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Absoluter Sahnetag für Thomas Panschow

Der Sportler gewinnt mit Keytothehill den Lauf der Gold-Serie und holt mit Iron Polly Silber – Josef Franzl glänzt mit Rimski bei den Newcomern.

Mariendorf, 27. März 2022.

Keytothehill und Fahrer Thomas Panschow (Foto:©Marius Schwarz)

Gold, Silber und Newcomer: Auf der Trabrennbahn stand bei schönstem Frühlingswetter der Auftakt gleich dreier hochdotierter Rennserien auf dem Programm. Mit der dicksten Börse – nämlich 10.000 Euro – war der Gold-Lauf überschrieben und er wurde zur Beute von einem, der früher einmal sogar als heißer Derby-Sieganwärter galt. Nämlich Keytothehill, dem nicht nur der Erfolg beim Kampf um das Blaue Bland versagt blieb, sondern der aufgrund seiner anschließenden zahlreichen Galoppaden immer mehr den Ruf als „heißer Ofen“ besaß. Insofern war es alles andere als eine Selbstverständlichkeit, dass es Thomas Panschow nun bei seiner ersten Fahrt im Sulky des Hengstes auf Anhieb gelang, mögliche Galoppaden zu verhindern und alle Klippen problemlos zu umschiffen. Der 54-Jährige vollstreckte seinen Job als Catchfahrer, sehr zur Freude von Keytothehills Trainer Arnold Mollema, einfach perfekt.

Lauf der Goldserie

Auf der langen 2.500-Meter-Strecke gab Panschow schon auf der ersten Gegenseite mächtig Gas, um an Mister Ed Heldia (Michael Nimczyk) vorbei die Spitze zu ergattern. Und was zunächst als kräftezehrende Anstrengung erschien, war in Wirklichkeit das Rezept für den Erfolg. Denn die Führungsposition schien ganz nach dem Geschmack von Keytothehill zu sein, dessen Schritte immer länger wurden. Letztlich waren es sogar sechs Längen Vorsprung, die den wiedererstarkten Traber in der Tagesbestzeit von 1:13,8 min. von Mister Ed Heldia und dem Drittplatzierten Major Ass (Victor Gentz) trennten. Man darf gespannt sein, ob Keytothehill diesen positiven Trend erhärtet und die hohen Erwartungen, die sein Umfeld nach wie vor in den Hengst setzt, zukünftig einlöst. Dann hätte er sicherlich das Zeug dazu, auch international eine Rolle zu spielen.

Lauf der Silber-Serie

Im Gegensatz zu diesem Rennresultat entwickelte sich der mit 6.000 Euro dotierte Lauf der Silber-Serie zu einem absoluten Finish-Krimi und am Ende waren es nicht die am Toto am höchsten eingeschätzten Flash Gordon (Rudolf Haller) und Workaholic Diamant (Victor Gentz), sondern zwei Saisondebütanten, die die Entscheidung untereinander ausmachten. Nämlich Purple Rain (Thorsten Tietz), der rasch das Kommando übernommen hatte und der von Thomas Panschow trainierte und gefahrene Iron Polly. Der „Mann in Blau“ hatte selber um die Spitze mitgekämpft, dann aber seinem Widersacher die Tempoarbeit überlassen und seinen Schützling clever an die Innenkante in den Windschatten von Purple Rain dirigiert. Genau das war der Schlüssel zum Erfolg, denn auf diese Weise sicherte Panschow Iron Polly die entscheidenden Reserven. Purple Rain bog zwar noch mit einem komfortablen Vorsprung auf die Zielgerade – doch nun schlug die Stunde seines Verfolgers. Iron Polly kämpfte sich Zentimeter um Zentimeter heran und hatte seinen Gegner in 14,3/1.900m genau auf der Linie gestellt. Für den an diesem Tag in absoluter Glanzform agierenden Thomas Panschow kam der Sieg seines 10,9-Außenseiters wenig überraschend: „Der Braune ist ein tolles Pferd und verfügt über ausgezeichnete Qualitäten. Er erledigt alles, was man von ihm verlangt, einfach vorbildlich.“

Lauf der Newcomer

Auch der ebenfalls mit 6.000 Euro dotierte Lauf der Newcomer gestaltete sich äußerst spannend und wurde trotz des elfköpfigen Teilnehmerfeldes zu einem einsamen Duell zweier Pferde. Victor Gentz hatte mit der Außenseiterin Lorette Ass entschlossen die Führung übernommen und sah sich bereits ab der Tribünengeraden außen von dem 1,4-Topfavoriten Rimski und Josef Franzl begleitet. Im weiteren Verlauf kamen die zahlreichen Anhänger des Lasbeker Hengstes zunächst einmal mächtig ins Schwitzen. Denn während die Pilotin eisern voran marschierte und beim Einbiegen in den Einlauf immer noch überaus souverän wirkte, schien sich Rimski bitten zu lassen. Doch dann spulte der Vierjährige, der über sehr viel Phlegma zu verfügen scheint, sein Pensum eisern herunter und ging in 15,6/1.900m sogar noch ganz locker an seiner Gegnerin vorbei. Josef Franzl war vollauf begeistert: „Rimski ist ein ganz starkes Pferd. Er muss noch viel lernen und deswegen habe ich ihm unterwegs zunächst einmal seinen Willen gelassen. Aber als ich ihm aus dem Schlussbogen heraus ein Zeichen gab, hat er phantastisch angepackt und ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass noch etwas schiefgehen könnte.“

Zwei Siege für Tietz..

Einen bärenstarken Auftritt legte ebenfalls der von Thorsten Tietz präsentierte Pandroklus Eck hin. Gerhard Sporrers Wallach gewann unter Rekordverbesserung auf 14,6/1.900m Start bis Ziel und war mit sechs Vorsprung vor dem 20,8-Außenseiter Don Timoko (Kornelius Kluth) drückend überlegen. Thorsten Tietz hatte allen Grund zum Strahlen: „Ich bin selber überrascht, wie leicht ihm der Erfolg gegen gewiss nicht schlechte Konkurrenten fiel.“

Fast noch mehr freute sich der Silberhelm aber über seinen Treffer mit dem Debütanten Domenik Jet. Kein Wunder, zumal Tietz Mitbesitzer des in Italien gezüchteten Pferdes ist. „Er hat das Zeug dazu, ein Großer zu werden“, war der Sportler des Lobes voll. Und diese Einschätzung ist in der Tat berechtigt, denn Domenik Jet, der sofort nach vorne geschossen war, setzte sich mit riesiger Autorität durch und gewann im Stil eines Pferdes mit Zukunft.

..und "Goldhelm" Nimczyk

Der Franzose Galet de Riviere scheint sich auf den deutschen Bahnen pudelwohl zu zu fühlen. Der von Michael Nimczyk gesteuerte Bold Eagle-Sohn hatte auch mit zwanzig Metern Zulage keinerlei Probleme, rückte eine dreiviertel Runde vor dem Ziel entschlossen auf und ging am Piloten Deniro (Rudolf Haller) vorbei einem überlegenen Erfolg entgegen.

Nur 25 Minuten später führte Michael Nimczyk erneut ein Pferd auf die Siegerparade. Nämlich XY Diamant, der auf Zielhöhe nach vorne gegangen war und im Anschluss das Tempo extrem drosseln konnte, ohne dass Angriffe seiner Gegner erfolgten. Als der Goldhelm die Fahrt im Schlussbogen dann deutlich erhöhte, besaß XY Diamant sofort einen entscheidenden Vorsprung und lediglich Anna (Franz-Josef Stamer) konnte zwei Längen zurück als einzige Verfolgerin einigermaßen Schritt halten.

Stürmischer Blizzard PS

Auch Victor Gentz fuhr nicht ohne seinen obligatorischen Sieg vom Platz und unterstrich die weiterhin exzellente Stallform. Der Sportler punktete mit Blizzard PS, der seinem Namen alle Ehre machte und wie ein Sturm um die Bahn fegte. In der geradezu mörderisch schnellen Startphase konnte Peter Sieburgs Fünfjähriger zwar nicht sofort mitmischen – aber eine gute halbe Runde vor dem Ziel setzte sich der Braune immer stärker in Szene und drehte dann im Schlussbogen endgültig seinen Turbo auf. Bereits in dieser Phase war die Frage nach dem Sieger definitiv geklärt und der vergeblich nachsetzende Bugatti SS (Thorsten Tietz) konnte den Rückstand auf der Zielgeraden lediglich minimal auf vier Längen Abstand verkürzen.

Zwei Amateur-Rennen

Knapp drei Wochen vor ihrem großen Klassiker – dem Fritz-Brandt-Rennen – waren natürlich auch die Amateursportler am Start. Die erste Prüfung ging an den zur 8,2-fachen Siegquote sträflich unterschätzten DAM-Triumphator Chimichurri. Sein Besitzer und Fahrer Andreas Marx machte alles goldrichtig, übernahm sofort die Spitze und ließ die stramme Pace zu keinem Zeitpunkt abflauen. Somit blieb dem verhalten begonnenen Karel G Greenwood (Emma Stolle), der auf der Schlussrunde weite Wege gehen musste, trotz starker Leistung nur der Ehrenplatz.

Ähnlich souverän wie Andreas Marx war auch Tom Karten im zweiten AF-Fahren des Nachmittags im Sulky unterwegs. Er punktete mit James Moko, mit dem er sich alle Zeit der Welt ließ. Von der zweiten Startreihe aus griff Tom Karten erst auf den letzten 400 Metern entscheidend ins Geschehen ein und James Moko wendete das Blatt umgehend zu seinen Gunsten.

Gesamtumsatz: 163.153,70 Euro. Bahnumsatz: 40.761,75 Euro. Außenumsatz: 122.391,95 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung – der große Fritz-Brandt-Renntag 2022 mit einem bunten Familienprogramm und Osterbrunch – findet am Karfreitag, dem 15. April statt. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner-Trabrenn-Verein (BTV)


Am Nachmittag setzte sich die VSG Altglienicke beim Berliner AK mit 4:1 (1:1) durch. Der BAK ging durch El-Jindaoui zunächst in Führung (32.), Uzan gelang vor dem Wechsel jedoch das 1:1 (38.). Nach der Pause sorgten Derflinger (55.), Liebelt (56.) und Inaler (62.) für die schnelle Vorentscheidung. Die VSG bestreitet somit am Finaltag der Amateure (22. Mai) das Endspiel um den Berlin-Pokal gegen den Drittligisten FC Viktoria 89.

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Beitrag+Foto: BspA/Hagen Nickelé

Am Nachmittag setzte sich Drittligist FC Viktoria 89 im Halbfinale des Berlin-Pokals beim Oberligisten CFC Hertha 06 mit 2:0 (0:0) durch. Die Führung auf der Hans-Rosenthal-Sportanlage gelang den Gästen nach einer Stunde durch einen verwandelten Handelfmeter von Benyamina, kurz darauf erhöhte Pinckert auf 2:0 (65.). In der Schlussphase musste der Außenseiter dazu nach Aticis Gelb-Roter Karte (78.) mit einem Mann weniger auskommen.

Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie mit den Trainern Daniel Volbert (Hertha 06) und Farat Toku (FC Viktoria 89) über die Partie, aber auch die aktuelle Situation als neue Übungsleiter bei ihren Clubs.

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TRAINER KOHLSCHMIDT IM GESPRÄCH

Ersatzgeschwächt musste der SV Empor am Sonntag bei Titelkandidat Sparta eine 0:6-Niederlage hinnehmen – nach der tollen Serie von neun Ligasiegen in Serie hatte sich schon zuvor bei der 1:3-Niederlage gegen die Füchse die dünne Personaldecke bemerkbar gemacht. Mit 46 Punkten aus 24 Partien liegt Empor somit aktuell auf Platz 6 der höchsten Spielklasse der Hauptstadt.

Berlinsport Aktuell sprach am Sonntag mit Trainer Nils Kohlschmidt nach der Niederlage in Lichtenberg.

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TRAINER KOSTIC IM GESPRÄCH


Durch den gestrigen 6:0-Sieg gegen den SV Empor hat der SV Sparta (jetzt 56 Punkte aus 25 Spielen) die Tabellenführung in der Berlin-Liga zumindest vorübergehend zurück erobert – Konkurrent TuS Makkabi liegt aktuell punktgleich, aber mit einer Partie weniger auf Platz 2. Berlinsport Aktuell sprach mit Trainer Dragan Kostic am Sonntag nach dem Spiel.

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MARIO LIVOLSI BEWAHRTE CLUB ITALIA 2018 VOR DEM AUS

Sportlich hat der Club Italia Berlin seine Spuren mit allen Höhen und Tiefen im Hauptstadtfußball der letzten Jahrzehnte hinterlassen. Vor einigen Jahren stand der Club aber sogar vor dem kompletten Aus – in dieser Situation war nicht zuletzt Mario Livolsi an der Rettung des Vereins beteiligt. Wie es seinerzeit dazu kam, welche Schwierigkeiten zu bewältigen waren und warum etwa die Akademie der Wissenschaften eine nicht unerhebliche Rolle bei der "Wiederauferstehung" spielte, erzählt der heutige 1. Vorsitzende im ersten Teil unseres zweiteiligen Interviews.

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          Mario Livolsi (Club Italia AdW)

Da habe ich dann erfahren, was er (der damalige Geldgeber Stefan Teichmann, die Red.) mit dem Club vor hat: Namensumbenennung, Berlin United, Profifußball, 'wir spielen in zehn Jahren in der Champions League – bist Du dabei?' Da habe ich gesagt: Nein.


Aktuell spielt Club Italia AdW in der Kreisliga B 1. Abteilung um den Aufstieg – Berlinsport Aktuell sprach mit Mario Livolsi am Dienstag letzter Woche im zweiten Teil auch noch über die Situation im Aufstiegsrennen und mittelfristige Ziele.

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TRAINER DÖRING IM GESPRÄCH

Der SC Berliner Amateure ist in der Kreisliga A 2. Abteilung Tabellenführer mit zehn Punkten Vorsprung vor dem zweitplatzierten TuS Makkabi II und zwölf vor den Nichtaufstiegsrängen (bei jeweils einer ausgetragenen Partie mehr).


    Edgar Döring (SC Berliner Amateure)

Ich habe die Mannschaft vor einigen Jahren übernommen, nach dem Abstieg in die Kreisliga B  – und mittlerweile haben wir uns wieder etwas ganz Gutes aufgebaut. Eine gut funktionierende, junge Truppe – viele auch aus der eigenen Jugend integriert, die sich mit dem Verein identifizieren. Und ich glaube man sieht es auch: der Spaß ist wieder da.


Berlinsport Aktuell sprach nach dem beim Stand von 9:0 durch Gegner Marathon 02 zur Halbzeit aufgegebenen Spiel am Sonntag mit Trainer Edgar Döring über die Sinnhaftigkeit derartiger Partien, die Situation im Aufstiegsrennen – und Gründe für die positive Entwicklung bei den "Amateuren".

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Berlinsport Aktuell sprach nach dem Abpfiff am Samstagnachmittag mit den Trainern Marco Gebhardt (Blau-Weiß 90, l.) und Jeffrey Seitz (SC Staaken) über die Partie, die die Mariendorfer durch Treffer von Wiebach (9.) und Lopes de Oliveira (88.) für sich entscheiden konnten.

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Berlinsport Aktuell sprach nach dem Abpfiff am Freitagabend mit den Trainern Thomas Franke (SV Tasmania, l.) und Markus Zschiesche (Tennis Borussia) über ein abwechslungsreiches, aber auch fehlerhaftes Spiel, in dem die Lila-Weißen schließlich das bessere Ende für sich hatten.

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BERND FIEDLER IM GESPRÄCH

Als jahrzehntelanger Vorsitzender ist Bernd Fiedler so etwas wie der "Mr. SFC Stern 1900" – aber auch als Stimme im Berliner Fußball und dabei auch größter Kritiker des Berliner Fußball-Verbands (BFV) sowie dessen Politik ist der 67-Jährige bekannt.

Bereits am vorvergangenen Wochenende – am Rande des Oberligaspiels SFC Stern 1900 - Eintracht Mahlsdorf (2:2) – ergab sich für Berlinsport Aktuell die Gelegenheit, ein ausführliches Gespräch mit Bernd Fiedler zu führen über anhaltende Sieglosigkeit, die Reformpläne des BFV – und perspektivisch notwendige Veränderungen in der (Fußball-)Sportpolitik.

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