Autoren-Archive: Hagen Nickele

Der VfB Hermsdorf war mal so etwas wie der "Dino" der Berlin-Liga - nach dem Abstieg 2016 spielen die Rot-Weißen in der Landesliga aber nur eine mittelmäßige Rolle. Auch in dieser Saison ist man nach der Hinrunde mit Platz 12 und 16 Punkten nicht wirklich zufrieden - dem gegenüber stehen zwei deutliche Siege im Pokal gegen die Berlinligisten Türkspor und BSC (im Achtelfinale war dann gegen BW 90 Endstation).

S. Sievert

Trainer Sascha Sievert, der die 1. Herren des VfB gemeinsam mit Uwe Grossmann coacht, stand Berlinsport Aktuell am Rande der Vorrunde des Hallenturniers für eine Einschätzung zur Verfügung.

Zum Abhören bitte unten anklicken

 

Beitrag+Foto: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Als Aufsteiger in die Landesliga 2018/19 ist man beim Friedenauer TSC mit der Zwischenbilanz von 14 Punkten und Platz 11 in der Staffel 2 durchaus zufrieden - der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt dabei aktuell nur zwei Zähler.

D. Linke

Trainer Dennis Linke will sich in der Rückrunde aber dennoch weiter nach vorne orientieren, wie er Berlinsport Aktuell am Rande der Vorrunde des Landesliga-Hallenturniers vor Weihnachten verriet.

Zum Abhören bitte unten anklicken

 

Beitrag+Foto: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Zur Halbzeit der Saison 2018/19 liegen die Sportfreunde Johannisthal in Staffel 1 der Landesliga auf Platz 7. Nach dem Geschmack von Mario Langner hätten es rückblickend aber durchaus mehr Punkte sein können.

M. Langner

Der Trainer der Treptower, der 2013/14 für diese noch selbst in der Berlin-Liga die Stiefel schnürte, sprach im Interview mit Berlinsport Aktuell über die bisherige Saison und die Perspektiven für eine Rückkehr in die höchste Hauptstadtspielklasse.

Zum Abhören bitte unten anklicken

 

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé


Einen Tag vor Heiligabend trafen die beiden topplatzierten Teams der Hallenhockey-Bundesliga (Staffel Ost) aufeinander: der TC Blau-Weiss empfing den Berliner Hockey Club in der Charlottenburger Sporthalle an der Sömmeringstraße. Beide Vereine sind auch die einzigen Feldhockey-Erstligisten dieser 6er-Gruppe, ansonsten enden dann aber auch bereits die Gemeinsamkeiten. Während Blau-Weiss gerade erst aufgestiegen ist und nach Abschluss der Hinserie Tabellenvorletzter, stellt der BHC seit geraumer Zeit quasi das Flaggschiff des Berliner Hockeys dar und rangiert auf dem 7. Platz.


Bildergalerie vom Spiel Blau-Weiss - BHC


Diese Unterschiede drückten sich am Ende dann auch auf dem Parkett in der klaren 2:9-Niederlage des Außenseiters aus. Zur Pause hatte es allerdings nach kämpferischer Partie nur 0:1 gestanden, nach dem Wechsel gelang Blau-Weiss sogar der Ausgleich. Dann aber zog der BHC nochmal an und ging schnell mit 4:1 in Führung - die Gastgeber versuchten u. a. mit Hereinnahme eines sechsten Feldspielers nochmal alles, allerdings unterliefen ihnen nun zu viele Fehler. So kam der BHC zu einem letztlich ungefährdeten Sieg.

P. Dösch

R. van Eijk

Beide Clubs bleiben dabei aussichtsreich im Rennen um die mögliche Qualifikation für das Hallen-Viertelfinale, in dem die beiden Erstplatzierten auf die Top 2 der Süd-Staffel treffen und um den Einzug ins Final Four Ende Februar in Mülheim /Ruhr streiten. Berlinsport Aktuell sprach nach dem Derby mit Kapitän Paul Dösch (Blau-Weiss) und Trainer Rein van Eijk (BHC) über die Partie, die Hallen- und die Feldrunde 2018/19.

Zum Abhören bitte unten anklicken

 

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé


Nach dem bitteren Rückzug aus der Bundesliga im Jahr 2016 wegen finanzieller Gründe ist die Frauenabteilung der Füchse Berlin sogleich wieder in die 2. Liga aufgestiegen. Im zweiten Jahr belegt man dort im Moment einen Platz im Mittelfeld - am Sonnabend vor Weihnachten kassierten die "Spreefüxxe" dabei eine eindeutige 18:30-Niederlage gegen Spitzenreiter Kurpfalz Bären.


Bildergalerie zum Spiel Spreefüxxe - Kurpfalz


B. Lorenz

Managerin Britta Lorenz erklärte Berlinsport Aktuell nach dem Spiel, warum sie trotz des starken Gegners nicht wirklich zufrieden war - und wie die Gratwanderung der Handballdamen auf dem Weg zu alter Größe aussieht.

Zum Abhören bitte unten anklicken

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Ein Juwel für Daniela Fellner

Mit der Stute Tiffany Diamant gewinnt die bayerische Amazone das letzte große Ereignis der Mariendorfer Trabrennsaison 2018.

Daniela Fellner bei der Siegerehrung mit Tiffany Diamant (Foto: ©Marius Schwarz)

Es ist mittlerweile zu einer Tradition geworden: Unmittelbar vor dem Fest steht stets der Weihnachtspokal der Amateure auf dem Programm. Diesmal war das Standardrennen inklusive der beiden Vorläufe mit 13.000 Euro Preisgeld dotiert und das wettende Publikum lag goldrichtig mit seiner Entscheidung, im Finale Daniela Fellner und Tiffany Diamant auf den 19:10-Favoritenthron zu hieven. Die Stute aus dem Besitz von Max und Andreas Schwarz hat sich unter der Obhut ihres Trainers Victor Gentz immer mehr zu einer festen Größe entwickelt und auf dem Mariendorfer Rechtskurs scheint sich die kleine Schwester der Pocahontas Diamant (69.324 Euro) ohnehin pudelwohl zu fühlen. Das Verhältnis zu ihrer Fahrerin ist sowieso als Liebe auf den ersten Blick zu bezeichnen. Denn es ist keine Frage: Daniela Fellner und Tiffany Diamant bilden ein Dreamteam. Ein Fakt, der eindrucksvoll von der Statistik untermauert wird. Sie sind bei ihren gemeinsamen Auftritten bisher ungeschlagen.

Weder die Amazone noch die Fans brauchten im Finallauf allzu sehr zu zittern, denn nachdem die im ersten Band aufgestellte Favoritin die für sie völlig ungewohnte Startmethode problemlos bewältigt hatte, entwickelte sich der Verlauf ganz nach Maß. Tiffany Diamant war vor den Tribünen bereits an dritter Position außen auszumachen. Daniela Fellner überließ dann zwar Bonjour Ganyboy AM (Linda Matzky) die Rolle des Angreifers auf den Piloten Mon Filou (Chantal Solhart). Aber Tiffany Diamant war sofort wieder auf dem Posten, als es zur Sache ging. Mitte der Zielgeraden war der Sieg endgültig in Sack und Tüten, denn der mittlerweile an die Spitze gestürmte Bonjour Ganyboy AM konnte nicht mehr entscheidend gegenhalten. In 16,9/2.000m stiefelte Tiffany Diamant zu einem überaus leichten Zweieinhalb-Längen-Sieg, während Bonjour Ganyboy AM noch den finishstarken Mon Filou sowie den aufgrund seiner Zulage erst spät aufgerückten Fast and Furious (Jörg Hafer) vorbeilassen musste. Lovers Hall (Sarah Kube) holte sich das fünfte Geld.

Verlauf der Vorläufe

Ihre Klasse hatte Tiffany Diamant bereits im Vorlauf bewiesen. Besonders auf dem zweiten Kilometer macht der Braunen keiner etwas vor. Die Stute zog auf der Gegenseite von hinteren Regionen aus im Rush an die Seite des führenden Here I am (Jörg Hafer) und sehr sich der Pilot auch mühte – er konnte die 15,3/1.900m trabende Gegnerin nicht halten. Im Endlauf trat Here I am allerdings nicht an.

Im anderen Vorlauf gab es eine faustdicke Überraschung durch den 172:10-Außenseiter Bonjour Ganyboy AM, der dort noch von seinem Besitzer Andreas Marx gesteuert wurde. Der Amateur, der die Fahrleine im Finale aufgrund starker Kreuzschmerzen an Linda Matzky abgeben musste, verpasste seinem Vierbeinerstolz einen wahren Traumverlauf. Nach fünf Ehrenplätzen hintereinander wurde Bonjour Ganyboy AM mit einem vollen Erfolg belohnt. Nach einem guten Start lag der Wallach zunächst an dritter Stelle innen. Andreas Marx schaute sich das Duell zwischen dem führenden Falco (André Pögel) und dem außen aufmarschierten Fast and Furious, der ebenso wie im Finale von Jörg Hafer gesteuert wurde, in aller Seelenruhe an. „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“ – so lautete das Motto auf der Zielgeraden, als Andreas Marx sein Pferd nach außen genommen hatte und an den Kontrahenten vorbeizog. Hinter dem 15,2/1.900m trabenden Bonjour Ganyboy AM gab Fast and Furious Falco für den Ehrenplatz Falco knapp das Nachsehen.

Zwei Rennen an Gentz

Das Rahmenprogramm des Weihnachts-Pokals hatte ebenfalls einiges zu bieten. Eine bärenstarke Leistung lieferte der von Victor Gentz präsentierte Nordmann ab. Der Hengst pirschte sich auf der Tribünengeraden in zweiter Spur an die Spitze heran und ging aus dem Rosenhofbogen heraus endgültig nach vorne. Obwohl er in dieser Phase eine ganze Menge tun musste, zeigte der Dunkelbraune nicht die geringsten Ermüdungserscheinungen und verabschiedete sich in der Tagesbestzeit von 14,0/1.900m sogar überlegen von den Gegnern. Der „Mann in Grün“ punktete wenig später auch mit Genever (137:10), der seinem Ruf als konditionsstarker Dauerläufer alle Ehre machte. Der Ready-Cash-Sohn wurde auf der letzten halben Runde immer druckvoller und ging im Einlauf leichtfüßig an dem 10:10-Ultrafavoriten Ear to Earth (Michael Nimczyk).vorbei.

Nimczyk siegt doppelt - wird aber einmal düpiert

Zu einer ganz lockeren Angelegenheit entwickelte sich die Angelegenheit für den von Michael Nimczyk gesteuerten 12:10-Topfavoriten Skyfall. Der Wallach ging von der Grundmarke aus früh nach vorne und behielt seine Verfolger souverän im Griff. Eine beeindruckende Visitenkarte gab ebenfalls die erst dreijährige Meghan Trainor in der Hand des Deutschen Meisters ab. Michael Nimczyk beorderte die Stute sofort an die Spitze. Aus dieser Position heraus schaltete und waltete er ganz, wie er wollte. Meghan Trainor setzte sich auf der Zielgeraden mit zwei Längen Vorsprung vom Feld ab und steht vor einer hoffnungsvollen Zukunft. Weniger gut lief es für den Goldhelm mit dem für nahezu unschlagbar gehaltenen Diego du Bellay (10:10), der diesmal nur ein Schatten seiner selbst und kaum auf den Beinen zu halten war. Kurz vor der Ziellinie verlor der Franzose endgültig das Geläuf und überließ den Sieg seinem Verfolger Cash de Mortree, der mit Michael Hönemann im Sulky zur Sensationsquote von 362:10 auftrumpfte.

Very Special One und Merete im Winners Circle

Für Peter Platzer wurde die Stippvisite in der Hauptstadt zu einem gelungenen Ausflug, denn der bayerische Amateurfahrer zeigte den Profis, was Sache ist, und punktete mit Very Special One zum fünften Mal hintereinander. Der Hengst profitierte von einem Maßverlauf als zweites Pferd innen und wird mit Sicherheit noch viele weitere Treffer folgen lassen.

Thomas Heinzig steuerte Merete zum ersten Saisonsieg. Die Stute erwischte aus dem Band heraus einen guten Start. Die Fünfjährige wurde dann zwar von einem Gegner passiert, ging aber Ende der Gegenseite erneut nach vorne und hielt den Angreifer Hallo Bo (Katherina Kramer) knapp in Schach.

Jilliane: Wiedergutmachung zum Schluss

Das letzte Mariendorfer Rennen des Jahres 2018 ging an ein Team, das sich diesen Treffer wahrlich verdient hat. Denn ohne eine Galoppade wären Manfred Zwiener und Jilliane schon 14 Tage zuvor in den Winner-Circle eingezogen. Diesmal verkniff sich Joachim Birkes Stute alle Fehltritte und münzte den Auftritt, nachdem sie unterwegs lange an dritter Stelle postiert war, in einen grandiosen Fünf-Längen-Triumph um. Ganz erstaunlich war ihre Siegquote von 155:10, die maßgeblich dazu beitrug, dass die V5-Wette nicht getroffen war und ein Jackpot in Höhe von 3.374 Euro entstand.

Gesamtumsatz: 158.071,13 Euro – Bahnumsatz: 53.348,00 Euro – Außenumsatz: 104.723,13 Euro.

Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 6. Januar statt - Beginn ist um 13.30 Uhr

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)

Während viele Berliner Sportvereine zumindest in der Weihnachtspause sind, setzt z. B. der ECC Preussen den Spielbetrieb fort. Der Eishockey-Oberligist steckt im Verlauf dieser Saison in Schwierigkeiten, angefangen vom "Dachschaden" in der Eissporthalle am Glockenturm zu Beginn über anhaltendes Verletzungspech bis hin zu einer Bilanz von bislang sieben Punkten aus 26 Partien.


Nächstes Heimspiel der Preussen: Sonntag, 30.12., 16 Uhr gegen Tilburg Trappers


Auch einen Tag vor Heiligabend setzte es für die Preussen eine 0:4-Heimniederlage gegen den Tabellenzweiten ESC Moskitos Essen. Somit bleibt es weiter bei fünf Punkten Rückstand auf die Harzer Falken, die an vorletzter Stelle der Nord-Staffel stehen - zum sicheren Nichtabstiegsplatz fehlen aktuell gar 17 Zähler. Der beim Ligakonkurrenten Crocodiles Hamburg Mitte Dezember vollzogene Gang ins Insolvenzverfahren könnte allerdings neue Perspektiven für die Charlottenburger eröffnen.

U. Egen

Th. Leonhardt

Berlinsport Aktuell hat einen Zusammenschnitt der gestrigen Pressekonferenz mit den Statements der Trainer Frank Gentges (Essen) und Uli Egen (Preussen). Dazu stand Sportwart Thomas Leonhardt in der Pause vor dem Schlussdrittel für ein Hintergrundgespräch zur Verfügung.

Zum Abhören bitte unten anklicken

 

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé


Es war das Topspiel im Achtelfinale des Berlin-Pokals: am Sonntag trafen die Regionalligisten Berliner AK 07 und VSG Altglienicke im Poststadion aufeinander. Die Gäste düpierten den BAK zunächst mit einem Blitzstart und Toren von Kahlert (10.) und Quiring (13.). Der Anschlusstreffer durch Cakmak (40.) noch vor der Pause ließ den Hausherren aber noch alle Möglichkeiten für den zweiten Durchgang. Nach der Pause agierte der BAK dann auch noch druckvoller, musste aber bei den Kontern der VSG auf der Hut sein. Den Ausschlag gab dann aber ein Abwehrfehler der Gastgeber, die nach einem Eckstoß den Ball im eigenen 16m-Raum nicht geklärt bekamen und Pütt dadurch zum 1:3 abstauben konnte (66.). Quiring setzte dann mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt (74.) zum 1:4-Endstand - die VSG Altglienicke steht somit im Viertelfinale, das am ersten Februarwochenende 2019 ausgetragen wird.

E. Parlatan

A. Zimmermann

Berlinsport Aktuell sprach anschließend mit den Trainern Ersan Parlatan (BAK) und Andreas Zimmermann (Altglienicke) über die Partie sowie das erste Halbjahr der Saison 2018/19.

Zum Abhören bitte unten anklicken

Beitrag+Fotos: Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

Foto: @Christoph Lehner

Es war das Duell "David gegen Goliath" im Achtelfinale des Berlin-Pokals: Polar Pinguin gegen den fünf Ligen höher spielenden FC Viktoria 89. Mit Spannung erwartet wurde die Partie aber auch unter dem Aspekt, dass es die erste des Regionalligisten nach dem Einreichen des Insolvenzantrags vergangenen Donnerstag war. Unter diesen Umständen löste Viktoria die vermeintliche Pflichtaufgabe ordentlich - während sich der A-Kreisligist bei der 1:4-Niederlage mehr als achtbar aus der Affäre zog.

J. Goslar

T. Sadeghi (Foto:@Christoph Lehner)

Berlinsport Aktuell sprach nach dem Pokalspiel am Sonntag mit den Trainern Jörg Goslar (Viktoria) und Taimaz Sadeghi (Polar Pinguin).

Zum Abhören bitte unten anklicken

 

Beitrag: Berlinsport Aktuell/Hasso und Hagen Nickelé
Foto(1): Berlinsport Aktuell/Hagen Nickelé

GRAND MIT VIEREN FÜR MICHAEL NIMCZYK

Grand mit Vieren für Michael Nimczyk und Ulrich Mommert - Zwei Trainerpunkte für Andreas Gläser, Thomas Holtermann und Wolfgang Nimczyk - Laufey bläst Sandsturm weg

Michael Nimczyk - hier im Sulky von Out of the Slums - war einmal mehr in Mariendorf überragend (Foto: ©Marius Schwarz)

Fast total im Zeichen der Profis, die zehn der elf Prüfungen bestritten, stand der 2. Advent. Von denen war Michael Nimczyk der unbestrittene Meister aller Klassen und heftete sich vier Siege ans Revers, womit er auf deren 198 fürs laufende Jahr kommt. Nachdem er zunächst Victor Gentz mit Simba Diamant und den ewigen Goldhelm Heinz Wewering mit Mon Filou, die sich als Favoriten nach fast identischen Verläufen über die Todesspur knapp nach Hause rauften, das Feld hatte überlassen müssen, war die Derby-Bahn wie so oft in dieser Spielzeit „sein Feld“. Mit dem von seinem Vater Wolfgang vorbereiteten Skyfall knöpfte er 1200 Meter vorm Ziel Falco die Führung ab und herrschte fortan mit dem ersten Sieger aus dem Stall Mommert in der Tagesbestzeit von 1:15,1 souverän. Vielleicht hätte ihn Tragopan Jet ohne seinen Startaussetzer mehr zwicken können, doch nach reichlichem Bodenverlust blieb dem Italiener hinter dem sich aus der Deckung stark präsentierenden Harley As dann doch nur Rang drei.

Einmal auf den Geschmack gekommen, führte der alte und neue deutsche Champion mit Cora Sun, für die Thomas Holtermann verantwortlich zeichnet, die Rivalen nicht minder eklatant vor. Eine Runde lang versteckte sich die Schwarzbraune im Windschatten der mächtig gegen die Hand gehenden Girlofmanymissions, deren Mission spätestens mit Beginn der Zielgeraden beendet war, und flitzte überlegen zum ersten Erfolg ihrer vier Starts umfassenden Karriere davon.

Dritter Sieger für das Erfolgsteam Mommert / Nimczyk war der wiederum im Westen vorbereitete Out of the Slums, der damit seine Vorliebe für die Derby-Bahn unterstrich. Hier hatte er sich 2016 den Shootingstar-Cup wie 2017 die Derby-Meisterschaft der Amateure einverleibt, hier war er auf dem 2520 Meter langen Kanten erneut eine Macht. Früh in Front gedüst, legte der gebürtige Schwede den entscheidenden Zahn zu, als ihm Gobelin im Schlussbogen energisch auf selbigen zu fühlen begann, und wehrte auch den gut angesetzten Endspurt Willow Bay Everts ab. „Er ist ein Kämpfer vor dem Herrn. Als ich in der letzten Kurve die Zaumkulissen gezogen habe, ging durch ihn noch mal ein richtiger Ruck.“

Anschließend diente er einem fremden Herrn, der mit Magdalena Kinieksman eine Dame war. Hinter ihrem Diego du Bellay, der allmählich zu seinem „Lieblingsfranzosen“ avanciert, saß der 32jährige zum vierten Mal und bugsierte ihn genauso oft in den Winner Circle, nachdem er das hinter ihm recht unterhaltsame Treiben der Franzosen-Traber Start-Ziel vorneweg nach Belieben beherrscht hatte. Dann allerdings war für ihn Schluss. Sekt und Blumen für die 200 konnte der Veranstalter zur Seite stellen.

Höwings Winston und Ear to Earth vorne

Kein Glück brachte die „13“ Lord Good Wood und seiner neuen Besitzerin Marion Jauss. Der scheinbar souverän führende Hüne quittierte den Druck, den Andreas Gläser mit Höwings Winston im Einlauf aufbaute, mit einer Galoppade, hätte aber auch ohne diese nicht gewonnen gegen den in Schweden eingetragenen Revenue-Sohn, der die Berliner Rechtskurse zu genießen scheint: Drei Ehrenplätze und zwei Siege stehen nun für ihn zu Buche, seit er von Peter Untersteiner zum Karlshorster Trainer gewechselt ist.

Besser lief es auch für des Lords alte und neue Stallkameradin Woodbrown Beauty nicht. Die bei vier Starts unbezwungene „Beauty“ war, unterwegs mächtig pullend, nach einer Runde wegen massiver Atemprobleme stehend Ko. Nutznießer war Ear to Earth, der mit seinem Trainer Thomas Holtermann durchzog wie vom anderen Stern und zum spektakulärsten Sieger des Tages avancierte. „Bleibt er gesund, gehört er zu den besseren Pferden der Generation 2014 und hat reichlich Luft nach oben“, hatte der bekennende BVB-Fan nach dem von „seiner“ Dortmunder Borussia gegen Schalke gewonnenen Revier-Derby an diesem Wochenende einen zweiten deftigen Grund zum Jubel. Zugleich war dies der vierte Erfolg für Mariendorfs Bahneigentümer Ulrich Mommert, an dessen Engagement das Wohl und Wehe der Derby-Bahn und zu einem guten Stück des deutschen Trabrennsports hängt.

Laufey düpiert Favorit Sandsturm - Pögels perfekte Generalprobe

Danach kamen die „Kleinen“ zu Wort: Die von Isabel Jauß gezüchtete, seit längerer Zeit für den Stall GESVEA aktive Laufey blies trotz nicht einfachen Verlaufs dem führenden 10:10er Sandsturm um eine Länge das Licht aus, was selbst für Alexander Kelm unerwartet kam: „Eigentlich sollte es nur ein Aufbaurennen werden, doch dann war sie stärker als gedacht.“

Marion Jauss durfte sich über ihren Perfect Hall freuen, mit dem Andre Pögel eine perfekte Generalprobe für den Weihnachtspokal der Amateure ablieferte. Zu Beginn klappte der Vierjährige etwas nach, rückte bald zügig vor, übernahm eine Runde vor Schluss das Kommando und war bei gleichmäßig hoher Fahrt von nichts und niemandem zu erschüttern. „Sechster Start, sechster Sieg mit ihm - was will man mehr. Das Standardrennen kann kommen“, ist der Schmied zu Recht überzeugt, in 14 Tagen ein brandheißes Eisen im Pokalfeuer zu haben.

Maine hängt am Ende alle ab

Turbulent ging’s im abschließenden Rennen zu, bei dem der schon beim Fehlstart gesprungene Jorma Bo auch beim gültigen „Ab“ weit vor der Startmarke wilde Sätze machte, dennoch nach der Hälfte der Strecke vorn auftauchte und nach diesem Transport im Schlussbogen fast folgerichtig schachmatt war. Dort fiel mit Yen auch der zweite „Comebacker“ aus. Und weil die in Front arg massierte Late Night Show bald nicht mehr konnte und Sansibar Diamant zu Anfang reichlich Terrain verschenkt hatte, nutzte Thorsten Tietz die unverhoffte Chance, Maine zum fünften Mal in diesem Jahr als Erste an den Zielstrich zu wuchten. „Ausgerechnet hatte ich mir im Vorfeld wenig, aber alles lief für uns ideal“, bilanzierte der sich in Berlin rar machende 41jährige, der versprach, für Besserung zu sorgen: „Ich werde bald vermehrt junge und ihre Pause beendende Pferde an den Start bringen.“ Der hiesige Rennsport kann’s brauchen.

Umsatz bei 11 Rennen: 133.526,65 Euro (incl. 92.511,35 Euro Außenumsatz)

Nächster Renntag des BTV: Sonntag, 23. Dezember 2018

Quelle: Berliner Trabrenn-Verein (BTV)