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Lille Alfred erneut ganz groß

Michael Larsen führt seinen Schützling zu einem überlegenen Zehn-Längen-Triumph. Roman Matzky erzielt drei Trainererfolge.

Lille Alfred (2) mit Michael Larsen gewinnt (Foto: Marius Schwarz)


Sein vorheriger Sieg auf der Bahrenfelder Piste war so überzeugend ausgefallen, dass dem Hengst Lille Alfred bei der Sonntagveranstaltung auf der Derby-Bahn nahezu unbegrenztes Vertrauen entgegengebracht wurde. Bei 12:10 wurde der Dreijährige aus dem Stall von Ulrich Mommert am Toto gehandelt, und da auch sein Trainer und Fahrer Michael Larsen im Vorab-Interview sehr viel Optimismus ausgestrahlt hatte, wurde der Traber aus Sicht des wettendenden Publikums zu einer felsenfesten Bank. Er enttäuschte seine Anhänger nicht: Der „kleine Alfred“, der völlig konträr zu seinem dänischen Kosenamen körperlich zu einem wahren Riesen geraten ist, übernahm eingangs der Tribünengeraden das Kommando und damit war das Menü bereits gegessen. In 17,0/1.900m trennten den Conway-Hall-Sohn am Ende zehn Längen von seinen Verfolgern und man kann Michael Larsens Statement nur unterstreichen: Man wird von dem Hengst noch eine Menge hören!

Spangenberg siegt doppelt

Dies kann man mit Sicherheit auch von Navy Blue behaupten. Mit Dennis Spangenberg im Sulky war die Stute, die aus dem ersten Bogen heraus an die Spitze gestürmt war, eine Macht. Der Vorsprung auf das Feld wurde auf den letzten fünfhundert Metern immer größer und betrug in 16,8/1.900m letztlich sechs Längen.

Zuvor hatte der als kommender Silberhelm gehandelte Spangenberg bereits mit einem anderen Pferd aufgetrumpft: Nach sechzehn Starts und nicht weniger als sieben Ehrenplätzen war Uwe Kropps Stute Ilaria Sidney endlich reif für den längst verdienten ersten Sieg. Spangenberg fackelte nicht lange und übernahm mit der von Roman Matzky trainierten Fünfjährigen mit Erreichen der ersten Geraden die Führung. Diese Position verteidigte die Braune gegen den hartnäckig angreifenden Kristian Nosto (Heiner Christiansen) bis zum Zielpfosten.

Auch Gentz, Matzky und Wewering im Winner's Circle

Auch Victor Gentz bewies, dass er gewillt ist, am Ende der Saison bei der Vergabe der edelmetallenen Helme ein Wörtchen mitzureden. Der 29-jährige Profi siegte mit Gobelin, der sich nach einer starken Schlussrunde nicht nur drückend überlegen mit sechs Längen Vorsprung durchsetzte, sondern zudem mit 15,3/1.900m zugleich auch die Tagesbestzeit trabte.

In der angesichts der nicht idealen äußeren Bedingungen – in den Vormittagsstunden waren Sturm und Regen über die Bahn gefegt – durchaus ordentlichen Zeit von 18,1/1.900m trumpfte Realist in der Hand seines Besitzers Roman Matzky auf. Der Dreijährige, der auf der Tribünengeraden mit energischem Zwischenspurt die Initiative ergriffen hatte, macht momentan eine furiose Entwicklung durch und liefert durchweg ausgezeichnete Leistungen ab.

Bereits bei seinem letzten Start deutete sich an, dass Windspeed bald auf seine erste Ehrenrunde gehen würde. Nun folgte tatsächlich der erste Sieg des dreijährigen Wallachs – herausgefahren natürlich von seinem Trainer Heinz Wewering. Eine kleine Schrecksekunde musste der 29-malige Deutsche Meister allerdings überstehen, denn sein großrahmiger Traber legte kurz vor dem Schlussbogen einige Galoppsprünge ein. Doch Heinz Wewering brachte seinen noch sehr grünen Schützling wieder auf den richtigen Kurs und trug ihn – obwohl ein erneuter Fehler in der Luft lag – mit viel Umsicht quasi auf Händen über die Ziellinie.

Deutliche Siege in den Amateurrennen

Die Amateure waren zweimal gefordert. Die erste der beiden Prüfungen ging an André Pögel und Sayuri Mo, die zunächst an fünfter Position auszumachen waren. Als Sayuri Mo auf der Gegenseite in dritter Spur auftauchte, war es rasch um die Konkurrenten geschehen und die Stute rannte in 16,3/1.900m einem völlig ungefährdeten Sieg entgegen.

Eine richtig deftige Überraschung gab es in der zweiten Amateurfahrerprüfung, denn mit den bei stolzen 190:10 gehandelten Bonjour Ganyboy AM und Linda Matzky hatten nur wenige Wetter gerechnet. Die Amazone versteckte ihren zumeist sehr offensiv vorgetragenen Schützling clever als fünftes Pferd an der Innenkante und im Finish war der Wallach aus dem Besitz von Andreas Marx genau rechtzeitig da, um seinem Ausbilder Roman Matzky in 16,6/1.900m den dritten Trainererfolg an diesem Tag zu ergattern.

Gesamtumsatz: 79.299,26 Euro – Bahnumsatz: 25.830,50 Euro – Außenumsatz: 53.468,76 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung – der Renntag des VDT – findet am Sonntag, dem 5. November statt. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Turbulenzen an stürmischem Spieltag

Tabellenführer BSC patzt +++ Top 5 rücken zusammen +++ Croatia wieder an der Spitze +++ Zwei Partien wegen Sturm abgesagt +++ Interview mit F. Dogru (Croatia)

Nicht zu fassen: Tabellenführer BSC verliert nach 3:0-Führung gegen den TSV Rudow, der im Hintergrund jubelt

Für den Sonntag war in Berlin dank Tief „Herwart“ Sturmwarnung angesagt - bereits am Sonnabend schon wehte am Hubertussportplatz im Grunewald eine kräftige Brise. Spitzenreiter Berliner SC wirbelte den TSV Rudow im ersten Durchgang kräftig durcheinander und ging mit einem 3:0 in die Kabinen. Für viele schien der Fall erledigt, doch im zweiten Durchgang drehte der Wind: die Rudower fanden durch einen Doppelschlag wieder Anschluß und auch der folgende Platzverweis für Önal (BSC) spielte den Gästen in die Karten. Erst in der Nachspielzeit gelang dem TSV der Ausgleich - dann aber setzte die Mannschaft von Aaron Müller nach und sogar noch einen drauf: am Ende hieß es 3:4 und der bisherige Tabellenführer war zum ersten Mal seit dem ersten Spieltag wieder geschlagen.

Croatia schlägt dezimiertes Schwarz-Weiß

Nicht zu fassen: Croatias Erhan Bahceci (l., blaues Trikot) ist den Bewachern wieder entwischt und erzielt seinen dritten Treffer gegen Schwarz-Weiß

Verfolger SD Croatia wollte nach dieser „Vorlage“ am Sonntagmittag wieder die Tabellenspitze erklimmen, um als Nr. 1 am nächsten Wochenende ins Topspiel zuhause gegen den BSC zu gehen. Beim Tabellenvorletzten DJK Schwarz-Weiß musste daher ein Sieg mit drei Treffern Unterschied her. Die Hausherren sind immer noch ohne Sieg, und der frühe Platzverweis gegen Günther (2.) ließ Böses ahnen. Erhan Bahceci brachte Croatia so zur Pause mit 2:0 in Führung, wobei dem Foulelfmeter unmittelbar vor der Halbzeit eine Abseitsstellung von Gakpeto voraus gegangen sein soll. Der zweite Platzverweis für die Neuköllner (Gelb-Rot für Kruk, 54.) kurz nach Wiederbeginn und der dritte Treffer durch Bahceci (65.) sorgten für klare Verhältnisse - aber nur anscheinend. Die Schwarz-Weißen wehrten sich in doppelter Unterzahl nach Kräften und kamen ausgerechnet durch Urgelles Montoya (wechselte im Sommer von Croatia zurück nach Britz) zum Anschlusstor (73.). Doch auch die letzte spielentscheidende Szene fiel zu Ungunsten der Gastgeber aus: Montoya wurde bei einem Solo von Wilson notbremsenverdächtig umgerannt, der Schiedsrichter ließ allerdings weiter laufen. Im Gegenzug entschied Gakpeto mit 1:4 das Spiel endgültig und die Rückkehr an die Tabellenspitze war für die Tempelhofer perfekt. Der rabenschwarze Mittag der Hausherren wurde durch die Rote Karte für Plautz (80.) schließlich noch "abgerundet".


Ferhat Dogru

Interview mit Co-Trainer Ferhat Dogru (SD Croatia) nach dem heutigen Spiel, bei dem er Marco Wilke vertrat


Blau-Weiß 90, Tasmania und auch Mahlsdorf rücken näher an Platz 1

Meisterschaftsfavorit Blau-Weiß 90 ist nach einem Zwischentief wieder auf Kurs - das 1:0 bei Hellas-Nordwest letztes Wochenende beendete die kleine Durststrecke von vier Ligaspielen ohne Sieg. Das Erfolgserlebnis nahm man mit ins Heimspiel gegen TuS Makkabi, der fünf der letzten sieben Partien gewinnen konnte. Das Tor von Tim Göth unmittelbar nach der Pause (46.) war der Dosenöffner für die Mariendorfer, Francisco (65.) und Gleisinger (75.) sorgten für klare Verhältnisse. Der SV Tasmania tat sich zuhause dagegen schwer mit dem BSV Al-Dersimspor - trotz des frühen Führungstors durch Hartwig (4.). In der Folge ließ man zahlreiche gute Chancen ungenutzt und konnte gegen stärker werdende Kreuzberger am Ende sogar ein bisschen glücklich sein, nicht den Ausgleich kassiert zu haben.

Nicht zu fassen: Auch hier findet Tasmania (blaue Trikots) nicht den Weg ins Tor von Al-Dersimspor - am Ende mussten die Neuköllner so beim 1:0-Sieg noch kräftig zittern

Durch diese Resultate haben sich die ersten vier Teams der Berlin-Liga auf lediglich einen Punkt Unterschied an der Tabellenspitze zusammengeschoben. Selbst Eintracht Mahlsdorf liegt nach dem knappen 2:1 bei den Spandauer Kickers auf Rang 5 nur drei Zähler hinter SD Croatia. Im „Fernduell“ des Spieltags (wenn nicht der Berlin-Liga) - die Mahlsdorfer dürften insgesamt mindestens 70 Kilometer für An- und Abreise absolviert haben - glich Jack Krumnow (43.) die Gästeführung durch Antunovic (26.) noch vor dem Wechsel aus. Scheffler sorgte in der Schlussphase (78.) aber doch noch für das 2:1 der Mahlsdorfer.

Im Norden der Hauptstadt wurden unterdessen gänzlich auf Berlin-Liga-Fußball verzichtet - aufgrund der Witterung wurden die Heimspiele des Nordberliner SC (gegen Stern 1900) und der Füchse (gegen Hellas-Nordwest) abgesagt.

Die Ergebnisse des 11. Spieltags:

Berliner SC - TSV Rudow 3:4
DJK Schwarz-Weiß - SD Croatia 1:4
Nordberliner SC - SFC Stern 1900 abgesagt
1. FC Schöneberg - SV Empor 2:5
Spandauer Kickers  - Eintracht Mahlsdorf 1:2
SV Tasmania - BSV Al-Dersimspor 1:0
Füchse Berlin - SpVgg Hellas-Nordwest abgesagt
Blau-Weiß 90 - TuS Makkabi 3:0
SV Sparta - BFC Preussen 0:1

Vor vier Wochen siegte der Berliner SC nach einem 0:3-Rückstand in einer kuriosen Schlussphase noch 4:3 gegen die Spandauer Kickers. Am Sonnabend musste der Tabellenführer aus dem Grunewald nun die umgekehrte Erfahrung machen: nach dem frühen Elfmetertor durch Rogoli (2.) und dem Doppelschlag von Djan-Okai (17., 22.)  schien der BSC zur Pause gegen den TSV Rudow bereits klar auf der Siegerstraße.

Als Rudow dann in der 68. Minute per Foulelfmeter durch Al-Khalaf den Anschlusstreffer erzielte, sollte die Partie noch eine unerwartete Wendung nehmen. Der eingewechselte Holtz verkürzte auf 3:2 (71.), dann sah beim BSC Önal Gelb-Rot (77.). Die Gäste drängten auf den Ausgleich, der ihnen in der Nachspielzeit  auch gelang - gegen den nun taumelnden BSC riskierten die Rudower alles und markierten eine Minute später sogar noch den Siegtreffer.

W. Sandhowe

A. Müller

Nach dem Spiel standen die Trainer Wolfgang Sandhowe (BSC) und Aaron Müller (Rudow)  Berlinsport Aktuell für ein kurzes Gespräch zur Verfügung.

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Beitrag: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Torsten Mattuschka

Der Neuling in der Regionalliga Nordost ist mit einem durchaus erwartbaren Auf und Ab in die Saison 2017/18 gestartet, liegt mit 14 Punkten aus bisher 12 Partien und auf Platz 12 aber im Soll.

Kapitän und Ex-Profi Torsten Mattuschka erklärt im Interview mit Berlinsport Aktuell, warum die VSG sogar schon mehr Punkte auf dem Konto haben könnte, wie die Regionalliga Nordost einzuschätzen ist - und riskante Schüsse vom Elfmeterpunkt.

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Beitrag+Foto: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Karim Benyamina

Nach zwölf Spieltagen steht Viktoria mit 15 Punkten auf dem 10. Platz der Regionalliga Nordost - da hatte man sich bei den Himmelblauen sicher etwas mehr vorgenommen.

Stürmer Karim Benyamina sprach mit Berlinsport Aktuell über mögliche Gründe, seine eigene Bilanz - und die Aufgabe am Sonnabend beim Tabellensechsten FC Oberlausitz.

Das Gespräch wurde am Rande des Sport Talks zum AOK Traditionsmasters 2018 aufgezeichnet.

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Beitrag+Foto: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Das Mariendorfer Criterium geht an Heinz Wewering

 

Kelso (5) mit Heinz Wewering gewinnt das Mariendorfer Criterium (Foto: ©Marius Schwarz)

Der 29-malige Deutsche Meister triumphiert mit dem Wallach Kelso des Gestüts Lasbek. Victor Gentz und Dennis Spangenberg feiern Doppelerfolge.

Es ist eine perfekt funktionierende sportliche Ehe: In dem mit 10.000 Euro Preisgeld dotierten Mariendorfer Criterium feierte Heinz Wewering erneut einen großartigen Erfolg mit einem Pferd, das von Christian Lindhardt trainiert wird und dem Gestüt Lasbek gehört. Diesmal war es der ausnahmsweise nicht in Schleswig-Holstein, sondern in Schweden gezüchtete Kelso, der für viel Freude bei der Familie seines Besitzers Günter Herz sorgte.

Der fünfjährige Wallach zog nach einem kurzen Abtasten mit seinen Gegnern nach etwa 500 Metern in Front und das war es auch schon: Der Traber gestaltete seinen ersten Auftritt in der Hand des 29-maligen Deutschen Meisters in der Tagesbestzeit von 14,2/1.900m zu einem überlegenen Drei-Längen-Sieg und ließ auch dem auf der Schlusshalben tapfer attackierenden Khalid (Thomas Panschow) nicht die geringste Chance. Heinz Wewering: „Kelso ist wirklich ein tolles Pferd. Er hat alles ganz von alleine gemacht und ich brauchte ihn überhaupt nicht zu fordern.“

Gentz und Spangenberg mit Erfolgsrezept

Beim Fight um den Herbst-Pokal des VDT und 4.000 Euro Preisgeld gab es ebenfalls einen eindeutigen Sieger: Iron Steel war einmal mehr eine Klasse für sich und sein Fahrer und Trainer Victor Gentz hatte allen Grund, auf seinen in 15,4/2.020m auftrumpfenden Crack stolz zu sein. Der 29-jährige Profi servierte seinem Schützling allerdings auch einen absoluten Traumverlauf. Trotz zwanzig Meter Zulage hatte sich Iron Steel rasch an die vierte Position außen vorgearbeitet und damit war die Basis für den Erfolg bereits gelegt. Im Einlauf zog der Wallach souverän an die Spitze und gewann mit anderthalb Längen Vorsprung überaus leicht.

Da dies so gut funktionierte, legte Victor Gentz direkt im Anschluss mit M.T.Kylie nach. Die Stute trumpfte in 15,8/1.900m ebenfalls nach einem Verlauf als viertes Pferd außen auf.

Einen gelungenen Deutschland-Einstand gab es für Familie Gramüllers Neuanschaffung Aksel H S. Der von Dennis Spangenberg gesteuerte dänische Wallach übernahm rasch die Spitze und führte unterwegs teilweise mit deutlichem Vorsprung. Auf der Zielgeraden schienen die Gegner für einen Moment zwar brandgefährlich zu werden, doch Aksel H S legte nach kurzer Aufforderung problemlos zu.

Nur gute zwanzig Minuten später fuhr Dennis Spangenberg mit genau derselben offensiven Taktik seinen zweiten Tagestreffer mit Navy Blue heraus und schraubte seine Jahresausbeute auf 53 Zähler – der Silberhelm liegt also in Griffweite. Navy Blue, die ursprünglich für das Stuten-Derby vorgesehen war, sich dann aber leider verletzte, wies den in zweiter Spur überaus hartnäckigen Kilbeggan (Wladimir Gening) knapp ab. Dennis Spangenberg: „Navy Blue ist nach ihrer Pause zwar erst bei 85 Prozent. Die Stute ist ein außergewöhnlich gutes Pferd!“

Glorious Boko und Uldimeo siegen ungefährdet

Die von Robbin Bot trainierte und gefahrene Glorious Boko steigerte ihren persönlichen Rekord mit einem feinen Sieg in 16,3/1.900m um zwei Zehntelsekunden. Die Stute marschierte vor den Tribünen in der Angriffsspur auf, wurde dann aber wieder an die Innenkante zurückgenommen und spielte ihre Stärken erst im Einlauf aus. Robbin Bot: „Eigentlich wollte ich die Führung übernehmen – aber dann entwickelte sich der Verlauf anders und es hat ja auch so gut geklappt.“

Noch viel deutlicher als der völlig ungefährdete Erfolg von Glorious Boko fiel der Treffer von Uldimeo und Benjamin Hagen aus. Trotz zwanzig Meter Zulage und einen durch zwei kurze Rumpler bedingten Bodenverlust siegte der Traber für die Farben seines Besitzers Michael Diehl drückend überlegen mit sechs Längen Vorsprung. Benjamin Hagen hatte ihn völlig ohne Hast wieder an das Teilnehmerfeld herangeführt und ihm erst mit Erreichen der Zielgeraden das entscheidende Zeichen gegeben.

Sammy und Kashmir gewinnen "von vorne"

Zweimal waren die Amateurfahrer bei der Sonntagveranstaltung gefordert: Für den von Franz Klein präsentierten Sammy war nach zehn Jahresstarts endlich der längst verdiente erste Saisonerfolg fällig. Der Wallach schoss sofort an die Spitze und hielt in einem packenden Finish den außen herum tapferen Theodor Fontane (Chantal Solhart) hauchdünn in Schach. Franz Klein: „Der Mariendorfer Rechtkurs kommt Sammy sehr entgegen. Er geht hier viel besser als links herum.“

Wie zuhause fühlte sich ebenfalls auch der vor wenigen Wochen in den Besitz von Mario Krismann gewechselte Kashmir, der sein Rennen von der Position eins aus Start bis Ziel gewann. Auf den letzten Metern musste sich Mario Krismann zwar mächtig rühren, um die gefährliche Schlussattacke von Fairy Ass (Sebastian Gläser) abzuwehren – aber es reichte knapp und der in der Gemeinde Aumühle östlich von Hamburg lebende Amateurfahrer war begeistert: „Kashmir entwickelt sich unter den Fittichen seines neuen Trainers Fred König, der sich viel Mühe mit ihm gibt, einfach prächtig!.“

Gesamtumsatz: 110.138,99 Euro – Bahnumsatz: 36.158,20 Euro – Außenumsatz: 73.980,79 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 29. Oktober statt. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Mit einem 2:0-Sieg bei Verfolger SV Lichtenberg 47 hat sich Tabellenführer Optik Rathenow in der Tabelle am Nachmittag weiter vom restlichen Feld der NOFV-Oberliga Nord absetzen können. Der Vorsprung auf den neuen Zweiten, den Brandenburger SC Süd (2:0-Heimsieg gegen Torgelow), beträgt nach dem 10. Spieltag nun immerhin schon sieben Punkte.

Ingo Kahlisch

Uwe Lehmann

Durch Tore von Turhan (16.) und Leroy (29.) kamen die Rathenower vor 416 Zuschauern im Hans-Zoschke-Stadion in Lichtenberg frühzeitig auf die Siegerstraße und verpassten es sogar im zweiten Durchgang, das Resultat noch höher zu gestalten.

Auf der anschließenden PK erklärte Optik-Trainer Kahlisch jedoch, erst im Mai nächsten Jahres auf die Tabelle zu schauen - während 47-Coach Lehmann seine Zweifel unterstrich, diese Saison im Aufstiegsrennen mit seinem Team mithalten zu können.

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Beitrag: Berlinsport Aktuell/ Hasso Nickelé
Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Heißer Tanz im Mariendorfer Criterium

In dem mit 10.000 Euro Preisgeld dotierten Rennen gehen vier frische Sieger an den Start. Einen glasklaren Favoriten gibt es nicht. Auch einige andere der neun Prüfungen versprechen Topquoten.

Kelso ist nur einer von vielen Favoriten im Mariendorfer Criterium (Foto: ©Marius Schwarz)

Sonntag, 22. Oktober 2017 (Start des ersten Rennens um 14.00 Uhr / Qualifikation und Vorab-Interviews bereits ab 13.35 Uhr).

Ein Teilnehmerfeld, das es in sich hat: Das ist das Kennzeichen des Mariendorfer Criteriums, das den Höhepunkt der Berliner Sonntagveranstaltung bildet. Die mit 10.000 Euro Preisgeld dotierte Prüfung wird als 8. Rennen ausgetragen und scheint auf den ersten Blick recht überschaubar zu sein, denn es treten nur sieben Sulkygespanne an. Doch dieser Eindruck trügt – es wird alles andere als leicht, sich für eines der Pferde zu entscheiden und in Bezug auf die Quoten scheint nahezu alles möglich zu sein. Dies wird alleine schon durch die Tatsache unterstrichen, dass mit Kelso (Heinz Wewering), Khalid (Thomas Panschow), Chichen Itza (Robbin Bot) und Muscle Design (Dennis Spangenberg) nicht weniger als vier frische Sieger antreten.

Doch nicht nur diese vierbeinigen Erfolgstypen sind interessant: Mit dem von seinem belgischen Trainer Kurt Roeges präsentierten Grande Cunera ist ein weiterer potentieller Sieganwärter dabei. Der Hengst, der in Mariendorf im August mit Roland Hülskath den Pokal der Derby-Champions gewann, musste sich in der Breeders-Crown-Entlastung der Vierjährigen zwar Khalid geschlagen geben, zeigte sich aber zwei Wochen später bei seinem Ehrenrang im Bahrenfelder Permit-Rennen weiter gesteigert und gehört daher in jede Rechnung. Die erstmals von Victor Gentz gesteuerte Jonalu darf ebenfalls nicht ausgelassen werden. Mit einem Siegschnitt von 27,5 Prozent ist die Stute viel zu gut, um nicht auf dem Tippschein für die mit 5.555 Euro Garantie versehene Dreierwette zu landen. Lediglich für Laufey (Michael Hönemann) scheint die Aufgabe zu schwer zu sein. Bei der letzten Mariendorfer Veranstaltung konnte die zuvor in Schweden trainierte Sechsjährige aber positiv überraschen.

Rennen 1 - 3: Ein Duell, zweimal 'schwere Wahl'

Der Renntag beginnt mit der V4 und einem Duell zwischen Theodor Fontane (Chantal Solhart) und Vigo Bes (Bernd Schrödl). Völlig offen ist das für die Gewinnsummenklasse bis 900 Euro ausgeschriebene 2. Rennen. Genau das Richtige also für Quotenjäger. Guten Gewissens kann man wohl lediglich Iduna Chip (Willy Borgsdorf) streichen. Unter den anderen neun Teilnehmern muss man den Sieger regelrecht auswürfeln, denn die vermutlich favorisierten Antarktica (Thomas Panschow), Zweitausend PS (Victor Gentz) und Nu Cascada HS (Hannes Schulz) sind zum jetzigen Zeitpunkt noch keine feste Bank.

Auch im 3. Rennen ist vieles möglich. Das Augenmerk richtet sich zwar auf O.M.Dustin (Michael Hönemann) und Navy Blue (Dennis Spangenberg), aber die nicht ganz unkomplizierten Agostini (Andreas Gläser) und Mon Filou (Victor Gentz) können durchaus dazwischenfunken. Mariendorf begrüßt in diesem Rennen außerdem Ines Kubatzki sehr herzlich, die nach längerer Pause wieder die Fahrleine in die Hand nimmt. Mit Benedikt gehört die 197-fache Siegerin diesmal allerdings zu den Außenseitern.

Rennen 4 - 6: Zweikampf im Herbstpokal und ein großes Favoritenfeld

Im 4. Rennen geht es um den Herbstpokal des VDT und 4.000 Euro Preisgeld. Alles spricht für Iron Steel (Victor Gentz) sowie die zwanzig Meter besser gestellte Flirty or Dirty, deren Fahrer Thomas Panschow am Sonntag mehrere chancenvolle Fuhren bestreitet. Der 50-jährige Profi gehört auch in der im 5. Rennen beginnenden V5 mit Louisa, die er zuletzt gekonnt an der Innenkante einsetzte, auf den Schein – wobei Flavio As (Michael Hönemann) und Quinze Juin (Roman Matzky) die Hauptrollen zukommen.

Im 6. Rennen gilt es, die richtigen Pferde für die mit 5.000 Euro Garantie ausgestattete Viererwette herauszufischen. Keine leichte Angelegenheit, denn neben der aus Opalis (Franz Klein), Kashmir (Mario Krismann), Lodrino (Günter Schiefelbein) und Bonjour Ganyboy AM (Linda Matzky) bestehenden Favoriten-Quadriga gibt es mit Cees Butcher (Michael Hamann), Höwings Rohini Z (Franziska Höltje), Fairy Ass (Sebastian Gläser), Enrico Hanseatic (Bernd Nebel) und Bourbon Design (Chantal Solhart) noch fünf weitere Pferde, die dazustoßen können.

Rennen 7 und 9: Zweimal klare Sache?

Im 7. und im 9. Rennen ist der Kreis der Sieganwärter weitaus kleiner: Hier stechen nach der augenblicklichen Form Bell Simoni (Thomas Panschow) und Look Santana Eck (André Schiller) heraus.

Unsere Tipps:
1. Theodor Fontane – Vigo Bes – Julius Southwind
2. Antarktica – Zweitausend PS – Nu Cascada HS
3. Navy Blue – O.M. Dustin – Kilbeggan – Mon Filou
4. Iron Steel – Flirty o Dirty – Pascal SAS
5. Flavio As – Quinze Juin – Louisa
6. Opalis – Kashmir – Lodrino – Bonjour Ganyboy AM
7. Bell Simoni – Glorious Boko – Wizzard PS
8. Kelso – Khalid – Grande Cunera
9. Look Santana Eck – Look Red Romulus – Uldimeo

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

 

Unter Druck: Die Abwehr der Füchse (weiße Trikots) hatte phasenweise größte Mühe, sich den Angriffen des SV Tasmania zu erwehren

Am Sonntag kassierten die Reinickendorfer eine deftige 1:6-Pleite beim SV Tasmania. Trainer Kai Brandt wollte deswegen aber im Anschluss beim Gespräch mit Berlinsport Aktuell nicht gleich den Notstand ausrufen.

Kai Brandt

Dennoch stimmte ihn die Niederlage nachdenklich, denn von der Qualität her traut er seinem Kader generell bessere Leistungen zu.

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Stabil stehen hat Priorität beim Nordberliner SC (blaue Trikots) - doch bei Balleroberung wird, wie hier im Spiel bei Schwarz-Weiß Neukölln, schnell umgeschaltet

Am Sonntagmittag erkämpfte sich der Nordberliner SC beim Tabellenvorletzten DJK Schwarz-Weiß ein torloses Unentschieden, mit dem man in Heiligensee leben kann. Die Defensive stand, die Offensive bleibt dagegen nach dem misslungenen Comeback von Tom-Niclas Zeih und dem kurzfristigen Abgang von Justin Hippe zu Energie Cottbus ein wenig das Sorgenkind.

Mario Kreisel

Der Trainer der Nordberliner, Mario Kreisel, stand Berlinsport Aktuell nach dem Spiel im Stadion Britz-Süd für ein ausführliches Gespräch zur Verfügung

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé