Trab: Die Vorschau auf den Winterpokal-Sonntag

Frühzeitige Bescherung

Im sportlichen Mittelpunkt steht der mit insgesamt 16.000 Euro Preisgeld dotierte Winterpokal der Amateure. Bärenstarker Auftakt: Gleich im ersten Rennen kann Dennis Spangenberg seinem Schützling Khalid das Bahnchampionat sichern.

(Start des ersten Rennens um 14.00 Uhr / Qualifikationen und Vorab-Interviews bereits ab 13.35 Uhr)

Gleich im 1. Rennen gefordert: Fahrer Dennis Spangenberg, hier beim Sieg mit Dimitri W Eden im November 2017 (Foto: ©Marius Schwarz)

Finale Grande: Der letzte Renntag der Mariendorfer Saison 2017 wird zwar – falls man den aktuellen Wettervorhersagen Glauben schenkt – nicht von Schneeflocken begleitet werden. Aber ansonsten ist die Szenerie voll und ganz auf das nahende Weihnachtsfest eingestellt, denn auf der Derby-Bahn findet quasi schon eine frühzeitige Bescherung statt. In der großen Prämienausspielung werden Preise im Wert von 5.200 Euro verteilt. Der Mariendorfer Jahresabschluss kann sich also wahrlich sehen lassen.

Stichwort Saisonende: Im Januar werden die Mariendorfer Champions geehrt und in den meisten Kategorien sind die Titel bereits so gut wie vergeben. Das betrifft allerdings in erster Linie die zweibeinigen Akteure, während bei den vierbeinigen Stars noch die Entscheidung offen ist. Derzeit führt der mittlerweile nach Norwegen verkaufte Rossini Diamant die Wertung mit acht Jahressiegen an. Doch falls ihm gleich im 1. Rennen ein Sieg gelingt, würde Khalid (Dennis Spangenberg) mit dem ehemaligen Trainingsgefährten gleichziehen. Zum Zuckerschlecken wird die Aufgabe für den zuletzt nach anstrengendem Pensum nicht wie gewohnt durchziehenden Rappen allerdings nicht, denn Panasonic Diamant (Key Werner) bewegt sich in vortrefflicher Verfassung und ist ein harter Prüfstein. Die in Hamburg in bester Klasse enorm überzeugende, im Anschluss allerdings enttäuschende On Vogue (Franz Klein) sowie Key Largo (Luisa Ehrig), Philistine Face (Michael Nimczyk) und Theodor Fontane (Heinz Wewering) sind ebenfalls weit mehr als nur Feldfüller – in der Auftaktpartie der V4 steckt also jede Menge Pfeffer!

Die Vorläufe zum Winterpokal der Amateure

Gleich im Anschluss geht es mit den drei Vorläufen des Winterpokals der Amateure weiter, dessen aus zwei Bändern gestartetes Finale dann den krönenden Abschluss der Berliner Zehn-Rennen-Veranstaltung bildet. Die Gesamtdotation des Highlights, das die Gewinnsummenklassen bis 12.000 bzw. bis 25.000 Euro anspricht, beträgt 16.000 Euro. Die als zweite Tagesprüfung ausgetragene erste Qualifikation sollte für die frische Doppelsiegerin Sayuri Mo (André Pögel) und die qualitativ gleichwertige Opalis (Franz Klein) keinerlei Problem darstellen. Aber auch die zuletzt in Front Tempo bolzende M.T.Kylie strahlt Gefahr aus, denn in ihrem Sulky sitzt mit John O’Hanlon ein sehr erfahrener Mann. Der ehemalige Berufsfahrer, der nun ins Amateurlager gewechselt ist, kann auf 103 Fahrersiege verweisen.

Das wird allerdings André Pögel nicht allzu viel Angst einflößen, denn zum einen verfügt der mehrmalige Berliner Amateur-Champion mit 433 Erfolgen ebenfalls über eine prächtige Bilanz und zum anderen ist er im 3. Rennen, dem zweiten Vorlauf, mit One and Only bestens aufgestellt. Die Gegner der Stute sind nicht ganz einfach auszurechnen. John Bull muss man alleine schon wegen seiner konstant schnellen Kilometerzeiten Chancen einräumen. Außerdem wird der Wallach von einem der besten Amateure Deutschlands gesteuert – nämlich von Hans-Jürgen von Holdt, der auf 689 Siege kommt. Ein Blick lohnt sich auch auf die Zahlen der weiteren Teilnehmer: Julius Southwinds Fahrer Günter Schiefelbein drehte schon 285 Ehrenrunden, Sammys Pilot Franz Klein begab sich bisher 125 Mal in den Winner-Circle und Thomas Maaßen, der Montgomery Mo steuert, narrte seine Konkurrenten 363 Mal. Nicht übersehen darf man zudem Michael Hamann, der bisher 115 Mal punktete. Sein Schützling Glamour besitzt viel Laufvermögen. Mit 14 bzw. 7 Treffern, die teilweise im Reiten erzielt wurden, sind Linda Matzky und Saskia Krause die Küken im Feld. Ihre Waffen Bonjour Ganyboy AM und Tears to Heaven sind aber nicht aus der Rechnung, denn in diesem Vorlauf riecht es nach Überraschungen.

Das 4. Rennen bietet vor allem Wildcat Hanseatic (Hans-Jürgen von Holdt), Baschkir (Günter Schiefelbein) und Senorita Diamant (Thomas Maaßen) die Möglichkeit, in den Winterpokal-Endlauf vorzustoßen. Alle drei Pferde agieren in bestechender Form. Eine Schwäche darf sich trotzdem keiner von ihnen leisten, denn Quince Juin (Marlene Matzky), Look Santana Eck (Ludgina Paulssen) und Colbert (Michael Hamann) sind absolut kein Fressfutter. Rein vom Potential her ist auch Pathos (John O’Hanlon) nicht zu unterschätzen. Der Hengst hat aber nach einer rund zehnmonatigen Pause erst einen einzigen Start im Bauch und trifft es daher ebenso wie Thunder Girl (Lars Siebert) alles andere als leicht an.

Rennen 5 - 7: Ein Topfavorit und zwei starke Felder

Im 5. Rennen beginnt die diesmal mit 6.000 Euro Garantie ausgestattete V5. Das Kreuz auf dem Tippschein gehört Romeo Diamant (Heinz Wewering), den mutige Wetter als festes Bankpferd auswählen werden. Diejenigen, die etwas vorsichtiger rangehen, werden auch Samuray Diamant (Michael Nimczyk) und Moon Dock (Thomas Skoruppa) mitnehmen.

Eine ziemlich harte Nuss ist das 6. Rennen, denn Astasia du Vivier (André Schiller) besitzt zwar viel Schnelligkeit – aber die Stute muss ihre Zuverlässigkeit erst noch beweisen. Mit Insoglio (Daniel Wagner), Intelligente (Ferdinand Hirsch), Antipode (Thomas Panschow), Fashion Queen (Thorsten Tietz), Cees Butcher (Lea Ahokas), Louisa (Heinz Wewering) und Sean O’Malley (Michael Nimczyk) gehören quasi sämtliche weitere Teilnehmer mit auf den Schein. Da man ja aber nicht x-beliebig kombinieren kann, wird das wettende Publikum angesichts dieser Herausforderung mächtig ins Grübeln kommen. Die richtige Spürnase ist gefragt.

Im 7. Rennen fällt die Qual der Wahl nicht wesentlich leichter, denn General Attack (Michael Nimczyk), Speed of Moor (Heinz Wewering) und Realist (Roman Matzky) sind zwar siegverdächtig, aber von den weiteren fünf Startern kann man keinen einzigen guten Gewissens streichen.

Rennen 8 und 9: Favorit mit Fragezeichen - Vier Siegaspiranten

Im 8. Rennen richten sich alle Blicke auf Iron Steel, der erstmalig von Günter Schiefelbein gesteuert wird. In den vergangenen Wochen lieferte der Spitzentraber neben Klasseleistungen auch enttäuschende Vorstellungen ab. Er ist also noch längst nicht im Ziel, bleibt aber gemeinsam mit Vulkan (André Pögel) die erste Wahl.

Diejenigen, die zu diesem Zeitpunkt mit ihrem V5-Tipp noch dabei sind, müssen im erstklassig besetzten 9. Rennen weiterhin zittern. Denn mit Jorma Bo (Heinz Wewering), Gobelin (Lea Ahokas), Gustavson Be (Victor Gentz) und Fantasia Newport (Michael Nimczyk) kommen nicht weniger als vier Pferde für den Sieg in Frage. Wie auch in nahezu allen anderen Prüfungen gibt es keinen glasklaren Favoriten.

Eines ist beim Mariendorfer Saisonabschluss also jetzt schon klar: Obwohl bis auf das Winterpokal-Finale kein einziges Starterfeld am Sonntag mehr als acht Teilnehmer aufweist, ist die Veranstaltung an Spannung kaum zu überbieten.

Unsere Tipps:

1. Khalid – Panasonic Diamant – Theodor Fontane
2. Sayuri Mo – M.T. Kylie – Opalis
3. One and Only – John Bull – Montgomery Mo
4. Wildcat Hanseatic – Baschkir – Senorita Diamant
5. Romeo Diamant – Samuray Diamant – Moon Dock
6. Astasia du Vivier – Insoglio – Cees Butcher
7. General Attack – Speed of Moor – Realist
8. Iron Steel – Vulkan – It’s Amazing
9. Jorma Bo – Gustavson Be – Fantasia Newport
10. Finale zum Winterpokal der Amateure

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

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