Autoren-Archive: Hagen Nickele

Außenseitersieg im Jugend-Preis

Namanga Bo (Nr. 8) und Fahrer Jaap van Rijn mit starker Performance (Foto:@Marius Schwarz)

Mit Stall Habos Stute Namanga Bo gewinnt Jaap van Rijn das älteste deutsche Zuchtrennen. Das Finale der Silber-Serie geht an Ulrich Mommerts Laurel Parkund Michael Nimczyk. Der Goldhelm beherrscht noch zwei weitere Prüfungen.

Er wird schon seit 1892 ausgetragen: Der Jugend-Preis ist das Zuchtrennen mit der längsten Tradition in Deutschland und mancher der vierbeinigen Sieger entwickelte sich im Anschluss zum Star. Ob dies auch für Namanga Bo gelten wird, bleibt natürlich erst abzuwarten – aber die Leistung, welche die zweijährige Stute mit Jaap van Rijn am Samstag in dem mit 20.000 Euro Preisgeld dotierten Klassiker erbrachte, war vom Feinsten und macht Geschmack auf mehr. Die für die Farben von Hans-Ulrich Bornmann laufende Maharajah-Tochter marschierte vor den Tribünen auf und übernahm auf Zielhöhe das Kommando. Richtige Gefahr drohte der 18,0-Außenseiterin eigentlich nur durch Baltic Star (Thomas Panschow), der bei seinem Angriff 600 Meter vor dem Ziel jedoch von den Beinen geriet. In 17,1/1.900m kam Namanga Bo, die von dem auf Jugend-Preis-Erfolge regelrecht abonnierten Dion Tesselaar trainiert wird, sehr leicht mit einer Länge Vorsprung vor dem aus der zweiten Reihe erst spät auf Touren gekommenen Wild West Diamant (Robin Bakker) nachhause. Dritter wurde Winnetou Diamant (Rick Ebbinge) vor dem Pechvogel Baltic Star, der die Bahn ohne die Galoppade vielleicht sogar als Sieger verlassen hätte. Auf den nächsten Auftritt des laufgewaltigen Hengstes darf man gespannt sein.

Laurel Park gewinnt Finale der Silber-Serie

Laurel Park siegte in Tagesbestzeit mit Michael Nimczyk im Sulky (Foto:@Marius Schwarz)

Im Finale der Silber-Serie ging es ebenfalls um 20.000 Euro Dotation und der Löwenanteil dieser Summe wurde zur Beute von Laurel Park aus dem Stall von Ulrich Mommert, in dessen Sulky wie stets Michael Nimczyk saß. Denn während vor allem Glaedar (Thorsten Tietz) und Larsson (Heiner Christiansen) unterwegs sehr viel Körner lassen mussten und am Ende nur Siebter bzw. Vierter wurden, konnte Laurel Park lange Zeit die Innenkante nutzen und wurde erst auf der Schlusshalben gebracht. Der Love-You-Sohn blieb in der Tagesbestzeit von 13,6/1.900m mit zwei Längen vor den nur durch einen Hals voneinander getrennten Hector Boko (Jaap van Rijn) und Super Queen C (Stefan Schoonhoven).

Michael Nimczyk steuerte außerdem noch zwei weitere Sieger: Mit Man U und mit Fanny Hill griff der Goldhelm jeweils schon in der Startphase nach dem Taktstock und hatte das Geschehen zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle. Mit drei Tagessiegen war Nimczyk also einmal mehr der bestimmende Mann.

Falco im Heinz-Mohr-Memorial überlegen

Langer Atem: Falco und Anna-Lisa Kunze gewannen das Heinz-Mohr-Memorial in aller Deutlichkeit (Foto:@Marius Schwarz)

Große Aufmerksamkeit ruhte natürlich auch auf dem traditionellen Heinz-Mohr-Memorial, das sich an die Amateursportler wendete und erstmals über die 3.200-Meter Mammutdistanz ausgetragen wurde. Insbesondere für die erst 20-jährige Anna-Lisa Kunze entwickelte sich das Rennen zu einem denkwürdigen Ereignis, denn im Sulky von Falco machte die Amazone alles goldrichtig und fuhr zu einem überlegenen Sechs-Längen-Sieg. Sie hatte den Wallach zügig an die Spitze geführt, dann einen Gegner vorbeigelassen und setzte eine halbe Runde vor dem Ziel alles auf eine Karte. In 1:18,2 min. bewies Falco, der seine Fahrerin auch vom Training her genauestens kennt, seine momentan blendende Verfassung.

Die weiteren Rennen

Auch im Rahmenprogramm wurden einige tolle sportliche Leistungen geboten. Die von Dennis Spangenberg gesteuerte Edana lief treu ihr Tempo durch und machte sich an nachlassenden Gegnern vorbei auf der Zielgeraden immer deutlicher bemerkbar. Sie triumphierte zur Siegquote von 27,8.

Die von Thomas Panschow für die Farben seiner Lebensgefährtin Isabelle Bucher präsentierte 14,4-Außenseiterin Classic Royale ist nach anfangs erfolglosen Versuchen nun überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen. Die Stute stürmte bei ihrem zweiten Treffer hintereinander auf der Schlusshalben in grandioser Manier am gesamten Feld vorbei und hat einen Riesensprung in ihrer Entwicklung gemacht.

Auf einem guten Weg ist ebenso Iris Flevo, die beim Walter-Föllmer-Geburtstagspreis aus dem ersten Bogen heraus viel Druck aufmachte und die Führung übernahm, die sie in prächtigen 14,8/1.900m bis zur Linie nicht mehr abgab.

Gesamtumsatz: 101.735,29 Euro – Bahnumsatz: 34.373,55 Euro – Außenumsatz:67.361,74 Euro.

Unser Terminhinweis: Einer der wichtigsten Höhepunkte des deutschen Trabrennsports steht bevor! Am 21. und 22. September (jeweils ab 13.30 Uhr) findet auf der Derby-Bahn das große Breeders-Crown-Meeting statt.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)


Diese Schwarzmalerei gefällt mir gar nicht: wir sind nicht in die Oberliga gekommen, um gleich Meister zu werden – wir wollen die Klasse halten


Der SV Tasmania bewältigte die schwierige Aufgabe im Pokal bei Eintracht Mahlsdorf (2:1) zumindest weitgehend souverän. Neuzugang Cüneyt Top erwies sich dabei nicht nur aufgrund seines Tors als Alternative, die umgehend weiterhelfen kann. Bevor die Oberliga die Neuköllner zur nächsten Auswärtsfahrt nach Torgelow bittet, kamen also sowohl der Sieg in Mahlsdorf als auch Tops gelungener Einstand gerade recht, um die anstehende Aufgabe nach der herben 0:4-Pleite in Pampow mit frischem Mut anzugehen.

Berlinsport Aktuell sprach mit Trainer Tim Jauer am Sonntag über das Pokalspiel, den Start als Neuling in der Oberliga – und die Unkenrufe speziell nach der Niederlage bei Mitaufsteiger MSV Pampow.


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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé


Wir hatten heute eine tolle Kulisse hier am Rosenhag, da kann man nicht so eine erste Halbzeit spielen – das geht nicht


In der zweiten Pokalrunde ist Eintracht Mahlsdorf gestern nach einer 1:2-Heimniederlage gegen Oberligist SV Tasmania ausgeschieden. In der Liga hatte es zuletzt zwei Siege gegeben, darunter einen 3:2-Erfolg gegen Vorjahresvize SV Sparta. Am Sonntag lag man nun nach 45 Minuten bereits 0:2 zurück – und kam erst (zu) spät richtig zu Torgelegenheiten.

Berlinsport Aktuell sprach mit Trainer Daniel Volbert nach der Partie am Sonntag über das Pokalspiel, Einstellung – und seine anstehende Verhandlung beim Sportgericht.


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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé


Kunert: "Haben trotzdem noch viel Arbeit vor uns" – Gebhardt zufrieden trotz Pokal-Aus

Im Topspiel der 2. Pokalrunde setzte sich der Berliner AK am Sonnabend mit 1:0 bei Blau-Weiß 90 durch. Vor 277 Zuschauern im Volkspark Mariendorf erzielte der eingewechselte Tahsin Cakmak in der 80. Minute den Treffer des Tages. Besonders im Mittelpunkt stand bei dieser Partie natürlich der neue BAK-Trainer Dirk Kunert, der sein erstes Pflichtspiel als Nachfolger von Ersan Parlatan auf der Bank der Athleten absolvierte.

Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie mit Dirk Kunert und hat auch das Statement zum Spiel von BW90-Trainer Marco Gebhardt auf der Pressekonferenz mitgeschnitten.


Dirk Kunert (Berliner AK 07)

In der ersten Halbzeit haben wir es nicht gut gemacht – aber dann war es eine Frage der Zeit, dass wir das Tor machen

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Marco Gebhardt (Blau-Weiß 90)

In der zweiten Halbzeit haben uns die Körner gefehlt

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Der FC Stern Marienfelde reihte sich am Samstagnachmittag in die Serie knapper Favoritensiege im Berlin-Pokal ein – mit einem 2:1-Sieg beim Adlershofer BC zog der Tabellenführer der Landesliga Staffel 1 in die 3. Runde ein. Die Gäste waren in der ersten Halbzeit durch Purps (22.) in Führung gegangen, mussten aber noch vor der Pause den Ausgleich von Warncke (30.) hinnehmen. Dort (74.) sorgte dann in der zweiten Halbzeit für den entscheidenden Treffer der Süd-Berliner.

Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie mit den Trainern  Tim Fiedler (Stern Marienfelde) und Detlef Schneider (Adlershofer BC) über das Pokalspiel, aber auch die Situation in der Landes- bzw. Bezirksliga.


Tim Fiedler (Stern Marienfelde)

Wir haben nichts anderes erwartet, als dass uns ABC hier bis zur 95. Minute alles abverlangt

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Detlef Schneider (Adlershofer BC)

Wir hatten die ersten beiden Chancen – fällt da das 1:0, wäre es vielleicht ein Zeichen gewesen

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hasso + Hagen Nickelé

"Tuli" Zazai nach Sieg im Pokal auch zuversichtlich für die Liga – FTSC-Coach Linke will auf starker Leistung aufbauen

Am Freitagabend eröffnete Oberligist CFC Hertha 06 die zweite Pokalrunde und setzte sich knapp mit 2:1 beim Friedenauer TSC durch. Nach dem frühen Kopfballtreffer von Hasan Cakir zum 0:1 schien alles auf einen sicheren Sieg des Favoriten hinauszulaufen – als Seyyidoglu kurz darauf 06-Torwart Braunsdorf bei seinem sehenswerten Tor ausgeguckt hatte, wurden die Karten aber wieder neu gemischt.

Dabei bot der Landesligist auf seinem Kunstrasenplatz an der Offenbacher Straße über die volle Distanz einen leidenschaftlichen Auftritt und machte damit die technischen Vorteile des Kontrahenten wett. Hertha 06 aber blieb geduldig und ging Mitte der zweiten Halbzeit durch Ayvaz wieder in Führung, musste in der Schlussphase aber noch bange Momente überstehen, denn die Gastgeber trafen noch zweimal aus Abseitsposition und einmal an die Unterkante der Latte.

Berlinsport Aktuell sprach nach Spielschluss mit den Trainern Tuurjalai Zazai (Hertha 06) und Dennis Linke (Friedenauer TSC) über die Partie, aber auch die Situation in der jeweiligen Liga.


Tuurjalai Zazai (Hertha 06)

Wir werden von Woche zu Woche besser – ich bin sehr zuversichtlich: es wird bergauf gehen

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Dennis Linke (Friedenauer TSC)

Wir sind davon überzeugt, dass die nächsten Wochen auch unsere Wochen werden

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hasso + Hagen Nickelé

Timberlake Diamant bester Newcomer


„Er kam zu mir als nach einem Hufbeinbruch fast schon Ausgemusterter und hat sich prächtig entwickelt“


Gold für Noubliez jamais - Zwei Michaels die Herren des Nachmittags

Berlin-Mariendorf, Samstag, 31. August 2019

Wegen des am Sonntag in München-Daglfing stattfindenden Hacker-Pschorr-Renntags bat die Derby-Bahn zum ungewöhnlichen Samstag-Termin, hatte alle Mühe, ein halbwegs ansehnliches Programm zusammenzustellen - und wurde trotz der krankheitsbedingten Absage Prince of Persias als Schmuckstück der Goldserie mit einem ordentlichen Ergebnis an der Wetter-Front belohnt. Knapp 11.500 Euro im Schnitt sind so schlecht nicht, die auch dank der V7+-Wette zustande kamen. Überwiegend kleine Felder - los ging sie mit Lauf drei der Goldserie, an dem nur ein Quartett teilnahm - machten einmal mehr den Spruch von den großen Geldern wahr, die dabei herauskommen können. Nur zwei Favoriten setzten sich in den sieben Matches der Großwette durch, die mit einer Quote von 333.348:10 glänzte.

Goldhelm siegt doppelt...

Verantwortlich dafür war in guter wie schlechter Hinsicht Michael Nimczyk, der mit dem prächtig aussehenden Icebear Newport trotz subtropischer Temperaturen um die 30 Grad, die Eisbären sonst eher lähmen, vorneweg der behäbig in die Gänge kommenden 15:10-Favoritin Woodbrown Beauty eine glasklare Abfuhr erteilte. „Er braucht nach einer Pause immer ein bisschen, bis er wieder auf Hundert ist, doch ich denke, jetzt ist er wieder voll da“, strahlte der Goldhelm über den gar nicht so kleinen Bruder der auf höchster Ebene erprobten Gilda und Charlotte Newport und legte drei Rennen später mit einem 13:10er nach:  Ab dem Scheitel der ersten Kurve an den Schalthebeln der Macht sitzend, musste Volare Gar für den elften Saisonerfolg nur eine geschwinde Trainingseinheit abspulen, um seinen steten Verfolger Bonjour Ganyboy AM harsch abzukanzeln.

...und hat zweimal das Nachsehen

Das sollte es für Nimczyk auch schon gewesen sein, der im Auftaktrennen nach einem Startrumpler seines Famous World chancenlos zusehen musste, wie sich der führende Justus Love und die ihn verfolgende Ildikó einen Kampf auf Messers Schneide lieferten. Eben streckte die feurige „Ungarin“ die Nase knapp nach vorn, schon schlug der Schwede in Jorma Oikarinens Diensten zurück und kreuzte die Linie tatsächlich um einen Hauch eher. Auch bei den Franzosen-Trabern, die mal wieder zum Wetter-Schreck wurden, hatte der alte und neue deutsche Fahrerchampion verwachst. Chance Classique, nach zweimonatiger Pause längst noch nicht in der Form des Frühjahrs, vermasselte die passende Aufgabe mit zwei Fehlern ebenso wie Dream Gibus. Weil der sonst so konstant nach vorn laufende Birdy de Neuilly 600 Meter vorm Ziel pappensatt war und sich mit Mühe und Not zu Rang vier quälte, war einer faustdicken Überraschung Tür und Tor geöffnet. Dafür war Alexander Kelm zuständig, der die von „Birdy“ geschaffene Lücke mit Espoir de Bellon eiskalt nutzte und sich zu einem überlegenen Sieg davonmachte - dem ersten in deutschen Landen und mit 193:10 fürstlich entlohnt.

Noubliez jamais holt Gold

In der Gold-Serie musste Nimczyk wegen des erkrankten Prince of Persia zuschauen. Was er sah, dürfte ihn wenig gefreut haben. War erst Mon Etoile vorn, so jagte ihr bald der behäbig in die Gänge gekommene Noubliez jamais die Spitze ab und hatte damit den Grobschliff erledigt. Im Einlauf setzte sich der schwarzbraune Reado-Sohn überlegen auf drei Längen ab, womit Jaap van Rijns Kalkül voll aufgegangen war: „In einem so schmal bestückten Feld fährt sich’s am besten von vorn, weil jeder das Tempo drosselt und die anderen sich nicht bemüßigt fühlen, früh anzugreifen. Der schnellste Beginner ist er nicht, dafür hinten heraus ein enormer Raufer. Alles hat ideal geklappt.“ Der letzte ins deutsche Gestütbuch eingetragene Nachkomme des „eisernen Pferdes“ wurde in der Tagesbestzeit von 1:14,0 auf einen Ruck um 6.600 Euro reicher. Für „Silber“ und „Bronze“ sprach die Rennleitung ein Wörtchen mit: Weil Michael Larsen gegenüber Mon Etoile zu Lasten Out of the Slums zu spät nachaußen dirigiert hatte und zwischen Beiden im Ziel nur ein „Hals“ lag, drehten die Stewards das aufm Platz erzielte Ergebnis.

Timberlake Diamant top bei Newcomern

Wohl verdiente Pause? Nach dem neunten Saisonsieg könnte Timberlake Diamant von Gerhard Biendl (2. v. r.) eine Auszeit bekommen (Foto: ©Marius Schwarz)

Nicht das kleinste Jota zu deuteln gab’s dagegen am souveränen Erfolg von Gerhard Biendls einzigem Starter Timberlake Diamant, für den sich die Newcomer-Serie als wahrer Segen entpuppt hat. „Er kam zu mir als nach einem Hufbeinbruch fast schon Ausgemusterter und hat sich prächtig entwickelt“, womit einmal mehr bewiesen wäre, dass Vieles zu dem kommt, der warten kann. Erst in dieser Saison in den Rennbetrieb eingestiegen, gelang dem Muscle-Hill-Sohn beim zwölften Versuch im 20.000 Euro wertvollen Finale bereits der neunte Volltreffer wie von Biendl angekündigt stramm aus der Frontlage. „Ich musste den über mir startenden Toscanini Diamant ausfahren, und innen hat Joeyboy ziemlich lange widerstanden, doch nach 600 Metern war eigentlich alles klar“, so Biendl, der nicht mehr tat als unbedingt nötig und dem fünfjährigen Wallach nun vermutlich eine längere Pause angedeihen lassen wird: „Die Breeders Crown ist eher kein Thema."

Hamann 2-facher Amateursieger

Was dem einen Michael recht, war dem anderen billig. Michael Hamann, seit Jahr und Tag in der ersten Liga der Amateure zu Hause, aber selten mit erstklassigen Pferden gesegnet, unterstrich seinen guten Ruf mit zwei ausgefuchsten Fuhren, bei denen ihm Fortuna gehörig zur Seite stand. So fehlte nicht viel,nämlich nur ein „Kopf“, und Julia Hoheisel hatte ihm und seinem Ivo mit dem enorm auf Touren kommenden Arno das Nachsehen gegeben. Verloren und doch gewonnen war für Hamann das zweite Amateurfahren, in dem er mit Liberty Bell nach einer Runde Waterways von der Spitze vertrieb und in einem nicht minder spektakulären Endkampf gegen sein „Familienpferd“ Proud Miguel knapp den Kürzeren zog. Weil der Marwin-Sohn auf der Zielgeraden alles andere als astrein trabte, klang die „Freiheitsglocke“ dann doch auf der Ehrenrunde, womit auch Hamanns zweite Fuhre für einen norddeutschen Trainer auf dem obersten Treppchen endete: Ivo wird von Altmeister Klaus Detlefs, Liberty Bell von Hansjörg Gröber vorbereitet.

Umsatz bei 8 Rennen: 91.516,61Euro (incl. 55.880,66Euro Außenumsatz)

Nächster Renntag des BTV: Samstag, 7. September2019

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)


Drei Punkte sind nicht viel, aber auf die bauen wir auf – und es sind erst vier Spieltage rum, es ist also alles in Ordnung


Nach der herben 0:6-Niederlage bei Berlin United am Sonnabend hat der BSV Al-Dersimpor weiterhin die drei Punkte auf dem Konto, die man bereits am ersten Spieltag durch ein 3:2 bei Croatia  eingefahren hatte. Mit Makkabi, Hilalspor und eben United hatten es die Gegner dabei – ein Blick auf die Tabelle der Berlin-Liga genügt – allerdings auch in sich.

Berlinsport Aktuell sprach mit Trainer Kai Brandt nach der Partie am Sonnabend über den gebrauchten Nachmittag, den Saisonstart – und die Rückkehr von Kapitän Kaloglu.


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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé


Fabian Gerdts (Berlin United)

Wir sind noch ein bisschen schwankend, aber das ist normal mit den vielen neuen Spielern – wir müssen uns Schritt für Schritt verbessern.


Berlin United feierte am 4. Spieltag mit dem 6:0 über BSV Al-Dersimspor seinen ersten Heimsieg der Saison 2019/20. Während der ambitionierte Aufsteiger seine beiden Auswärtsspiele (in Mahlsdorf bzw. Biesdorf) gewinnen konnte, hatte man vor 14 Tagen auf heimischem Boden überraschend gegen die Spandauer Kickers (1:2) das Nachsehen gehabt.

United-Trainer Fabian Gerdts sprach im Interview mit Berlinsport Aktuell über den Saisonstart, den Findungsprozess – und die drei Platzverweise in dieser Spielzeit gegen sein Team.


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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Kleine "Derby-Revanche" an River Flow – Gold für Larsson in der Silber-Serie – Dreimal Josef Franzl

Derby-Revanche: River Flow und Fahrer Thorsten Tietz setzten sich durch (Foto: @www.berlintrab.de)

Berlin-Mariendorf, Sonntag, 25. August 2019.

Als kleine „Derby-Revanche der im Blauen Band Gebeutelten“ kam das Hauptereignis des sonnenüberfluteten ersten Mariendorfer Renntags nach dem Derby-Meeting daher. Im mit 20.000 Euro dotierten Equine Auktionsrennen waren all jene Dreijährigen startberechtigt, die vor zwei Jahren bei der Jährlingsauktion durch den Ring vor der Endellschen Tribüne geführt worden waren. Sechs wollten ursprünglich ran an den fetten Speck, einer - Jack Scott - musste krankheitsbedingt passen. Aus dem verbliebenen Quintett stach ein Duo hervor, das seine Derby-Wunden kühlen konnte. River Flow, im Finale hinter einer Dreierwand festsitzend, hatte nicht mal eine halbe Länge hinter Triumphator Velten von Flevo mit Rang vier vorliebnehmen müssen. Noch übler hatte das Schicksal Juan Les Pins mitgespielt, der an jenem für ihn vermaledeiten 4. August überhaupt keinen Zugriff aufs Geschehen gefunden und für 38:10 als Sechster angeschlagen hatte. „River Flow wird wohl in Front kommen, aber dort ist er längst nicht so stark wie aus der Deckung“, hatte Thorsten Tietz vorab orakelt und die Taktik für die
Kiebitze durchblicken lassen: Selbst nach vorn fahren, dann Stallkamerad Bitter Lemon („Der ist nicht so schlecht, wie der Formenspiegel aussieht. Anstelle von dis.r. im Vor- und Platz sechs im Trostlauf könnten ganz andere Resultate stehen.“) vorbei lassen und Juan Les Pins gemeinsam den Weg erschweren. Fast lief der Plan minutiös ab, doch der enorm gegen die Hand gehende Juan, einst von Arnold Mollema für 20.000 Euro nicht weggegeben, war von den beiden Trabern der Trainingsgemeinschaft Gramüller/Sparber einfach nicht zu halten. Ab der zweiten Kurve führte der Schwarzbraune teils derart souverän, dass an seinem Erfolg kaum zu zweifeln war. Doch River Flow, klein wie eine Kirchenmaus, aber mit dem Kämpferherz eines Giganten gesegnet, saugte sich unerbittlich an und sprudelte nach einigen Aufforderungen nicht behäbig wie ein breiter Fluss, sondern quirlig wie ein quicker Bach am Tempomacher vorbei. „Hase“ Bitter Lemon stieß seine Rolle bitter auf: Er war 500 Meter vorm Ziel schachmatt und passierte die Linie als Fünfter und Letzter, was noch 900 Euro wert war. 8.800 frische Euro
klingelten in der mit nun insgesamt 44.016 Euro gefüllten Kasse des Baltimore-As-Sohnes, den die Herren Gramüller und Holzapfel für 3.000 Euro ersteigert haben. Das beweist einmal mehr, dass sich in jeder Jährlingsauktion ein echtes Schnäppchen versteckt. „Zur Breeders Crown seht ihr ihn wieder“, so Robert Gramüller. Thorsten Tietz hat sich den Termin schon mal freigehalten.

„Gold“ in Form von 2.650 Euro holte sich im zweiten Hingucker, dem nach Absage Hercules Petnics ebenfalls nur mit einem „Fünfer“ bestückten Lauf zur Silberserie, Larsson vorneweg im Hurra-Stil. Bis ausgangs der ersten Kurve durfte die flinke Honesty Newport regieren. Dann trat Heiner Christiansen mit seinem Crack auf den Plan, hielt das Tempo fast durchweg hoch, zog mit den beiden letzten 400-Meter-Abschnitten im 1:12er Tempo den Gegnern „das Weiße aus den Augen“ und erstickte die Umsturzgelüste Honesty Newports barsch im Keim. „Er guckt sich zwar in den Bögen noch immer den Rosenhof und das Stallcasino ‚ Kopf schief ‘ aufmerksam an, doch liegt er inzwischen sehr viel besser. Jetzt wird der Motor bis zum Finale am 7. September etwas gedrosselt - und dann sind wir zum 20.000er wieder voll da“, versprach der vielfache norddeutsche und einmalige Mariendorfer Champion.

Die neue Trabrennordnung greift

In der ominösen 7. Runde, sprich seinem siebenten Start, zog UBetterWin Diamant erstmals nicht in den Winner Circle ein - und das, obwohl der Hüne ganz locker vorneweg als Erster am Zielpfosten war. Des Rätsels Lösung: Der hinter ihm liegende Maxi Cup wollte die Lücke, die entstand, weil der Muscle-Hill-Sprössling wie viele Pferde des Champions nach außen wich, zum „Dolchstoß“ nutzen. Nimczyk erkannte die Gefahr, zog seinen Partner wieder nach unten, was Maxi Cup vor einige Probleme stellte. Der Lasbeker suchte auszuweichen, geriet kurzfristig über den Randstein, wurde von Josef Franzl geschickt in Trab gehalten und passierte die Linie als
klarer Zweiter zum keineswegs müden UBetterWin Diamant. Die Stewards sahen die Fahrspurveränderung als platzierungsentscheidend an, worüber man durchaus sehr geteilter Meinung sein kann. Zum Glück gibt’s nach der neuen „alten“ Rennordnung die Möglichkeit, das behindernde Gespann zurück zu setzen, so dass dem Unglücksraben wenigstens Platz zwei und dem Goldhelm ein deftiger Denkzettel blieb. Ebenso unbefriedigend war letztlich - wie zerronnen, so gewonnen für Michael Nimczyk - der Sieg mit Yen. Die vierbeinige „Amateurmeisterin“ der Derby-Woche war gerade dabei, sich den seit Beginn des langen 2500-Meter-Kantens führenden Delux MS zurechtzulegen - dessen unmittelbarer Verfolger Soccer war da schon längst außer Puste -, als den Slowenen ausgangs der Schlusskurve und damit ziemlich spät das „blaue“ Diktum der Rennleitung wegen mäßigen Trabs ereilte, den er schon zuvor immer wieder mal eingestreut hatte. Nichts zu kritteln gab’s am dritten Sieg in Folge der schwedischen Lasbekerin Naama, der Startreihe zwei nichts ausmachte. Als Josef Franzl die mächtige Braune 600 Meter vor Ultimo aus der Deckung im zweiten Paar außen losließ, fielen die Würfel im Handumdrehen. Wie ein Pferd anderer Klasse entschwand sie ohne die geringste
Anstrengung auf acht Längen „und muss dennoch viel lernen, soll es mal in ihr Geburtsland gehen. Die Vierjährige steht erst am Anfang ihrer Karriere“, hielt der Gestütstrainer den Ball etwas flacher. Er konnte noch zu einer dritten Ehrenrunde eindrehen, diesmal für seine bayerische Abteilung bzw. den Stall Germania. Queen for a Day, deren Auftritte im Bruno-Cassirer-Rennen unter keinem Glücksstern gestanden hatten, sauste von der „8“
los wie die Feuerwehr, regierte bis zum letzten Meter unnahbar wie eine Königin und degradierte das Fußvolk, von dem sich Longhire am besten hielt, sechs Längen voraus zu Statisten.

Zweimal waren die Amateure gefragt, die den Tag mit einem Lauf zum Stamer-Cup eröffneten. „Sofort in Front ziehen und niemanden vorbeilassen“, war das Rezept des kurz vorm Rennen verkauften Fionaro und Marion Dinzingers, das volle Wirkung zeigte. Das neu zusammengestellte Gespann musste jedoch bis zum Pfosten schwitzen - nicht um die aus der Ideallage im zweiten Paar außen wenig bietende Bonanomi CG abzuwimmeln. Hartnäckig bis zum Zielstrich hängte sich trotz „Todeslage“ Francesco rein, der sich für und mit Ronja Wohler
stets zerreißt und nur um Haupteslänge den Kürzeren zog. Eine noch knappere Kiste war Treffen zwei, das Perfect Hall, den Andre Pögel lange im Sog von Tempomacher Flavio As versteckt hatte, um eine „halbe Nüsternbreite“ gegen die furios attackierende Grazia Greenwood nach Hause brachte. Es war der zehnte Sieg des Jauß-Trabers mit dem Hufschmied, der im Kampf ums deutsche Amateurfahrerchampionat gegen Silvia Raspe jeden Punkt gebrauchen kann.

Der Digestif war wiederum den Trotteurs Français vorbehalten, dem nach dem kompletten Start-Ausfall des im ersten Band aufgestellten Trios Thomas Heinzig und Diego de Busset ihren überlegenen Stempel aufdrückten. Für den in Polen vorbereiteten sechsjährigen Wallach war’s im sechsten Anlauf der erste volle Erfolg in Deutschland, für seinen Chauffeur der 681. der Karriere.

Umsatz bei 9 Rennen: 109.114,92 Euro (incl. 75.006,47 Euro Außenumsatz)

Nächster Renntag des BTV: Samstag, 31. August 2019

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)