Regionalliga Nordost 2017/18: Zwischenbilanz des FC Viktoria 89

FC VIKTORIA 89

Die Mannschaft des FC Viktoria 89 mit Kapitän Ümit Ergirdi (vorne) beim Regio-Cup 2018

Regionalliga Nordost

Halbjahresbilanz: 6. Platz, 33:27 Tore, 27 Punkte (18 Spiele - 8 S, 3 U, 7 N)
Hinrundenbilanz: 7. Platz, 31:27 Tore, 24 Punkte (17 Spiele - 7 S, 3 U, 7 N)
Meiste Einsätze: Reher, Ergirdi, Benyamina, Kargbo (je 17)
Meiste Tore: Kargbo (11), Benyamina (9), Ergirdi (8)
Längste Serie ohne Niederlage: Spiel 1 - 3 (5 Punkte) und 12. - 14. Spieltag (7 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 7. - 9. Spieltag (0 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: 3. Runde ausgeschieden (6:7 n. E. bei Lichtenberg 47)
Regio-Cup 2018: in der Vorrunde ausgeschieden

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Hippe (Angriff, vereinslos), Sakar (Mittelfeld, OFC Neugersdorf), El-Ahmar (Abwehr, Middelfart BK/DK)

Abgänge: Kargbo (Berliner AK), Benyamina (Angriff, Tennis Borussia), Franke (Abwehr, Tennis Borussia), Skoda (Mittelfeld, VSG Altglienicke), Hofmann (Mittelfeld, Berliner AK 07), Bildirici (Mittelfeld, unbekannt), Mese (Torwarttrainer, Berliner AK 07)

Vor der Saison

Rückkehrer: Trainer Thomas Herbst

Nach einem hervorragenden 4. Platz in der Vorsaison wuchsen die Erwartungen beim FC Viktoria 89. Allerdings musste man die neue Spielzeit ohne Erfolgstrainer Ersan Parlatan antreten, der sich weiter fortbilden wollte - mit Hollwitz, Pekdemir oder Trianni verlor man dazu bewährte Kräfte. Dafür wurde aber auch der eine oder andere "Name" verpflichtet: ob  Daniel Schulz (Stuttgarter Kickers), Florian Riedel (Eintracht Trier), Abu-Bakarr Kargbo (SV Rödinghausen) und Daniel Kaiser (Meuselwitz) von außerhalb, oder Tobias Hasse (BAK) und Sascha Schünemann (BFC) von Berliner Regionalligisten. Das Ergebnis von 2016/17 sollte zumindest bestätigt werden, auch das Thema mittelfristiger Aufstieg in die 3. Liga war vor der Spielzeit kein Tabuthema bei den Himmelblauen. Mit Thomas Herbst fand dazu ein alter Bekannter zurück auf den Trainerstuhl - der Ex-Profi hatte Viktoria bis 2015 bereits erfolgreich geleitet, mit Abu Njie (zuvor BAK) wurde ihm auch ein neuer Assistent zur Seite gestellt.


"Der Start war sehr holprig, aber mit dem 6. Platz können wir jetzt erst mal zufrieden sein" (A. Njie)

Gespräch vom 07. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Winterabgang: Karim Benyamina

Zwar blieb Viktoria in den ersten drei Partien ungeschlagen, mehr als die erreichten fünf Punkte hatte man sich allerdings wohl schon versprochen. Im wichtigen Heimspiel gegen den BFC Dynamo - eine Neuauflage des verlorenen Pokalendspiels - zog Viktoria dann erneut den Kürzeren (1:3). Platz 10 und bereits sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenersten Energie Cottbus war die zu diesem Zeitpunkt ernüchternde Bilanz. Mit zwei Siegen gegen Hertha II und bei Lok Leipzig schien die Mannschaft von Thomas Herbst wieder in die Spur gefunden zu haben. Doch der Tiefpunkt der Hinserie sollte erst noch folgen: nach Niederlagen gegen Babelsberg und in Fürstenwalde verlor man auch das Heimspiel gegen das Schlusslicht aus Luckenwalde. Nun war man nur noch Tabellen-13. mit bereits 16 Zählern Rückstand auf die Cottbusser und acht auf den 2. Platz.  Dazu schied man in der 3. Runde bei Oberligist Lichtenberg 47 aus dem Pokalwettbewerb aus.

In den folgenden fünf Partien war die Ausbeute dann wieder zumindest befriedigend (10 Punkte), das Topspiel in der Lausitz verlor man aber ebenso 0:1 wie den Hinrundenabschluss in Auerbach. Das letzte Spiel im Jahr 2017 in Meuselwitz konnte man aber immerhin mit einem 2:0-Sieg positiv abschließen. Angesichts des problematischen Verlaufs des ersten Halbjahrs darf man mit 27 Punkten und Rang 6 sogar eigentlich zufrieden sein. Dennoch kamen im Verlauf der Hinrunde Gerüchte auf, dass Sponsoren aufgrund der sportlichen Entwicklung nicht länger bereit seien, den Verein im gewohnten Umfang zu unterstützen. Die Verantwortlichen hielten sich zu diesem Thema einerseits bedeckt - das Proklamieren einer Neuausrichtung im Club mit der Konzentration auf Talente aus dem Berliner Fußball gab den Vermutungen aber weiter Nahrung. Der kleine Spieler-Exodus im Winter spricht ebenso dafür: mit den Abgängen von Kargbo und Benyamina verlassen allein beinahe zwei Drittel der bisher erzielten Tore den Verein. Mit Franke, Hofmann, Schünemann und Skoda geht dazu weiter kräftig an "Manpower" verloren.

Für die Offensive konnte man mit Justin Hippe (zuletzt Nordberliner SC) immerhin ein echtes Talent gewinnen, dazu kehren mit Can Sakar und Mohamed-Ali El Ahmar zwei junge Spieler nach Lichterfelde zurück. Auch das Eigengewächs Batikan Yilmaz soll in der Rückserie zu den Herren dazustoßen und den Angriff verstärken. Ob Viktoria allerdings mit dem abgespeckten Kader zumindest das Ergebnis des ersten Halbjahrs wiederholen kann, bleibt zu bezweifeln - eventuell sind dies bereits die ersten Vorzeichen, dass man sich ab der kommenden Spielzeit bei den Himmelblauen mit geringeren Zielen als zuletzt begnügen muss.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

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