
Internationale Derby-Meisterschaft
Das alles ist jedoch nur gut dotiertes Geplänkel gegen das, was den Amateuren in der Internationalen Derby-Meisterschaft blüht. Das höchstdotierte Amateurfahren der Republik wird in zwei Vorläufen à 5.000 Euro und einem Finale entschieden, in welchem dem Sieger neben der Ehre die Hälfte der ausgelobten 25.000 Euro winkt. Wer im 11. Rennen noch einmal ran will, muss zu den jeweils besten Fünf gehören.
Im Vorlauf 1 (4. Rennen), mit dem die mit 17.500 Euro Garantieauszahlung unterfütterte V7+-Wette, die Hohe Schule des Wettens, beginnt, gehört Zucchero in die engste Wahl. Der Wallach ist Stammgast auf dem Treppchen, hat dies bei 21 Starts nur dreimal verfehlt, zehn Siege eingerannt und ist mit seinem Fahrer und Besitzer Peter Platzer seit Monaten eine Macht, woran auch Startnummer „9“ und damit der Beginn aus zweiter Reihe hinterm Auto nicht rütteln sollte. Schwächen darf sich der Nachkomme des zweifachen Prix-d’Amérique-Siegers Offshore Dream nicht leisten, denn Typen wie Idony (1), Jersey Muscles (2), der wankelmütige Copernikus (3) oder Jacy di Quattro (8), die jüngst unverschuldet aus dem Takt geraten ist, warten nur darauf, ihm in die Siegersuppe zu spucken.
Noch besser scheint Platzer, der diese Derby-Meisterschaft bereits 2016 mit Diamond Select an seine Fahne geheftet hat, im Vorlauf 2 (5. Rennen) mit Very Special One gerüstet. Der Hengst ist tatsächlich „speziell“, ist er doch, vom verpatzten Debüt abgesehen, in den folgenden 22 Versuchen immer in der Dreierwette gelandet, davon sage und schreibe 17 Mal als Klassenprimus. Mit der „5“ ist Zuccheros ein Jahr älterer Bruder ideal bedient und kennt die glasklare Favoritenrolle aus dem Effeff. Wen nimmt er mit ins Finale? Irish Steel (4) ist durch die harte schwedische Schule gegangen, Zarch Wise As (3) in Amateurhand bestens erprobt, der nicht immer ganz einfache Horatio Fortuna (6) wirft zwei aktuelle Siege auf die Waagschale. Golden Future (9), Major Ass (10), die schwer ausrechenbare Gian Luca Pasel (11) sowie das Titelverteidiger-Gespann Yen (13) und André Pögel müssen aus zweiter Startreihe auch ein bisschen aufs richtige Hinterrad hoffen.
Bruno-Cassirer-Rennen
„Damenwahl“ heißt die Devise im 9. Rennen, dem vorletzten der V7+-Wette. Mit ihm wird traditionell Bruno Cassirers gedacht, des Retters der Mariendorfer Rennbahn und langjährigen Präsidenten, der als jüdischer Mitbürger nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten seinen Hut nehmen musste und 1941 im englischen Exil verstarb. Dem Verleger, Galeristen, Pferdebesitzer und -züchter zu Ehren streiten sich zwölf Stuten in heuer nur einem Lauf um 20.000 Euro. Von der 2.000-Meter-Grundmarke dürften Jacky Crown (1), Ann Boleyn (5) und Stand up (8) die meisten Anhänger finden. 20 Meter mehr müssen Just be Proud (9), Jamaica Ferro (10), die beide am 6. September gute, aber nicht überragende Generalproben abgeliefert haben, die in Schweden für holländische Besitzer recht erfolgreiche Italienerin Africa Bi (10) sowie Calamintha (12) unter die Hufe nehmen - das wird nicht einfach.
Derby-Pokal der "Oldies"
In Erinnerungen schwelgen werden die Fans beim Derby-Pokal der Oldies (7. Rennen), der sich an Fahrer richtet, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Welt- und Europameister, zigfache Bahn- wie Landeschampions nehmen daran teil, die dem Trabrennsport teils über mehrere Jahrzehnte ihre Stempel aufgedrückt haben. All diese Meriten vereinigt Heinz Wewering, das Aushängeschild des deutschen Sports schlechthin. Niemand in Europa hat mehr Rennen gewonnen als der 29fache deutsche Meister der Trabrennfahrer, der zudem viermaliger Europa- und zweifacher Weltmeister ist. 16.916 Siege hat der 70jährige auf seinem Kerbholz und ist dennoch mit Charmeur Royal (8) nur chancenreicher Außenseiter. Berlins zehnfacher Champion Michael Hönemann fährt mit Lewandowski (4) einen Hengst aus dem Lot der verstorbenen Marion Jauß, der ebenso souverän einnetzt wie sein zweibeiniger Namensvetter: 26 Rennen hat der Fünfjährige bestritten, war durchweg unter den besten Fünf zu finden und hat zehnmal ins Schwarze, das im Rennsport der Winner Circle ist, getroffen - konstanter geht‘s nicht. Dieses Gesamtpaket sollte ihm bei den Wettern gegen Porto (3), French Kiss (6) und Prigana (7) den meisten Kredit geben.
Orlando Jet - der Hingucker zum Abschluss
Wird die V7+-Wette mit einem rätselvollen Vorlauf des Handicap de Luxe (10. Rennen) beendet, in dem 14 Aspiranten um die Finalteilnahme buhlen – die größten Hoffnungen dürfen sich Ijsvink (1), Donna Leone H (6) und Terpie Burgerheide (11) machen –, so sollte zum krönenden Abschluss Deutschlands aktuelles Aushängeschild Orlando Jet (8) im 12. Rennen sein Licht strahlend hell leuchten lassen. Über die bis 1978 gültige Derby-Distanz von 3200 Metern muss der kapitale Braune zwar gegen Doc Holiday (1) und Echo Oldeson (2) 40 sowie gegen General Lee (3) und Out of the Slums (4) 20 Meter wettmachen. Das sollte dem auf allen Distanzen heimischen Mariendorfer Bahnrekordler jedoch mühelos gelingen. Der von Rudi Haller schon in jungen Jahren als „Bester meiner gesamten Karriere“ bezeichnete Hengst hat ähnliche Distanzen auf französischen Rennbahnen mit Bravour gemeistert und ist die letzte und vielleicht sogar sicherste Gelegenheit des Abends, sich über eine 10-Euro-Siegwette ein Los für die große Prämienausspielung zu sichern. Auf der Derbybahn hat sich der stets wie aus dem Ei gepellt daherkommende Muskelprotz nun sieben Mal in Folge als nicht zu knackende Nuss erwiesen.
Nach dem bei ausreichender Nachfrage als 13. Prüfung ausgetragenen Trostlauf zur Derby-Meisterschaft der Amateure dürfen sich alle entspannt zurücklehnen und genießen. Laut wird’s nicht, denn der Veranstalter hat das früher übliche Höhenfeuerwerk durch eine Lasershow vom Feinsten ersetzt.
Unsere Tipps:
1. Over the Cloud – Bruno Font CG – Powerful PS 2. Here I am – I ‘ll be there – Windhund 3. Hooper des Chasses – Bajaro BR – Fight oft he Night 4. Zucchero – Jersey Muscles – L ‘Amicus
5. Very Special One – Zarch Wise As – Horatio Fortuna – Major Ass 6. Power Snatch – Captain Olaf – Kathy Scott 7. Lewandowski – Prigana – French Kiss 8. Mister Ed Heldia – Loui Brodde – Iron Steel
9. Africa Bi – Ann Boleyn – Stand up – Jenna Transs R 10. Donna Leone H – Terpie Burgerheide – Ijsvink 11. Int. Derby-Meisterschaft der Amateure - Finale A- 12. Orlando Jet – Prosperous – General Lee 13. Int. Derby-Meisterschaft der Amateure - Finale B –
Späte Punkteteilung gestern Abend beim 3:3 zwischen SD Croatia und BSV Al-Dersimspor auf dem Kunstrasenplatz im Friedrich-Ebert-Stadion. Brzovic (27.) und Schlumm (37.) brachten die Gastgeber 2:0 in Front, doch Droszczak gelang der Anschluss noch vor der Pause (42.). Das schnelle 3:1 durch Brzovic (49.) nach dem Seitenwechsel schien die Vorentscheidung zu sein – doch die sehenswerte Direktabnahme von Seyyidoglu (53.) hielt die Hoffnung der Kreuzberger weiter am Leben. Am Ende gelang Al-Dersimspor in letzter Minute noch der Ausgleich – Croatias Ergiligür traf ins eigene Tor (90.).
Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit den Trainern Robert Pocrnic (Croatia, l.) und Kai Brandt (Al-Dersimspor), bei denen die Gemütslage nicht unterschiedlicher ausfallen konnte.
Der FC Polonia Berlin wurde im Jahr 2012 gegründet und wechselte nach erfolgreichen Jahren in der Freizeitliga in den Spielbetrieb des BFV. Auch hier "kletterte" der Verein bis in die Kreisliga A – am vergangenen Sonntag unterlag man als Außenseiter dazu im Berlin-Pokal dem Oberligisten SV Tasmania (1:4) und hielt dabei bis in die Schlussphase ein Unentschieden.
Rafał Kwak (Vorsitzender)
Wir haben viel Spaß in Berlin – wir leben hier, wir arbeiten hier, unsere Kinder gehen hier zur Schule.
Berlinsport Aktuell sprach mit dem Polonia-Vorsitzenden Rafał Kwak am Rande des Pokalspiels ausführlich über den mittlerweile in Reinickendorf beheimateten Verein.
Landesligaaufsteiger 1. FC Wacker 21 Lankwitz hat für eine der Überraschungen in der ersten Runde des Berlin-Pokals gesorgt: am Sonntagvormittag wurde der klassenhöhere SD Croatia mit 3:0 (1:0) aus dem Wettbewerb geworfen. Vor etwa 80 Zuschauern am Sportplatz an der Gallwitzallee traf Knaack (13.) früh zur Führung. Nach der Pause sorgte Kozik (67., 80.) mit einem Doppelpack dann für die Entscheidung.
Berlinsport Aktuell sprach mit Wacker-Trainer René Wendl (l.) nach dem Spiel über den Pokal-Coup, die Erfolge der vergangenen Jahre – und die Zielsetzung für die verkürzte Saison in der 1. Abteilung.
Neun Punkte aus vier Partien hat Türkspor bislang in der Berlin-Liga 2020/21 einfahren können: Siegen bei United (4:2), gegen Croatia (2:1) und zuletzt bei Hilalspor (2:1) steht ein 0:1 bei Al-Dersimspor am 3. Spieltag gegenüber.
Eine Bildergalerie zur Partie Hilalspor - Türkspor finden Sie hier
Umut-Ugur Binici (Trainer)
Wir wollen die erfolgreichste Türkspor-Saison spielen. Wir wollen aber auch zusehen, dass wir schöneren und offensiven Fußball spielen – das ist die Arbeit, das wollen wir mit der Zeit erreichen.
Berlinsport Aktuell sprach mit Türkspor-Trainer Umut-Ugur Binici nach dem Spiel am Sonntag noch darüber, welche Ziele 2020/21 verfolgt werden, wie er mit der "Qual der Wahl" angesichts des verstärkten Kaders umgeht – und wie er diese besonders umfangreiche Spielzeit sieht.
Vier Spiele, vier Punkte: so lautet die Bilanz von Hilalspor zum Start der Berlin-Liga 2020/21. Dem Heimsieg gegen Wilmersdorf (4:1) folgte eine Niederlage beim BSC (1:3), dann gab es – jeweils auf eigenem Platz – gegen Empor eine Punkteteilung (1:1) bzw. gegen Türkspor ein knappes 1:2. Wermutstropfen für die Kreuzberger: aktuell muss man verletzungsbedingt auf Mehmet Uzuner (42 Tore in den vergangenen zwei Spielzeiten für Hilalspor) verzichten.
Eine Bildergalerie zur Partie Hilalspor - Türkspor finden Sie hier
Ekrem Asma (Trainer)
Man darf nicht vergessen: ich habe ein paar ältere, aber sehr viele jüngere Spieler – irgendwann werden die auch gut sein, das wird automatisch passieren. Man darf nicht einfach so nach vier Spieltagen zu schnell beurteilen, wo wir landen.
Berlinsport Aktuell sprach mit Hilalspor-Trainer Ekrem Asma nach dem Spiel am Sonntag noch darüber, wie man mit dem Personalproblem im Angriff umgeht, was man sich für die Saison vorgenommen hat – und wie er das "XXL-Format" der Berlin-Liga in dieser Spielzeit persönlich beurteilt.
Volle Punktzahl, kein Gegentor: so lautet die Startbilanz des SV Tasmania in der NOFV-Oberliga Nord. Zwei Heimsiege gegen Hertha 06 (4:0) bzw. BSC Süd 05 (3:0) sowie Dreier in Staaken (2:0) bzw. bei Blau-Weiß 90 (2:0) bescheren den Neuköllnern aktuell Platz 1 – dennoch will man die bislang makellose Bilanz an der Oderstraße nicht überbewerten.
Abu Njie (Trainer)
Für mich ist eins klar: das Imperium wird irgendwann zurückschlagen – und das Imperium ist Greifswald und Zehlendorf. Die haben halt einfach richtig Qualität, und irgendwann werden sie kommen.
Berlinsport Aktuell sprach am Samstag mit Trainer Abu Njie noch über Vorbereitung und Saisonstart, Meisterschaftsfavoriten und starke Aufsteiger – sowie ein Bier nach der Partie für seine Spieler.
Zum Auftakt der Landesliga 1. Abteilung unterlag Polar Pinguin im reizvollen Duell "Aufsteiger gegen Titelkandidat" dem BFC Preussen mit 0:2. Bereits vor der Pause trafen die Lankwitzer durch Hartmann (31.) und den Foulelfmeter von Fikic (35.) zum Endstand. Erst 14 Tage nach dem kommenden Pokalwochenende steht wegen der Verkürzung der Saison für die Preussen dann das Heimspiel gegen Gatow auf dem Programm, Polar Pinguin gastiert bei Concordia Wittenau.
Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit den Trainern Julian Bakisch (Polar Pinguin, l.) und Thomas Häßler (BFC Preussen).
Nur Kiwi Fortuna als Gesetzte raus – Charlie-Mills-Memorial: Goldy Stardust dreht den Spieß um – Silber für Izzi’s Newport – Nelly Pepper unterm Sattel wie vorm Sulky nicht zu boxen – Heinz Wewering als Toto-Schocker
Das haben die 2017 geborenen Ladys in den fünf Vorläufen zum in zwei Wochen anstehenden Stuten-Derby prima hinbekommen und sich fast sklavisch an die Vorgaben der Expertenrunde gehalten, die fünf von ihnen als Gesetzte auserkoren hatte. Drei erledigten die Pflicht vor der großen, dann um die 80.000 Euro wertvollen Kür – der genaue Rennpreis steht noch nicht fest und hängt von der Zahl der Trostläufe ab -–als Klassenbeste, die wacklige Glide be Lucky AS schaffte den „Cut“ als souveräne Zweite, und auch Kiwi Fortuna enttäuschte als Dritte durchaus nicht und wird sicherlich noch einmal im Trostlauf versuchen, ihren von Vielen auf die leichte Schulter genommenen Sieg im Adbell-Toddington-Stutenlauf zu bestätigen.
Naminga Bo siegt als erste Favoritin
Mit rund 15minütiger Verspätung, weil Kaitlin Way Scott ihn ohne Eisen in Angriff nehmen wollte und erst beschlagen werden musste, begann der nominell dritte, chronologisch 1. Vorlauf, in dem die gesetzte Namanga Bo ihr schwächliches Abschneiden aus dem Buddenbrock-Stutenlauf konsequent revidierte. Mit der reichsten aller Derby-Ladys nutzte der aus Italien eingeflogene Pietro Gubellini den idealen Startplatz „3“, übernahm sofort das Kommando, durfte lange bummeln und machte sich im Einlauf locker aus dem Staub. 1:15,6 war die erste Messlatte. Platz zwei schnappte sich die ihr Saisondebüt gebende Grace Keely aus dem Erfolgsstall Robin Bakker/ Paul Hagoort ebenso erwartet vor Quelle Fleur.
Auch Kyriad Newport locker durch
Was den Vortrag des Italieners betrifft, lautete in Elimination 2 für Michael Nimczyk die Devise „copy and paste“. Er durfte unterwegs eine noch ruhigere Kugel schieben, nachdem ihm im knallharten Kampf um die Spitze die als brandgefährlich ausgemachte Katalonia durch einen kapitalen Fehler nach 150 Metern abhanden gekommen war. Danach brauchte die sich enorm lang machende Kyriad Newport nur Dienst nach Vorschrift zu schieben, um in 1:16,1 alle im Griff zu behalten. Mit ihr wird man Olympia Hazelaar in 14 Tagen wiedersehen, die einen frühen Gewaltvorstoß in dritter Spur nicht krumm nahm, nach einem Kilometer an der Flanke der 11:10-Favoritin aufkreuzte und sich tapfer ins Finale durchbiss.
Whoopie Diamant düpiert Favoritin
Den ersten kleinen Favoritensturz gab’s in Vorlauf 3, den nicht die gesetzte Glide be Lucky AS, sondern Co-Favoritin Whoopie Diamant beherrschte. Die Tochter der Miss Vera, die selbst 90.703 Euro und 29 Siege auf ihrer Karte hat, und des weltweit exzellenten Vererbers Muscle Hill verkniff sich diesmal jeden Aussetzer. Mit Robin Bakker an den „Lenkseilen“ – auch dessen Taktik hieß „kopieren und einfügen“ – schoss sie in einem Rennen, bei dem von neun Kandidatinnen lediglich fünf das Ziel in der korrekten Gangart erreichten, sofort in Front und blieb gegen die wacklige Glide be Lucky AS, hinter der Jaap van Rijn alle Mühe hatte, einen Fehler zu vermeiden, stets leicht in der Vorhand. 1:15,4 lautete die neue Vorlauf-Bestmarke.
Raya hängt gesetzte Kiwi Fortuna ab
Qualifier 4, der auf dem geduldigen Papier als offenster daherkam, wurde eine letzten Endes souveräne Beute von der in Schweden von Timo Nurmos trainierten Raya, die sich heuer jenseits der Ostsee bei neun Auftritten die nötige Härte geholt hat. Catchdriver Dennis Spangenberg entschied sich für die Todesspur, „weil die Stute es mag, immer frei weg laufen zu können.“ Als die aus Italien angereiste Liesbeth in der letzten Kurve mit ihrem Tempolatein brutal am Ende war, machte sich Raya auf die Strümpfe und hängte ihre brandgefährliche Verfolgerin Paulette locker ab, die beim zweiten Auftritt ihrer Karriere knapp die Favoritenbürde aufgedrückt bekommen hatte. Die ob ihres Sieges im Adbell-Toddington-Stutenlauf gesetzte Kiwi Fortuna belegte Platz drei, ohne je eine reelle Chance auf ein Endlauf-Ticket zu haben.
Jeopardy erwartet stark
Der 5. Vorlauf, vom Veranstalter höchst verwirrend als erster bezeichnet, wurde zum Parademarsch der gesetzten Jeopardy, die nach frühen Fehlern von Taste of Diamonds und Ka Ching Bros wie aus Schweden gewohnt „Fahne hoch“ ihre einsamen Kreise zog. Als mit 1:14,5 schnellsten aller Kandidatinnen war sie meilenweit vor der erst ihren zweiten Start absolvierenden Ruby Barosso, mit der Rick Ebbinge sich für die Schlussrunde halbwegs an die Seite der Siegerin legte. „Geübt haben wir mit ihr den Rechtskurs daheim ausgiebig. Ein bisschen knifflig wurde es nur in der Startphase. Als sie einmal vorn war, konnte ich sie freiweg marschieren lassen“, freute sich Conrad Lugauer, der dem Endlauf mit allerbesten Aussichten entgegen sehen kann, den Bock endlich umzustoßen: Ein Derby-Sieg fehlt dem Bayern aus Skåne noch in seiner Erfolgsbilanz.
Goldy Stardust nimmt Revanche
Eine mindestens 30 Jahre währende Serie blieb im Charlie-Mills-Memorial, mit dem seit 1972 an einen der ganz Großen des weltweiten Trabrennsports gedacht wird, erhalten: Kein Traber konnte in dieser Spanne die Prestige-Prüfung zweimal gewinnen. Im Vorjahr musste Goldy Stardust Frontrenner Halva von Haithabu vor sich dulden, als späte, dafür umso süßere Rache drehte Deutschlands derzeit beste Stute den Spieß um -– kurioserweise mit 1:12,2 in der gleichen Zeit. Natürlich gestaltete Thorsten Tietz mit dem unerschrockenen Wikinger das Match von vorn, der jedoch einiges investieren musste, um an Rainbow Diamant und Inspector Bros vorbeizukommen. Anschließend konnte sich der Titelverteidiger etwas ausruhen, weil der außen aufrückende Bvlgari Peak sich vor einer Attacke hütete. Hinter dem Dänen hatte Michael Nimczyk seiner Lieblingsstute, „die mir unglaublich viele Gänsehaut-Momente beschert hat und so lange Rennen laufen wird, wie sie Lust dazu hat“, eine perfekte Abflugrampe verpasst. Für die Quick-Wood-Tochter, für die Berlin immer ein exquisites Pflaster war, hatte auch der 13. Besuch der Derbybahn keine Tücken: Im Nu hatte sie den wie sie auch in Frankreich gestählten Wikinger im eisernen Würgegriff, aus dem es kein Entrinnen gab. Locker ließ sie ihn rechts liegen zum zehnten Mariendorfer Erfolg – dazu kommen drei Ehrenplätze. „Ein Traumpferd, das sich wieder voll gefunden hat“, strahlte der Goldhelm, der sich nach Welmoed Landerye (2009) und Cash Hanover (2017) zum dritten Mal auf der Ehrenliste verewigte. Für Platz drei kämpfte Inspector Bros den tapferen Bvlgari Peak und Tyrolean Dream nieder.
Jilt Flevo bei den Newcomern…
Ohne die Vorausfavoriten Velten von Polly und Ol Dono Lengai wird das am 19. September um 20.000 Euro ausgetragene Finale der Newcomer-Serie stattfinden. Das war das Resultat des Semifinales, aus dem sich die beiden Hengste am Start (Velten von Flevo) und in dritter Schlussbogenspur im Galopp eliminierten. Bombensicher im Griff hatte Danny Brouwer den Rest, nachdem er mit Jilt Flevo 1100 Meter vorm Ziel Amon Wise As von der Spitze verjagt hatte und den Konterversuch des in Italien geborenen Varenne-Sohns auf der Zielgeraden locker im Keim erstickte.
…Izzi’s Newport um Silber
Im dramatischsten Finish des Nachmittags setzte sich Izzi’s Newport mit dem 20.000 Euro wertvollen Finale der Silberserie die Krone auf. Den ersten Versuch Velten Red Red Reds, ihn aus dem Kommando zu jagen, beschied Michael Nimczyk noch abschlägig, beim zweiten ließ er den Fuchs dann doch vorbei. Das wäre fast ins Auge gegangen, denn als Exclusive Fire nach einer Runde seinen bombastischen Angriff aus dem Mittelfeld anzettelte, der ihm ausgangs der Schlusskurve die Führung brachte, saß der Goldhelm ziemlich fest. Gerade rechtzeitig öffnete sich die rettende Lücke, und wie Izzi’s Newport die eigentlich schon verlorene Partie doch noch umbog, war begeisterndes, war ganz großes Kino. 1:12,9 - so schnell war Izzi nie zuvor, bekam dafür aber auch den mit 9.000 Euro dicksten Scheck seiner Laufbahn gutgeschrieben.
Mon Filou mit Außenseitersieg
Der berühmte Affe aus dem Nest fiel im Pokalder (vierbeinigen) Publikumslieblinge. Nach aktueller Verfassung hatte der heuer bei zehn Versuchen noch sieglose Mon Filou nicht die Spur einer Chance - und nutzte die mit dem zweibeinigen Aushängeschild des deutschen Trabrennsports zur Verblüffung fast aller. Heinz Wewering verpasste dem „Schlitzohr“ ein Traumrennen im Rücken der hurtig in Front tanzenden La Ballade, mit der Rudi Haller die Pace durchweg hochhielt. Das war augenscheinlich ganz nach dem Geschmack Mon Filous, der alle Flausen sein ließ und sich mit viel Herz auf eine Länge absetzte. So sehr die Fans dem 70jährigen Urgestein den 16.915. Treffer seiner unvergleichlichen Karriere gönnten, war’s für viele doch auch ein Wermutstropfen: Für 563:10 machte er der Mehrzahl der V7+-Systeme den Garaus.
Nellys Doppelschlag im Kombi-Pokal
Teil I des Kombi-Pokals wurde eine überlegene Beute von Nelly Pepper und Ronja Walter, die auch ihren zweiten gemeinsamen Ausritt im Winner Circle beendeten. Wehe, wenn sie losgelassen, hieß das Motto für die Fast-Photo-Tochter, mit der sich die deutsche Reitchampionesse einen Kilometer lang ansah, wie Hindy Heikant auf der Flucht bis zu 40 Meter Vorteil herausholte. 800 Meter vorm Pfosten machte sie sich auf die Verfolgung – und wie. In Windeseile schmolz der schöne Vorsprung, Nelly Pepper zog voller Elan durch und war in sagenhaften 1:12,9 überlegene Ware. Auch die Wiederholung vorm Wagen schnappte sich die kampfstarke Stute, die von Franz-Josef Stamer von der „8“ ans Ende des Pulks dirigiert wurde, sich gegenüber von Offroader nach vorn ziehen ließ und sich in fünfter Einlaufspur gegen den innen durchschlüpfenden Adonis CG und ihre Lokomotive ganz leicht durchsetzte
Die weiteren Rennen des Tages
Stand up hieß es in jeder Hinsicht zum den Amateuren vorbehaltenen Auftakt des Derby-Meetings. Mit der Stute machte André Pögel aus der Todeslage im Schlussbogen kurzen Prozess und setzte sich für 18:10 überlegen von Timoka Corner (26:10) ab, die mit ähnlich großem Vorsprung für den Ehrenplatz keine Diskussionen zuließ. In einem Handicap-Rennen bugsierte Jochen Holzschuh Terpie Burgerheide früh auf die Kommandobrücke, der dort den Umsturzversuch der fast gleichauf einkommenden JFK, Liana Silvio und Beebee BR für 13,2fache Sieg-Odds locker ausstand.
Zum Absacker des Nachmittags erklang des Wendlers „Spektakulär“, und es war tatsächlich spektakulär, wie leicht Flying Marceaux die Aufgabe für die Trotteurs français löste. Nach einem Blitzstart kurvte Thorsten Tietz mit dem Quaker-Jet-Sohn stets drei, vier Längen vor Germinal und der restlichen Meute einher - so blieb es bis zum Schluss.
Positives gilt es von der Umsatzfront zu vermelden: Fast 300.000 Euro bedeuten einen Schnitt von 21.424 Euro pro Rennen - ein Plus von rund 1.300 Euro bzw. in der Summe 17.700 Euro zum vergleichbaren 2019er Samstag.
Umsatz bei 14 Rennen: 299.930,71 Euro (incl. 213.951,46 Euro Außenumsatz)
Derbywoche, Tag 2 (06.09.2020)
Vorläufe zum 125. Traber-Derby: Nur einer der Gesetzten strauchelt
Keytothehill in der Königsrolle – Cunningham sorgt für die Überraschung – Arnold Mollema als Trainer auch im Auktionsrennen – Indio Corner lässt den Toto wackeln – perfektes Debüt von Cindy Truppo
Es ist angerichtet für das höchstdotierte deutsche Trabrennen des Jahres, das in zwei Wochen zum 125. Mal ausgetragene Derby. Was die Ladys am Samstag vorexerziert hatten, setzte sich in den vier Vorläufen mit 34 Hengsten und Wallachen – keine Stute wagte es, mit ihnen die Klingen zu kreuzen – fort: Die Gesetzten hielten sich bis auf eine Ausnahme an die Einschätzungen des Veranstalter-Gremiums und machten mit den vermeintlichen Underdogs „tabula rasa“. Lediglich in Vorlauf 3 tanzten gleich beide möglichen Sieganwärter komplett aus der Reihe und verpassten nach einem Dauerduell an der Spitze als Vorletzter (Hidalgo Heldia) und Letzter (Jonny Hill) sogar das Finale sonnenklar. Fürs Team Nimczyk war dieser Schaden kein gar so kapitaler, denn dafür sprang Robbin Bot mit der zweiten Farbe Cunningham – am Toto war’s gar nur der achte und letzte Kandidat – in der engsten Ankunft in die Bresche.
Im Blauen Band am 20. September, in dem es je nach Anzahl der Trostläufe fürs Stuten-Derby um 205.000 bis 212.000 Euro gehen wird, ist der deutsche Trainerchampion Wolfgang Nimczyk als Einziger mehrfach vertreten: Straight Flush, Cunningham und Venture Capital heißen seine drei Musketiere, die gegen eine Rotte von neun „Einzelkämpfern“ antreten werden. Einer wird dann auf der „Setzliste“ von Experten und Wettern haushoch über den Anderen thronen: Keytothehill. Bedurfte es überhaupt noch eines Beweises, dass der Weg zum Lorbeerkranz nur über den von Arnold Mollema vorbereiteten Hengst führt, so wurde der auf fast schon brutale Weise geliefert. Kompromisslos zeigte Heinz Wewering der Konkurrenz, wie hoch der Hammer hängt, kreuzte in der mit Abstand schnellsten Zeit aller Vorläufe, die sogar Tagesbestzeit war, die Linie mit dem Braunen, der alles mitbringt, was ein Klassepferd auszeichnet: das nötige Phlegma, ein ökonomisches Gangwerk und die Bereitschaft, ein Schippchen draufzulegen, wenn ein Gegner anklopft.
Wild West Diamant souverän
Nur einen mit 1:14,6 etwas zügigeren Sonntagnachmittagspaziergang hatte in Vorlauf 1 der gesetzte WildWestDiamant zu erledigen, der nach vier Ehrenplätzen endlich den ersten Saisonsieg landete. Am Start war der Muscle-Hill-Sohn noch nie der schnellste, und so kam der zum Geldwechsel-Kurs von 10:10 antretende Dunkelbraune nur als Vierter unter. Sofort von Robin Bakker auf „Vormarsch“ gepolt, knöpfte er ausgangs der ersten Biege King of Greenwood den Taktstock ab, war fortan auf jedem Zentimeter überlegene Ware und markierte mit mäßigen 1:14,6 den ersten Maßstab. In dem durch Galoppaden enorm dezimierten Feld rundete der innen unauffällig mitlaufende Pergamon S als Dritter den totalen Triumph der in Holland vorbereiteten Kandidaten ab.
Keytothehill herausragend
Nicht minder gnadenlos, jedoch deutlich zügiger zertrümmerte in Qualifier 2Keytothehill die Konkurrenz auf seinem Weg zur dreifachen Krone. Heinz Wewering ließ sich von den beiden Blitzstartern Gold Cap BR und Eagle in the Sky nicht flachsen, machte sofort Dampf, brauchte aber bis zur ersten Passage des Zielschilds, um das Gold Cap zu umsegeln. Danach gab‘s kein Halten mehr für den haushohen Favoriten mit dem raumgreifenden Geläuf, der ein sanftes Ruhekissen für all jene war, die über ihn an ein Los für die große Prämienausspielung zu kommen gedachten. 1:12,5 war ein deutlich vernehmbares Signal Richtung Konkurrenz, wobei der mit einer Bierruhe gesegnete Hengst noch nicht mal von den Ohrenstöpseln befreit wurde: „Das behalten wir uns vor, wenn’s wirklich mal eng werden sollte“, griente „HW“. Bestens verkaufte sich Venture Capital, der hinter Gold Cap BR ganz sicher Finalplatz drei buchte.
Favoriten verzocken sich
Komplett über den Haufen geworfen wurden die Prognosen der Auguren in Vorlauf 3, obwohl der gesetzte Jonny Hill ratzfatz ins Kommando flitzte und der bei vier Auftritten in Schweden unbezwingbare Hidalgo Heldia sich ebenso zügig an seine Seite legte und ein scharfes Tempo einforderte. 500 Meter vorm Ziel kam Hidalgo, seit drei Monaten wegen gesundheitlicher Probleme nicht am Ablauf gewesen, aus dem Tritt. Von Pippo Gubellini meisterhaft auspariert, setzte er den Druck fort, doch an der letzten Ecke machte sich die fehlende Matchpraxis bemerkbar. Wie er hatte auch Jonny Hill nichts draufzusatteln, als die Speedpferde aufrüsteten. Am Ende entschied ein „Kopf“ zugunsten Cunninghams und Robbin Bots und gegen den am Ende enorm zulegenden Black Jack (beide 1:14,0) sowie den sich durchs Feld schlängelnden Because you love me.
Straight Flush sticht
In der 4.Elimination wurde Straight Flush seiner enormen 17:10-Wertschätzung vollauf gerecht. Es gab für die Anhänger des sofort in Front spritzenden kleinen Hengstes nur eine Schrecksekunde, als er nach 600 Metern urplötzlich ob eines Werbebanners stutzte. Michael Nimczyk bügelte das sofort aus, der Braune lag wieder wie ein Brett und war allzeit bereit für die Herausforderung durch Peter Untersteiners 1:11,2-Traber Toto Barosso, der ihn nicht aus den Fängen ließ, aber auch nicht vorbeikam. Straight Flush hatte stets die passende Antwort parat und gewann sicherer, als der Abstand von einer halben Länge aussagen mag. Eine lange „Weile“ zurück wurde sicherheitshalber die Technik zu Rate gezogen, die einen „Kopf“-Vorteil zugunsten Dream Fashions und gegen Ken Bull offenbarte. 1:14,3 war das letzte Vorlauf-Wort.
Europabummler im Vierjährigen-Auktionsrennen
In niederländischer Hand war das Equine-Auktionsrennen um 30.000 Euro für all jene Vierjährigen, die bei der Derby-Jährlingsauktion 2017 in den Ring gekommen waren. Jaap van Rijn scheute sich nicht, Arnold Mollemas heuer noch sieglosen Derby-Sechsten Juan Les Pins außen herum einzusetzen und fuhr damit goldrichtig. In starken 1:13,0 machte sich der Schwarzbraune ganz leicht frei vor Ikarus Love und Bavaro zum dritten Volltreffer einer Laufbahn, die ihn auch schon nach Dänemark, Frankreich und – bei der Entourage fast selbstverständlich – in die Niederlande geführt hat.
Noch leichter hatte es Julnick Shark, der im Pokal der Vier- und Fünfjährigen eine Klasse für sich war und nur einen bangen Moment zu überstehen hatte, als er sich unmittelbar vorm zweiten Bogen zu einer kurzen Rochade mit Instagramm verabredete. Eingangs der Überseite wieder vorn, brauchte Jochen Holzschuh den „Hai“ nur auf gerader Linie zu halten, um den größten, 3.500 Euro wertvollen Happen vom Prämienkuchen abzubeißen.
Zumindest an den ersten Beiden hätte der lange Zeit in Italien aktive Gerhard Krüger als Namensgeber des ersten Zweijährigen-Rennens dieser Saison seine helle Freude gehabt. Besonders an Cindy Truppo, mit der Thorsten Tietz nach Avena Jet eine weitere vielversprechende Maharajah-Tochter bei einer italienischen Jährlingsauktion an Land gezogen hat. Von der „8“ legte sie nicht los wie eine Debütantin, sondern wie eine Alte, fegte wie der Blitz nach vorn, wechselte dort das Tempo nach Belieben ihres Ausbilders und legte ein Päckchen drauf, als der einzig ihr auf den Fersen bleibende Lord Bianco sie im Einlauf kippen wollte. 1:15,8 lautete die erste Marke der unkomplizierten, abgeklärten Braunen, mit der es vielleicht im Jugend-Preis ein Wiedersehen gibt. „Das entscheidet sie ganz allein“, war Tietz hochzufrieden mit seiner Musterschülerin, die die ersten 4.400 Euro ihres 27.000-Euro-Preises amortisiert hat.
Im Derby-Pokal der Steher hatte Horatio Fortuna den längsten Atem, mit dem sich Jaap van Rijn bei der erstbesten Gelegenheit aus der kniffligen Innenspur mogelte, sich auf den Weg zu Spitzenreiter Place Royal vortankte, den Fuchs zu Beginn der Zielgeraden noch einmal kurz in dessen Windschatten Luft schnappen ließ und ihm dann ganz leicht den Garaus machte.
Die weiteren Rennen am 2. Tag
Zum Auftakt des sonnenüberfluteten Nachmittags war zwar der nach 600 Metern in Front gezogene Omega Man das klar stärkste Pferd, trabte aber in den Bögen nicht glockenrein und hätte sich über eine nachträgliche blaue Karte nicht beschweren dürfen. Viel ansehnlicher sauste der kleine Trixton-Sohn Piemonte um die Bahn und schien noch keineswegs müde, als im Scheitel der Schlusskurve der Salto kam. Der direkt dahinter liegende Bruno Font CG erbte gewissermaßen das Zepter und gab’s bis ins Ziel nicht mehr aus der Hand.
Anschließend wurde Purple Rain zum spektakulären Nummer-1-Hit. Thorsten Tietz setzte von Startplatz „8“ alles auf eine Karte, fuhr Favorit Karel G Greenwood um die Spitze aus und legte stets einen Gang zu, wenn Karel zu attackieren suchte; das mündete in einen haushohen Sieben-Längen-Sieg des immer noch verspielt wirkenden Vierjährigen.
Oblag es tags zuvor Heinz Wewering, ein Toto-Beben auszulösen, so fiel dieser Part in einem hochklassig besetzten Amateurfahren für 998:10 Indio Corner und Romina Beranek zu. Den völlig formlos aus Bayern angereisten Elfjährigen schien die Erinnerung an seinen größten Triumph zu beflügeln, der schon ein paar Tage her ist: 2014 hatte er mit Josef Franzl hier den Shootingstar-Cup gewonnen. Mit der „13“ kam der Wallach blendend in die Partie, schnappte sich einen Kilometer vor Schluss das Kommando, wurde immer munterer und bescherte seiner jungen Fahrerin den ersten, nicht einen Moment gefährdeten ersten Treffer ihrer Laufbahn.
Der zweite Vergleich der Hobbyfahrer gipfelte im Duell zweier Moderatoren. Hatte Christoph Pellander mit Hannah Hazelaar lange Zeit das Sagen, so sprach aus deren Rücken Emma Stolle mit Bonanomi CG das letzte Wort. Das Pferd für den „Besitzer für einen Tag“ überrannte die sich tapfer verteidigende TraberParti-Stute ganz leicht und bescherte dem Glückspilz den Siegpreis von 1.400 Euro.
Den Schlusspunkt des zweiten Tages setzte Josef Franzl mit Obango. Als er der im zweiten Paar außen lauernden Lasbekerin den Kopf freigab, war’s um die lange führende Just be Proud rasch geschehen, die Rang zwei an Obangos Schattenfrau Jamaica Ferro verlor.
Wie üblich gilt der letzte Blick dem, was durch tatsächliche und virtuelle Wettkassen geflossen ist. Der Umsatz des letzten Jahrs wurde bei identischer Anzahl an Rennen deutlich um rund 22.000 Euro übertroffen. Aufgrund der Einschränkungen vor Ort fiel der Bahnumsatz jedoch um 25.000 auf 115.825,10 Euro.
Umsatz bei 14 Rennen: 382.032,80 Euro (incl. 266.207,70 Euro Außenwette)