Autoren-Archive: Hagen Nickele

Hochspannung am Sonntag im Poststadion: das Spitzenspiel der Regionalliga Ost hielt viel von dem, was es versprochen hatte. Dass die Berlin Adler und die Spandau Bulldogs wegen des ungewöhnlichen 36:36 (14:19) beide weiterhin ungeschlagen bleiben, passte da ins Bild. Da die Adler als Favoriten und mit dem Heimvorteil ins Spiel gingen, war die Stimmung anschließend nicht ganz so euphorisch im Lager der Weddinger. Den gewünschten Vorsprung für den weiteren Verlauf der Meisterschaft konnte man jedenfalls nicht herausholen – bleiben beide Teams so dominant wie bisher, könnte es so auf ein "Endspiel" im August in Spandau hinauslaufen.

D. Kiffner

Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie mit Adler-Trainer Daniel Kiffner über das Topspiel – und wo es noch Verbesserungsbedarf bei seinem Team gibt.

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Newcomerin G.G.‘s Victoria lässt den Toto beben

Fahrer Victor Gentz mit G.G.'s Victoria nach dem Sieg (Foto: ©Marius Schwarz)


Victor Gentz schnappt sich mit der Stute das höchstdotierte Rennen der Veranstaltung. Der Goldhelm schwer am Drücker: Michael Nimczyk gewinnt vier Rennen. Fast hätte der Champion sogar einen fünften Treffer gelandet, doch Kornelius Kluth und Fitforfun vermasseln die TraberParti.

Im finanziellen Mittelpunkt des Nachmittags stand die fünfte Runde der Newcomer-Serie. Für Vier- und Fünfjährige, die maximal 10.000 Euro reich waren, lagen 6.000 Euro auf dem Gabentisch, und das größte Stück vom Kuchen steckte sich Eine ein, der das Wort „Sieg“ in den Pferdepass geschrieben ist, die sich jedoch bei 13 Starts erst einmal daran gehalten hatte: Mit der demzufolge bei 37,2-fachem Einsatz gehandelten G.G.‘s Victoria ließ es Victor Gentz vorneweg munter kesseln - eine Strategie, die an diesem Sonntag fast immer die ganze Miete war. Die Ganymède-Tochter wackelte und wankte nicht, als Toscanini Diamant den Taktstock zum furiosen Finale hob und wies ihn um 1½ Längen in die Schranken. Ohne den Patzer, der ihm kurz vorm ersten Bogen auf die Spitze rund 60 Meter Rückstand bescherte, hätte der Sieger aber wohl nur Give You All of Me geheißen. Wie der Hengst den immensen Rückstand peu à peu wettmachte und auf der Zielgeraden angeschmettert kam, war das ganze Eintrittsgeld wert, doch reichte aller Einsatz nur zu Platz drei.

Jack Scott zum Auftakt vorne

Fünf Wochen vor den Vorläufen zum Blauen Band zog sich die Präsentation einiger Derby-Kandidaten wie ein roter Faden durchs Programm. Gleich im Auftaktrennen fuhren mit Jack Scott, Englishtown und Lieschen Müller drei Derby-Aspiranten die besten Prämien unter sich aus. Start-Ziel allein auf weiter Flur war der ins ungewohnte braun-blaue Dress des Schweizer Allegra Racing Club gekleidete Rudi Haller mit Jack Scott, der auch seinen zweiten Karriere- und Berliner Start souverän verwandelte. „Gefallen hat er mir heute überhaupt nicht, wanderte im Einlauf bis in die dritte Spur. Daran müssen wir feilen, soll’s ins Derby gehen“, blickte Haller höchst kritisch voraus, „ein Glück, dass es rechtsrum ausgefahren wird. Auf Linkskursen ist mit ihm überhaupt nichts anzufangen.“ Vielleicht ein Luxus-Problem des in 1:16,6 siegenden Prodigious-Sohn, für den die Besitzergemeinschaft auf der Derby-Auktion 2017 stolze 24.000 Euro hingeblättert hat.

Debütantin kämpft sich zum Sieg

Ein Remake gab’s im 2. Rennen, in dem es die Regie allerdings sehr viel spannender machte. Michel Rothengatter gab lange mit Debütantin Jane Attack einen geruhsamen Takt vor, bis sich der deutsche Michael Nimczyk mit Place Royal nach einer Runde trotz eines demolierten Sulkyrads zur harschen Attacke entschloss. Hin und her wogte der Kampf der beiden Dreijährigen, in den sich auch der durchweg hinter der Timoko-Tochter liegende Nada más, ein Neffe Nu Pagadis, einmischte. So sehr sich die beiden Mommert-Hengste mühten, packte Jane Attack stets ein Fitzelchen mehr auf die Waagschale und rettete sich um eine halbe Länge ins Ziel.

Inman siegt bei den Amateuren

Weiter ging die Vorstellung der potentiellen Derby-Starter, wobei Thorsten Tietz für Inman den etwas ungewöhnlichen, einst auch bei Georgina Corner beschrittenen Weg über ein Amateurfahren ausgewählt hatte. Seine Lebensgefährtin Sarah Kube verteidigte mit dem Schwarzbraunen von der „1“ couragiert die Pole Position gegen die sehr viel erfahrenere Cora Sun, nahm, nachdem diese in ihren Windschatten geschlüpft war, das Tempo gründlich heraus und hatte keine Mühe, im fünften Versuch den ersten Treffer des Hengstes unter Dach und Fach zu bringen.

Nimczyk dreimal im Winner's Circle

Michael Nimczyk – hier mit Jaxon Schermer – war der Topfahrer des Nachmittags (Foto: ©Marius Schwarz)


Danach war erst mal Schluss mit den Parademärschen des Jahrgangs 2016. Mit der 2015 im Gestüt Westerau zur Welt gekommenen Idony übernahm Michael Nimczyk 1300 Meter vorm Ziel das Zepter und hatte sein erstes Ding damit schon in der Tasche, wie eine Runde weiter offenbar wurde; zum dritten Mal in Folge musste der fünfjährige Camus mit dem Ehrenplatz vorliebnehmen. Das war der erste Besuch des achtfachen deutschen Champions im Winner Circle, dem nach dem Match für die abgesehen von den Franzosentrabern höchste Gewinnklasse der zweite sogleich folgte. Mit gewaltigem Antritt sicherte sich Highway Fortuna vor Flavio As ruckzuck das Kommando, „legte von sich aus im Schlussbogen zu, obwohl ich das noch gar nicht wollte und packte, als Flavio As im Einlauf ein wenig näher kam, stets das nötige Quantum drauf“, schilderte der 33jährige den lockeren Walkover in der Tagesbestzeit von 1:14,7.

Weil’s so gut geklappt hatte, legte Nimczyk mit identischer Taktik sofort das nächste Hölzchen an. Jaxon Schermer, ebenso laufgewaltig wie mit Samthandschuhen anzufassen, begann an der „1“ mit dem richtigen Fuß und legte einen Sturmlauf hin, dem selbst die bei drei Starts unbezwungene Vincennes Diamant nur staunend hinterher schauen konnte. 1:15,2 des Varenne-Sohnes waren eine deutliche Ansage Richtung Derby, bei der der Zweiten Vincennes Diamant, auch sie dreijährig, kein Zacken aus der Krone brach.

Romeo Diamants ungefährdet im 2. Amateurlauf

Unterbrochen wurde Nimczyks „Run for gold“ durch das zweite Amateurfahren, das eine bombensichere Beute Romeo Diamants wurde. Die nur höchst selten noch in den Rennwagen steigende Chantal Solhart bewies, dass sie nichts verlernt hat, und führte den Wallach bis auf ein etwas längeres Intermezzo, bei dem Glorious Boko die Schlagzahl vorgab, vorneweg zum ungefährdeten zweiten Saisonsieg.

Fitforfun behauptet die Spitzenposition

Nichts zu gewinnen gab‘s für den Goldhelm, die TraberParti und deren Hannah Hazelaar. Die Braune konnte sich zwar des Sogs des die äußeren Gespanne anführenden Whirlwind BR bedienen, traf aber auf eine famos aufgelegte Fitforfun, die in Front auf jedem Meter topfit war und der großen Besitzergemeinschaft den „Fun“ gründlich vermasselte. „Sie musste einiges investieren, um gegen Whirlwind BR die Spitze zu behaupten, wo sie mit Abstand am besten läuft. Als dies mit Jörgen Sjunnesson geklärt war, konnte ich ihr alles wie gewünscht einteilen. Aus der letzten Biege war sie eine Macht“, freute sich Kornelius Kluth über den leichten Erfolg seines Schützlings.

Nimczyk setzt nochmal den Schlusspunkt

Die letzte Prüfung war den Trotteurs Français vorbehalten, die nicht zum ersten Mal wenig präsentabel auftraten und den Rennrichtern viel Arbeit bescherten. Übrig blieb für die engere Entscheidung ein Trio, von dem der kampfstarke Birdy de Neuilly, gewöhnlich in Wolvega mit sehr viel stärkeren Landsleuten im Ring stehend, trotz 20 Meter Zulage Astasia du Vivier auf den Ehrenplatz verwies. Das war Michael Nimczyks vierter Treffer, der genauso oft Zweiter war und damit den nächsten dicken Pluspunkt hinter einen Berlin-Besuch setzen durfte.

"Minis": Zwiener-Tochter auf der Überholspur

Viel Hurra gab’s beim dritten Treffen der Mini-Traber. Die von ihrem Papa Manfred Zwiener unterstützte sechs Jahre alte Amy Fink ließ sich mit Lolly durch 40 Meter Zulage nicht vom neuerlichen Sieg abbringen und fing die schon wie die Sieger aussehenden Leo Oikarinen und Schwarze Wolke im Speed ab.

Gesamtumsatz: 116.735,61 – Bahnumsatz: 38.437,80 Euro – Außenumsatz: 78.297,81 Euro

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 30. Juni statt. Beginn ist um 13.30 Uhr. Im sportlichen Mittelpunkt steht eines der ganz großen Highlights der Saison 2019: der mit insgesamt 40.000 Euro Preisgeld dotierte Buddenbrock-Klassiker!

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Am Pfingstsonntag holten die Berlin Rebels durch einen 33:13-Sieg gegen die Kiel Baltic Hurricanes im vierten Saisonspiel (allesamt zuhause) die ersten Punkte. Zum Einsatz kam dabei auch erstmals Neuzugang Kurt Palandech, der aus den USA für die Position des Quarterback geholt wurde.

K. Kuci

Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit Rebels-Coach Kim Kuci über den Saisonstart, Druck vor dem Match – und was noch möglich ist in dieser Spielzeit.

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Otero und Fahrer Josef Franzl präsentierten sich in Hochform (Foto: ©Marius Schwarz)

Großer Tag für Seppi Franzl

Der bayerische Trainer gewinnt den Lauf der Gold-Serie und das Buddenbrock Warm-up. Die weiteren hochdotierten Rennen gehen an Michael Nimczyk und Gerhard Biendl. Mariendorf begrüßte den neuen Weltmeister Rick Ebbinge.

„So ein Tag, so wunderschön wie heute …“. Wer weiß, ob Josef „Seppi“ Franzl den von Walter Rothenburg (1889-1975) geschriebenen Musiktext bei seiner Rückfahrt von der Mariendorfer Veranstaltung auf seinen Lippen hatte. Die Worte und die Melodie hätten auf jeden Fall super zu dem Verlauf des Nachmittages auf der Derby-Bahn gepasst, denn der bayerische Trainer räumte die Siegerpokale bei beiden Hauptereignissen ab – nämlich dem mit 15.000 Euro dotierten Lauf der Gold-Serie sowie dem Buddenbrock Warm-up um 10.000 Euro Preisgeld.

Otero in Derby-Form

Franzl hatte sich zwar schon im Vorfeld in den Interviews sehr optimistisch geäußert. Aber dass vor allem der dreijährige Otero vom Gestüt Lasbek eine derartige Leistungsexplosion zeigen und in sensationellen 13,0/1.900m zur Tagesbestzeit stürmen würde – damit hatte auch der Sauerlacher nicht ernsthaft gerechnet. Mit einer Quote von 5,5:1 stand der Traber der Familie Herz in der Gunst der Wetter ohnehin nur an dritter Stelle. Stattdessen wurde der vom neuen Weltmeister Rick Ebbinge gesteuerte Hengst Velten von Flevo zum 1,5-Favoriten auserkoren.

Der in den Niederlanden von Jeroen Engwerda trainierte Ganymede-Sohn stand das Pensum als Angreifer in der Todesspur aber nicht durch, wechselte ausgangs des Schlussbogens erst in den Passgang und dann in den Galopp und trat sich dabei obendrein auch noch ein Eisen ab. Ganz anders Otero: Die neue norddeutsche Derby-Hoffnung war mit Erreichen der Tribünengeraden an die Spitze geschossen – und obwohl man es zu diesem frühen Zeitpunkt eigentlich noch gar nicht so recht glauben mochte, war damit bereits alles entschieden. Denn der Muscle-Hill-Sohn stolzierte wie ein Herrscher vorneweg und ließ den Konkurrenten nicht den Hauch einer Chance. Er gehört mit dieser Leistung von jetzt ab zum engsten Favoritenkreis für Deutschlands wichtigstes Trabrennen. Dreieinhalb Längen dahinter verbesserte auch Grace (Michael Nimczyk), die unmittelbar nach dem Start kurz das Kommando hatte und Otero im weiteren Verlauf an der Innenkante gefolgt war, ebenso wie der erst spät gebrachte und im Speed sehr überzeugende Real Perfect (Rudolf Haller) die persönliche Rekordmarke um mehrere Sekunden.

Franzl mit zweitem "Außenseiter-Sieg"
Auch in dem Lauf der Gold-Serie war Franzl mit Azimut (5:1) nicht Favorit, sondern diese Bürde musste Gustavson Be (Victor Gentz) tragen, der mit dem für ihn ungewohnten Bänderstart allerdings überhaupt nicht zurechtkam und sich sofort aus der Wertung sprang. Während auch Cachamour (Gerhard Biendl) kurz rumpelte, hatte Prince of Persia (Michael Larsen) vor TomNJerry Diamant (Michael Nimczyk) die Führung übernommen. Die weitere Reihenfolge lautete Rainbow Diamant (Heinz Wewering) vor dem schon in dieser Phase bestens platzierten Azimut und Urbanio (Rick Ebbinge). Als Rainbow Diamant Mitte der Gegenseite nach außen wechselte, hatte Franzl für seinen Schützling endgültig das passende Führpferd gefunden. Auf der Zielgeraden machte sich der Traber der Familien Reber und Werner in 13,3/1.900m nahezu spielerisch frei, während Rainbow Diamant das zweite Geld vor dem ebenfalls fein durchziehenden Urbanio ergatterte. Der Siegerstrauß blieb dem nur drittplatzierten Rick Ebbinge damit also verwehrt. Aber der neue Weltmeister hatte schon gleich nach dem ersten Rennen im Winner-Circle die Glückwünsche zu seinem phänomenalen Auftritt in Schweden und den errungenen Titel erhalten.

Laurel Park in Silber-Serie vorne
Zweimal ging es in den aufgrund eines Defekts des Startautos durch Anfahren begonnenen Rennen um jeweils 6.000 Euro Preisgeld. In der Silber-Serie war der von Michael Nimczyk präsentierte Laurel Park in 13,8/1.900m eine Macht. Der Hengst aus dem Stall von Ulrich Mommert zog vor den Tribünen an die Spitze, ließ dann den außen drückenden Glaedar (Thomas Panschow) vorbei und übernahm auf der Gegenseite nach einer Rochade erneut das Kommando. Obwohl Golden Future mit Gerhard Biendl im Einlauf, ganz vom Ende des Feldes kommend, in grandioser Manier heranflog, bestand für den tapfer durchziehenden Laurel Park keine Gefahr und Gerhard Biendl musste sich mit seinem Schützling mit dem Ehrenrang vor dem ebenfalls überzeugenden Glaedar zufriedengeben.

Biendls Revanche bei den Newcomern

In der gleich hoch dotierten Newcomer-Serie konnte sich der bayerische Spitzentrainer aber erfolgreich revanchieren, denn hier führte der Profi Timberlake Diamant aus dem Besitz der Familie Schwarz auf die Ehrenrunde, während Michael Nimczyk mit Irma la Douce hinter dem überraschend starken Fighter Pilot (Mykola Volf) nur Dritter wurde. Timberlake Diamant hatte mit Erreichen der Tribünengeraden das Heft in die Hand genommen und Gerhard Biendl war über den Treffer in 15,3/1.900m begeistert: „Es war ein sehr leichter Erfolg – ich musste mein Pferd zu keinem Zeitpunkt ausfahren.“

Die übrigen Rennen des Sonntags
Von den Siegern der weiteren Prüfungen erhielten besonders Louisa und Thomas Panschow viel herzlichen Applaus, denn das Sulkygespann hatte sich einen vollen Erfolg längst verdient. Panschow hatte die Stute vor den Tribünen entschlossen an die Spitze beordert und die Achtjährige gewann sehr souverän. Unicorn Diamant schwang in der Hand von Kornelius Kluth ebenfalls ein eisernes Zepter und schoss schon nach wenigen Metern an die Spitze. Seinen zweiten Sieger, nämlich den ebenfalls in den roten Jauß-Farben laufenden Lord Good Wood, setzte der einmal mehr in großer Form agierende Norddeutsche ähnlich offensiv ein.

Ganz anders lief es beim Erfolg von Georgies Matador, denn Michael Greifes Wallach wurde von Dennis Spangenberg, für den es zugleich der erste Sieg als Trainer war, erst auf der Zielgeraden in die Schlacht geworfen. Mit Man U stellte Michael Nimczyk einen hochtalentierten Dreijährigen vor, der ebenfalls erst beim Erreichen des Einlaufs richtig ernst machte und mit vier Längen Vorsprung auf und davon ging. Auch Dark Look (Mykola Volf) zog auf den entscheidenden Metern eisern durch. Er wäre aber wohl gegen den zweitplatzierten Brandy Hornline (Manfred Zwiener) nicht nachhause gekommen, wenn sich der Kontrahent eine frühe Galoppade verkniffen hätte.


Gesamtumsatz: 135.451,97 Euro – Bahnumsatz: 42.976,45 Euro – Außenumsatz: 92.475,52 Euro.


Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 16. Juni statt. Im sportlichen Mittelpunkt stehen das mit 10.000 Euro dotierte Warm-up zum Buddenbrock-Rennen und die Newcomer-Serie.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Das Wunder von Zehlendorf*

Mit einem Team aus jungen Spielern ist der Berliner Rugby Club die Überraschung der Bundesliga – am Samstag steht nun das Halbfinale bei Meisterschaftsfavorit Frankfurt 1880 an

 

Da stand er am Rand des Spielfelds an einem Sonnabend Mitte Mai und sog die Atmosphäre der Partie und des Drumherums im Ernst-Reuter-Sportfeld sichtbar ein. Denis McGee, erster Vorsitzender des Berliner Rugby Clubs, konnte das letzte Heimspiel seines Teams in der Bundesliga Gruppe Nord/Ost rundherum genießen – und das aus vielerlei Gründen. Da wäre zunächst einmal der sportliche Erfolg dieses Nachmittags zu nennen: 73:5 heißt es am Ende gegen den Berlin Grizzlies RC, immerhin also ein Hauptstadtderby.

Gelungener Auftritt gegen Grizzlies

Die „klassische“ Rivalität besteht beim BRC zwar eher mit dem dritten Berliner Bundesligisten, dem RK 03 aus dem östlichen Ortsteil Weißensee, doch die „Grizzlies“ gelten als Newcomer in der Rugby-Szene an der Spree. Der kometenhafte Aufstieg des erst 2011 gegründeten Vereins in die Bundesliga – auch dank eines professionell anmutenden Sponsorings – ging derart schnell, dass sich die Jugendarbeit immer noch erst im Aufbau befindet. Ganz anders beim BRC: der 1926 in Charlottenburg gegründete Club verkörpert gewissermaßen Tradition und Werte des Rugby in der Hauptstadt. Von der U8 aufwärts sind alle Nachwuchsklassen mit Mannschaften besetzt – neben dem SC Frankfurt 1880 eine absolute Ausnahme in Deutschland. Und wichtig für einen Verein, der den Spielern im Herrenbereich kein Gehalt zahlen kann und so immer einen Teil seines Personals aus den Jugendteams zuführen muss. Dennoch geht es für den BRC in der Liga zwei Spieltage vor Ende der Hauptrunde aus dem positivsten aller Gründe um nichts mehr: das Team in den traditionellen, schwarz-weiß-rot gestreiften Jerseys hat sich nämlich bereits für das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Platz 2 ist dem BRC in der Gruppe Nord/Ost nicht mehr zu nehmen – aber mit den „Grizzlies“ hat man noch eine Rechnung offen: schließlich kassierte man gegen sie im Oktober 2018 eine knappe Niederlage.

Keine eigene Heimspielstätte

BRC-Coach Uwe Maaser

So geht das Team von Uwe Maaser die Partie rasant an, auch wenn der Trainer des BRC im weiteren Verlauf alle 22 Akteure im Kader zum Einsatz bringt, um im Hinblick auf das anstehende Halbfinale am 1. Juni nicht zuviel Kraft zu vergeuden. Nur kurz gestaltet sich der Spielverlauf im ersten Durchgang offener, als die „Grizzlies“ auf 15:5 verkürzen. Doch die Gastgeber treten viel konsequenter auf und befinden sich zur Halbzeit bei einem 32:5-Vorsprung bereits auf der Siegerstraße. Die etwa 600 Zuschauer im Stadion in Zehlendorf, wo sonst der Fußball-Club Hertha 03 seine Partien austrägt, zeigen sich begeistert. Dabei sind Spielort und Kulisse für die BRC-Herren eher eine Ausnahme: zwar liegt die Geschäftsstelle des Clubs um die Ecke in der Onkel-Tom-Straße, eine eigene Heimspielstätte hat man aber immer noch nicht. So nutzt man seit Jahren etwa die Sportanlage Jungfernheide, ca. 15 Kilometer über AVUS und Stadtautobahn entfernt. Finden dort parallel andere Sportveranstaltungen statt, müssen sich die Teams schon mal in großen Zelten umziehen – und die Schiedsrichter bisweilen hinter einem Baum. Besonderer Zuschauerandrang herrscht dort schon wegen der Entfernung zum Heimatstandort also nicht – vielleicht aber auch, weil sich die Rugby-Herren bislang sportlich in diesem Jahrzehnt eher im Mittelmaß bewegen. In den Jahren 2013 (Viertelfinale) und 2014 (Halbfinale) hatte es zwar noch für das Erreichen der Playoffs gereicht, ansonsten rangierte man aber jenseits von Gut und Böse. Lokalrivale RK 03 rückte zuletzt ins Rampenlicht mit seinen drei Teilnahmen an der K.O.-Phase, aber auch wegen seiner in Weißensee in Eigenregie ausgebauten Spielstätte. Das Stadion Buschallee beeindruckte selbst an höchster Stelle – weshalb die Führung des Deutschen Rugby-Verbands (DRV) in ungewohnter Weise zuletzt zweimal in Folge die Ausrichtung des Endspiels an den RK 03 vergab. Dieses Jahr wird es nur wegen kurzfristiger Terminveränderungen nicht in Weißensee, sondern in Frankfurt stattfinden.

Jugendarbeit als Schlüssel

BRC-Vorsitzender Denis McGee

Beim Berliner Rugby Club arbeitete man derweil zunächst einmal daran, aus dem Nachwuchs perspektivisch ein Herren-Team zu entwickeln, das wieder um die Playoffplätze 1 und 2 im Nordosten mitspielen kann. „Das macht viel mehr Arbeit, als ‚fertige Spieler‘ zu holen“, weiß der BRC-Vorsitzende McGee. Als „internationale Stadt“ biete Berlin dabei auch Möglichkeiten, etwa Studenten aus Frankreich, Großbritannien oder Neuseeland für den Verein zu gewinnen – das Fundament aber, so der in Berlin geborene Sohn eines Schotten, bleibe die Jugendarbeit. Deswegen wurden im Verein auch Änderungen durchgeführt, z. B. ein hauptamtlicher Trainer im Nachwuchsbereich angestellt, um den Heranwachsenden Kontinuität bieten zu können. Die Maßnahmen trugen inzwischen Früchte: 2018 wurde die U18 des BRC Deutscher Meister. Doch der Sprung vom Nachwuchs- in den Männerbereich ist im Rugbysport mindestens so groß wie in anderen Disziplinen. Talente wie die Brüder Gleitze, Andreas Weinberger oder Nico Schätzlein aus dem Jahrgang 2000 haben ihn zuletzt erst wieder gemacht – um so überraschter sind die Verantwortlichen in Zehlendorf, dass das Team schon in dieser Saison so erfolgreich abgeschnitten hat. Auch Uwe Maaser freut das selbstredend, doch bei aller Euphorie behält er den Blick für das Gesamtprojekt: „Wichtig ist, dass wir auch in den kommenden Jahren immer wieder Jugendliche hochziehen, die bei den Herren mitspielen können“, so der Coach, der erst als Spieler und dann Trainer alle Altersklassen im Club durchlaufen hat, bevor er im Sommer 2018 das Bundesliga-Team übernahm.

In den Playoffs beim Titelfavoriten

Im Halbfinale wartet nun die schwere Aufgabe beim Süd/West-Ersten SC Frankfurt 1880. Dem Titelfavoriten schlossen sich vor der Saison mehrere Spieler des Serienmeisters Heidelberger RK an – unter ihnen Samy Füchsel, der im BRC-Nachwuchs mit Rugby begann und heute Nationalspieler ist. Bezüglich der finanziellen Möglichkeiten der beiden Vereine stellt Denis McGee dann auch einen plastischen Vergleich an: „Das ist etwa so, als wenn Bayern München gegen Hertha BSC spielt.“ Der BRC-Vorsitzende veranschlagt den Etat jedenfalls für die drei Herrenteams bei knapp 50.000 Euro – Reisekosten, die den Großteil ausmachen, inklusive. Nun sagt die Statistik, dass Hertha BSC zuletzt 1977 bei den Bayern gewinnen konnte – doch Denis McGee outet sich vor dem Halbfinale als Optimist: „Wenn wir so spielen wie gegen die Grizzlies, wird es ein enges Match – mit dem hoffentlich glücklicheren Ende für uns.“

*Der Beitrag ist auch in der aktuellen Print-Ausgabe des FORUM-Magazins erschienen

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Nach vier Spielen ohne Dreier hat Türkiyemspor Berlin am vorletzten Spieltag ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten SV Sparta wieder in die Erfolgsspur gefunden. Der 4:0-Sieg der Kreuzberger setzte den Hoffnungen der Gäste auf den Meistertitel ein Ende. Türkiyemspor hat als Aufsteiger Platz 10 bereits sicher, dennoch war die Trennung von Wolfgang Sandhowe zum Saisonende schon länger bekannt – und wurde inzwischen sogar vorgezogen.

E. Özman

Berlinsport Aktuell sprach nach dem Spiel mit dem Sportlichen Leiter Ecevit Özman über die Partie und die Heimstärke, den Trainerwechsel – und die Ziele für kommende Spielzeit.

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Der BSV Eintracht Mahlsdorf galt vor der Spielzeit als einer der Favoriten auf den Meistertitel, musste den Traum aber bereits nach der Hinrunde begraben. Trainer Christian Gehrke räumte seinen Stuhl und Daniel Volbert übernahm die Arbeit am Rosenhag.

D. Volbert

Berlinsport Aktuell sprach nach dem 1:3 bei Tasmania mit dem Eintracht-Coach über den Unterschied zum Tabellenführer, welches Ziel für die Rückrunde ausgegeben wurde und wie man die kommende Saison in Mahlsdorf angeht. Darüber hinaus fragten wir aus gegebenem Anlass nach Volberts beiden Ex-Vereinen, Lichtenberg 47 und Tennis Borussia.

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Aus der Traum von der Berliner Meisterschaft für den SV Sparta: nachdem Tabellenführer Tasmania (3:1 gegen Mahlsdorf) am Sonnabend bereits vorgelegt hatte, musste der Verfolger aus Lichtenberg einen Tag später ebenfalls gewinnen, um vor dem letzten Spieltag noch die Chance auf Platz 1 zu wahren. Doch bei Türkiyemspor setzte es am Ende eine deutliche 0:4-Niederlage.

D. Kostic

Berlinsport Aktuell sprach anschließend mit Sparta-Trainer Dragan Kostic über das Spiel, die Saison – und was man sich für die kommende Spielzeit an der Fischerstraße vornimmt.

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Der SV Tasmania hat am Sonnabend vor 280 Zuschauern im Werner-Seelenbinder-Sportpark* sein vorletztes Saisonspiel gegen Eintracht Mahlsdorf mit 3:1 (1:0) gewonnen. Damit haben die Neuköllner nächstes Wochenende es weiter selbst in der Hand, beim SV Empor die Berliner Meisterschaft zu erringen. Sollte Verfolger SV Sparta morgen nicht bei Türkiyemspor gewinnen, wäre das Titelrennen sogar vorzeitig zugunsten Tasmanias entschieden.

T. Jauer

Berlinsport Aktuell sprach nach dem Abpfiff mit Tasmanias Trainer Tim Jauer über das Spiel, den langen Weg zum möglichen Titelgewinn – und seine Sonntagsgestaltung.

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*Vor der Partie war das Stadion Austragungsort des "Finale of Love", einer von Tennis-Borussia-Fans organisierten Alternativveranstaltung zum Endspiel im Berlin-Pokal, bei dem sich die "TeBe-Allstars" und die "Caravan-Allstars" gegenüber standen.

 

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Der FC Viktoria 89 steht kurz vor dem Abschluss einer bewegten Saison, die sicherlich ihren negativen Höhepunkt in der Insolvenzanmeldung im Dezember 2018 fand. Doch der Spielbetrieb beim Regionalligisten konnte gesichert werden, trotz eines 9-Punkte-Abzugs war auch der Klassenerhalt kein Thema – dennoch trennte man sich von Trainer Jörg Goslar kurz vor Ende der Liga. So wird am Sonnabend beim positiven Highlight 2018/19, dem Berliner Pokalfinale gegen Tennis Borussia, der bisherige Assistent Alexander Arsovic bei den Himmelblauen auf der Bank sitzen.

A. Arsovic

Berlinsport Aktuell führte mit Arsovic am Rande der gestrigen Pressekonferenz zum Endspiel ein ausführliches Interview über die Saison bei Viktoria.

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