Regionalliga Nordost 2017/18: Zwischenbilanz des BFC Dynamo

BFC Dynamo

Mit Spannung erwartet: Ex-Hertha-Profi Okoronkwo schloss sich dem BFC zur Saison 2017/18 an

Regionalliga Nordost

Halbjahresbilanz: 2. Platz, 47:20 Tore, 36 Punkte (18 Spiele - 11 S, 3 U, 4 N)
Hinrundenbilanz: 2. Platz, 42:20 Tore, 33 Punkte (17 Spiele - 10 S, 3 U, 4 N)
Meiste Einsätze: Cubukcu, Hendl, Steinborn, Rausch, Dadashov, Breitfeld (je 18), Kamm Al-Azzawe, Cepni (je 17)
Meiste Tore: Dadashov (19), Steinborn (11)
Längste Serie ohne Niederlage: 14. - 18. Spieltag (11 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 13. - 14. Spieltag (1 Punkt)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Teilnehmer am Achtelfinale (14.02. bei Türkiyemspor)
Regio-Cup 2018: nicht teilgenommen

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge:

Abgänge: Breitfeld (Mittelfeld, FC Ingolstadt 04 II)

Vor der Saison

Neu an Bord, gleich Kapitän: Bilal Cubukcu

Eine sehr zwiespältige Spielzeit hatte der BFC Dynamo hinter sich: in der Liga im Aufstiegskampf frühzeitig abgeschlagen, konzentrierten sich die Weinroten mehr oder weniger nur noch auf den Berliner Pokalwettbewerb. In dieser Hinsicht ging der "Plan" auf: der BFC gewann den Pott gegen Viktoria und sicherte sich die lukrative wie öffentlichkeitswirksame DFB-Pokalteilnahme. In der Meisterschaft ging der Faden zwischendurch aber doch ziemlich verloren - im Schlussspurt reichte es zwar nur für Platz 15, dort hatte man allerdings 20 Punkte mehr auf dem Konto als die dahinter platzierten Luckenwalder und sechs weitere auf den ersten Abstiegsplatz. Ein beträchtlicher Umbruch wurde dann im Sommer vollzogen: Spieler kamen und gingen in zweistelliger Zahl. Allein angesichts der Abgänge von Srbeny (18 Saisontore), Pröger und Rockenbach (je 9) konnte der eine oder andere schon ins Grübeln geraten, Trainer René Rydlewicz sah angesichts von 54 Gegentoren 2016/17 vor allem Verbesserungsbedarf in der Defensive.

Von Babelsberg 03  kam gleich eine komplette Achse mit Ugurtan Cepni (Abwehr), Bilal Cubukcu (Mittelfeld) und Matthias Steinborn (Angriff), Rufat Dadashov vom ZFC Meuselwitz sollte ebenfalls vorne für Furore sorgen. Und dann war da natürlich noch die Personalie Solomon Okoronkwo: der "King", früher bei Hertha BSC in der Bundesliga und dann weit herumgekommen in der Fußballwelt, wurde zu Dynamo nach Berlin zurückgeholt. Diesmal wollte man vorne mitspielen - und zwar von Anfang bis Ende. Natürlich im Wissen um die sehr starke Konkurrenz, zu der vor Saisonbeginn vor allem Energie Cottbus und Wacker Nordhausen gezählt wurde.

Bisheriger Saisonverlauf

Noch ein Dauerbrenner: Matthias Steinborn

Gelungener Auftakt für den BFC Dynamo in Luckenwalde: trotz Pausenrückstand siegte man am Ende deutlich mit 4:1. Dadashov traf doppelt, Okoronkwo einmal und der ebenfalls aus Meuselwitz gekommene David Kamm Al-Azzawe auch. Im folgenden Topspiel gegen Nordhausen mit Ex-BFC-Coach Uluc trennte man sich torlos - verschmerzbarer als die folgende 1:2-Niederlage gegen Aufsteiger VSG Altglienicke. Doch immerhin konnte der schlechte Start in die Englische Woche durch zwei Auswärtssiege bei Viktoria und Neugersdorf einigermaßen korrigiert werden. So lag man nach dem 5. Spieltag auf Platz 2 - allerdings fünf Punkte hinter den bis dahin fehlerlosen Cottbusern. Zwei Runden später zog der BFC dann beim direkten Duell in der Lausitz mit 1:3 den Kürzeren und der Abstand in der Tabelle vergrößerte sich weiter.

Bloß keine weiteren Punkte einbüßen, hieß die Devise in der Folge, doch zwischen den vier Siegen leistete sich Dynamo einen Ausrutscher beim 1:2 zuhause gegen Meuselwitz. Dieser "Trend" sollte anhalten, denn nach zwei Dreiern setzte es eine erneute 1:2-Niederlage (gegen BAK), die dritte schon im Jahnsportpark in der Hinrunde. So wuchs der Rückstand auf Energie bis zum Ende des Halbjahrs auf 14 Punkte an. Durch den Sieg in einem vorgezogenen Spiel Ende Januar sind es inzwischen sogar 17, doch der BFC kann mit einem Sieg im Derby gegen Viktoria den alten Abstand wieder herstellen.

Diesmal nicht locker lassen: Trainer Rydlewicz

Trotzdem ist diese Hypothek natürlich zu hoch, um in der Rückserie ernsthaft ganz vorne angreifen zu können. Als Tabellenzweiter so wenig Perspektiven zu haben, ist erneut eine schwierige Aufgabe für Trainer Rydlewicz und sein neu formiertes Team. Sich wieder nur auf den Pokal zu konzentrieren, kommt diese Spielzeit aber nicht in Frage. Zwar ist man auch dieses Jahr noch aussichtsreich in diesem Wettbewerb vertreten, konnte im DFB-Pokal dem FC Schalke 04 (0:2) das Leben schwer machen und möchte dieses Highlight wiederholen - doch die Liga darf nicht darunter leiden wie vergangene Spielzeit. Und wenn es nur aus dem Grund ist, dass man das Team bereits für nächste Saison auf hohem Niveau für den Gipfelsturm einspielen möchte.

Die erwähnten Neuzugänge schlugen dabei allesamt ein, absolvierten wie der noch nicht erwähnte Marcel Rausch (von Schönberg 95) und Torwart Bernhard Hendl, der als einer der wenigen nicht neu hinzukam, sämtliche Liga-Spiele. Dadashov (19 Tore) traf dazu jetzt schon 8-mal mehr als in der gesamten letzten Saison in Meuselwitz. Mit Breitfeld folgte im Winter zwar ein Eigengewächs dem Ruf des ehemaligen Sportlichen Leiters Angelo Vier nach Ingolstadt, ansonsten blieb es bei Dynamo aber ruhig auf dem Transfermarkt. Wenn er zur Rückrunde richtig verletzungsfrei bleibt, könnte man aber auch Okoronkwo - der bisher nur ein Spiel über 90 Minuten bestritt -  nochmal als echten Neuzugang betrachten.

 

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

 

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