Außenseiter: Diese Startelf von Anadoluspor verkaufte sich im Achtelfinale des Berlin-Pokals so teuer wie möglich
Als letzter Bezirksligist war Anadoluspor 1970 am Achtelfinale des Berlin-Pokals beteiligt. Am heutigen Sonntag schied der Kreuzberger Verein jedoch gegen den zwei Klassen höher spielenden SV Tasmania mit 0:3 (0:1) aus.
Yusuf Gedik
Berlinsport Aktuell nutzte die Gelegenheit, um mit dem ersten Vorsitzenden Yusuf Gedik - und zwischendurch auch mit dem ersten Präsidenten des Vereins überhaupt - den Club im Gespräch näher kennen zu lernen.
Zog aus, um das Verlieren wieder zu lernen und sich trotzdem schnell zu etablieren: das Team des SC Staaken (hier beim Regio-Cup)
NOFV-OBERLIGA NORD
Hinrundenbilanz: 7. Platz, 33:21 Tore, 35 Punkte (16 Spiele: 8 S, 3 U, 5 N) Halbjahresbilanz: 7. Platz, 34:23 Tore, 27 Punkte (17 Spiele: 8 S, 3 U, 6 N) Meiste Einsätze: Hesse, Mielke (je 17), Lampert, M. Guske (je 16) Meiste Tore: Gigold (5), Kubens, Ph. Schulz, Koschnik (je 4) Längste Serie ohne Niederlage: 8.- 17. Spieltag (23 Punkte) Längste Serie ohne Sieg: 1. - 3. Spieltag (0 Punkte), 5. - 7. Spieltag (1 Punkt)
Andere Wettbewerbe
Berlin-Pokal: Aus in der 3. Runde (5:6 n. V. beim TSV Rudow) Regio-Cup 2018: Aus nach der Vorrunde
Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)
Zugänge: M. Schultz (Angriff, nach Pause)
Abgänge: Marx (Tor, SSC Teutonia)
Vor der Saison
Dauerbrenner: Lukas Hesse
Der SC Staaken erlebte eine traumhafte Spielzeit 2016/17: am Ende stand die Berliner Meisterschaft inklusive Aufstieg in die Oberliga - und das Ganze, ohne ein Punktspiel verloren zu haben. Klar war nun, dass es in der neuen sportlichen Heimat so nicht weitergehen würde - und die Frage stellte sich, wie die Mannschaft damit umgehen würde. Denn wie zu erwarten, blieb das Team um Trainer Jeffrey Seitz in weiten Teilen unverändert. Unter den Abgängen war eigentlich nur einer, der weh tat - der aber richtig: Erhan Bahceci wollte nicht mehr auf überregionaler Ebene antreten und wechselte zu SD Croatia. Mit dem Torjäger verließ eine der Identifikationsfiguren der letzten Jahre den Sport-Club: in den vier Jahren zuvor hatte es Bahceci auf fast 120 Spiele und annähernd 100 Tore gebracht. Gegen die anderen festen Größen in Staaken aber hatten es die Neuzugänge nicht leicht: Oberliga-erfahrene Spieler wie Samuel Agiey-Yeboah (10 Einsätze, 1 Tor) oder Jesucristo Koté Lopez (9/2), die das vermeintliche Vakuum im Angriff füllen sollten, konnten sich noch nicht so durchsetzen wie erhofft. Beinahe bezeichnend, dass der aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogene Marvin Kubens (15/4) die Lücke bislang am besten zu schließen wusste. Die Youngster Marcel Bremer (BAK-Nachwuchs) und Fabian Dimke (Braunschweig, Nachwuchs) sind über den Ergänzungsstatus noch nicht hinaus.
"Ich glaube, wenn man uns Fußball spielen sieht, dann stehen wir zu Recht auf Platz sieben" (D. Kujath)
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Gespräch vom 7. Januar
Bisherige Saisonbilanz
Auf die erste Punktspielniederlage nach einem Jahr musste der Aufsteiger nicht lange warten - gleich zum Auftakt gab es ein 1:2 vor knapp 350 neugierigen Besuchern im heimischen Sportpark gegen den FC Hertha 03. Lehrgeld gab es auch in den folgenden beiden Auswärtspartien zu zahlen: beim CFC Hertha 06 (1:3) musste man sich gleich dem nächsten Berliner Rivalen geschlagen geben, bei Anker Wismar (2:3) verlor der SC, obwohl man bis zehn Minuten vor Ende 1:0 geführt und David Koschnik nochmal in der 89. Minute zum 2:2 getroffen hatte. Schon war sie wieder da, diese Frage: können die Staakener noch mit Niederlagen umgehen oder sind sie gar nicht Oberliga-tauglich? Allerdings stellte man sich diese Frage nur außerhalb des Spandauer Westens. Das Vertrauen in das eigenen Können war immer noch vorhanden, das bewies das 5:1 gegen Altlüdersdorf am 4. Spieltag.
Bester Schütze: Sebastian Gigold
Das Programm meinte es aber nicht wirklich gut mit dem Neuling: die Topteams BSC Süd, Lichtenberg 47 und Optik Rathenow gaben sich die Klinke in die Hand - mehr als ein Zähler beim 1:1 gegen 47 war da für den SC Staaken nicht drin. Sieben Spiele, vier Punkte - einen vor dem Tabellenletzten aus Brieselang. Das war zwar nicht unbedingt nach dem Geschmack der Verantwortlichen, Ruhe zu bewahren ist am westlichen Stadtrand Berlins allerdings seit Jahren eine Stärke. Am Tag der Deutschen Einheit feierte der SC seinen zweiten Sieg - enorm wichtig war er gegen den TFC Greif (2:1) dazu. Nun begann sich der Knoten bei den Blau-Weißen zu lösen, insgesamt neun Spiele in Folge blieb man - ungeschlagen. Wieder eine starke Serie, mit hohen Siegen in Strausberg (6:1) und gegen Schwerin (5:1). Hier und da konnte man aber auch ein knappes Spiel für sich entscheiden. Auch die hohe Hürde bei Tennis Borussia zum letzten Hinrundenspieltag wurde mit einem 0:0 zufriedenstellend genommen. Das Ende der Serie folgte allerdings noch vor Weihnachten, als man erneut gegen Hertha 03 1:2 unterlag.
Nicht schlimm aufgrund der starken zweiten Hinserienhälfte, einen kleinen Wermutstropfen gab es dennoch zu verzeichnen. Im Pokal schieden die Staakener in der dritten Runde beim Berlinligisten TSV Rudow aus - 5:6 nach Verlängerung. Ab der zweiten Halbzeit war man dabei in Überzahl, konnte einen 3-Tore-Rückstand wettmachen und ging in der Verlängerung sogar in Führung. Für die Moral des SCS spricht es aber, dass das Aus Mitte November keinerlei Auswirkungen auf die Liga hatte. Dort startet man nun mit zwei Heimspielen (gegen Hertha 06 und Wismar) ins zweite Halbjahr - die Tauglichkeit dafür hat man längst nachgewiesen, doch in Staaken wird man weiter seriös von Spiel zu Spiel die Aufgaben angehen, um ein möglichst gutes Abschlussresultat zu erzielen.
Besten Dank: Ovationen erhielt der TSV Rudow für die Leistungen im zweiten Teil der Hinrunde reichlich
BERLIN-LIGA
Hinrundenbilanz: 7. Platz, 33:26 Tore, 32 Punkte (17 Spiele: 10 S, 2 U, 5 N) Meiste Einsätze: Hirik (17), Sander, Al-Khalaf, Czuba (je 16) Meiste Tore: Anton (6), Czuba, Hirik (5) Längste Serie ohne Niederlage: 10. - 17. Spieltag (22 Punkte) Längste Serie ohne Sieg: 4. - 6. Spieltag (1 Punkt)
Andere Wettbewerbe
Berlin-Pokal: Teilnehmer am Achtelfinale (14.02. gegen Lichtenberg 47) Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Zwischenrunde
Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)
Zugänge: noch nicht bekannt Abgänge: noch nicht bekannt
Vor der Saison
Dauerbrenner: Zihni Taner Hirik
Die erste Saison unter der Leitung des neuen, jungen Trainers Aaron Müller schloss der TSV Rudow 2016/17 auf einem ausgezeichneten 6. Platz ab. Die Verantwortlichen peilten für die neue Spielzeit dennoch "nur" einen Rang im gesicherten Mittelfeld an. Schließlich verließen zehn Spieler den Verein.Darunter einige mit Qualitäten: Aslan, Baba, Korkmazyürek oder Matusczyk blieben in der Berlin-Liga, Rosner und Sarbanovic wechselten gar in die Oberliga. Von den Zugängen taten sich besonders der junge Zihni Taner Hirik, der als einziger in allen Spielen der Hinrunde zum Einsatz kam und 5-mal traf, sowie der erfahrene Norman Anton (27) hervor. Der Angreifer kam von Johannisthal aus der Landesliga und avancierte mit sechs Treffern zum bislang besten Schützen der Rudower. Auch Verteidiger Edison Cocaj und Mittelfeldspieler Marcel Schulz konnten auf Anhieb eine gute Rolle spielen, während Stephan Kaul (SVG Göttingen, Oberliga) noch nicht so zum Zug kam. Besondere Freude an der Stubenrauchstraße vor dem Liga-Start: der TSV wurde als Ausrichter des Saisoneröffnungsspiels auserkoren.
Es haben vielleicht fünf Prozent gefehlt, die kamen dann über's Training dazu (...). In der Berlin-Liga ist alles eng zusammen, da sind fünf Prozent dann der Unterschied (Gunnar Kaiser)
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Gespräch vom 6. Januar
Bisherige Saisonbilanz
Als Gegner für dieses Eröffnungsspiel wurde der SV Sparta bestimmt - eine durchaus undankbare Aufgabe. Als Aufsteiger gerieten die Lichtenberger fast automatisch in die "angenehme" Außenseiterrolle und der TSV Rudow stand auf eigenem Platz in der Pflicht. Am Ende unterlagen die Hausherren durch ein Freistoßtor mit 0:1, die Enttäuschung darüber konnten die Rudower mit zwei Siegen im weiteren Verlauf der Englischen Woche aber schnell kompensieren. Dann aber reichte es beim 1. FC Schöneberg wieder "nur" zu einem 1:1 - der einzige Punktgewinn des Neulings bis zum 12. Spieltag. Als Problem stellten sich allerdings zunehmend die Heimspiele dar: besonders schlecht, weil der TSV sechs der ersten neun Partien an der Stubenrauchstraße auszutragen hatte - gleich vier davon gingen verloren.
Volltreffer: Norman Anton
Resultat: Platz 12 mit zehn Punkten nach dem 9. Spieltag - das war eine Platzierung im Mittelfeld, die man sich so dann doch nicht vorgestellt hatte. Doch der Wendepunkt sollte kommen: ausgerechnet bei SD Croatia, dem Tabellenzweiten, drehte man einen Pausenrückstand noch in einen 2:1-Erfolg. Und weil es so schön war, stürzte der TSV am nächsten Spieltag gleich noch den Spitzenreiter Berliner SC. Auf dem Hubertussportplatz war beim 3:0 zur Halbzeit eigentlich alles gegessen, doch dann kamen die Grün-Weiß-Roten nochmal in Fahrt und siegten in der Nachspielzeit mit 4:3. Jetzt lief es wie am Schnürchen, das folgende Derby gegen Tasmania wurde an der Stubenrauchstraße 3:0 gewonnen - und auch die anschließenden, unangenehmeren Partien, in denen man als Favorit auflief, wurden ausnahmslos mt Dreiern beendet. Zwischendurch wurde auch der drittplatzierten Eintracht in Mahlsdorf noch ein 2:2 abgetrotzt.
Das "Sahnestück" in der gesamten Entwicklung sicher dann das Drittrundenspiel im Pokal Mitte November gegen Oberligist SC Staaken: 3:0-Führung nach einer guten halben Stunde, aber dann ein Platzverweis mit dem Pausenpfiff. Nach Ende der regulären Spielzeit 4:4 (nach zwei späten Gegentoren) - in der Verlängerung sogar der Rückstand, doch der TSV kam in Unterzahl zurück und siegte am Ende 6:5. Da stellt sich vor Beginn der Rückserie natürlich die Frage: kann die Euphorie und das Selbstbewusstsein über die Winterpause erhalten bleiben? Die Antwort darauf kann wohl schnell gegeben werden angesichts des Auftaktprogramms der Rudower: schon am Sonntag bestreitet das Team von Trainer Müller das vorgezogene Spiel beim Spitzenreiter Blau-Weiß 90 und Mittwoch darauf steht der nächste Pokalkracher gegen Lichtenberg 47 an der Stubenrauchstraße an. Es folgen Auswärtsspiele bei den Lokalrivalen Schwarz-Weiß und Tasmania sowie das Heimspiel gegen den "Vize-Herbstmeister" BSC, der auf Revanche für das Hinspiel brennen dürfte. Keine Frage also: für dieses Startprogramm wird der TSV die breite Brust vom zweiten Teil der Hinrunde benötigen.
Mit Spannung erwartet: Ex-Hertha-Profi Okoronkwo schloss sich dem BFC zur Saison 2017/18 an
Regionalliga Nordost
Halbjahresbilanz: 2. Platz, 47:20 Tore, 36 Punkte (18 Spiele - 11 S, 3 U, 4 N) Hinrundenbilanz: 2. Platz, 42:20 Tore, 33 Punkte (17 Spiele - 10 S, 3 U, 4 N) Meiste Einsätze: Cubukcu, Hendl, Steinborn, Rausch, Dadashov, Breitfeld (je 18), Kamm Al-Azzawe, Cepni (je 17) Meiste Tore: Dadashov (19), Steinborn (11) Längste Serie ohne Niederlage: 14. - 18. Spieltag (11 Punkte) Längste Serie ohne Sieg: 13. - 14. Spieltag (1 Punkt)
Andere Wettbewerbe
Berlin-Pokal: Teilnehmer am Achtelfinale (14.02. bei Türkiyemspor) Regio-Cup 2018: nicht teilgenommen
Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)
Zugänge:
Abgänge: Breitfeld (Mittelfeld, FC Ingolstadt 04 II)
Vor der Saison
Neu an Bord, gleich Kapitän: Bilal Cubukcu
Eine sehr zwiespältige Spielzeit hatte der BFC Dynamo hinter sich: in der Liga im Aufstiegskampf frühzeitig abgeschlagen, konzentrierten sich die Weinroten mehr oder weniger nur noch auf den Berliner Pokalwettbewerb. In dieser Hinsicht ging der "Plan" auf: der BFC gewann den Pott gegen Viktoria und sicherte sich die lukrative wie öffentlichkeitswirksame DFB-Pokalteilnahme. In der Meisterschaft ging der Faden zwischendurch aber doch ziemlich verloren - im Schlussspurt reichte es zwar nur für Platz 15, dort hatte man allerdings 20 Punkte mehr auf dem Konto als die dahinter platzierten Luckenwalder und sechs weitere auf den ersten Abstiegsplatz. Ein beträchtlicher Umbruch wurde dann im Sommer vollzogen: Spieler kamen und gingen in zweistelliger Zahl. Allein angesichts der Abgänge von Srbeny (18 Saisontore), Pröger und Rockenbach (je 9) konnte der eine oder andere schon ins Grübeln geraten, Trainer René Rydlewicz sah angesichts von 54 Gegentoren 2016/17 vor allem Verbesserungsbedarf in der Defensive.
Von Babelsberg 03 kam gleich eine komplette Achse mit Ugurtan Cepni (Abwehr), Bilal Cubukcu (Mittelfeld) und Matthias Steinborn (Angriff), Rufat Dadashov vom ZFC Meuselwitz sollte ebenfalls vorne für Furore sorgen. Und dann war da natürlich noch die Personalie Solomon Okoronkwo: der "King", früher bei Hertha BSC in der Bundesliga und dann weit herumgekommen in der Fußballwelt, wurde zu Dynamo nach Berlin zurückgeholt. Diesmal wollte man vorne mitspielen - und zwar von Anfang bis Ende. Natürlich im Wissen um die sehr starke Konkurrenz, zu der vor Saisonbeginn vor allem Energie Cottbus und Wacker Nordhausen gezählt wurde.
Bisheriger Saisonverlauf
Noch ein Dauerbrenner: Matthias Steinborn
Gelungener Auftakt für den BFC Dynamo in Luckenwalde: trotz Pausenrückstand siegte man am Ende deutlich mit 4:1. Dadashov traf doppelt, Okoronkwo einmal und der ebenfalls aus Meuselwitz gekommene David Kamm Al-Azzawe auch. Im folgenden Topspiel gegen Nordhausen mit Ex-BFC-Coach Uluc trennte man sich torlos - verschmerzbarer als die folgende 1:2-Niederlage gegen Aufsteiger VSG Altglienicke. Doch immerhin konnte der schlechte Start in die Englische Woche durch zwei Auswärtssiege bei Viktoria und Neugersdorf einigermaßen korrigiert werden. So lag man nach dem 5. Spieltag auf Platz 2 - allerdings fünf Punkte hinter den bis dahin fehlerlosen Cottbusern. Zwei Runden später zog der BFC dann beim direkten Duell in der Lausitz mit 1:3 den Kürzeren und der Abstand in der Tabelle vergrößerte sich weiter.
Bloß keine weiteren Punkte einbüßen, hieß die Devise in der Folge, doch zwischen den vier Siegen leistete sich Dynamo einen Ausrutscher beim 1:2 zuhause gegen Meuselwitz. Dieser "Trend" sollte anhalten, denn nach zwei Dreiern setzte es eine erneute 1:2-Niederlage (gegen BAK), die dritte schon im Jahnsportpark in der Hinrunde. So wuchs der Rückstand auf Energie bis zum Ende des Halbjahrs auf 14 Punkte an. Durch den Sieg in einem vorgezogenen Spiel Ende Januar sind es inzwischen sogar 17, doch der BFC kann mit einem Sieg im Derby gegen Viktoria den alten Abstand wieder herstellen.
Diesmal nicht locker lassen: Trainer Rydlewicz
Trotzdem ist diese Hypothek natürlich zu hoch, um in der Rückserie ernsthaft ganz vorne angreifen zu können. Als Tabellenzweiter so wenig Perspektiven zu haben, ist erneut eine schwierige Aufgabe für Trainer Rydlewicz und sein neu formiertes Team. Sich wieder nur auf den Pokal zu konzentrieren, kommt diese Spielzeit aber nicht in Frage. Zwar ist man auch dieses Jahr noch aussichtsreich in diesem Wettbewerb vertreten, konnte im DFB-Pokal dem FC Schalke 04 (0:2) das Leben schwer machen und möchte dieses Highlight wiederholen - doch die Liga darf nicht darunter leiden wie vergangene Spielzeit. Und wenn es nur aus dem Grund ist, dass man das Team bereits für nächste Saison auf hohem Niveau für den Gipfelsturm einspielen möchte.
Die erwähnten Neuzugänge schlugen dabei allesamt ein, absolvierten wie der noch nicht erwähnte Marcel Rausch (von Schönberg 95) und Torwart Bernhard Hendl, der als einer der wenigen nicht neu hinzukam, sämtliche Liga-Spiele. Dadashov (19 Tore) traf dazu jetzt schon 8-mal mehr als in der gesamten letzten Saison in Meuselwitz. Mit Breitfeld folgte im Winter zwar ein Eigengewächs dem Ruf des ehemaligen Sportlichen Leiters Angelo Vier nach Ingolstadt, ansonsten blieb es bei Dynamo aber ruhig auf dem Transfermarkt. Wenn er zur Rückrunde richtig verletzungsfrei bleibt, könnte man aber auch Okoronkwo - der bisher nur ein Spiel über 90 Minuten bestritt - nochmal als echten Neuzugang betrachten.
Berlin-Pokal: Teilnehmer am Achtelfinale (14.02. gegen Hertha 06) Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Vorrunde
Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)
Zugänge: Lehmann (Mittelfeld, SC Borsigwalde, während der Hinrunde), Davitaia, El- Ali (bd. Angriff, bd. BSC Rehberge), Rüdiger (Mittelfeld, Arminia Hannover), Trotzer (Mittelfeld, BSC Rehberge) Abgänge: Fiedler (Abwehr, Normannia 08)
Vor der Saison
Dauerbrenner: Onay Tokgöz
Großer Umbruch vor der Spielzeit am Freiheitsweg: Spieler gingen im Dutzend, 18 Neue wurden verpflichtet. Unter den Abgängen schmerzte vor allem der von Przesang, Torwart Thielmann, Januschowski und Karadeniz brachten es aber auch immerhin auf 20 und mehr Einsätze 2016/17. Unter den Zugängen viele junge Spieler, die ihre Zeit brauchen - aber auch eine beträchtliche Anzahl an gestandenen Spielern. Onay Tokgöz von Makkabi etwa, Onur Ceylan (Concordia Wittenau) oder Lucas Groth (Preussen). Gemeinsam mit dem neuen Torwart Angelo Kempf (21, ebenfalls Preussen), der schon bei TeBe Oberligaluft schnuppern konnte, allerdings die einzigen Zugänge im Kader, die es auf mehr als 10 Einsätze bringen sollten. Trainer Kai Brandt, der während der Vorsaison das Amt in Reinickendorf übernommen hatte, sah sein Aufgebot in Breite und Qualität vor Saisonbeginn besser aufgestellt. Das ausgegebene Ziel lautete, eine ruhigere Spielzeit als 2016/17 zu erleben, als man mit 37 Punkten auf dem 14. Platz abschloss und eine ganze Weile um den Klassenerhalt zittern musste.
"Wir müssen versuchen, am Anfang gleich die Spiele zu gewinnen, die wir gewinnen müssen - (...) dass wir dann ein bisschen ruhiger fahren können" (Th. Pyrrhus)
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Gespräch vom 6. Januar
Bisheriger Saisonverlauf
Stotterstart für die Reinickendorfer: zwei Niederlagen bei Croatia und gegen Rudow ließen die Füchse zwei Siege folgen. Das 4:0 bei Preussen am Ende der Englischen Auftaktwoche und das 3:1 gegen SpaKi sieben Tage später ließen die Gemüter am Freiheitsweg zunächst entspannter werden. Platz 8 - höher sollte es in der Hinrunde aber nicht mehr gehen in der Tabelle. Denn es setzte zunächst wieder zwei Pleiten: mit 3:6 bei Makkabi und 1:4 bei Sparta fielen diese dazu doch unerwartet deftig aus. Der anschließende Derbysieg gegen Nordberliner (2:1) und das 2:2 bei Schwarz-Weiß sorgten auch hier wieder für Entlastung in der Tabelle. Enttäuschend dann die Vorstellung beim 1:6 bei Tasmania. Trainer Kai Brandt zeigte sich nach diesem Spiel nachdenklich - und der Abwärtstrend hielt an. Das 2:3 gegen den BSC fiel dabei noch knapp aus, anschließend verloren die Füchse jedoch 0:4 in Mahlsdorf. Nun stand man nur noch auf dem 15. Platz - Grund genug für die Verantwortlichen, die Zusammenarbeit mit Brandt zu beenden.
Torschütze vom Dienst: Steven Haubitz
Dessen Vorgänger Guido Perschk, der bei den Füchsen schon öfter "ausgeholfen" hat, sollte nun im Team mit Thomas Pyrrhus und dem Sportlichen Leiter, Frank Schaaf, die Kehrtwende vollziehen. Der „Pflichtsieg“ gegen das Schlusslicht aus Schöneberg gelang (4:0), Steven Haubitz steuerte drei Treffer dazu bei - womit er zwar einmal mehr seinen großen Wert für die Füchse unter Beweis stellte, aber eben auch die mangelnde Abschlussstärke der anderen Offensivkräfte. Elf Tore in 11 Einsätzen brachte Haubitz zu Stande, die nächstbesten Schützen im Kader nach der Vorrunde nur drei. Die positive Serie im Pokal konnte man zuvor mit dem 4:2 bei Landesligist SSC Teutonia fortsetzen, als Lohn wartet am 14. Februar nun das Achtelfinale auf eigenem Platz gegen den Oberligisten Hertha 06. Ein Highlight in (noch) eher trüben Zeiten: bei Blau-Weiß 90 und im Nachholspiel zuhause gegen Türkspor blieb man ohne Punkt und Tor, kassierte insgesamt gleich neun Gegentore. Zum Abschluss des Halbjahrs reichte es dann zumindest noch für zwei Punkteteilungen, wobei die Füchse zuhause gegen Empor erst kurz vor Abpfiff den möglichen Sieg aus der Hand gaben.
Für die Rückserie kann man am Freiheitsweg nun nur hoffen, dass die zweite Vorbereitung sich im weiteren Zusammenwachsen des Teams niederschlägt. Zum vorgezogenen Auftakt mit dem Nachholspiel gegen den Regio-Cupsieger SFC Stern 1900 schon am 3. Februar ist die Zeit jedoch knapper als für andere Berlin-Ligisten. Ein Punkt wäre schon mal ein Schritt in die richtige Richtung - dann folgen mit dem Pokalspiel und dem nächsten Heimspiel gegen Preussen zwei wichtige Partien binnen weniger Tage.
Wichtige Stützen im Abstiegskampf: Firat Karaduman (l.), Metin Sinan Aktürk (Nr. 62) und Ali Kaloglu (r.)
BERLIN-LIGA
Hinrundenbilanz: 16. Platz, 21:43 Tore, 14 Punkte (17 Spiele: 3 S, 5 U, 9 N) Meiste Einsätze: Aktürk (17), Sahin, Baba (je 15) Meiste Tore: Baba (6), Karaduman (5) Längste Serie ohne Niederlage: 8. - 10. Spieltag (7 Punkte) Längste Serie ohne Sieg: 10. - 17. Spieltag (4 Punkte)
Andere Wettbewerbe
Berlin-Pokal: Aus in der 2. Runde (1:4 gegen Stern 1900) Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Vorrunde
Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause) UPDATE 31.01.
Zugänge: Zaid (Angriff, 1. FC Wilmersdorf II), Ince (Abwehr, Hilalspor), O. S. Aktürk (Mittelfeld, SD Croatia), Masie Nsang (BFC Dynamo II), Mustafa Öner (Trainer, zuletzt 1. FC Wilmersdorf) Abgänge: Gülli, Üremis, Trabolsi, Arslan, Özer (alle Al-Dersimspor II, während der Hinrunde), Peka (Tor, Eintr. Miersdorf/Zeithen), Iraki (Angriff, 1. FC Novi Pazar), Mario Ernesto Salvador (Trainer, noch unbekannt)
Vor der Saison
Volltreffer: Merdan Baba
Auch vor dem dritten Jahr in der Berlin-Liga wurde der BSV Al-Dersimspor wieder als Abstiegskandidat gehandelt. Geschafft haben es die Kreuzberger in den vergangenen beiden Jahren trotzdem: als Tabellen-15. (30 Punkte) 2015/16, und vergangene Spielzeit schloss man sogar mit 39 Zählern auf dem 13. Rang ab. Dass die Kurve allerdings nicht zwangsläufig weiter nach oben gehen muss, war den Verantwortlichen am Anhalter Bahnhof natürlich klar. Schließlich standen mit Ilkan und IIter Senkaya sowie Onur Serhat Aktürk drei Leistungsträger der vergangenen Jahre nicht mehr zur Verfügung. Auf der Trainerposition gab es zudem ebenfalls einen Wechsel: der erfolgreiche Erdal Güncü räumte aus beruflichen Gründen den Posten, in Mario Ernesto Salvador fand man einen Nachfolger mit gutem Ruf, der als Chefcoach allerdings noch nicht in der Berlin-Liga tätig war. Der Südamerikaner hielt einen Platz im gesicherten Mittelfeld für möglich - mit Merdan Baba (TSV Rudow) konnte man schließlich einen jungen Spieler mit Torjägerqualitäten von einem Wechsel zu Al-Dersimpor überzeugen. Auch von den aus der Landesliga geholten Metin Sinan Aktürk, Lorenzo Mbile Sanchez und Caglar Polat versprach man sich mehr als bloß Reservistenstatus - und tat mit deren Verpflichtungen einen ebenso guten Griff wie mit Sturmtalent Ismail Tasan, der vom Kreisligisten FC Amed kam.
"Mustafa Öner hat am Anfang abgesagt - aber ich hab's dann doch irgendwie hingekriegt, ihn zu überreden" (K. Emre)
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Gespräch vom 6. Januar
Bisheriger Saisonverlauf
Dem noch schwer einzuordnenden 0:0 zum Auftakt gegen den Nordberliner SC folgten vier Niederlagen mit mindestens vier Gegentoren. Darunter eine 0:7-Pleite beim Topfavoriten Blau-Weiß 90, aber auch ein 4:5 zuhause gegen den BSC - bei dem am Ende die Zuschauer zwar auf ihre Kosten gekommen waren, Al-Dersimspor aber trotzdem mit leeren Händen da stand. Dem ersten Saisonsieg gegen den recht gut gestarteten TuS Makkabi (2:0) folgte eine späte 1:2-Niederlage in Rudow - doch ein Aufwärtstrend bei der Mannschaft von Trainer Salvador war unverkennbar. Dieser sollte sich im Anschluss mit zwei Siegen und einem Remis bestätigen - mit Croatia, Preussen und Stern waren die Gegner dazu nicht gerade "Laufkundschaft". Das Pokal-Aus in der 2. Runde (wiederum gegen Stern) schien da verschmerzbar.
Die nicht unüblichen Startprobleme in der Liga schien das Team dennoch überwunden zu haben, doch beim 0:1 bei Tasmania war wieder mehr drin und gegen den Tabellenletzten aus Schöneberg sollte es gerade so zu einem 3:3 reichen. Es wurde aber sogar der Beginn eines Abwärtstrends, der Al-Dersimspor vom 10. Platz wieder auf die Abstiegsränge zurückführen sollte. Am Ende gab es zwar noch zwei Unentschieden, aber das 2:2 gegen die Füchse (nach eigener Führung) wie beim DJK Schwarz-Weiß (nach zweimaliger Führung und Überzahl in der Schlussphase) gehörten eher in die Kategorie "verlorene Punkte". Der Ausgleich in der Nachspielzeit bei den Neuköllnern bedeutete sogar, dass man die Winterpause auf dem 16. Platz - also dem ersten Abstiegsrang - verbringen muss.
Neu im Winter: Trainer Mustafa Öner
Die sportliche Talfahrt gab dann auch den Anlass, zum Winter den Trainer auszutauschen. Der gerade erst zu Saisonbeginn gekommene Mario Ernesto Salvador musste gehen. Mustafa Öner, der beim Landesligisten 1. FC Wilmersdorf während der Vorrunde auch aus zeitlichen Gründen zurückgetreten war, konnte durch Al-Dersimspors sportliche Leitung von der Übernahme des Amtes überzeugt werden. Keine leichte Aufgabe für den neuen Trainer - aber auch bei weitem nicht so aussichtslos wie bei den Wilmersdorfern, wo Öner im Winter 2016/17 angeheuert hatte, um mit dem abgeschlagenen Schlusslicht der Berlin-Liga vielleicht doch noch das Unmögliche zu schaffen. Sollte der BSV Al-Dersimspor wieder an die schon gezeigten Leistungen von Mitte der Hinserie anknüpfen können, dürfte im Gegenteil der Klassenerhalt auch im dritten Jahr der Zugehörigkeit zur Berlin-Liga wieder möglich sein.
Abgänge: Kargbo (Berliner AK), Benyamina (Angriff, Tennis Borussia), Franke (Abwehr, Tennis Borussia), Skoda (Mittelfeld, VSG Altglienicke), Hofmann (Mittelfeld, Berliner AK 07), Bildirici (Mittelfeld, unbekannt), Mese (Torwarttrainer, Berliner AK 07)
Vor der Saison
Rückkehrer: Trainer Thomas Herbst
Nach einem hervorragenden 4. Platz in der Vorsaison wuchsen die Erwartungen beim FC Viktoria 89. Allerdings musste man die neue Spielzeit ohne Erfolgstrainer Ersan Parlatan antreten, der sich weiter fortbilden wollte - mit Hollwitz, Pekdemir oder Trianni verlor man dazu bewährte Kräfte. Dafür wurde aber auch der eine oder andere "Name" verpflichtet: ob Daniel Schulz (Stuttgarter Kickers), Florian Riedel (Eintracht Trier), Abu-Bakarr Kargbo (SV Rödinghausen) und Daniel Kaiser (Meuselwitz) von außerhalb, oder Tobias Hasse (BAK) und Sascha Schünemann (BFC) von Berliner Regionalligisten. Das Ergebnis von 2016/17 sollte zumindest bestätigt werden, auch das Thema mittelfristiger Aufstieg in die 3. Liga war vor der Spielzeit kein Tabuthema bei den Himmelblauen. Mit Thomas Herbst fand dazu ein alter Bekannter zurück auf den Trainerstuhl - der Ex-Profi hatte Viktoria bis 2015 bereits erfolgreich geleitet, mit Abu Njie (zuvor BAK) wurde ihm auch ein neuer Assistent zur Seite gestellt.
"Der Start war sehr holprig, aber mit dem 6. Platz können wir jetzt erst mal zufrieden sein" (A. Njie)
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Gespräch vom 07. Januar
Bisheriger Saisonverlauf
Winterabgang: Karim Benyamina
Zwar blieb Viktoria in den ersten drei Partien ungeschlagen, mehr als die erreichten fünf Punkte hatte man sich allerdings wohl schon versprochen. Im wichtigen Heimspiel gegen den BFC Dynamo - eine Neuauflage des verlorenen Pokalendspiels - zog Viktoria dann erneut den Kürzeren (1:3). Platz 10 und bereits sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenersten Energie Cottbus war die zu diesem Zeitpunkt ernüchternde Bilanz. Mit zwei Siegen gegen Hertha II und bei Lok Leipzig schien die Mannschaft von Thomas Herbst wieder in die Spur gefunden zu haben. Doch der Tiefpunkt der Hinserie sollte erst noch folgen: nach Niederlagen gegen Babelsberg und in Fürstenwalde verlor man auch das Heimspiel gegen das Schlusslicht aus Luckenwalde. Nun war man nur noch Tabellen-13. mit bereits 16 Zählern Rückstand auf die Cottbusser und acht auf den 2. Platz. Dazu schied man in der 3. Runde bei Oberligist Lichtenberg 47 aus dem Pokalwettbewerb aus.
In den folgenden fünf Partien war die Ausbeute dann wieder zumindest befriedigend (10 Punkte), das Topspiel in der Lausitz verlor man aber ebenso 0:1 wie den Hinrundenabschluss in Auerbach. Das letzte Spiel im Jahr 2017 in Meuselwitz konnte man aber immerhin mit einem 2:0-Sieg positiv abschließen. Angesichts des problematischen Verlaufs des ersten Halbjahrs darf man mit 27 Punkten und Rang 6 sogar eigentlich zufrieden sein. Dennoch kamen im Verlauf der Hinrunde Gerüchte auf, dass Sponsoren aufgrund der sportlichen Entwicklung nicht länger bereit seien, den Verein im gewohnten Umfang zu unterstützen. Die Verantwortlichen hielten sich zu diesem Thema einerseits bedeckt - das Proklamieren einer Neuausrichtung im Club mit der Konzentration auf Talente aus dem Berliner Fußball gab den Vermutungen aber weiter Nahrung. Der kleine Spieler-Exodus im Winter spricht ebenso dafür: mit den Abgängen von Kargbo und Benyamina verlassen allein beinahe zwei Drittel der bisher erzielten Tore den Verein. Mit Franke, Hofmann, Schünemann und Skoda geht dazu weiter kräftig an "Manpower" verloren.
Für die Offensive konnte man mit Justin Hippe (zuletzt Nordberliner SC) immerhin ein echtes Talent gewinnen, dazu kehren mit Can Sakar und Mohamed-Ali El Ahmar zwei junge Spieler nach Lichterfelde zurück. Auch das Eigengewächs Batikan Yilmaz soll in der Rückserie zu den Herren dazustoßen und den Angriff verstärken. Ob Viktoria allerdings mit dem abgespeckten Kader zumindest das Ergebnis des ersten Halbjahrs wiederholen kann, bleibt zu bezweifeln - eventuell sind dies bereits die ersten Vorzeichen, dass man sich ab der kommenden Spielzeit bei den Himmelblauen mit geringeren Zielen als zuletzt begnügen muss.
Aus für Damen und Herren im Viertelfinale in eigener Halle
Raus mit Applaus: Die BHC-Herren bedanken sich nach Spielende für die lautstarke Unterstützung bei den Fans
Gleich doppelt die Enttäuschung für den Berliner Hockey Club am Sonnabend: vor ausverkauftem Haus im Cole Sports Center verpassten sowohl die Damen als auch die Herren die Qualifikation zur Endrunde in Stuttgart am kommenden Wochenende. Letzter Hauptstadtvertreter in der Deutschen Meisterschaft bleibt so der TC Blau-Weiss, den am Sonntag beim Titelverteidiger Rot-Weiss Köln allerdings eine schwere Aufgabe erwartet.
In der Ost-Staffel der Hallenhockey-Saison blieb das von den Keller-Geschwistern (Natascha und Florian, beide mit Olympia-Gold dekoriert) trainierte Frauen-Team ungeschlagen und wurde so relativ ungefährdet Sieger der Abteilung. Somit konnte man sich auf das Heimrecht und den Zweiten der stark eingeschätzten West-Staffel, die Damen des Traditionsclubs Uhlenhorst Mülheim, freuen. Vor 500 Zuschauern in der Sporthalle am Hüttenweg, die einen eher seltenen Parkettboden als Spielfläche bieten kann, legten die Gastgeberinnen dann auch schwungvoll los: durch Treffer von Kröger und Kramer ging der BHC nach neun Minuten bereits mit 2:0 in Führung, büßte diese bis zur Pause allerdings wieder ein.
Ein Doppelschlag brachte den Gästen kurz nach dem Wechsel dann sogar ihrerseits einen Zwei-Tore-Vorsprung, den erneut Kramer aber noch einmal verkürzen konnte. Am Ende aber stellten die Mülheimerinnen mit dem 3:5 den alten Abstand wieder her - und als Kröger in der Schlussphase einen Siebenmeter vergab, war die Entscheidung gefallen.
BHC-Herren unterliegen Crefelder HTC 4:5 (3:1)
Einen Coup konnte die Mannschaft des jungen, niederländischen Trainers Rein van Eijk am letzten Spieltag der Ost-Staffel landen: mit einem 8:4-Auswärtssieg beim TC Blau-Weiss schnappte man dem Lokalrivalen noch die Tabellenführung weg, holte sich das Heimrecht für das Viertelfinale - und sparte sich damit das Gastspiel beim Titelverteidiger und erneuten West-Staffelersten Rot-Weiss Köln inklusive rund 1.000 Reisekilometern.
"Wir hatten schon erwartet, dass wir das Spiel in den Griff kriegen können - das haben wir auch gezeigt, aber leider nicht durchgedrückt" (R. van Eijk)
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Auch die Herren legten mit der Unterstützung der Fans im Rücken - unter den 500 Besuchern am Hüttenweg einige Krefelder Anhänger - ordentlich los. Der überragende Nationalspieler Martin Häner brachte den BHC nach einer Kurzen Ecke und mit zwei Siebenmetern bis zur 27. Minute sogar 3:0 in Führung, das Anschlusstor der Krefelder in der letzten Minute des ersten Durchgangs schien da zunächst nicht weh zu tun. Nach dem Wechsel kam der Gast aber schnell auf 3:2 heran und das Spiel schien auf des Messers Schneide - bis zum 4:2 durch Ebeling in der 38. Minute.
Mit fortschreitender Zeit schienen die BHC-Herren nun ihrem Ziel, der Endrunde um die Deutsche Hallenhockeymeisterschaft am kommenden Wochenende, immer näher zu kommen. Doch nach dem erneuten Anschlusstor fünf Minuten vor Spielende schwang sich der Crefelder HTC noch einmal auf und glich nur 60 Sekunden später zum 4:4 aus. Ein echter Wirkungstreffer, denn der BHC hatte nun Mühe gegen die schnellen Angriffe der Gäste - von denen einer zwei Minuten vor Schluss zum 4:5 führte. Anschließend brachte das Team aus dem Westen den knappen Vorsprung geschickt über die Zeit.
Für die Damen und Herren des Berliner HC ist die Hallenhockeysaison 2017/18 damit beendet. Die Rückrunde der Feldhockeyspielzeit beginnt erst im Frühjahr - davor wartet mit der Hallenhockey-WM in Berlin (07.-11.02.2018) aber noch ein absolutes Highlight auf die (Berliner) Hockeyfans und solche, die es werden wollen.
Mal wieder Grund zum Feiern: Lichtenberg 47 stellte einen neuen, vereinsbezogenen Hinrundenrekord in der Oberliga auf
NOFV-OBERLIGA NORD
Hinrundenbilanz: 2. Platz, 32:16 Tore, 35 Punkte (16 Spiele: 11 S, 2 U, 3 N) Halbjahresbilanz: 2. Platz, 32:16 Tore, 36 Punkte (17 Spiele: 11 S, 3 U, 3 N) Meiste Einsätze: Gawe (17), Reiniger, Fiegen, Sinan, Banze, Jahn (je 16) Meiste Tore: Brechler (11), Gawe (8) Längste Serie ohne Niederlage: 1.- 8. Spieltag (20 Punkte) Längste Serie ohne Sieg: 8. - 10. Spieltag (1 Punkt)
Andere Wettbewerbe
Berlin-Pokal: Achtelfinale (14.02.) beim TSV Rudow Regio-Cup 2018: 2. Platz
Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)
Zugänge: keine
Abgänge: keine
Vor der Saison
Volltreffer: David Hollwitz
Seit der Spielzeit 2012/13, in der man in die Oberliga Nord aufgestiegen ist, konnte der SV Lichtenberg 47 seine Jahresbilanz kontinuierlich steigern - von 45 bis auf 60 Punkte 2016/17. Vor Saisonbeginn wurden mit Niels Fiegen (23, Babelsberg 03) und David Hollwitz (28, FC Viktoria 89) zwei Spieler aus der Regionalliga verpflichtet, dazu kam mit Philipp Kulecki (27, Germania Schöneiche) ein Verteidiger mit reichlich Erfahrung aus der Oberliga. Somit wurde der Kader der 47er noch einmal verstärkt, wodurch der Vorjahresdritte natürlich zum erweiterten Favoritenkreis in der Liga gezählt wurde.
"Es ist schön zu sagen: Wir haben keinen Bedarf an Neuzugängen" (B. Plötz)
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Gespräch vom 07. Januar*
Bisheriger Saisonverlauf
Top-Torschütze: Christian Gawe
Lichtenberg 47 kam hervorragend aus den Startlöchern, blieb die ersten acht Partien in der Liga ungeschlagen und holte dabei 20 Punkte. Allein: das reichte nur für Platz 2, da sich bereits zu diesem Zeitpunkt der Mitfavorit Optik Rathenow mit 22 Zählern auf die Topposition gespielt hatte. Dann folgte die erste Niederlage beim Auswärtsspiel in Wismar (1:3) und im darauf folgenden Spitzenspiel gegen Rathenow sollte sich zeigen, weshalb die Lichtenberger Verantwortlichen immer den Ball flach gehalten hatten, wenn es um (zu große) Euphorie ging. Die Optiker entführten bei ihrem 2:0-Sieg jedenfalls die Punkte in überzeugender Manier aus dem Hans-Zoschke-Stadion. So war der Rückstand zum 1. Rang nach dem 10. Spieltag auf acht Punkte angewachsen.
Gelegenheit , sich wieder auf sich selbst zu besinnen - was mit fünf Siegen in Serie gut gelang. In dieser Phase warf man auch Regionalligist Viktoria 89 nach Elfmeterschießen aus dem Pokal und darf weiter vom Finale, wo man zuletzt 2016 scheiterte, träumen. Nach dem 16. Spieltag der Oberliga war man schließlich einziger, ernsthafter Verfolger der Rathenower. Und da der Spitzenreiter auch nicht gänzlich unfallfrei durch die Vorrunde spazierte, waren die 47er inzwischen auf vier Punkte herangekommen. Dann allerdings leistete sich die Mannschaft von Trainer Uwe Lehmann einen 2:3-Ausrutscher in Seelow, beendete die Hinrunde aber trotzdem mit der vereinsinternen Rekordpunktzahl von 35. Doch auch zum Auftakt der Rückrunde gab es vor Weihnachten noch einen Dämpfer: beim Schlusslicht in Brieselang kam man über ein torloses Unentschieden nicht hinaus.
So blieb zum Halbjahr Platz 2, punktgleich mit Tennis Borussia und sechs Zähler hinter Rathenow, die allerdings ein Spiel weniger ausgetragen haben. Sollten die Lichtenberger aber wie die Jahre zuvor in der Rückserie nochmal eine Schippe drauflegen, werden sie dem Tabellenführer sicher das Leben noch einmal schwer machen können.
*Das im Interview erwähnte Buch ist u. a. hier zu bestellen
Hopp oder top: Der SV Sparta spielte bislang noch nicht einmal unentschieden - fuhr damit aber nicht schlecht
BERLIN-LIGA
Hinrundenbilanz: 9. Platz, 36:36 Tore, 24 Punkte (17 Spiele: 8 S, 0 U, 9 N) Meiste Einsätze: Malinowski, S. Demiryürek (je 17), Liczbanski, Sejdic (je 16) Meiste Tore: S. Demiryürek, Griesert, Sejdic (je 7) Längste Serie ohne Niederlage: 1 - 2. Spieltag (6 Punkte) Längste Serie ohne Sieg: 15. - 17. Spieltag (0 Punkte)
Andere Wettbewerbe
Berlin-Pokal: Aus in der 1. Runde (1:10 gegen TeBe) Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Aus in der Zwischenrunde
Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)
Zugänge: Groschk (Mittelfeld, 1. FC Schöneberg), Karasu (Angriff, SV Tasmania)
Abgänge: I. Demiryürek (Sparta II, während der Hinrunde)
Vor der Saison
Dauerbrenner: Philipp Malinowski
Der SV Sparta hat die bittere Erfahrung des verpassten Aufstiegs in der Relegation 2016 verdaut und im zweiten Anlauf die Rückkehr in die Berlin-Liga nach einer allerdings weiteren, nervenaufreibenden Spielzeit bewerkstelligen können. Für die Spielzeit 2017/18 in der höchsten Hauptstadtspielklasse hatte man sich dazu an der Fischerstraße etwas vorgenommen - nicht einfach nur der Klassenerhalt wurde zum Ziel gesetzt, sondern eine Platzierung im sicheren Mittelfeld sollte es sein. Angesichts des spielstarken Kaders sicher keine hochtrabende Vorstellung - trotz des Abgangs von Durim Elezi im Sommer. Dazu musste vor allem auf der Torwartposition umgebaut werden: Stammkeeper Filatow und Ersatzmann Kossahn gingen, gleich drei neue Schlussmänner kamen. Erst hatte Thorsten Wiese (32) die Nase vorn, nach seinem frühzeitigen Ausscheiden am 9. Spieltag wurde dann Leonid Varfi zur Nr. 1. Bei den Neuzugängen unter den Feldspielern schlug besonders Philipp Malinowski (26) ein, der von Club Italia kam.
"Ich glaube, dass wir uns in der Rückrunde noch steigern können" (D. Kostic)
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Gespräch vom 6. Januar
Bisheriger Saisonverlauf
Die große Bühne des Saisoneröffnungsspiels nutzte der Aufsteiger gleich mal dafür, eine Duftmarke zu setzen. Am Freitagabend im August siegte der SV Sparta beim TSV Rudow mit 1:0 - Standardspezialist Saned Sejdic (29) sorgte mal wieder per Freistoß für den Unterschied. Im ersten Heimspiel fertigte die Mannschaft von Trainer Dragan Kostic (37) dann Al-Dersimspor mit 4:0 ab - fertig war der "Traumstart". Das Ende der Englischen Woche zum Auftakt der Hinrunde brachte dann aber die erste Niederlage für die Rot-Weißen: 1:3 unterlag man beim SFC Stern. Es sollte eine ebenso bemerkenswerte wie kuriose Serie folgen: bis einschließlich des 15. Spieltags wechselten sich Sieg und Niederlage in schöner Regelmäßigkeit bei den Lichtenbergern ab. Einer starken Vorstellung wie gegen Eintracht Mahlsdorf (3:1) folgte da auch schon mal ein frappierendes 2:7 bei Mitaufsteiger Spandauer Kickers. Kein Wunder also, dass Sparta am 14. Spieltag mit dem 9:1-Auswärtssieg beim 1. FC Schöneberg auch das bisher höchste Resultat dieser Spielzeit feiern konnte. Danach allerdings schien der Akku leer beim Aufsteiger: dreimal setzte es eine Niederlage, bei den Gegnern handelte es sich u. a. mit Blau-Weiß und Croatia aber auch um Topteams.
Torjäger: Saned Sejdic
Dass der SV Sparta nicht ein einziges Mal unentschieden gespielt hat, bestätigt dabei eigentlich nur die Mentalität des Trainers und seines Teams. Hopp oder top - Durchschnittskicks mit Beteiligung der Lichtenberger gibt es eher selten zu erleben. Dabei holt man sich allerdings auch mal einen kräftigen Nasenstüber ab. So wie auch im Pokal, wo man schon in der ersten Runde mit Tennis Borussia ein attraktives Los gezogen hatte - nach starker Anfangsphase dann aber zwei Platzverweise kassierte und in der 2. Halbzeit mit 1:10 unter ging. Für die Rückserie ist trotzdem offenbar keine Änderung der Strategie vorgesehen - die Mannschaft soll sich weiter austoben und dabei lernen. Bei den Zu- und Abgängen ging es dabei während Hinrunde und Winterpause gewohnt moderat zu - Dragan Kostic vertraut weiter vielen "alteingesessenen" Spielern und solchen, die wieder den Weg an die Fischerstraße zurückgefunden haben.