Regionalliga Nordost 2017/18: Zwischenbilanz des Berliner AK

BERLINER AK 07

Die Mannschaft des Berliner AK 07 beim Regio-Cup 2018

Regionalliga Nordost

Halbjahresbilanz: 7. Platz, 29:30 Tore, 26 Punkte (18 Spiele - 7 S, 5 U, 6 N)
Hinrundenbilanz: 7. Platz, 26:30 Tore, 23 Punkte (17 Spiele - 6 S, 5 U, 6 N)
Meiste Einsätze: Jakubov, Küc (je 19), Coskun, Brügmann (je 16)
Meiste Tore: Küc (8), Brügmann (7)
Längste Serie ohne Niederlage: 12.- 14. Spieltag (7 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 3. - 5. Spieltag, 15. - 17. Spieltag (jew. 1 Punkt)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: 2. Runde ausgeschieden (1:3 beim 1. FC Wilmersdorf)
Regio-Cup 2018: im Halbfinale ausgeschieden

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Hofmann (Mittelfeld, FC Viktoria 89), Akyürek (Türkei), Mese (Torwarttrainer, FC Viktoria 89)

Abgänge: Khalife (Torwarttrainer Nachwuchs, Berliner SC)

Vor der Saison

Bleibt der Dauerbrenner: Torwart Jakub Jakubov

Die Spielzeit 2015/16 hatte ihre Nachwirkungen: damals verpasste der BAK aufgrund eines einzigen Tores Platz 1 und damit auch die Aufstiegsrunde zur 3. Liga, die der FSV Zwickau dann erfolgreich meisterte. Vergangene Saison sollte ein neuer Anlauf genommen werden, um den Traum von der „dritten Kraft“ in der Hauptstadt zu realisieren - doch Erfolgstrainer Steffen Baumgart musste früh gehen, nachdem der Start nicht zur Zufriedenheit verlief. Der erfahrene Jörg Goslar brachte den Klub zwar anschließend als Verfolger des FC Carl Zeiss Jena in Position, musste aber nach der Heimniederlage im direkten Aufeinandertreffen ebenfalls seinen Hut nehmen.

Damit war der Aufstiegstraum rund um das Poststadion spätestens erledigt. Gerüchte machten die Runde: Präsident und Geldgeber Mehmet Ali Han will sich komplett zurückziehen, es wird eine Fusion mit Bezirksligist Club Italia geben. Am Ende blieb Han dem Klub treu, wenn auch dem Vernehmen nach mit einem bei weitem nicht mehr so großen finanziellen Aufwand. So wurde der Kader vor der Saison mächtig umgekrempelt - auch beim BAK nichts Neues. Mit Flauder, Kahlert, Slavov, Stephan oder Zimmer - um nur fünf zu nennen - verlor der BAK bewährtes Stammpersonal. Insgesamt verließen im Sommer fast 20 Spieler den Verein - dazu zog sich Präsident Han aus seinem Amt zurück, ein neuer Sportlicher Leiter wurde mit dem erfahrenen Mehmet Öztürk gefunden. Man trennte sich von Interimstrainer Abu Njie und wollte auch diese Stelle neu besetzen: die Wahl fiel auf Markus Zschiesche, der in den letzten Jahren im Jugendbereich von Energie Cottbus und Tennis Borussia tätig war. Der inzwischen 33-Jährige hatte aber auch im Herrenbereich schon die Füchse in der Berlin-Liga trainiert.

Die Verantwortlichen erwartete also die Herkulesaufgabe, einen komplett neuen Kader auf die Beine zu stellen, der weniger Geld kostet, aber trotzdem ligatauglich ist. Mit Pierre Becken (Wuppertaler SV), Felix Brügmann (Lok Leipzig), Enes Küc (HSV II), Lovro Sindik (Babelsberg 03) oder dem ehemaligen Drittligaspieler Ozan Pekdemir (Viktoria) konnten viel versprechende Leute geholt werden. Die ganz großen Ziele sind beim BAK jedoch vorerst auf Eis gelegt - ein (möglichst frühzeitig) gesicherter Mittelfeldplatz war der Wunsch vor Saisonbeginn.

 


"Die Vorgabe war: mit dem Abstieg nichts zu tun haben, mit einer jungen Mannschaft attraktiven Fußball spielen und sie zu entwickeln - das haben wir geschafft" (M. Zschiesche)

Gespräch vom 7. Januar


Bisheriger Saisonverlauf

Vier Punkte zum Auftakt aus den Spielen in Fürstenwalde und gegen Luckenwalde bewiesen, dass der BAK unmittelbar wettbewerbsfähig war - der anschließende, eine Zähler aus den drei folgenden Partien (Nordhausen, Viktoria, Altglienicke), dass man bei den Athleten mit Geduld zu Werke gehen muss. So wechselten sich Höhen und Tiefen im Verlauf des Halbjahrs ab, ohne dass es längere Erfolgs- und vor allem Negativserien zu verzeichnen gab. Schon mal ein gutes Zeichen angesichts des großen, personellen Umbruchs. Wenn zweimal in Folge gewonnen wurde (2 x der Fall), setzte es im Anschluss eine Niederlage. Zweimal hintereinander verlor der BAK nur einmal: beim deutlichen 0:4 gegen Hertha BSC II, zu dem allerdings drei Treffer von Spielern aus dem Profikader beigesteuert wurden. Danach gab’s bei Lok Leipzig ein 1:3 und ein Unentschieden daheim gegen Babelsberg 03 zum Abschluss der Hinrunde - gut also, dass die Rückserie noch vor der Winterpause begonnen wurde, und das Team von Markus Zschiesche sich noch mit einem Erfolgserlebnis (3:0 gegen Fürstenwalde) in die Ferien verabschieden konnte.

Bleibt der Geldgeber: Mehmet Ali Han

Im Pokal war es dem Klub allerdings nicht vergönnt, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Schon in der zweiten Runde strich der BAK die Segel beim Landesligisten 1. FC Wilmersdorf (1:3). Damit erreichten die Weiß-Roten nur einmal seit dem letzten Sieg in diesem Wettbewerb 2012 noch einmal das Halbfinale (2013/14, Aus beim SV Tasmania), ansonsten war spätestens im Achtelfinale Schluss. Eine besonders enttäuschende Bilanz, gerade wenn man bedenkt, für wieviel Furore die Athleten damals bundesweit mit ihrem 4:0-Sieg in der ersten Runde des DFB.Pokals gegen den Bundesligisten aus Hoffenheim sorgten. Auch 2017/18 kann man sich also voll auf die Liga konzentrieren - eine gute Platzierung, unter Abzug der schwierigen Umstände vor der Saison, ist dem Berliner AK dabei aber allemal zuzutrauen.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

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