Autoren-Archive: Hagen Nickele

FREITAG, 19. JULI 2019: 1. TAG DES DERBY-MEETINGS

(Start des ersten Rennens um 17.00 Uhr / Qualifikationen und Vorab-Interviews bereits ab 16.30 Uhr)

AUFI GEHT’S, MADLN UND BUAM!

Mit vollen Segeln, nämlich einem Elf-Rennen-Programm, sticht der Mariendorfer Rennverein an diesem Freitag ins Derby-Meeting. Das ist - vieles neu macht das Jahr 2019 - um eine Woche gestreckt, um speziell dem Traber-Nachwuchs, und dazu zählen zweifellos die Derby-Aspiranten, mehr Zeit zur Regeneration zwischen den Starts zu geben.

Timberlake und Fahrer Gerhard Biendl gehen im achten Rennen des Tages, dem Halbfinale der Newcomer-Serie,  an den Start (Foto: ©Marius Schwarz)

Zum Auftakt sind ab 17.00 Uhr (Start des 1. Rennens) in erster Linie die Älteren gefragt bei einer Soirée, die mit Jackpots und Garantie-Auszahlungen nicht geizt: Dreimal - im 3., 7. und 11. Rennen - spickt der Berliner Trabrenn-Verein die Siegwette mit einem Jackpot von 2.000 Euro und gelobt, mindestens 6.000 Euro auszuschütten. Ebenso oft wird in der Dreierwette (4., 6. und 9. Rennen) eine Auszahlung von mindestens 5.555 Euro garantiert. Knüller aus Sicht des Wettvolks ist indes die mit dem 5. Rennen beginnende V7+-Wette, in der es gilt, bis zum 11. Rennen alle Sieger vorherzusagen. Wer in dieser Königsdisziplin reüssiert, darf auf eine Gesamtausschüttung von mindestens 10.000 Euro hoffen - im besten Fall als alleiniger Gewinner. Und ein absoluter Hit ist zudem das 8. Rennen: Hier gibt es in der Viererwette eine Garantieauszahlung in Höhe von 15.000 Euro inklusive 7.031 Euro Jackpot!

Vor diesen enormen Preis haben die Wettgötter jedoch so manches Schweißtröpfchen gesetzt. Schon die einleitende V7+-Aufgabe ist nicht leicht zu enträtseln, obwohl lediglich acht Gespanne am Ablauf sind. Bei seinen wenigen Auftritten gehörte Hellboy stets zu den Favoriten und landete immer auf dem Treppchen. Der Teufel steckt bei dem Höllenjungen vielleicht in jenem Detail, dass er seit acht Monaten nicht mehr am Start war. Da warten die in Deutschland noch sieglose Dänin Danina A P, Bonanomi CG mit Nachwuchsmann Andreas Geineder, Zebou und der knifflige East Wind BR mit Zauberhändchen Jörgen Sjunnesson nur auf konditionelle Schwächen, um dem Fuchs teuflisch eins auszuwischen.

Ausgerechnet im letzten Eckpunkt, dem Match der oft geschmähten Franzosen-Traber (11. Rennen), könnte die Bank der Großwette stehen: Über die geforderten zwei Runden oder 2500 Meter sind 20 Extra-Meter, die Casanova d’Amour gegen einige Konkurrenten aufzuarbeiten hat, ein Klacks. Jochen Holzschuhs Traber hat bisher weder bei der Startmethode noch der langen Distanz Probleme offenbart - und die aktuelle Form ist „1 A“: Dreimal bei den letzten vier Versuchen kannte der Casanova beim Liebesspiel kein Pardon und hat die Rivalen gründlich vernascht, dazu kommt ein Ehrenplatz.

Finanzielles Highlight ist das Halbfinale der Newcomer-Serie (8. Rennen), für das sich die jeweils ersten Beiden der sechs über mehrere Wochen ausgetragenen Vorläufe qualifiziert haben, so dass diese mit 10.000 Euro dotierte Aufgabe von formstarken Vier- und Fünfjährigen nur so strotzt. Das macht die Sache für die Wetter nicht eben leichter, sich zwischen Oxidizer, Gingerbell, die drei Monate pausiert hat, Timberlake Diamant, Give You All of Me, Major Ass und G.G.‘s Victoria zu entscheiden. Auch Capten Jack H ist in die Überlegungen mit einzubeziehen, denn der Wallach ging zuletzt nach einem Startfehler riesig. Oder schwingt gar Toscanini Diamant resolut den Taktstock, wie er es bei vier seiner neun Auftritte getan hat? Nur die besten Fünf ziehen ins Finale am 31. August. Volle Pulle ist also angesagt. Für das Publikum wird es mit Sicherheit nicht leicht, die richtige Reihenfolge für die Viererwette mit der bereits erwähnten 15.000-Euro-Garantie auf den Tippschein zu bekommen

Einfacher sieht’s auf den ersten Blick im mit 6.000 Euro dotierten fünften Lauf der Silberserie aus. Nach sieben Siegen am Stück gab’s für die Fans von Heiner Christansens Larsson am 15. Juni in Hamburg ein böses Erwachen, als der Hengst als 14:10-Favorit aus dem Tritt kam und die rote Karte sah. Diese kleine, für die Wetter monströse Betriebsstörung stellte der Braune umgehend richtig, kehrte 15 Tage später auf der Derby-Bahn wieder den kampfeslustigen Gesellen heraus und gab Glaedar, der erneut mit von der Partie ist, ganz sicher das Nachsehen. Neben dem Ritter der World of Warcraft versuchen die mit einem brandaktuellen Hamburger Sieg anreisende Gian Luca Pasel, Velvet Affair, Super Queen C, Offroader und Free Bird, Larsson im 6. Rennen die 14. Siegsuppe zu versalzen.

Elf Traber müssen zweimal ran: Im von Amateuren bestrittenen ersten Lauf des Kombi-Pokals (4. Rennen) könnte genaues Hinsehen und Analysieren für Lauf zwei (10. Rennen), bei dem die gleichen Pferde von Profis gesteuert werden, bares Geld wert sein. Wer hat überzeugen können, wer war durch einen miesen Rennverlauf gehandicapt, wer hinterließ einen bestechenden Eindruck? Vorab sollte die Entscheidung in beiden Läufen zwischen Adonis CG, C’est La Vie C und dem manchmal etwas unrund trabenden Night Star Sam liegen. Nicht ausgeschlossen, dass Red Attack ein deftiges Wörtchen für die Kombiwette mitspricht. Der Fuchs ist so etwas wie der Pechvogel der Saison, dem in einigen Prüfungen alles zuwider gelaufen ist. Dreimal hat ihm Fortuna aber auch schon beim Siegen huldvoll zugelächelt…

Durchaus in Berlin bleiben könnte die erste Schleife des Derby-Meetings um kurz nach 17.00 Uhr: Andreas Gläsers Fight of the Night hat bei seinem Debüt als Dritter in 1:16,3 so nachdrücklich auf den Putz gehauen, dass der Sohn des langjährigen Mariendorfer Bahnrekordlers Gustav Diamant in seiner zweiten Runde alle übrigen Rivalen auszuknocken vermag.

Unsere Tipps:
1. Fight of the Night – Fandjo – Gangster New York
2. Fionaro – Lord Bo – Arno
3. Errakis – Tailor Made – Farenne O
4. Adonis CG – Night Star Sam – C’est La Vie C
5. Hellboy – Bonanomi – Danina A P
6. Larsson – Free Bird – Glaedar
7. Heras Traum – Online PS – Elan du Gollier
8. Timberlake Diamant – Gingerbell – Major Ass– Kobra Haleryd
9. Rapido OK – O’ Sunday – Tragopan Jet
10. Adonis CG – Red Attack – Night Star Sam – Orefice
11. Casanova d’Amour – Brandy Hornline – Erha d’Antan


Samstag, 20. Juli 2019 - 2. Tag des Derby-Meetings

(Start des ersten Rennens um 13.00 Uhr / Qualifikationen und Vorab-Interviews bereits ab 12.20 Uhr)

Manege frei für die dreijährigen Ladys

Eduard Winter Deutsches Stuten-Derby: In vier Vorläufen werden die zwölf Finalisten ermittelt. Charlie-Mills-Memorial: Düpiert Goldy Stardust die Boys? 20.000 Euro Garantie inklusive 7.021 Euro Jackpot in der V7+-Wette

Wollen ihre gute Form auch im 3. Vorlauf (8. Rennen) zum Stuten-Derby 2019 beweisen: Jacky Bros und Fahrer Jaap van Rijn (Foto: ©Marius Schwarz)

Nach einem eher beschaulichen Auftakt am Freitagabend geht es an den Tagen zwei und drei des Derby-Meetings (Start des 1. Rennens jeweils 13.00 Uhr) mit je 14 Prüfungen nicht nur sportlich in die Vollen. In erster Linie richtet sich der Fokus auf die Dreijährigen, die im wertvollsten Rennen der Karriere den Blick fest aufs Blaue Band gerichtet haben.

Ganz nach alter Schule haben die Ladys den Vortritt. Keine der 2016 geborenen Stuten wagt dem starken Geschlecht den Fehdehandschuh hinzuwerfen. In vier Vorläufen, die als 4., 6., 8. und 10. Menüpunkt den roten Faden durch das Mammutprogramm knüpfen, versuchen sich 36 von ihnen für das erstmals zwei Wochen später entschiedene Stuten-Derby zu qualifizieren. Die jeweils besten Drei dürfen im Finale am 3. August nochmals ran - dann um Teile des mit 83.000 Euro gefüllten großen Potts. Die Auslese ist folglich nicht von Pappe, denn neben jeweils 10.000 Euro geht es um eine günstige Ausgangsposition fürs Finale, für das zunächst die Sieger-Teams, dann die Zweiten die Startplätze wählen dürfen und die Dritten mit dem vorliebnehmen müssen, was an Nummern übrig blieb.

Wie üblich wurde vom Veranstalter für jede Elimination eine Stute gesetzt, wobei ein Trio über alle Zweifel erhaben war. Kniffliger war es, die Vierte auszuwählen; der Veranstalter hat sich für die dreifache Siegerin mit dem hochfahrenden Namen Vincennes Diamant entschieden.

Eröffnet wird der Reigen mit dem 1. Vorlauf (4. Rennen), in dem Marylin Monroe Bo schon nach Gewinnsumme heraussticht. Die Andover-Hall-Tochter, deren große Schwester Donna Kievitshof im Stuten-Derby 2013 Fünfte geworden ist, hat 2018 mit dem Sieg im Hamburger Orakel der Zweijährigen ihre Kapazitäten nachdrücklich bewiesen, kam zum Sieg im Adbell-Toddington-Lauf der Stuten jedoch erst am Grünen Tisch: Die als Erste anschlagende Gaya de Pervenche wurde wegen Verstoßes gegen die Dopingbestimmungen disqualifiziert. In trockenen Tüchern ist der Sieg vorab noch lange nicht, denn Gwendoline Go hat bei der Generalprobe im schwedischen Örebro nach einem Startfehler einen dritten Platz ergattert, der Lust auf mehr machte. Im Gegensatz zu der Lets-Go-Tochter aus Thorsten Tietz‘ Quartier, die ihr Debüt hier in Mariendorf souverän vorneweg gewonnen hat, betritt eine weitere „Schwedin“ Neuland: Erstmals nimmt Ganes B einen Rechtskurs unter die Hufe. Liebend gern würde die Tochter der Galea, die Conrad Lugauer für die Münchner Besitzerfamilie Berchtold vorbereitet, in die Fußstapfen ihrer Mutter treten. Die hat im Stuten-Derby 2008 den Vorlauf gewonnen und im Finale Platz zwei belegt. Wer eine chancenreiche Außenseiterin sucht, wird vielleicht bei Velten Isabel fündig, die erstmals überhaupt Rennluft schnuppert; normalerweise für eine solche Aufgabe zu wenig Empfehlung, doch Pferde von Jeroen Engwerda und Weltmeister Rick Ebbinge sind stets ins Kalkül zu ziehen.

Einmal - und dabei nicht furchterregend - hat sich aus diesem Erfolgsteam Jessy Schermer als Zweite in Gelsenkirchen vorgestellt. Ohnehin dürfte in Vorlauf 2 (6. Rennen) die Gunst der Wetter erneut Michael Nimczyk zufallen, der mit La Grace eine von Frankreichs Züchterlegende Jean-Pierre Dubois zur Welt gebrachte Muscle-Hill-Tochter startet, die als größte Referenz neben zwei Siegen im Alltagsgeschäft einen Ehrenplatz in der Breeders Crown 2018 einbringt. Gefahr könnte in erster Linie von der heuer noch nicht gestarteten Jessie Bros drohen, die zwei ordentliche Probeläufe aufs Wolvega-Parkett legte und mit Dion Tesselaar einen Mann im Sulky hat, der weiß, wie Derby-Siegerinnen geformt werden: 2016 ist ihm dies mit Gilda Newport schon einmal gelungen. Bayern hofft auf Doppelsiegerin Rilana, Michel Rothengatter auf Jane Attack, die ihre beiden einzigen Auftritte in Berlin-Mariendorf absolviert hat.

Für Vorlauf 3 (8. Rennen) wurde Jacky Bros gesetzt, die sich diese Wertschätzung mit einem Nasenspitzen-Sieg über Marylin Monroe Bo im Stutenlauf des Buddenbrock-Rennens redlich verdient hat. Dicht dabei in dem bis zum Zielstrich hin und her wogenden Gefecht blieb an jenem 30. Juni Janske Beemd. Allein das zeigt, dass Hollands Nachwuchsstar Jaap van Rijn mit Jacky noch lange nicht im Ziel steht. Viel Erfahrung und ordentliche Formen bringen Jetway Fortuna und die Bayerin Vogue Diamant mit. Gibt das letztlich den Ausschlag für den Final-Einzug? Die Kehrseite der Medaille ist Jet Scott, die ihren bislang einzigen Auftritt (in Wolvega) mit Platz vier abgeschlossen hat.

Die letzten Knoten für den Endlauf werden in Qualifier 4 (10. Rennen) geknüpft - und der scheint am ausgeglichensten daherzukommen. Unumstritten war das Setzen von Vincennes Diamant nicht, die nach drei Siegen mit blitzblanker Weste von Jaxon Schermer abgekanzelt wurde und sich anschließend mit einer Galoppade selbst eliminierte. Die von Erfolgscoach Paul Hagoort vorbereitete Zuchtgefährtin Versailles Diamant, Michael Nimczyks dritte Waffe Jeanet Newport sowie die in Mariendorf aus der Deckung eine siegreiche Generalprobe abliefernde de-Beer-Stute mit dem vielversprechenden Namen Venividivici S sollten in der Lage sein, weit vorn mitzumischen.

Dort, wo das „junge Gemüse“ vielleicht mal hinkommt, kredenzen seit Jahr und Tag gewachsene Größen den Höhepunkt des Nachmittags: Mit dem 20.000 Euro wertvollen Charlie-Mills-Memorial (12. Rennen) wird eines am 7. Juni 1972 verstorbenen Fahrers und Trainers gedacht, der so etwas wie der erste Weltbürger des Trabrennsports war und zum Beispiel Hambletonian-Sieger Walter Dear aus den USA nach Europa lotste, der hier als Rennpferd und Vererber größte Erfolge feierte. Von solchen Meriten sind die sieben Aspiranten um einiges entfernt, international erfahren sind die meisten von ihnen gleichwohl. Goldy Stardust, jüngst mit einem dritten Rang in Frankreich dekoriert, nimmt es als einzige Stute gegen die Männer auf. Die Sechsjährige, Deutschlands Traber des Jahres 2017, bekommt mit Halva von Haithabu einen „Wikinger“ vor die braune Nase gesetzt, der schon in Frankreich, Belgien und Schweden Proben seines Könnens abgeliefert und aktuell in Hamburg in starken 1:12,1 den achten Sieg der Karriere gelandet hat. Desgleichen kommt Blitzstarter Tyrolean Dream mit einem frischen ersten Platz aus München zurück an jene Stätte, an der er vor fünf Jahren siegreich in die Laufbahn eingestiegen ist. Last but not least greift Rainbow Diamant, der sich als Sieger fürs Finale des Super Trot Cup qualifiziert hat, vor jenem Endlauf am 4. August noch einmal an. Wer Heinz Wewering kennt, weiß, dass er dem „Regenbogen“ keine Schonfrist gönnt.

Aus Sicht der Wetter, über die ein wahres Füllhorn an Garantieauszahlungen und Jackpots ausgeschüttet wird, lohnt sich ein Blick auf die beiden Großwetten ganz besonders: 7.000 Euro werden garantiert in der mit dem 2. Rennen beginnenden V5-Wette ausgeschüttet, bei der alle Sieger bis einschließlich zum 6. Rennen vorhergesagt werden müssen.
Gar mindestens 20.000 Euro können sich all jene teilen, die ab dem 8. Rennen bis zum Schluss, den sich der Veranstalter für die nicht immer leicht auszurechnenden Trotteurs français ausbedungen hat, mit „Massel und Broche“ bei der V7+-Sieger-Stange bleiben.

Unsere Tipps:
1. Naama – Stand up – Bavaro
2. Nashua – Ready Dream – Chaplin
3. Fast and Furios – Rebound – Mr Bathuan Byd
4. Marylin Monroe Bo – Ganes B – Gwendoline Go
5. Holly Star – Dame Quick – Fire Lane – Nemo
6. La Grace – Jaipur F Boko – Jet Flevo
7. Oscar L.A. – Englishtown – Instagram
8. Jacky Bros – Janske Beemd – Jetway Fortuna
9. One Penny Black – Camus – Danielle Simoni
10. Vincennes Diamant – Versailles Diamant – Jeanet Newport
11. Donna Granata – Honesty Newport – Hands Down
12. Goldy Stardust – Tyrolean Dream – Halva von Haithabu
13. Dame Quick – Phil Taylor – Commander H – Nemo
14. Birdie de Neuilly – Daddy Cool Blue – Estac


Sonntag, 21. Juli 2019 - 3. Tag des Derby-Meetings

(Start des ersten Rennens um 13.00 Uhr)

Derby-Vorläufe: Kein Losglück für die Gemeinten

Das Erreichen des großen Finales wird kein Zuckerschlecken für Otero, Gladiateur und & Co. – Garry als Stargast der Monté-Meile – Vierjährigen-Auktionsrennen mit starker Oranje-Note – Hannah bittet zur TraberParti – Erneut 20.000 Euro GarantieAuszahlung in der V7+

Gesetzt im ersten Vorlauf (4. Rennen) zum Derby der Hengste und Wallache 2019: Otero und Fahrer Josef Franzl (Foto: www.lingk.com)

Da hat die launische Fortuna den Vorausfavoriten des trotto.de 124. Deutschen Traber-Derbys bei der Auslosung der Vorlauf-Startplätze ein deftiges Schnippchen geschlagen! Die vier vom Veranstalter wie gewohnt vorab gesetzten Aspiranten aus der Schar der 34 Hengste und Wallache - eine Lady wagt sich diesmal nicht gegen sie in den 1900 Meter langen Ring - haben bis auf eine Ausnahme durchweg an schlechten Startplätzen zu knabbern, und um den vermeintlich zweiten Hieb ist’s nicht besser bestellt. Das erhöht die Chancen der Kleinen, auf einem der drei vorderen Ränge zu landen, die Pflicht sind für die am 4. August geplante große Kür beim Kampf um das Blaue Band, das inklusive der zehnprozentigen Züchterprämie mit rund 207.000 Euro dotiert sein wird..

Wie tags zuvor bei den Stuten bilden die Qualifikationsläufe als 4., 6., 8. und 10. Rennen das Gerüst der um 13.00 Uhr beginnenden 14-Rennen-Karte. Trotz Startnummer „8“ dürfte in 1. Vorlauf Otero in der Gunst der Wetter ganz oben - und das, obwohl der Sohn des amerikanischen Supervererbers Muscle Hill in diesem Jahr erst einen Auftritt hatte. Der allerdings war eines Champions würdig, denn am 2. Juni spielte der Hengst mit dem neuen Lasbeker Gestütstrainer Josef Franzl nur ein bisschen mit den Gegnern. Was dabei herauskam, war ein überlegener Sieg in 1:13,0; so zackig war keiner der übrigen 33 Bewerber jemals unterwegs. Auf die 28 Tage später geplante Krönung im Buddenbrock-Rennen verzichtete man im Lager des Hengstes wegen der tropischen Temperaturen. Der Zufall will es, dass sein vermeintlich härtester Rivale Jaxon Schermer, ein ebenso laufgewaltiger wie galoppanfälliger Bursche, direkt unter ihm von der „7“ loslegen muss. Am heftigsten mit dem Finale liebäugeln werden zudem River Flow und Joker Newport.

Die Absage des Buddenbrock-Vorausfavoriten nutzte Juan Les Pins, mit dem ersten Sieg seinen Hut höchst nachdrücklich in den Derby-Ring zu werfen. Das bescherte ihm in Qualifier 2 den Part des Gesetzten, und mit der „5“ ist er von der holden Glücksgöttin am besten bedient worden. Seine Brüder Unforgettable und Expo Express haben das Blaue Band 2005 bzw. 2014 errungen, und natürlich ist Hollands Nachwuchsstar Jaap van Rijn höchst erpicht darauf, dem nachzueifern. Da werden die aktuellen Sieger Gangster, Rheingold, Jack Scott und Airborne gehörig am Rad drehen müssen, wollen sie dem Schützling von Arnold Mollema den Sieg vergällen, der gleichbedeutend mit einem guten Final-Startplatz ist.

Wie Otero hat Gladiateur in Elimination 3 die ungeliebte „8“ zugeschanzt bekommen. Der im Buddenbrock-Rennen von Juan Les Pins glatt abgekanzelte „Gladiator“ wird sich sputen müssen, denn speziell von Juan Bros werden aus Italien wahre Wunderdinge kolportiert. Der bienenfleißige Muscle-Mass-Sohn hat bis auf einen Fehltritt bei elf Starts durchweg Prämien gehamstert, viermal gar die höchste. Italiens Trainerchampion Alessandro Gocciadoro geht mit seinen Rössern stets extrem gut vorbereitet auf Reisen, wovon sich die Schweden ein ums andere Mal überzeugen konnten. Größter Gegner des 1:13,6-Trabers könnte der Rechtskurs sein, den er erstmals einschlägt. Sein Trainer wird das mit ihm sicherlich exzessiv geübt haben, doch sind Training und Match manches Mal zwei grundverschiedene Paar Schuhe. Und dann ist da noch Europabummler Orkan von Haithabu, der von allen Kandidaten nicht nur die höchste Gewinnsumme, sondern auch die meisten Reisekilometer intus hat. Der am 28. Oktober in Gelsenkirchen gekürte „Winterfavorit“ stürmte außer in Deutschland schon in Frankreich (Vincennes, Enghien) und Dänemark (Skive, Kopenhagen) um die Runden. Weitere Endlauf-Anwärter sind Real Perfect und Maranello Bo.

Desgleichen wird das Umfeld des im 4. Vorlauf gesetzten Jason Dragon (7) mit der Losfee hadern. Kleiner Trost für den bei drei Versuchen noch nie bezwungenen holländischen „Drachen“: Noch schlechter als ihn hat’s den erklärten Herausforderer Jambers (8) erwischt. Der hat sich nach drei Siegen in Holland für die Probe aufs Derby-Exempel nach Frankreich gewagt und wurde als Fünfter in Enghien kräftig gestutzt. Nach der alten Mär von der verpatzten Generalprobe und der umso rauschenderen Premiere muss er dieses Ergebnis geraderücken, sonst machen ihm Velten von Flevo und Caprioso womöglich einen Strich durch die Final-Rechnung.

Gefundenes Fressen für die Holländer?
Größter finanzieller Posten des Nachmittags ist das erstmals ausgetragenen Auktionsrennen für die Vierjährigen. Alles, was bei der Derby-Auktion 2016 vorgestellt worden ist, darf sich in jenem 13. Rennen um die ausgelobten 30.000 Euro balgen. Ihren Weg, der sie immer häufiger an die prall gefüllten Preisgeld-Töpfe Frankreichs führt, gemacht haben die drei in Holland vorbereiteten Very Impressive S (100.526 Euro Gewinnsumme), Officer Stephen (27.740) und Great Gatsby As (52.704), die vor drei Jahren für 22.000, 50.000 und 8.000 Euro unter den Hammer gekommen sind. Sie sollten die drei lukrativsten Prämien unter sich ausfechten.

Garry vor dem 64. Streich
„Keine Wette ohne Garry“ heißt es in der ebenfalls neu geschaffenen Monté-Meile über 1609 Meter (7. Rennen). Der Dunkelbraune wird nicht nur seit vier Jahren mit immensem Erfolg ausschließlich unterm Sattel eingesetzt, sondern beginnt auch wie ein Torpedo. Wie gut der elfjährige Haudegen noch immer drauf ist, hat er hier erst kürzlich bewiesen, als er trotz 40 Meter Zulage zum 63. Mal in seiner famosen Karriere locker voraus war. Da ist der nächste Streich mit der deutschen Monté-Championesse Pflicht, so sehr sich der Franzose Bellinissimo und sein deutscher Dauerrivale Yarrah auch abstrampeln mögen.

Traber-Party mit Hannah Hazelaar?
Gibt’s im Winner Circle ein Wiedersehen mit Hannah Hazelaar, dem Pferd der 2017 nach schwedischem Vorbild begründeten, über die gesamte Bundesrepublik verstreuten Besitzergemeinschaft TraberParti? Am Tag der 2018er Derby-Vorläufe gewann die Braune nicht unbedingt erwartet das 11. Rennen mit der vielleicht besten, auf jeden Fall zügigsten Vorstellung ihrer gesamten Karriere. Wieder ist Michael Nimczyk im 11. Rennen mit ihr engagiert, und im Gegensatz zum 29. Juli sieht es vorab sogar günstiger aus. Erklärte Rivalin im Stuten-Pokal ist So Keck, die doch nicht so keck sein wird, Hannah in die Siegersuppe zu spucken? Klappt’s mit dem siebenten Sieg der „Parti-Maus“, herrscht bei der Siegerehrung wie vor einem Jahr Hochbetrieb auf dem Geläuf.

Unsere Tipps:
1. Finale zum Handicap de Luxe
2. San Pardo – Junior – Joule VS
3. Cora Sun – Virginias Prime – Porto
4. Otero – Jaxon Schermer – Joker Newport
5. Provenzano – Sansibar Diamant. – Realist – Arno
6. Juan Les Pins – Jack Scott – Gangster
7. Bellinissimo – Garry – Saskatchewan
8. Gladiateur – Juan Bros – Orkan von Haithabu
9. Muscle Design – Bonjour Ganyboy AM – Yen
10. Jason Dragon – Jambers – Velten von Flevo
11. Hannah Hazelaar – So Keck – Iris Flevo
12. Solvato – Ijsvink – Red Girl
13. Very Impressive S – Officer Stephen – Great Gatsby As
14. Astasia du Vivier – Dream Gibus – Erha d’ Antan

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)


WIR SIND SEHR STOLZ DARAUF, IM AKTUELLEN KADER 19 SPIELER AUS DER EIGENEN JUGEND ZU HABEN – UND DEN WEG WERDEN WIR AUCH WEITER VERFOLGEN


Der FC Stern Marienfelde hat sein erstes Vorbereitungsspiel am Donnerstag gegen Berlinliga-Aufsteiger Hilalspor mit 4:1 gewonnen. Vor allem die letzte Woche erst bekannt gewordene Verpflichtung von Torjäger Dennis Dort (35, rund 180 Tore in sechs Jahren Landesliga) ist aktuell eine bemerkenswerte Personalie beim Landesligisten.

Erfolgreicher Einsatz: Dennis Dort (r.) bei seiner Premiere für Marienfelde

Berlinsport Aktuell sprach nach dem Testspiel mit dem Co-Trainer (und Stern-Vorsitzenden) Markus Glasenapp über die Neuzugänge, die Aussichten in der Staffel 1 2019/20 – und die Besonderheiten seines Vereins.

Bitte zum Abhören unten anklicken

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/H. Nickelé


"WIR MÜSSEN AN DER DEFENSIVE UND AN DER FITNESS ARBEITEN"


Berlinliga-Aufsteiger Hilalspor hat am Donnerstag sein erstes Vorbereitungsspiel bei Landesligist Stern Marienfelde mit 1:4 verloren.

 

Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie mit dem neuen Trainer Marco Wilke (zuvor SD Croatia) über den Unterschied zwischen Berlin- und Landesliga, den Nachholbedarf seiner Mannschaft – und was ihn zum jetzigen Zeitpunkt positiv stimmt.

Zum Abhören bitte unten anklicken

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé


Der Aufsteiger in Berlins höchste Spielklasse hat sich in der Sommerpause nochmal verstärken können und will mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Im ersten Vorbereitungsspiel trennten sich die Charlottenburger 2:2 (0:1) vom Neu-Oberligisten SV Tasmania.

E. Kazar

Berlinsport Aktuell sprach nach der Partie am Donnerstag mit 03-Trainer Ersan Kazar über die ersten Eindrücke, Neuzugänge – und die Chancen in der Berlin-Liga 2019/20.

Zum Abhören bitte unten anklicken

 

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Die Neuen, die Sonntag bei Türkspor bereits im Einsatz waren: Schulz, Wündsch, Brosius, Buadu, Stoeter – vorne: Kirkafa, Kablan (v.l.n.r.)

Bei Berlin Türkspor setzt man zur Saison 2019/20 auf einen neuen Trainer: Oliver Kieback kommt vom SC Gatow – und bringt auch den einen oder anderen Spieler von dort mit. Mit Erhan Bahceci (SC Staaken, Sturm) und Christoph Stoeter (SV Altlüdersdorf, Abwehr) kommen aber auch zwei Akteure direkt aus der Oberliga an den Heckerdamm. So konnte ein Kader zusammengestellt werden, mit dem Türkspor eine gute Rolle in der kommenden Spielzeit zuzutrauen ist.

M. Grabow

Berlinsport Aktuell sprach am Rande des ersten Tests bei Anadoluspor mit Türkspors Co-Trainer Mario Grabow (Oliver Kieback weilte letzten Sonntag noch im Urlaub) über die Zugänge, die neue Mischung im Kader – und die Aussichten für kommende Spielzeit.

Zum Abhören bitte unten anklicken

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Berlin United ist weiter in aller Munde, denn der Aufsteiger aus der Landesliga hat personell zugelegt: bislang neun Spieler mit höherklassiger Erfahrung sind neu am Spandauer Damm. Auch auf dem Trainerposten gab es einen Wechsel: Aufstiegscoach und Ex-Weltmeister Thomas Häßler wurde durch Fabian Gerdts (29) vom Berliner SC ersetzt.

F. Gerdts

Berlinsport Aktuell traf den Neu-Trainer von United am Rande des Testspiels TSV Rudow - Füchse am Sonnabend an der Stubenrauchstraße und führte ein kurzes Gespräch mit ihm.

Zum Abhören bitte unten anklicken

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Die Füchse Berlin haben die dritte Zittersaison in Folge hinter sich und dabei dieses Mal – unter Mithilfe des TSV Rudow (gewann beim BFC Preussen) – den Klassenerhalt buchstäblich erst in letzter Sekunde unter Dach und Fach gebracht. Insofern ist der Wunsch in Reinickendorf nach einer  Saison im Tabellenmittelfeld gewaltig – vor allem durch den Zugang von Maik Haubitz (26, von RL-Aufsteiger Lichtenberg 47), Bruder von Füchse-Stürmer Steven (31), erhofft man sich ein besseres Abschneiden.

Th. Thielecke

Berlinsport Aktuell sprach nach dem Testspiel beim TSV Rudow (2:2) mit dem neuen Trainer der Füchse, Thorsten Thielecke, über die "schwierige Berlin-Liga 2019/20", die Neuzugänge – und die Gründe für seinen Tapetenwechsel nach Jahren bei SF Charlottenburg-Wilmersdorf.

Zum Abhören bitte unten anklicken

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Heinz Wewering macht sein Meisterstück

Auf der Überholspur: Heinz Wewering siegte im Finish mit Rainbow Diamant (Foto: ©Marius Schwarz)

Europas erfolgreichster Trabrennfahrer aller Zeiten gewinnt den mit 20.000 Euro Preisgeld dotierten Lauf zum Super Trot Cup mit dem Außenseiter Rainbow Diamant. In der Newcomer-Serie verblüffen Thomas Panschow und Kobra Haleryd ebenfalls zu hohen Odds. Die dickste Überraschung hält aber Thomas Buley parat, der mit Quandor für 42-faches Geld triumphiert.

Es war der Renntag der Außenseiter. Und es war der Renntag der Emotionen. Wohl nur selten zeigten sich die Sieger bei den Ehrungen im Winner-Circle so gerührt wie am Sonntag. Selbst ein solch ausgebuffter Profi wie Heinz Wewering, der in seiner glanzvollen Karriere schon mehr als 16.900 Mal als Erster über die Ziellinie gefahren war, musste nach seinem Triumph mit Rainbow Diamant ganz tief schlucken. Was eigentlich auch kein Wunder war: Denn dass der 29-fache Deutsche Meister der gesamten hochklassigen Konkurrenz in dem mit 20.000 Euro Preisgeld dotierten Lauf zum Super Trot Cup ein Schnippchen schlagen würde – damit hatte er wohl selber kaum gerechnet. Das Publikum hatte den Traber aus dem Besitz von Dr. Manuach Messengießer trotz seiner zuvor gezeigten exzellenten Leistungen am Toto nur bei 23,2:1 eingeordnet. Der Braune rangierte damit weit unter dem von Michael Nimczyk gesteuerten Favoriten Emilion (1,6:1), der auf der Startgeraden schwer von den Beinen kam und disqualifiziert wurde, und Conrad Lugauers Schützling Breidabliks Cognac (4,1:1), den es im letzten Bogen erwischte.

Auf den letzten Schritt

Besonderer Sieg: Heinz Wewering kann die Freude über den Erfolg mit Rainbow Diamant kaum verbergen (Foto: ©Marius Schwarz)

Da auch der als aussichtsreich eingestufte Gustavson Be (Victor Gentz) nach einer frühen Unsicherheit eine ernsthafte Siegchance begraben musste, gestaltete sich der Rennverlauf anders, als von vielen Wettern erhofft. Desert King (Jörgen Sjunnesson) schoss sofort an die Spitze, während Heinz Wewering mit Rainbow Diamant in dessen Windschatten schlüpfen konnte. Die zweite Spur führte bis zu seinem späteren Aus zunächst noch Breidabliks Cognac an, während Thomas Panschow mit dem mit schnellen Zeiten aus Dänemark angereisten Mr Shorty eher unauffällig an achter Stelle außen platziert war. Mitte der Gegenseite flog der Derby-Dritte aber im Rush heran und wirkte brandgefährlich.

Doch der führende Desert King erwies sich als ausgesprochen zäh und ließ sich kaum beeindrucken. Beim Einbiegen auf die Zielgeraden hatte Jörgen Sjunnesson alles in der Hand und schien einem sicheren Sieg entgegenzufahren. Doch der zu diesem Zeitpunkt noch mit etlichen Längen Rückstand folgende Rainbow Diamant entdeckte sein Kämpferherz und schaffte in 1:13,4/1.900m mit dem allerletzten Schritt die Sensation. Heinz Wewering gelang in seiner unnachahmlichen Art einmal mehr, ein Finish zu seinen Gunsten zu entscheiden. Während also Rainbow Diamant und Desert King die Tickets für das große Finale des Super Trot Cups am 3. August ergatterten, hielt sich auch Mr Shorty als Dritter ebenso wie der viertplatzierte Grift Jr (Michel Rothengatter) prächtig. Der im niederländischen Callantsoog trainierte Wallach lag unterwegs stets im Fahrwasser von Breidabliks Cognac.

Außenseitersieg auch bei den Newcomern

Überraschung: Thomas Panschow siegte mit dem 24:1-Außenseiter Kobra Haleryd (Foto: ©www.lingk.com)

Mächtig verblüffte Mienen gab es bei den Favoritenwettern auch nach dem Sieg von Thomas Panschow und Kobra Haleryd im sechsten Lauf der Newcomer-Serie um 6.000 Euro Preisgeld. Denn mit dem bei 24,0:1 notierten Außenseitergespann hatte kaum jemand gerechnet, sodass sich in der V7+ bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt ein Jackpot in Höhe von 7.020 Euro ergab. Thomas Panschow verpasste seinem Schützling, den er zuvor nur ein einziges Mal – nämlich Mitte Juni in Hamburg – gesteuert hatte, ein geschontes Rennen an der Innenkante. Er ersparte dem Fuchs aus dem Lot von Martina Jänsch-Tappe jeden zusätzlichen Meter – das war die Basis für den Erfolg.

Als das Feld in den Einlauf bog, machte Kobra Haleryd in 15,8/1.900m hinter der Pilotin G.G.‘s Victoria (Victor Gentz) entscheidende Reserven frei und fing die tapfer durchziehende Gegnerin sicher ab. „Es hat sich vom Startplatz zwei aus alles optimal für uns entwickelt“, resümierte Thomas Panschow bei der anschließenden Ehrung und zeigte sich ebenfalls tief bewegt. „Ich habe mich an Kobra Haleryds Vater Nu Pagadi erinnert – vielleicht hat uns das zusätzlichen Schwung verliehen.“ Mit dem Hengst hatte der Profi 2008 das Derby gewonnen.

Rahmenprogramm I:  Wewering zum Zweiten

Im Rahmenprogramm gab es etliche starke Leistungen zu verzeichnen. Hier sind die Sieger in chronologischer Reihenfolge: Merete (Thomas Heinzig) war nach ständiger Führung eigentlich nur als Zweite eingelaufen. Da aber Proud Miguel (Thomas Panschow), der sie kurz vor der Linie abgefangen hatte, im Anschluss wegen einer Fahrspurveränderung eingangs der Zielgeraden von den Stewards auf den dritten Platz zurückgesetzt wurde, ging der Erfolg an das Stallteam der Stute.

Einen geradezu überfälligen Volltreffer feierte Fighter Pilot (Mikola Volf). Der überaus formbeständige Fuchs ging auf der Gegenseite nach vorne und war völlig überlegene Ware. Red Girl (Heinz Wewering) lag unterwegs immer hinter der tempobolzenden Jane Attack (Michel Rothengatter) und ging im Einlauf grußlos an der Pilotin vorbei. Falls Garry (Ronja Walter) so weitermacht wie momentan, hat der Wallach erneut die Chance, Deutschlands siegreichstes Pferd des Jahres zu werden. Selbst 40 Meter Zulage konnten den Dunkelbraunen, der im Schlussbogen das Heft in die Hand genommen hatte, nicht stoppen und er machte das Monté in phänomenalen 14,7/2.040m einmal mehr zu seiner Bühne.

Rahmenprogramm II: Quandor sorgt für Quote

Für den größten Quotenhammer der Veranstaltung sorgte Thomas Buley mit dem 41,8-Riesenaußenseiter Quandor. Den eigenen Traber gleich bei seinem Debüt siegen zu sehen – das ist wohl der Traum eines jeden Besitzers und Lesley Renner, die Quandor auf Anraten seines Züchters Christian Tausent gekauft hatte, war über den mit großer Autorität erzielten Triumph derartig glücklich, dass sie prompt ein paar Freudentränen verdrückte. „Ich glaube, ich habe ein Pferd für Dich – er schaut gut aus und wird Dir gefallen, hatte mir Christian Tausent gesagt und ich bin seiner Empfehlung gefolgt“, strahlte die sympathische Amateurfahrerin bei der Ehrung im Winner-Circle über beide Backen. Die im schleswig-holsteinischen Bevern beheimatete Sportlerin durfte in der Tat mächtig stolz auf ihre Neuanschaffung sein, zumal Thomas Buley und Quandor mit ihrer auf der Gegenseite eingeleiteten Blitzattacke dem Favoriten Cruzado (Michael Nimczyk) eine glasklare Niederlage beigebracht hatten und in bärenstarken 15,5/1.900m nichts dem Zufall überließen.

In prächtiger Verfassung präsentierte sich So Keck mit ihrem Besitzer Immo Müller. Die Stute bewies einmal mehr, dass sie Rennen an der Spitze liebt und gewann sehr souverän. Die bei 16,6:1 gehandelte Venividivici S (Ronald de Beer) profitierte zum einen vom Ausfall diverser Favoriten und zum anderen von einem Idealverlauf als zweites Pferd innen. Ihre Besitzerin Sabine Koza darf mit der Dreijährigen nun gespannt dem Stutenderby-Vorlauf entgegensehen. Auch Oxidizer (Andreas Gläser) erbrachte mit 12,9:1 eine stolze Quote. Der Vierjährige drehte auf der Gegenseite seinen Turbo auf und trabte zu einer 15,0-Rekordverbesserung. Bereits den vierten Erfolg en suite erzielte Honesty Newport (Michael Nimczyk), die vom Fleck weg keine Opposition duldete. Die Abschlussprüfung ging an die von Dennis Spangenberg bereits ausgangs des ersten Bogens gebrachte Astasia du Vivier. Für die Fuchsstute wurde es am Ende zwar sehr eng, aber sie rettete sich mit einem Millimeter-Vorteil vor dem speedigen Birdy de Neuilly (Michael Nimczyk) ins Ziel. Und natürlich kamen auch wieder die Mini-Traber zum Zuge. Der Sieg ging – wie könnte es anders sein – an Amy Fink und ihr Pony Lolly.

Gesamtumsatz: 153.678,10 Euro – Bahnumsatz: 52.594,25 Euro – Außenumsatz: 101.083,85 Euro.

Unser Terminhinweis: Es ist soweit: Das Derby-Meeting beginnt! Die erste Veranstaltung des wichtigsten Ereignisses des deutschen Trabrennsports findet am Freitag, dem 19. Juli ab 16.30 Uhr statt. Im Mittelpunkt werden die Silber- und Newcomer-Serie sowie der Derby-Cup der Vier- und Fünfjährigen stehen.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)


Im ersten Vorbereitungsspiel zur Saison 2019/20 trennte sich der TSV Rudow mit 2:2 (0:2) von Ligakonkurrent Füchse Berlin. Nach drei Jahren unter der Leitung von Aaron Müller hat mit Mario Reichel (zuletzt Füchse) ein neuer Trainer an der Stubenrauchstraße die Arbeit übernommen. Dazu hat es im Kader der Rudower die eine oder andere Veränderung gegeben.

M. Reichel

Berlinsport Aktuell sprach nach dem Testspiel mit Mario Reichel über den Last-Minute-Klassenerhalt mit den Füchsen, die neue Aufgabe beim TSV und die Zugänge, die den Rudowern eine ruhige Saison bescheren sollen.

Bitte zum Abhören unten anklicken

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Letzte Saison wurde Eintracht Mahlsdorf seiner Favoritenrolle nicht gerecht – um so mehr brennt man an Rosenhag auf Wiedergutmachung. Schon in der Rückserie war dabei unter dem zur Halbserie 2018/19 verpflichteten Trainer Daniel Volbert ein Aufwärtstrend bei der Eintracht erkennbar. Im ersten Vorbereitungsspiel zur neuen Spielzeit unterlag der Berlinligist nun am Mittwoch beim FC Hertha 03 trotz einer 2:0-Führung noch mit 2:3*.

T. Boer

Berlinsport Aktuell sprach mit dem Sportlichen Leiter Torsten Boer (zur Halbzeitpause) über die vergangene Saison, die Qualitäten der Neuzugänge – und wie man an die noch schwerer erwartete Spielzeit 2019/20 in der höchsten Hauptstadtspielkalsse herangeht.

Zum Abhören bitte unten anklicken

*Im Test am heutigen Sonnabend besiegte Eintracht Mahlsdorf den Regionalligisten Union Fürstenwalde mit 2:1

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé