Trab: Breeders Crown in Mariendorf – die XXL-Vorschau

Samstag: Der große Showdown

Fridericus (5) mit Veijo Heiskanen beim Sieg vor einem Jahr. Foto: ©Marius Schwarz

Der Bahnrekordler Fridericus gegen den Herausforderer Cash Hanover: Der Breeders-Crown-Hauptlauf der älteren Hengste ist das Duell des Jahres. Bei den Stuten gilt die herausragende Celestial Light TK als Topfavoritin.

Der eine raste so schnell über die Mariendorfer Bahn wie noch nie ein Traber vor ihm in der langen Geschichte des Berliner Rennsports. Der andere besitzt die Kapazitäten, eines Tages ein echter Euro-Crack zu werden: Der als 8. Rennen ausgetragene und inklusive der fünfzehnprozentigen Züchterprämie mit über 54.000 Euro Preisgeld dotierte Breeders-Crown-Hauptlauf der fünf- bis siebenjährigen Hengste und Wallache steht im Zeichen zweier Ausnahmepferde.

Fridericus misst sich mit Cash Hanover

Über 425.000 Euro Prämie haben die beiden Vierbeiner-Helden für ihre Berliner Besitzer Hans-Joachim Kleemann und Ulrich Mommert bereits verdient und sie gehören zweifellos zu jenen Aushängeschildern des Sulkysports, die beim Publikum Leidenschaft und Begeisterung wecken. Wem die Fans am Ende an den Wettschaltern den Vorzug geben werden, ist nur schwer zu prophezeien. Denn es gibt nichts, was gegen einen der beiden spricht und die Entscheidung ist eine reine Gefühlssache.

Der vom finnischen Weltklasse-Profi Veijo Heiskanen gesteuerte Fridericus beginnt wie ein Blitz und wurde nach seinem kürzlichen, drückend überlegenen Sieg in Örebro gezielt für seinen Mariendorfer Auftritt geschont. Der Wallach wird auch mit dem Startplatz sieben keinerlei Probleme haben. Cash Hanover, der sogar auf vier Erfolge am Stück verweisen kann, ist vom Rennverlauf völlig unabhängig. Gut möglich also, dass sein mit der Position fünf optimal bedienter Fahrer Michael Nimczyk den Gegenspieler auf den ersten Metern zunächst einmal gewähren lässt.

Natürlich verfügen auch alle anderen sechs Teilnehmer der Prüfung über gehöriges Format. Vor allem Lighten up Today (Michael Larsen), SJs Junior C (Stefan Schoonhoven) und Popeye Diamant (Gerhard Biendl) sind hier zu nennen. Und selbst die Außenseiter Dragona (Jens-Holger Schwarma), Immosand (Victor Gentz) sowie Halva von Haithabu (Rudolf Haller) können größtenteils frische Erfolge vorweisen. Der Sieger kann aber nur Fridericus oder Cash Hanover heißen.

Topfavoritin Celestial Light TK

Auch in dem als 10. Rennen ausgetragenen und inklusive der Züchterprämie sogar mit über 62.000 Euro dotierten Hauptlauf der fünf- bis siebenjährigen Stuten darf Hans-Joachim Kleemann gemeinsam mit seiner Frau Nicole Hoffnungen hegen, denn die von Tommi Kylliainen präsentierte und in finnischen Farben laufende April Love ist ein Nachkomme von Aprilliebe, die für das Zehlendorfer Ehepaar fast 53.000 Euro Preisgeld verdiente.

April Love schlug sich in Skandinavien durchweg tapfer und kennt den Mariendorfer Kurs bestens, denn sie gewann dort in der Saison 2015 mit Jorma Oikarinen das B-Finale des Stuten-Derbys. Aber es erscheint kaum vorstellbar, dass sie der derzeit alles überragenden Celestial Light TK (Gerhard Biendl) ein Schnippchen schlägt. Die im Besitz von Thomas Kestel laufende Love-You-Tochter befindet sich in der Form ihres Lebens.

Celestial Light TK muss aber ebenso wie April Love und die Stutenderby-Siegerin Indira Bo (Heinz Wewering) mit der zweiten Reihe fertigwerden und das ist die Chance für Pferde wie Elma Lane (Jørgen Sjunnesson) und Abasi (Gerhard Mayr), die bereits Breeders-Crown-Hauptläufe gewinnen konnten, ganz weit vorne mitzumischen. Das elfköpfige Feld strotzt ohnehin von Formpferden. Georgeous Love (Rob de Vlieger) gewann ihre Generalprobe in Gelsenkirchen sehr sicher. Die zuverlässige Sherie (Hubert Brandstätter jun.) endete in Österreich kein einziges Mal außerhalb der Geldränge.

Pompano Euphoria (Rudolf Haller) ließ in Schweden eine klar aufsteigende Tendenz erkennen. Terrific Pic (Michael Schmid), die als Youngster den Stutenlauf zum Preis des Winterfavoriten gewann, hat danach zwar nur zweimal eine Siegbörse eingestrichen, ist aber aufgrund der in Italien erzielten Zeiten zu beachten. Und Lady Deluxe (Robbin Bot) sowie Pocahontas Diamant (Christoph Fischer) sind trotz der zuletzt nicht überzeugenden Formen viel zu gut, um sie auf dem Wettschein auszulassen.

Selbst wenn Celestial Light TK gewinnen sollte, scheint also eine überaus lukrative Quote in der angebotenen Dreier- und Viererwette möglich zu sein. Aber nicht nur die Kombiwetten wie die V4 (ab 2. R.) und V5 (ab 7. R.) werden sich kräftig lohnen. Angesichts der Tatsache, dass am Samstag und am Sonntag bei den Prämienausspielungen Preise im Gesamtwert von 18.000 Euro verlost werden, kommt man vor allem um die Siegwette nicht herum. Als Hauptgewinn winkt ein Renault TWINGO Life SCe 70 im Wert von 9.750 Euro.

Gleich in der pünktlich um 13.30 Uhr gestarteten Auftaktprüfung kann man sich mit einem Einsatz auf Exception Smart (Dennis Spangenberg) diverse Tombola-Nummern sichern. In den drei Breeders-Crown-Entlastungen der Fünf- bis Siebenjährigen stechen ebenfalls Pferde heraus. Tyrolean Dream (Rudolf Haller / 2. R.), Wildcat Hanseatic (Jørgen Sjunnesson / 4. R.) und Mighty Hanover (Thorsten Tietz / 6. R.) gelten allesamt als heiße Favoriten.

Unsere Tipps:

1. Exception Smart – Wonderful PS – Flabbergasted
2. Tyrolean Dream – Stan Libuda – Ginger Heldia
3. Unstoppable – Flavio As – Twelve in a Row
4. Wildcat Hanseatic – Panama Diamant – Friday Fortuna
5. Extra Cash – Easy Living – Cabalitto – Major Tom
6. Mighty Hanover – Nileo – Indover
7. Out of the Slums – MaxundAlex – For Ever
8. Cash Hanover – Fridericus – Lighten up Today
9. Easter Smart – Lillebror – Kashmir
10. Celestrial Light TK – April Love – Sherie – Georgeous Love
11. Muscle Design – Jorma Bo – Gentle Yankee

Sonntag: Von jedem etwas – aber von allem das Beste

Orlando Jet (6) mit Rudolf Haller - ebenfalls beim Sieg vor einem Jahr.

Die Starterlisten des zweiten Breeders-Crown-Tages gleichen einem Who’s Who des Trabrennsports. Orlando Jet, Gilda Newport, Motion Pure und Broadwell sind nur einige der prominenten Pferdenamen.

Sechs Hauptläufe, sechs Entlastungen und ein Amateurfahren mit einem „Unschlagbaren“: Der zweite Tag des Mariendorfer Breeders-Crown-Meetings ist erstklassig besetzt. Alle Rennsportfans werden sich ereifern, wem sie denn nun ihre Aufmerksamkeit und Sympathien schenken sollen.

Denn das ist gar nicht so leicht zu entscheiden: Die einen setzen den Focus komplett auf die Dreijährigen, während andere sich ganz besonders für die Youngster oder die mittlerweile schon reiferen Derby-Protagonisten der Saison 2016 interessieren. Von jedem etwas, aber von allem das Beste: So in etwa dürfte das Motto für die Veranstaltung lauten, die keinerlei Wünsche offenlässt.

Denn neben unzähligen vierbeinigen Stars sowie der gesamten deutschen und einem Großteil der niederländischen Fahrerelite werden Sulky-Legenden wie Jean-Pierre Dubois und Johnny Takter in Berlin zu sehen sein. Sie verleihen mit ihrer Gegenwart einem der wichtigsten Renntage der Republik den würdigen Rahmen.

Derby-Revanche bei den Stuten

In den Mittelpunkt unserer Betrachtungen wollen wir natürlich die sechs Hauptläufe stellen, die inklusive der Züchterprämie mit insgesamt 219.314 Euro Preisgeld dotiert sind. Den Auftakt des Hauptlauf-Reigens bildet das Aufeinandertreffen der dreijährigen Ladies im 3. Rennen, dem Start der V4. Es kommt zu einer echten Stutenderby-Revanche, denn mit Motion Pure (Heinz Wewering), Tijuana Diamant (Michael Nimczyk) und Himoko Greenwood (Hugo Langeweg) sind drei der vier Erstplatzierten vom 5. August mit dabei.

Miss Godiva (Christian Lindhardt) scheiterte dagegen schon im Vorlauf – aber man darf die Brioni-Tochter auf gar keinen Fall übersehen. Sie galt lange Zeit als die erste Wahl des Gestüts Lasbek. Ganz schwer auszurechnen ist Samantha As (Johnny Takter). Die schwedischen Formen scheinen auf den ersten Blick zwar nicht zu reichen, aber ihr Stallteam wird die weite Anreise nicht grundlos unternehmen.

Gilda Newport und Isabella Boshoeve favorisiert

Die vierjährigen Stuten versammeln sich im 5. Rennen und alle Blicke konzentrieren sich natürlich auf Gilda Newport (Dion Tesselaar), die in Deutschland noch ungeschlagen ist. Die Braune war bereits zwei- und dreijährig das Maß aller Dinge und möchte ihrer Karriere nun den dritten Breeders-Crown-Triumph hinzufügen. Im Spaziergang wird sie die Sache allerdings nicht erledigen können, denn die Bruno-Cassirer-Siegerin Goldy Stardust (Michael Nimczyk) ließ ebenfalls kaum Grenzen erkennen.

Neben Stonewashed Diamant (Gerhard Biendl) und Lady Vera (Dennis Spangenberg) sollte man vor allem aber auch Mon Etoile (Thorsten Tietz) ins Visier nehmen. Ihr kürzlicher Start-Ziel-Treffer war ebenso wie die davor gezeigten Leistungen absolut großartig und der Knoten scheint bei der ehemals unsicheren Dunkelbraunen endgültig geplatzt zu sein.

Auch der dritte Hauptlauf, ausgetragen als 7. Rennen, gehört den Ladies. Diesmal sind die zweijährigen Stuten an der Reihe und Dion Tesselaar steht erneut mit einem seiner Schützlinge, nämlich Isabella Boshoeve, im Mittelpunkt. Auf den ersten Blick scheint nichts gegen die bei zwei Starts unbezwungene Jugend-Preis-Siegerin zu sprechen, die einen Verlauf an der Spitze liebt und deren Mutter Yewel Boshoeve stolze 140.801 Euro Preisgeld für ihren Besitzer Wiebe Landman verdiente. Aber neben Nonas Kiss (Christian Lindhardt) und Laura Vici (Michael Nimczyk) verdient auch die Debütantin Avalon Mists (Robin Bakker) viel Respekt, denn die Braune konnte sich vor wenigen Tagen in Wolvega in bärenstarken 1:14,9 min. qualifizieren.

An Orlando Jet führt kein Weg vorbei

Im 8. Rennen, also nur gute fünfundzwanzig Minuten später, beginnt die V5 mit dem Hauptlauf der vierjährigen Hengste und Wallache und es gibt ein glasklares Bankpferd für die beliebte Kombiwette. An dem von Rudolf Haller präsentierten Orlando Jet führt kein Weg vorbei. So gut Muscle Boy AS (Gerhard Mayr), Dreambreaker (Thorsten Tietz) und der von Guillaume Boko (Robbin Bot), Katan (Roland Hülskath) und Zauni (Manfred Walter) angeführte Rest der Teilnehmer auch sein mögen: An dem „Traber des Jahres“ der Saison 2016 führt kein Weg vorbei. Spätestens seit seinem phänomenalen Triumph in Vincennes gilt der Wieserhof-Crack als die große deutsche Hoffnung für das internationale Geschehen. Orlando Jet wird diesen Stellenwert mit seinem zweiten Breeders-Crown-Sieg unterstreichen – daran besteht keinerlei Zweifel.

So weit ist der gemeinsam mit seinem Trainingsgefährten Fabio de Pervenche (Dion Tesselaar) im 9. Rennen antretende Infant Boko (Jeffrey Mieras) natürlich noch lange nicht. Der Hengst ist ja erst zwei Jahre alt und hat bislang nur eine einzige Aufgabe bestritten. Die Manier, mit der ihm der zweite Platz im Jugend-Preis gelang, war aber vielversprechend.

Die Prüfung ist dennoch ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht nur, weil Infant Boko auf ein glattes Dutzend noch unerfahrener Altersgenossen trifft, sondern auch, weil einer der Starter bereits schneller unterwegs war: Mister F Daag (Robin Bakker) qualifizierte sich in einer glatten 15-er Zeit. Ihagua F Boko (Rob de Vlieger) ließ es damit verglichen wesentlich ruhiger angehen, gewann aber auf Anhieb. Schlechter lief es für Chapter One, der sein Debüt in den Sand setzte. Sein Fahrer Jean-Pierre Dubois ist aber bekannt dafür, Pferden Flügel zu verleihen.

Kehrt Broadwell in alter Form zurück?

Die schien der in der elften Tagesprüfung startende Broadwell bereits zu besitzen. Bei seinen Vorjahres-Siegen im Auktions-Rennen, im Jugend-Preis und in der Breeders Crown schwang sich der stets von Robin Bakker gesteuerte Hengst wie ein Pegasus in den Traber-Himmel und schien meilenweit über den am Boden kriechenden Gegnern zu schweben.

Doch ein im April dieses Jahres erlittener Hufbeinbruch holte die Erwartungen seines Stallteams auf den Boden der Tatsachen zurück. Nach der monatelangen Pause gilt Broadwell nach Meinung seines Trainers Paul Hagoort nun wieder als komplett gesund und er kann mit einem Erfolg im Hauptlauf der dreijährigen Hengste und Wallache beweisen, dass er ohne sein Pech das Zeug zum Derby-Sieger besessen hätte.

Die Konkurrenz ist allerdings gewaltig, denn auch Classic Connection (Jean-Pierre Dubois), Mister Ed Heldia (Michael Nimczyk), Baxter Hill (Josef Franzl) und der ebenfalls nicht gerade vom Glück verfolgte Portland (Michael Schmid) genießen einen Ruf. Die Spannung, die diesem Rennen vorauseilt, ist unbeschreiblich und dass die Hauptlauf-Krimis durch Entlastungen, die insgesamt mit noch einmal fast 58.000 Euro dotiert sind, sowie den Auftritt von Soccer (Simon Siebert), des vermutlich siegreichsten deutschen Trabers der Saison 2017, im Amateurfahren ergänzt werden, sagt alles über die herausragende Qualität der Veranstaltung aus.

Unsere Tipps:

1. Soccer – Tyrell As – Cremers Boy
2. Faday Scott – Lemaitre – Fiobano
3. Motion Pure – Tijuana Diamant – Himoko Greenwood
4. Likasi – Lovely Princess – Good Girl As
5. Gilda Newport – Goldy Stardust – Mon Etoile
6. TomNJerry Diamant – Glaedar – Blue Edition – Lovers Hall
7. Isabella Boshoeve – Nonas Kiss – Laura Vici
8. Orlando Jet – Muscle Boy AS – Dreambreaker
9. Infant Boko – Ihaguha F Boko – Chapter One
10. NYSE – Balaine – Indira OE – Honesty Newport
11. Broadwell – Classic Connection – Mister Ed Heldia
12. Bright Light – Symphony Diamant – Chichen Itza
13. Gigant Greenwood – Khalid – Offroader

Quelle: Berliner-Trabrenn-Verein (BTV)

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