Köln vor Augen, Hamburg im Sinn: Eric Schramm, Trainer der Berlin Adler
Luft für die Adler wird dünner +++ Samstag Heimspiel gegen die Cologne Crocodiles +++ Rebels wollen Playoff-Platz 4GFL in Dresden verteidigen
Die Hauptrunde der GFL Staffel Nord neigt sich langsam dem Ende zu. Drei Spiele bleiben den Berliner Vertretern noch, um ihr Mindestziel zu erreichen – am Wochenende treten sie dabei gegen einen Widersacher des jeweils anderen Hauptstadtteams an.
Adlern droht die Relegation
Dass die Berlin Adler dem Lokalrivalen Rebels am Sonnabend Schützenhilfe leisten, ist dabei allerdings sehr unwahrscheinlich. Und das nicht aus alter Konkurrenz, sondern weil die Weddinger mit den Cologne Crocodiles immerhin den Tabellenfünften erwarten. Bis dato konnten die drei letzten Teams im Norden – neben den Adlern die Hildesheim Invaders und die Hamburg Huskies - aber nur untereinander punkten. Zu groß scheint die Kluft zwischen den ersten Fünf und dem Rest im Klassement.
Konnte sich das Team von Trainer Eric Schramm trotz zehn Niederlagen in Serie bisher noch auf die Hamburger verlassen, die ohne Sieg am Tabellenende festsaßen, so endete dieser „Vorteil“ am vergangenen Wochenende. Denkbar knapp mit 21:20 holten sich die Huskies ihren ersten Sieg in Hildesheim – somit belegen sie nun schon punktgleich mit den Adlern gemeinsam die letzten beiden Ränge.
Am nächsten Wochenende treffen beide Mannschaften im Poststadion aufeinander – hier könnte bereits eine Vorentscheidung darüber fallen, wer als Tabellenletzter der GFL in die Relegation gehen muss. Die Hamburg Huskies haben dabei das leichtere Restprogramm, treffen die Berlin Adler doch noch auf den Rekordmeister NY Lions aus Braunschweig. Ein Sieg am Samstag gegen die Cologne Cardinals käme da einem Befreiungsschlag gleich – nach den letzten Vorstellungen der Schwarz-Gelben jedoch schwer denkbar.
Rebels wohl nicht nur auf sich selbst angewiesen
Einmalig: Nur zum Saisonstart 2016 konnten die Rebels seit ihrem Aufstieg vor fünf Jahren bislang gegen Dresden punkten - damals hieß es 21:21 im Mommsenstadion
Ebenfalls am Sonnabend (15 Uhr) können die Berlin Rebels einen großen Schritt Richtung erneute Teilnahme an den Playoffs machen. Beim Tabellendritten Dresden Monarchs, der vier Punkte vor dem Team von Kim Kuci in der Tabelle liegt, einen Sieg zu landen, wäre wohl die halbe Miete in Bezug auf die Endrunde.
Die Kölner sind den Charlottenburgern aber dicht auf den Fersen bei nur zwei Punkten und einem Spiel weniger. Im Vergleich haben auch die Crocodiles das einfachere Restprogramm gegenüber den Rebels, die dazu gegen die Topteams der Staffel diese Season noch nichts reißen konnten. Immerhin aber: beim 28:30 letzten Samstag in Kiel waren die Schwarz-Silbernen schon ganz nah dran.
Gegen Ende der vergangenen Spielzeit erst sprachen wir mit Frank Diekmann über die gelungene "Mission Klassenerhalt" als Aufsteiger. Allerdings trat in der Zwischenzeit ein, was der Trainer von TuS Makkabi damals schon angedeutet hatte - beinahe die komplette Herren-Elf ist ihm abhanden gekommen.
Wie es dazu kam, wie man die Herausforderung eines Wiederaufbaus angeht und warum sich seine Mannschaft in den ersten beiden Spielen achtbar aus der Affäre gezogen hat - darüber sprach Diekmann am Mittwochabend nach dem 1:2 beim SV Tasmania mit Berlinsport Aktuell.
Tempelhofer nach dem 2. Spieltag auf Platz 1 +++ Remis im Topspiel Stern – Mahlsdorf +++ Auch Sparta, Tas und Blau-Weiß 90 wahren die weiße Weste +++ Restliche Aufsteiger gucken weiter in die Röhre +++
Vier gewinnen auch am 2. Spieltag
Der SD Croatia hat sich in der Englischen Woche an die Tabellenspitze der Berlin-Liga gesetzt. Das Team von Marco Wilke setzte sich souverän mit 3:0 beim Aufsteiger Spandauer Kickers durch. Dabei steuerte Erhan Bahceci (kam von Oberliga-Aufsteiger SC Staaken) zum zweiten Mal einen Doppelpack bei, Ergiligür erzielte das dritte Tor. Bemerkenswert: Croatia spielte ab Mitte der ersten Hälfte wegen eines Platzverweises gegen Aktürk nur noch mit 10 Mann.
Hören Sie morgen bei Berlinsport Aktuell ein ausführliches Interview mit Frank Diekmann, Trainer von TuS Makkabi
Mit dem Sieg lösten die Tempelhofer den SFC Stern 1900 an der Spitze ab. Die Steglitzer trennten sich im Spitzenspiel des Mittwochs zuhause mit 2:2 von Eintracht Mahlsdorf. Zur Pause lagen die Sterne noch 1:0 durch das Tor von Can Kilian Cakin (17.) in Führung, nach dem Wechsel drehten die Mahlsdorfer aber den Spieß um. Bilalic (51.) und Kretzschmar (75.) schienen die Gäste schon auf die Siegerstraße gebracht zu haben, doch der Schütze zum 1:2 handelte sich fünf Minuten vor dem Ende eine Rote Karte ein. In Überzahl gelang Stern 1900 dann noch der Ausgleich in der Nachspielzeit durch Robert Schrade.
Torschütze: Larry Ndjock (SV Sparta)
Während sich die beiden Topteams also gegenseitig die Punkte abnahmen, startet Neuling SV Sparta weiter durch. Die Lichtenberger fertigten nach dem Auftakterfolg in Rudow an der heimischen Fischerstraße BSV Al-Dersimspor mit 4:0 (2:0) ab. Sejdic eröffnete mit seinem zweiten Saisontor den Torreigen, Ndjock und Griesert erhöhten für das Team von Dragan Kostic. Als auf Seiten der Kreuzberger Seven mit Gelb-Rot vom Platz musste (70.), war die Partie im Prinzip gelaufen – Malinowski (88.) setzte dann noch den Schlusspunkt.
Mit dem SV Tasmania und Blau-Weiß 90 fuhren zwei weitere Spitzenteams dazu ihre zweiten Saisonsiege ein. Die Neuköllner quälten sich zu einem 2:1-Erfolg gegen TuS Makkabi, den Kirschner mit seinem zweiten Saisontor spät sicherte (86.). Metin Karasu (33.) hatte im ersten Durchgang für die Führung gesorgt, der trotz Runderneuerung des Kaders stark aufspielende Gast kam aber vor der Pause noch zum Ausgleich durch Neuzugang Roman Muntean (41.).
Trotz Kaltstart setzte sich auch SP. Vg. Blau-Weiß 90 mit 3:1 (3:1) beim DJK Schwarz-Weiß durch. Urgelles Montoya hatte die Neuköllner schnell in Führung gebracht (5.), der Topfavorit der Liga ließ sich dadurch aber nicht beirren. Gutsche sorgte für den zeitigen Ausgleich (12.), anschließend zog das Team von Trainer Marco Gebhardt noch vor dem Pausenpfiff entscheidend davon. Neuköllns Meissner leistete zunächst mit einem Eigentor Schützenhilfe (38.), dann traf Tim Göth (44.) zum 3:1 für die Blau-Weißen.
Vier bleiben weiter ohne Punkte
Nicht zufrieden: Torwart Younes Itri (Hellas NW)
Von den vier Teams, die auch nach der 2. Runde noch ohne Punkte blieben, sind drei Aufsteiger. Überraschend auch in der Höhe sicher die 0:3-Heimniederlage von Hellas Nordwest gegen den BFC Preussen. Der stark eingeschätzte Neuling aus Charlottenburg bleibt damit sogar ohne Torerfolg im zweiten Spiel. Für die Preussen, die mit einer 1:3-Heimniederlage gegen Mahlsdorf starteten und dieses Jahr bescheidenere Ziele formulieren, trafen Hartmann, Abou-Chaker und Sato allesamt im zweiten Durchgang.
Auch bei der Partie Berliner SC – 1. FC Schöneberg (4:1) fielen alle Treffer nach der Pause. Saberdest, Camara (2x) und Djan-Okai trafen für die als Geheimtip gehandelten Grunewalder, die somit die Auftaktniederlage bei Blau-Weiß wettmachen konnten. Rohn (64.) hatte für den zwischenzeitlichen 2:1-Anschlusstreffer der Schöneberger gesorgt.
Neben den bereits erwähnten Spandauer Kickers gehören auch noch die Füchse Berlin nach zwei Partien zum „Club der Punktlosen“. Nach dem Führungstreffer am heimischen Freiheitsweg durch Martin Urbanski (12.) hatte es zunächst noch viel versprechend ausgesehen, Dennis Cuhls erzielte aber nach einer knappen halben Stunde den Ausgleich für die Gastelf des TSV Rudow. In letzter Minute handelten sich die Reinickendorfer dann sogar noch die Niederlage ein – Tim Schrader sorgte mit seinem Treffer (90.) seinerseits dafür, dass die Rudower die Scharte der 0:1-Niederlage gegen Sparta vom Saisoneröffnungsspiel gleich wieder auswetzen konnten.
Während der Nordberliner SC zu guter Letzt mit dem 3:1-Heimsieg über den SV Empor einen ordentlichen Vier-Punkte-Start hinlegen konnte, wartet das Team aus dem Prenzlauer Berg weiter auf den ersten Dreier. Die Gastgeber kamen durch Stahlberg kurz vor und Klotsche unmittelbar nach dem Wechsel zu einer 2:0-Führung. Dennis Wegner verkürzte für Empor nach einer guten Stunde vom Elfmeterpunkt, doch Giovanni Rogoli sorgte in der Nachspielzeit für die Entscheidung zugunsten der Nordberliner.
3. Runde: Topspiel wieder bei Stern 1900 - Croatia gegen den NoSC
Empor eröffnet bereits am Samstag dann auch den 3. Spieltag gegen den SV Tasmania. Unter den restlichen Partien am Sonntag sticht dann sicher wieder besonders die Paarung des SFC Stern 1900 (zuhause gegen den SV Sparta) hervor. Spitzenreiter Croatia empfängt die noch ungeschlagenen Nordberliner und beim Aufeinandertreffen von Hellas Nordwest und den Spandauer Kickers wird es die ersten Punkte für einen der beiden Aufsteiger geben – vielleicht ja sogar für beide.
Letzte Saison sicherte sich DJK Schwarz-Weiß als Aufsteiger mit einem erfolgreichen Schlussspurt den Klassenerhalt in der Berlin-Liga. Zum Auftakt dieser Spielzeit gab es am Sonnabend ein 1:1 beim SV Empor, das in Folge des späten Führungstreffers der Neuköllner doch als ärgerlich bezeichnet werden musste.
Trainer Benjamin Kandler war aber vor allem insgesamt nicht sehr zufrieden mit dem Spiel, weiß die Leistung zu Saisonbeginn aber natürlich einzuordnen. Entsprechend offen geht Kandler in den Vergleich am heutigen 2. Spieltag zuhause gegen Topfavorit Blau-Weiß 90 im Stadion Britz-Süd - und auch das Derby beim TSV Rudow am Sonntag.
Das Gespräch wurde am vergangenen Samstag im kleinen Jahnsportpark aufgezeichnet.
Nach dem Auftaktspiel gegen Schwarz-Weiß Neukölln (1:1) spricht der Trainer des SV Empor über die Vorbereitung, Neuzugänge und die Zielsetzung im Prenzlauer Berg für die neue Saison. Dazu sind die anstehenden Aufgaben in der Englischen Woche ein Thema.
Berlin-Liga: Zum Auftakt der Saison 2017/18 unterlag u. a. Aufsteiger 1. FC Schöneberg dem SV Tasmania mit 1:3. Der Trainer des Gastgebers, Ayhan Bilek, haderte angesichts der Leistung seines Teams mit dem Endergebnis, zeigte sich aber auch selbstkritisch. Trotz des schweren Auftaktprogramms in der Englischen Woche ist Bilek optimistisch, dass seine Mannschaft das Ziel Klassenerhalt erreicht.
Mario Reichel (SV Tasmania)
Auch Tasmanias Mario Reichel sah - zu Saisonbeginn naturgemäß - noch Luft nach oben und bemängelte vor allem die Chancenverwertung seines Teams. So stand das Spiel v. a. im zweiten Durchgang nach Platzverweis und Ausgleichstor auf der Kippe, ehe in Unterzahl noch die beiden Tore zum Auswärtssieg gelangen.
Großes Bild: Völlig losgelöst - gerade hat Tasmanias Einwechselspieler Mohammed Hassane mit seinem Tor zum 3:1 für die Entscheidung in Schöneberg gesorgt
Blau-Weiß 90 bezwingt BSC im Topspiel +++ Croatia und Stern beeindrucken +++ Mahlsdorf und Tasmania siegen auswärts mit Mühe +++ Aufsteiger verlieren am Sonntag
Nach dem Eröffnungsspiel TSV Rudow - SV Sparta (0:1) am Freitag und dem Unentschieden zwischen Empor und Schwarz-Weiß Neukölln am Samstag (1:1) wurde der 1. Spieltag der Saison 2017/18 am Sonntag komplettiert. Die augenscheinlichen Favoriten gaben sich dabei keine Blöße, während die Neulinge das berüchtigte Lehrgeld bezahlen mussten.
Alter schützt vor Toren nicht: Rani Al-Kassem (BW 90)
Die SP. VG. Blau-Weiß 90, mit zahlreichen illustren Neuzugängen der Topfavorit auf die Meisterschaft, setzte sich im Topspiel des Tages zuhause gegen den Berliner SC durch. Auch das Team aus dem Grunewald hat sich mit dem ein oder anderen Berlin-Liga-Spieler verstärkt und gilt zumindest zu Beginn der Spielzeit als Geheimtip. Blau-Weiß-Trainer Marco Gebhardt ließ dagegen schon einige "Namen" draußen und begann u. a. mit den jungen Göth-Brüdern in der Startelf. Das Tor des Tages erzielte dann aber ein alter Bekannter: Rani Al-Kassem traf zum 1:0 unmittelbar vor der Pause und sorgte zu Beginn der Englischen Woche gleich für den ersten Dreier der Mariendorfer, die noch Schwarz-Weiß Neukölln (Mi. auswärts) und den 1. FC Schöneberg vor der Brust haben.
Von den Topteams der letzten Saison beeindruckte zum Auftakt besonders der SD Croatia. Die Tempelhofer besiegten im heimischen Ebert-Stadion die Füchse klar mit 4:0 (2:0). Neuzugang Erhan Bahceci bewies mit zwei Treffern gleich, dass mit ihm auch in der neuen Spielzeit an neuer Wirkungsstätte zu rechnen sein wird. Ohadi und Wilson steuerten die restlichen Treffer bei. Der SFC Stern 1900 machte kurzen Prozess mit Aufsteiger FSV Spandauer Kickers - bereits zur Pause war beim Stand von 4:0 der Drops gelutscht. Am Ende hieß es 5:1 - Dennis Freyer avancierte mit vier Treffern zum "Man of the Match", Hofmann erzielte den fünften Treffer für die Steglitzer. Für "SpaKi" gelang Jack Krumnow in der Schlussphase der Ehrentreffer.
Hören Sie bei Berlinsport Aktuell bis Mittwoch die Trainerstimmen zur Partie 1. FC Schöneberg - SV Tasmania sowie von René Zampich (SV Empor) und Benjamin Kandler (Schwarz-Weiß Neukölln)
Der Vorjahreszweite Eintracht Mahlsdorf geriet beim BFC Preussen früh durch ein Tor von Abou-Chaker in Rückstand, konnte durch Borchardt unmittelbar vor dem Pausenpfiff aber ausgleichen. Der Gastgeber von der Malteserstraße, dem durch zahlreiche Abgänge vor der Saison diesmal nur ein Mittelfeldplatz zugetraut wird, verlor die Partie allerdings erst in der Schlussphase. In Abwesenheit des verletzten Torjägers Christoph Zorn erwies sich die Einwechslung von Nico Englert in der Schlussphase für die Gäste als Glücksgriff: mit zwei Treffern (85., 90.) sorgte der "Joker" noch für den Sieg der Mahlsdorfer in Lankwitz.
Schwer tat sich auch der SV Tasmania beim Aufsteiger 1. FC Schöneberg: zwar gelang dem Tabellenvierten 2016/17 mit der ersten Chance die Führung durch Neuzugang Leonard Kirschner (20.), ließ im Anschluss aber zahlreiche Chancen zur zeitigen Vorentscheidung aus. Höhepunkt: Asma scheiterte kurz vor der Pause per Elfmeter an Schönebergs Keeper Walter-Born. Als die Neuköllner sich in Person von Toni Mielke nach einer Stunde einen Platzverweis einhandelten und wenig später den Ausgleich durch Kenan Kaplan kassierten, schien die Partie aber sogar zugunsten der Hausherren kippen zu können. Der eingewechselte Metin Karasu markierte aber eine Viertelstunde vor Schluss bei einem Konter mit etwas Glück den erneuten Führungstreffer für Tasmania, Hassane sorgte in der Nachspielzeit schließlich für das Endergebnis von 1:3, bei dem die Schöneberger ordentlich Lehrgeld bezahlen mussten.
Überraschend hingegen verlor Aufsteiger SpVgg Hellas Nordwest sein erstes Spiel in der Berlin-Liga bei TuS Makkabi mit 0:1. Der Neuling, mit zahlreichen Oberligaspielern aufgerüstet, geriet früh durch Abay in Rückstand und konnte diesen im weiteren Verlauf nicht mehr egalisieren. Makkabi gilt vielen Experten wegen zahlreicher Abgänge als Abstiegskandidat in diesem Jahr.
Schon am Mittwoch geht die höchste Spielklasse der Hauptstadt in die zweite Runde, das Topspiel dürfte hier zweifelsohne SFC Stern 1900 - Eintracht Mahlsdorf (20 Uhr, Schildhornstraße) lauten.
Der TSV Rudow hat das Eröffnungsspiel der Berlin-Liga gegen den SV Sparta am Freitagabend mit 0:1 verloren. Am Sonnabend trafen wir Trainer Aaron Müller beim Spiel SV Empor - Schwarz-Weiß Neukölln (1:1) und er stand noch einmal für aktuelle Fragen zur Verfügung.
Die Galopprennbahn Hoppegarten feiert am 12./13. August ihren Saisonhöhepunkt – wichtigstes Rennen: der traditionsreiche “Große Preis von Berlin“ am Sonntag
Der nicht ganz in der Materie bewanderte Besucher der Galopprennbahn Hoppegarten mochte sich vielleicht gewundert haben, dass dort Ende Juli noch ein „After Work-Raceday“ ausgetragen wurde. Zweieinhalb Wochen vor dem Saisonhöhepunkt laufen die Pferde an einem Mittwochnachmittag nochmal in zehn Prüfungen? Gerade angesichts der zum Teil sintflutartigen Regenfälle, die im Juni und Juli über der Hauptstadtregion niederprasselten, mochte man sich Sorgen machen, dass das Geläuf vor dem Wochenende des Großen Preises von Berlin doch allzu arg ramponiert werden könnte.
Doch außer dem „Grand Prix Festival Meeting“ an diesem Sonnabend und Sonntag gibt es in Hoppegarten eben nur neun weitere Renntage in diesem Jahr. Drei davon sind zudem an Werktagen - also „After Work“ – und ziehen traditionell nicht so sehr Publikum an wie an den Wochenenden. Dennoch zählt auch jeder Renntag und bedeutet bares Geld. Und was die Bodenverhältnisse angeht: nur Anfang Juni wurde davor noch vor den Toren Berlins geritten. Dazu gilt die Bahn als sehr stabil auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen.
Bahnpflege: Ausbesserungsarbeiten nach den Rennen gehören dazu
So hatten die Greenkeeperinnen während der Rennen zwar zu tun, aber nicht übermäßig – und gingen ihrer Arbeit keineswegs hektisch nach. Regen wird natürlich dennoch nicht gerne von den Veranstaltern gesehen – der „After Work-Raceday“ lag z. B. mitten in einer verregneten Woche und dürfte schon allein deshalb zahlreiche potenzielle Besucher abgehalten haben. Dass es dann am Nachmittag selbst vergleichsweise glimpflich in Bezug auf die Niederschläge zuging, konnte daran nicht mehr viel ändern. Lediglich etwas mehr als 1.000 Besucher fanden sich schließlich ein.
Dazu liegt die „Rennbahn im Grünen“ für Berliner Kurzentschlossene dann doch zu weit draußen. Eine dreiviertel Stunde braucht man etwa vom Hauptbahnhof mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hoppegarten, vom dortigen S-Bahnhof sind es nochmal zehn Minuten Fußweg. Jeder ausbleibende Reitsportinteressierte kostet allerdings nicht nur den Eintritt, sondern auch den ein oder anderen Euro Einsatz am Totalisator. Entsprechende Wettumsätze sind für die Veranstalter von Pferderennen – sei es nun Trab oder Galopp – weiterhin von Bedeutung.
Ausgerechnet beim Topereignis des deutschen Galopprennsports, dem Deutschen Derby in Hamburg-Horn Anfang Juli, kostete das schlechte Wetter bereits reichlich Besucher – der Eröffnungstag fiel sogar komplett ins Wasser. So wird das Hoppegartener Führungsteam um Bahnbesitzer Gerhard Schöningh die Daumen fest drücken, dass sich Petrus an diesem Wochenende als Freund des Pferderennsports erweist.
Höhepunkt ist der „Große Preis von Berlin“ am Sonntag, mit insgesamt 175.000 Euro dotiert und eines von nur sieben in Deutschland ausgetragenen Gruppe I-Rennen. Die Veranstaltung hat eine lange Historie, an der auch die geschichtlichen Umbrüche offenbar werden. Im Jahr 1888 fand es erstmals in Hoppegarten statt, 1909 folgte der Umzug nach Grunewald im Westen der Stadt.
Ausgerechnet die Olympischen Spiele 1936 verhalfen dem Großen Preis zu einem Comeback am ursprünglichen Austragungsort: von den Umbauarbeiten auf dem geplanten „Reichssportfeld“ war auch der Grunewalder Kurs betroffen. So ging das Rennen 1934 zurück nach Hoppegarten und wurde dort noch zehn Jahre ausgetragen.
Nach Kriegsende und der Teilung Berlins zog der Große Preis als der von Nordrhein-Westfalen weiter nach Düsseldorf . Dreißig Jahre später erhielt er dort seinen ursprünglichen Namen wieder, wurde dann 1996 in „Deutschlandpreis“ umbenannt.
Hoppegartens "Schirm-Herr": Eigentümer Gerhard Schöningh (r.) sorgt auch schon mal für eine Siegerehrung im Trockenen
Die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten der Nachwendezeit, die der Galopprennbahn Hoppegarten besonders schwere Momente bescherte, sorgten dafür, dass der große Preis von Berlin erst 2011 wieder am ursprünglichen Standort stattfinden sollte.
Mit Gerhard Schöningh hatte sich 2008 ein privater Investor gefunden, der der Rennbahn erst einmal mittelfristig das Überleben sichern konnte. Und die Faszination war schnell wieder hergestellt: über 10.000 Galoppfreunde pilgerten zur ersten Austragung in Hoppegarten seit 67 Jahren. Im Jahr 2015 wurde der Große Preis von Berlin als bestes Rennen der Saison ausgezeichnet.
Traditionell trifft sich hier der eine oder andere Derbyteilnehmer sechs Wochen nach dem Galopphöhepunkt in Hamburg-Horn erneut zum Kräftemessen über die Distanz von 2.400 Metern. Und so ist es auch diesmal: mit Spannung erwartet wird der Auftritt von Windstoß, dem Derbysieger 2017. Die Geschichte des Dreijährigen ist ja schon eine für sich: auf der Jährlingsauktion 2015 in Baden-Baden wurde er für 12.000 Euro angeboten – allerdings fand sich kein Käufer. So blieb er dem Gestüt Röttgen erhalten, dem er nun den ersten Derby-Sieg seit 1959 bescherte.
Dazu spielte Windstoß allein mit diesem Triumph über eine halbe Million Euro ein. Dabei zählte er zwar zum erweiterten Favoritenkreis, ging aber mit dem Malus eines Sturzes vier Wochen zuvor auf der Neuen Bult in Hannover in den Saisonhöhepunkt. Mit dem erst 26 Jahre alten Maxim Pecheur im Sattel preschte er dann am 2. Juli aber der Konkurrenz am Ende auf und davon.
Derby-Sieger 2017: Jockey Maxim Pecheur - hier auf Romantic Angel beim Hoppegartener After-Work-Raceday im Juli - gewann mit Windstoß auf der Galopprennbahn Hamburg-Horn
Beim Großen Preis in der Hauptstadt gibt es nun ein Wiedersehen mit Colomano, der noch eine Scharte auszuwätzen hat. Der im Gestüt Fährhof gezogene Hengst galt mit Jockey Andreas Helfenbein als Topfavorit auf die Derby-Krone, lief dann auf dem 13. Platz aber unter „ferner liefen“ ein. Mit Shanjo (4.) und Monreal (6.) sind auch zwei Pferde am Start, die in Hamburg-Horn im vorderen Feld landeten. Dem nicht genug, ist mit Sirius der Sieger des Großen Preises von 2014 wieder in Hoppegarten dabei.
Dazu unterstreichen einige Teilnehmer aus England, Irland und Frankreich den internationalen Stellenwert des Rennens. Best Solution und Permian etwa gingen Anfang Juni beim legendären Derby von Epsom ins Rennen. Keine Frage also: das Starterfeld wird dem eines Topereignisses im deutschen Galoppsport mehr als gerecht.
Beendet wird die Saison dann im Oktober, wenn u. a. der Preis der Deutschen Einheit (03.10.) in Hoppegarten stattfindet. Vielleicht wird man sich zu dieser Gelegenheit eher noch einmal Gedanken über den Zustand der Anlage machen müssen - denn ausgerechnet im rennfreien September steht das Gelände wohl vor einer der größten Belastungsproben seiner Geschichte. Dann, wenn zum Musikfestival „Lollapalooza“, das erstmals in Hoppegarten durchgeführt wird, an zwei Tagen etwa 140.000 Besucher erwartet werden.
Großes Bild: Spannendes Spiel - am 1. Spieltag empfängt Titelfavorit Blau-Weiß 90 den Berliner SC - hier eine Szene aus der vergangenen Saison vom BSC-Sportplatz
Der frühere Bundesligist drängt zurück in den überregionalen Fußball – und hat vor der Saison 2017/18 in der Berlin-Liga deshalb personell kräftig aufgerüstet
Die vergangene Saison war noch nicht abgelaufen, da begann man bei der Sportlichen Vereinigung Blau-Weiß 90 gewissermaßen, bereits den Hut für die kommende Spielzeit in den Ring zu werfen. Der Verein aus Mariendorf mit einem Jahr Bundesliga in seiner Historie (1986/87) war gerade erst in die sechstklassige Berlin-Liga aufgestiegen, die höherklassigen Ambitionen aber schon länger hinterlegt.
Das Ganze trägt den Titel „Blau-Weiß 90 is back“ und beginnt im Jahr 2015 – nach dem Konkurs 1992 und Löschung aus dem Vereinsregister vier Jahre später war der Traditionsname zur Spielzeit 2015/16 wieder frei. Es gelang der Aufstieg aus der Landesliga. Mit der Rückbenennung wollte man an die Tradition anknüpfen und dadurch auch Sponsoren und Spieler für sich gewinnen. Binnen fünf Jahren will man in der Regionalliga Nordost ankommen - spätestens.
Die Mariendorfer verpflichten 11 namhafte Spieler
Mit ihm ging es los: Lukas Rehbein
Im Mai 2017 also, gegen Ende des ersten Jahrs in der Berlin-Liga, verkündeten die Verantwortlichen dann schon mal zwei bemerkenswerte Wechsel. Mit Robin Mannsfeld und Lukas Rehbein verpflichteten die Blau-Weißen zwei Stammspieler des Oberligisten Tennis Borussia für die Saison 2017/18.
Doch das sollte nur der Anfang sein: binnen eines Monats gaben die Mariendorfer neun weitere Neuzugänge mit höherklassiger Erfahrung bekannt. Ob Julian Austermann und Pascal Matthias (VSG Altglienicke), Jeffrey Gleisinger (BFC Dynamo), Michael Hinz (1. FC Neukölln, früher mal 3. Liga u. a. bei Union), Tim Lensinger (FC Viktoria 89), Tobias Francisco und Kiyan Soltanpour (FSV Luckenwalde) oder Kevin Giese und Kevin Gutsche (Tennis Borussia) – gleich eine komplette Elf mit Stammplatzanspruch wurde verpflichtet. Um den nötigen Platz zu schaffen, verabschiedete man sich vom halben Kader der Vorsaison.
Gehalten wurden Routiniers wie Bruckmann, Hendschke, Kuche, Steinert oder Torwart Pruschke, die alle mal das Trikot von TeBe trugen. Und natürlich Rani Al-Kassem, der mit seinen inzwischen 37 Jahren den Altersdurchschnitt im Kader deutlich anhebt. Doch der 1,90m große Stürmer ist eine Identifikationsfigur an der Rathausstraße, spielt dort (mit einem Jahr Unterbrechung) seit 2010. Dazu hat er das Toreschießen nicht verlernt: 69 Treffer allein in den letzten beiden Spielzeiten verdeutlichen das.
Macher in Mariendorf: Michael Meister
Der Mann hinter dem ganzen Plan in Mariendorf ist Michael Meister, Präsident des Vereins. Der Mittfünfziger dürfte auch als finanzieller Unterstützer von „Blau-Weiß 90 is back“ nicht unmaßgeblich beteiligt sein – ganz genau lässt er sich in dieser Hinsicht nicht in die Karten schauen. Mit einem Augenzwinkern kommentiert er seine Bemerkung zu den Neuverpflichtungen. Nämlich, dass man seinem Verein nun nicht den Vorwurf machen könne, bei der Konkurrenz in der Berlin-Liga gewildert zu haben.
Der Ball liegt unter diesen Voraussetzungen jetzt natürlich beim Trainer – der aber hat aufgrund seiner Laufbahn wohl kaum ein Akzeptanzproblem. Marco Gebhardt hat schließlich mit Eintracht Frankfurt und Energie Cottbus in der Bundesliga gespielt und im Berliner Fußball drei Jahre beim 1. FC Union Spuren hinterlassen. Seine Schützlinge können dabei sicher sein, dass Vorgeschichte bei Gebhardt nichts zählt – beim Ex-Profi wird streng nach Leistung aufgestellt. Man darf gespannt sein, wie die kompromisslose Art im Kader ankommt.
Wer sind die Konkurrenten?
Torgarant: Christoph Zorn
Die Frage nach dem Favoriten für die Saison 2017/18 in der Berliner Meisterschaft und dem damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga wäre damit ausführlich beantwortet. Hinter der SP.VG. Blau-Weiß 90 dürfen sich wohl die „üblichen Verdächtigen“ in die Warteliste eintragen: der Vorjahreszweite Eintracht Mahlsdorf und dessen Verfolgertrio, bestehend aus SD Croatia, SV Tasmania und SFC Stern 1900.
Bei den Mahlsdorfern ist der Torjäger Christoph Zorn - gerade zum Berliner Amateurfußballer 2017 gewählt – alleine für eine Platzierung im vorderen Drittel gut. Die 120 Treffer aus den letzten vier Saisons sprechen für sich. Der neue Trainer Christian Gehrke hat dazu bei Germania Schöneiche letztes Jahr Oberligaluft geschnuppert.
Bleibt in der Liga: Erhan Bahceci
Beim SD Croatia konnte man zwei Transfercoups landen: mit Efraim Gakpeto (FC Hertha 03, Oberliga) und Erhan Bahceci (SC Staaken, 16/17 34 Tore) hat die Offensive bei den Tempelhofern nochmal richtig Schub bekommen. Trainer Marco Wilke, der letztes Jahr vom Teamgeist und nun von seinen Neuzugängen schwärmte, musste allerdings auch einen überraschenden Abgang verkraften. Alianni Urgelles Montoya, ehemaliger kubanischer Nationalspieler, verließ den Club offenbar ohne Angabe von Gründen und kehrte zu Schwarz-Weiß Neukölln zurück. Eine Personalie, die reichlich Wellen schlug und das Gefüge bei Croatia beeinflussen könnte.
Der SV Tasmania gehörte in den vergangenen vier Jahren immer zu den Favoriten, verpasste zwischen Platz 2 und 4 aber immer mehr oder weniger knapp den großen Wurf. Dadurch, dass der Nachfolger des legendären Bundesligisten von 1965/66 schon Anfang des Jahrtausends mehrfach knapp Platz 1 verpasste, gilt er inzwischen quasi als „unaufsteigbar“. Der Umbruch, den die Neuköllner vor dieser Spielzeit vollzogen haben, scheint nach den ersten Eindrücken aber keinen gravierenden Leistungsabfall zur Folge zu haben. Ein Platz unter den „Top Five“ ist also allemal drin.
Sehr solide wird seit Jahren beim SFC Stern 1900 gearbeitet. Da man aber auch eine sehr erfolgreiche Jugendarbeit und eine starke Frauenabteilung gleichermaßen berücksichtigt, erwies sich der Kader bei der 1. Herren oft nicht den Schwierigkeiten wie Verletzungspech oder Urlaubsplanung gewachsen. Andreas Thurau löst nun Manuel Cornelius nach vier Jahren auf der Bank ab. Als Spieler war Thurau eher ein „Enfant Terrible“ – er kennt den Verein aber gut und könnte mit seiner ganz anderen Art den erfolgreichen Weg mit Stern weiter beschreiten.
Neu beim Neuling Türkspor 04: Ertan Turan kam von Oberligist TeBe
Zu beachten sein wird auch Aufsteiger Hellas Nordwest, der nach einer Fusion ab sofort unter dem Namen Berlin Türkspor 04 firmiert. Auch im Norden Charlottenburgs verfolgt man mittelfristig ehrgeizige Pläne, zur neuen Saison wurde bereits ein halbes Dutzend Spieler mit Oberligaerfahrung unter Vertrag genommen – weitere Neuzugänge nicht ausgeschlossen.
Dem ehrgeizigen Aufsteiger wie dem ambitionierten Altbundesligisten dürften dabei die kritischen Blicke der Konkurrenz sicher sein. Und für den Fall des Reinfalls - das weiß Michael Meister jetzt schon genau - gilt: „Dann“, sagt der Blau-Weiß-Präsident, „werden wir natürlich zur Lachnummer.“