Autoren-Archive: Hagen Nickele

Derby-Meeting, Tag 5 (20. September):

Traber-Derby: 6. Triumph für Robin Bakker

Sieger des Deutschen Traber-Derbys: Wild West Diamant mit Fahrer Robin Bakker (Foto:©Lingk)

Wild West im Derby – Keytothehill vermasselt den Start – Sechster Erfolg für das Dreamteam Robin Bakker / Paul Hagoort

 ...und am Ende siegen Robin Bakker und Paul Hagoort! „Start frei zum 125. deutschen Traber-Derby“ hieß es um 17.12 Uhr von Bahnsprecher Michael Kohl. Die Bombe explodierte nicht mal zehn Sekunden nach dem „Ab“ zum Jubiläums-Derby und zerriss unzählige Träume und Wettscheine aller Couleur. Nein - nicht grau war alle Theorie, sondern schwarz. Kohlrabenschwarz, was Vorhersagen und Expertisen den Rennverlauf betreffend anging. Ein solches Szenario hatte wohl niemand auf der Rechnung. Nichts wurde es mit dem Triumphmarsch der beiden gestandenen Herren Heinz Wewering (70) und Arnold Mollema (71) und ihres 13:10-Favoriten in den Winner Circle. Keytothehill, sechsmal in Folge ein Muster an Schnelligkeit, Einsatz und Zuverlässigkeit, kam in der turbulenten Phase unmittelbar nach dem Start wie Cunningham und Venture Capital bis zur Disqualifikation aus dem Takt. Aus der große Traum für den souveränen Adbell-Toddington- und Buddenbrock-Sieger, als 19. Gewinner der imaginären dreifachen Krone „mit Sternchen“ ins Buch des deutschen Trabrennsports einzugehen. Dafür schrieben die Herren Bakker und Hagoort als kongeniales Duo ihre ebenso unendliche wie phantastisch anmutende Geschichte weiter: Zum sechsten Mal seit 2013 holten sie das Blaue Band ins friesische Oldetrijne, das nur ein paar Kilometer entfernt ist von Wolvegas Victoriapark, dem Kernpunkt des niederländischen Trabrennsports.

Deutsches Traber-Derby 2020

„Ich habe das Malheur für unseren größten Konkurrenten kommen sehen“, verriet Bakker beim Sieger-Interview, „ich lag ja unmittelbar neben ihm. Keytothehill wechselte beim Beschleunigen des Startautos einige Male. Erst konnte Heinz ihn korrigieren, aber dann war’s doch um ihn geschehen“, was die Taktik-Karten für fast alle neu mischte. Selbstverständlich stürmte Gold Cap BR mit Schmackes ins Kommando vor Straight Flush, King of Greenwood und Pergamon S - und wartete vergeblich auf Keytothehill. Dafür legte sich der von Peter Untersteiner mit viel Vertrauen vorgetragene, nach 100 Metern ebenfalls drei, vier falsche Schritte einlegende Toto Barosso an seine linke Seite, hinter dem sich Because you love me, Wild West Diamant und Black Jack postierten.

„Ich war mit meiner Lage durchaus zufrieden. Mein Hengst ist zu Beginn keiner der Schnellsten, dafür hinten heraus ungeheuer kraftvoll. Keytothehill war raus, Straight Flush gut verpackt - alles lief nach Plan“, war Bakkers Statement. 500 Meter vorm Ziel hieß es endlich „Leinen los“ für den Muscle-Hill-Sohn, der in dritter Schlussbogenspur nach vorn ackerte. Bakker passte auf, dass Straight Flush nicht zu zeitig hinter Gold Cap BR und Toto Barosso auf freie Bahn entwischte - und geputzt war der 94.525 Euro schwere Fisch für den wuchtigen Dunkelbraunen, der das vollendete, was seiner Mutter Mustang’s Sally versagt geblieben war: Vor sieben Jahren hatte sie sich als 13:10-Favoritin im Stuten-Derby schwer vergaloppiert. So sicher war sich Bakker seines Triumphs, dass er 50 Meter vorm Ziel begann, Kusshändchen ins Publikum zu werfen. „Schade für Heinz und Arnold, aber so ist nun mal der Sport“, hatte der mit der Herbstsonne um die Wette strahlende „Mr. Derby“ auch Gedanken für die unglücklichen Verlierer, „doch so gefällt’s mir wesentlich besser.“ Hiltje Tjalsma, die Pflegerin von Wild West Diamant, sah es mit einem lachenden und weinenden Auge: Sie ist Züchterin des gestrauchelten Keytothehill, dem im wahrsten Sinn der entscheidende Zacken aus der Krone brach.

Hatte Wild West Diamant bereits im Vorjahr mit Platz zwei im Jugendpreis hinter Namanga Bo und beim Breeders-Crown-Sieg Kostproben eines hoffnungsvollen Könners gegeben, so ist der Derby-Zweite Straight Flush erst in diesem Jahr - am 21. Mai - in die Laufbahn eingestiegen und hat sich in Windeseile in der Jahrgangsspitze etabliert. Bei sieben Versuchen fünf erste und zwei zweite Plätze sind eine erstklassige Ausbeute für den Pastor-Stephen-Sohn. Ähnliches gilt für den Vierten Gold Cap BR. Toto Barosso, der sich als Frontmann der äußeren Garde mit Platz drei extrem teuer verkaufte, hat wie der mit 1:12,1 einen neuen Derby-Rekord markierende Sieger bereits 2019 in Schweden einige Ausrufungszeichen gesetzt.

Trostpflaster für Body n Soul

Viel fehlte nicht, und die schier unersättlichen Bakker und Hagoort hätten sich auch den mit 20.000 Euro dotierten Derby-Trostlauf einverleibt. Einen Strich durch die Rechnung mit Winnetou Diamant machte ihnen Body n Soul, mit dem sich Züchter, Trainer und Mitbesitzer Mike Lenders nicht scheute, sich vor Publikum über die dritte Spur an die Flanke von Tempomacher Eagle in the Sky vorzupirschen. Der am Strand der Normandie auf Touren gebrachte Maharajah-Sohn zog bis zum Schluss prima durch und war durch Winnetou nicht zu erschüttern, den es im Schlussbogen auf einen zu weiten Kriegspfad verschlagen hatte.

Jugend-Spiele: Cindy Truppo vorneweg…

Zum Teil überaus hoffnungsvoller Nachwuchs präsentierte sich in den beiden Vergleichen für die Generation 2018. Genuss-Steuer müsste man als Zuschauer eigentlich zahlen, wenn Cindy Truppo auf Arbeit ist. Das zweite Mal in ihrer kurzen Karriere war dies im Stutenlauf des Jugend-Preises der Fall, den die rassige Italienerin genauso leichtfüßig vorneweg gewann wie ihr Debüt vor 14 Tagen im Gerhard-Krüger-Memorial. Nach 1:15,8 genügten der von Thorsten Tietz gesteuerten Maharajah-Tochter diesmal 1:17,3, um die Hälfte der ausgelobten 10.000 Euro vor Co-Favoritin Xylene Diamant einzustreichen.

…Jimmy mit krachendem Speed

Mit 13 Aspiranten war der Hauptlauf des ältesten deutschen Zuchtrennens sehr üppig besetzt. Die „13“ brachte ALL IN LOVE, der fulminanten Siegerin des Breeders-Course-Vorlaufs zu Wolvega, kein Glück. Durch das Kuddelmuddel der ersten hundert Meter kam die Stute nicht fehlerfrei und landete wie Roots, Stonehenge und Gladiator As früh am Sünderturm. Einen Blitzstart erwischte Lord Bianco, der Zweite des Gerhard-Krüger-Memorials, und noch im Schlussbogen war Jimmy Ferro BR als Siebenter meilenweit von der vorderen Musik entfernt.

Der letzte Akkord des kleinen Bruders von TraberParti-Hengst Robustus Ferro hatte es jedoch in sich: „Obwohl so weit zurück, war ich sicher, das Ding zu drehen, denn irgendwann mussten die Vorderen bei dem Höllentempo zurückkommen - und ich hatte die Hände noch immer voll“, lachte Michael Nimczyk den Interviewer ob dessen Frage aus, ob er bei dem immensen Rückstand noch an den Sieg geglaubt habe. „Jimmy“ nahm die Beine in die Hand und fegte am Feld vorbei zum überlegenen Drei-Längen-Sieg vor Ole Bo, der Lord Bianco um Haaresbreite erwischte. Für 1:15,4 bekam der Sohn des französischen Spitzenvererbers Love You 10.000 Euro - und erstklassige Kritiken oben drauf.

Kombi-Pokal

Vorneweg löste Jamaica Ferro mit Lotte de Vlieger die erste, den Amateuren vorbehaltene Runde des Kombi-Pokals gegen den außen herum marschierenden Iron Fox und die in Fahrwasser verfrachtete Bonanomi CG. 1:14,6 lautete die Vorgabe für die Profis, die 2½ Stunden später an der Reihe waren.

Teil zwei war eine Kopie, weil Vater Rob sich genau angeschaut hatte, wie Lotte die Stute vorgetragen hatte. Auch er donnerte mit ihr an die Spitze, ließ die Gegner aufmarschieren und setzte sich auf der Zielgeraden leicht ab, wobei die Timoko-Tochter nur noch 1:16,6 vorlegen musste. Endgültig Geschichte wurde die zweite Auflage der TraberParti. Hannah Hazelaar, die im ersten Lauf früh angehalten worden war und Kräfte schonen konnte, glänzte im Profi-Lauf nur 200 Meter mit einem Zwischenspurt, der 700 Meter vorm Ziel in eine Galoppade mündete und das 2020 mit wenig Fortune gesegnete Projekt mit einem schwarzen Tag für die 400köpfige Besitzerschar beendete.

Derby-Revanche

Nicht ganz so knapp wie im Derby 2019, aber genauso spannend ging es auf der Zielgeraden der mit 25.000 Euro dotierten Derby-Revanche zu, auf der die Trauben für die beiden Stuten La Grace und Rock my Dreams dann doch etwas hoch hingen. Stuten-Derby-Siegerin La Grace wurden nach 900 Metern als äußerer Anführerin die Beine etwas schwer, ihrer damaligen Runner-up zu leicht: Im Top-Speed kam Rock my Dreams beim Griff nach Platz zwei oder drei 150 Meter vorm Ziel aus dem Rhythmus. Die Lorbeeren gingen wie vor zwei Wochen im Auktionsrennen an Arnold Mollemas Juan Les Pins, mit dem Jaap van Rijn La Grace nach außen lockte. Aus der Traumlage war sein Partner im Endspurt klar der Stärkste. Platz zwei blieb Tempomacher Jason Dragon, hinter dem River Flow festgenagelt war.

Pokal der Derby-Champions

Die Letzten werden die Ersten sein - das galt fast uneingeschränkt im Derby-Pokal der Derby-Champions für Fahrer, die mindestens ein deutsches Derby oder Stuten-Derby gewonnen hatten. Lange trieb sich Josef Franzl mit Naama an vorletzter Stelle des schmalen Sechser-Feldes herum, während es vorn Heinz Wewering mit Flaming Glory mächtig knattern ließ. Auf den letzten 300 Metern änderte sich das Bild grundsätzlich. Am meisten Power hatte die Lasbekerin, und auch Hugo Langeweg juniors Barateau sprintete von vierter Position nicht viel weniger zackig.

Rahmenprogramm

Mit einem feurigen Ungarn wurde der letzte Tag des Meetings eröffnet: Bugatti SS wird für das ungarische Derby 2021 vorbereitet und zeigte sich beim Debüt auf bestem Weg dorthin ist. Thorsten Tietz, für den das Meeting bisher alles andere denn ein Zuckerschlecken war, scheuchte den From-Above-/Jasmin-Diamant-Sohn sofort nach vorn und fuhr mit 1:15,8 fast genau jene 1:16, die er prognostiziert hatte. Das reichte, die Holland-Fraktion Kristel F Boko und Knight of Steel locker in Schach zu halten.

Noch einmal durften die Trotteurs français ran - und das über die ehemalige deutsche Derby-Distanz von 3.200 Metern, die für Franzosen-Traber nicht gar so ungewöhnlich ist. Trotz 40 Meter Zulage setzte sich Desirée Star, die mit einem rasanten Zwischenspurt 900 Meter vorm Ziel auf den Platz an der Sonne gezogen war, mit Stefan Hiendlmeier sicher vor der stets an zweiter Stelle trabenden Dolly Pop durch.

Auch das zweite Kräftemessen der Hobbyfahrer, zugleich das letzte des Meetings, ging auf die Kappe von Lotte de Vlieger. Hollands Championesse erledigte mit Calamintha die Aufgabe auf die simpelste Weise: Sofort das Kommando übernehmen und es bis ins Ziel, das die Timoko-Tochter weit vor ihrem ständigen Schatten Dreamline Promise in neuer persönlicher Bestzeit von 1:13,5 erreichte, nicht mehr abgeben.

Einen hatte Thorsten Tietz noch auf Lager, der am Schlusstag zur großen Form früherer Jahre auflief. Nach Purple Rains lockerem Treffer vorneweg - dem zweiten nach jenem am 6. September - erklang allerdings nicht Prince‘ Hit von 1984, sondern zum dritten Mal die Tietzsche spektakuläre Siegermelodie vom Wendler.

Leichtes Spiel hatte Cherry Lady S, mit der Kornelius Kluth im ersten Bogen Gerson Boko die Spitze abknöpfte, das Tempo lange drosseln durfte und im Einlauf energisch abfuhr zum ersten Saisonsieg der Stute. Kluth machte auch den Deckel aufs heuer wie in alten Zeiten - bis 1984 - im September ausgetragene Meeting. Prosperous S sammelte mit langgezogenem Endspurt den flüchtigen Rolfi ein und ließ ein zweites Mal an diesem Tag Marion Jauß‘ bzw. deren Erben berühmte rote Farben mit dem weißen MW auf dem Rücken auf der Ehrenrunde leuchten.

Wie tags zuvor gab’s einen massiven Umsatzeinbruch um 115.000 auf rund 610.000 Euro, der in erster Linie auf die Bahnwetten zurückzuführen ist. Statt 382.465,65 wurden nur 282.860,96 Euro durch die Mariendorfer Totokassen geschleust.

Umsatz bei 14 Rennen: 609.628,49 Euro (incl. 326.767,53 Euro Außenumsatz)

Umsatz PMU-Rennen (Derby) in Frankreich: 70.175,40 Euro


Derby-Meeting, Tag 4 (19. September):

Stuten-Derby: Nimczyk wieder vorne

Siegerin im Deutschen Stuten-Derby 2020: Kyriad Newport mit Fahrer Michael Nimczyk (Foto:©Marius Schwarz)

Stuten-Derby: Michael Nimczyk und Ulrich Mommert zum Zweiten – Kyriad Newport mit dem nötigen Quäntchen Glück – Auch Emilion, Arendelle und JFK stechen mit dem Goldhelm – Zauni zum Dritten im Monté-Derby – Neuer V7+ Jackpot

Wolfgang und dessen Sohn Michael Nimczyk jeweils der erste in einem Blauen Band - scheint das Trio auf den Geschmack gebracht zu haben. In der 32. Auflage, die an Kniffligkeiten und Spannung von Anfang bis Ende nichts für schwache Nerven war und in dem Conrad Lugauers Traum vom ersten Sieg in einem deutschen Derby 150 Meter nach dem Start mit Jeopardys Galoppade wie eine Seifenblase platzte, stand es erneut im Winner Circle.

Der neunfache Goldhelm schlug im erstmals in Erinnerung an Marion Jauß gelaufenen ehemaligen Arthur-Knauer-Rennen mit einer Lady zu, an die aus verschiedenen Gründen auf dieser Ebene lange nicht zu denken war. „Kyriad Newport tat sich anfangs extrem schwer und hatte ihren eigenen Kopf, was das Training angeht. Doch als sie kapiert hatte, was wir von ihr wollten, ging es rasant voran“, hatte er im Vorfeld berichtet. „Dann kam die Corona-Krise, die uns alle vor neue Herausforderungen gestellt hat. Niemand wusste, wie, wann, wo und ob es überhaupt weitergeht. Das machte die Trainingsplanung und den Formaufbau nicht gerade einfacher. Ich muss mich bei unserem gesamten Team bedanken, das in der schwierigen und für jeden von uns neuen Zeit den Mut nie hat sinken lassen und so toll mitgezogen hat!“

Deutsches Stuten-Derby 2020

Im Nachhinein mag die Verschiebung des Derby-Meetings um sieben Wochen in den September der Braunen sogar geholfen haben, stieg sie doch erst am 30. Mai in ihre Rennkarriere ein. Da hatten speziell die in Schweden, wo der Trabrennsport kontinuierlich durchgezogen wurde, stationierten Namanga Bo, Raya und Jeopardy längst schon ein paar Rennen intus, aber „Kyriad Newport hat den Nachteil in Windeseile aufgeholt.“ Am 19. Juli überzeugte sie bereits im Rahmen des Adbell-Toddington-Rennens, einen Monat später war sie die glasklare Chefin im Ring des Buddenbrock-Stutenlaufs. Gleiches galt im Derby-Vorlauf. „Da hab ich ihr nur das Nötigste abverlangt, um Kräfte für den Endlauf zu sparen.“

Körner sparen hieß auch die Devise, als es eingangs der Tribünengeraden die letzte Option gab, den Platz im Fahrwasser der wie ein Pfeil in Front geflogenen Namanga Bo zu verlassen, doch Nimczyk blieb mit der Zuversicht eines Optimisten innen: „Ich war überzeugt, Pietro Gubellini würde den Platz an der Sonne nie freiwillig räumen. So wäre mir der eine Runde lange Marsch durch die Todesspur geblieben, und der wäre meiner Stute vielleicht zu viel geworden.“ Hoffen und harren hält manche zum Narren, sagt der Volksmund. Nimczyk gehörte nicht dazu.

Wie auf dem Reißbrett vorgezeichnet stand im Scheitel der Schlusskurve die Tür offen, als die mittlerweile in der Todeslage gelandete Raya einen Schwächemoment hatte. Es war jedoch noch längst nicht aller Tage Abend. Die müde Namanga Bo driftete beim Ziehen der Ohrenwatte nach außen, die Tür schlug für die Explosive-Matter-Tochter wieder zu, weil in dritter Spur Whoopie Diamant unterwegs war, bzw. ging innen für Olympia Hazelaar auf. Kyriad Newport musste hinter dieser Troika neu ansetzen - es waren nur noch 150 Meter „bis Buffalo“ - und tat dies im Stil einer echten Championesse: Ganz nach außen dirigiert, streckte sie sich, wurde immer kleiner und windschnittiger und riss das verloren scheinende Match noch sicher um eine Länge gegen Whoopie Diamant und Olympia Hazelaar aus dem hoch lodernden Feuer.

Sechs Starts, fünf Siege, ein zweiter Platz, 54.525 Euro Einkommen - mit ihrer Sicherheit und ihrem explosiven Antritt aus jeder Lage steht sie vor einer rosaroten Zukunft und bekräftigt einmal mehr die Weisheit, der Apfel falle nicht weit vom Stammbaum. Ihre Mutter Elusive Desire wechselte im Oktober 2010 mit 1,27 Millionen Dollar, von denen 150.000 USD für den Ehrenplatz in der Breeder’s Crown 2009 der größte Posten sind, und einem Rekord von 1:09,7 in die Zucht und wurde später vom niederländischen Züchter Peter ter Borgh erworben. Hält sie sich weiterhin „an Mutterns Vorlagen“, stehen den Familien Mommert und Nimczyk noch einige Freudentage ins Haus.

Trostläufe für Donato Princess und Quelle Fleur

Der 1. Trostlauf wurde eine hart erkämpfte Sache für die erst vor kurzem von Roland Hülskath zu Heinz Wewering überstellte Donato Princess, „die mir schon im Vorlauf ausnehmend gut gefallen und das große Finale nur deswegen verpasst hat, weil sie keine freie Fahrt hatte. Genau darum hab ich sie heute für die letzten 800 Meter in die Todeslage beordert, wo sie sich wacker durchgebissen hat“ - unter anderem gegen die in Berlin stationierte Kelcy Beuckenswijk, die sich eine Länge zurück vor Fräulein Trixie den Ehrenplatz schnappte.

In Trostlauf 2 gingen Blumen und Honneurs an Quelle Fleur. 1200 Meter lang ließ sich Jaap van Rijn mit der von Dirk Frahm gezüchteten Abano-As-Tochter den äußeren Weg von Kiwi Fortuna weisen, rauschte dann zügig zur führenden Katalonia vor, erledigte die auf den finalen 150 Metern einbrechende Favoritin im Handstreich und war im Einlauf überlegene Ware. Vom düpierten Rest war We are in the game am besten im Spiel und flog aus dem Hintertreffen vor Honfleur und Shimmy des Bois zum Ehrenplatz, während Katalonia als Sechste sogar aus den Geldrängen purzelte.

Hattrick für Zauni und Ronja Walter

Zum 100. Geburtstag hatte sich Mariendorf 2013 das Monté-Derby spendiert, das mit einer Dotation von 20.000 Euro nicht nur das wertvollste Trabreiten Deutschlands, sondern fester Bestandteil des Derby-Meetings ist. Nach Siegen 2018 und 2019 wurden Zauni und Ronja Walter diesmal nur als zweite Kraft gesehen, weil Volcan de Bellande dem Spruch der alten Kanonen, die scharf schießen, vor allem in Schweden gerecht geworden ist. Mit einer aktuellen, in Åby erzielten 1:10,5-Bestmarke nahm der elfjährige Franzose seinen 117. Start äußerst schwungvoll unter die Hufe und griff sich vor den Tribünen den Taktstock. Aufgepasst wie ein Luchs hatte die deutsche Championesse, legte Zauni in den Windschatten des einzig ernstzunehmenden Rivalen und rang den sich heftig wehrenden Fuchswallach mit einer knappen Länge nieder. „Eine echte Chance hatte ich mir ehrlich gesagt nicht ausgerechnet, aber gehofft, dass Zauni sich wie immer auf der Berliner Bahn pudelwohl fühlt und dies vielleicht den Ausschlag gibt - und so war’s dann ja auch!“

Nur etwas mehr als zwölf Stunden Zeit hatten die zwölf besten „Luxus-Handicapper“ nach ihren Vorläufen, neue Kräfte fürs Finale zu sammeln. Nach drei Fehlstarts lagen die Nerven bei einigen Aspiranten blank, so bei Favorit Donna Leone H, der sich gemeinsam mit Brigitte Bardot auf den Sünderturm  verkrümelte und im zweiten Bogen Gesellschaft von Belittlebigjoe bekam. Am besten kam Ijsvink durch das Kuddelmuddel, den Thomas Panschow unterwegs gut versteckt hatte. In einem hin und her wogenden Endkampf zwang er I’ll be there in die Knie, der seinerseits Tempomacher Terpie Burgerheide geknackt hatte.

Sehr viel undramatischer erledigte der knifflige Piemonte mit Lasbeks Gestütstrainer Josef Franzl seine Aufgabe. Aus zweiter Startreihe fand der Trixton-Sohn die richtige Passage, übernahm 1300 Meter vorm Ziel das Zepter von No Nay Never und machte sich eine Runde später kurz und trocken zum zweiten Karrieresieg aus dem Staub.

Pokal der Flieger

Richtig Spaß an der frischen Luft offenbarte im Pokal der Flieger Fitforfun, die über die gesamten 1609 Meter die Garde der zweiten Reihe anführte. Kornelius Kluth ließ sich weder von Freedom Fighter noch Otero ablösen, hielt beide im Gegenteil in der dritten Spur. Seine Stute nahm ihm das nicht krumm, legte sich im Gegenteil prächtig ins Zeug und den permanent führenden Favoriten Zofran de Gleris in grandiosen 1:12,7 zu den Akten.

Pokal der Publikumslieblinge

Nicht zu viel versprochen hatte Michael Nimczyk vor dem Pokal der Publikumslieblinge sich und den Zuschauern von Emilion. Nach betulichem Start Vorletzter, schickte er den von Jean-Pierre Dubois gezüchteten Wallach nach 500 Metern auf die Reise, machte im Nu Boden gut, übernahm 1.000 Meter vorm Ziel die Spitze und stiefelte in begeisterndem Stil nach Hause. Vom Rest schälte sich überraschend Napster als Zweitbester heraus und ließ Siegertypen wie Pompano Julian und Exclusive Fire sicher hinter sich.

Neben den Amateuren, bei denen in ihrem 6. Wertungslauf Andre Pögel mit Nu-Pagadi-Neffe Nada más auf die harte Tour außen herum Gabalier überlegen abfertigte, hatte auch der Fahrernachwuchs seinen Laufsteg. „In der Ruhe liegt die Kraft“, lautete die gar nicht so verkehrte Devise, denn während sich Gri Happy Girl, Nordic Jaycee und Favorit Black Star 400 Meter lang um die Führung bekriegten, die Gri Happy Girl eisern festhielt und erst im Scheitel des Schlussbogens den dort neuerlich attackierenden Black Star mit Mariendorf-Aficionado Marciano Hauber ziehen lassen musste, waren I can steel und Longhire bis dahin so gut wie unsichtbar. Das sollte sich in einem furiosen Finale nachhaltig ändern, bei dem sich Thomas Bos‘ Fuchs als Stärkster entpuppte und auch Longhire und Monclier Bo den ob des Gewaltakts müde gewordenen Black Star rechts liegen ließen.

Finale der Newcomer-Serie

Im 20.000 Euro wertvollen Finale der Newcomer-Serie bestätigte Jilt Flevo seinen Erfolg vor zwei Wochen im Halbfinale, der ihm durch Velten von Pollys und Ol Dono Lengais Galoppaden erleichtert worden war. Dass sie es besser können, bewiesen sie diesmal: Velten von Polly holte sich eingangs der ersten Kurve das Kommando gegen flat rate hall und wehrte den ersten Übernahmeversuch Jilt Flevos schnöde ab, der sich daraufhin neben ihn legte und Ol Dono Lengai Windschatten spendierte. Der zweite Angriff saß dann knallhart: Der einstige Lehrlings-Europameister Danny Brouwer brauchte sich kaum zu rühren, um Velten von Polly in die Schranken zu weisen, an dem sich auch Ol Dono Lengai knapp vorbeiraufte.

Gottlieb-Jauß-Memorial

Das Gottlieb-Jauß-Memorial, mit dem Mariendorf seines am 12. Juli 1999 tödlich verunglückten 16fachen Fahrerchampions gedenkt, war Sache Michael Nimczyks, für den das gesamte Meeting eine Erfolgsgeschichte ist. Der kampfstarken Arendelle, die am Start aus dem Tritt zu geraten drohte, verpasste er in zweiter Spur ein Traumrennen hinter Rainbow Diamant, dem, nachdem Titelverteidiger Massai sich eine Runde vorm Ziel die Führung gekrallt hatte, der äußere Fahrtwind eiskalt ins Gesicht blies. Das war dem eisenharten Kämpen bei hohem Tempo im Schlussbogen dann doch zu viel. Umso besser nutzte Nimczyk die Vorlage und machte für Natorp Bo die Bude zu, der sich als Dreijähriger gegen die Älteren bestens verkaufte und Massai für den Ehrenplatz abfing. Mit der Tagesbestzeit von 1:12,4 stellte die kaum einen Ausfall kennende „kleine Meerjungfrau“ des bayerischen Stalles Germania ihren persönlichen Rekord ein.

„Never change a winning tactic“ - weil’s so gut geklappt hatte, wusch der Goldhelm mit identischer Taktik sofort nach. Mit dem beim Auftritt zuvor durch einen völlig platten Reifen gehandicapten JFK konnte er sich außen bis zu Beginn der Zielgeraden an Golden Evasion ansaugen. Herausgehen und an dem sofort ins Kommando gestürmten Itseblitz vorbeibrausen war eine Kleinigkeit für den Winzling mit dem enormen Rennkopf.

Bevor es zur Jährlingsauktion ging, zog Österreichs Champion Gerhard Mayr, an dem das Meeting bis dato ziemlich vorbeigelaufen war, endlich ein Ass aus dem Ärmel. Der aus der Deckung in dritter Schlussbogenspur aufziehende Good Fellow war als „guter Junge“ Mitte des Einlaufs bereits vorbei, als Taktgeber Eye Catcher C Rang zwei im Galopp wegwarf. Bei 393:10 platzten die letzten Träume der V7+-Wetter; einige bekamen für sechs Richtige die Quote von 18.184:10, knapp 19.000 Euro wanderten in einen Jackpot.

Deutlich unterschritten wurde das vorjährige Umsatzergebnis. Bei wie 2019 14 Prüfungen flossen trotz erstklassigen Rennbahnwetters 100.000 Euro weniger durch die Kassen.

Umsatz bei 14 Rennen: 406.592,25 Euro (incl. 233.523,65 Euro Außenumsatz)


Derby-Meeting, Tag 3 (19. September):

Internationaler Derby-Meister der Amateure: Very Special One und Fahrer Peter Platzer (Foto:©Marius Schwarz)

Peter Platzer räumt ab: Der Sportler holt sich beide Vorläufe und das Finale der Internationalen Derby-Meisterschaft der Amateure – Very Special One ein echter Spezi – Bruno-Cassirer-Rennen: Kommt Rilana geflogen… – Prosperous für 10:10 im Derby-Marathon – Wolfgang Nimczyk bei den Oldies.

Fest in bayerischer, ja in Peter Platzerscher Hand war wie erwartet die 1997 ins Leben gerufene Internationale Derby-Meisterschaft der Amateure, die nach dem Motto „Derby-Meeting für Alle“ das Highlight der Hobbyfahrer und mit 25.000 Euro im Finale das höchst dotierte Amateurfahren der Republik ist. Dem 54jährigen, der sich nach zahlreichen Vorlaufsiegen mit RC Gallent Image 2016 erstmals mit Diamond Select in der Ehrenliste hatte verewigen können, gelang mit Karrieresieg Nummer 103 zum zweiten Mal der ganz große Wurf. Sein von Mike Lenders gezüchteter Very Special One machte seinem Namen alle Ehre und präsentierte sich sehr speziell: Stramm durch die Todesspur markierte der Hengst trotz 20 Meter Zulage mit blanken 1:14 einen neuen Rennrekord und schaffte beim 26. Versuch seinen 20. Sieg, mit dem sein Konto nun bei 40.825 Euro angelangt ist.

„Das lief etwas anders als geplant, aber so ist das nun mal im Rennen. Nach dem blendenden Start war ich früh vorn dabei, hatte aber den Eindruck, dass Christoph Pellander und Idony mir die Führung nicht ohne weiteres schenken würden, als ich eine Runde vor Schluss zart testete. Aber Very Special ist nicht nur total unkompliziert, sondern körperlich und mental bärenstark. So ließ ich es auf die letzten 400 Meter ankommen, was ja auch gut geklappt hat“, resümierte Platzer, der mit Very Special One im Vorjahr als 10:10-Favorit nur Dritter geworden war. Eine kleine Scharte in der beeindruckenden Bilanz, die der Sechsjährige resolut ausbügelte. Teuer zu stehen kam Idony der Aufstand gegen den Favoriten: Auf der Zielgeraden schwanden die Kräfte der Stute rapide. L’Amicus und Golden Future machten mit viel Speed die bayerische Dreierwette perfekt, und auch die für niederländische Interessen engagierte gebürtige Lasbekerin Nahema flutschte auf den letzten Metern vorbei.

Tabula rasa hatte Platzer bereits in den Eliminationen gemacht und der Konkurrenz gezeigt, wie hoch die Trauben hängen. Im 1. Vorlauf lieferte er ein taktisches Sahnestückchen ab, verpasste seinem Zuccero ein Maßrennen in der äußeren Spur und ließ ihn aus der Deckung genau so weit von der Leine, dass ein ganz leichter Eine-Länge-Sieg heraussprang. Dem ebenfalls von Lenders gezüchteten Fünfjährigen blieben reichlich Reserven fürs Finale, aus dem das „Sensibelchen“ (Platzer) wegen leichter gesundheitlicher Probleme gestrichen wurde. Wie versprochen Start-Ziel nach Hause fuhr der Mann des Abends hingegen Vorlauf 2 mit Zucceros ein Jahr älterem Bruder Very Special One. Unterwegs nie ernsthaft angegriffen, machte sich der sechsjährige Main-Wise-As-Sohn ganz leicht frei und ließ, wie 2½ Stunden später vorgeführt, reichlich Körner im Tank. Zwei Brüder als Vorlaufsieger dieser Prüfung - das hatte es noch nie gegeben.

Für die Vorlaufschlappe holten sich die Titelverteidiger Andre Pögel und Yen Trost im kleinen Finale. Im letzten Rennen der Veranstaltung jagten sie kurz nach Halbzeit Ibracadabra „hokuspokus“ vom Regiepult und standen den finalen Umsturzversuch Gian Luca Pasels ganz leicht aus.

Rilanas Riesenslalom

Mangels Bewerberinnen wurde das mit 20.000 Euro überschriebene Bruno-Cassirer-Rennen, mit dem seit langem Mariendorfs erstem Retter (1913) und langjährigem Präsidenten (bis 1933) gedacht wird, in einem Lauf zwischen zwölf vier- und fünfjährigen Stuten entschieden, von denen die vier reicheren 20 Meter Zulage aufzuarbeiten hatten und dabei entgegen den Prognosen vieler Experten klaren Schiffbruch erlitten. Was nach 600 Metern nach einem ausgemachten Ding der beiden Nimczyk-Traber Jenna Transs R, mit der Robbin Bot nach 400 Metern die Führung von Lady Lucie an sich gerissen hatte, und Stand up aussah, wurde im Einlauf auf den Kopf gestellt. Für die am Start gesprungene Rilana, die bis zu den Pferden aus dem zweiten Band zurückgefallen war, öffneten sich im Einlauf alle inneren Türen, und zwischen den beiden Nimczyk-Stuten war gerade so viel Platz, dass der „Haller Rudi“ mit ihr wie ein Geschoss durchflog und den konsternierten Goldhelm aus den Sieg- sowie die Mehrzahl der Wetter aus ihren Geldträumen riss. Bei 347:10 hatten nur die Wenigsten die Love-You-Tochter auf den diversen Scheinen.

„So ein Glück hast du nicht jeden Tag, dass sich alles optimal zu deinen Gunsten wendet. Ich bin von ihrer Explosivität selbst überrascht und hab mich im Schlussbogen schon gewundert, weil ich noch viel in Händen hatte, während meine Nebenleute die Finish-Register ziehen mussten. Ein Trostpflaster, weil ich Orlando Jet nicht mitbringen konnte, der sich auf der Koppel eine kleine Verletzung zugezogen hat, die genäht werden musste“, war Hallers Statement, der auch für die Platzer-Armada verantwortlich zeichnet. Hinter den beiden Damen des Trainerchampions holte sich Lady Lucie Platz vier vor Favoritin Africa Bi, die neben dem Titel „Beste aus dem zweiten Band“ 1.000 Euro mitnahm.

Derby-Pokal der Oldies

Einen echten Hit lieferten die Oldies mit ihrem Derby-Pokal - jene Fahrer, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Erstmals war Heinz Wewering bei diesem Rennen dabei, doch konnte der mit 16.916 Erfolgen siegreichste Trabrennfahrer Europas keinen Akzent setzen. Den hatte dafür umso mehr die wie immer enorm kampfstarke Prigana parat, mit der Wolfgang Nimczyk nicht nur Tempomacher Lewandowski zerlegte, sondern in einem rassigen Finish Graf Bismarck mit Berlins Ex-Europameister Manfred Zwiener eisern widerstand.

Verhältnismäßig leichtes Spiel hatte Michael Nimczyk mit dem sofort nach vorn beorderten Hooper des Chasses erst, als sein einstiger Trainingsgefährte Bajaro BR im Bemühen, den Spieß umzudrehen, 100 Meter vorm Ziel aus dem Rhythmus geriet. Das nächste Hölzchen - das sechste im Meeting - legte der Goldhelm mit Kathy Scott an, die wie der Wind nach vorn schoss, den ihr zuletzt überlegenen Captain Olaf locker abwimmelte und auch dem direkt hinter ihr liegenden Power Snatch sehr gründlich den Kampfzahn zog.

Vorläufe im Handicap de Luxe

Im 1. Vorlauf des Handicap de Luxe war I’ll be there rechtzeitig aus dem zweiten Paar außen da, um dem sofort in Front gedüsten, am Ende nicht mehr ganz so schnellen Windhund, der auch noch von Head over Heels erwischt wurde, eins überzubraten und sich mit Rob de Vlieger fürs Finale am Derby-Samstag nachdrücklich zu empfehlen.

In Vorlauf 2 legte Donna Leone H mit einem wahren Kraftakt endlich den Makel der heurigen Sieglosigkeit ab; neunmal war der Timoko-Sohn mit dem „Mädchenamen“ 2020 angetreten, aber über vier zweite und drei dritte Plätze nicht hinausgekommen. Nach 600 Metern auf den Todessitz beordert, knackte der Wallach den umgehend in Front gestürmten Ijsvink in souveräner Manier und hofft nun auf die große Final-Kasse.

Derby-Marathon-Pokal

Neben I’ll be there war es Henk Grifts Prosperous vorbehalten, die sonst während der Meetings so stolz wehende Fahne der Oranjes nicht ganz auf Halbmast sinken zu lassen. Ohne den verletzten Orlando Jet hatte der in Schweden geborene Wallach im Derby-Marathon-Pokal über die 1978 letztmals geforderte Derby-Strecke von 3200 Metern gar keinen Gegner mehr. Jaap van Rijn brachte den Rappen, der solche Distanzen aus seinem Heimatland und Frankreich zur Genüge kennt, am schwungvollsten aus dem letzten Band, knöpfte dem vor General Lee führenden Out of the Slums zwei Runden vor Schluss das Kommando ab und hatte damit den Sieg de facto in der Tasche. In dem lange ereignislosen Gänsemarschrennen zog der Prodigious-Sohn auf der Zielgeraden ebenso überlegen davon, wie Out of the Slums seinen ständigen Schatten General Lee um „Silber“ abspeiste. Der „Elfmeter ohne Torwart Orlando Jet“ war am Totalisator nur 10:10, dafür aber zahlreiche Anrechtscheine für die große Prämienausspielung wert.

Rahmenprogramm

Richtig zu tun hatten die Amateure auch im Rahmenprogramm. Trainer Marcel Hauber sowie Besitzer und Züchter Peter Sieburg bewiesen ein feines Näschen mit der Verpflichtung Piet van Pollaerts, der den Renntag eröffnete, wie es sich für einen amtierenden Weltmeister gehört: Mit dem nicht übermäßig formstarken Powerful PS übernahm er nach 700 Metern das Zepter und hatte eine Runde später noch immer die meisten Pferdestärken in der Hand.

Eine Klasse für sich war in der „Frei für Alle“-Kategorie der von Thomas Maaßen von der „8“ mit immenser Wucht an die Spitze gescheuchte Mister Ed Heldia. Einmal vorn, forderte den Dunkelbraunen kaum jemand heraus, zumal New Dawn am Start ausgefallen, Muscle Boy AS und Apache Jeloca in einer gefährlichen Situation im ersten Bogen aneinandergeraten und zu Totalausfällen geworden waren und Geheimfavorit Louie Brodde sich in dritter Schlussbogenspur verausgabte. Auf der Zielgeraden machte sich der Hengst überlegen zum zwölften Erfolg vor Außenseiter For Ever frei, der durchweg seinen Windschatten genossen hatte.

Wie stets gilt der letzte Blick den Totokassen: Bei 13 Rennen hatten sie in Summe rund 21.000 Euro weniger zu verarbeiten als 2019 bei zwölf Rennen; war der Außenumsatz nahezu auf Vorjahrsniveau, ging das Minus auf das, was vor Ort gedreht wurde.

Umsatz bei 13 Rennen: 309.804,97 Euro (incl. 184.157,14 Euro Außenumsatz)

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)


Wichtiger Sieg für den FSV Spandauer Kickers am Sonntag gegen den FC Stern Marienfelde: nach dem 1:6 in Frohnau betrieb "Spaki" quasi Wiedergutmachung und verließ erst einmal die Abstiegsränge. Herbe Klatsche dagegen für den Neuling, dessen einziger Dreier bisher gegen Berlin United gelang – nach den jüngsten Gerüchten möglicherweise also ein "Streichresultat".


Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie mit Lukasz Lach (Trainer Spandauer Kickers) und Markus Glasenapp (Co-Trainer Stern Marienfelde).

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Beitrag: BspA/Hasso Nickelé
Bearbeitung + Foto: BspA/Hagen Nickelé


Späte Tore beim Duell zwischen dem Tabellenführer SV Tasmania und dem stark gestarteten Aufsteiger SFC Stern 1900: zunächst brachte Loder die Neuköllner in Führung (75.), nach Gantzbergs Ausgleich (88.) schienen gleich beide Serien von Tasmania (noch ohne Gegentor, noch ohne Punktverluste) beendet. Erneut Loder per Kopfball (90.+1) und ein Konter-Tor von Demir (90.+4) sorgten am Ende jedoch noch für den fünften Sieg des Spitzenreiters im fünften Saisonspiel.


Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit den Trainern Abu Njie (SV Tasmania, l.) und Andreas Thurau (Stern 1900).

Zum Abhören bitte unten anklicken*

*Mehr von den beiden Trainern gibt es in den kommenden Tagen auf www.berlinsport-aktuell.de zu hören


Beitrag+Fotos: BspA/Hagen Nickelé

TRAINER BRAUER (l.) UND KÄPNICK IM GESPRÄCH

1:1-Unentschieden trennten sich die U19 des Berliner AK und von Tennis Borussia vergangenes Wochenende am 2. Spieltag der A-Junioren Regionalliga Nordost. Für den Aufsteiger war es der erste Punktgewinn und damit aktuell Platz 12, die Lila-Weißen liegen mit vier Punkten auf dem 7. Rang.


Berliner AK U19

Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit BAK-Trainer Christopher Brauer.

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Tennis Borussia U19

Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit TeBe-Trainer Tilman Käpnick*.

Zum Abhören bitte unten anklicken

*Aufgrund technischer Probleme ist das Gespräch an manchen Stellen schlecht zu verstehen – wir bitten um Nachsicht.

Interview+Fotos: BspA/Hagen Nickelé

Mariendorf vor dem Grande Finale

Derby-Meeting, Tag 5 (20. September):

Im Finale des Deutschen Traber-Derbys 2020 am Start: Keytothehill und Fahrer Heinz Wewering (Foto:©Lingk)

Keytothehill: Der Schlüssel zum Derby-Sieg – Winnetou Diamant auf dem Trostlauf-Kriegspfad – Derby-Revanche: La Grace und Rock my Dreams gegen die Boys – Neuerlicher Sturmlauf von Cindy Truppo? – Jugend-Preis: Zwölf Zweijährige gegen ALL IN LOVE

Es ist angerichtet für Deutschlands wertvollstes und national bedeutendstes Rennen! Nach einer mit hochkarätigen Derby-Talkrunde mit Gästen wie Heinz Wewering, Michael Nimczyk und Rudolf Haller, die bereits um 11.15 Uhr beginnt und auf trotto.de sowie den Facebook- und YouTube-Accounts des Rennvereins übertragen wird, geht das Geschehen auf der Sandpiste um 12.30 Uhr mit einer nicht leicht zu durchschauenden Auftaktprüfung für die trabenden Anfänger los. Im 11. Rennen um 17.10 Uhr wird zum 125. Mal der Champion der Dreijährigen gesucht - und nach Lage der Vorprüfungen rund 2½ Minuten später in Keytothehill gefunden sein.


Wichtige Hinweise und Selbstauskunftsformular für die Mariendorfer Derby-Veranstaltungen


Deutsches Traber-Derby der Hengste und Wallache 2020

So lange dauert es in etwa, bis die zwölf Cracks, die sich vor vierzehn Tagen in vier Vorläufen für das mit 205.050 Euro gespickte Traber-Derby qualifiziert haben, im Ziel sind. Als heißester Anwärter auf das Blaue Band, das schon lange von Lorbeerkranz, Siegerdecke und Pokalen für das Umfeld des vierbeinigen Siegers ersetzt worden ist, gilt Keytothehill, der im Siegfall eine weitere Krönung erfährt: Er wäre der 19. Traber, der mit der seit 1922 möglichen - imaginären - dreifachen Krone geadelt würde, die neben dem Derby-Triumph Siege in den klassischen Vorprüfungen Adbell-Toddington- und Buddenbrock-Rennen beinhaltet.

Genau die hat der unkomplizierte Braune völlig souverän gegen den vermeintlichen Kronprinzen Wild West Diamant auf unnachahmliche Weise an seine Fahne geheftet, war dabei keine Sekunde - wie auch im Vorlauf - zu erschüttern und präsentierte sich durchweg als die klare Nummer eins. Geformt wurde und wird er vom Holländer Arnold Mollema, der das Derby als Fahrer 2005 mit Unforgettable, 2014 mit Expo Express gewonnen hat, sich seit einigen Jahren aufs Vorbereiten konzentriert und das Rennenfahren anderen überlässt. Der letzte Traber, der sich mit der dreifachen Krone geschmückt hat, war jener „Express“ - der 71-Jährige weiß also, wie man Champions aufbaut. Als Vollstrecker hätte er für den nach einem Herzinfarkt noch nicht wieder einsatzfähigen Roland Hülskath keinen besseren Catchdriver als Heinz Wewering wählen können.

Acht Mal ist der 29fache deutsche Meister der Trabrennfahrer nach dem Derby auf die stets vielumjubelte Ehrenrunde gegangen - angefangen 1981 mit Noble Stardom bis zu Unikum, dessen einzigartiger Triumph genau zehn Jahre her ist. Diamond Way, Chergon und Oscar Schindler SL gewannen mit und dank ihm die viel besungene dreifache Krone. Auch der mit Ehrungen überhäufte gebürtige Münsterländer weiß also, wie man den Deckel drauf macht. Dass er bereits 70 Jahre alt ist, sollte kein Hinderungsgrund sein: „Ich muss ja schließlich nicht selbst rennen“, wie er jovial meinte, und gerade in diesem Jahr haben ihm zwei 70jährige vorexerziert, wie man ein Derby gewinnt: Steen Juul in Dänemark und Pekka Korpi in Finnland schossen als alte Kanonen die Konkurrenz aus dem Feld.

Natürlich weiß auch Wewering, dass das Fell des Bären nicht verteilt werden sollte, bevor der nicht erlegt ist. Heißester Anwärter auf einen Umsturz ist besagter Wild West Diamant, der den Nachteil hat, nicht übermäßig zügig hinterm Startauto wegzukommen, was andererseits eine der Stärken Keytothehills ist. Sein Bonus: Er wird vorbereitet von Paul Hagoort und gesteuert von Robin Bakker, die dem deutschen Derby seit 2013 ihren Stempel aufgedrückt haben. Fünfmal waren ihre Schützlinge seitdem vorn -– von Tiger Woods As bis Mister F Daag.

Natürlich wird ob dieser beiden Granden der Rest nicht gleich die Flinte ins Korn werfen, sondern auf den immer wieder beschworenen Überraschungs-Thrill hoffen. In vorderster Linie gilt dies für den auf höchstem Level noch recht unerfahrenen Straight Flush, der seine Rennlaufbahn erst in diesem Jahr begonnen und fünf seiner sechs Aufgaben als Klassenbester gelöst hat. Ein bisschen mehr Erfahrung hat Gold Cap BR als schnellster der vier Vorlauf-Zweiten, der in seinem Qualifier Keytothehill gar ein paar hundert Meter getrotzt hat. Hervorzuheben ist daneben Toto Barosso, der in Schweden mit 1:11,2 die schnellste Durchschnittskilometer-Zeit aller zwölf Anwärter erzielt und dies als Zweiter zu Straight Flush untermauert hat. Der Rest wird sich mit dem Part des chancenreichen Außenseiters begnügen müssen, mit dem es sich oft bestens leben lässt.

Trostpflaster für Winnetou?

All jene, die den Sprung bzw. die Fahrt ins Finale nicht geschafft haben, dürfen im mit 20.000 Euro versüßten Finale B (13. Rennen) versuchen, sich und ihre Besitzer zu trösten. Das gilt ganz besonders für Winnetou Diamant, der in seinem, dem am heftigsten umkämpften Vorlauf, das Finale als Vierter nur haarscharf verpasste - und das trotz einer anfänglichen Galoppeinlage, die ihn rund 40 Meter zurückwarf. Ohne einen solchen Lapsus sollte der Apachen-Häuptling in der Lage sein, sich die Skalps seiner neun Rivalen zu holen. Doch Eagle in the Sky, The Natural, Body n Soul und vor allem Brady wollen sich so leicht nicht unterbuttern lassen.

Derby-Revanche für La Grace?

In der wie bereits 2019 nicht nach Geschlechtern getrennten Revanche aufs Derby 2019 (4. Rennen) wagt sich Stuten-Derby-Siegerin La Grace mit exzellenten Aussichten gegen das starke Geschlecht. Bis auf das erste hat die Braune die folgenden drei Rennen dieser Saison gewonnen – jeweils ohne an ihre Grenze gehen zu müssen. Die wird sie diesmal wohl ausloten müssen, denn Juan Les Pins, Derby-Sechster des Vorjahrs, ist gleichfalls in bestechender Verfassung, wie der jüngste Sieg im hiesigen Auktionsrennen über unter anderem Ikarus Love und Pechvogel River Flow bewiesen hat, der im entscheidenden Moment hinter einem galoppierenden Mitstreiter nicht wegkam. Aus dem Derby 2019 hat er noch eine gewaltige Rechnung offen, denn als es um Himmel oder Hölle ging, fand er erst ganz spät ein Schlupfloch und wurde nicht mal eine halbe Länge hinter dem Sieger nur Vierter.

Abschied von Hannah Hazelaar

Für jeden etwas dabei ist an der Wetter-Front. Allein sechsmal werden in der Siegwette mindestens 10.000 Euro ausgeschüttet - im 3., 5., 7., 10., 12. und 14. Rennen. Viermal wird die Dreierwette mit einer Garantie-Auszahlung kräftig unterfüttert. Clou des Ganzen ist wie immer die V7+-Wette, in der mindestens 40.000 Euro auf all jene Spürnasen warten, die vom 8. bis 14. Rennen alle Sieger auf einen Wettschein zu bringen vermögen. Schon die erste Aufgabe ist hammerhart bei zwölf Teilnehmern, die sich allesamt bereits im 2. Rennen mit Amateuren in die Haare gekriegt haben, was einen Fingerzeig geben kann, aber nicht muss, wer nun mit Profis unbedingt zu beachten ist. Die ungemein zuverlässige Bonanomi CG gehört auf jeden Fall dazu. Desgleichen sind Inforgettable mit Weltmeister Rick Ebbinge, Iron Fox, Jamaica Ferro nicht zu verachten. Auf jeden Fall Abschied nehmen heißt es von Hannah Hazelaar, dem zweiten Projekt der nach dem schwedischen Vorbild der Travkompaniet vor drei Jahren ins Leben gerufenen TraberParti. Hannah, die sich sehr ordentlich geschlagen, wenngleich nicht alle Hoffnungen erfüllt hat, bestreitet vertragsgemäß für die große Besitzergemeinschaft ihr letztes Rennen. Sollte ihr der Sieg gelingen - es wäre Nummer zehn -, gibt’s ein großes Hallo im Winner Circle. Selbstverständlich unter Beachtung aller Abstands- und Hygieneregeln.

Zweimal die Jungspunde

Nicht viel einfacher dürfte es sein, im mit 13 Zweijährigen proppenvoll besetzten Jugend-Preis (10. Rennen) den Sieger herauszupicken. Vieles spricht für ALL IN LOVE, die vor neun Tagen in Wolvega einen Vorlauf zum Breeders Course in famosen 1:14,3 zu ihren Gunsten entschieden hat. Heute ist der Weg für die Tochter von Prix-d’Amérique-Sieger Readly Express 300 Meter länger, Startnummer „13“ ein echtes Handicap. Mit Stonehenge, Robertson, XY Diamant, Ole Bo, Gladiator As und Jimmy Ferro BR warten einige komplett unbeschriebene Blätter auf sie, die sich allesamt durch starke Qualifikationsleistungen ausgezeichnet haben. Ganz abgesehen von Lord Bianco, der sich beim Debüt vor 14 Tage nur Cindy Truppo beugen musste.

Die wiederum gilt im entsprechenden Stutenlauf (3. Rennen) nach ihrer Gala-Vorstellung vom 6. September als große Favoritin. Die Maharajah-Tochter präsentierte sich in jenem Gerhard-Krüger-Memorial nicht wie eine aufgeregte Debütantin, sondern wie eine erfahrene Alte, fegte sofort in Front, lag unterwegs wie ein Brett und verurteilte den Umsturzversuch ihres einzig verbliebenen Verfolgers glattweg zum Scheitern. Und wenngleich Zeiten nicht alles aussagen, so sind ihre erzielten 1:15,8 eine geharnischte Ansage an ihre sechs Rivalinnen, die allesamt erstmals um Geld am Start sind und von denen Xylene Diamant in der Qualifikation den bemerkenswertesten Eindruck hinterlassen hat; sie ist als Schwester Tsunami Diamants empfohlen, des Derby-Siegers von 2017.

Unsere Tipps:

1. Kristel F Boko – Knight of Steel – Bugatti SS
2. Iron Fox – Bonanomi CG – French Kiss
3. Cindy Truppo – Xylene Diamant – Emmi Lou
4. La Grace – Juan les Pins – River Flow
5. Cherry Lady S – Unique Diamant – Gerson Boko
6. Desiree Star – Fighter Pilot – Visage Pale – Favori de la Basle
7. Calamintha – Hindy Heikant – Offroader
8. Iron Fox – Jamaica Ferro – Bonanomi CG
9. Naama – Julnick Shark – Chimmichurri
10. ALL IN LOVE – Lord Bianco – Jimmy Ferro
11. Keytothehill – Wild West Diamant – Toto Barosso – Straight Flush
12 Purple Rain – Business Class – Rajah
13. Body n Soul. – Winnetou Diamant – Brady
14. Prosperous S – King of Steel – John Butcher


Derby-Meeting, Tag 4 (19. September):

Im Finale des Stuten-Derbys: Kyriad Newport und Fahrer Michael Nimczyk (Foto:©Marius Schwarz)

Jeopardy - der Hauptgewinn im Stuten-Derby? – Zwei Trostläufe um je 10.000 Euro – Newcomer-Serie: Velten von Polly, Ol Dono Lengai oder Jilt Flevo? – Monté-Derby mit Titelverteidiger Zauni – Ausgeglichenes Gottlieb-Jauß-Memorial

Frühes Erscheinen sichert die besten Plätze - das gilt mehr denn je für Samstag, an dem das Derby-Meeting mit einem 14 Rennen umfassenden Menü in die Schlusskurve biegt. Wegen der anschließenden Jährlingsauktion ertönt der erste „Start-frei-Ruf“ von Bahnsprecher Michael Kohl bereits um 11.00 Uhr zum Finale des Handicap de Luxe. 24 Stunden vor dem 125. deutschen Traber-Derby kämpfen im Stuten-Derby (13. Rennen, 16.25 Uhr) jene zehn 2017 geborenen Ladys um 88.350 Euro, die sich vor zwei Wochen in fünf Vorläufen qualifiziert haben. 1989 als eigenständige Prüfung für die jungen Traberdamen begründet - die mussten vorher stets mit dem starken Geschlecht die Klingen kreuzen -, wird mit ihm als Marion-Jauß Deutsches Stuten-Derby der im Mai verstorbenen Amateurfahrerin, Besitzerin und Züchterin gedacht, die über Jahrzehnte dem Sport in Berlin auch als Sponsorin eng verbunden war.

Deutsches Stuten-Derby 2020 (13. Rennen)

Die 32. Auflage kommt wie viele ihrer Vorgänger höchst offen daher, was schon daraus resultiert, dass nur die besten Beiden jedes Qualifiers in den Endlauf gekommen sind. So etwas wie der Titelverteidiger ist Deutschlands Goldhelm Michael Nimczyk, der im Vorjahr mit La Grace nach vielen vergeblichen Versuchen endlich sein erstes Derby gewann. Diesmal hat er mit Kyriad Newport eine Waffe zur Hand, die viermal in Folge nicht zu bezwingen war und die Pflicht vor der heutigen Kür quasi im Schongang erledigt hat - in der langsamsten Zeit aller Siegerinnen. Das könnte ihr einige Reserven erhalten haben, die dringend nötig sind.

Zwar sind, wie es so schön heißt, Zeiten Schall und Rauch und die Karten grundsätzlich neu gemischt, doch mindestens die übrigen vier Siegerinnen werden der Stute aus dem Besitz des Berliner Bahneigentümers Ulrich Mommert gehörig auf den Zahn fühlen. Whoopie Diamant hat nach dem verpatzten Stutenlauf zum Buddenbrock-Rennen nachdrücklich gezeigt, was sie kann und war vorneweg von der hoch eingeschätzten Glide be Lucky AS keine Sekunde zu erschüttern. Und dann sind da noch die drei im schwedischen Sport gestählten Namanga Bo, Raya und Jeopardy.

Von denen ist Namanga Bo, für die erneut Pietro Gubellini aus Italien einfliegt, die reichste und Jeopardy die schnellste der Vorlaufsiegerinnen. Mit der imposanten Braunen will Conrad Lugauer endlich einen Makel in seiner sportlichen Vita merzen. Frei nach Klaus Lage „Tausendmal versucht, tausendmal ist nix passiert“ soll es nun endlich „Zoom“ machen: Ein Sieg im deutschen Derby fehlt dem seit mehr als einem Jahrzehnt im Süden Schwedens ansässigen gebürtigen Regensburger trotz zahlreicher vielversprechender Anläufe noch immer. Mit der nach einer amerikanischen Quiz-Show benannten Stute will er den hartnäckigen Bock endlich umstoßen - ausgerechnet im 13. Rennen!

Großer Andrang nach Trost

19 jener Stuten, die sich nicht fürs Finale grande qualifizieren konnten, wollen sich Trost im sogenannten Finale B holen. Ob des gewaltigen Andrangs wird dieser Trostlauf in zwei mit je 10.000 Euro dotierten Abteilungen ausgetragen. Abteilung 1 (5. Rennen) könnte an Night fever Bo oder Heavenly Dreamgirl gehen, die jedoch mit „7“ und „8“ nicht gerade optimale Startplätze gelost haben. In der 2. Division (10. Rennen) ist die Gemengelage nicht viel übersichtlicher. Katalonia aus dem Erfolgsteam Hagoort/Bakker will ihre rote Karte aus dem Vorlauf korrigieren, Naomi Bo endlich ihren ersten Sieg landen, Shimmy des Bois die nach drei Treffern im Alltagsgeschäft doch recht deftige Vorlauf-Schlappe vergessen machen. Und auch Kiwi Fortuna geht mit Stuten-Derby-König Heinz Wewering die Aufgabe alles andere als chancenlos an.

Zauni vor erneuter Titelverteidigung

Erster echter sportlicher Knüller verspricht mal wieder das Monté-Derby um 20.000 Euro (6. Rennen) zu werden, das seine achte Auflage erlebt. Die letzten beiden waren eine jeweils klare Sache für Ronja Walter und Zauni, die 2019 mit sagenhaften 1:11,5 die schnellste je in einem Trabreiten auf deutschem Boden erzielte Zeit aufs Tapet brachten. Ein bisschen haben die vielen harten Schlachten besonders auf französischem Terrain an der Frische des seit langem ausschließlich unterm Sattel eingesetzten einstigen St-Leger-Siegers genagt. Da könnte Lea Ahokas mit dem elf Jahre alten Franzosen Volcan de Bellande, einem Satteltraber par excellence, der Derby-Rennen der Fliegermehr als eine halbe Million Euro gescheffelt hat, einen gehörigen Streit um die 10.000 Euro für Platz eins vom Zaun brechen. Seinen einzigen Auftritt in Deutschland hat der Franzose hier in Mariendorf überlegen gegen Tell Me No Lies gewonnen und bewiesen, wie scharf alte Kanonen auch beim 116. (!) Auftritt ihrer Laufbahn noch zu schießen vermögen. Deutschlands Championesse ist mit ihrem Paradepferd hinreichend gewarnt.

Derby-Rennen der Flieger

Mit dem 8. Rennen, dem Derby-Pokal der Flieger, beginnt für all jene Wetter, die ans ganz große Geld wollen, die schwierigste Denksport-Aufgabe. Gelingt es ihnen, bis zum letzten Rennen alle Sieger richtig vorherzusagen, ist in der V7+-Wette vom Berliner Trabrennverein eine Ausschüttung von mindestens 33.333 Euro garantiert. Doch schon der erste Teil hat‘s in sich. Der im Bogen erfolgende Start ist nicht jedes Pferdes Sache. Es gehen lediglich sechs Gespanne aus der ersten Reihe ab, so dass das zweite halbe Dutzend direkt dahinter Platz nehmen muss. Die Startplätze zwei, drei und vier gelten gemeinhin als die besten, und das könnte Zofran de Gleris ausnutzen. Der Italiener hat in seiner Heimat zahlreiche solcher Sprintaufgaben erfolgreich gelöst; mit ihm sollte Berlin-Fan Rudi Haller bestens gerüstet sein. Andererseits wollen Iron Creek und Otero die letzten, etwas mageren Resultate gerade rücken. Und dann ist da noch Mon Filou, der vor zwei Wochen für Sieg-Odds von 563:10 genau solch eine Königswette hat platzen lassen…

Finale der Newcomer-Serie

Leichter wird’s auch im folgenden Finale der Newcomer-Serie um 20.000 Euro nicht, obwohl alle Kandidaten in unterschiedlichen Konstellationen miteinander die Klingen gekreuzt haben. Die Favoriten Ol Dono Lengai und Velten von Polly waren im Halbfinale am 5. September Totalausfälle, was Jilt Flevo entschlossen genutzt hat. Seine dabei erzielten 1:13,6 sind durchaus die Kragenweite der beiden Vorgenannten - und Startplatz „8“ ein nicht zu unterschätzendes Handicap. Auf neuerliche Ausrutscher wartet Amon Wise As, der vor vierzehnTagen mit einem Ehrenplatz maßgenommen hat.

Gottlieb-Jauß-Memorial

An Berlins vor 21 Jahren tödlich verunglücktes Idol erinnert das Gottlieb-Jauß-Memorial, das sich - abgesehen vom Monté-Derby - an die gewinnreichste Klasse wendet. Prima aufgestellt ist der Stall Habo mit den seit geraumer Zeit in Schweden stationierten Natorp Bo und Volare Gar, doch ein Selbstläufer wird‘s nicht: Massai ist ein bewährter Krieger, der mit ein wenig Glück eine solche Schlacht gewinnen kann; auch Noubliez jamais darf nie vergessen werden, von Arendelle ganz zu schweigen. Die zähe Stute hat jüngst sogar Rainbow Diamant das Nachsehen gegeben, ging damals allerdings mit 20 Meter Vorsprung auf die Reise.

Erst im fünften Abschnitt der V7+-Wette (12. Rennen) könnte man auf der Suche nach einem „Bankpferd“ fündig werden, damit der V7+-Einsatz nicht gar zu hoch wird: Der kleine JFK hatte am 5. September wegen eines Reifenschadens keine Chance auf den Sieg, biss sich jedoch mit enormem Kampfgeist zum Ehrenplatz durch.

Auktion zum Abschluss

Nach dem letzten Rennen wird wie üblich kräftig in die Zukunft investiert: Vor der offenen Endellschen Tribüne aus dem Gründerjahr der Trabrennbahn kommen zur 30. Derby-Auktion 84 Jährlinge in den Ring. Gesteigert werden kann „live“ vor Ort oder erstmals auch online. Dass durchaus für den schmalen Geldbeutel etwas Gutes dabei sein kann, hat die Vergangenheit hinreichend bewiesen: Die Breeders-Crown-Sieger Ginger Heldia und Emma di Quattro waren 2012 für 12.000 bzw. 6.000 Euro zu haben, Laskari 2014 gar für nur 4.500 Euro. Auf der gleichen Auktion war Orlando Jet für 7.500 Euro eine 1a-Investition, wie sich in den folgenden Jahren gezeigt hat: Der Hengst hält nicht nur den Mariendorfer Bahnrekord, sondern ist der aktuell beste deutsche Traber und hat derzeit 409.351 Euro auf der hohen Kante…

Unsere Tipps:

1. Finale “ Handicap-Pokal de luxe “
2. Piemonte – No Nay Never – Bolero Sun
3. Emilion – Exclusive Fire – Pompano Julian
4. Nada mas – Gabalier – Million PS – Germinal
5. Heavenly Dreamgirl – Fräulein Trixie – Donato Princess
6. Zauni – Volcan de Bellande – Gustavson Be
7. Black Star – Longhire – I can steel
8. Iron Creeck – Fitforfun – Zofran de Gleris
9. Jilt Flevo – Ol Dono Lengai – Velten von Polly
10. Katalonia – Quelle Fleur – Kiwi Fortuna – Shimmy des Bois
11. Natorp Bo – Massai – Rainbow Diamant
12. JFK – Golden Evasion – Flash Gordon
13. Jeopardy – Kyriad Newport – Namanga Bo – Ruby Barosso
14. Eye Catcher C – Loaded Eliyas – Legend Act


Derby-Meeting, Tag 3 (18. September):

Orlando Jet und Fahrer Rudolf Haller (Foto:©Lingk)

Der Abend der Hobbyfahrer – 12 Ladies im Bruno-Cassirer-Rennen – Altstars im Oldies-Pokal – Orlando Jet bittet zum 3.200-Meter-Tanz

„Freitag ab eins macht jeder seins“ - oder er ist Amateurtrabrennfahrer und hat noch lange, nervenaufreibende Stunden vor sich. Nach dem Motto des Berliner Trabrenn-Vereins, ein Derby-Meeting für alle zu präsentieren, sind an diesem langen Abend, an dem bis 22.00 Uhr 13 Prüfungen auf der Speisenkarte stehen, die Hobbyfahrer im Dauereinsatz.

Derby-Pokal der Amateure

Gleich in die Vollen geht’s für sie mit dem 1. Rennen um 17.00 Uhr. In diesem 4. Wertungslauf der Serie „Derby-Pokal der Amateure“ sind Traber startberechtigt, die bis zu 4.000 Euro gewonnen haben. Die ebenso junge wie talentierte und kaltschnäuzige Emma Stolle fährt den nach zehn Monaten Pause sein Comeback gebenden Over the Cloud (11). Nach drei Siegen aus lediglich acht Versuchen ihrer erst vor wenigen Wochen begonnenen Karriere schwebt die BTV-Moderatorin derzeit auf Wolke sieben und hofft, dass sie dort auch gegen Open Season (1), Bruno Font CG (5) und Powerful PS (8) bleibt.

Im 5. Wertungslauf (8. Rennen) dürfen die Amateure mit vierbeinigen Geldschränken ran. Thomas Maaßen, 2018 Champion und derzeit gemeinsam mit dem Berliner André Pögel mit je zehn Siegen Tabellenführer, ist mit Mister Ed Heldia (8) bestens gerüstet, der Louie Brodde (10) jüngst in Gelsenkirchen um 2½ Längen locker hinter sich gelassen hat. Zur harten Nuss könnte der fürwahr eisenharte Iron Steel (1) avancieren.

Internationale Derby-Meisterschaft

Das alles ist jedoch nur gut dotiertes Geplänkel gegen das, was den Amateuren in der Internationalen Derby-Meisterschaft blüht. Das höchstdotierte Amateurfahren der Republik wird in zwei Vorläufen à 5.000 Euro und einem Finale entschieden, in welchem dem Sieger neben der Ehre die Hälfte der ausgelobten 25.000 Euro winkt. Wer im 11. Rennen noch einmal ran will, muss zu den jeweils besten Fünf gehören.

Im Vorlauf 1 (4. Rennen), mit dem die mit 17.500 Euro Garantieauszahlung unterfütterte V7+-Wette, die Hohe Schule des Wettens, beginnt, gehört Zucchero in die engste Wahl. Der Wallach ist Stammgast auf dem Treppchen, hat dies bei 21 Starts nur dreimal verfehlt, zehn Siege eingerannt und ist mit seinem Fahrer und Besitzer Peter Platzer seit Monaten eine Macht, woran auch Startnummer „9“ und damit der Beginn aus zweiter Reihe hinterm Auto nicht rütteln sollte. Schwächen darf sich der Nachkomme des zweifachen Prix-d’Amérique-Siegers Offshore Dream nicht leisten, denn Typen wie Idony (1), Jersey Muscles (2), der wankelmütige Copernikus (3) oder Jacy di Quattro (8), die jüngst unverschuldet aus dem Takt geraten ist, warten nur darauf, ihm in die Siegersuppe zu spucken.

Noch besser scheint Platzer, der diese Derby-Meisterschaft bereits 2016 mit Diamond Select an seine Fahne geheftet hat, im Vorlauf 2 (5. Rennen) mit Very Special One gerüstet. Der Hengst ist tatsächlich „speziell“, ist er doch, vom verpatzten Debüt abgesehen, in den folgenden 22 Versuchen immer in der Dreierwette gelandet, davon sage und schreibe 17 Mal als Klassenprimus. Mit der „5“ ist Zuccheros ein Jahr älterer Bruder ideal bedient und kennt die glasklare Favoritenrolle aus dem Effeff. Wen nimmt er mit ins Finale? Irish Steel (4) ist durch die harte schwedische Schule gegangen, Zarch Wise As (3) in Amateurhand bestens erprobt, der nicht immer ganz einfache Horatio Fortuna (6) wirft zwei aktuelle Siege auf die Waagschale. Golden Future (9), Major Ass (10), die schwer ausrechenbare Gian Luca Pasel (11) sowie das Titelverteidiger-Gespann Yen (13) und André Pögel müssen aus zweiter Startreihe auch ein bisschen aufs richtige Hinterrad hoffen.

Bruno-Cassirer-Rennen

„Damenwahl“ heißt die Devise im 9. Rennen, dem vorletzten der V7+-Wette. Mit ihm wird traditionell Bruno Cassirers gedacht, des Retters der Mariendorfer Rennbahn und langjährigen Präsidenten, der als jüdischer Mitbürger nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten seinen Hut nehmen musste und 1941 im englischen Exil verstarb. Dem Verleger, Galeristen, Pferdebesitzer und -züchter zu Ehren streiten sich zwölf Stuten in heuer nur einem Lauf um 20.000 Euro. Von der 2.000-Meter-Grundmarke dürften Jacky Crown (1), Ann Boleyn (5) und Stand up (8) die meisten Anhänger finden. 20 Meter mehr müssen Just be Proud (9), Jamaica Ferro (10), die beide am 6. September gute, aber nicht überragende Generalproben abgeliefert haben, die in Schweden für holländische Besitzer recht erfolgreiche Italienerin Africa Bi (10) sowie Calamintha (12) unter die Hufe nehmen - das wird nicht einfach.

Derby-Pokal der "Oldies"

In Erinnerungen schwelgen werden die Fans beim Derby-Pokal der Oldies (7. Rennen), der sich an Fahrer richtet, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Welt- und Europameister, zigfache Bahn- wie Landeschampions nehmen daran teil, die dem Trabrennsport teils über mehrere Jahrzehnte ihre Stempel aufgedrückt haben. All diese Meriten vereinigt Heinz Wewering, das Aushängeschild des deutschen Sports schlechthin. Niemand in Europa hat mehr Rennen gewonnen als der 29fache deutsche Meister der Trabrennfahrer, der zudem viermaliger Europa- und zweifacher Weltmeister ist. 16.916 Siege hat der 70jährige auf seinem Kerbholz und ist dennoch mit Charmeur Royal (8) nur chancenreicher Außenseiter. Berlins zehnfacher Champion Michael Hönemann fährt mit Lewandowski (4) einen Hengst aus dem Lot der verstorbenen Marion Jauß, der ebenso souverän einnetzt wie sein zweibeiniger Namensvetter: 26 Rennen hat der Fünfjährige bestritten, war durchweg unter den besten Fünf zu finden und hat zehnmal ins Schwarze, das im Rennsport der Winner Circle ist, getroffen - konstanter geht‘s nicht. Dieses Gesamtpaket sollte ihm bei den Wettern gegen Porto (3), French Kiss (6) und Prigana (7) den meisten Kredit geben.

Orlando Jet - der Hingucker zum Abschluss

Wird die V7+-Wette mit einem rätselvollen Vorlauf des Handicap de Luxe (10. Rennen) beendet, in dem 14 Aspiranten um die Finalteilnahme buhlen – die größten Hoffnungen dürfen sich Ijsvink (1), Donna Leone H (6) und Terpie Burgerheide (11) machen –, so sollte zum krönenden Abschluss Deutschlands aktuelles Aushängeschild Orlando Jet (8) im 12. Rennen sein Licht strahlend hell leuchten lassen. Über die bis 1978 gültige Derby-Distanz von 3200 Metern muss der kapitale Braune zwar gegen Doc Holiday (1) und Echo Oldeson (2) 40 sowie gegen General Lee (3) und Out of the Slums (4) 20 Meter wettmachen. Das sollte dem auf allen Distanzen heimischen Mariendorfer Bahnrekordler jedoch mühelos gelingen. Der von Rudi Haller schon in jungen Jahren als „Bester meiner gesamten Karriere“ bezeichnete Hengst hat ähnliche Distanzen auf französischen Rennbahnen mit Bravour gemeistert und ist die letzte und vielleicht sogar sicherste Gelegenheit des Abends, sich über eine 10-Euro-Siegwette ein Los für die große Prämienausspielung zu sichern. Auf der Derbybahn hat sich der stets wie aus dem Ei gepellt daherkommende Muskelprotz nun sieben Mal in Folge als nicht zu knackende Nuss erwiesen.

Nach dem bei ausreichender Nachfrage als 13. Prüfung ausgetragenen Trostlauf zur Derby-Meisterschaft der Amateure dürfen sich alle entspannt zurücklehnen und genießen. Laut wird’s nicht, denn der Veranstalter hat das früher übliche Höhenfeuerwerk durch eine Lasershow vom Feinsten ersetzt.

Unsere Tipps:

1. Over the Cloud – Bruno Font CG – Powerful PS
2. Here I am – I ‘ll be there – Windhund
3. Hooper des Chasses – Bajaro BR – Fight oft he Night
4. Zucchero – Jersey Muscles – L ‘Amicus

5. Very Special One – Zarch Wise As – Horatio Fortuna – Major Ass
6. Power Snatch – Captain Olaf – Kathy Scott
7. Lewandowski – Prigana – French Kiss
8. Mister Ed Heldia – Loui Brodde – Iron Steel

9. Africa Bi – Ann Boleyn – Stand up – Jenna Transs R
10. Donna Leone H – Terpie Burgerheide – Ijsvink
11. Int. Derby-Meisterschaft der Amateure - Finale A-
12. Orlando Jet – Prosperous – General Lee
13. Int. Derby-Meisterschaft der Amateure - Finale B –

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)


Späte Punkteteilung gestern Abend beim 3:3 zwischen SD Croatia und BSV Al-Dersimspor auf dem Kunstrasenplatz im Friedrich-Ebert-Stadion. Brzovic (27.) und Schlumm (37.) brachten die Gastgeber 2:0 in Front, doch Droszczak gelang der Anschluss noch vor der Pause (42.). Das schnelle 3:1 durch Brzovic (49.) nach dem Seitenwechsel schien die Vorentscheidung zu sein – doch die sehenswerte Direktabnahme von Seyyidoglu (53.) hielt die Hoffnung der Kreuzberger weiter am Leben. Am Ende gelang Al-Dersimspor in letzter Minute noch der Ausgleich – Croatias Ergiligür traf ins eigene Tor (90.).


Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit den Trainern Robert Pocrnic (Croatia, l.) und Kai Brandt (Al-Dersimspor), bei denen die Gemütslage nicht unterschiedlicher ausfallen konnte.

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Das Topspiel des 5. Spieltags hat Eintracht Mahlsdorf gestern Abend beim Berliner SC mit 4:3 gewonnen. Dabei sah der alte und neue Spitzenreiter zur Pause auf dem Hubertussportplatz noch wie der sichere Verlierer aus: das Eigentor von Köster (20.) konnte die Eintracht zwar postwendend durch Preiß (21.) ausgleichen, dann aber zog der stark aufspielende BSC  durch Matkovic (24.) und Schmiege (31.) auf 3:1 davon. Im zweiten Durchgang aber konnten die Mahlsdorfer durch die Treffer von Schöps (58.), Zorn (64.) und Mrkaljevic (78.) das Resultat doch noch wenden.


Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit den Trainern Zeljko Ristic (BSC, l.) und Daniel Volbert (Mahlsdorf).

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VORSITZENDER KWAK IM GESPRÄCH


Der FC Polonia Berlin wurde im Jahr 2012 gegründet und wechselte nach erfolgreichen Jahren in der Freizeitliga in den Spielbetrieb des BFV. Auch hier "kletterte" der Verein bis in die Kreisliga A – am vergangenen Sonntag unterlag man als Außenseiter dazu im Berlin-Pokal dem Oberligisten SV Tasmania (1:4) und hielt dabei bis in die Schlussphase ein Unentschieden.


              Rafał Kwak (Vorsitzender)

Wir haben viel Spaß in Berlin – wir leben hier, wir arbeiten hier, unsere Kinder gehen hier zur Schule.


Berlinsport Aktuell sprach mit dem Polonia-Vorsitzenden Rafał Kwak am Rande des Pokalspiels ausführlich über den mittlerweile in Reinickendorf beheimateten Verein.

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TRAINER WENDL IM GESPRÄCH


Landesligaaufsteiger 1. FC Wacker 21 Lankwitz hat für eine der Überraschungen in der ersten Runde des Berlin-Pokals gesorgt: am Sonntagvormittag wurde der klassenhöhere SD Croatia mit 3:0 (1:0) aus dem Wettbewerb geworfen. Vor etwa 80 Zuschauern am Sportplatz an der Gallwitzallee traf Knaack (13.) früh zur Führung. Nach der Pause sorgte Kozik (67., 80.) mit einem Doppelpack dann für die Entscheidung.

Berlinsport Aktuell sprach mit Wacker-Trainer René Wendl (l.) nach dem Spiel über den Pokal-Coup, die Erfolge der vergangenen Jahre – und die Zielsetzung für die verkürzte Saison in der 1. Abteilung.

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TRAINER BINICI IM GESPRÄCH


Neun Punkte aus vier Partien hat Türkspor bislang in der Berlin-Liga 2020/21 einfahren können: Siegen bei United (4:2), gegen Croatia (2:1) und zuletzt bei Hilalspor (2:1) steht ein 0:1 bei Al-Dersimspor am 3. Spieltag gegenüber.


Eine Bildergalerie zur Partie Hilalspor - Türkspor finden Sie hier


          Umut-Ugur Binici (Trainer)

Wir wollen die erfolgreichste Türkspor-Saison spielen. Wir wollen aber auch zusehen, dass wir schöneren und offensiven Fußball spielen – das ist die Arbeit, das wollen wir mit der Zeit erreichen.


Berlinsport Aktuell sprach mit Türkspor-Trainer Umut-Ugur Binici nach dem Spiel am Sonntag noch darüber, welche Ziele 2020/21 verfolgt werden, wie er mit der "Qual der Wahl" angesichts des verstärkten Kaders umgeht – und wie er diese besonders umfangreiche Spielzeit sieht.

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