NOFV-Oberliga Nord 2017/18: Zwischenbilanz des SC Staaken

SC STAAKEN

Zog aus, um das Verlieren wieder zu lernen und sich trotzdem schnell zu etablieren: das Team des SC Staaken (hier beim Regio-Cup)

NOFV-OBERLIGA NORD

Hinrundenbilanz: 7. Platz, 33:21 Tore, 35 Punkte (16 Spiele: 8 S, 3 U, 5 N)
Halbjahresbilanz: 7. Platz, 34:23 Tore, 27 Punkte (17 Spiele: 8 S, 3 U, 6 N)
Meiste Einsätze: Hesse, Mielke (je 17), Lampert, M. Guske (je 16)
Meiste Tore: Gigold (5), Kubens, Ph. Schulz, Koschnik (je 4)
Längste Serie ohne Niederlage: 8.- 17. Spieltag (23 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 1. - 3. Spieltag (0 Punkte), 5. - 7. Spieltag (1 Punkt)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: Aus in der 3. Runde (5:6 n. V. beim TSV Rudow)
Regio-Cup 2018: Aus nach der Vorrunde

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: M. Schultz (Angriff, nach Pause)

Abgänge: Marx (Tor, SSC Teutonia)

Vor der Saison

Dauerbrenner: Lukas Hesse

Der SC Staaken erlebte eine traumhafte Spielzeit 2016/17: am Ende stand die Berliner Meisterschaft inklusive Aufstieg in die Oberliga - und das Ganze, ohne ein Punktspiel verloren zu haben. Klar war nun, dass es in der neuen sportlichen Heimat so nicht weitergehen würde - und die Frage stellte sich, wie die Mannschaft damit umgehen würde. Denn wie zu erwarten, blieb das Team um Trainer Jeffrey Seitz in weiten Teilen unverändert. Unter den Abgängen war eigentlich nur einer, der weh tat - der aber richtig: Erhan Bahceci wollte nicht mehr auf überregionaler Ebene antreten und wechselte zu SD Croatia. Mit dem Torjäger verließ eine der Identifikationsfiguren der letzten Jahre den Sport-Club: in den vier Jahren zuvor hatte es Bahceci auf fast 120 Spiele und annähernd 100 Tore gebracht.
Gegen die anderen festen Größen in Staaken aber hatten es die Neuzugänge nicht leicht: Oberliga-erfahrene Spieler wie Samuel Agiey-Yeboah (10 Einsätze, 1 Tor) oder Jesucristo Koté Lopez (9/2), die das vermeintliche Vakuum im Angriff füllen sollten, konnten sich noch nicht so durchsetzen wie erhofft. Beinahe bezeichnend, dass der aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogene Marvin Kubens (15/4) die Lücke bislang am besten zu schließen wusste. Die Youngster Marcel Bremer (BAK-Nachwuchs) und Fabian Dimke (Braunschweig, Nachwuchs) sind über den Ergänzungsstatus noch nicht hinaus.


"Ich glaube, wenn man uns Fußball spielen sieht, dann stehen wir zu Recht auf Platz sieben" (D. Kujath)

Gespräch vom 7. Januar


Bisherige Saisonbilanz

Auf die erste Punktspielniederlage nach einem Jahr musste der Aufsteiger nicht lange warten - gleich zum Auftakt gab es ein 1:2 vor knapp 350 neugierigen Besuchern im heimischen Sportpark gegen den FC Hertha 03. Lehrgeld gab es auch in den folgenden beiden Auswärtspartien zu zahlen: beim CFC Hertha 06 (1:3) musste man sich gleich dem nächsten Berliner Rivalen geschlagen geben, bei Anker Wismar (2:3) verlor der SC, obwohl man bis zehn Minuten vor Ende 1:0 geführt und David Koschnik nochmal in der 89. Minute zum 2:2 getroffen hatte. Schon war sie wieder da, diese Frage: können die Staakener noch mit Niederlagen umgehen oder sind sie gar nicht Oberliga-tauglich? Allerdings stellte man sich diese Frage nur außerhalb des Spandauer Westens. Das Vertrauen in das eigenen Können war immer noch vorhanden, das bewies das 5:1 gegen Altlüdersdorf am 4. Spieltag.

Bester Schütze: Sebastian Gigold

Das Programm meinte es aber nicht wirklich gut mit dem Neuling: die Topteams BSC Süd, Lichtenberg 47 und Optik Rathenow gaben sich die Klinke in die Hand - mehr als ein Zähler beim 1:1 gegen 47 war da für den SC Staaken nicht drin. Sieben Spiele, vier Punkte - einen vor dem Tabellenletzten aus Brieselang. Das war zwar nicht unbedingt nach dem Geschmack der Verantwortlichen, Ruhe zu bewahren ist am westlichen Stadtrand Berlins allerdings seit Jahren eine Stärke. Am Tag der Deutschen Einheit feierte der SC seinen zweiten Sieg - enorm wichtig war er gegen den TFC Greif (2:1) dazu. Nun begann sich der Knoten bei den Blau-Weißen zu lösen, insgesamt neun Spiele in Folge blieb man - ungeschlagen. Wieder eine starke Serie, mit hohen Siegen in Strausberg (6:1) und gegen Schwerin (5:1). Hier und da konnte man aber auch ein knappes Spiel für sich entscheiden. Auch die hohe Hürde bei Tennis Borussia zum letzten Hinrundenspieltag wurde mit einem 0:0 zufriedenstellend genommen. Das Ende der Serie folgte allerdings noch vor Weihnachten, als man erneut gegen Hertha 03 1:2 unterlag.

Nicht schlimm aufgrund der starken zweiten Hinserienhälfte, einen kleinen Wermutstropfen gab es dennoch zu verzeichnen. Im Pokal schieden die Staakener in der dritten Runde beim Berlinligisten TSV Rudow aus - 5:6 nach Verlängerung. Ab der zweiten Halbzeit war man dabei in Überzahl, konnte einen 3-Tore-Rückstand wettmachen und ging in der Verlängerung sogar in Führung. Für die Moral des SCS spricht es aber, dass das Aus Mitte November keinerlei Auswirkungen auf die Liga hatte. Dort startet man nun mit zwei Heimspielen (gegen Hertha 06 und Wismar) ins zweite Halbjahr - die Tauglichkeit dafür hat man längst nachgewiesen, doch in Staaken wird man weiter seriös von Spiel zu Spiel die Aufgaben angehen, um ein möglichst gutes Abschlussresultat zu erzielen.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

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