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GRAND MIT VIEREN FÜR MICHAEL NIMCZYK

Grand mit Vieren für Michael Nimczyk und Ulrich Mommert - Zwei Trainerpunkte für Andreas Gläser, Thomas Holtermann und Wolfgang Nimczyk - Laufey bläst Sandsturm weg

Michael Nimczyk - hier im Sulky von Out of the Slums - war einmal mehr in Mariendorf überragend (Foto: ©Marius Schwarz)

Fast total im Zeichen der Profis, die zehn der elf Prüfungen bestritten, stand der 2. Advent. Von denen war Michael Nimczyk der unbestrittene Meister aller Klassen und heftete sich vier Siege ans Revers, womit er auf deren 198 fürs laufende Jahr kommt. Nachdem er zunächst Victor Gentz mit Simba Diamant und den ewigen Goldhelm Heinz Wewering mit Mon Filou, die sich als Favoriten nach fast identischen Verläufen über die Todesspur knapp nach Hause rauften, das Feld hatte überlassen müssen, war die Derby-Bahn wie so oft in dieser Spielzeit „sein Feld“. Mit dem von seinem Vater Wolfgang vorbereiteten Skyfall knöpfte er 1200 Meter vorm Ziel Falco die Führung ab und herrschte fortan mit dem ersten Sieger aus dem Stall Mommert in der Tagesbestzeit von 1:15,1 souverän. Vielleicht hätte ihn Tragopan Jet ohne seinen Startaussetzer mehr zwicken können, doch nach reichlichem Bodenverlust blieb dem Italiener hinter dem sich aus der Deckung stark präsentierenden Harley As dann doch nur Rang drei.

Einmal auf den Geschmack gekommen, führte der alte und neue deutsche Champion mit Cora Sun, für die Thomas Holtermann verantwortlich zeichnet, die Rivalen nicht minder eklatant vor. Eine Runde lang versteckte sich die Schwarzbraune im Windschatten der mächtig gegen die Hand gehenden Girlofmanymissions, deren Mission spätestens mit Beginn der Zielgeraden beendet war, und flitzte überlegen zum ersten Erfolg ihrer vier Starts umfassenden Karriere davon.

Dritter Sieger für das Erfolgsteam Mommert / Nimczyk war der wiederum im Westen vorbereitete Out of the Slums, der damit seine Vorliebe für die Derby-Bahn unterstrich. Hier hatte er sich 2016 den Shootingstar-Cup wie 2017 die Derby-Meisterschaft der Amateure einverleibt, hier war er auf dem 2520 Meter langen Kanten erneut eine Macht. Früh in Front gedüst, legte der gebürtige Schwede den entscheidenden Zahn zu, als ihm Gobelin im Schlussbogen energisch auf selbigen zu fühlen begann, und wehrte auch den gut angesetzten Endspurt Willow Bay Everts ab. „Er ist ein Kämpfer vor dem Herrn. Als ich in der letzten Kurve die Zaumkulissen gezogen habe, ging durch ihn noch mal ein richtiger Ruck.“

Anschließend diente er einem fremden Herrn, der mit Magdalena Kinieksman eine Dame war. Hinter ihrem Diego du Bellay, der allmählich zu seinem „Lieblingsfranzosen“ avanciert, saß der 32jährige zum vierten Mal und bugsierte ihn genauso oft in den Winner Circle, nachdem er das hinter ihm recht unterhaltsame Treiben der Franzosen-Traber Start-Ziel vorneweg nach Belieben beherrscht hatte. Dann allerdings war für ihn Schluss. Sekt und Blumen für die 200 konnte der Veranstalter zur Seite stellen.

Höwings Winston und Ear to Earth vorne

Kein Glück brachte die „13“ Lord Good Wood und seiner neuen Besitzerin Marion Jauss. Der scheinbar souverän führende Hüne quittierte den Druck, den Andreas Gläser mit Höwings Winston im Einlauf aufbaute, mit einer Galoppade, hätte aber auch ohne diese nicht gewonnen gegen den in Schweden eingetragenen Revenue-Sohn, der die Berliner Rechtskurse zu genießen scheint: Drei Ehrenplätze und zwei Siege stehen nun für ihn zu Buche, seit er von Peter Untersteiner zum Karlshorster Trainer gewechselt ist.

Besser lief es auch für des Lords alte und neue Stallkameradin Woodbrown Beauty nicht. Die bei vier Starts unbezwungene „Beauty“ war, unterwegs mächtig pullend, nach einer Runde wegen massiver Atemprobleme stehend Ko. Nutznießer war Ear to Earth, der mit seinem Trainer Thomas Holtermann durchzog wie vom anderen Stern und zum spektakulärsten Sieger des Tages avancierte. „Bleibt er gesund, gehört er zu den besseren Pferden der Generation 2014 und hat reichlich Luft nach oben“, hatte der bekennende BVB-Fan nach dem von „seiner“ Dortmunder Borussia gegen Schalke gewonnenen Revier-Derby an diesem Wochenende einen zweiten deftigen Grund zum Jubel. Zugleich war dies der vierte Erfolg für Mariendorfs Bahneigentümer Ulrich Mommert, an dessen Engagement das Wohl und Wehe der Derby-Bahn und zu einem guten Stück des deutschen Trabrennsports hängt.

Laufey düpiert Favorit Sandsturm - Pögels perfekte Generalprobe

Danach kamen die „Kleinen“ zu Wort: Die von Isabel Jauß gezüchtete, seit längerer Zeit für den Stall GESVEA aktive Laufey blies trotz nicht einfachen Verlaufs dem führenden 10:10er Sandsturm um eine Länge das Licht aus, was selbst für Alexander Kelm unerwartet kam: „Eigentlich sollte es nur ein Aufbaurennen werden, doch dann war sie stärker als gedacht.“

Marion Jauss durfte sich über ihren Perfect Hall freuen, mit dem Andre Pögel eine perfekte Generalprobe für den Weihnachtspokal der Amateure ablieferte. Zu Beginn klappte der Vierjährige etwas nach, rückte bald zügig vor, übernahm eine Runde vor Schluss das Kommando und war bei gleichmäßig hoher Fahrt von nichts und niemandem zu erschüttern. „Sechster Start, sechster Sieg mit ihm - was will man mehr. Das Standardrennen kann kommen“, ist der Schmied zu Recht überzeugt, in 14 Tagen ein brandheißes Eisen im Pokalfeuer zu haben.

Maine hängt am Ende alle ab

Turbulent ging’s im abschließenden Rennen zu, bei dem der schon beim Fehlstart gesprungene Jorma Bo auch beim gültigen „Ab“ weit vor der Startmarke wilde Sätze machte, dennoch nach der Hälfte der Strecke vorn auftauchte und nach diesem Transport im Schlussbogen fast folgerichtig schachmatt war. Dort fiel mit Yen auch der zweite „Comebacker“ aus. Und weil die in Front arg massierte Late Night Show bald nicht mehr konnte und Sansibar Diamant zu Anfang reichlich Terrain verschenkt hatte, nutzte Thorsten Tietz die unverhoffte Chance, Maine zum fünften Mal in diesem Jahr als Erste an den Zielstrich zu wuchten. „Ausgerechnet hatte ich mir im Vorfeld wenig, aber alles lief für uns ideal“, bilanzierte der sich in Berlin rar machende 41jährige, der versprach, für Besserung zu sorgen: „Ich werde bald vermehrt junge und ihre Pause beendende Pferde an den Start bringen.“ Der hiesige Rennsport kann’s brauchen.

Umsatz bei 11 Rennen: 133.526,65 Euro (incl. 92.511,35 Euro Außenumsatz)

Nächster Renntag des BTV: Sonntag, 23. Dezember 2018

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)


Spannendes Spitzenspiel am Samstag in der Landesliga (Staffel 1):  Spitzenreiter SC Gatow setzte sich am Ende mit 4:3 (3:1) gegen den TSV Mariendorf 1897 durch und geht mit fünf Punkten Vorsprung auf Platz 2 (1. FC Novi Pazar) in die Winterpause. Trotz frühen Rückstands drehten die Gatower das Ergebnis noch vor der Pause: in Folge des Foulelfmeters zum 3:1 war obendrein der Mariendorfer Maaß des Feldes verwiesen worden.

O. Kieback

Th. Cornils

Doch auch mit dieser Hypothek lieferten die Gäste den Gatowern im zweiten Durchgang einen echten Fight, konnten durch Dort aber nur jeweils verkürzen. Auf Seiten der Hausherren traf auch Torjäger Hofmeister doppelt. Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie mit den Trainern Oliver Kieback (Gatow) und Thorsten Cornils (Mariendorf).

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Beitrag: Berlinsport Aktuell/Hasso und Hagen Nickelé
Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Die Steglitzer schließen die Hinrunde nach dem packenden 4:3 gegen Eintracht Mahlsdorf auf Rang 3 ab.

A. Thurau

SFC-Trainer Andreas Thurau sprach im Anschluss mit Berlinsport Aktuell über die Partie, die Hinrunde - und auch das (wahrscheinliche) Aus im Pokal am Grünen Tisch *.

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*Zum letzten Stand der juristischen Klärung: Statement auf der Webseite www.stern1900.de

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé


3:4-Niederlage am Nachmittag beim SFC Stern 1900 - für einen der Topfavoriten der Berlin-Liga 2018/19, Eintracht Mahlsdorf, ist nach der Hinrunde bei 27 Punkten aus 17 Partien der Aufstieg in weite Ferne gerückt. Zuletzt gab es nur einen Sieg aus sieben Punktspielen, dazu war in der 3. Pokalrunde beim Landesligisten TSV Mariendorf Schluss.

T. Boer

Torsten Boer, Sportlicher Leiter und Interimstrainer der Eintracht, sprach im Anschluss nach der Partie nicht nur über die Begegnung, sondern die gesamte Hinserie, den Trainerwechsel - und wie man sich der unbefriedigenden sportlichen Situation stellen will.

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé


Am Abend bezwang Tennis Borussia zum Auftakt der Rückrunde in der NOFV-Oberliga Nord die SP. VG. Blau-Weiß 90 mit 2:0 (0:0). Bei nasskalter Witterung waren die favorisierten Hausherren dabei gegen den Aufsteiger durchaus mit Fortuna im Bunde. Im ersten Durchgang verzeichneten die Gäste gleich zwei Pfostentreffer und spielten munter mit, das Führungstor für TeBe entsprang dann nach einer Stunde aus einem umstrittenen Foulelfmeter. Thiago Rockenbach da Silva zeigte sich gewohnt nervenstark vom Punkt und traf zum 1:0 - in der Nachspielzeit sorgte dann Bekai Jagne für den Schlusspunkt zum 2:0. Zuvor hatte der eingewechselte Justin Hippe auf Seiten der Mariendorfer Rot gesehen.

D. Kutrieb

M. Gebhardt

Bei der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Blau-Weiß-Coach Marco Gebhardt - der ehemalige Bundesligaprofi war nach Protesten gegen den Strafstoß vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt worden - entsprechend kurz angebunden. TeBe-Trainer Dennis Kutrieb wertete den auch aus seiner Sicht glücklichen Dreier dagegen als Belohnung für die harte Arbeit, die sein Team während des gesamten Halbjahrs abgeliefert hat.

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hasso+Hagen Nickelé


Schon nach einer halben Stunde lag der TSV Rudow mit 0:3 im Neukölln-Derby bei Tasmania zurück, gab sich aber dennoch nicht verloren. Doch die Fehler zu Beginn und die geringe Durchschlagskraft über die gesamte Partie führten am Ende noch zu einer deutlichen 1:5-Niederlage. Ein Spiel vor Abschluss der Hinrunde - die Rudower empfangen kommenden Sonntag noch Aufsteiger Berolina Stralau an der Stubenrauchstraße - liegt der TSV mit 24 Punkten und Platz 8 aber voll im Rahmen der selbst vor der Saison abgegebenen Prognose.

A. Müller

Trainer Aaron Müller stand Berlinsport Aktuell nach dem Derby am Sonntag im Werner-Seelenbinder-Sportpark für ein Interview zur Verfügung.

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé


Klarer Sieg im Neuköllner Derby für den SV Tasmania (5:1 gegen TSV Rudow), auf Platz 2 in der Tabelle vorgerückt: klar, dass Tim Jauer am gestrigen Sonntag zufrieden war.


Hören Sie morgen auch ein ausführliches Interview mit Rudow-Trainer Aaron Müller


T. Jauer

Als Trainer hatte er aber dennoch auch Kritik anzubringen, sprach über die Besonderheit des Duells der Bezirksrivalen - und die Situation als Verfolger des SV Sparta, der weiterhin mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze liegt.

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Mario Momade (r.) im Tor des SV Empor (August 2015)...

Das Urteil des BFV-Sportgerichts im Fall des Zweitrundenspiels Spandauer Kickers - SFC Stern 1900 im Berlin-Pokal ist gefallen - SpaKi kommt demnach weiter. Im nötig gewordenen Elfmeterschießen hatte der Kickers-Torwart den (zunächst vermeintlich) entscheidenden Strafstoß abgewehrt, der Schiedsrichter hatte das Spiel daraufhin beendet. Erst danach wurde er dann aber auf seinen Assistenten aufmerksam, der eine zu frühe Bewegung des Schlussmanns wahrgenommen hatte. Daraufhin ließ der Referee das Elfmeterschießen fortsetzen, in dem sich schließlich Stern 1900 durchsetzen konnte. Die Gastgeber legten Protest ein - und bekamen nun vom BFV Recht.

...und im Trikot des SV Buchholz (November 2018)

Interessant: bereits im Oktober 2013 hatte es einen vergleichbaren Fall gegeben - damals setzte sich der FC Spandau 06 gegen den SV Empor (12:11 n. E.) durch. Im Tor der Gäste damals: Mario Momade, der ebenfalls einen Strafstoß parierte. Das Urteil lautete schließlich analog zu dem aktuellen: der SV Empor ist eine Runde weiter.

Berlinsport Aktuell traf den Torwart, der inzwischen beim SV Buchholz aktiv ist, am Rande des Pokalspiels Mitte Oktober bei Sport-Union Berlin (2:3 n. V.). Im Gespräch ließen wir die Ereignisse von damals noch einmal Revue passieren - fragten aber auch, wie es zum Wechsel Momades in die Bezirksliga kam.

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Die November-Trophy? Schmiedesache!

André Pögel mit Falco (Nr. 6) bei der Zieldurchfahrt (Foto:www.traberpixx.de)

André Pögel gewinnt zwei der vier Läufe – Iron Steel stahlhart – Garry zum 55.

Der graue Novembersonntag stand ganz im Zeichen der Amateure, die mit vier Wertungsläufen zur November-Trophy ausgiebig beschäftigt waren.

Pögel zweimal seines Glückes Schmied

In deren erstem klingelte es nach vier Ehrenplätzen im neuen Quartier von Victor Gentz endlich für Falco. Nachdem er nach 700 Metern den Widerstand Bonjour Ganyboy AMs gebrochen hatte, konnte sich Andre Pögel mit dem 14:10-Favoriten aus dem Besitz des holländischen Traber-Experten Hans-Peter Sinnige alles bestens einteilen und erteilte den Umsturzversuchen Bonjour Ganyboy AMs und Lovers Halls, der durchweg durch die Todesspur rackerte, eine glasklare Absage. Weil’s so gut geklappt hatte, legte der Hufschmied sich im 2. Lauf sofort das nächste Hölzchen an. Diesmal ließ er sich mit Perfect Hall vom partout auf die Führung pochenden Alonso P D ziehen, wechselte 500 Meter vorm Ziel in die Überholspur, legte den schwächelnden Leader an der letzten Ecke zu den Akten und kam gegen die famos spurtenden, jedoch zu weit aus dem Rennen liegenden Ivo und Genever sicher nach Hause.

Magister überrascht, Iron Steel macht's spannend

Nachdem Vorausfavorit Howard T kurzfristig wegen Lahmheit gestrichen werden musste und Longhire mit einem frühen Patzer endlos zurückgefallen war, sah es in Abteilung 3 lange nach einem Start-Ziel-Erfolg für Joeyboy und damit dem dritten Trainerpunkt für Klaus Detlefs aus. Auf den letzten Metern kam der Wallach jedoch in arge Bedrängnis und wurde tatsächlich nur mit „Bronze“ dekoriert. Den berühmten Hauch besser waren Capten Jack H und der außen ganz spät gebrachte Magister, mit dem Sönke Gedaschko „dank des Rennglücks, das man immer braucht, und des langen Einlaufs“ doch noch zum „Meister“ und mit 118:10 zum Ausreißer des ansonsten recht favoritenlastigen Nachmittags wurde.

Im 4. Wertungslauf, der sich an die beste Klasse wendete, war dann wieder der Gemeinte vorn. Doch was bis zu Beginn der Zielgeraden nach einem lockeren Durchmarsch des von Günter Schiefelbein nach 400 Metern in Front gewuchteten Iron Steel aussah, wurde zu einer nervenaufreibenden Angelegenheit. Ganz so aus Stahl wie bei seinem jüngsten 1:11,6-Rekordlauf war der Oscar-Schindler-Sohn diesmal nicht und musste gegen den unerwartet zäh nachsetzenden Run for the Roses alles geben, um in der Tagesbestzeit von 1:13,7 die schwarzbraune Nase um ein „Köpfchen“ als Erster an die Linie zu bringen. „Ein fantastischer Bursche“, schwärmte Taktikfuchs „Schiefel“, „doch heute meinte er wohl, das Rennen sei so allein vorneweg schon ein bisschen früher beendet. So wurde es enger, als ich eingangs des Einlaufs gedacht habe.“ Platz zwei mit besagtem Run for the Roses reichte Hans-Jürgen von Holdt, der im Hamburger Raum für die Pediküre der Pferde zuständig ist, mit 33 Zählern auch im Gesamtklassement zum Ehrenplatz vor Michael Hamann (31). Dank seines Doppeltreffers war gegen Andre Pögel (37) nichts zu löten.

Trabreiten: Walter und Garry Klasse für sich

Als Erste in den ungewöhnlich bunten Teller greifen durften die Trabreiterinnen, und am tiefsten tat dies wie selbstverständlich Ronja Walter. Derzeit bereist Deutschlands Botschafterin in Sachen Monté-Sport landauf, landab mit ihren beiden Spezialisten Zauni und Garry Deutschland und den Westen Europas und hatte Letzteren mal wieder auf die Derbybahn mitgebracht. Es gibt nur wenige Pferde, die aus dem Band so explosiv beginnen wie hinter dem Startauto. Der Tipi-Sohn ist eine dieser Ausnahmen, der wie ein Pfeil losfliegt. Binnen weniger 100 Meter waren die laut Proposition bis zu 40 Meter Zulage dahin geschmolzen wie Butter in der Sommersonne. Nach 600 Metern spürte Rayman Garrys heißen Atem im Nacken, der 600 Meter vorm Ziel den Schnellgang einlegte, im Nu vorbei war und sich in einem ansonsten unansehnlichen Monté um sechs Längen von der gebeutelten Konkurrenz, aus der lediglich Harley As und Imperia diesen 1:14,6-Sturmlauf ohne rote Karte überlebten, zum 55. Erfolg seiner Karriere verabschiedete.

Los Vascos ohne Konkurrenz

Gleich zweimal durften in Gästefahren all jene ihr Geschick beweisen, die ansonsten fürs breite Publikum unsichtbar hinter den Kulissen für Wohl und Wehe der Traber verantwortlich sind. Eine schwere Bürde hatte die ihren ersten Sieg überhaupt feiernde Mitbesitzerin Claudia Klapper, die im ersten „Stallmannsfahren“ mit dem turmhoch überlegenen Los Vascos die gestandenen Ex-Profis Frank Kelm und Armin Petrak kräftig einseifte, der für die Wiederholung verpflichteten Cynthia Lüdicke aufgedrückt: „Keine Bange, Los Vascos kann das durchaus noch mal. Kondition hat der Bursche ohne Ende.“ Die junge Berufsfahrerin, vor allem jedoch ihr vierbeiniger Partner hielten sich perfekt daran.

Diesmal ging‘s durchweg durch die Todesspur, doch auch das machte dem Wallach nicht das Geringste aus. Wiederum 500 Meter vorm Ziel gab der Adam‘s-Peak-Sohn kräftig Gas, erneut war er in Windeseile turmhoch überlegen, „und das, obwohl ich unbedingt ein Führpferd suchen sollte“, so die 24jährige, die zum zweiten Mal in ihrer Karriere zur Ehrenrunde eindrehen durfte. Somit war Claudia Klapper das deutlich effektivere Orakel als Ex-Europameister Manfred Zwiener, der seinem Eminent Frisia einen brillanten zweiten Lauf vorausgesagt hatte - und nach wenigen Metern mit der Disqualifikationskarte im Gepäck die Koffer packen konnte.

Premiere für Levana RA  -  Amici P siegt

In Gästefahren Nummer zwei schlugen die Ex-Profis zurück, wobei Frank Kelm auch vom Durcheinander im Schlussbogen profitierte, wo die bis dahin führende Peekaboo Wibb aus dem Takt geriet. „Das Rennen fahren verlernt man halt nicht“, gab der nunmehr 446 Treffer schwere Kelm zu Protokoll, der der bislang sieglosen Levana RA, die sich vor zwei Jahren im Stuten-Derby versucht hatte, beim 37. Versuch zum ersten Sieg verhalf.

Ganz so gut lief’s in der Wiederholung nicht, wobei die Stute für Rang drei das Glück der Tüchtigen hatte, dass in der entscheidenden Phase die vor ihr liegenden Speed of Moor und Grazia Greenwood die Balance verloren. Das nutzte der zuvor dreimal nicht von Fortuna verfolgte Favorit Amici P mit Michael Larsen trotz Todesspur zu einem sicheren Sieg gegen den endlich mal wieder fehlerlos um die Bahn kommenden Zweitausend PS.

Nur Drei kamen durch

Das Finale war den Franzosen-Trabern vorbehalten, die nicht unbedingt Werbung für ihr Zuchtgebiet machten. Lediglich Drei der Zehn kamen fehlerlos durch. Von denen war Fighter Pilot mit Mykola Volf klar der Beste vor den am Start 20 Meter schlechter gestellten Demm Dirac und Dogma. Am Tempo können die vielen Ausfälle kaum gelegen haben, denn der Sohn des einstigen Gruppe-I-Siegers Quaker Jet kurvte mit 1:18,3 deutlich am langsamsten von allen Siegern um die Bahn.

Umsatz bei 10 Rennen: 109.055,61 Euro (incl. 70.380,41 Euro Außenumsatz
Nächster Renntag des BTV: Sonntag, 9. Dezember 2018

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)


Die Kreuzberger verloren am Sonntag ihr Heimspiel gegen den SV Tasmania mit 0:4 (0:1). Damit bleibt der BSV Al-Dersimspor vor den letzten beiden Partien der Hinrunde zwar Tabellen-14., ist aber seit sechs Spielen ohne Sieg.

E. Kitay

Trainer Ekrem Kitay stand nach dem Spiel auf dem Lilli-Henoch-Sportplatz Berlinsport Aktuell für ein Gespräch über das Spiel, die aktuelle Lage des Vereins und die anstehenden zwei "Endspiele" vor der Winterpause zur Verfügung.

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Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé