Autoren-Archive: Hagen Nickele


Am vergangenen Sonntag gewann der Tabellenführer der Bezirksliga Staffel 2, Anadoluspor, sein Heimspiel gegen den FC Liria mit 6:2 (2:0). Mann des Tages war dabei Harun Birol, der alleine vier Treffer zum Sieg beisteuerte. So brachte der Kapitän der Kreuzberger sein Team zur Pause mit 2:0 in Front, dazu sah Oumari auf Seiten des Geners Gelb-Rot (35.). Nach dem schnellen 3:0 durch Güroglu (47.) schien so das Spiel gelaufen, doch Jahdauti per Foulelfmeter (51.) und Tahiraj (70.) brachten den bisherigen Tabellen-4. wieder heran. In der Schlussphase hatte der Gastgeber dann in Überzahl allerdings den längeren Atem: erneut Birol (73., 83.) und Urbayar (86.) sorgten am Ende für klare Verhältnisse.


Wir müssen auch bei einem 3:0 immer damit rechnen, dass Liria zurückkommt, weil sie sehr starke Spieler haben. Das wussten wir auch, aber wir haben dann umgestellt – und dann hat’s geklappt

Serdar Celik, Trainer von Anadoluspor


Durch das 6:2 verteidigte Anadoluspor dazu nicht nur die Spitzenposition, sondern konnte obendrein zwei Serien wahren: zuhause wurden in der Liga bislang alle Partien gewonnen – und insgesamt bleibt man 2019/20 ungeschlagen. Auch der FC Liria hat im Übrigen auf heimischem Platz bislang eine weiße Weste – auswärts allerdings ist man weiter ohne Punktgewinn und rutscht so erst einmal auf Platz 8 ab.

Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie mit Anadoluspor-Trainer Serdar Celik über das Topspiel, den "Man of the Match" und die Erwartungen für diese Spielzeit.

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Zumindest ergebnistechnisch klare Verhältnisse herrschten in der Landesliga 1. Abteilung an der Wendenschloßstraße zwischen dem Aufsteiger (Köpenicker FC) und dem Absteiger (BFC Preussen): mit 1:6 (1:3) setzten sich die Lankwitzer vergangenen Samstag durch. Dennoch waren am Ende beide Trainer ganz zufrieden – das verrieten Hagen Christiansen (KFC, Foto links) und Thomas Häßler (Preussen) jedenfalls Hasso Nickelé im Gespräch für Berlinsport Aktuell.

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Nach sieben Spieltagen 19 Punkte und ungeschlagener Tabellenführer der NOFV-Oberliga Nord: sportlich läuft es hervorragend beim 1. Herrenteam von Tennis Borussia. Und das trotz der Unruhe, die in den letzten Monaten bei den Lila-Weißen herrschte. Doch ein Verein kann eben immer auch mehr darstellen als nur sein Aushängeschild und dessen Erfolg. Die Spaltung der Mitglieder- und Anhängerschaft in Befürworter von Jens Redlich sowie dessen Gegner kulminierte jedenfalls in der – wenn man es so formulieren kann – Entmachtung des bisherigen Vorsitzenden. Der Zwist wurde bis vor Gericht getragen, Mitte September dort die Handlung des Aufsichtstrats vor allem aufgrund einer schriftlichen Rücktrittserklärung Redlichs für rechtmäßig erklärt.

Am morgigen Dienstag nun findet die erste Mitgliederversammlung seit dem vorläufigen Höhepunkt des internen Konflikts statt. Berlinsport Aktuell sprach nach dem Heimspiel gegen Blau-Weiß 90 am 20. September mit Aufsichtsratsmitglied Franziska Hoffmann*.


Franziska Hoffmann (TeBe, Aufsichtsrätin)

Es wird eine große Herausforderung sein, alle Mitglieder und alle Fans, Unterstützer und Sponsoren – jeder mit seinen Ressourcen – wieder an den Tisch zusammen zu holen.

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*Ganz aktuell hat der frühere Vorstand in Person von Jens Redlich und Andreas Voigt vor der anstehenden Mitgliederversammlung eine Pressemitteilung herausgegeben. Deren Wortlaut kann man hier nachlesen.

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Auf Regen folgte Sonnenschein: der anhaltende Niederschlag ließ im ersten Durchgang nicht viel zu – nach der Pause zeigte sich das Wetter dann versöhnlicher

Am gestrigen Sonnabend unterlag der TSV Rudow auf eigenem Platz Berlin United mit 0:1 (0:0). Die erste Halbzeit war dabei geprägt vom starken Regen, der praktisch mit dem Anpfiff an der Stubenrauchstraße niederging. Nach dem Wechsel lockerte die Witterung dann glücklicherweise auf, am Ende schien die Sonne sportlich nur dem Sieger Berlin United, dem durch Demiryürek in der 72. Minute das Tor des Tages gelang.

Berlinsport Aktuell sprach nach dem Abpfiff mit den Trainern Fabian Gerdts (Berlin United) und Mario Reichel (TSV Rudow).

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   Markus Schatte (FC Hertha 03, Trainer)

Wir haben vorne viel Geschwindigkeit – die haben wir heute eingesetzt und genutzt, um Tore vorzubereiten und Konter zu spielen


Der FC Hertha 03 behielt heute im Oberligaderby bei Blau-Weiß 90 mit 3:0 die Oberhand. Hirik (17., 39.) brachte die Zehlendorfer vor der Pause bereits mit einem Doppelpack auf die Siegerstraße, Stein (56.) sorgte dann vor 179 Zuschauern im Volkspark Mariendorf zeitig für ergebnismäßig klare Verhältnisse. Damit bleibt Hertha 03 auf dem zweiten Platz Anführer der Verfolgergruppe von Tabellenführer Tennis Borussia (morgen in Stendal).

Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie mit 03-Trainer Markus Schatte über das Derby, Qualitäten und die Entwicklung seines Teams.

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18. Lichtenberger Familien-Renntag – Michael Wiedeburg im Interview


Am Sonntag steht auf der Trabrennbahn Karlshorst der alljährliche Saisonhöhepunkt auf dem Programm: der Lichtenberger Familien-Renntag, der dieses Jahr zum 18. Mal stattfindet. Darin eingebettet ist auch wieder das traditionsreiche Nikolai-Bersarin-Rennen, das sportliche Highlight des Jahres in Karlshorst.

Berlinsport Aktuell sprach zu diesem Anlass am vergangenen Renntag – einer PMU Matinée-Veranstaltung am Mittwoch, dem 21. August – mit Michael Wiedeburg vom Förderverein der Trabrennbahn Karlshorst.


Michael Wiedeburg (Förderverein Trabrennbahn Karlshorst)

Auf jeden Renntag fiebert man hin und freut sich, wenn er gut vonstatten geht

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Breeders Crown-Meeting, Tag 2

Mariendorf, 22. September

Kein Stich gegen den Derby-Sieger

In der Revanche noch dominanter: Derbysieger Velten von Flevo und Fahrer Rick Ebbinge (Foto:@www.lingk.com)

Auch bei der Breeders Crown ist der Hengst Velten von Flevo nicht zu bezwingen. Bei den dreijährigen Stuten dreht Rock my Dreams dagegen den Spieß gegen La Grace um. Die Sieger der weiteren Hauptläufe heißen Cahaya, Inspector Bros, Wild West Diamant und Taste of Diamonds.

Was, wenn und aber: Die hauchdünne Entscheidung im Finale des Deutschen Traber-Derbys sorgte bei allen Fans und Experten noch Wochen danach für lebhafte Diskussionen. Auf die Frage, welches der nahezu auf einer Linie eingekommenen Pferde denn nun wirklich das beste sei, gab es am zweiten Tag des Mariendorfer Breeders-Crown-Meetings eine glasklare Antwort.

Derbysieger überlegen

Denn die Ehrenpreise gingen bei der Siegerehrung, zu der der Veranstalter auch den bekannten TV-Moderator Jörg Thadeusz begrüßen durfte, erneut an das Team von Velten von Flevo. Der Hengst bewies, dass er bei einem weniger anspruchsvollen Verlauf als beim Derby, wo er quasi über den gesamten Weg stetig gegnerischen Druck bekam und am Ende dennoch der Sieger war, wohl mehr als nur einen Tick besser ist als seine Altersgefährten.

Diesmal nämlich konnte der muskulöse Traber an der Spitze einsam seine Kreise ziehen und gewann den Hauptlauf der dreijährigen Hengste und Wallache mit seinem ständigen Begleiter Rick Ebbinge ganz so, wie er wollte. In der Außenspur verkaufte sich der einzige wirkliche Angreifer Rancoon (Rudolf Haller) zwar redlich. Aber er hatte gegen den 13,1/1.900m trabenden Velten von Flevo keine ernsthafte Chance und musste sich anderthalb Längen zurück mit dem zweiten Geld zufrieden geben. Der gleiche Abstand herrschte zum drittplatzierten Man U (Thomas Panschow), der enorm positiv überraschte.

Rock my Dreams düpiert Derbysiegerin

Im Hauptlauf der dreijährigen Stuten sah eigentlich alles nach einem weiteren Erfolg der Stutenderby-Siegerin La Grace aus, die nicht nur vom wettenden Publikum, sondern auch vom TV-Sender rbb für die tägliche „Abendschau“ genauestens ins Visier genommen wurde. Nach einem kurzen Abtasten mit Jessy Schermer (Rick Ebbinge) bekam Michael Nimczyks Schützling im ersten Bogen die Führung. Die spätere Siegerin Rock my Dreams lag dagegen ganz am Ende des Feldes, als es vor die Tribünen ging. Dann wurde es ihrem Trainer und Besitzer Josef Franzl allerdings zu bunt und der Bronzehelm führte die Gustav-Diamant-Tochter im weiteren Verlauf an die Seite der Pilotin.

Langer Atem zahlt sich aus: Rock my Dreams und Fahrer Josef Franzl gaben der Derbysiegerin das Nachsehen (Foto:@www.lingk.com)

Ausgangs des Schlussbogens sprach dennoch alles für La Grace, die sich mit Erreichen der Zielgeraden sogar um zwei Längen absetzen konnte. Doch Rock my Dreams gab zu keinem Zeitpunkt auf und tatsächlich: Mit dem allerletzten Schritt nagelte die bei 7,0 gehandelte Braune ihre Kontrahentin fest. Der Triumph in 13,7/1.900m überraschte Josef Franzl kein Stück:„Rock my Dreams geht immer weiter und wäre bei einem besseren Rennverlauf La Grace sicherlich auch schon im Stuten-Derby gefährlich geworden.“

Cahaya und Inspector Bros dominieren ihre Läufe

Das Geschehen des Hauptlaufs der vierjährigen Stuten ist schnell erzählt. Denn Cahaya bestimmte vom Fleck weg das Geschehen und strahlte bis zur Ziellinie eine unantastbare Autorität aus. Ihr Trainer und Fahrer Dion Tesselaar verhielt sich außerdem sehr clever, indem er der hinter Cahaya an der Innenkante gelegenen Queen for a Day (Josef Franzl) bis weit in den Einlauf hinein keine Entfaltungsmöglichkeit gewährte. Als die Kontrahentin endlich frei kam, wurde sie zwar noch mächtig schnell, kam aber nur bis auf eine Länge an die 13,6/1.900m trabende Siegerin heran. In gewisse Weise ist Cahaya ein Unikum. Nur ganze fünf Starts hat die Fuchsstute bisher in ihrer Rennkarriere bestritten – die aber auf höchstem Niveau und überaus erfolgreich. Den genauen Grund dafür verriet DionTesselaar im Siegerinterview nicht. „Für Cahaya gibt es zukünftig noch viele lukrative Rennen – sie hat also jede Menge Zeit“, sagte der Niederländer mit einem Schmunzeln.

Während Cahaya und Queen for a Day von der Form her deutlich herausragten, war der Hauptlauf der vierjährigen Hengste und Wallache absolut gleichmäßig und vor allem überaus vorzüglich besetzt – es schien gar nicht einfach zu sein, das richtige Pferd herauszupicken. Umso erstaunlicher war, wie klar Inspector Bros mit dem Weltmeister Rick Ebbinge im Sulky das Geschehen dominierte. Der Wallach schoss sofort in Front und obwohl es ausgangs des Schlussbogens für einen Moment so wirkte, als könnten sich noch andere Teilnehmer ins Finish einschalten, waren die Würfel längst gefallen. Inspektor Bros schoss in 12,6/1.900m auf der Zielgeraden abwie eine Rakete und legte bis zur Linie dreieinhalb Längen zwischen sich und die Verfolger. Zweiter wurde der ebenfalls von Pastor Stephen abstammende Officer Stephen (Dion Tesselaar), der sich stets im Windschatten des Siegers versteckt hatte. Der Kilometerschnitt von Inspector Bros war zugleich die Tagesbestzeit.

Taste of Diamonds und Wild West Diamant nicht zu stoppen

In den beiden Hauptläufen der Zweijährigen gab es ausgezeichnete Leistungen zu bestaunen. Den Auftakt machte die Stute Taste of Diamonds. Die vom Schweden Tomas Malmqvist trainierte und vom Dänen Ken Ecce gesteuerte Tochter des Amérique-Siegers Ready Cash schoss sofort an die Spitze und brachte das Rennen in 15,8/1.900m nachhause, ohne auch nur einen Moment zu wackeln. Das zweite Geld ging an Namanga Bo (Jaap van Rijn), die an der Innenkante tatenlos zuschauen musste und keine Gelegenheit zum Angriff bekam.

Beim Sieg des 1,3-Topfavoriten Wild West Diamant musste sich das Publikum lediglich auf der ersten halben Runde gedulden, denn der Hengst brauchte ein bisschen Zeit, um zum richtigen Rhythmus zu finden. Doch nachdem er sich sortiert und die Führung übernommen hatte, spulte Wild West Diamant das Pensum weit vor dem ebenfalls von der Familie Schwarz gezüchteten Winnetou Diamant (Rick Ebbinge) eisern herunter und gewann in 14,4/1.900m hochüberlegen mit vier Längen Vorsprung. Sein Siegfahrer Robin Bakker war begeistert: „Er besitzt einen Rennkopf und hat das Zeug dazu, ein wirklich gutes Pferd zu werden!“

Real Perfekt und Velten Limelight am Ende stark

Neben den sechs geschilderten Hauptläufen wurden insgesamt vier Entlastungen ausgetragen. Für Rudolf Haller und seinen Schützling Real Perfekt, der in der Hand von Heinz Wewering im Derby-Finale nach einem Fehler sofort aus der Partie war, gab es zumindest eine kleine Entschädigung. Der Hengst des Stalls Wieserhof bekam zwar nicht sofort die Spitze, marschierte aber vor den Tribünen auf und bestimmte das Geschehen auf dem Schlusskilometer sehr souverän. Nur Jaxon Schermer (Michael Nimczyk) strahlte bei seinem finalen Angriff Gefahr aus, kam bei der Attacke aber von den Beinen und wurde disqualifiziert.

Auch der noch ungeschlagene Velten Limelight wurde von Rick Ebbinge („Ich wollte in der Startphase nicht gleich alles riskieren“) nicht sofort in die Pole-Position dirigiert, ergriff dann aber entschlossen die Initiative und geriet ebenfalls nicht mehr in Gefahr, da der zweitplatzierte Izzis Newport (Michael Nimczyk) erst kurz vor dem Ziel von der Innenkante wegkam und den Spieß nicht mehr umdrehen konnte.

Team Nimczyk/Mommert hat Grund zum Feiern

An Rick Ebbinge vorbeizukommen, ist derzeit ohnehin nicht einfach. Egal, auf welcher Bahn – der Weltmeister dominiert das Geschehen und war auch in Berlin mit drei Siegen der klare Mann des Tages. Nimczyk ging aber trotzdem nicht leer aus. „Der Rennverlauf war absolut perfekt – ich konnte lange ruhig sitzenbleiben und dann hat der Wallach sein ganzes Können ausgespielt“, freute sich der Deutsche Meister nach seinem Sieg mit UBetterWinDiamant. Für den Stall Mommert, der gemeinsam mit Hans Brocker Besitzer des Pferdes ist, geriet die Entlastung der vierjährigen Hengste und Wallache zu einem Totalerfolg, denn der zweitplatzierte Icebear Newport (Robbin Bot) trug sogar zu einhundert Prozent die eigenen Farben. Während der „Eisbär“ das Tempo machte, wartete der Goldhelm bis zum letzten Bogen ab. Als UBetterWin Diamant den Turbo hinzuschaltete, war er sofort überlegen.

Das I-Tüpfelchen für das Team Nimczyk/Mommert war dann wenig später der Volltreffer von Marylin Monroe Bo. Die Stute ließ nur kurz andere Pferde gewähren und nahm ausgangs des ersten Bogens dann selber das Heft in die Hand. Auf den allerletzten Metern musste sich die Dreijährige zwar noch etwas strecken, gewann mit einer halben Länge Vorsprung aber sicher.

Los Vascos und Cruzado im Einlauf top

Im Rahmenprogramm gab es drei weitere Prüfungen. Zwei dieser Rennen waren für die Amateure ausgeschrieben. Der Fritz-Brandt-Sieger Los Vascos wurde von Michael Hamann erst im Einlauf richtig auf Touren gebracht und zog spielerisch an der Konkurrenz vorbei. Cruzado war in der Hand von André Pögel ähnlich dominant. Der Wallach pochte vor den Tribünen kurz auf die Führung, wurde aber an die Innenkante zurückgenommen und ging dafür im Einlauf auf und davon.

Nicht ganz so deutlich war der Vorsprung von Espoir de Bellon und Alexander Kelm im Trotteur-Francais-Rennen, das das Breeders-Crown-Meeting 2019 abschloss. Von der Spitze aus war das Gespann aber eine Macht.

Gesamtumsatz: 284.275,92 Euro – Bahnumsatz: 104.858,25 Euro – Außenumsatz:179.417,67 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag,dem 6. Oktober statt. Beginn ist um 13.30 Uhr.


Breeders Crown-Meeting, Tag 1

Mariendorf, 21. September

Kein Wölkchen trübt Orlando Jets Himmel

Orlando Jet setzte sich mit Rudolf Haller im Sulky trotz erbitterter Konkurrenz durch (Foto:@www.lingk.com)

An einem strahlend blauen Breeders-Crown-Tag unterstreicht Deutschlands bester Traber einmal mehr sein Können und gewinnt den Hauptlauf der älteren Hengste und Wallache. Der Stutenlauf geht an eine überragende Alegra B, dieihren Konkurrentinnen nicht den Hauch einer Chance lässt. 

Der König wankte – aber er stürzte nicht. Mit seinem Sieg im Breeders-Crown-Hauptlauf der fünf- bis siebenjährigen Hengste und Wallache bewies der von Rudolf Haller trainierte und gesteuerte Orlando Jet, dass er in Traber-Deutschland das Maß aller Dinge ist. „Wenn er heute verloren hätte, wäre ich ihm nicht böse gewesen. Denn der Rennverlauf war wirklich hart.“ So lautete Hallers Statement unmittelbar nach dem Triumph – doch die Betonung lag auf dem Wort „wenn“. Denn den Gefallen, sich geschlagen zu geben, tat der bildhübsche Vierbeiner-Crack seinen Gegnern nicht. Orlando Jet, der die Breeders Crown schon 2016 und 2017 gewonnen hatte, ist auf der Derby-Bahn seit Jahren unbezwungen und auch an diesem spätsommerlichen Samstag trübte kein einziges Wölkchen den blauen Himmel über seinem erhobenen Haupt.

Favorit mit dem nötigen Biss

Dass der Dunkelbraune gegen erlesene Konkurrenten die inklusive Züchterprämie mit rund 58.000 Euro dotierte Prüfung als 1,0-Topfavorit bestritt, sagt eigentlich schon alles aus – es ist das Zeichen der überwältigenden Wertschätzung, die der majestätische Hengst beim Publikum genießt. Und obwohl er diesmal eine gute Runde vor dem Ziel bei seiner Attacke nicht an dem Piloten Halva von Haithabu (Thorsten Tietz) vorbeikam und erst 150 Meter vor dem Ziel die Nüstern in Front strecken konnte, verließ Orlando Jet im entscheidenden Moment weder seine Kraft noch sein Sieginstinkt. Als nämlich ganz außen Tsunami Diamant (Jörgen Sjunnesson) wie ein Blitz aus dem Nichts auftauchte und einen grandiosen Speedwirbel erzeugte, raffte sich Orlando Jet noch einmal entscheidend auf. Es war in 12,3/1.900m zwar nur eine Halslänge, die ihn von dem Verfolger trennte – aber es war genau jene Portion Willenskraft, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht. Orlando Jet ist und bleibt ein Phänomen – ein Pferd, das die Herzen rührt.

Alegra B: Mit viel Respekt zum Sieg

Im Stuten-Hauptlauf sahen die Zuschauer ebenfalls eine imposante Siegerin. „Wir hatten sehr viel Respekt vor der heutigen Aufgabe – in Berlin außen herum ein Rennen zu gewinnen, ist nicht einfach und wir haben unsere Chance daher gleich inder Startphase genutzt!“ So erklärte ein freudestrahlender Conrad Lugauer seine offensive Taktik unmittelbar nach dem Triumph mit Alegra B. Die inklusive der Züchterprämie mit fast 66.000 Euro dotierte Prüfung war der finanziell wertvollste Wettkampf des gesamten Mariendorfer Meetings.

Fahrer Conrad Lugauer und Alegra B bei der Siegerehrung im Winners Circle (Foto:@www.lingk.com)

Die Braune, die 2017 einen Stutenderby-Vorlauf gewonnen hatte, aber im Finale von den Beinen geraten war, entfaltete gleich auf den ersten Metern ihr ganzes Können und ergatterte die Führung noch vor dem Erreichen des ersten Bogens. Vor den Tribünen marschierte Stonewashd Diamant (Peter Untersteiner) in der Außenspur auf. Doch die Angreiferin bekam gegen die für die Farben des Ehepaars Berchtold laufende Alegra B zu keinem Zeitpunkt auch nur den geringsten Stich. Ganz im Gegenteil – mit Erreichen des letzten Bogens löste sich die Pilotin nahezu spielerisch von den Verfolgern. Lediglich Goldy Stardust (Michael Nimczyk), die aber von der Position 11 aus erst spät eingreifen konnte, flog noch bis auf eine halbe Länge an die 13,1/1.900m trabende Siegerin heran. Mit einer besseren Ausgangslage wäre für die Brocker-Stute sehr viel mehr möglich gewesen. Das dritte Geld schnappte Super Queen C (Jaap van Rijn) Stonewashd Diamant weg. Sie hatte unterwegs stets Tuchfühlung zur Spitze gehalten und es ist beeindruckend, wie sich Super Queen C in den vergangenen Wochen unter der Regie von Stefan Schoonhoven gesteigert hat.

Ganz stark: General Lee, Muscle Boy As und Yen

Für die älteren Pferde fanden neben den beiden Hauptläufen noch drei Entlastungen statt. In der Form seines Lebens präsentiert sich derzeit General Lee, der nach einem Traumverlauf als viertes Pferd außen mit einem tollen Spurt vor seinem Führpferd Pelle Barosso (Jörgen Sjunnesson) und TomNJerry Diamant (MichaelNimczyk), der bis in die Zielgerade hinein die Tempoarbeit verrichtet hatte, gewann. Der Wallach steigerte zugleich seine Bestmarke auf 13,6/1.900m und ließ seinen Trainer und Fahrer Rob de Vlieger strahlen: „Schon bei seinem Marathon-Triumph in Bedburg-Hau hatte General Lee total locker agiert. Er begeistert unser ganzes Team!“

Sicherlich nicht weniger euphorisch wird die Stimmung in der Mannschaft des zigmaligen österreichischen Champions Gerhard Mayr gewesen sein, denn im Sulky des Hengstes Muscle Boy As ließ der Profi seinen neonfarbigen Dress mächtig leuchten. Der Sechsjährige präsentierte sich stark wie nie und gewann seine Entlastung vor Khalid (Roland Hülskath) und Gustavson Be (Victor Gentz) in 13,3/1.900m Start bis Ziel.

Ähnlich beeindruckend war der Erfolg von Yen bei den Stuten. Im Sulky der Sechsjährigen aus dem Stall Mommert saß zum ersten Mal Thomas Panschow. Vor den Tribünen hatte der Profi Yen vorübergehend an die Spitze geführt. Im weiteren, überaus turbulenten Verlauf musste die Seriensiegerin die Führung aber wieder abgeben und sie drohte, an der Innenkante zu verhungern. Kurz vor dem Schlussbogen öffnete sich aber eine, wenn auch sehr enge Lücke und Yen stürmte unter Rekordverbesserung auf 13,2/1.900m zum Erfolg.

Inforgettable und Whirlwind BR überraschen

Neben den Hauptläufen und Entlastungen wurden noch einige weitere spannende Rennen ausgetragen. Das Meeting begann sogar mit einem regelrechten Paukenschlag, denn die 1,0-Topfavoritin Naama (Josef Franzl) wurde in der Auftaktprüfung trotz eines Idealverlaufs an der Spitze nur Vierte und bekam von Inforgettable und Heinz Wewering, die erst beim Einbiegen auf die Zielgerade richtig ernst machten, kräftig den Zahn gezogen.

Auch der von Jörgen Sjunnesson gesteuerte Whirlwind BR war vom wettenden Publikum nicht unbedingt als Sieger erwartet worden, trommelte aber trotz zweiter Startreihe und anschließender Außenspur stolze 14,2/1.900m auf die Piste und gewann souverän.

Gobelin und Victor Gentz lieferten einen absoluten Krimi ab und zogen auf den letzten Metern ganz außen an den Rails am gesamten Feld vorbei.

Das Trotteur Francais ging an Michael Nimczyk und Fanny Hill, die eine Runde vor Schluss richtig Gas gab und deren Schritte im Anschluss immer länger wurden.

Amateure: Paris Turf und Francesco vorne

Zweimal waren die Amateure gefordert. Der erstmals von Sarah Kube gesteuerte Paris Turf ging regelrecht spazieren und gewann seine Aufgabe Start bis Ziel.

Auch Francesco ergriff mit seiner Besitzertrainerin und Lieblingsfahrerin Ronja Wohler gleich die Initiative. Der Wallach musste einer Gegnerin dann zwar zwischenzeitlich den Vortritt lassen, war aber auf der Schlusshalben das mit Abstand stärkste Pferd.

Gesamtumsatz: 179.373,46 Euro – Bahnumsatz: 71.468,85 Euro – Außenumsatz:107.904,61 Euro.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Wilmersdorfs Binerbay: Wollen oben mitspielen, haben aber keinen Druck
Fitzek (SC Gatow): Klassenerhalt sollte trotzdem kein Problem sein

Mit einem glatten 6:0-Erfolg eroberte der 1. FC Wilmersdorf am 5. Spieltag die Tabellenspitze der Landesliga Staffel 1 und bescherte Detlef Fitzek bei seiner Rückkehr auf den Trainerstuhl des SC Gatow einen bitteren Einstand. Mit drei Toren (und zwei Vorlagen) war Soltanpour der Mann des Tages – Müller, Gakpeto und Hiseni erzielten die weiteren Treffer für die Gastgeber.

Hasso Nickelé sprach nach der Partie für Berlinsport Aktuell mit den Trainern Timur Binerbay (Wilmersdorf) und Detlef Fitzek (SC Gatow).


    Timur Binerbay (Wilmersdorf)

Dass man bei 4:0, 5:0 in der zweiten Halbzeit da ein bisschen rausnimmt, muss man als Trainer verstehen – auch wenn es schwer fällt.

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          Detlef Fitzek (SC Gatow)

Der Verein weiß: es geht jetzt nur darum, hier eine neue Mannschaft aufzubauen.

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Beitrag+Fotos: BspA/Hasso + Hagen Nickelé

TeBe-Trainer: Längere Zusammenarbeit mit dem Team als Schlüssel für den perfekten Saisonstart – Präsident Meister (Blau-Weiß 90): "Wir kassieren ganz kuriose Tore"

Am Freitagabend bereits gewann Tabellenführer Tennis Borussia im Heimspiel gegen die SP. VG. Blau-Weiß 90 mit 3:0 (0:0) und setzte damit seine Siegesserie seit Saisonbeginn fort. Da der Zweite, der FC Hansa II, Federn in Pampow ließ, sind den Lila-Weißen aktuell "nur noch" Hertha 03, Greifswald und Neustrelitz mit jeweils fünf Punkten Rückstand auf den Fersen. Für Blau-Weiß 90 war die Niederlage angesichts von jetzt bereits zehn Punkten Rückstand auf Platz 1 besonders schmerzhaft. Im Duell mit Hertha 03 kann am Sonnabend aber zumindest Boden auf die Verfolgergruppe von TeBe gut gemacht werden. Der Spitzenreiter gastiert dann am Sonntag bei Lok Stendal.

Berlinsport Aktuell sprach nach Spielschluss mit Trainer Dennis Kutrieb (Tennis Borussia) und Präsident Michael Meister (Blau-Weiß 90) über die Partie.


Dennis Kutrieb (TeBe, Trainer)

Ich habe ein hundertprozentiges Vertrauen zu der Mannschaft – ich weiß, dass sie alles geben wird, um die Spiele zu gewinnen.

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Michael Meister (BW 90, Präsident)

Man kann nicht alles nur vom Ergebnis abhängig machen – es heißt nicht: nur weil man verliert, war man eine schlechte Mannschaft.

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Gökhan Senol (Trainer)

Wenn man's dem Gegner so einfach macht, muss man sich nicht wundern, dass man mit einem 5:1 nach Hause fährt


Nach fünf Spieltagen noch keinen Punkt und 3:19 Tore – keine Frage: das hatte man sich beim FC Brandenburg 03, auch wenn man neu in der Berlin-Liga ist, anders vorgestellt. Schon nach der dritten Runde stand dazu die Trennung von Aufstiegscoach Ersan Kazar an – mit Gökhan Senol, der nach seinem letzten Engagement beim FC Internationale eigentlich kürzer treten wollte, übernahm der Großfeld-Koordinator der Charlottenburger das Amt. Am Sonntag ging auch das Duell der bis dahin sieglosen Teams bei Türkiyemspor deutlich mit 1:5 verloren.

Berlinsport Aktuell sprach mit Gökhan Senol nach der Partie am Sonntag über den Spielverlauf, Startprobleme – und viel Geduld.


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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé