Trab: Rückschau auf den Mariendorfer Mittwoch

Celestial Light TK beseitigt alle Zweifel

Mit ihrem Trainer Gerhard Biendl beherrscht die Stute die internationale Klasse souverän. Die Tagesbestzeit erzielt der von Dennis Spangenberg gesteuerte Khalid

Celestial Light TK mit Gerhard Biendl gewinnt (Foto: @Marius Schwarz)

 
Die Mariendorfer Afterwork-Veranstaltung bestand aus acht PMU-Rennen. Einer der Glanzpunkte des Abends war zweifellos die Prüfung für die internationale Gewinnsummenklasse. Obwohl hier nur sechs Pferde an den Start gingen, war das Rennen qualitativ ausgezeichnet besetzt. Das größte Augenmerk ruhte auf der 15:10-Favoritin Celestial Light TK und ihrem Trainer Gerhard Biendl - und diejenigen, die nach zwei Niederlagen eine Formschwäche bei der Sechsjährigen erkannt zu haben glaubten, wurden gründlich eines Besseren belehrt.

Denn die die Stute lieferte trotz eines gewiss nicht leichten Verlaufs eine Galavorstellung ab. Vor den Tribünen steuerte Gerhard Biendl seine für die Farben von Thomas Kestel trabende Vierbeinerlady in die Angriffsspur und obwohl sich der Pilot Soccer (Victor Gentz) redlich mühte, zog Celestial Light TK dem Widersacher eingangs der Zielgeraden endgültig den Zahn. Die Love-You-Tochter siegte in 14,4/1.900m überaus leicht mit zweieinhalb Längen Vorsprung. Mit einem feinen Schlussspurt eroberte Helios (Michael Hönemann) hinter Soccer das dritte Geld.

Spangenberg 2-mal vorn - aber nicht mit Navy Blue

Im Mariendorfer Criterium hatte Khalid mit Thomas Panschow noch eine Niederlage gegen Kelso hinnehmen müssen. Nun drehte der diesmal von Dennis Spangenberg gesteuerte Wallach den Spieß gegen seinen Rivalen um, in dessen Sulky ebenfalls ein anderer Fahrer als im Criterium, nämlich Christian Lindhardt, Platz genommen hatte. Das Ergebnis fiel für Khalid, der auf der Tribünengeraden nach vorne gegangen war, in der Tagesbestzeit von 14,3/1.900m jedoch sehr knapp aus, denn nicht nur der im Einlauf mit Flügeln heranfliegende Rivale, sondern auch der innen geschonte und am Ende drittplatzierte Panasonic Diamant (Kay Werner) agierten gefährlich und waren jeweils nur um eine Kopflänge vom Sieger getrennt.

Deutlich klarer fiel der zweite Tagessieg für Dennis Spangenberg aus, denn nachdem er Maine einen Traumverlauf als zweites Pferd innen serviert hatte, spurtete die Stute in 15,4/1.900m überaus locker am Tempomacher O.M.Dustin (Michael Hönemann) vorbei.

Mit der Topfavoritin Navy Blue, die verblüffender Weise keinerlei Akzente setzen konnte, wurde Dennis Spangenberg den hohen Erwartungen allerdings nicht gerecht. Der Sieg ging in diesem Rennen stattdessen an den von Victor Gentz meisterlich vorgetragenen Kashmir, den der Lauvenburger trotz der schlechten Startnummer zwölf zunächst rasch an die zweite Stelle außen beordert hatte und dann cleverer Weise die Rolle des Angreifers gleich im Anschluss an einen offensiv drückenden Konkurrenten weiterreichte. Kashmir bedankte sich für die optimale Einteilung mit einem Sechs-Längen-Triumph.

Wewering verhindert Gentz' Doppel, auch Franzl erfolgreich

Mit Gobelin war Victor Gentz wenig später ebenfalls prominent im Geschehen – der Wallach biss sich aber an dem von Heinz Wewering gesteuerten Jorma Bo vergeblich die Zähne aus. Der Aufbaustart in Karlshorst, bei dem Wewerings Schützling eine Woche zuvor wesentlich schwächere Gegner geschlagen hatte, war offenbar das goldrichtige Rezept, um Jorma Bos Nervenkostüm zu stärken. Der Vierjährige setzte sich gegen hochkarätige Konkurrenten Start bis Ziel in fulminanten 14,4/1.900m durch – und das, obwohl er im Vorfeld die geringste Gewinnsumme aller Teilnehmer aufwies! In der gezeigten Form steht der Crack der Besitzerin Katharina Pavel zweifellos vor weiteren Heldentaten.

In den vergangenen Wochen hatte sich Josef Franzl, der sonst häufig mit seinen Pferden in der Hauptstadt zu Gast war, eher rar gemacht. Nun nahm der Bayerische Champion die lange Anreise wieder einmal in Kauf und wurde für diese Mühen mit einem Sieg von Aperol CG belohnt. Der Dreijährige aus der Zucht von Roger Wittmann wurde behutsam vom Start gebracht und schloss im weiteren Verlauf kontinuierlich zur Spitzengruppe auf. Zum Angriff wurde der Wallach, der seinen Rekord um volle drei Sekunden auf 16,6/1.900m steigerte, aber erst mit Erreichen der Zielgeraden beordert. Von dem Sohn der Hella Hanover, die ebenfalls von Josef Franzl trainiert wurde, wird man sicherlich noch viel Positives hören.

Klare Sieger in beiden französischen Rennen

Zwei der Rennen waren ausschließlich in Frankreich gezüchteten Pferden vorbehalten. Die Gewinnsummenklasse bis 25.000 Euro wurde zu einer glasklaren Angelegenheit für Michael Nimczyk und Chance Classique. Die Stute zog nach einer halben Runde an die Spitze und führte das Feld im weiteren Verlauf stets mit mehreren Längen Vorsprung an. Der Goldhelm: „Chance Classique besitzt viel Können, aber auch ihre Eigenarten. Sie hat sich durch ihre Fehleranfälligkeit in der Vergangenheit vieles zunichte gemacht, ist nun aber deutlich stabiler geworden.“

In der anderen Trotteur-Francais-Prüfung drehte sich alles um die Frage: Bleibt Amiral de Retz auf den Beinen oder nicht? Er blieb es – und sein Fahrer Jochen Holzschuh, der den Hengst eine Runde vor dem Ziel im Rush an die Spitze geführt hatte, durfte sich über einen überlegenen Sieg in 15,8/1.900m freuen.

Gesamtumsatz: 89.426,85 Euro – Bahnumsatz: 23.241,90 Euro – Außenumsatz: 66.184,95Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 26. November statt. Beginn ist um 13.30 Uhr.

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

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