Berlin-Liga 2017/18: Zwischenbilanz der SP. VG. Blau-Weiß 90

SP. VG. BLAU-WEISS 90

Runde Sache: Blau-Weiß 90 ist nach der Hinserie in der Liga vorne

BERLIN-LIGA

Hinrundenbilanz: 1. Platz, 49:6 Tore, 42 Punkte (17 Spiele: 13 S, 3 U, 1 N)
Meiste Einsätze: Mannsfeld, Rehbein (je 17)
Meiste Tore: Gutsche (10), Rehbein (7)
Längste Serie ohne Niederlage: 10.- 17. Spieltag (24 Punkte), 1. - 8. Spieltag (18 Punkte)
Längste Serie ohne Sieg: 6. - 9. Spieltag (3 Punkte)

Andere Wettbewerbe

Berlin-Pokal: 2. Runde bei Hertha 03 (0:1) ausgeschieden
Berlin-Liga-Hallenturnier 2018: Teilnehmer der Endrunde (14.01.18)

Kommen und Gehen (während der Hinrunde bzw. Winterpause)

Zugänge: Czekalla (Angriff, VSG Altglienicke), Erkic (Mittelfeld, Tennis Borussia), Heßler (Abwehr, FSV Luckenwalde)

Abgänge: Höfler (Abwehr, Berliner SC), Freitag, Özsoy, Sprenger (alle noch unbekannt), Markov (Trainerteam, BFC Tur-Abdin)

Vor der Saison

Volltreffer: Neuzugang Kevin Gutsche

Der letztjährige Aufsteiger belegte nach Startproblemen am Ende der Saison 2016/17 einen ordentlichen 7. Platz (53 Punkte). Ihre perspektivischen Ambitionen untermauerten die Mariendorfer aber mit der Verpflichtung zahlreicher höherklassig spielender Aktiver, von denen die ersten bereits während der vergangenen Rückrunde bekannt gegeben worden waren. Die Verkündung des „Fünfjahresplans“ - in diesem Zeitraum will man die Regionalliga Nordost erreicht haben - konnte im Vorfeld dann eigentlich nur eins heißen: Blau-Weiß 90 wollte den ersten Schritt - den in die Oberliga - bereits 2017/18 gehen.

Bisheriger Saisonverlauf

Mit fünf Siegen starteten die Blau-Weißen zwar ganz nach dem Geschmack der Verantwortlichen in die Spielzeit 2017/18 - das aber noch nicht alles Gold war, was glänzt, zeigte sich bei den ersten „Härtetests“. Sowohl im Heimspiel gegen Croatia wie auch bei Stern 1900 reichte es „nur“ zu einem 1:1. Mit dem selben Resultat endete auch die Partie gegen Preussen und als im Anschluss ein 0:1 gegen Mahlsdorf folgte war nicht nur die Serie ohne Sieg auf vier Partien (drei von 12 Punkten) angewachsen, sondern aus drei Heimspielen auch nur zwei Zähler verbucht worden. Die Konkurrenz schien sich die Hände zu reiben und die Öffentlichkeit witterte eine Krise beim absoluten Topfavoriten auf die Berliner Meisterschaft. In jedem Fall war die Mannschaft von Trainer Marco Gebhardt zu diesem Zeitpunkt auf Platz 3 abgerutscht - vier Punkte hinter dem Führungsduo Berliner SC/SD Croatia. Dazu kam das unglückliche Pokal-Aus bereits in der 2. Runde bei Oberligist Hertha 03 (0:1), das dem ehrgeizigen Projekt einen Dämpfer versetzte, im Nachhinein aber noch verschmerzbar sein dürfte: während die beiden unmittelbaren Verfolger in der Liga weiter in dem Wettbewerb vertreten sind, können sich die Mariendorfer jedenfalls ganz auf den Aufstieg konzentrieren.


"Nur, weil man mal dreimal 1:1 spielt und gegen Mahlsdorf verliert, ändert sich an unserem Plan nichts"

Präsident Michael Meister (am 06.01.2018)


Die Blau-Weißen drehten in der Liga nämlich in der zweiten Hälfte der Hinserie den Spieß um, holten aus acht Spielen die volle Punktzahl und ließen dabei nur ein Gegentor zu. Mit dieser Ausbeute grüßt man nun seinerseits mit vier Punkten vor dem BSC und Mahlsdorf von der Tabellenspitze. Meiste Tore (gemeinsam mit dem BSC) und - vor allem - die wenigsten Einschläge: das ist top und macht die Mariendorfer erst recht zum absoluten Meisterschaftsfavoriten. Dabei lief es vor allem verletzungsmäßig bislang nicht gut: Benjamin Hendschke laboriert weiter an Knieproblemen und kam ebenso wenig zum Einsatz wie Neuzugang Tim Lensinger. Kevin Giese und Nicolai Kitzing hatten in der Hinrunde ebenfalls mit Blessuren zu tun und der Konkurrenzkampf im Tor wurde nach dem 7. Spieltag erst mal zu den Akten gelegt: Nr. 1 Kilian Pruschke handelte sich einen Platzverweis ein und verletzte sich dann derart, dass Michael Hinz den Rest der ersten Saisonhälfte zwischen den Pfosten stand. Das befürchtete Problem des übergroßen Konkurrenzkampfs im Kader fiel so also nicht allzu sehr ins Gewicht.

Nächster Neuer: Winterzugang Dragan Erkic

Sieben von elf Zugängen kamen in dieser Hinrunde immerhin auf 13 oder mehr Einsätze, insofern ist Trainer Gebhardt der Umbruch schnell geglückt. Dazu gesellt sich Youngster Tim Göth (19), der von Unions U 19 an die Rathausstraße wechselte und aus dem Stand auf 16 Spiele kam - eben so viele wie sein Bruder Tobias (21). Ein Beweis dafür, das trotz aller Verletzungsproblematik Leistung vor Namen geht. Doch trotz des gut besetzten Kaders klotzt Blau-Weiß auch im Winter weiter: den sportlich zu verschmerzenden Abgängen setzt man drei weitere Neuverpflichtungen entgegen, die aus höheren Spielklassen dazustoßen. Marcel Czekalla, Dragan Erkic und Steven Heßler dürften den Kader nicht nur ergänzen, sondern weiter verstärken. Gebhardts bisheriger Assistent Goran Markov verlässt den Verein allerdings und schließt sich dem Bezirksligisten BFC Tur Abdin an. Mit Ex-Profi Thomas Boden dürfte aber auch auf diesem Posten ein für die Berlin-Liga erstklassiger Ersatz gefunden worden sein.

Sollten die Blau-Weißen also aus dem Startprogramm bis Ostern einigermaßen unbeschadet hervorgehen - außer Auftaktgegner TSV Rudow kommen die anderen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte -, kann man den „heißen April“ bereits mit einiger Gelassenheit bestreiten. Dann trifft der aktuelle Herbstmeister nämlich ab Ostermontag auf den BSC, Tasmania, Croatia und Stern 1900 - gut möglich, dass danach bereits eine Vorentscheidung im Titelrennen gefallen ist.

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

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