Keine Vorentscheidung zum Thema Aufstiegsplatz Nr. 2 in der Landesliga Staffel 1. Während Berolina Stralau nach dem 3:1 gegen BFC Dynamo II die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen ist, trennten sich die beiden Verfolger Türkiyemspor und Hilalspor am Nachmittag 1:1 unentschieden. Temel hatte die Gäste nach einer knappen Stunde in Führung gebracht, Türkiyemspor schlug aber durch Tetik in der 77. Minute zurück. Damit konnte der Gastgeber den Kontrahenten Hilalspor vor dem letzten Spieltag weiterhin auf zwei Punkte Abstand halten, muss aber im abschließenden Spiel beim abstiegsbedrohten Adlershofer BC drei Punkte einfahren, um wegen des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Hilalspor ganz sicher zu gehen. Die wiederum müssen nächsten Sonntag auf eigenem Platz den neuen Meister aus Stralau bezwingen, um überhaupt die kleine Chance auf den Aufstieg zu wahren.
L. Mrosko (Türkiyem)
U. Binici (Hilal)
Hasso Nickelé sprach nach der Partie für Berlinsport Aktuell mit den Trainern Lars Mrosko (Türkiyemspor) und Umut-Ugur Binici (Hilalspor) über das Kreuzberger Duell - dabei ging es aus gegebenem Anlass auch um die Auswirkungen des islamischen Fastenmonats Ramadan auf beide Teams.
Bitte zum Abhören unten anklicken
Play
Stop
X
*Wir bitten um Nachsicht, dass wir mit endgültigem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) am 25. Mai die Kommentarfunktion auf dieser Seite abgeschaltet haben. Diese Entscheidung wurde einerseits aufgrund der geringen Nutzung der besagten Funktion getroffen, andererseits wegen des nun damit verbundenen, erhöhten datenschutzrechtlichen und auch finanziellen Aufwands.
Im Zuge der Veröffentlichung dieses Beitrags hat uns allerdings intern auch eine Stellungnahme von Hilalspor wegen der Aussage von Türkiyemspors Trainer Lars Mrosko erreicht, die wir im Sinne der ausgewogenen Berichterstattung hier kurz zusammenfassen wollen: Hilalspor hegt keine Abneigung gegen Türkiyemspor, weder politischer noch sonstiger Natur - die Ablehnung des angesetzten Unparteiischen geht auf ein Spiel im Jahr 2014 zurück, weshalb der Verein einen anderen, unbelasteten Schiedsrichter für das wichtige Spiel bevorzugte.
Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hasso und Hagen Nickelé
Die noch im Abstiegskampf steckenden Gäste starteten mit Wucht - und überrumpelten Empor damit bereits nach nicht einmal 60 Sekunden. Kapitän Dario Greiser war es schließlich, der den Ball zum schnellen 0:1 über die Linie drückte. Auch im weiteren Verlauf blieben die Reinickendorfer zunächst dominant und das Feiern des vorzeitigen Klassenerhalts im Fall eines Dreiers schien deshalb nicht unmöglich. Bei der Unterbrechung für die Trinkpause Mitte der ersten Halbzeit nahm sich Empor-Trainer Schwanke aber seine Schützlinge zur Brust und sorgte so für den nötigen Weckruf. Mit zunehmender Spieldauer fand der SVE jedenfalls besser ins Spiel, eine der wenigen Chancen nutzte Steven Rajemann vor der Pause schließlich zum 1:1 (43.).
Rajemann macht den Unterschied
Im zweiten Durchgang blieb es zwar weiter ein verteiltes Spiel, der Gastgeber erwies sich insgesamt aber als zwingender. Empors Chancenplus wurde dann erneut durch Rajemann (72.) in Zählbares umgemünzt und die Füchse konnten die Niederlage in der Schlussphase nicht mehr abwenden. Mit etwas "Schützenhilfe" könnten die Reinickendorfer morgen aber doch schon den vorzeitigen Klassenerhalt feiern - auch bei einer Entscheidung am letzten Spieltag haben sie jedoch zuhause gegen Al-Dersimspor das Erreichen des Mindestziels weiter in der eigenen Hand. Für Empor geht es dann bei Sparta um die Abrundung einer starken Rückserie 2017/18.
J. Schwanke
G. Perschk
Nach dem Spiel sprach Berlinsport Aktuell mit den Trainern beider Teams: Jörg Schwanke (l.), für den es das letzte Heimspiel bei Empor war, und Guido Perschk (Füchse).
Der Abstieg des Nordberliner SC nach fünf Jahren in der Berlin-Liga steht bereits fest. Dass der Club aus Heiligensee die Saison aber schon abgeschenkt hat, kann man nicht behaupten: am Sonntag feierte der NoSC den ersten Dreier nach zehn Niederlagen. Das 4:0 gegen einen abermals enttäuschenden SV Tasmania bedeutete dabei sogar den höchsten Saisonsieg.
M. Stelzer
Weshalb es 2017/18 dennoch nicht zum Klassenerhalt reichte und wie es am Elchdamm weiter geht, verriet der Sportliche Leiter Martin Stelzer im Anschluss an die Partie im Gespräch mit Berlinsport Aktuell.
Thorsten Tietz führt den Hengst im Vierjährigen-Lauf zum hauchdünnen Sieg. Das Heinz-Mohr-Memorial geht an Hans-Jürgen von Holdt und Wildcat Hanseatic.
Nur fünf Pferde am Start und dennoch ein waschechter Rennsport-Krimi: Der mit stolzen 12.000 Euro Preisgeld dotierte zweite Lauf der Mariendorfer Vierjährigen-Serie war alles andere als ein Langweiler. Denn die Prüfung entwickelte sich auf der Zielgeraden zu einem Duell, das die Zuschauer von den Sitzen riss. Der von Thorsten Tietz gesteuerte New Dawn (36:10) hatte eingangs der Tribünengeraden die Führung übernommen und bis weit in die Gegenseite hinein eine eher mäßige Pace vorgelegt. Doch als Thorsten Tietz das Tempo beim Einbiegen in die letzte Kurve auf 09,6 forcierte und sich Rob de Vlieger im Sulky des 22:10-Hauptfavoriten Heart of Steel, der bis zu diesem Zeitpunkt das Schlusslicht des kleinen Feldes gebildet hatte, zum Angriff bereit machte, ahnte das Publikum, dass die wahre Dramatik erst noch folgen würde.
Auf der Zielgeraden entwickelte sich zwischen den beiden Pferden ein packender Kampf. Der von Arne Frahm gezüchtete New Dawn behielt in 15,0/1.900m für die Farben von Renate Gramüller und Johann Holzapfel nur ganz knapp mit einem Kopfvorteil die Oberhand. Zweieinhalb Längen hinter den Kontrahenten ergatterte die eher unauffällige Tijuana Diamant (Michael Nimczyk) das dritte Geld. Für Rang vier behauptete sich Nelly Pepper (Victor Gentz), die sich als erste zu einer Attacke auf den Piloten aufgerafft hatte, nur mit einer Halslänge gegen Lovers Hall (Dennis Spangenberg), den längsten Außenseiter im Feld.
Der zweite große sportliche Höhepunkt der Mariendorfer Veranstaltung war das Heinz-Mohr-Memorial, das sich längst als fester Bestandteil der Berliner Rennsaison etabliert hat. Es wurde zu einem Glanzauftritt von Hans-Jürgen von Holdt und seiner Topstute Wildcat Hanseatic. Der Vize-Europameister der Amateure, der das dank der finanziellen Unterstützung der Familie Mohr und des VDT mit 4.000 Euro Preisgeld dotierte Rennen bereits mit Pet Semetary (2002), Pikachu (2005) und Othello Jaycee (2012) gewonnen hatte, steuerte seine am Wettmarkt mit einer Quote von 25:10 als zweite Favoritin eingeschätzte Sechsjährige nach einer halben Runde an die Spitze. Und das war es dann auch schon – denn die von Detlef Callsen gezüchtete Stute ließ ihren Gegnern in 17,3/2.500m mit zwei Längen Vorsprung nicht den Hauch einer Chance. Der innen geschonte Gobelin (Günther Schiefelbein) sicherte sich vor dem mit 20 Meter Zulage gehandicapten Mighty Hanover (Sarah Kube) das zweite Geld.
Nimczyks Triple
Michael Nimczyk gelangen drei Siege. Den Anfang machte Cromwell. Der Love-You-Sohn sorgte bei seinen Anhängern mit einer Startgaloppade für eine kurze Schrecksekunde, fand aber schnell wieder den Anschluss und siegte in 16,5/1.900m sehr leicht. Dem Wallach kam allerdings ein Fauxpas des führenden Exclusive Fire (Victor Gentz) zugute, denn der Hengst wich im Finish über die Innenkante und verlor dabei viel Schwung. Aber ob es ohne diesen Patzer wirklich für mehr als nur den dritten Rang hinter Cromwell und Hestia R.A. (Bernd Warnke) gereicht hätte, ist schwer zu sagen, denn Exclusive Fire wirkte diesmal bei weitem nicht so spritzig wie zuletzt.
Gleich im Anschluss punktete Michael Nimczyk mit der bei 13:10 gehandelten Arendelle, deren erster Saisonsieg längst überfällig war. Die zumeist im Speed eingesetzte Stute wurde diesmal in 15,1/1.900m sehr offensiv vorgetragen und übernahm die Spitze bereits vor den Tribünen. Der dritte Tageserfolg gelang dem Goldhelm ebenfalls mit einer selbstbewussten Taktik: Highway Fortuna bestimmte das Geschehen über die gesamte Distanz.
Erst der Favorit, dann der Außenseiter vorne
Für den Topfavoriten des Tages Perfect Hall (11:10) glich der Start mit André Pögel lediglich einer besseren Trainingseinheit. Der Dunkelbraune ergatterte ausgangs des ersten Bogens das Kommando und setzte sich nach unterwegs recht ruhigem Tempo auf den finalen 500 Metern in 16,1/1.900m hochüberlegen von seinen Verfolgern ab. Für André Pögel war es mit dem Traber des Gestüts Neritz bereits der dritte Volltreffer hintereinander.
Weitaus überraschender war dagegen der famose Sieg von Proud Miguel, den zur Quote von 546:10 nur sehr wenige Wetter im Visier hatten. Michael Hönemann dirigierte den für die Farben von Mariona Ayad laufenden Wallach Mitte des ersten Bogens nach vorne und der Außenseiter ließ im gesamten weiteren Verlauf niemals Zweifel an seiner Autorität aufkommen.
Gesamtumsatz: 84.782,65 Euro – Bahnumsatz: 30.042,60 Euro – Außenumsatz: 54.740,05 Euro.
Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 17. Juni statt. Im Mittelpunkt stehen das mit 12.000 Euro Preisgeld dotierte KRAFFT Performance Energy-Rennen (Vierjährigen-Serie III) und der fünfte Lauf der UllrichEquine international Serie um 6.000 Euro Preisgeld. Achtung: Aufgrund der Fußball-WM ist bereits um 11 Uhr Veranstaltungsbeginn!
Wichtige drei Punkte im Abstiegskampf für Berlin Türkspor - am 32. Spieltag gelang ein 2:0-Heimsieg gegen den TSV Rudow. Damit konnte sich der Club vom Heckerdamm im Tabellenkeller vier Punkte vom ersten Abstiegsplatz distanzieren. Bei den Rudowern hingegen setzen sich die Schwierigkeiten in der Rückserie (bislang nur elf Punkte) fort, zwei Spieltage vor Saisonende ist der TSV somit nur noch auf Platz 11 der Tabelle anzutreffen.
D. Volbert
A. Müller
Nach dem Spiel standen die Trainer Daniel Volbert (Türkspor, l.) und Aaron Müller (Rudow) Hasso Nickelé für eine Analyse der Geschehnisse zur Verfügung.
Zum Abhören bitte unten anklicken
Play
Stop
X
Beitrag: Berlinsport Aktuell/Hasso und Hagen Nickelé Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé
Die Füchse Berlin gewinnen ihr letztes Saisonspiel zu Hause und nehmen sich Zeit, ihr Publikum gut zu unterhalten.
Sportlich war die Saison für die Füchse Berlin bereits abgehakt, als die Schiedsrichter die letzte Partie in der Max-Schmeling-Halle anpfiffen. Ein starker dritter Platz war den Berlinern in der Handball-Bundesliga nicht mehr zu nehmen. Nach vorne, Richtung Tabellenspitze, ging allerdings auch nichts mehr. Und so erklären die Geschehnisse in der letzten Minute vor dem Halbzeitpfiff das abschließende Saisonspiel der Füchse Berlin ganz gut: Sechzehn Sekunden vor dem Ende des ersten Durchgangs nahm Trainer Velimir Petkovic eine Auszeit für die Füchse - komplett sinnfrei beim Stand von 14:11 für die Berliner. Die Cheerleadergruppe "Dance Deluxe" stürmte das Spielfeld und zeigte der vollen Halle ihre Choreografie - soweit zum Show-Act des Tages. Als das Spiel wieder angepfiffen wurde, warf Fabian Wiede 5 Sekunden vor Schluss das 15:11 für sein Team und erfüllte damit den sportlichen Teil des Nachmittags. Showeinlagen und seriöser Sport im Abstand von zehn Sekunden - den 8871 Zuschauern in der Halle hat es gefallen.
Füchse-Torwart Stochl glänzt in seinem letzten Spiel
Dabei gab es durchaus Überschneidungen: Petr Stochl zum Beispiel. Es war sein letztes Spiel für die Füchse nach zwölf Jahren. Er bekam die Möglichkeit sich ausführlich von seinem Publikum zu verabschieden und spielte die gesamte Partie durch. Was er den Zuschauer bot war eine Mischung aus großem Sport und guter Show. Allein in der ersten Halbzeit hielt Stochl zwei Siebenmeter und glänzte mit diversen weiteren Paraden. Sein Lohn: Die Halle stand und skandierte Stochls Namen - bereits nach zehn Minuten Spielzeit. Eine weitere Sehenswürdigkeit war die Torschützenliste der Berliner. Am Ende des Spiels standen darauf nicht nur alte bekannte Namen, wie der von Fabian Wiede mit vier Treffern, sondern auch ein Ergänzungsspieler wie Oliver Milde, der zurück in die zweite Liga wechselt, mit sehr guten sechs Treffern. Selbst Abwehr-As Dragan Vukovic steuerte drei Treffer zum mühelosen Sieg der Füchse bei. Auch für ihn war es die letze Partie im Trikot der Füchse.
Talente bekommen Einsatzzeit
Die exotische Torschützenliste sagte auch etwas über den Gegner vom TV 05/07 Hüttenberg aus. Trotz diverser ebenfalls showreifer Ringereinlagen am eigenen Kreis hatten die Hessen keine Chance gegen den Tabellendritten aus Reinickendorf. An Engagement fehlte es nicht, doch im Laufe der Partie wurde immer deutlicher, warum Hüttenberg den Anschluss in der Liga schon frühzeitig verloren hatte. Im Laufe der 2. Halbzeit konnten sie den Berlinern in keinen Belangen Paroli bieten, obwohl der Aufsteiger mit einem Sieg in Berlin noch Chancen auf den Klassenerhalt gehabt hätte. Doch über 19:14 und 26:20 zogen die Füchse zum Ende auf 28:23 davon und ließen das Spiel langsam aus trudeln. Petr Stochl hielt auch in der zweiten Halbzeit Ball um Ball als befände er sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Daneben blieb noch etwas Zeit, ein paar Nachwuchsspielern der Berliner einen Schnupperkurs in Sachen Bundesligaluft zu verschaffen. So kam in der 46. Minute David Akakpo ins Spiel, ein Spieler der äußerst erfolgreichen Füchse-A-Jugend. Kuno Schauer durfte ab der 56. Minute mitspielen und Rolando Urios sogar sein erstes Bundelsligator zum 28:22 in der 58. Minute werfen.
Ansonsten wurde in den letzten zehn Minuten auffällig oft der Hallenboden gewischt und vom Schweiss der Akteure befreit. Die Chearleader liefen noch einmal aufs Feld und zeigten ihr Können - da war die Partie aber eigentlich auch schon beendet. Das Wichtigste verkündete der Hallensprecher dann unmittelbar nach Abfiff der Begegnung: Freibier für alle - allerdings erst nach der Verabschiedung der Spieler.
24:21-Heimerfolg in der GFL 2 gegen Lübeck Cougars
Die Horrorstatistiken haben ein Ende: erstmals seit April 2017 haben die Berlin Adler wieder ein Punktspiel gewonnen - auf einen Heimsieg musste die unerschütterliche Fangemeide der Weddinger sogar über zwei Jahre warten. Nun war es also so weit: die mit vier Niederlagen als Absteiger in die GFL2-Season gestarteten Berliner besiegten die Lübeck Cougars am Ende knapp mit 24:21. Im Schlussquarter waren die Gäste dabei mit 14 Punkten noch einmal gefährlich nah herangekommen. Die Adler starteten aber stark und gingen in der ersten Halbzeit mit 21:0 in Führung, ehe den Gästen aus der Hansestadt die ersten Punkte gelangen. Das Field Goal zum 24:7 kurz vor der Pause sollte dann am Ende schließlich noch den Unterschied ausmachen.
Damit haben die Berliner die "Rote Laterne" an die Paderborn Dolphins abgegeben. Kommenden Sonntag steht gleich das nächste Heimspiel auf dem Programm: diesmal gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer, die Düsseldorf Panther. Gutes Omen: der erwähnte, nun vorletzte Heimsieg gelang den Adlern in diesem Traditionsduell gegen die Rheinländer im Mai 2016 (42:39), damals noch in der GFL 1. Adler-Präsdident Stefan Mücke (Foto r.) stand nach dem Spiel am gestrigen Sonnabend für ein kurzes Interview zur Verfügung.
Laura Vici (Nr. 3) mit Michael Nimczyk auf dem Weg zum Sieg (Foto: @Lingk)
Der Trainerchampion zeichnet für beide Sieger der Adbell-Toddington-Läufe verantwortlich: Sein Sohn Michael gewinnt mit der Stute Laura Vici nur hauchdünn, während Michael Larsen mit dem Wallach Chapter One überlegen auftrumpft.
Es ist eine Prüfung mit jahrzehntelanger Tradition: Auf der Mariendorfer Trabrennbahn fand am Sonntag das renommierte Adbell-Toddington-Rennen statt. Der schon seit 1922 ausgetragene Klassiker ist seit dem Jahr 2016 in zwei mit jeweils 20.000 Euro Preisgeld dotierte Läufe unterteilt. Die Stuten bzw. die Hengste und Wallache traten also getrennt voneinander an. Die Ladies kamen zuerst an die Reihe und es gab ein extrem spannendes Finish, in dem Laura Vici mit dem Goldhelm Michael Nimczyk gegen die vom Niederländer Dion Tesselaar gesteuerte Favoritin Isabella Boshoeve knapp die Oberhand gewann.
Dabei hatte es für die ohnehin auf den ersten Metern nicht gerade pfeilschnelle Orlando-Vici-Tochter anfangs gar nicht gut ausgesehen. Denn während Isabella Boshoeve ausgangs des ersten Bogens die Führung übernommen hatte, war Laura Vici weit dahinter nur an sechster Position auszumachen. Ab Mitte der Gegenseite kam die von Wolfgang Nimczyk für die Farben von Erich Rothe und Rolf Wrage trainierte Stute aber immer besser auf Touren und im Einlauf spielte die Braune schließlich ihren gefürchteten Speed aus, der ihr in 14,5/1.900m mit einem Kopfvorteil dann doch noch den Sieg bescherte. Zwei Längen hinter den beiden Duellanten sicherte sich die unterwegs geschonte 710:10-Riesenaußenseiterin Noelani (Dennis Spangenberg) Rang drei.
Ganz anders als bei den Ladies entwickelte sich der Adbell-Lauf für die Hengste und Wallache, denn hier gab es eine eindeutige Entscheidung – quasi eine One-Horse-Show. Der kurz vor dem Rennen in den Besitz von Hans Brocker und Ulrich Mommert gewechselte und Michael Larsen anvertraute Chapter One beherrschte vom Fleck weg die Szenerie und gewann die Prüfung in bärenstarken 13,5/1.900m Start bis Ziel, ohne seinen Konkurrenten auch nur den Hauch einer Chance zu lassen. Mit dieser erstklassigen Leistung hat der von Jean-Pierre Dubois gezüchtete Traber einen ernsthaften Machtanspruch im Jahrgang angemeldet – mit ihm wird zukünftig zu rechnen sein.
Vor allem sein rasanter Antritt könnte in den kommenden Vergleichen mit Cracks wie Northern Charm und Mister F Daag ein ernstzunehmender Faktor sein. Das Buddenbrock-Rennen am 8. Juli wird wichtige Aufschlüsse liefern. Während der überlegene Dreieinhalb-Längen-Triumph von Chapter One also eine glasklare Angelegenheit war, sorgte die weitere Reihenfolge hinter dem 40:10-Mitfavoriten für staunende Münder. Denn mit den größtenteils an der Innenkante geschonten Außenseitern Very Impressive S (Cees Kamminga), Iron Tranns R (Jeffrey Mieras) und Ibra Boko (Karel Gerrits) hatte das Publikum nicht gerechnet. In der Viererwette ergab sich daher ein Jackpot in Höhe von 3.851 Euro.
Fionaro, Charmeur Royal und Gri Maximus viel versprechend
Nicht nur in den beiden Adbell-Läufen, sondern auch im Rahmenprogramm lieferten einige ausgezeichnete Dreijährige Kostproben ihres Könnens ab: Fionaro (Thorsten Tietz) ging auf der Tribünengeraden nach vorne und wehrte auch den Angriff der ebenfalls enorm starken Gegnerin Ida F Boko (Josef Franzl) ab, die bei der Attacke aber nicht ihr Geläuf halten konnte und daher disqualifiziert wurde. Ein Riesentalent scheint ebenfalls der von Robin Bakker gesteuerte Charmeur Royal zu sein. Der Hengst übernahm gleich auf den ersten Metern das Kommando und gewann gegen den außen herum ebenfalls prächtig agierenden Iron Creek (Thorsten Tietz) sicherer, als es der Vorsprung von einer halben Länge ausdrückt. In den Vorbereitungsrennen lief es für ihn nicht perfekt – aber als es ernst wurde, war Gri Maximus auf den Punkt genau maximal in Form. Im UllrichEqine-Lauf um 6.000 Euro Preisgeld bewältigte der von Thorsten Tietz trainierte und gefahrene Wallach aus dem Besitz von Herbert Tuscher sogar einen Rennverlauf in zweiter Spur ohne Probleme. Im der letzten Kurve zog der Vierjährige endgültig nach vorne und schien sich bereits zu verabschieden. Der bei 27:10 gehandelte Traber musste in 16,2/1.900m aber noch einen fulminanten Schlussangriff der Stute Misty Morning (Christan Lindhardt) parieren, die ganz vom Ende des Pulks im Einlauf wie ein Düsenjäger heranflog und den Rückstand auf den Sieger auf eine halbe Länge verkürzen konnte. Das dritte Geld ging an Gameboy Newport (Dennis Spangenberg).
Rainbow Diamant und Marinah überragend
Die internationale Klasse wurde einmal mehr zur Beute von dem aktuell in überragender Form agierenden Rainbow Diamant. Mit seinem Trainer Heinz Wewering im Sulky war es bereits der vierte Erfolg hintereinander. Und auch die Manier war grandios: Rainbow Diamant trumpfte in der Tagesbestzeit von 13,3/1.900m Start bis Ziel auf und absolvierte die Schlusshalbe sogar im 11-er Tempo. Die von Jörgen Sjunnesson gesteuerte und von Jörg Schefe trainierte Marinah war ebenfalls sehr offensiv unterwegs und löste sich auf der Zielgeraden in 15,2/1.900m mit fünf Längen Vorsprung von den Verfolgern.
Krabat und Mad World konkurrenzlos
In der Handicap-Klasse konnte sich Krabat, der mit Manfred Zwiener als einziger Teilnehmer von der 2.500-Meter-Grundmarke aus gestartet war und am Toto mit einer Quote von 65:10 eindeutig unterschätzt wurde, sehr leicht durchsetzen. Der Wallach ließ seinen Gegnern keinerlei Angriffsmöglichkeit und hat sich diesen Erfolg nach einer von Disqualifikationen überschatteten Durststrecke wahrlich verdient.
Das einzige Amateurfahren der Veranstaltung ging an Marco Schindler, der mit seinem selbst gezüchteten Vierbeiner-Crack Mad World einen überlegenen Sieg herausfuhr. Der mit zwanzig Meter Zulage bedachte Wallach lag zwar lange am Schluss der Feldes, war im Einlauf aber gegen eher formschwache Gegner ganz andere Ware und sollte schon bald erneut im Winner-Circle auftauchen.
Gesamtumsatz: 129.436,13 Euro – Bahnumsatz: 49.471,90 Euro – Außenumsatz: 79.964,23 Euro. Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 3. Juni statt. Im Mittelpunkt stehen der mit 12.000 Euro Preisgeld dotierte zweite Lauf der Vierjährigen-Serie sowie das Heinz-Mohr-Memorial. Beginn ist um 13.30 Uhr.
Eintracht Mahlsdorf siegte am Sonnabend mit 3:0 beim SV Empor und zwang dadurch Tabellenführer Blau-Weiß 90 (4:3 gegen SpaKi), die Berliner Meisterschaft einen Tag später selbst unter Dach und Fach bringen zu müssen oder - wie man es nimmt - zu dürfen. Den Mahlsdorfern bleibt ihrerseits mit dem zweiten Vizemeistertitel in Folge erneut ein starkes Resultat.
Chr. Gehrke
Nach der Partie sprach Berlinsport Aktuell mit den Trainern Jörg Schwanke (Empor) und Christian Gehrke (Foto, Mahlsdorf).
Sound Check gewinnt das 47. Oleander-Rennen nach Schiedsspruch der Rennleitung - Murzabayev am Irish Raceday gleich 3-mal vorne
Happy End für Ross und Reiter: Andrasch Starke siegt mit Sound Check im 47. Oleander-Rennen am Sonntag in Hoppegarten
In England, so heißt es, wird der Galopprennsport mit härteren Bandagen ausgetragen. Insofern wäre das Manöver, das der britische Reiter Robert Francis Winston mit seinem Pferd Nearly Caught in der 6. Prüfung des Tages auf der Zielgeraden vollzog, auf der Insel möglicherweise als in Ordnung befunden worden. Doch auf der Bahn vor den Toren Berlins rief es die Rennleitung auf den Plan: immerhin ging es im 47. Oleander-Rennen, dem Hauptevent des Irish Raceday in Hoppegarten am Sonntag, neben der Rechtmäßigkeit des Sieges auch um die stattliche Erfolgsprämie von 60.000 Euro. Winston hatte sein Pferd im Schlussspurt des über 3.200m ausgetragenen Rennens über die Außenbahn kommend nach innen gezogen und so dem dort aussichtsreich vorstoßenden Favoriten Sound Check mit Andrasch Starke im Sattel quasi „die Tür zugemacht“. Der 44-Jährige musste sein Pferd so kurz zurücknehmen und in die zweite Spur wechseln, was ihn am Ende die entscheidenden Meter gegenüber Nearly Caught kosten sollte.
"Sieger" Nearly Caught wird wegen Behinderung auf Platz 2 versetzt
Knackpunkt: Nearly Caught (l.) hat sich durch das Manöver seines Jockeys den entscheidenden Vorteil gegenüber Sound Check verschafft, der dadurch nicht mehr in Führung gebracht werden kann
Doch wie immer in solchen Fällen wurden die Wetter gleich nach dem Zieleinlauf dazu aufgefordert, ihre Tippscheine nicht wegzuwerfen - die Rennleitung nahm sich des Falls an. Und die machte es sich trotz des relativ eindeutigen Nachteils für Sound Check nicht einfach und fällte ihr Urteil erst Minuten später. Dann aber wurde verkündet: „Sieger“ Nearly Caught wird wegen Behinderung auf Platz 2 zurückversetzt und der 5-jährige Hengst aus dem Gestüt Ittlingen zur Nr. 1 erklärt. Sicher das richtige Urteil - das sah auch Reiter Andrasch Starke so: „Ich bin eigentlich kein Freund von solchen Entscheidungen, aber unter normalen Umständen hätte ich locker und leicht gewonnen“. Es war im Übrigen Starkes vierter Sieg in einem Oleander-Rennen - erstmals hatte er als 21-Jähriger 1995 mit Flamingo Paradise, zuletzt vor zwölf Jahren mit Darsalam gewonnen.
3-facher Sieger: Bauyrzhan Murzabayev, hier auf Yaa Salaam
Murzabayev mit drei Tagessiegen - Außenseitersieg im 4. Rennen
Der Sieg sollte mehr als eine Entschädigung für den Erfolgsjockey an diesem Sonntag sein, denn bei seinen weiteren zwei Starts blieb er mit den jeweils favorisierten Boscaccio (Platz 7 im 3. Rennen) bzw. Orkanos (Platz 6 im 4. Rennen) hinter den Erwartungen zurück. Gleich dreimal an diesem sonnigen Nachmittag durfte dagegen Bauyrzhan Murzabayev zur Siegerehrung, der mit Gondano (Rennen 2), Yaa Salaam (3) und Tremoli (8) jeweils die Nase vorne hatte. Auch für Jozef Bojko lief es mit seinen zwei Erfolgen auf Sand Zabeel (5) bzw. King’s Advice (7) ausgezeichnet.
Nase vorn: Außenseiter Filimon (Nr. 12), knapp vor Boy Charlton (verdeckt dahinter), brachte seinen Wettern einen dicken Gewinn ein
Zum Auftakt des Irish Raceday hatte sich Martin Seidl, Gewinner des Preises der Deutschen Einheit 2016 in Hoppegarten mit Devastar, auf Adao die Siegprämie gesichert - im 4. Rennen gewann dazu der absolute Außenseiter Filimon (Quote 495:10) mit Marc Robert Lerner im Sattel knapp.