Autoren-Archive: Hagen Nickele

Titelverteidiger besiegt Außenseiter BSC - Dadashov trifft doppelt

Titelverteidiger: BFC-Trainer René Rydlewicz war schon letztes Jahr für den Pokalsieg Dynamos zuständig

Der BFC Dynamo hat wie im Vorjahr den Berlin-Pokal gewonnen - im Finale besiegte der Regionalligist den zwei Klassen tiefer spielenden Berliner SC vor rund 6.400 Besuchern im Jahnsportpark mit 2:1 (1:0). Mann des Tages war dabei ausgerechnet BFC-Torjäger Rufat Dadashov, der in seinem letzten Spiel für die Hohenschönhauser beide Treffer erzielte. Dabei stand der aserbaidschanische Nationalspieler wegen einer Innenbandverletzung erstmals seit Anfang April überhaupt wieder in der Startelf und verabschiedete sich mit einem Doppelpack Richtung Preußen Münster, wo er ab der kommenden Saison in der 3. Liga spielen wird.

BSC gelingt nur noch der Anschluss in der Nachspielzeit

Ehrentreffer: BSC-Kapitän Arnst gelang in der Nachspielzeit nur noch das 1:2

Der Favorit kontrollierte über weite Strecken das Geschehen und kam durch das 1:0 nach einer guten Viertelstunde zeitig in eine günstige Ausgangssituation. Im zweiten Durchgang schien dann nach Dadashovs zweitem Tor (62.) die Vorentscheidung gefallen. Der Berliner SC riskierte erst in der Schlussphase mehr und kam in der Nachspielzeit durch einen von Kapitän Louis Arnst verwandelten Elfmeter zum Anschlusstreffer. In der hektischen Schlussphase handelte sich BSC-Angreifer Omid Saberdest noch einen Platzverweis ein, dazu hatte der Herausforderer mit einem Lattentreffer Pech.

So konnte am Ende Dynamo-Kapitän Bilal Cubukcu den Pokal in die Luft stemmen. Damit ist es zum ersten Mal seit 2006 (damals: Tennis Borussia) einem Verein gelungen, seinen Erfolg im Berlin-Pokal zu wiederholen. Für den BFC war es darüber hinaus der fünfte Triumph in diesem Wettbewerb in den vergangenen acht Austragungen. Dem Berliner SC blieb dagegen bei seiner ersten Endspielteilnahme im Landespokal nur die Finalprämie - und der Trost, sich mehr als achtbar aus der Affäre gezogen zu haben.

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20:31 gegen Potsdam Royals - Berlin Rebels müssen erste Niederlage hinnehmen

Gelungene Aktion der Royals: während die Rebels (in Schwarz) geblockt werden, kann sich Running Back Tyvis Smith (l., Nr. 32) auf den Weg machen

Überraschung oder nicht? Darüber konnte nach dem Duell zwischen den Berlin Rebels und den Potsdam Royals, das 20:31 endete, trefflich spekuliert werden. Auf dem Papier war die Favoritenrolle natürlich an die Hauptstädter vergeben: schließlich waren sie zuletzt zweimal in die Playoffs eingezogen und in diese Season mit zwei Siegen gestartet. Die Aussagekraft der Erfolge gegen den letztjährigen Absiegskandidaten Hamburg Huskies (24:0) bzw die Kiel Baltic Hurricanes (17:6) durfte allerdings durchaus in Frage gestellt werden. Zwar wurde der Sieg an der Förde besonders gefeiert, da es sich um den ersten der Rebels überhaupt bei den Hurricanes handelte - die Kieler befinden sich allerdings dieses Jahr auch in einem Umbruch.

Aufsteiger zahlte zuvor Lehrgeld

Auf der anderen Seite des Duells im Stadion Wilmersdorf am Sonnabend die Potsdam Royals - der Aufsteiger, der in der Ausscheidung die Berlin Adler in die Zweitklassigkeit stürzte. Mit 2:6 Punkten aus vier Begegnungen musste der Neuling 2018 auch schon ordentlich Lehrgeld bezahlen. Den 56:0-Auftakterfolg beim letztjährigen Kellerkind Hildesheim Invaders hatten die Potsdamer dabei sicher nicht zu hoch gehängt. Zwei Niederlagen gegen die seit Jahren starken Dresden Monarchs waren dazu kein Beinbruch - aber angesichts von 34 bzw. auswärts 24 erzielter Punkte dann schon etwas bitter. Im Heimspiel gegen die Cologne Crocodiles sollte es aber noch schlimmer kommen: 41:42 hieß es am Ende. Damit war das Problem der Potsdamer vor dem ersten Berlin-Brandenburg-Duell in der GFL 1 Nord relativ einfach zu umreißen: die Offense agierte zufriedenstellend, aber in der Defense drückte der Schuh kräftig.

Zur Pause knappe Rebels-Führung

Besseres Ende: Gute Laune bei den ehemaligen Adlern in Reihen der Royals, Paul (l.) und Max Zimmermann

Bestes Wetter und die Aussicht auf ein pikantes Nachbarschaftsduell ließen die Fans zahlreich an die Fritz-Wildung-Straße pilgern. Noch beim Kick-off um 15 Uhr stand eine ansehnliche Schlange an der Kasse. Diejenigen, die dazu gehörten, verpassten gleich die frühe Führung der Gäste. In deren Reihen spielen übrigens die Ex-Adler Ampofo sowie Max und Paul Zimmermann, die vor der Saison in die brandenburgische Landeshauptstadt gewechselt sind. Es entwickelte sich in der Folge ein spannendes und abwechslungsreiches Match. Die Rebels taten sich zu Beginn des Spiels schwer - das war allerdings letzte Season auch schon das eine oder andere Mal der Fall, ohne dass es am Ende böse Konsequenzen für die Hauptstädter gehabt hätte. Und als das Heimteam die ersten Punkte zum 7:6 im zweiten Quarter verzeichnete, schien der Knoten gelöst. Nach einem Field Goal erhöhte der Gastgeber sogar auf 10:6. Die Potsdamer erwiesen sich allerdings als widerspenstiger Gegner, der erneut vorlegen konnte - doch die Berliner antworteten bis zur Pause mit einem weiteren Field Goal, das ihnen  eine knappe 13:12-Führung zur Halbzeit einbrachte.

Potsdamer haben den längeren Atem

Schlechteres Ende: Nach dem 20:31 war die Ernüchterung bei den Rebels  greifbar

Spätestens der Touchdown nach der Pause zum 13:18 machte allerdings deutlich, dass die Rebels nicht - wie etwa vergangenes Jahr nach einem Pausenrückstand im Derby gegen die Adler - im zweiten Abschnitt auf und davon ziehen würden. Der nominelle Favorit tat sich im Angriff schwer - auch, wenn man wieder in Führung ging (20:18), blieben die Highlights in den offensiven Aktionen der Rebels selten. Und der Gegner ließ weiter seine eigene Qualität in der Offense aufblitzen - so gelang den Royals die 24:20-Führung noch im dritten Quarter. Dem Publikum stand also im letzten Viertel ein echter Showdown bevor - mit dem besseren Ende für den wackeren Aufsteiger. Mit einem weiteren Touchdown setzte man sich nicht nur erstmals in diesem Spiel auf zehn Punkte ab - auch die anschließende, gelungene Erhöhung bedeutete die Premiere in dieser Partie für die Potsdamer. In den Schlussminuten agierten diese dann auch mit sichtbar breiterer Brust - während die Rebels trotz aller Bemühungen keine Mittel mehr fanden, den Gegner noch einmal entscheidend in Verlegenheit zu bringen.

Ein Hauch von "Berlin-Derby"

Am Ende stand somit ein verdienter 20:31-Sieg der Gäste aus Potsdam, die von ihrem zahlreich erschienenen Anhang kräftig abgefeiert wurden. Das so betitelte „Berlin-Brandenburg-Derby“ hat zwar nicht den Status des Hauptstadtduells Rebels vs Adler - zumindest ein wenig vom alten Konflikt steckte dennoch drin in dieser Partie. So genoss der frühere Weddinger Max Zimmermann seinen zweiten Touchdown gegen die Rebels sichtlich, und Bruder Paul feierte den vorentscheidenden Angriff zum 20:30 provozierend vor einem Gegenspieler - da war zuvor offenbar etwas „Trash Talk“ im Spiel gewesen. Nach Schlusspfiff gab es natürlich dennoch das obligatorische Shakehands zwischen beiden Parteien. Und wie aussagekräftig war nun dieses Ergebnis für beide Teams? Nun, da möchte man sich noch nicht festlegen - die Season ist ja immer noch jung.

 

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Wiede will

Berliner landen am Donnerstagabend einen 25:24-Heimsieg - Bericht von Eike Ahlhausen

Einfach überragend: Fabian Wiede (M.), Nationalspieler in Reihen der Füchse, gestern abend in der Max-Schmeling-Halle (Foto: Eike Ahlhausen)

Nach dem überraschenden Sieg der Füchse Berlin gegen den amtierenden deutschen Meister von den Rhein-Neckar-Löwen am vergangen Sonntag mussten die Berliner stark ersatzgeschwächt zum nächsten Top-Spiel in der Handball-Bundesliga auflaufen. Steffen Fäth, der erfolgreichste Rückraumschütze der Hauptstädter, hatte sich einen Innenbandriss im linken Knie zugezogen - die Saison ist für ihn beendet. Auch der etatmäßige Kreisläufer der Füchse, Erik Schmidt, konnte als Rekonvaleszent nur wenige Minuten auf dem Feld stehen.
Mit den Recken aus Hannover kam ein Gegner in den Fuchsbau, der derartige Schwächen ausnutzen kann.

Ersatzgeschwächte Füchse tun sich anfangs schwer

Die Berliner wussten das und und die Partie des 32. Spieltags zeigte es dann auch. Sie war geprägt von zwei gegenläufigen Halbzeiten. In der ersten Hälfte fragten sich die Zuschauer, warum die Recken aus Hannover ihre komfortable Führung von 6:10 oder 7:11 bis zur Halbzeit doch noch verspielten, obwohl die Füchse nie richtig Druck aufbauen konnten und keineswegs souverän agierten. In Hälfte zwei wiederum kam die Frage auf, warum die Füchse eine souveräne 24:19 Führung aus der 51. Minute nicht ungefährdet bis in die Schlussphase der Partie retten konnten. Beide Halbzeiten hatten allerdings etwas gemeinsam: jeweils zehn Sekunden vor dem Ende stand es unentschieden. Kurz vor der Pause 12:12 und ebenso kurz vor dem Ende des Spiels 24:24.

Führung verspielt - doch Wiede sorgt für den Siegtreffer

In beiden Halbzeiten waren es die zehn Sekunden des Fabian Wiede. Beide Male traf der Berliner Rückraumspieler aus wenig aussichtsreicher Position zum Führungstreffer: Der doppelte Wiede. In der zweiten Halbzeit bedeutete sein Welklasse-Treffer in den rechten Winkel so kurz vor dem Abpfiff den Sieg für die Füchse. Nach Wiedes Weitwurftreffer zum 13:12-Pausenstand feierten seine Teamkollegen und die Zuschauer bereits die bis dahin erste Füchseführung im Spiel - nach seinem Siegtreffer brach ein Sturm der Begeisterung los. Ein, zwei Sekunden Verzögerung gab es allerdings in der Halle - zu unerwartet, zu überrachend kam sein Wurf aus dem Nichts.

Wiedes Chef, Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, kommentierte den letzten Wurf seines Lieblingsspielers nach dem Spiel in einfachen Worten: "Er hat die Siegermentalität, er nimmt sich den letzten Ball - er will einfach." Wiede will, ein Glücksfall für die Füchse, wie Hanning erleichtert betonte. Seinem Trainer, Velimir Petkovic, fehlten hingegen die Worte: "Ich bin leer", begann er sein kurzes Statement auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Immerhin reichte es noch zu einem Ansatz von Analyse: "Meine Männer waren nach dem harten Spiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen noch nicht wieder wach." Auf einen traf diese Kurzanalyse allerdings nicht zu - den doppelten Fabian Wiede.

 

Beitrag+Foto: Eike Ahlhausen

Gruppenbild mit Dame: Vera Krings (M.), zu ihrer Rechten Bernd Schultz, sowie die jeweils zwei Vertreter des BFC (l.) bzw. BSC (r.)

Am Pfingstmontag findet das mit Spannung erwartete Finale im lokalen Cupwettbewerb statt: BFC Dynamo - Berliner SC. Bereits am heutigen Donnerstag standen Trainer und Kapitäne beider Teams der Presse Rede und Antwort. Auch BFV-Präsident Bernd Schultz wohnte der Veranstaltung im Jahnsportpark bei und wurde zu Organisatorischem bezüglich des Finaltags der Amateure befragt, geleitet wurde die Runde von Pressesprecherin Vera Krings. Berlinsport Aktuell hat das Wichtigste vom Mittag in drei Zusammenschnitten im Angebot.
 

Bernd Schultz im Gespräch:

Stolzer "Gastgeber": BFV-Präsident Schultz (M.) mit den Trainern beider Teams

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BFC Dynamo im Gespräch:

Bitte recht freundlich: Shakehands zwischen BFC-Trainer René Rydlewicz (l.) und BSC-Coach Wolfgang Sandhowe

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Berliner SC im Gespräch:

Hart aber fair: auf keinen Fall werden die Kapitäne Bilal Cubukcu (l., BFC) und Louis Arnst (BSC) den Pott mit ihren Teams kampflos hergeben

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Nordmann wird zum Superman

Rob De Vlieger gewinnt mit Nordmann in beeindruckender Manier (Foto: ©Marius Schwarz)

Rob de Vlieger steuert den Hengst im Rennen der Papier Union zu einem famosen Sieg. In der UllrichEquine-Serie sahnen Jörgen Sjunnesson und Whirlwind BR dick ab

Er besaß die geringste Gewinnsumme aller fünf Teilnehmer und hatte als einziges Pferd noch kein Rennen gewonnen. Vierzehn Starts mit guten Leistungen und einer Vielzahl von Platzierungen, aber noch kein voller Erfolg – das ließ den von Rob de Vlieger trainierten und gesteuerten Hengst Nordmann der niederländischen Besitzergemeinschaft Mervest.BV/VanDijk im Vorfeld des mit 12.000 Euro dotierten Rennens der Papier Union nicht gerade als „heißen Brenner“ erscheinen. Und so rangierte der vierjährige Sohn der nur achtmal geprüften und ebenfalls ohne einen Sieg in die Zucht verabschiedeten Stute Fleur Lavec am Toto dreistellig bei 138:10. Ohnehin schien sich die Aufmerksamkeit des Berliner Publikums am Sonntagnachmittag nur auf ein einziges Pferd zu richten: auf den von Josef Franzl präsentierten 12:10-Topfavoriten Baxter Hill. Doch obwohl der äußerlich bildschöne Hengst unmittelbar vor dem Rennen einen geradezu majestätischen Eindruck hinterließ, war es mit seiner Herrlichkeit schnell vorbei, als es ernst wurde. Denn Baxter Hill scheint eine regelrechte Aversion gegen das Mariendorfer Startauto entwickelt zu haben – der Hengst verfiel sofort in Galopp. Josef Franzl konnte seinen Schützling unter erheblichem Bodenverlust zwar wieder ausparieren – aber ausgangs des ersten Bogens folgte ein erneuter Fehler und damit das endgültige Aus. Bereits nach wenigen Sekunden war also klar: Das Rennen würde mit einer Überraschung enden.

Doch dass es ausgerechnet Nordmann war, der am Ende in den Winner-Circle einzog, verblüffte dennoch. Denn der Vierjährige lag in dem zum Gänsemarsch formierten Mini-Feld einen Kilometer lang zunächst nur an letzter Stelle, während Nelly Pepper (Victor Gentz) vor Tijuana Diamant (Rudolf Haller) und Charlotte Newport (Thomas Holtermann) den Ton angab. Bis Mitte der Gegenseite gab es keine Veränderung im Geschehen, doch dann ergriff Rob de Vlieger die Initiative und schickte seinen Schützling in die zweite Spur. Zwar schienen die vorderen Pferde bis auf Charlotte Newport, die beim Einbiegen auf die Zielgerade von den Beinen kam, zunächst noch die besseren Karten zu besitzen. Doch Nordmann wurde immer stärker und Mitte des Einlaufs war endgültig klar, dass er als strahlender Sieger aus dem trotz der geringen Starteranzahl überaus spannenden und hochklassigen Rennen hervorgehen würde. Der Hengst schoss in der Tagesbestzeit von 13,0/1.900m wie ein Pfeil an Tijuana Diamant und Nelly Pepper vorbei und nahm seinen Gegnern bis zur Linie noch drei Längen ab. Rob de Vlieger sagte bei der anschließenden Ehrung: „Der Sieg war längst überfällig, denn Nordmann ist ein wirklich gutes Pferd. Die Anreise zur Derby-Bahn war verdammt lang – aber sie hat sich gelohnt!“

Sjunesson gewinnt zweimal

Doch nicht nur de Vliegers niederländisches Team machte an diesem Nachmittag kräftig Kasse. Denn mit dem dritten Lauf der UllrichEquine-Serie stand ein weiteres lukrativ dotiertes Rennen auf dem Programm. Für Whirlwind BR und die Besitzergemeinschaft um Alexander Dame scheint diese Serie regelrecht wie erschaffen zu sein. Nachdem der Wallach mit Jörgen Sjunnesson bereits die erste Etappe um 6.000 Euro Preisgeld gewinnen konnte, schlug er nun auch im ebenso hoch dotierten dritten Lauf mit dem schwedischen Topfahrer zu. Und zwar ganz nach dem Motto: Einfach die Spitze nehmen und bis zur Ziellinie vorne bleiben! Jörgen Sjunnesson war selber überrascht, wie leicht seinem Schützling der Erfolg in 16,0/1.900m gelang: „Uns kam natürlich die Startgaloppade und Disqualifikation des Topfavoriten Gri Maximus sehr entgegen, denn er wäre sicherlich ein ernstzunehmender Gegenspieler für Whirlwind BR gewesen. Aber ich muss trotzdem meinen Hut ziehen: Alexander Dame und sein Team haben in den zurückliegenden Wochen ganze Arbeit geleistet! Whirlwind BR hat sich deutlich verbessert und das Pensum perfekt bewältigt.“

In der Tat: Weder die nach geschontem Verlauf zweitplatzierte Easy Living (Kornelius Kluth) noch die außen herum marschierende Glorious Boko (Michael Hönemann) hatten gegen den Sieger den Hauch einer Chance. Und da die Offensivtaktik so gut geklappt hatte, machte der Skandinavier, der bei seinen Auftritten in Berlin geradezu mit Zauberhänden agiert, nach dem gleichen Strickmuster erfolgreich mit Francesco weiter. Der Wallach gewann Start bis Ziel in 14,0/1.900m und deklassierte seine Konkurrenten mit fünf Längen Vorsprung – eine Rekordverbesserung von 1,7 Sekunden! Im Winner-Circle verteilte Sjunnesson im Anschluss viel Lob in Richtung des ehemaligen Berliner Champions Michael Hönemann: „Michael steht Alexander Dame und seiner Lebensgefährtin Ronja Wohler stets mit Rat und Tat zur Seite und stimmt sich vor den Starts auch mit mir genau ab. Wir haben an Francescos Ausrüstung einiges geändert und das hat sich ausgezahlt.“

Auch Kluth und Tietz mit Doppelerfolgen

Eine wirklich imposante Vorstellung lieferte der von Kornelius Kluth präsentierte Standbyme ab. Der Dreijährige des Gestüts Neritz lag stets hinter Simba Diamant (Victor Gentz) an zweiter Position und schien im Schlussbogen, als sich der Pilot ruckartig absetzte, keinerlei Siegchance mehr zu besitzen. Doch dann wurden seine Beine flink wie Siebenmeilenstiefel und er fing den Gegner in 15,6/1.900m sogar noch leicht ein. Keine Frage: Das war bärenstark! Standbyme wird in den kommenden Wochen in den großen Jahrgangsrennen ein Wörtchen mitreden. Nur eine knappe Stunde später trumpfte Kornelius Kluth, für den es auf der Derby-Bahn ohnehin meist wie am Schnürchen läuft, mit einem weiteren Dreijährigen aus dem Besitz von Marion Jauß auf. Und zwar mit Go for Gold, der in 17,1/1.900m zwar nicht ganz so schnell unterwegs war wie sein Trainingsgefährte, aber beim Erfolg durch äußere Spuren viel Moral bewies.

Ein weiterer Dreijähriger, der ebenfalls auf höchstem Niveau mitmischen soll, ist Fionaro. Der kleine Bruder des Derby-Finalisten Fiobano legte mit seinem Trainer Thorsten Tietz bei seinem Debüt auf Anhieb die Maidenschaft ab. 700 Meter vor dem Ziel aus dritter Position eingesetzt, gewann der Braune in beachtlichen 15,2/1.900m mit einer Länge Vorsprung, wirkte zugleich aber noch recht grün. Er muss bis zur wichtigsten deutschen Rennwoche noch Erfahrung sammeln. Auch Tietz‘ zweiter Tagessieger New Dawn ist noch längst nicht ein alter Fuchs, denn sein nach einem Idealverlauf als viertes Pferd außen erzielter Treffer in 14,3/1.609m war erst sein neunter Lebensstart. Der Pechvogel der letzten Saison, der aufgrund einer Verletzung nicht am Derby teilnehmen konnte, wirkte aber im Vergleich zu den bisherigen beiden Saisonauftritten deutlich gefestigt und sollte zukünftig vieles nachholen.

Außenseiter Green Spirit macht das Rennen

Die größte Überraschung in der Siegwette gab es durch Josef Franzl und Green Spirit. Trotz des recht guten Formspiegels hatte das wettende Publikum dem Wallach der bayerischen Besitzerin Pia Platzer keine ernsthafte Erfolgschance ausgerechnet – doch zur Quote von 175:10 stellte der Fünfjährige diese Prognose auf den Kopf. Nach einem geschonten Rennen an der Innenkante stellte Green Spirit den 17:10-Favoriten Offroader (Rudolf Haller) der unterwegs erheblich mehr hatte tun müssen, zum Kampf und ging mit den letzten Schritten in furiosen 13,9/1.900m am Kontrahenten vorbei.

Pögel: Erst gesiegt, dann disqualifiziert

Nur eine bessere Trainingsarbeit war der Sieg für den von André Pögel gefahrenen Big Boss As. Der mehrfache Berliner Amateur-Champion führte sein Pferd sofort an die Spitze und drosselte die Fahrt unterwegs in den 21er-Bereich. Der Wallach gewann dank der geschonten Reserven überaus leicht. Auch mit der Stute Colombe d’Or sah es zunächst so aus, als könnte Pögel Richtung Winner-Circle eindrehen, denn die Vierbeiner-Lady des Stalles Express hatte die Ziellinie als Erste passiert. Doch da sich das vermeintliche Siegergespann im Einlauf ziemlich rigoros von der Innenkante befreit und dabei einen Gegner touchiert hatte, erfolgte die nachträgliche Disqualifikation. Der Erfolg ging stattdessen an Katharina Kramer und Muscle Design. Der aus fünfmonatiger Pause zurückkehrende Traber hatte auf den letzten 500 Metern eine feine Endgeschwindigkeit entwickelt.

Gesamtumsatz: 125.864,07 Euro – Bahnumsatz: 35.399,30 Euro – Außenumsatz: 90.464,77 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 27. Mai statt. Im Mittelpunkt steht die erste große Vorprüfung für das Derby: das Adbell-Toddington-Rennen. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

3:0-Sieg in Friedrichshafen im entscheidenden 5. Spiel

Wie hier im zweiten Spiel der Finalserie in eigener Halle konnten die Volleys am Ende auch in Friedrichshafen jubeln - über den 3:0-Erfolg und den deutschen Meistertitel 2018 (Foto: ©Eckhard Herfet)

 

Die BR Volleys haben es doch noch geschafft: im letzten Spiel der Finalserie gewannen sie überraschend klar mit 3:0 (25:20, 25:17, 25:22) beim Erzrivalen VfB Friedrichshafen und holten so beim Endstand von 3:2  (Best of 5) ihre dritte deutsche Meisterschaft in Folge. Wie im letzten Jahr gelang dabei der entscheidende Sieg am Bodensee - dazu mussten die Berliner verkraften, eine 2:0-Führung in der Finalserie vergeben zu haben. Am Ende aber bewiesen die Volleys einmal mehr ihre Nervenstärke und holten den Titel gegen die leicht favorisierten "Häfler".

Erfolgsserie der letzten Jahre hält an

Das ist aber noch nicht alles: mit dem erneuten Titelgewinn sind die Hauptstädter jetzt zum dritten Mal in Folge und zum sechsten Mal in den vergangenen sieben Jahren nationaler Meister geworden. Eine Erfolgsserie, die am Ende auch nicht ein eher schwacher Saisonstart inklusive Trainerwechsel verhindern konnte. Ausgerechnet Stelian Moculescu, der bis 2016 fast zwei Jahrzehnte in Friedrichshafen als Coach gearbeitet hatte, übernahm den Job vom jungen Luke Reynolds während der Hauptrunde und führte die Volleys wieder in die Spur. Für den rumänischen Trainer ist es bereits der 20. Meistertitel seiner Karriere, in der Berlin allerdings nur ein kurzes Gastspiel bleiben wird. Der gerade 68 Jahre alt gewordene Moculescu wird aller Wahrscheinlichkeit nach seine Laufbahn beenden.

Im entscheidenden Spiel am Mittwochabend standen folgende Spieler für die BR Volleys auf dem Parkett: Kapitän Robert Kromm, Paul Carroll, Adam White, Pierre Pujol, Graham Vigrass, Aleksandar Okolic und Luke Perry, dazu kamen Sebastian Kühner und Kyle Russell als Einwechsler zum Einsatz.

Beitrag: Berlinsport Aktuell

Toller Lauf, gute Stimmung: die Spieler des SV Sparta am Sonntag in Britz-Süd

Auch am 29. Spieltag hielt die starke Serie des SV Sparta: der Aufsteiger siegte beim DJK Schwarz-Weiß Neukölln mit 2:0 und holte damit in der Rückrunde 34 von 36 möglichen Punkten. Platz 3 hat der Aufsteiger ganz nebenbei auch noch verteidigt.

D. Kostic (SV Sparta)

Warum es so gut läuft und welche Ziele man in Lichtenberg noch diese, aber auch die kommende Spielzeit verfolgt - das beantwortete Sparta-Trainer Dragan Kostic (kl. Foto) im Gespräch mit Berlinsport Aktuell.

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Matchball zur Meisterschaft: Volleys am Sonntag gegen Friedrichshafen

Am Sonntag soll es klappen mit der Titelverteidigung bei den BR Volleys (Foto: Eckhard Herfet)

Das absolute Highlight des Sportwochenendes in der Hauptstadt steigt sicherlich am Sonntag in der Max-Schmeling-Halle. Im vierten Spiel der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft im Volleyball der Herren treffen die BR Volleys auf den VfB Friedrichshafen. Beim Zwischenstand von 2:1 haben die Volleys nach dem Modus "Best of 5" also gewissermaßen Matchball - ihren zweiten im  Finale, denn am Mittwoch verlor das Team von Trainer Stelian Moculescu am Bodensee mit 1:3. Da die Berliner das erste Spiel in Friedrichshafen aber bereits für sich entscheiden konnten, sind sie immer noch im Vorteil - und könnten mit einem Sieg in der sicher gut besetzten Max-Schmeling-Halle den Sack zu- und die Champagnerflaschen aufmachen.

Mehr Fotos zu den Berlin Recycling Volleys gibt es unter foto-herfet.de

Basketball: ALBA startet in die Playoffs

Während sich die Volleyball-Meisterschaft also dem Ende zuneigt, steigen die Basketballer gerade erst in die Playoffs ein. Im Viertelfinale bekommt es ALBA Berlin in der Serie nach dem Modus "Best of 5" mit den EWE Baskets Oldenburg zu tun. Die Berliner gehen nach ihrem starken zweiten Platz in der Hauptrunde natürlich als Favoriten in die Auseinandersetzung mit dem Tabellensiebten. Das Auftaktspiel findet am Sonnabend in der Arena am Ostbahnhof statt.

Rugby: Grizzlies und RK 03 mit Heimspielen

Am vorletzten Spieltag der 1. Bundesliga Nord/Ost gibt es zwei Heimspiele in der Hauptstadt zu sehen - man muss sich allerdings für eins der beiden entscheiden, denn die Spiele finden beinahe zeitgleich am Samstag statt. Um 15 Uhr bekommt es der RC Grizzlies mit dem RC Leipzig zu tun - gegen das Schlusslicht dürfte es aber für den Berliner Aufsteiger eher um eine gute Abschlussplatzierung gehen.

RK 03 (gelb-schwarze Trikots) und Grizzlies - hier im direkten Duell vor zwei Wochen

Der RK 03 tritt eine Stunde später gegen den aktuellen Spitzenreiter der Staffel, Hannover 78, an. Die Weißenseer haben zwar noch eine Minimalchance auf Playoffplatz 2 - in jedem Fall aber wird es das letzte Heimspiel in dieser Spielzeit im Stadion Buschallee sein. Zum Erreichen des Endspiels auf eigenem Terrain müsste man nämlich - im Falle der Qualifikation -  die Vollprofis des Heidelberger RK im Playoffhalbfinale auswärts bezwingen. Ein Ding der Unmöglichkeit - so ruft der RK 03 also noch einmal zum "Big Rugby Day". Ab dem frühen Mittag gibt es bereits ein Frauenrugby-Turnier zu erleben, den ganzen Tag über läuft dazu eine DKMS-Typisierungsaktion, bei der mögliche Stammzellenspender für Blutkrebspatienten ermittelt werden sollen.

Hockey: Gemischtes Doppel am Sonntag beim BHC

Für die Herren des Berliner Hockey Clubs geht es als Tabellenvierter fünf Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde noch um die Qualifikation für das "Final Four" um die Deutsche Meisterschaft. Mit Rot-Weiß Köln gastiert am Sonntag allerdings das Team der vergangenen Jahre im nationalen Herrenhockey in Zehlendorf. In den letzten neun Endspielen waren die Domstädter nicht weniger als achtmal vertreten und führen aktuell auch wieder die Tabelle der Liga an. Aber immerhin konnte der BHC bei seinem letzten Titelgewinn 2012 die Rot-Weißen im Finale in Berlin 2:1 schlagen.

Auch die Damen des Berliner Hockey Clubs bekommen es mit Rot-Weiß Köln zu tun. Beide Teams haben dabei keine realistische Chance mehr auf das Erreichen der Endrunde. Die Mannschaft, die von den Geschwistern (und Olympiasiegern) Natascha und Florian Keller trainiert wird, könnte allerdings mit einem Erfolg zu den Kölnerinnen aufschließen und sich damit zumindest für den 5. Platz in der Endabrechnung der Frauenbundesliga ins Spiel bringen.

Fußball: Nur 3-mal Spannung zwischen 2. Liga und Oberliga

Zwei Spieltage vor Saisonende liegt der 1. FC Union drei Punkte vor dem Relegationsplatz und vier vor dem direkten Abstiegsrang. Als Tabellenzehnter müsste allerdings viel zusammenkommen, damit die "Eisernen" noch in die Bredouille geraten. Ein Sieg über den VfL Bochum am Sonntag würde aber sämtliche Sorgen über den Klassenerhalt beseitigen.

Müssen weiter Siegestänze aufführen, wenn auch am Ende gejubelt werden soll: Spieler und Verantwortliche von Tennis Borussia

Wirklich mit Spannung behaftet sind bis runter zur Oberliga dann nur noch zwei Partien - eben in jener fünften Spielklasse. Am Samstag steht Tennis Borussia gegen die Reserve des FC Hansa Rostock mal wieder unter Siegzwang, denn nur Dreier helfen dem Tabellenzweiten weiter. Um doch noch Tabellenerster zu werden, muss dann aber zusätzlich Optik Rathenow patzen - der Nerven zehrende Evergreen dieser Rückserie. Der Spitzenreiter hat zur selben Stunde gegen den Vorletzten 1. FC Frankfurt allerdings die vermeintlich leichtere Aufgabe.

Und auch für den CFC Hertha 06 geht es in der Oberliga noch um etwas - den Klassenerhalt. Zuletzt zeigten die Charlottenburger dabei einen Aufwärtstrend. Ein Sieg im Heimspiel am Sonntag gegen den drei Punkte hinter den 06ern liegenden SV Victoria Seelow wäre da ein richtiger 'Big Point'.

Achtung: Der Mariendorfer Trabrenntag am Sonntag wurde abgesagt - alle weiteren Termine im Berliner Sportkalender

Beitrag+Fotos (2): Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

 

 

Weißblaue Power an der Spree

Bayern-Champ Josef Franzl gewinnt den UllrichEquine-Lauf der Vier- und Fünfjährigen mit Desert King und imponiert obendrein mit Baxter Hill. Victor Gentz feiert ebenfalls einen Doppelsieg. Heinz Wewering und Rainbow Diamant rasen im Gerhard-Krüger-Gedenkrennen zum 12,3-Saisonrekord

Desert King mit Josef Franzl im Sulky gewinnt am vergangenen Sonntag das Hauptrennen (Foto: ©Marius Schwarz)

Bei herrlichstem Frühlingswetter entwickelte sich der Kurztrip in die Hauptstadt für Josef Franzl und seine Crew zu einem Erfolgserlebnis. Der Bayerische Champion schnappte sich mit Stall Germanias Desert King den mit 6.000 Euro Preisgeld dotierten zweiten Lauf der UllrichEquine international Vier- und Fünfjährigen-Serie und strahlte im Anschluss im Winner-Circle: „Das war ein unglaublich leichter Sieg für Desert King – er hätte noch wesentlich schneller laufen können!“ Der Richterspruch unterstrich dieses Statement eindrucksvoll: Denn in 13,4/1.900m trennten den Cantab-Hall-Sohn am Ende ganze fünf Längen Vorsprung von seinen Gegnern. Der Vierjährige hatte rasch die Führung ergattert, ließ dann zwar drückende Kontrahenten kurzzeitig vorbei, übernahm aber eine dreiviertel Runde vor dem Ziel erneut das Kommando. Ende der Gegenseite kam auch Gri Maximus (Thorsten Tietz), der sich eine kurze Startgaloppade erlaubt hatte, immer besser ins Bild. Eine ernsthafte Chance gegen Desert King hatte der Wallach aber ebenso wie der drittplatzierte Simba Diamant (Victor Gentz) zu keinem Zeitpunkt.

Josef Franzl zum Zweiten

Unmittelbar zuvor hatte Franzl schon mit Baxter Hill triumphiert, der sich im Stil eines „Vollbombers“ präsentierte. Und das, obwohl der Crack der Besitzerin Karla Walek zunächst einen mächtigen Trotzkopf offenbart hatte. Denn er war auf den Weg zum Auto kaum zu kontrollieren und brach weg, weshalb Franzl unter Erzwingung eines Fehlstarts postwendend umdrehte. Auch beim gültigen zweiten Versuch musste der Profi gehörig auf seinen Schützling aufpassen. Baxter Hill bildete daher zunächst einmal das Schlusslicht. Als die kritische Anfangsphase überwunden war, gab ihm sein Trainer aber sofort den Kopf frei. Baxter Hill stürmte durch die vierte Spur heran, übernahm zu Beginn der Tribünengeraden die Führung und ließ den außen attackierenden und am Ende drittplatzierten Ganyboy (Thorsten Tietz) mit Erreichen des trotto.de-Bogens nur kurzzeitig vorbei. Auf der Gegenseite zog der 16:10-Favorit erneut an die Spitze und musste sich auf der finalen halben Runde fortan mit dem ebenfalls vorzüglich agierenden Angreifer Gustavson Be (Victor Gentz) auseinandersetzen, den er in 13,3/1.900m nach Kampf mit einer halben Länge Vorsprung in Schach hielt.

Eines ist klar: Angesichts des anspruchsvollen Rennverlaufs war die Leistung von Baxter Hill als herausragend zu bezeichnen. Der Hengst gilt nun als einer der Topfavoriten für die am 13. Mai beginnende Mariendorfer Vierjährigen-Serie, in der es um sehr viel Geld geht. Die sechs im Abstand von zwei bis drei Wochen stattfindenden Qualifikationsläufe sind mit jeweils 12.000 Euro dotiert. Im Finale, das am 8. September über die Bühne geht, warten sogar 20.000 Euro Preisgeld auf die Bestplatzierten. Die Rennserie gehört also neben der Derby-Woche und der Breeders Crown zu den ganz großen Mariendorfer Highlights.

Gentz siegt ebenfalls doppelt

Nicht nur Josef Franzl glänzte mit einem Doppelerfolg. Auch Victor Gentz, der sich nach eigener Aussage am Renntag gesundheitlich alles andere als blendend fühlte und ziemlich angeschlagen war, lieferte trotz dieses Handicaps tolle Fahrten ab und gewann zwei Rennen. Mit Tiffany Diamant dürfte der Lauvenburger obendrein in diesem Jahr noch häufiger auf die Ehrenrunde gehen, denn das Saisondebüt der Stute war exzellent. Die bei 61:10 erstaunlich lang gehandelte Stute schoss sofort an die Spitze und strampelte das Pensum in 14,9/1.900m mühelos herunter. Nach genau dem gleichen offensiven Schema punktete Victor Gentz dann im Anschluss mit Exclusive Fire, der in 16,6/1.900m vom Fleck weg meilenweit über seinen Gegnern stand und mit fünf Längen Vorsprung auftrumpfte.

Wewering gewinnt Gedenkrennen

Am Sonntag jährte sich zum ersten Mal der Todestag einer der größten Legenden, die der deutsche Trabersport jemals hervorgebracht hat: Gerhard Krüger. Das ihm gewidmete Gedenkrennen wurde zur Beute von Heinz Wewering und Rainbow Diamant, der über sich hinauswuchs und grandiose 12,3/1.900m auf die Derby-Piste trommelte – ein neuer Saisonrekord! Nach dem Start war der Hengst zunächst nur an fünfter Position auszumachen. Doch vor den Tribünen leitete Heinz Wewering mit seinem Schützling eine furiose Attacke auf den Piloten Soccer (Victor Gentz) ein, die ihm im trotto.de-Bogen endgültig die Führung brachte.

Wer vermutet hatte, dass dieses Pensum wohl zu kräftezehrend für den 19:10-Favoriten gewesen sein dürfte, wurde eines Besseren belehrt. Denn auf den letzten 500 Metern wurden Rainbow Diamants Schritte nicht kürzer, sondern immer länger und er wies den tapferen Soccer überlegen mit drei Längen Vorsprung ab. Eine besonders nette Geste: Für den Pfleger des Siegers des Gerhard-Krüger-Gedenkrennens hatte der langjährige Mariendorfer Traberbesitzer Norbert Schreiter extra einen wertvollen Ehrenpreis gestiftet: eine Pferdeskulptur des bekannten Herstellers Hutschenreuther. Im Winner-Circle wurde wenig später übrigens auch Thomas Panschow begrüßt: Der bei aktuell 2.908 Erfolgen stehende Profi feierte am Renntag seinen 51. Geburtstag.

Auch Tietz und Nimczyk fahren einen Sieg ein

Und hier die weiteren Ergebnisse: Der von Thorsten Tietz präsentierte New Dawn ging nach seiner langen Verletzungspause und dem unglücklich verlaufenen Comeback endlich wieder auf eine Siegerparade. Der Vierjährige musste die Schlussrunde in der Außenspur bewältigen und bezwang den tapfer gegenhaltenden Piloten Big Boss As (Kornelius Kluth) in 14,7/1.900m nur hauchdünn. Mit dem 21:10-Favoriten Izzi’s Newport übernahm Michael Nimczyk vor den Tribünen das Kommando und bremste zugleich die anfänglich recht schnelle Pace. Im Schlussbogen drehte der Debütant seinen Turbo aber mächtig auf löste sich sofort genügend von seinen Verfolgern, um in 16,8/1.900m sehr leicht mit zwei Längen Vorsprung zu gewinnen.

Kube und Pögel bei Amateuren im Winner's Circle

Zwei Amateurprüfungen komplettierten die Mariendorfer Veranstaltung: Der in seiner Rennlaufbahn leider oft durch Verletzungen gehandicapte Rayman zeigte diesmal sein wahres Gesicht und löste eine passende Aufgabe mit Sarah Kube im Sulky in 14,0/1.900m Start bis Ziel hochüberlegen mit neun Längen Vorsprung.

Sehr viel knapper fiel der Sieg von André Pögel und Baschkir aus: Der Wallach der Besitzergemeinschaft von Manuela Rüger und Michael Diermeier rettete sich in 15,4/1.900m mit einem Millimetervorteil vor dem 679:10-Riesenaußenseiter Sean O’Malley (Hermann Weingran-Wunderlich) über die Ziellinie.

Gesamtumsatz: 128.038,79 Euro – Bahnumsatz: 44.756,30 Euro – Außenumsatz: 83.282,49 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 6. Mai statt. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Spitzenzweiter: Eintracht Mahlsdorf (weiße Trikots) festigte durch das 3:0 gegen Tasmania die Vizeposition in der Tabelle - hier der Führungstreffer durch Antunovic (nicht im Bild)

 Blau-Weiß weiter einsame Spitze - Mahlsdorf festigt die Vizeposition

Am 28. Spieltag setzten sich die Trends der vergangenen Wochen in der Berlin-Liga fort. An der Spitze zieht Blau-Weiß 90 nach dem 5:0-Sieg beim BFC Preussen weiter einsam seine Bahnen. Dreizehn Punkte dahinter scheint nur noch Eintracht Mahlsdorf für den Vizemeister in Frage zu kommen - nach dem bitteren Aus im Pokalhalbfinale scheint sich das Team von Trainer Christian Gehrke als einziges dem verbleibenden Ziel "2. Platz" seriös stellen zu können. Im Topspiel des Spieltags bezwangen die Mahlsdorfer den SV Tasmania sicher mit 3:0. Die Neuköllner bezogen damit die zweite Niederlage in Folge ohne eigenen Torerfolg.

Spartas Serie hält - BSC erholt sich - Croatia schwächelt weiter

Beim SV Sparta (5:0 gegen Nordberliner SC) hält der Aufwärtstrend dagegen unvermindert an: 2018 holte der Aufsteiger 31 von 33 möglichen Punkten und hat sich dadurch auf dem 3. Platz festgesetzt. Der Berliner SC hat sein Formtief überwunden und rückt mit dem 4:1-Sieg bei den Spandauer Kickers wieder auf Platz 4 vor. Dagegen hält die "Talfahrt" beim SD Croatia an: die Tempelhofer, die sich zwischenzeitlich ebenfalls noch auf Rang 2 eingeschossen hatten, unterlagen dem Abstiegskandidaten BSV Al-Dersimspor glatt mit 0:3 und haben weiterhin nur noch den 6. Platz inne.

Abstiegskampf: Feld rückt zusammen

Im Tabellenkeller hat sich unterdessen der Kampf um den Klassenerhalt extrem verdichtet. Sechs Mannschaften sind aktuell noch Kandidaten für den 16. Platz, TuS Makkabi und die Spandauer Kickers gehören nach zuletzt schwacher Ausbeute dazu. Die anderen wehren sich dagegen nach Leibeskräften: Türkspor, Al-Dersimspor und Schwarz-Weiß holten an den vergangenen beiden Spieltagen die volle Punktzahl. Die Füchse verpassten dagegen den kleinen Befreiungsschlag ausgerechnet zuhause gegen Schwarz-Weiß und verloren in einem Spiel mit der einen oder anderen diskussionswürdigen Schiedsrichterentscheidung mit 0:2.

Füchse-Trainer Guido Perschk und Benjamin Kandler (Schwarz-Weiß) standen anschließend Hasso Nickelé für Berlinsport Aktuell zu einer Nachbesprechung der Geschehnnisse zur Verfügung.


B. Kandler

Trainerstimmen zum Spiel Füchse - Schwarz-Weiß

Interviews: Hasso Nickelé


Auf die Reinickendorfer wartet nunmehr die Fortsetzung einer weiteren Englischen Woche - Mittwoch kommt Mahlsdorf in den Fuchskäfig, Samstag geht's zum BSC.

Schöneberg und Nordberliner vor dem Abstieg

Am Tabellenende  gibt es dagegen keine Hoffnung mehr für den 1.FC Schöneberg, der bei Türkspor (3:8) ein weiteres Mal den Laden nicht dicht halten konnte. Und auch beim Nordberliner SC sieht es nach zuletzt sieben Niederlagen in Serie inzwischen zappenduster aus - durch die wehrhafte Konkurrenz im Tabellenkeller haben die Heiligenseer allein an den vergangenen beiden Spieltagen sechs Zähler zum rettenden Platz 15 eingebüßt und sind nun sechs Spiele vor der Endabrechnung bereits 13 Punkte vom Klassenerhalt entfernt.

Beitrag/Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé